Alle aus der Hölle

Seit ein paar Tagen hab ich in der Firma verstärkt mit einem Kunden zu tun, der sehr gern anruft und viele, viele Fragen stellt. An sich nichts weltbewegendes, der Mann hat Köpfchen, stellt an sich schlaue Fragen (zugegeben, eigentlich ist auf der Seite alles erklärt) und wirkt weder nervig noch aufdringlich. Dass das aber auch anders sein kann, beweisen diese drei Beispiele:

Kunde: “Am liebsten möchte ich natürlich die beste und aufregendste Seite der ganzen Welt haben. Sie muss einzigartig sein! Seien Sie kreativ, ich lasse Ihnen völlig freien Lauf. Toben Sie sich mal so richtig aus, mit allen technischen Finessen die Sie kennen! Flash, Html und 3D. Wir brauchen auch unbedingt tolle Filme auf der Seite! Was denken Sie?”

Ich: “Wow, also … also das hört man natürlich gerne. Was haben Sie denn für Vorstellungen vom Zeitaufwand und den Kosten?”

Kunde: “Bis nächsten Dienstag. Sagen wir, 500€.”


Ich: “…Bei dem Farbkonzept für das neue Logo haben wir versucht uns von der
Konkurrenz deutlich abzugrenzen…”

Kunde: “Nein, die Farben müssen rot-blau sein.”

Ich: “Entschuldigung, aber das sind auch die Farben Ihres größten Konkurrenten.”

Kunde: “Egal, das sind die Lieblingsfarben meiner Frau.”


Kunde: „Die Seite ist super geworden. Leider gibt es da noch einige Fehler. Wo ich auch hinklicke, färbt es sich sofort rot.“

Ich: „Das ist ungewöhnlich. Auch wenn Sie zum Beispiel auf einen Button klicken?“

Kunde: „Ja, völlig egal, wo ich hinklicke. Es wird sofort rot.“

Ich: „Wir werden das sofort überprüfen. Können Sie mir bitte sagen, welchen Browser Sie benutzen?“

Kunde: „Wo sehe ich das?“

Ich: „Oben im Browser auf das Fragezeichen und dann ,Über‘.“

Kunde: „Ah ja, der Browser heißt Photoshop 7.0.“


Gott sei dank hab ich auch einigermaßen (hehe) gute Kollegen, sowohl nett, als auch klug, keine Intrigen oder sonstige produktivitätshemmende Vorkommnisse. Aber auch hier gibt es wunderbare Beispiele, wie die nächsten drei Beispiele eindrucksvoll zur Schau stellen:

Kollege: „Mein Icon für den Adobe Reader ist vom Desktop verschwunden. Holen Sie bitte einen IT’ler, der das schleunigst wieder downloadet.“

Ich: „Das ist nur eine Programmverknüpfung, das kann ich Ihnen auch schnell machen.“

Kollege: „Nein, das können Sie nicht. Holen Sie den IT’ler.“


Kollege: „Sehen Sie!!“ (deutet auf die Fehlermeldung). „Die CD, die Sie mir gegeben haben, funktioniert nicht. Da steht, der Computer kann die CD nicht lesen!!“

Ich: „Öffnen Sie mal das CD-Fach!“

Ich: „Andersrum einlegen!“


Kollege (telefoniert mit Kunden): „Nein, natürlich müssen Sie keinen Cent für Änderungen zahlen, die Ihnen Freitagabend um 19 Uhr einfallen, nicht im Konzept vorgesehen sind und bis Montag, 7 Uhr fertig in Ihrem CMS eingepflegt werden sollen. Dafür haben wir extra kleine Feen, Gnome und außerordentlich talentierte Schimpansen engagiert, die zwar zu dumm sind, sich in Gewerkschaften zu organisieren, aber komplizierte Online-Software so schnell und sauber entwickeln, als gäbe es kein Morgen. – Wollen Sie einen gesonderten KVA oder schlagen wir es auf die Gesamtpauschale?“


Natürlich (und auch Gott sei dank) sind mir diese Dinge weder persönlich passiert oder jemandem aus meinem näheren Umfeld. Wer sich aber dennoch in der Mittagspause oder zu Hause belustigen möchte, kann sich diese beiden Seiten auf jeden Fall mal hinter die Löffel kleben:

Kunden aus der Hölle

und

Kollegen aus der Hölle

Viel Spaß!

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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