Gadgets auf wihel.de - Was is hier eigentlich los https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Mon, 16 May 2022 04:54:39 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.9.3 Eine richtige Internet-Zeitmaschine https://www.wihel.de/eine-richtige-internet-zeitmaschine/ https://www.wihel.de/eine-richtige-internet-zeitmaschine/#comments Tue, 17 May 2022 10:52:30 +0000 https://www.wihel.de/?p=127939 Eine richtige Internet-Zeitmaschine | Was is hier eigentlich los?

Vor 20 Jahren hätte man vermutlich noch jemanden wenigstens auf dem Hocker zum Wanken gebracht (wenn schon reißen nicht klappt), wenn man von Zeitreise gesprochen hätte, aber mittlerweile wissen wir alle, wie „leicht“ das mit dem Internet doch geht. Gibt ja schließlich immer noch Seiten, die wie aus der Zeit gefallen scheinen und eigentlich Tabellen sind, irgendwo blinkt was ganz verrückt und all der neumodische Kram, den Webseiten normalerweise haben, ist noch Dekaden entfernt.

Überhaupt hat Zeitreise im Internet ja einen ganz anderen Stellenwert, denn schließlich vergisst das Netz nie – da geht es dann weniger um Physik oder technischen Kram als einfach nur einigermaßen okaye Recherche-Fähigkeiten. Und damit meine ich Googeln und wissen, wie man die Suchfilter richtig bedient. Und Zeit. Denn wer nichts vergisst, hebt viel auf und das muss man erstmal durchackern.

Dennoch ist es immer mal wieder spannend zu sehen, wie große Webseiten früher ausgesehen haben und witzigerweise gilt da oft genau das Gleiche wie beim Menschen: Es ist nicht verkehrt, dass diese Zeiten hinter uns liegen.

Dennoch, so mancher will nicht ganz von der Vergangenheit loslassen, schließlich war ja früher nicht alles schlecht™ und wenn man dann auch noch ein bisschen programmieren kann, kann selbst so eine Zeitreise noch mal aufgewärmt und ein bisschen cool verpackt werden.

Genau das hat der Science Elf gemacht, sich einen Raspberry Pi geschnappt, passendes Gehäuse dazu und ein bisschen was gecodet. Heraus kam eine „Maschine“, die Anfragen an Webseiten an die allseits bekannte Wayback-Maschine schickt und das Ergebnis dann zurück an den benutzen Computer.

Fühlt sich dann am Ende tatsächlich so an, als würde man wieder im Internet von früher unterwegs sein:

Setzt allerdings natürlich auch voraus, dass die gewünschte Seite tatsächlich in der Waybackmaschine gelandet ist.

Kann sich eigentlich noch jemand erinnern, wie das war, als wir alle plötzlich ins Homeoffice wechseln mussten? Ist ja auch immerhin schon mehr als zwei Jahre her. War für mich tatsächlich gar nicht so eine große Umstellung, weil wir bei uns auch schon vorher ab und an mal von zuhause gearbeitet haben – die Regelmäßigkeit war dann aber doch irgendwann spürbar.

Was aber vor allem spannend war: Mal zu sehen, wie die anderen so arbeiten. Viele Küchen und Wohnzimmer waren da zu sehen, teils aber auch schon richtige Arbeitszimmer. Und wenn man so darüber nachdenkt, haben viele auch ordentlich in ihre Arbeitsumgebung investiert, ich ja auch.

Was ebenfalls auffällig war: Wie sich die Leute über die letzten zwei Jahre in ihrem Verhalten geändert haben. Manche haben sich trotzdem erstmal so fertig gemacht, als würden sie zur Arbeit gehen (so wie das auch viele Ratgeber bis heute propagieren), andere wiederum begannen ein völlig neues, deutlich gemütlicheres Leben. Und auch ich hab diverse Wochen nicht mal mehr eine Jeans-Hose getragen, weil … wozu?

So war es dann auch nicht weit, bis ich abends noch mal spontan mit einem Kollegen gequatscht, aber vergessen hab, die Tür zum Arbeitszimmer zu schließen. Fiel mir dann ein, als der Call schon lief, ich aber noch allein war. Also fix aufgestanden, Tür geschlossen und es war passiert: Das Meeting begann und ich stand in Schlaf-Shirt und Boxershorts da. War in dem Moment auch egal, weil wir uns einfach gut verstehen, zeigt aber auch, wie die sonst üblichen Konventionen für Meetings und zwischen Kollegen sich doch verschoben haben.

Spätere Schlagzeilen haben dann aber gezeigt, dass ich damit nicht alleine war, so mancher Reporter trug die Anzugmontur auch nur über der Gürtellinie, der eine oder andere nahm gar vom Klo aus an Meetings teil und noch viel Absurderes ist passiert, auf das wir nicht mehr eingehen müssen.

Scheinbar gibt es aber noch immer genug Menschen, die einfach vergessen, dass sie keine Hose tragen und für die hat Everything Is Hacked jetzt einen Filter gebaut, bei dem das egal ist:

Natürlich noch ausbaufähig, aber irgendwie auch … wild? Wobei es vermutlich einfach grundsätzlich besser ist, wenn man seine Hose einfach nicht vergisst. Also generell.

Schaut man sich die Spritpreis-Entwicklung wieder an, gibt es eigentlich keine Frage: Jeder sollte sich ein Stromauto kaufen. Das Problem aber nach wie vor: Die Ladeinfrastruktur ist alles andere als okay und ich bleib weiterhin bei meinem aktuellen Standpunkt: Wer kein Eigenheim hat, ist aufgeschmissen (zumal es ja genug Idioten gibt, die Ladesäulen sinnlos blockieren).

Ich hab dazu auch mit einem Kollegen letzte Woche ein bisschen länger gesprochen, nicht zuletzt weil der aktuell sehr scharf auf Tesla ist. Kann ich verstehen, in gewisser Weise ist da die Vorreiterrolle noch weiterhin existent und die üblichen Argumente wie Spaltmaße und gehäuften Rückrufe sind halt auch ziemlich ausgelutscht (wenn auch immer noch existent). Aber wie er schon sagte: Bei Tesla geht es vor allem auch um Software. Hat er recht, auf der anderen Seite muss man auch kritisch hinterfragen, ob man das tatsächlich braucht und die Makel ausgleicht.

Ich bin da aber auch ehrlich und hab mich mit dem ganzen Thema noch so gar nicht auseinander gesetzt. Fest steht dennoch, dass da in den nächsten Jahren ein Wechsel kommen muss, natürlich immer mit der Hoffnung, dass sich an Qualität, Ladeinfrastruktur und Preisen noch einiges zum Positiven ändert. Denn Fakt ist auch: Die Wenigsten können sich mal eben einfach so einen Neuwagen leisten.

