Die Diskussion um den Blogcontent und warum ich mich bis aufs Knochenmark rechtfertige(n muss)

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung wie ich anfangen soll. Kennt man ja, den ganzen Tag über formt sich ein Beitrag im Kopf der die hiesigen Medienpreise Europas abräumen würde und vorm Rechner dann Ebbe (Sand). Scheißendreck.

Irgendwann in der Mittagspause bin ich ein wenig meinen Feedreader durchgegangen und stieß dabei auf den Beitrag von Sippi: Warum mich Blogs zur Zeit nerven. Nu – okay, hat ja jeder mal so eine Phase, mir ging das vor kurzem ähnlich – nervt halt, wenn man den selben Müll immer und immer wieder vor der Nase hat.

Ronny hat das Thema dann kurzerhand aufgegriffen und seine eigene Meinung rausgehauen: Lesen – wer will. Nu – okay, so is richtig. Jedem seine Spielwiese, soller doch machen, was er will. Und wer von seinen Erfahrungen mit Dreck zwischen den Zehen berichten möchte – hau raus den Mist.

Obendrein hat dann auch noch Natascha ihren persönlichen Kram dazu beigegeben: Lesen – Alle! Nu – okay. Jedem Tierchen sein Pledingens (wat weiß denn ich, wie man das schreibt). Scheinbar geht hier ’ne Diskussion los, hab doch letztens erst gelesen, dass es auf Blogs zu wenig davon gibt. Steig ich doch mit ein und hau jedem die Waffel direkt vor den Latz.

So zumindest der Plan nach dem Lesen der Beiträge. Seit ca. 14.30 Uhr kamen dann aber erste Selbstzweifel. Dude, denk mal kurz nach, letztendlich machst dus doch genauso. Jeden Tag 3 Beiträge, immer irgendwas verwurstet, was andere schon bringen, eigener Kram Fehlanzeige. Und obendrein wird moniert, dass dein Design fast genauso aussieht wie.. ihr wisst schon.

Kurzerhand muss irgendwas gemacht werden. Also direkt eine repräsentative Umfrage gestartet und 3 Leute befragt. Erste Anlaufstelle – natürlich – die Sexualpartnerin. Ergebnis: du hast deinen Stil verloren. Die Themen find ich gut, aber das auf dem Blog bist nicht du. Klar, versuch ich zum Teil auch zu vermeiden, ist schließlich Internet. Und dann kommt das einschlagende Gegenargument, dass mir sämtliche Falten aus dem Sack bis zum Kehlkopf zieht: du bist aber noch weniger Du als vorher. Was soll man denn da noch sagen?

Auch die beiden nächsten bestätigen: dein Stil ist weg. Die Geschichte mit dem Mittagessen fetzt (Feedleser wissen mehr) – eben weil es etwas ist, was kein anderer macht. Aber wo bleibt das Abheben von der Masse, das Individuelle.

Also war es vorbei mit dem Bashing aller Podiumsteilnehmer, gesiegt haben die Selbstzweifel, der Magen dreht sich drei Mal um und macht ein Gesicht wie Westerwelle bei jeder FDP-Sitzung. Willkommen in der Bloggersackgasse. Ich hab ehrlich gesagt schon drüber nachgedacht, hier dicht zu machen – fast zwei Jahre und du hast dich dahin entwickelt. Verdammte Scheiße!

Es wäre auch ziemlich verlogen, wenn sich nicht jeder einzelne Blog dieser Kritik stellen würde und einmal kurz reflektiert: passt das auf mich. Ich habs gemacht und ich gebe offen und ehrlich zu: ihr habt ja Recht. Ich war betrunken vom kurzweiligen und schnellen Erfolg.

