Gedanken-Tüdelüt (14): Spaß mit dem Arbeitsamt

Gedanken-Tüdelüt (14): Spaß mit dem Arbeitsamt
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Hach diese Bürokratie – was würden wir nur ohne sie machen? Wie langweilig wäre das Leben, wenn wir uns nicht mehr über die langsam mahlenden Mühlen aufregen könnten, weil einfach alles logisch und schnell funktioniert? Aber zum Glück ist das nicht der Fall und so kann man sich nicht nur ärgern, sondern mitunter wundern – es wird nie langweilig.

Was ich bisher nicht wusste: auch beim Arbeitsamt muss man sich krankmelden und Urlaub einreichen. Ganz normal wie bei einem Job. Relativ spontan hatten wir am Wochenende nun den Entschluss gefasst, dass ein bisschen Urlaub im Sommer nicht schaden kann. Also genauso spontan eine Unterkunft gesucht und Fährtickets gekauft (richtig gut – mit Konto musste ich gar keine Infos zum Auto und Co. eingeben. Da hat mal einer mitgedacht), es lief wie am Schnürrchen. Fehlten am Ende nur noch die Urlaubsanträge beim Arbeitgeber und Amt, aber das ist ja in den seltensten Fällen problematisch.

Beim Amt kann man das mittlerweile sogar online machen, vorausgesetzt man findet seinen Online-Zugang und vergisst auch nicht, dass man das zugesandte Passwort geändert hat. Ist nur ein Hinweis von einem Freund, mir passiert sowas ja nicht.

Und dann klickt man sich ein bisschen durch den unübersichtlichen Webauftritt, sucht hier, googelt da, bis man endlich die passende Stelle gefunden hat. Kurz die Angaben reingehauen, von wann bis wann man „ortsabwesend“ ist und ab dafür.

Gedanken-Tüdelüt (14): Spaß mit dem Arbeitsamt

Doof ist nur, dass man direkt den Hinweis bekommt, dass wenn man den Antrag 7 Tage vor dem gewünschten Urlaub einreicht, der grundsätzlich abgelehnt wird. Das ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt um sich zu wundern.

Um das mal festzuhalten: Urlaub ist ok, soll man auch gern machen. Und dann denkt man sich „Gibste mal so früh wie möglich Bescheid – ist ja für alle besser“. Schließlich ist der Grundgedanke dahinter, dass man nicht mit irgendwelchen Schreiben und Terminen zugeschissen wird, wenn man sowieso nicht da ist. Und dann kommt dieser Hinweis. Wäh?

Ich hab es trotzdem abgeschickt, mehr als nein sagen kann ja niemand machen.

Zwei Tage später (korrekt, zwei Tage – Wahnsinn wie schnell dieses Internetonlinegedöns doch ist) bekam ich dann eine automatisierte Mail vom Amt, dass man sich umd as Anliegen kümmert und dann entsprechend zurück meldet. Aber nicht etwa aus Hamburg, sondern aus Leipzig. Knappe 400 Kilometer von meinem Wohnort entfernt, das muss diese Globalisierung sein, von der immer alle sprechen.

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Das Happy End kommt dennoch: eine halbe Stunde nach dieser Mail kam ein Anruf (aus Hamburg, woohoo) „Sie haben eine Ortsabwesenheit vom Dings bis Bums beantragt“ – „Jep, das ist richtig“ – „Nun, das ist dann hiermit mal genehmigt“ – „Ah cool, danke. Dann noch viel Spaß und schönen Feierabend (kann man schließlich um halb eins Mittags mal wünschen, Beamte und so“ – „Gerne, ihnen auch“.

So einfach kann es dann halt auch gehen. Fühlt sich zwar nur mindergeil an, weil ich nichts schriftlich hab – aber ihr seid jetzt einfach meine Zeugen. So einen Kram denkt sich schließlich keiner aus, hat das Leben doch so viel spannendere Geschichten auf Lager.

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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