Außerdem: Mir geht Elon Musk mittlerweile richtig auf den Sack. Nicht, dass er mein Leben gerade erheblich beeinträchtigen oder anderweitig berühren würde – aber diese Omni-Präsenz mit diesem Hauch von „reichem Typ ist einfach langweilig und weiß nichts mit sich anzufangen“ … Alter. Als ob wir nicht schon genug Probleme hätten. Wenn er wirklich anerkannt und als der geile Macker wahrgenommen werden will, dann vielleicht einfach mal da ansetzen?

Wie dem auch sei, jedenfalls haben die Real Life Guys sich einen Tesla genommen und zu einem Offroad-Irgendwas umgebaut. Warum? Weiß ich nicht, vermutlich, weil sie es können. Und insgesamt wirkt das auch alles komisch, weil das halt so gemacht ist, wie man das aus englischen „Wir bauen irgendwas Beklopptes“ Videos kennt, aber eben auf deutsch ist. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu alt für sowas:

Dürfte allerdings mächtig auf die Reichweite drücken …

Es gibt so Dinge im Erwachsenen-Leben, bei denen einem vorher auch keiner sagt, dass sie unfassbar schwer sind. So schwer, dass maximal 1% der Menschheit diese Probleme lösen konnten. Die Rede ist natürlich … von Deckenlampen. Und Couchtischen. Und Küchenuhren. Und allen anderen Dingen, die super unscheinbar sind, wenn man da aber mal länger drüber nachdenkt, leben alle Menschen eigentlich nur mit Kompromissen.

Zum Beispiel unsere Küchenuhr: Ich wollte immer eine haben, bei der der Sekundenzeiger so smooth und lautlos einfach dahingleitet. Gleichzeitig eher unauffälliges Design und dennoch die Möglichkeit, jederzeit die Uhrzeit perfekt ablesen zu können.

Haben wir natürlich nicht. Zwar gleitet bei unserer auch der Sekundenzeiger smooth dahin, aber das Ablesen der Uhrzeit ist nicht ganz einfach, weil diese kleinen Striche für die Minuten fehlen. Ich weiß also immer, dass es kurz nach halb oder ein Stück über Dreiviertel irgendwas ist, was die Uhr halt beinahe zum Deko-Artikel degradiert.

Noch schlimmer sind Deckenlampen. Auf dem ganzen Planeten gibt es weder für Küche noch Wohnzimmer Deckenlampen, die ich wirklich gut finde. Und wenn dann doch mal was da ist, was man tolerieren kann, dann ist es schweineteuer. Ich mein, wir reden hier von Licht, das gibt es die meiste Zeit des Tages umsonst. Es scheint aber ein Unding zu sein, eine Lampe herzustellen, die sowohl ausreichend Licht für praktisches Arbeiten als auch Gemütlichkeit erzeugt und dabei designtechnisch eher unscheinbar ist.

Couchtische – gleiches Spiel. Entweder man stellt sich was hin, was gut aussieht, aber absolut unpraktisch ist oder man hat was Praktisches, was einfach nur dämlich aussieht. Wir alle kennen ja die IKEA-Lacktische, die wir alle mal besaßen … Wir haben mittlerweile zwei kleine Tische, die man so ein bisschen ineinander stellen kann. Optisch gar nicht schlecht, aber unpraktisch wie Sau, vor allem weil ein Tisch immer mit Deko-Zeug zugestellt ist.

Und auch hier gibt es einfach nichts, was den Geldbeutel schont und alle Anforderungen abdeckt. Ein Leid, das auch Get Hands Dirty kennt, nur dass sie handwerklich deutlich geschickter ist als ich und sich daher einfach einen Couchtisch selber baut:

Ich bin sehr neidisch.

Eigentlich ist es egal, mit wem man spricht, aber alle sind sich irgendwie einig: Entwickler sind manchmal sehr komische Menschen. Sicherlich nicht alle, aber der Großteil ist in manchen Belangen mindestens verhaltensauffällig und schaut man sich die vermeintlich größten Köpfe mal genauer an, kann man nicht anders sagen als: stimmt.

Sowohl Zuckerberg als auch Musk und bis zu einem gewissen Grad auch Jobs … alle irgendwie, irgendwann faszinierend, aber leicht einen an der Waffel habend. Und vielleicht muss das auch so sein, weil Innovation und Kreativität auf der anderen Seite nur existieren können, wenn man irgendwo Abstriche macht – und sei es eben in sozialer Kompetenz oder schlichtweg das, was die breite Masse an normal empfindet. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass wir zumindest bei uns in der Firma immer sagen, dass Entwickler irgendwo auch immer ein bisschen Autisten sind.

Natürlich muss man damit vorsichtig sein, um niemanden vor den Kopf zu stoßen, besonders wenn man gar nicht weiß, was Autismus eigentlich ist. Allerdings kann man da vermutlich auch nur den wenigsten einen Vorwurf machen, denn Autismus ist letztendlich ein Sammelbegriff für zahlreiche, tiefgreifende Entwicklungsstörungen und die können sehr vielfältig ausfallen. Wikipedia hat dazu einen recht umfassenden Artikel, den ich nicht mal ansatzweise hier zusammenfassen kann, was letztendlich auch nur wieder zeigt: Ein unfassbar komplexes Themenfeld.

Nachfolgend gibt es dennoch mal einen Erklärungsversuch, der vor allem ganz gut funktioniert, weil man mittels VR zumindest etwas versucht, das nachzuempfinden, woran Autisten leiden können:

You or someone you know may have autism. Dr Chris and Dr Xand of Operation Ouch find out what that feels like.

Nugget is a goldmine of some of the best TV shows, great for kids to learn and laugh outside of school. From crazy and weird science facts to mind-blowing magic tricks! Subscribe to be the first to see full episodes, clips and compilations from Operation Ouch, Art Ninja and more!

Spannend und schade, dass der VR-Part so kurz ausgefallen ist. Sowas hilft ja immer ganz gut, um besser verstehen zu können.

Wir alle wissen vermutlich: Es gibt sehr viele innerstädtische Einrichtungen und Ideen, die auf den ersten Blick gut gemeint sind, einem aber auch das Leben nicht so leicht machen, wie sie es leicht machen könnten.

Fahrkartenautomaten sind da vermutlich das beste Beispiel, weil sie an sich total gut sind, kann sich doch jeder seinen Fahrschein selber ziehen und muss nicht den Fahrer belästigen oder hoffen, dass ein Schaffner mit an Bord ist. Und dann auch noch gute Laune hat, obwohl man nicht mit EC-Karte bezahlen kann.