Platz 12 im Wikio-Ranking Life, 130 Likes bei Facebook – scheint ja gut zu sein, was du da machst, hau da noch ’ne Schippe rauf, der Mist kommt an, den du hier fabrizierst. Evtl. kannste dann auch endlich mal Zeug testen, mischst mit bei den großen Firmen und machst dir ’n Namen bei der großen Bloggeria. Und nu stehste da. Verdammte Scheiße²

Und wie sahen meine Tage aus? Jeden Tag 148 Feeds lesen, jeder zweite eine Frequenz höher als es die globale Glasproduktion wieder richten könnte. Nach dem Büro nach Hause, alles irgendwie auf die Schnelle durchackern, das wichtigste und beste herauspicken und erneut verwursten – 3 Beiträge Minimum, hab ja schließlich meinen Lesern eine Verantwortung gegenüber. Diese Aasgeier wollen schließlich unterhalten werden, eine Sensation nach der anderen muss da her, sonst sind sie weg.

Für eigene Geschichten bleibt da nicht viel Platz, zumal mir viele Dinge einfach zu klein erscheinen, als das man da auf die Schnelle was Großartiges draus machen kann. Wie Sippi das schon richtig sagt: Quantität statt Qualität. Und um das Ganze dann doch noch irgendwie aufzuwerten, muss man den Stil von anderen übernehmen, ohne Rücksicht auf Verluste, klappt da ja auch. Stumpf ist Trumpf – wusste nicht nur Dendemann bereits.

Und dann braucht es erst den 25. Mai – quasi 4 Tage vor dem 2-jährigen Bloggeburtstag – um mal in sich zu gehen und zu schauen, was man da eigentlich macht. Ich gebe offen zu: ich find die Zahlen großartig. Immer größer, immer mehr, hier noch ein Stück weiter vor, da noch ein bisschen was oben drauf – yeah.

Die Diskussion um den Blogcontent und warum ich mich bis aufs Knochenmark rechtfertige(n muss)

Aber nu ist Schluss damit, denn mit wehendem Umhang verkünde ich: ich nehm die Kritik dankbar an und bepöbel euch gleichzeitig: warum habt ihr Säcke denn nicht mal eher was gesagt? Hinten rum is doch kacke – mit mir kann man über alles reden. Einfach mal um die Ecke kommen und direkt „Moody, was du da machst, das ist Kacke, da wähl ich lieber die NPD, statt hier noch großartig zu lesen“

Deswegen wird sich hier ein wenig was verändern. Die Banner-Rotation fliegt direkt raus, ich hab professionelle Grafiker beauftragt, für 0 € mal ein richtiges Meisterwerk auf die Beine zu stellen und mir das gefälligst mit allen Rechten für Verkäufe und Verleihe zur Verfügung zu stellen. Zudem wird es kleine Anpassungen am Design geben – was genau muss ich mir noch bei diversen Klogängen ausdenken.

Ein Großteil des Schmodders aus dem Footer wird ebenfalls zu Kurt Cobain geschickt. Und das eigentlich wichtige: am Inhalt wird sich einiges ändern. Na klar, hier gibts weiterhin Unterhaltung, aber eben nicht mehr 3 Beiträge mit totaler Verwurstung. Stattdessen werd ich für euch noch besser filtern, wirklich nur den ultimativen Mist bringen, den ihr wirklich sehen müsst (ich sag nur Loom oder The City Limits – finds immer noch atemberaubend, ganz ohne Scheiß! Vielleicht wird die Linkschleuder dann einfach nur länger) und – das wird hoffentlich das beste von allem: 100%ige Moodyfizierung. Back to the roots, endlich wieder die Geschichten, die ihr scheinbar schon immer wolltet. Viel Quatsch, völlig wirre Gedanken und obendrein werd ich mich bestimmt auch wieder mächtig aufregen. Tu ich sowieso schon, merkt ihr nur nix von (sry).

Also wieder mehr für und von mir. Wems nicht gefällt, muss wieder Bild.de lesen!

Einmal verrennen darf ich oder? Hab zwar den Größten, aber bisschen Grün hinter den Ohren ist halt noch da :)

Reicht jetzt auch 1.023 Wörter müssen reichen – ihr wisst ja, watt ich mein.

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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