Eine Rezension: Auf Bali geht um Vier die Sonne unter

Oh man, den Beitrag wollte ich eigentlich schon längst geschrieben haben. Aber wie immer: es kommt dies, das und jenes und dann ist auch schon Sommer und auf Bali geht die Sonne erst um sechs unter. Aber jetzt.

Ich weiß gar nicht mehr, welches Pferd mich geritten hat (i!) das Buch letztendlich doch zu kaufen – hab ich doch die Beiträge aufgrund ihrer Länge nie so wirklich gelesen. Sry dafür, immerhin bist du, Maik, so wenigstens um ein paar Euro reicher geworden.

Ganz genau geht es um das Buch „Auf Bali geht um Vier die Sonne unter“ – geschroben vom Lieblingsbloggerkollegen Maik Zehrfeld. Hat einen wahnsinnig hohen Output auf seinem Blog, wohl auch ’ne bessere Hälfte, irgendwo auch noch einen 9-to-5-Job und schreibt dann auch noch ein Buch. Muss schön sein, wenn man sich das Schlafen endlich abgewöhnt hat.

Zurück zum Thema: da ich wie gesagt die Beiträge auf’m Blog selbst nicht wirklich gelesen habe, war ich glücklicherweise auch ganz vorurteilsfrei was den Schinken betraf. Also kurzerhand bestellt.

Eine Rezension: Auf Bali geht um Vier die Sonne unter

Beeindruckt vom minimalistischen Design des Covers stört eigentlich nur eins: die Schriftgröße im Buch selbst ist doch recht klein, sodass es schon 1-3 Seiten braucht, bis man sich vollends dran gewöhnt hat.

Im Buch selbst geht es um Sven, Profi-Dauer-Student, nahezu chronisch pleite (besonders nachdem ihm seine Mudder eröffnet, dass der elterliche Geldhahn gänzlich abgedreht wird) und somit immer auf der Suche nach dem schnell verdienten Geld. Da kann man auch schnell mal zum Schildkrötensitter werden. Dazu gibt es persönliche Beziehungen zu einem Hemd namens Tom, ein bisschen Koks, gerade so ausreichende Mengen von Alkohol und der Plan, erfolgreicher Comedian zu werden. So zumindest die Kurzfassung.

Ohne jemanden spoilern zu wollen, bekommt man als Leser selbst jede Menge Wortwitz und -spiele, eine paar wissenschaftliche Zeichnungen über Alkohol und dem daraus resultierenden Verhalten und – der Knaller überhaupt – je nach Wahl zwei Enden.

Auf dem Rückumschlag steht selbst:

Schießereien, Zombies, apokalyptische Reiter, jede Menge Baseball und ein gewiefter Banküberfall – all das gibt es NICHT in diesem Buch

Und genau das stimmt auch. Dafür die üblichen Alltagsprobleme beim Einkaufen mit Senioren, Krieg in der Warteschlange an der Kasse und die deutschlandweite Regel, dass man um 18 Uhr Feierabend macht, wenn die Simpsons anfangen.

Ein Buch, dass vermutlich nie von Hollywood verfilmt wird (schade eigentlich), aber mit seinem alltäglichen Abenteuern, von denen jeder sicherlich mindestens eins selbst erlebt hat, bestens zu unterhalten weiß. Es ist ein bisschen wie mit dem Essen: natürlich kann man sich einen Sauerbraten, zwei Schweine und ein halbes Rind einverleiben. Schmeckt auch – aber danach fühlt man sich vollgefressen, wird schläfrig und stirbt in der nächsten halben Stunde an zu hohem Cholesterin. Oder man isst ein Mettbrötchen. Und danach vielleicht noch eins. Dann ein Bier. Und wieder ein Mettbrötchen. Schaut dabei Sportschau. Und isst noch ein Mettbrötchen. Und fühlt sich am Ende gut. Genau wie nach dem Buch.

Ich fand es gut – hab es gern gelesen – und ärgere mich ein wenig, dass es so kurz war. gerade zum Ende hin wurde die Neugier immer größer, wie es denn nun ausgehen wird. Hat sich gelohnt.

In diesem Sinne: lest es – wie ausgedrucktes Internet. Halt nur besser. Und ohne Ladezeit.

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

Sag was dazu!

Kürzlich