Allerdings muss man auch erstmal das Glück finden, dass man einen funktionierenden Automaten findet und selbst dann hat man es noch nicht ansatzweise durch die vermutlichste user-unfreundlichste Menüführung der Welt geschafft (gilt für alle Fahrscheinautomaten in Deutschland). Wer Glück hat, schafft es gerade noch, bevor Bus und Bahn davon fahren, ich hab aber auch schon von Menschen gehört, die ihr gesamtes Leben in einem Automatenbestellvorgang verbracht haben und „wenn sie nicht gestorben sind, noch immer versuchen, einen Fahrschein zu kaufen“

Dabei braucht es sehr oft gar nicht sehr viel, um noch eine ganze Ecke mehr Lebensqualität aus vielen Dingen herauszuholen. Die Rede ist natürlich von den klassischen kleinen Details, die etwas Gutes erst zu etwas Besonderem machen. Zum Beispiel … ich hab gar kein Beispiel. Daran sieht man auch direkt, dass es von genau diesen Details eigentlich viel zu wenig gibt.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, denn drei Studenten des Les Ateliers-Paris Design Institute haben genau dafür das Projekt Fabrique | Hacktion ins Leben gerufen. Und ein paar kleine Hacks in der Stadt platziert, die für etwas mehr Komfort und Lebensqualität sorgen. Auch bei Fahrscheinautomaten:

Receptacle for coins for public coffee machines. Brilliant idea!

Improved train ticket machine. A simple trapezoid makes travellers check from a long distance if the machine works.

Simple hanger on a wall.

Gluing sticker that indicates the way to the closest bike rental station.

Hand charger for mobile phones in a phone box.

Little table for garden chairs.

Holder for newspapers in a subway train. Read and share with other passengers!

Sharing ticket box for used but still valid tickets in Berlin subway.

Hilft zwar nicht beim Bestellvorgang selbst, aber insgesamt sind da gefühlt alle Ideen einfach nur gut und schreien nach Nachahmung.

Zwei Dinge fallen mir zu der nachfolgenden Nummer ein:

Vor ein paar Wochen hatten wir ein Team-Event. Nicht selbst im Team, sondern die Teamleads unter sich und wie sich das für echte Männer gehört, stand da natürlich das Zocken von irgendwelchen Shootern im Mittelpunkt – also das komplette Gegenteil von dem, was wir im Team häufig machen.

Counter Strike sollte es hauptsächlich sein und ich ahnte schon im Vorfeld, dass das eher wenig Team-bildend ist, weil man sich halt einfach nur über den Haufen schießt. Was ich dabei aber vor allem lernen durfte: Ich bin richtig schlecht in Sachen Shootern geworden. Reaktionszeit wie ein Bierdeckel, Feinmotorik gar nicht vorhanden – es war ein Trauerspiel.

Und neulich hatten wir eine recht intensive Diskussion abends, als ich seit langem mal wieder im Büro war, Thema: Cheating in Spielen. Nicht wirklich gegen andere Spieler, aber gegen das Spiel selbst. Denn wie sich herausstellte, gibt es jemanden in meinem Team, der sich seiner Programmierkenntnisse behilft und in einigen Spielen automatisch farmt. Normalerweise sollen Spieler da selber Zeit oder noch lieber viel Geld investieren, um sich Vorteile gegenüber anderen Spielern zu holen. In diesem Falle helfen aber Scripts und andere Tools, die so eigentlich nicht erwünscht sind.

Für beide Geschichten gibt es nun aber Abhilfe bzw. „nächste Evolutionsstufe“: Ein Roboter, der für einen selbst die Maus bewegt. Software-seitig nennt man sowas Aimbot und wird überhaupt nicht gern gesehen, hardware-seitig vermutlich auch, aber ist deutlich schwerer zu erkennen.

Dennoch hat sich Kamal Carter der Aufgabe gestellt und genau sowas gebastelt, dass erstaunlich gut zu funktionieren scheint:

Auf der anderen Seite nimmt das natürlich jeglichen Spaß am Spiel, gerade weil man hier dann eigentlich gar nicht mehr so wirklich selber spielt und das klassische Erfolgserlebnis durch die eigenen Leistung ausbleibt. Dennoch beeindruckend.

Ich bin in meinem Leben nur ein Mal Go-Kart gefahren, was so vor irgendwas um die 10 Jahre der Fall gewesen sein muss und was soll ich sagen? Hab bis heute noch Muskelkater davon in den Armen.

Ist natürlich großer Quatsch, aber ich kann mich noch gut an die zwei Tage nach diesem Team-Event erinnern, das hatte es schon in sich. Das Witzige ist, dass man das während oder nach dem Fahren gar nicht so merkt, weil man halt auch vollgepumpt mit Adrenalin ist und das einfach sehr viel Spaß macht. Ich muss aber auch sagen, dass da teilweise nicht viel mit Überholen ist, zumindest wenn die Strecke relativ eng ist (und man selbst wie ich einfach super amateurhaft fährt)

Das ist dann vermutlich auch der Grund, warum ich selber nie die Initiative ergriffen und noch mal gefahren bin. Macht halt Spaß, danach bist du aber zerstört. So ein bisschen wie Saufen, das hat früher auch einfach alles besser funktioniert, zerstört mittlerweile aber ganze Wochenenden.

Gänzlich mir unbekannt, aber nicht minder spannend: Superkarts. Das sind quasi Go-Karts, nur eben für Erwachsene, quasi eine Weiterentwicklung von dem, was man seinen Kindern noch zumuten kann. Der größte und offensichtlichste Unterschied: So ein Superkart hat ein aerodynamisches Bodykit, wodurch auch schon klar wird, dass da deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich sind.

Die 100 km/h erreicht man in um die 3 Sekunden, 250 km/h sind in der Spitze drin und bei 160 km/h steht man in 2 Sekunden komplett still. Entsprechend vergnügt man sich in der Regel auch nicht auf irgendwelchen kleinen Kart-Strecken, sondern fährt ordentliche Distanzen – das alles natürlich immer relativ dicht am Boden und ohne größeren Schutz um sich herum.

Sieht dann letztendlich einfach so aus:

Bestes Fazit dazu, dass ich irgendwo als Kommentar gelesen hab: „Scheint lebensgefährlich spaßig zu sein.“

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Der Prototyp des Commodore C65 in Aktion https://www.wihel.de/der-prototyp-des-commodore-c65-in-aktion/ https://www.wihel.de/der-prototyp-des-commodore-c65-in-aktion/#comments Thu, 28 Apr 2022 10:38:46 +0000 https://www.wihel.de/?p=126366 Der Prototyp des Commodore C65 in Aktion | Was is hier eigentlich los?

