Der Support von Gravis

Letzte Woche ist bei meinem Chef leider wieder mal der Rechner abgeschmiert (ist halt n Apple).

In seiner Weisheit wollte er dann vernünftigerweise bei Gravis anrufen und sich vom Support helfen lassen. Scheint ja nicht ganz so abwegig, der Gedanke, dass der Support mal helfen kann. Support soll halt supporten.

Ich wurde Zeuge dieses Gesprächs:

„Moin, **** mein Name, ist das richtig, dass ich jetzt pro Minute 2,99 bezahlen muss? 2,99? Auch für den Support? Das ist ja unglaublich. Bei 10 Minuten muss man ja 30 Euro bezahlen. Unglaublich. Das ist ja unglaublich. Auf ihrer Seite stand doch … ach da seh ichs auch. 0,33 Cent pro SEKUNDE. Das ist ja unglaublich. Für den Support. Unglaublich. Ja das können Sie gern so weitergeben, dass ist mein erstes anliegen. Unglaublich. 2,99 pro Minute. Das ist ja unglaublich. Geben Sie das ruhig so weiter. Tschüss“

So ähnlich zumindest das Gespräch.

Nach der ersten und zweiten Lachattacke und einiger Entbrüstung über diese Methoden hab ich dann allerdings doch ein relativ erfolgreiches Geschäftsmodell erkannt.

Wer Probleme hat, nervt den Support. Als Abschreckung verlangt man dafür einen ordentlichen Batzen Geld. Der eine oder andere überlegt sich dann sein Problem und lässt den Support erst einmal in Ruhe. Und wer es wagt, die heilige Siesta der Tekkis zu stören, soll dafür gefälligst tief in die Tasche greifen. Spannender wird das ganze auch noch, wenn Fehler bewusst in die Systeme integriert werden. Natürlich nur eine Vermutung …

Aber was wird mit den armen Seelen, die sich nicht selbst zu helfen wissen?

Mein Chef hat es zumindest hinbekommen. Es war ein Problem mit der Zeitmaschine. Sowas bekommt vermutlich auch nur Apple hin, eine Zeitmaschine in Computer bauen. Und trotzdem reist keiner durch die Zeit.

Eine verrückte (und scheiß kalte) Welt ist das da draußen.

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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