Creativity is not inspired by the pressure of time but by the freedom, the playfulness and fun.

Creativity is not inspired by the pressure of time but by the freedom, the playfulness and fun.

Unter anderem gehört es zu meinen Aufgaben, Teaser zu erstellen und kleinere Beschreibungen anzufertigen. Dafür hab ich in der Regel 90 Zeichen, wobei ein Teil dafür bereits für den Namen einer App drauf geht. Je nachdem hab ich also eigentlich nur 70 – 80 Zeichen für einen Satz, der so knackig und anziehend ist, dass ihr kleinen iPhone-Junkies eine App sofort und auf der Stelle kaufen würdet, ganz egal ob ihr dafür 80 Cent ausgeben oder eure Großmutter verkaufen müsst.

Dazu kommt, dass es nicht nur ein Teaser sein muss, sondern gleich 5 bis unendlich, manchmal auch mehr. Zeit hab ich dafür in der Regel eine halbe Stunde – irgendwer muss ja auch mal im Büro feucht durchwischen.

Während meiner Ausbildung hatte ich u.a. auch das Fach „Werbetext“ (übrigens mit 1 abgeschlossen – ein Schelm wer denkt, dass das ein kläglicher Versuch war, damit angeben zu wollen), in dem uns beigebracht wurde, dass man für einen knackigen Slogan im Grunde 20-50 Entwürfe anfertigt um sich dann nach und nach zu dem einen Slogan vorzuarbeiten, den ihr letztendlich in Radio und TV alle 30 Minuten zu hören bekommt (FRUCHTALARM mit 20% auf alles, außer Tiernahrung) und der euch zeigt, dass „ihr ein Bedürfniss habt, von dem ihr gar nicht wusstet, dass es existiert“. Toll oder? Man lernt halt nie aus.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte: Kreativität braucht Zeit und Spaß. Eine freche Behauptung meinerseits – genauso gut könnte ich auch behaupten, dass alle Menschen gleich sind, Religion sich nur darum dreht, wer den cooleren imaginären Freund hat oder dass ich tatsächlich gar nicht so toll bin, wie ich denn nun mal bin. Außerdem macht Robbenbabyblut eine schöne, weiche Haut unter den Achseln – allerdings nur, wenn man es noch warm schnupft.

Ich kann das ausnahms- und überraschenderweise belegen. Denn frei nach dem Motto „Kindermund tut Wahrheit kund“ hat die ungarische Agentur Cafe Creative eine Grundschulklasse, vollgestopft mit AKs (formally known as Arschlochkinder), vor die Aufgabe gestellt, eine Uhr auf ein Blatt Papier zu zeichnen (übrigens: beim Malen benutzt man Farbe und Pinsel, beim Zeichnen Stifte – aber wer mag schon Klugscheißer?) – als erstes in 10 Sekunden, als zweites in 10 Minuten. Die Ergebnisse sprechen für sich selbst:

Überzeugend oder? Nun steht auch fest: für den Fall, dass ich doch mal mehr Zeit für Teaser hätte, würdet ihr garantiert alle Apps, die ihr oben in der Sidebar seht, doppelt und dreifach kaufen. Eure Großmütter könnt ihr aber behalten, hab selber eine.

[via]

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

Sag was dazu!

Ping- und Trackbacks

Kürzlich