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Die Jeans in der DDR | Was is hier eigentlich los?
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Die Jeans in der DDR

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Mittwoch Abend, die gestrige Pokalschlacht liegt fast 24 Stunden hinter uns und somit kommt auch nichts vernünftiges in der Glotze – Zeit für eine neue Dokumentation!

Heute beschäftigen wir uns einfach mal mit der Jeans. Mittlerweile findet man sie in jedem Kleiderschrank und wer ein bisschen mehr Geld in die Hand nimmt, kann eine Jeans auch ein paar Jahrzehnte lang leben und dennoch einen geilen Arsch machen. Glaub ich zumindest, ich bevorzuge eher die weiteren Modelle, damit es auch bequem sitzt.

In der hieß die Jeans noch Niethose und sorgte für Schulverweise und Hausverbote – und das alles nur, weil sie ursprünglich aus dem Westen kam. In den 80ern fing man dann doch an, auch echte -Jeans zu produzieren, allerdings fanden die nur wenig Anklang, da es eben keine echten Levi’s oder Wrangler waren.

Sicher nur ein kleiner Aspekt, der hier betrachtet wird, der aber dennoch einiges von früher veranschaulicht. Für mich wieder sehr spannend, wurde ich doch noch in der DDR geboren, hab aber lediglich 4 Jahre miterlebt. Und wie viel davon bewusst in dem Alter, kann sich ja jeder denken:

Antje Thürke erlebte das für sie schier Unglaubliche: 1961 bekam sie als 16-Jährige ein Paket aus New York, darin eine Wrangler Jeans. Es war ein Geschenk ihrer leiblichen Mutter, von deren Existenz sie erst kurz vorher erfahren hatte. Die Hose passte sogar wie angegossen. Aber: Die Jeans war an der Schule nicht erwünscht. Im nächsten Paket aus Amerika befand sich eine Elvis-Presley-Kette, die Antjes Schuldirektor ihr wütend vom Hals riss.

Zur gleichen Zeit trug Frank Schöbel bei Filmaufnahmen eine Jeans. Niemand bemerkte das während der Dreharbeiten. So ist es gekommen, dass Schöbel der Erste war, der im DDR Fernsehen eine „echte“ Jeans trug. Kurze Zeit später erhielt er Auftrittsverbot wegen seiner deutsch-englischen Titel Baby, Baby tanz mit mir und Teenager-Träume , denn: bei Walter Ulbricht klang das Yeah-yeah-Gejaule schlecht in den Ohren.

Die persönlichen Geschichten über die Jeans von jungen Menschen in der DDR eröffnen ungeahnte Perspektiven. Daher geht es in dem Film nicht nur um die Hose mit den Nieten, um Shanty -Jugendmode, Güstrower Kleiderwerke und vietnamesische Levis-Kopierer in Lichtenhagen.
Es geht auch um Musik, um Nachtleben und morgendliche Fahnenappelle auf dem Schulhof, um den Tausch von West-Schallplatten auf dem Schwarzmarkt, um Kassettenrekorder, um Jugendtanzveranstaltungen und die Tricks, das 60zu40-Verhältnis für Ost- und Westmusik zu umgehen. Es geht um in privaten Dunkelkammern kopierte Starfotos aus der westdeutschen Jugendzeitschrift Bravo , um Schwarzmarkt, Trampen und Transportpolizei.

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