Vor vielen, vielen Jahren hatte ich mal einen C64. Kennen nur noch die Wenigsten, weil das schlichtweg einer der ersten Computer überhaupt war, die man für Geld erwerben konnte und den man mit heute gar nicht vergleichen kann. Oder man kann es doch, aber es wäre einfach nur absurd, denn mittlerweile haben wir einfach an Vielfaches an Power und Möglichkeiten in der Hosentasche.

Als kurzer Vergleich: Der C64 hatte 64 KB Arbeitsspeicher, mein aktuelles Macbook besitz 32 GB. Sofern ich in Mathe nicht völlig abgekackt hab, sind das also 524.288 C64, die darin werkeln, beim iPhone reden wir noch immer von 65.536 Stück. Eine Zahl, die niemand wirklich begreifen kann – aber der Vergleich ist auch unfair, schließlich wurde der C64 vor 40 Jahren zur Welt gebracht.

Was ich damit vor allem aber verbinde: Schlechte Computerspiele, die damals einfach super gut waren und meine ersten Erfahrungen mit Programmierung. Das war natürlich nur absoluter Dulli-Kram und so richtig weiß ich gar nicht mehr, was ich damit gemacht hab – aber es war cool.

Letztendlich bin ich aber doch kein Entwickler geworden, freu mich aber dennoch, wenn ich mal wieder irgendwo einen C64 sehe. Oder sogar einen C65, den ich bis vor Kurzem noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Ist aber nicht mein Fehler, denn das Ding kam nie über einen Prototypen-Status hinaus, nicht zuletzt weil parallel der Amiga 500 ordentlich Gewinne abwarf.

Umso schöner, wenn man doch mal so ein Teil in Aktion sieht:

Um den eigenen 16-Bit-Heimcomputern, allen voran dem Amiga 500 sowie dem Amiga 500 Plus, keine gewinnmindernde hausinterne Konkurrenz zu schaffen, wurde jedoch schließlich seitens des Herstellers auf eine Markteinführung des intern als C64DX Development System bezeichneten Rechners verzichtet. Daher ist der C65 nie über das Planungsstadium hinausgekommen und es existieren nur wenige Prototypen, die aufgrund ihrer Seltenheit sowie der Bedeutung des Vorgängermodells für die Geschichte der Heimcomputer heutzutage einen hohen Sammlerwert besitzen.

Lang, lang ists her …

Es wird noch mal technisch, aber dieses Mal geht es nicht um Kabel, sondern etwas, mit dem wir alle was anfangen können: Stifte. Ich hab ja alle paar Monate immer einen Rappel und nehm mir fest vor, ein analoges Notizbuch zu nutzen. Dafür wird natürlich immer ein Neues angeschafft, weil man ja clean beginnen will – ich hab sogar eine eigene Schublade nur für Notizbücher.

Das hält dann immer ein paar Wochen an, aber dann kommen wieder Situationen, in denen ich doch digital irgendwo was hinschreibe und der Bann bzw. Vorsatz ist gebrochen und über den Haufen geworfen.

Deswegen dachte ich, dass es ja ganz cool ist, wenn ich analog und digital verbinde. Hab ja hier ein iPad und bin auch gar nicht so abgeneigt von diesen E-Reader-ähnlichen Notiztools, die man für viel Geld kaufen kann. Das Problem aber: Beim iPad kostet der Stift eine ganze Stange Geld und zusammen mit den anderen Dingern bindet man sich an irgendeinen Software-Kram, der dann wieder nicht kompatibel mit meinem Notiz-Programm ist. Oder vielleicht doch, aber nur über Umwege.

Unabhängig davon gibt es aber auch ein ganz anderes Problem: Das Finden eines vernünftigen Stiftes. Ich hab schon diverse gute Stifte im Leben gehabt, die aber immer mit Ausgehen der Tinte / Farbe nie so richtig gleichwertig ersetzt werden konnten. Es hat auch lange gedauert, bis ich begriffen hab, dass hier vor allem die Mine eine wichtige Rolle spielt – aber die sind genauso schwer zu finden, wie gute Stifte an sich.

Gut zu wissen immerhin: Auch im Feld von Stiften macht der Fortschritt keinen Halt und gerade japanische Fabrikate sind durchaus extrem durchdacht und bringen Features mit, die man selbst gar nicht auf dem Schirm hatte.

Wusste auch gar nicht, dass hier vor allem Japan Vorreiter ist. Wobei das ja auf der Hand liegt, Japaner leben einfach in vielen Bereichen schon im Jahr 3000.

Es wird ein bisschen technisch und ich gebe direkt auch zu, dass ich nur bedingt Ahnung vom Thema hab. Das liegt noch nicht mal an meinem limitierten Gehirn, sondern auch sehr stark daran, dass es einem die Hersteller oft nicht leicht machen.

Nehmen wir als Beispiel mal HDMI. Da gibt es allein insgesamt je nach Betrachtungsweise 13 verschiedene Versionen, bei allen sieht der Stecker gleich aus. Und an sich wär das auch gar nicht so schlimm, würde man denn einfach draufschreiben, welche Version denn das Kabel ist – im Zweifel greift man einfach zur höchsten Nummer und ist auf der sicheren Seite … aber so einfach ist das nicht.

Denn auch bei den Versionen herrscht Uneinigkeit. Hat man noch relativ logisch mit Version 1.0 angefangen und 1.1 bzw. 1.2 weitergemacht, kam direkt danach schon Version 1.2a. Bei Version 1.3 haben sich zum a auch noch b und c hinzugesellt, bei Version 1.4 wird auf das c wieder verzichtet …

Und sowas hat man nicht nur bei HDMI, sondern auch USB und Co – insofern ist es durchaus nachvollziehbar, dass Apple irgendwann mit Lightning um die Ecke kam, damit einfach sein eigenes Ding gemacht hat und daran auch seit längerem festhält, auch wenn die Rufe nach USB-C lauter werden. Wobei man sich da auch ins eigene Fleisch geschnitten hat, denn so manches Gerät – Stichwort iPad – zeigt ja, dass es auch mit USB-C geht.

Viel mehr noch: Mit dem aktuellen Thunderbolt 4 Kabel zeigt Apple sogar, dass man ziemlich genau weiß, was man da macht und welche Standards man auch in diesem Bereich setzen kann. Das betrifft nicht allein den Preis, denn mit 149 Euro für 1,8 Meter Länge ist das durchaus eine Ansage, die aber scheinbar qualitativ untermauert wird:

Fun Fact übrigens: Bei den neuen M1 hat sich der Ladestecker ja wieder verändert und ich dachte bis letztes Wochenende schon, dass ich mir da noch mal einen zweiten zulegen müsste (ich hab immer zwei, einen für Zuhause, einen fürs Büro). Bis Line dann einfach mal den USB-C-Stecker vom alten Macbook reingesteckt und damit geladen hat … oft sieht man den Wald vor lauter Kabeln nicht mehr …

Das auf dem Bild, liebe Kinder, ist nicht etwas das Speichersymbol aus einem 3D-Drucker, das ist eine Diskette. Auf der haben wir früher unsere Daten gespeichert, Spiele gekauft und ganze Betriebssysteme für die Ewigkeit festgehalten. Wobei Ewigkeit war damals auch nur so lang, bis die Disketten im Arsch waren.

