*hicks* Schmuss hier ausschdeign …

Ich hatte ja (Gott sei Dank) Freitag und Montag frei. Hab dadurch aber natürlich beinahe eine sehr nette Geschichte verpasst.

Das Ganze dreht sich um einen Bekannten. Nennen wir ihn einfach mal Patrick H. Auf jeden Fall gab es am Freitag eine Einweihungsfeier. Wie sich das zu solchen Anlässen gehört, wird mit Alkoholika nicht gespart.

*hicks* Schmuss hier ausschdeign ...

Sagt man zumindest, ich rühr das Teufelszeug ja nicht an. Abgesehen von Bier. Und Wein. Wodka. Whiskey. Also fast nicht.

Da aber so eine Wohnung recht schnell erkundet und dementsprechend langweilig wird und auch die Spirituosenauswahl ihre Grenzen schneller erreicht, als die deutschen Truppen Frankreich erreicht haben, ging die Truppe weiter Richtung Kneipe. Macht ja auch Sinn, schließlich muss man da nicht für Heizkosten blechen (wer in dieser Woche in Hamburg ist, wird genau wissen, was ich meine).

Biiiiiiiiiiiiiiiiiiis hier hin ist die Geschichte relativ langweilig. Nun kam ich also am Dienstag wieder ins Büro und hörte irgendwann auch den entscheidenden Satz:

Kennste schon die neueste Geschichte von Freitag?

Natürlich nicht, Mann! Ich war fernab von jeglicher Zivilisation – hatte schließlich Urlaub und bin nackt über die norddeutschen Wiesen gerannt.

Postwendend bekam ich einen Link mit folgender Meldung:

Haltestelle verschlafen, Notbremse gezogen!

Der 20-jährige Mann war mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof in Richtung Harburg unterwegs. Eigentlich wollte er an der Haltestelle Veddel aussteigen. Doch der Mann nickte ein und verpasste sein ursprüngliches Ziel.

Erst in der Station in Wilhelmsburg wachte er wieder auf und merkte, dass er zu weit gefahren war. Doch offenbar hatten sich die Türen da schon wieder geschlossen. Was tun? Um trotzdem noch aussteigen zu können, zog der 20-Jährige Veddeler einfach die Notbremse. Der Zugführer der S-Bahn informierte die Bundespolizei.

Die S-Bahn konnte ihre Fahrt mit sechs Minuten Verspätung fortsetzen, den 20-Jährigen erwartet nun ein Strafverfahren wegen des „Missbrauchs von Nothilfemitteln“.

[via]

Ach guck. Sachen gibts. Zieht sich durch die BILD-Zeitung und das Hamburger Abendblatt. Sogar die Polizei hat dazu ein bisschen Senf beizutragen:

BPOL-HH: Ausstieg verschlafen- Notbremse in der S-Bahn betätigt –

Hamburg (ots) – Ausstieg verschlafen- Notbremse in der S-Bahn betätigt –
Nach jetzigem Sachstand der Bundespolizeiinspektion Hamburg hat ein Hamburger (20) am 18.02.2011 gegen 23.08 Uhr ohne zwingenden Grund die Notbremseinrichtung in einer S-Bahn der Linie S 3 in der S-Bahnstation Wilhelmsburg betätigt. Der Triebfahrzeugführer (38) informierte die Bundespolizei über den Vorfall. Gegenüber eingesetzten Bundespolizisten gab der Beschuldigte an, dass er als Fahrgast in der S-Bahn den Ausstieg im S-Bahnhaltepunkt Veddel verschlafen hatte. In Wilhelmsburg betätigte der 20-Jährige daraufhin die Notbremseinrichtung um die S-Bahn zu verlassen.
Nach jetzigem Sachstand der Bundespolizei erhielt die betreffende S-Bahn durch diesen Vorfall eine Verspätung von sechs Minuten.
Gegen den Beschuldigten aus Hamburg-Veddel leiteten Bundespolizisten ein Strafverfahren (Missbrauch /Beeinträchtigung von Nothilfemitteln) ein.

[via]

Drei Mal darfste nun raten, wer dieser 20-jährige Bub war. Genau – der P.H. diese Flachpfeiffe.

Aber Dude, ich bin da ganz bei dir. Was soll man auch machen? Wachste auf, musst raus und die scheiß Bahn fährt einfach weiter. So geht das nicht! Und wenn man dann mal stolpert und sich fallend an den roten Haken festklammert … ja mein Gott, ist doch alles nicht so wild.

Ich hab die arme Sau auch direkt befragt, wie es denn dazu wirklich kam – man weiß ja, dass die einschlägigen Printmedien nicht mehr das sind, was sie anno 1804 noch waren – und bekam auch eine sehr ehrliche Antwort, die schlichtweg als Entschuldigung zumindest nach meinem Ermessen völlig ausreicht:

Ich war voll wie zwei Vikingerdörfer zusammen

Problem an der ganzen Sache dürfte nur sein – das Gesetz:

§145
Mißbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln
(1) Wer absichtlich oder wissentlich

1. Notrufe oder Notzeichen mißbraucht oder
2. vortäuscht, daß wegen eines Unglücksfalles oder wegen gemeiner Gefahr oder Not die Hilfe anderer erforderlich sei,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Damn! Kann also nicht ganz so locker gesehen werden, wie sich die scheiß Notbremse an diesem Abend verhalten hat. Was bleibt? Natürlich, wir spenden für die arme Wurst. Also kratzt gefälligst das letzte Kleingeld zusammen, bringt euern Pfand weg, damit ihr fleißig auf dieses Knöpfchen drücken könnt:




*hicks* Schmuss hier ausschdeign ...


 

Lasst uns Philipp retten .. wie hieß er noch mal? ;)

Und nein, ich hau die Pflaume nicht in die Pfanne, hab mich natürlich vorher vergewissert, ob ich den hier bringen darf – ich darf

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

Sag was dazu!

Kürzlich