Gedanken-Tüdelüt (12): Wenn aus was Schlechtem etwas Gutes wird

Gedanken-Tüdelüt (12): Wenn aus was Schlechtem etwas Gutes wird

Eigentlich wollt ich ja endlich mal von meinem ominösen kleinen Projekt erzählen, dass ich hier und da schon mal erwähnt hab – allerdings fehlt noch ein letztes Puzzle-Teilchen, damit das alles auch Sinn ergibt. Da ich leider nicht sonderlich grafisch-kreativ bin und sowohl Photoshop als auch Illustrator und ich einfach auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, wird das wohl noch ein bisschen warten müssen. Was schlussendlich auch nicht verkehrt ist, so können wir noch ein bisschen unter dem Radar rumtesten und ausprobieren – bisher läuft allerdings alles. Es ist fast schon langweilig.

Nutz ich also die Zeit und palaver mal wieder ein bisschen aus dem Nichts, was womöglich dem Inhalt des ganzen Postings gleich kommen dürfte. Irgendwo hatte ich es schon mal erwähnt: Ich hab im letzten Monat die Kündigung durch meinen Arbeitgeber bekommen. Nicht, weil ich schlechte Leistung gebracht, die Kollegen beleidigt oder sonst irgendeinen Unfug angestellt hätte (gerade das Kollegenbeleidigen gehört doch zum guten Ton), sondern weil schlichtweg kein Geld mehr da ist. Grundsätzlich nichts Besonderes, es dürfte in Deutschland und auf der Welt noch ein paar mehr Firmen geben, die solche Entscheidungen treffen müssen – fühlt sich aber subjektiv eher unschön an.

Die ersten Wochen waren insofern auch ein wenig hart, schließlich fühlt man sich ja doch ein klein wenig verarscht und ausgenutzt, wenn man vorher nahezu alles für den Arbeitsplatz und die Firma gegeben hat – 240 Stunden im Monat waren bei mir keine Seltenheit. Auch das war okay, schließlich hat es Spaß gemacht und wenn sich Arbeit nicht wie Arbeit anfühlt, hat man eigentlich gewonnen.

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Was allerdings sehr nervig ist: Behördengänge. Es ist einfach unfassbar, wie viele Anträge und Zettel man ausfüllen, mit sich herumschleppen und schlussendlich bekämpfen muss – die Hälfte versteht man dabei noch nicht mal. Ich hatte es in der letzten Woche schon mal im privaten Kreis erwähnt: da hab ich nun schon keine Arbeit mehr, aber dafür noch mehr zu tun als vorher. Da stimmt doch was nicht.

Gestern Abend bekam ich nun eine Mail, dass nicht nur für mich kein Geld mehr da ist, sondern für niemanden mehr. Auch das ist im ersten Moment ärgerlich, fehlt doch schließlich noch das letzte Gehalt – auf der anderen Seite aber auch definitiv der letzte Schritt, der mir zeigt, dass das Ende des Arbeitsverhältnisses vielleicht gar nicht so verkehrt war.

Und genau dieser Gedanke verfestigt sich bei mir mittlerweile immer mehr. Ich steh zwar noch immer um 6 Uhr auf, mach mir morgens meinen Kaffee, setz mich an den Rechner, mache Mittags sowas wie eine Mittagspause und gegen 16:30 Uhr Feierabend – aber alles im Moment ohne Druck. Klar, ich hab keine Ahnung, was die Ämter so entscheiden, finanziell muss der Gürtel auch enger geschnallt werden. Aber ihr kennt das Gefühl, wenn einen eine Situation nervenzerfetzend belastet und der worst-case dann (endlich) eintritt. Das kann schon sehr befreiend sein.

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Zudem hat sich nun auch herausgestellt, dass ein paar Entscheidungen in der Vergangenheit nicht sooo verkehrt waren – aber auch das kann ich erst mit dem mysteriösen Projekt aufklären, was hoffentlich nicht mehr all zu lange dauert.

Was ich eigentlich sagen will: so scheiße die Kündigung auch war, so scheiße dieser ganze Behördenbürokratiekram auch ist und so kacke es auf einem Konto auch aussehen kann – so verkehrt ist das Ende der Arbeitsbeziehung auch nicht. Hoffentlich.

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Schlussendlich lässt sich die Situation ja sowieso nicht ändern. Auch hier gilt: man muss das Beste daraus machen, darf den Arsch nicht hängen lassen und am Ende des Tages wird vielleicht alles gut. Zumindest glaube ich noch immer daran, dass sich ehrliche Leistung am Ende durchsetzt. Hoffen wir gemeinsam, dass ich auch in diesem Punkt Recht behalte.

[© aller Bilder shutterstock.com]

Über Martin

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Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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