Einige unter uns werden die Dinger sicherlich noch kennen, auch wenn ich eher zu der Generation gehöre, die sich die Schubladen mit CDs und CD-Rohlingen vollgestopft hat. Internet gab es damals noch nicht, zumindest nicht in einer Form, dass man damit brauchbar Daten hin- und her verschicken konnte und Streaming war weder zu denken, noch war die Infrastruktur dafür auch nur ansatzweise brauchbar.

Wollten wir Multiplayer spielen, haben wir unsere Monitore und Rechner zu Freunden geschleppt – da war aber nix mit Flachbildschirm und Laptop, da musste Vaddern noch mit dem Auto mithelfen. Das war krass! Hat aber auch jede Menge Spaß gemacht, weil wir letztendlich wie die Höhlenmenschen gehaust haben, dafür aber mit Tastatur und Maus.

Dennoch, eine Box mit Disketten hatte ich noch sehr lange, denn so eine CD kann zerkratzen, aber eine Diskette war beinahe unzerstörbar, zumindest wenn man damit keinen Schabernack getrieben hat.

Genau hinter dieser Robustheit steckt deutlich mehr Gehirnschmalz als man vermuten kann. Denn der Vorgänger, die 5,25 Zoll Disketten waren auch nicht wesentlich schlechter, aber eben instabiler. Da reichte es schon, dass man beim Beschriften zu viel Druck ausübte und das Ding war hinüber.

Ein genauerer Blick auf die Details der Diskette, wie wir sie zuletzt kennenlernen durften:

Und manchmal denk ich mir, dass der ganze Onlinekram mit Cloud und Co. schon ziemlich nett ist, aber Speichermedien Zuhause … sich immer noch sicherer anfühlen.

Dass das Internet nicht rein ein guter Ort ist, sollte hinlänglich bekannt sein, dafür sind die Ecken, an denen man sich Beweise dafür abholen kann, mittlerweile äußerst prominent. Ein Blick Richtung Facebook, aber auch Instagram und Twitter reicht da schon.

Was nicht heißen soll, dass es im Netz nur schlechtes gibt – viel mehr ist es wie in der Welt außerhalb des Netzes: Man muss halt aufpassen, wo man sich hinbewegt und mit wem man sich umgibt. Arschlöcher gibt es überall, sowohl analog als auch digital.

Wer allerdings ein Paradebeispiel für das wirklich schlechte im Internet sucht und auch welche Folgen daraus entstehen können, der schaut sich einfach mal die Geschichte des Drachenlords retrospektiv an. Ein Beispiel, dass auch ganz deutlich zeigt, wie die Grenzen verschwimmen und wie dumm der Mensch ohne triftigen Grund, aber angestachelt durch Massen agieren kann. Ein Beispiel dafür, wie furchtbar auch der Staat jüngst versagen kann. Und ein Beispiel, wie selbst das Opfer nicht in der Lage ist, zumindest ein wenig in Richtung Schlichtung zu handeln.

Soweit ich das mitbekommen hab, sollte es langsam in der Gesamtgemengelage ruhiger geworden sein, zumindest hat Rainer Winkler sein Elternhaus aufgegeben und somit seinen Hatern ein wenig Angriffsfläche genommen haben. Wobei so ein Leben aus dem Auto heraus auch alles andere als erstrebenswert ist. Und wenn ich nicht komplett falsch liege, hat auch die Justiz endlich mal klein beigegeben und das letzte Urteil einfach akzeptiert, weil es vermutlich schlichtweg das Beste für alle Beteiligten ist.

Und doch werden wir wohl noch in den nächsten Jahren immer mal wieder über den Drachenlord reden, sowas ist halt nicht von heute auf morgen dabei. Schon gar nicht, wenn teilweise richtige Obsessionen daraus entstehen. Auch dafür ein kleines Beispiel: Die Drachenschanze vom Drachenlord als Miniaturmodell.

Auf der einen Seite beeindruckend, womit Menschen ihre Zeit verbringen, auf der anderen Seite … sollte man es wirklich gut sein lassen.

Nachdem wir ja nun erfolgreiche Hausbesitzer sind (und trotzdem aktuell noch zur Miete wohnen, mehrere Monate auf den Umzug warten müssen und auch sonst eigentlich alles beim Alten ist – abgesehen davon, dass jede Menge Geld auf dem Konto fehlt und wir faktisch Schulden haben), sind direkt mehrere Dinge lebensverändert in Stein gemeißelt:

Wir werden nie wieder ein freies, komplett zum Rumgammeln verfügbares Wochenende haben. Schon gar nicht am Anfang, aber selbst wenn wir dann einigermaßen alles eingerichtet und zurecht gerückt haben, ist da ja noch das Grundstück, dass in Schuss gehalten werden will. Ein bisschen Bock hab ich da schon drauf, befürchte aber, dass wir nicht ansatzweise wissen, was wir uns da ans Bein gebunden haben.

Größere Anschaffungen sind erstmal passé, weil so ein Haus auch erstmal abbezahlt werden will – an sich okay, aber so manche Anschaffung will dann eben doch getätigt werden. Ich will nicht sagen, dass wir am Hungertuch knabbern, aber ich werd die Zeit vermissen, in denen wir einfach gekauft haben, wenn es nötig war und wir eben nicht wild rumrechnen mussten.

Wir werden jede Menge fancy Gadgets kaufen (müssen), weil jetzt eben deutlich weniger, bis keine Nachbarn da sind, die mal ein Auge auf Wohnungs- bzw. Haustür werfen. Da wir ohnehin nicht großartig durch die Weltgeschichte reisen, ist das auch gar nicht so sehr nötig – aber so einmal im Jahr Urlaub machen will man schon. Und dann das Haus komplett allein zurücklassen, birgt ein gewisses Risiko.

Zumal, 100%ige Sicherheit gibt es ohnehin nicht – im Prinzip kann man nur gewinnen, wenn man es potentiellen Einbrechern so schwer wie möglich macht. Heißt also: Minenfeld und Burggraben inkl. Krokodilen. Wäre zumindest so meine erste Idee.

Oder wir schaffen uns einfach einen Safe an, der einem den letzten Nerv raubt, selbst wenn man weiß, wie man ihn öffnet – so wie der nachfolgende, der aus dem 18. Jahrhundert stammt und alles andere als leicht zu öffnen ist:

Hilft dann letztendlich auch beim Sparen, denn aufs Öffnen muss man definitiv erstmal Bock haben.

