Als die Killer auf den Kiez kamen

Als die Killer auf den Kiez kamen

So langsam wird der Marc von testspiel.de mein persönlicher Dealer, wenn es um Content aus und mit Hamburg geht. Solltet ihr euch ebenfalls warm halten, das lohnt sich nahezu immer.

Dieses Mal dabei: eine Doku über den Kiez (als ob es das nicht beim letzten Mal schon gab), genauer gesagt über die harten Jungs von der Roten Meile. Es geht dabei um die Geschehnisse von 1970 bis 1986 (mein Geburtsjahr – ein Schelm, wer da zuerst an Tschernobyl denkt) und u.a. um das Blutbad von Werner “Mucki” Pinzner im Hamburger Polizeipräsidium.

Was soll ich noch groß erzählen – Hamburg, Kiez, Doku – Anguckbefehl:

Sie trugen Beinamen wie „Lackschuh-Dieter“, „Neger-Waldi“ und „Göttlicher Zuhälter“, die Kiezgrößen im Hamburger Rotlichtmilieu der 80er-Jahre. Die Protagonisten hinter diesen Spitznamen waren aber weit weniger harmlos. Professionell organisierte Zuhälter-Vereinigungen kämpften auf St. Pauli Anfang der 80er-Jahre um Frauen, Macht und Anteile am Geschäft – zunächst noch mit Fäusten. Damals waren nach altem Milieu-Kodex Pistolen und Messer etwas für Schwächlinge und somit geächtet. Wer sich „gerade machen konnte“, wie es im Milieu heute noch heißt, schlug sich mit anderen, bis einer von ihnen liegen blieb.

Ab Mitte der 80er-Jahre änderte sich das jedoch. Plötzlich wurden Kontrahenten ermordet, einfach in der Kneipe vom Hocker geschossen. Die Zuhälter rüsteten auf, und in der Szene ging ein bezahlter Auftragskiller um, der am Ende acht Menschenleben auf dem Gewissen hatte. Für den Film hat Autor Björn Platz mit ehemaligen Kiezgrößen, Prostituierten, Staatsanwälten, Ermittlern und Bekannten der Täter und Opfer gesprochen. Er zeigt die Machtstrukturen des organisierten Verbrechens, schildert, wie Prostituierte gegen Ablösesummen den Zuhälter wechselten, und gewährt intime Einblicke in die skurrilen Regeln und Riten des Milieus.

Die Dokumentation berichtet vom Wandel eines Hamburger Stadtteils und rekonstruiert die Ereignisse auf St. Pauli von den 1970er-Jahren bis zum Blutbad des Auftragskillers Werner „Mucki“ Pinzner im Hamburger Polizeipräsidium im Jahr 1986.

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Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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    05.03.2013 -
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