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Der lange Abschied von der DDR

Neulich mal wieder festgestellt, dass die Welt eben doch ein Dorf ist, zumindest ein bisschen. Mit den meisten Leuten im Büro bzw. im aktuellen Projekt redet man dann doch nur über die Arbeit und die üblichen Todos, hin und wieder kommt es aber doch zu kleinen Smalltalk-Runden. Und einer derjenigen, die ich ein bisschen mehr mag als den Rest kam überraschenderweise genau wie ich aus dem Osten. Dank Dialekt lag die Vermutung nahe, wenn das dann aber doch endlich mal bestätigt wird, ist das ja noch mal was anderes. Und so haben wir ein bisschen über „drüben“ gesprochen, unter anderem auch, dass wir nach wie vor den Eindruck haben, dass die Leute aus dem Osten so eine Grundunzufriedenheit haben. Wieso, weshalb, warum weiß keiner so genau, aber irgendwie ist es so.

Inwiefern das mit der nachfolgenden Doku zu tun hat, kann jeder für sich selbst interpretieren. Dietrich Lehmstedt hat 5 Jahre lang in seiner Heimatstadt Weißenfels die Leute direkt nach der Wende und dem Fall der Mauer begleitet und dokumentiert so die erste Zeit des wiedervereinigten Deutschlands in den ersten Jahren:

Sehr interessante und wichtige Doku von Dietrich Lehmstedt aus dem Jahre 1995, gefunden auf einer alten VHS!
Sie wurde damals von einigen Kritikern stark verrissen, weil sie weder in jenes Jubellied der Wiedervereinigung einstimmte wo alles toll und schön wird, noch die ostdeutsche Bevölkerung von oben herab betrachtete. Nein, diese Doku zeigte die Menschen, die Einzelhändler die nach über vierzig Jahren ihren Familienbetrieb aufgeben mussten weil neue, alte Eigentümer aus dem Westen sie vertrieben. Sie zeigt auch Wessis, die keine Ahnung von der Mentalität der Bevölkerung haben und keinen Respekt vor den Leistungen der Menschen im Osten die nach vierzig Jahren dank ihrer Kraft ein ganzes System zu Fall gebracht hatten. Zeigt wie einer dieser Menschen noch stolz darauf ist den Denkmalschutz ausgtrickst zu haben. Diese Doku zeigt einen ungeschönten Blick und das macht sie so einzigartig für die damalige Zeit und so wertvoll.
Leider kamen einige Angriffe gegen die Doku auch von Einheimischen. Das ist unverständlich, Weißenfels ist/war überall im Osten und eine Doku mit Lokaldünkel und Blasmusik steht auf dem intellektuellen Niveau von Propaganda. Manche scheinen das nicht begriffen zu haben was sehr traurig ist.

[via]

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Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.
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