Erinnert sich noch jemand an die Menschen aus Wall-E? Bei dem Film gings ja eigentlich um … ja, worum gings eigentlich? Gesellschaftskritik? Romanze zwischen zwei künstlichen Intelligenzen? Oder war das einfach nur ein Appell an Kids, dass Aufräumen total Sinn macht, weil dann wieder Pflanzen im eigenen Kinderzimmer sprießen können? So rückblickend ziemlich wischi-waschi bei dem Film.

Worauf ich aber hinaus wollte: Die Menschen im Film waren alle fett. Und irgendwie auch faul, was einfach daran lag, dass immer mehr Komfort in deren Leben eingezogen hat. Am Ende sind dann alle nur noch liegend auf irgendwelchen Betten umhergeschwebt, haben die Erde komplett vollgemüllt zurückgelassen und konnten nicht mal mehr auf den eigenen Beinen stehen. Außer der Käpt’n, der hats als erster geschafft, aus diesem selbstgebauten Gefängnis auszubrechen – is aber halt auch der Käpt’n.

Die sowohl gute als auch gleichzeitig schlechte Nachricht: Wir kommen der Sache aus dem Film immer näher. Also der Zerstörung der Erde ohnehin, aber vor allem diesen Betten, aus denen man nie wieder aufstehen muss.

Und ich muss ehrlich zugeben, ich find das ein bisschen geil. Ich bin ja schon großer Fan vom Sitzen, Sitzen mit Füße hoch ist noch besser, aber nach einem anstrengenden Tag in der Horizontalen liegen – das ist einfach das Beste, was der Mensch in den letzten Jahren erfunden hat. Zum Glück haben wir die Zeit, in der wir uns schlafend in die Ecke gestellt haben, schon lange hinter uns gelassen.

Die Besonderheit bei dem Electric Gaming Bed: Man kann sowohl Rückenpartie als auch die Beine bzw. Füße individuell einstellen und so eben schlafen, aber auch daddeln oder einfach nur normal arbeiten.

Klickt man auf den Kaufen-Button, kommt man warum auch immer zur japanischen Amazon-Version, wo das Ding für knappe 500€ gelistet, aber aktuell nicht verfügbar ist. Wer es mit Matratze zusammen haben will, muss knappe 630€ hinblättern – und einen Weg finden, wie das Ding dann zu ihm geliefert wird.

Und ja, wir verschweigen hier bewusst, dass es ähnliches schon in Krankenhäusern gibt und ganz eigentlich wenig innovativ ist. Kommt ja schließlich aus Japan und die leben schon im Jahr 3000, während wir noch in 2022 fest hängen.

Mittlerweile schauen wir recht regelmäßig viele Dokumentationen, wobei ich nicht mal sicher bin, ob die Beschreibung hier wirklich zutrifft. Der NDR nennt es halt Dokumentation, aber ob man diverse Themen wirklich in knappe 30 Minuten ausreichend vorstellen und Einblicke geben kann … ich würd das bezweifeln. Was nicht heißt, dass es nicht lehrreich ist, nur erscheint mir der Begriff Dokumentation dafür ein bisschen zu hoch gegriffen.

Jedenfalls hab ich etwas länger darüber nachgedacht, warum das bei uns mittlerweile der Fall ist. Schließlich kann keiner davon reden, dass wir unbedingt schlauer werden wollen, dafür sind die Themen dann doch zu breit gefächert und nichts davon geht so wirklich radikal in die Tiefe – geschweige denn dass irgendwas davon so wirklich hängen bleibt.

Aber mittlerweile ist es so, dass gute Serien recht rar gesät sind. Für Filme reicht oft nicht die Zeit und häufig wollen wir auch nur die Zeit zwischen jetzt und „Nachrichten gehen los“ überbrücken – da ist nicht viel Platz für große Episoden, Filme oder sonstigen Kram, der einfach mehr Zeit braucht. Auch bei uns macht die klassische Entwicklung von „alles muss schneller und kürzer“ nicht Halt, wobei das (hoffentlich) weniger mit der allgemeinen Fähigkeit Aufmerksam zu bleiben zu tun hat.

Und natürlich vermeiden wir dabei schwierige Themen, denn die kommen dann in den angesprochenen Nachrichten ohnehin. Das ist mittlerweile so schlimm, dass ich letzte Woche einen Tag hatte, der arbeitstechnisch so anstrengend war, dass ich die Nachrichten am Abend gar nicht erst ertragen und somit einfach geskipped hab. Witzigerweise hab ich an dem Abend aber einen Clip von Denzel Washington in irgendeinem Feed gehabt, in dem er erklärte, warum er keine Nachrichten schaut: Wer keine Nachrichten schaut, ist uninformiert. Wer Nachrichten schaut, ist im Zweifel desinformiert (was an dem Abend gepasst hat, finde die Haltung dennoch mindestens diskutabel).

Sonntag haben wir also wieder gesucht, was wir gucken könnten und ich hätte gern eine Doku über die Herstellung von Asphalt gesehen. Ich mein, davon gibt es ja eine Menge und wir alle nutzen und teils profitieren davon – da kann man sich auch mal anschauen, wie der eigentlich gemacht wird. Allerdings hatte Line darauf wenig Lust. Ich weiß nicht mehr, was wir stattdessen geschaut haben, aber es zeigt mal wieder: meine Liebe für Alltagsdinge und deren Hintergründe scheint größer als bei meinen Mitmenschen.

Und das trifft mit Sicherheit auch auf Knöpfe zu – aber vielleicht findet das ja jemand von euch auch so spannend wie ich:

Übrigens: Knopf mit Knopfloch war laut Wikipedia eine Erfindung aus dem 13. Jahrhundert – aus Deutschland. Herzlichen Glückwunsch, wir sind die Nation, die Löcher erfunden und damit die Welt verbessert hat. Juhu!

Keine Sorge, ich wärm jetzt nicht die Geschichte zwischen LEGO und diesem Youtuber auf (Herr der Steine?), bei dem es wie so oft um einen recht sinnfreien Rechtsstreit geht. Ich hab das ehrlicherweise auch gar nicht genug mitbekommen um da was sagen zu können, außer: So groß wie das geworden ist, war das mit Sicherheit ziemlich sinnlos und hat vor allem dazu gedient, Anwälte wieder ein bisschen reicher zu machen, als sie ohnehin schon sind.

Tatsächlich geht es darum, dass es wirklich Bauweisen gibt, die bei LEGO ganz offiziell verboten sind. Was an sich ja schon ein bisschen aberwitzig klingt, weil man mit LEGO halt einfach unglaublich viel machen kann und LEGO selbst gefühlt unglaublich viele Freiheiten zulässt oder ungewollt ermöglicht.

