Ich werde die Post fertig machen, ihren alten Arbeitgeber anrufen und herausfinden, warum sie gesessen hat und dann nie wieder Pakete verschicken – oder so

Ich werde die Post fertig machen, ihren alten Arbeitgeber anrufen und herausfinden, warum sie gesessen hat und dann nie wieder Pakete verschicken - oder so
@ karikatur-cartoon.de

Scheinbar hatte Jimmy vor einiger Zeit mega Struggle mit der Post, was mich dazu veranlasst, meine letzte Geschichte noch mal zusammengefasst zum Besten zu geben. Damit ich – endlich ich auch mal – einen epischen Shitstorm Richtung Briefversandsgeficke lostreten kann. Einen Papiertsunami vom Ausmaß des 30jährigen Krieges.

Idealerweise auch noch:

Wenn nichts von dir – du verdammte scheiß Post – kommt, verspreche ich dir, werde ich mit der Wahrheit rauskommen und zwar auf allen Kanaelen, die du dir nur vorstellen kannst. Ich werde Kontakt zu deiner Familie aufnehmen, insbesondere zu deinem Bruder. Ich werde deine ehemaligen Arbeitgeber kontaktieren, ich werde herausfinden warum Du gesessen hast und ich werde diese ganze Story wieder hochholen.

Hehe – ihr wisst schon …

Aber von Vorne gehts am besten los ..

Ich habe irgendwann kurz nach Weihnachten eine Schutzfolie für meinen Laptop bestellt. Die Dinger werden ja immer so schnell dreckig – also büschen Plaste drauf, schon lüppt dat und ist grafisch auch noch aufgewertet. Hat auch alles wunderbar geklappt, gibt ja schließlich genug Anbieter für solchen Stash.

Los ging der Ärger am 08.01. Denn da sollte das Paket, welches man in sämtlichen Monaten vorher einfach auf den Briefkasten im Haus gestellt hätte, bei mir ankommen. Dazu muss man wissen, dass ich in einem Mehrfamilienhaus wohne, Haufen kleine Gören und Plagen – es ist in etwa so wahrscheinlich den Papst dabei zu erwischen, wie er sich selbst den Arsch abwischt, wie in diesem Haus NIEMANDEN anzutreffen. Doch am 08.01 war das angeblich der Fall.

Nun gut, kann ja passieren, Postboten schmeißen in solchen Fällen eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten. Bei uns werden die Dinger teilweise auch einfach an die Haustür geklebt. Nicht am 08.01.

Denn erst am 11.01 hab ich in einem Briefumschlag (überleg dir das mal!) die Benachrichtigungskarte bekommen, dass ein Paket für mich bereit liegt. DREI VERDAMMTE TAGE SPÄTER! Per Brief. Alter ….

Alles kein Problem, ich bin da die Ruhe in Person, Servicedeutschland wird das schon richten, sind ja schließlich alles fähige Mitarbeiter bei dem gelben Unternehmen beschäftigt. Also die Hotline für 53€ die Millisekunde angerufen – man möge mir das Paket doch noch mal zustellen, muss ja arbeiten, da ich mir sonst keine Pakete mehr leisten kann und damit auch der Arbeitsplatz des Postboten obsolet wird. Mit Logik kommt man insbesondere bei weiblichen Angestellten am weitesten (Ironie ist hier zu Ende).

Wo liegt denn das Paket? Ach guck, in der Filiale in der Hellbrookstraße, na das ist ja kein Problem, das machen wir fertig, spätestens am Donnerstag (13.01) sollte das Paket dann bei ihnen sein.

Es war Freitag. 14.01. Kein Paket. Warum auch? Wer kann denn schon erwarten, dass die Post damit ihre Daseinsberechtigung untermauern sollte, indem sie Zustellung zu den jeweiligen Empfängern bringt. Kinder, ich bitte euch, denkt doch mal nach. Post und Zustellung – wir leben doch nicht auf dem Mond.

Also wieder angerufen – die Hotline kostete nun bereits 78€ pro Nanosekunde – und gefragt, was da los ist. Weiß man nicht. Soso. Na schauen wir doch mal nach. Oha, nun steht im Internet, dass die Lieferung in der Filiale im Überseering liegt. Hellbrookstraße, Überseering. Ich kann das verstehen, klingt doch alles gleich und wichtig ist ja nur Hamburg – der Rest ist alles ein Bums, wie im Ruhrpott. Kein Ding, ich bin da ganz bei euch.

Ja wir schauen ganz dringend nach, wo sich die Sendung befindet und spätestens am Dienstag (18.01) haben Sie dann auch endlich ihr Paket – versprochen.

Es war Mittwoch. 19.01. Kein Paket. Meine Haut färbte sich grün. Nochmals angerufen. Dieses Mal ließ ich mich nicht abwimmeln, ich wollte jemanden sprechen, der mir definitiv sagen kann, wo mein Paket ist und wie ich in Echtzeit erfahre, was mit meiner Sendung passiert. Anruf, Mail, Facebook, Twitter, Brieftaube – muss ja möglich sein im 21. Jahrhundert. Das Gespräch ging gute 7 Minuten hin und her, bis:

Ich: „Aber gute Frau, es muss doch jemanden geben, der weiß, wo mein Paket ist oder haben Sie mittlerweile schwarze Löcher zur besseren Stauraumnutzung eingeführt“
Sie: „Es tut mir leid – ich kann ihnen das leider nicht sagen, ich kann nur einen Auftrag an die jeweilige Filiale schicken und dort wird der Auftrag bearbeitet“
Ich: „Aber es muss doch möglich sein, dass man mich davon unterrichtet, was mit meinem Paket passiert“
Sie: „Wie gesagt, ich kann nur den Auftrag erteilen“
Ich: „Aber es muss doch jemand dafür verantwortlich sei … “
Sie: „Ich werde den Auftrag jetzt erteilen und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend“
Tuut Tuut Tuut

Diese ungevögelte, mit Hängetitten bis zu den Kniekehlen gesegnete und Halbglatze tragende Votze hatte tatsächlich einfach aufgelegt. Bei mir! Ich bin erschüttert wie man in Deutschland mit Prominenten bei der Post umgeht.

Natürlich wurde das Paket nicht gefunden und ging überspätet (die Post schickt sogar das Paket verspätet an den Absender zurück – ich bin so erschüttert wie Chile 1960) an den Lieferanten zurück. Die waren hingegen sehr cool und haben das ganze Ding ohne Aufpreis nochmals verschickt – allerdings dieses Mal direkt ins Büro.

Es ist Wahnsinn, was da für Idioten arbeiten. Ein Kundenservice ohne Intelligenz noch Fähigkeit, Probleme zu lösen. Zusteller, die zu doof sind, die richtige Benachrichtigungskarte zu benutzen noch auszuhändigen …. ich denke, dass ist der wissenschaftliche Beweis und Grund, warum wir beide Weltkriege verloren haben.

Und warum? Weil man abhängig von diesen Verbrechern ist. Los Taliban, macht euch nützlich, den Laden könnt ihr ruhigen Gewissens mit Flugzeugen torpedieren.

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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