Gedanken-Tüdelüt (28): Die erste Bloggerbutze

Gedanken-Tüdelüt (28): Die erste Bloggerbutze

Eifrige Twitter- und Facebook-Nutzer sowie die zwei Menschen, die sich am Sonntag auch noch unsere Wochenzusammenfassung antun, haben es mitbekommen: an diesem Wochenende stand nicht Gammeln und Füße hochlegen auf dem Programm. An diesem Wochenende hieß es das erste Mal: Bloggerbutze.

Da ich nicht zum Inner Circle der Organsiation dazu gehöre, kann ich natürlich nur vermuten, wie die Idee entstanden ist – wenn die weisen Medizinmänner aber Recht behalten sollen, dann war es im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnaps-Idee. Denn mit viel Schnaps hat man bekanntlich die besten Ideen, auch wenn die Justiz das hin und wieder anders sieht.

Der Aufhänger erklärt sich von selbst: wir ollen Blogger in Deutschland haben ein Problem. Eigentlich haben wir ganz viele Probleme, aber allesamt sind eigentlich nur für die Schreibenden relevant – das macht sie aber nicht weniger unangehbar. Eines dieser Probleme ist die fehlende Vernetzung. Natürlich trifft man sich immer mal auf der einen oder anderen Veranstaltung, vielleicht entsteht auch zwischen Zweien oder Dreien mal ein kleines Projekt (Win-Compilation hint hint hint) und irgendwie kennen sich alle so ein bisschen.

Dass das aber zu wenig ist, sollte nicht nur dieses Wochenende beweisen. Also haben Maik, Melly und Shawty sich bei – wie gesagt – Schnaps gedacht, dass es gar nicht viel braucht, um genau diesen Umstand zu ändern. Gesagt, getan und schon war auch der Tag im Oktober direkt vor der Haustür. Ein bisschen Airbnb, ein paar eingeladene Leute und jede Menge Pizza – eigentlich braucht es nicht viel mehr für einen Workshop.

Den Samstag haben wir mit einem ausgiebigen Frühstück gestartet, denn mit leerem Magen denkt es sich schlecht. Dazu noch ein, zwei (drei, vier, fünf) Runden Gesellschaftsspiel und dann ging es auch endlich ans Eingemachte. Ich hab ein bisschen was zu Technik-Kram erzählt, was eher einer Handvoll Plugin-Empfehlungen gleichkam. Wenn man halt nicht selbst programmieren kann, müssen das eben andere übernehmen. Stand zwar im Kontrast zur eigentlichen Empfehlung, dass man möglichst wenig Plugins nutzen soll – aber auch dafür gibt es wieder ein Plugin. Ambivalenter Kackmist. Dazu ein paar Tipps in Sachen Pagespeed und wie man mit einfachen Kniffen einen Großteil der Probleme beheben kann und dann war da ja auch noch dieser unfassbar geniale Hoster.

Kurzum: viel Bla bla, der nicht schaden kann und die wohl schlechteste Präse, die ich jemals zusammengeprügelt hab (bauen wäre hier definitiv das falsche Wort). Für 1 Stunde Vorbereitung war ich aber ganz zufrieden, schließlich ging es hauptsächlich darum, Wissen weiterzugeben. Anschließend hat Kollege Maik noch ein Thema abgehandelt, dass ich hier aber ungern breit treten würde, da ich nicht weiß, ob das breitgetreten werden darf. Dennoch interessant und gut, wenn es auch tatsächlich Zustande kommt.

Gedanken-Tüdelüt (28): Die erste Bloggerbutze

Um nun aber vom Tagebuchstil abzuweichen: was hat die Bloggerbutze wirklich gebracht?

Zum einen natürlich, dass man endlich (mal wieder) die trifft, die hinter den Seiten stecken. Je nach Blogstil erfährt man recht wenig über die Menschen, was bei den meisten recht schade ist. Ich hab es nach dem Workshop bereits zu Line gesagt: keine Ahnung, ob wir jedes Mal Glück haben oder die Leute wirklich schlichtweg cool drauf sind – aber egal, welcher Gruppe wir beiwohnen durften, es hat jedes Mal unfassbar gut funktioniert.

Gedanken-Tüdelüt (28): Die erste Bloggerbutze

Zudem haben wir die eine oder andere Idee zumindest grob-entwickelt und die ersten Steine ins Rollen gebracht – ob daraus am Ende etwas entsteht, wird sich mit der Zeit zeigen. Ich wünsch es mir jedenfalls und hoffe, dass sich die Geschichte nicht so im Sand verläuft, wie es bereits andere getan haben. Aber man darf auch nicht vergessen: wir alle haben einen Sack voll an Arbeit, den wir jeden Tag mit uns rumschleppen – da finden neue Projekte nur spärlich Platz.

Gedanken-Tüdelüt (28): Die erste Bloggerbutze

Was ich mir gewünscht hätte

Ein bisschen mehr Fachlichkeit und Struktur. Wir Blogger neigen offenbar einfach dazu, mit Themen abzuschweifen und sabbeln. Das ist definitiv nicht verkehrt, aber so bleibt bei begrenzter Zeit dann doch eben nicht mehr viel über, dass „handfest“ ist. Da es hier nun allerdings das erste Mal war und auch keiner so richtig Bock auf Programm, Agenda und striktem Korsett hatte, auch wieder okay.

Was ich für mich mitgenommen habe

Großartige Menschen. Das ist so ziemlich das Wichtigste, wenn es darum geht, in der Gruppe etwas auf die Beine zu stellen. Außerdem, dass wir deutlich mehr Austausch brauchen, sei es nun in Sachen Technik, SEO, Fotografie oder auch Podcasting. Es muss gar nicht zwingend darum gehen, nach außen als Gemeinschaft aufzutreten oder gemeinsam irgendwas zu bauen oder zu machen. Aber der gemeinsame Austausch zu den Themen, das ist es, was meiner Meinung nach am meisten fehlt und was gefühlt an diesem Wochenende im Vordergrund stand.

Fazit

Ein sehr gutes Wochenende, was nicht zuletzt an den Menschen lag. Inhaltlich hätte es für meinen Geschmack mehr sein dürfen, vielleicht auch etwas mehr Struktur – bei der Themenvielfalt und der begrenzten Zeit war aber schlichtweg wohl nicht mehr drin. Diese Tage mit ihren verdammten 24 Stunden, die reichen einfach nicht. Ich bin gespannt, was sich in der Zukunft noch daraus ergeben wird und wenn auch nur ein Teil davon umgesetzt wird, hat es sich schon gelohnt. Hoffen wir, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird.

Nochmals vielen Dank an Melly, Shawty, Maik für die tolle Organisation und dass es somit überhaupt erstmal Zustande kam, genauso an Domino’s für das Pizza-Massaker und an Sonja & das Shalimar für das wohl herzlichste indische Restaurant, das ich jemals besucht hab.

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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