Allein in der Win-Compilation hatten wir diverse Bauweisen, zahlreiche Kunstinstallationen setzen darauf und allein dass man mit LEGO Hausecken ausbessern kann, spricht schon für sich.

Außerdem: Gerade bei den kleinen Teilen sagt zumindest mein Gehirn, dass die unkaputtbar sind. Diverse barfüßige Menschen wissen sehr genau, was ich damit meine und physikalisch ist ja auch belegt, dass kleine Teile mit gewisser Dichte einfach erheblich Kraft brauchen, um ihren derzeitigen Zustand zu ändern.

Und doch gibt es Bauweisen, die ganz offiziell nicht vorgesehen und somit verboten sind. Wendet man sie dennoch an, kommt man natürlich nicht ins Gefängnis, muss aber in Kauf nehmen, dass die Langlebigkeit der Steine stark beeinträchtigt ist. Das eigentlich spannende dabei ist, wieso und warum das so ist – denn oft liegt es an ziemlich kleinen Details:

Schade, dass mittlerweile auch bei LEGO gilt: NICHTS DARF MAN MEHR!!!111 Aber ernsthaft, die eine oder andere „illegale“ Bauweise find ich als Laie durchaus noch vertretbar. Aber klar ist auch, dass man selbst bei LEGO sagen muss: nur weil es funktioniert, muss es nicht richtig sein.

Ich hoffe ja immer noch, dass ich nicht der Einzige bin, der beim Thema Deutsche Bahn ständig Gefahr läuft, ins Bashing abzudriften. Das fühlt sich einfach jedes Mal furchtbar ungerecht an, weil das einfach jeder tut und mittlerweile zur deutschen Kultur gehört. Auf der anderen Seite: Die Bahn tut auch einfach unfassbar viel, um ständig verbal aufs Maul zu bekommen und wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich gar behaupten, dass da irgendein geheimer Wettbewerb läuft – wie kann man die Leute jedes Jahr aufs Neue noch mehr abfucken.

Dabei mein ich nicht mal die Verspätungen, die mittlerweile zum guten Ton gehören und nur noch damit garniert werden, dass man neue pseudo-Maßnahmen und Initiativen startet, um dem endlich Herr zu werden. Oder die lächerliche Verfügbarkeit von Handy- und Internetempfang – immerhin läuft man nicht Gefahr, die noch viel lächerlicheren Datenvolumina ungewollt aufzubrauchen, man bekommt ja gar nicht die Chance dazu.

Nein, am bescheuertsten ist mittlerweile, dass die Bahn als alternative zum Individual- und Flugverkehr eigentlich am besten geeignet ist und somit für Umwelt und Klima einen gehörigen Anteil leisten könnte, sich aber diese Position durch dauerhafte Preissteigerung und Verschlechterung des eigenen Angebots mit Anlauf und Ansage jedes Mal selbst zerstört. Meine Eltern haben mir immer vorgeworfen, dass ich mir sehr oft mühselig aufgebautes sehr schnell mit dem Arsch wieder einreißen würde – die Bahn verdeutlich immer wieder aufs Neue, was sie damit bei mir gemeint haben.

Aber es gibt auch die gute Bahn, sogar in Deutschland. Allerdings deutlich kleiner und damit nur zur Unterhaltung dienend, dass kann sie aber erstaunlich gut. Die Rede ist natürlich vom Miniatur Wunderland. Nicht nur, dass die Aufbauten epochal und die ganze Story um die beiden Gründer, die Firma und allem drumherum sensationell ist – man kann mit der Bahn jetzt auch eine Stunde rumfahren.

Zwar nur auf YouTube, dafür aber mit 360°-Sicht – also ruhig mal ein bisschen auf das Video klicken und mit der Maus bewegen:

Schöner kann man seine Zeit aktuell nicht verschwenden.

Gulli-Deckel gehören auch ganz weit nach oben auf der Liste der Dinge, die man zu Unrecht viel zu sehr unterschätzt – außer sie resultieren irgendwann in einer Art Schlagloch. Hatte ich zum Beispiel sehr häufig, als wir noch zu Zeiten lebten, in denen man regelmäßig ins Büro gefahren ist.

Das war sogar eine recht fiese Stelle, weil direkt auf einer Kreuzung und Kenner mussten dann immer antäuschen in den Gegenverkehr zu fahren, nur um dem Deckel ausreichend auszuweichen. Das war dann teils auch witzig, wenn mal wieder irgendein Dödel meinte, besonders schnell innerorts die Straße entlangzuheizen – wenn man dann den Deckel nicht kennt, freut sich das Auto ganz besonders. Und der Hintermann, vor allem, wenn ich derjenige bin.

Mittlerweile ist das aber behoben, was sich sehr angenehm fährt, allerdings muss ich auch nicht mehr ins Büro und hab entsprechend wenig davon.

Darüber hinaus sind Gulli-Deckel ein wichtiger Bestandteil meines Gehirns, denn unnütze Fakten kann ich mir einfach besonders gut merken. Und dazu gehört auch der Grund, warum Gulli-Deckel rund sind: Damit sie in jeder Position nicht in den Schacht fallen. Klingt ein bisschen absurd, etwas länger darüber nachgedacht aber total logisch – allerdings auch erst, wenn einem das wirklich bewusst ist.

Und Gulli-Deckel können sowohl in der Kunst verwendet werden wie wir schon mal an dieser Stelle vor Ewigkeiten thematisiert haben oder auch einfach nur sehr lustig sein, wenn Faktor Mensch sich wieder besonders schlau anstellt, siehe hier.

Was mir aber neu war und doch auch in die Kategorie „logisch“ einsortiert gehört: Es gibt Gulli-Deckel-Testmaschinen. Macht ja auch Sinn, die Dinger auf Stabilität zu testen, schließlich müssen die ordentlich was aushalten und das am besten über einen sehr langen Zeitraum – wie so ein Ding aussieht und was es eigentlich tut, kann man sich aber nur schwer vorstellen. Außer man sieht es in Aktion. Bitteschön:

Und damit ist auch klar, dass wir uns viel bewusster sein sollten, wie toll und großartig Gulli-Deckel eigentlich sind. Wird Zeit, dass auch das mal auf die politische Agenda kommt!

Am Sonntag konnte ich es endlich verkünden, denn am Dienstag haben wir den Sack zugemacht und den wohl teuersten Kaufvertrag unseres Lebens unterschrieben. Also bis jetzt, weiß ja keiner, wann wir endlich im Lotto gewinnen oder der afrikanische Onkel endlich sein Vermögen überweist, statt ständig neue E-Mails zu schreiben, die dann im Spam-Ordner landen.

