capitano - i wear a MASK | Was is hier eigentlich los
capitano - i wear a MASK | Was is hier eigentlich los

capitano – i wear a MASK

capitano - i wear a MASK | Musik | Was is hier eigentlich los?

Zwei Jahre ist es her, dass mit viel Brimborium und Ungestüm ihr vielversprechendes Indie Rock Debüt Hi! auf die Ladentheke knallten. Seitdem ist die CD endgültig verschwunden. Die Ladentheke ist verpfändet. Das Album per se – eher tot. Und ? Um die wurde es zwischenzeitlich auch bedenklich ruhig. Doch unterm Deckel hat´s ordentlich gebrodelt.

-Frontmann John – ein groß gewachsener Hüne und schon früh mit Brusthaar und Bartwuchs – hat bewegende Themen, über die er in Zukunft sprechen möchte. Es geht um echte Auseinandersetzung mit der eigenen Seele, die Song für Song eine neue Tür öffnet. Weg von der Kunstfigur; hin zum ernstzunehmenden Künstler. Das Innere und das Äußere von John hadern seit jeher mit seiner Identität. In einem Interview sagte er kürzlich “Ich habe mein Leben lang eine Maske getragen. Es wird Zeit, zu mir selbst zu finden.“

Um dem gesellschaftlich vorgelebten Rollen-Stereotyp Mann zu entsprechen und von seinem toxischen Stiefvater akzeptiert zu werden, gab er sich als der harte Hund, der er nie wirklich war. Er war schon immer viel zu sensibel für die Rolle des Mannsbildes, das er für die Außenwelt spielte. „Ich war meinem Stiefvater nie Manns genug. Ich hatte andere Interessen, andere Bedürfnisse. Und doch war ich für ihn irgendwann Konkurrenz, ein Heranwachsender, den man klein machen muss, um sich selbst größer zu fühlen. Vieles habe ich von ihm kopiert. Ich kannte lange Zeit nur zwei Gefühle: Überschwang und Aggression. Beides vergiftet Freundschaften und Beziehungen. Und beides entfaltet sich am Besten im Drogen- und Alkoholrausch.“

Der Beginn von capitano war auch der Beginn einer Kehrtwende für John. Gemeinsam mit seinen Bandmitgliedern Dyve und Fuzz öffnete er sich seinem Bedürfnis nach emotionaler Mitteilung; Offene Darbietung gelebter Intimität auf der Bühne und im Studio. „Es ist schwer, dieses Männlichkeitsgehabe abzulegen. Dabei sorgt es nur für Leid. Man wird zum emotionalen Taubstummen. Sexismus, Homophobie, Schlägereien, Drängeln auf der Autobahn und diese ganze Scheiße kommt doch am Ende nur davon, dass man glaubt, nicht weinen zu dürfen und keine Umarmungen zu brauchen.“

capitano eröffnen jede Show mit i wear a MASK. Aus dem Tragen und Ablegen von John‘s kunstvoller Maske entsteht auf der Bühne ein Ritual, das, stellvertretend für die Masken aller Menschen im Raum, eine kraftvolle, befreiende Wirkung entfaltet. Für ein Publikum, das selbst genug hat vom Tragen ihrer eigenen Masken. „Ich mache mit unseren Songs mein Inneres öffentlich, damit Du einen Ort hast, an dem Du verstanden wirst.“ sagt John.

Die eine Maske, die er Abend für Abend aufsetzt, um sich freitanzen zu können von einer ganz anderen Maske, die man erst als solche erkennt, wenn sie fehlt. Genau von dieser Dualität handelt i wear a MASK, die neue Single von capitano.

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Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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