Selbstverständlich werd ich hier nicht locker flockig über den Kaufpreis sprechen, allein schon weil Line mir dann unendliche Schmerzen zufügen würde – aber ich kann immerhin sagen, dass wir okay gut verhandelt haben, zumal die Preise gerade zum Jahreswechsel noch mal erheblich angezogen haben.

Denn Fakt ist: Das ist alles nur noch krank. Bereits als wir mit der Finanzierung in den letzten Zügen waren, wurden die Prozente schon kräftig angezogen. Um das mal zu verdeutlichen: Aktuell würden wir einen Zinssatz bekommen, der doppelt so hoch ist wie der Zinssatz, den es gab, als wir mit dem ganzen Thema Finanzierung angefangen haben – was letztendlich bedeutet, dass man entweder monatlich mehr zurückzahlen oder einfach länger zahlen muss und somit insgesamt alles deutlich teurer ist. Nicht „ein paar 100€ teurer“, sondern wir reden hier von vierstelligen Beträgen. Und angefangen haben wir im Januar.

Dazu kommen natürlich die Immobilienpreise selbst obendrauf. Mittlerweile haben wir die ganzen Alerts und Newsletter abbestellt, aber es hat sich schon stark bemerkbar gemacht, dass wir letztes Jahr häufiger Benachrichtigungen bekommen haben, seit dem Jahreswechsel die Frequenz aber erheblich abgenommen hat. Das liegt nicht etwa daran, dass plötzlich weniger verkauft wird, sondern dass die Preise noch mal kräftig angezogen und so aus unseren Suchkriterien rausgefallen sind – und wir haben schon keine super hochwertigen Inserate angeboten bekommen, überall musste (und muss) in Renovierung bzw. Sanierung investiert werden.

Und was einem auch klar sein muss: Wer bezahlten Wohnraum finden will, muss immer weiter aus der Stadt rausziehen. Allein in Hamburg sind die Preise für Schrott überirdisch, in Berlin, Köln und Co. dürfte es nicht anders sein.

Sieht man auch am nachfolgenden Video, wobei es natürlich nur logisch ist, dass man in New York Summen hinlegen muss, die ein normaler Mensch nicht auf natürlichem Weg verdienen kann – finde aber auch „spannend“, dass das ob des Preises zumindest mich so gar nicht begeistert:

Aber die Aussicht ist schon krass.

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Netflix mit einer Video-Kassette bedienen https://www.wihel.de/netflix-mit-einer-video-kassette-bedienen/ https://www.wihel.de/netflix-mit-einer-video-kassette-bedienen/#comments Tue, 29 Mar 2022 06:12:08 +0000 https://www.wihel.de/?p=124762 Netflix mit einer Video-Kassette bedienen | Was is hier eigentlich los?

Die Kollegen von serieslyAWESOME haben vor ein paar Wochen ein Thema angeschnitten, dass ich auch schon mal in irgendeinem Beitrag angerissen hab: Ob sich die Qualität auf Netflix (negativ) verändert hat. Für das Recherchieren und Zusammentragen von Fakten fehlt mir, wie immer, schlichtweg die Zeit, aber ich hab damals schon gesagt, dass Netflix bei Weitem nicht mehr das ist, was es mal war, als es in Deutschland an den Start ging.

Da waren Banger wie House of Cards, Breaking Bad oder auch The Walking Dead, als Walking Dead noch cool war und zeitweise wussten wir gar nicht, mit was wir zuerst starten sollten und haben alles wild durcheinander geguckt. Und es war egal, weil die Serien einfach gut waren.

Wenn man mittlerweile durch Netflix scrollt und auf der Suche nach was Sehbarem ist, schwankt man zwischen „Hab ich mal vor Jahren gesehen“ und „sagt mir nix“ – und das bei maximaler Mittelmäßigkeit. Dabei lädt gerade das Unbekannte eigentlich ein, wäre da halt nicht die mittlerweile typische Erfahrung, dass das zwar kurzzeitig unterhaltsam ist, dann aber schnell austauschbar wird. So richtige Geheimtipps scheint es nicht mehr zu geben, was sicher nicht allein schuld von Netflix ist, aber eben auch. Und das leider nicht zu knapp – zeigt am Ende auch die Umfrage bei serieslyAWESOME.

Ich befürchte sogar, es wird erst noch schlimmer, bevor es besser wird, denn es mangelt nicht nur an frischen und kreativen Ideen – die, die man hat, sind auch teils besonders bescheuert. Erinnert sich noch jemand, dass Netflix mit seiner neuen Random-Funktion letztes Jahr prahlen ging? Ein Button, bei dem man nicht selbst suchen muss, was man schaut, man bekommt einfach was vor die Nase gesetzt. Sollte innovativ sein, ist aber … lineares Fernsehen, dass es schon seit Jahrzehnten gibt.

Aber hey, Netflix ist bei solchem Quatsch nicht allein. Die Modderin Marina Fujiwara verbindet modernste Technik mit der Vergangenheit für … Quatsch. Denn sie hat sich einfach eine Videokassette genommen, die wenn man sie in den Videorekorder schiebt und entsprechende Technik drangestöpselt hat, die dazugehörige Serie auf Netflix abspielt:

Wie gesagt, schon recht quatschig – aber immerhin braucht man nicht zurückspulen …

Ich hatte es irgendwo schon vorher erwähnt: Letzte Woche hatten wir einen kleinen Stromausfall. Der war sogar geplant, weil es einen neuen Stromzähler gab – ob er allerdings jetzt besser ist, kann ich nicht sagen, weil wir den nicht mehr sehen können … irgendwer hat da wieder besonders gut geplant.

Darüber hinaus sind aber zwei Sachen mindestens genauso spannend. Erstens: Dass mit Einsetzen des Stroms hier nicht einfach alles wieder normal hochfährt und dann weiterbenutzt werden kann. Eine knappe halbe Stunde hat es mich gekostet, alles wieder zum Laufen zu bringen, weil scheinbar im Jahr 2022 planmäßiges herunterfahren wichtiger denn je ist. Das war doch früher anders, oder? Wenn man da was kalt ausgestöpselt hat, gab es vom Gerät nicht mehr als ein müdes Lächeln – wenn man heute nicht mit dem sanftesten Druck überhaupt auf den Power-Knopf startet, fliegt einem alles um die Ohren … technischen Fortschritt hab ich mir anders vorgestellt.

Und Zweitens: Irgendwas geht immer kaputt. Letztes Jahr hatten wir einen richtigen Stromausfall bzw. ist die Sicherung einfach mal nachts rausgeflogen und hat meinen damaligen Bildschirm mit ins Jenseits gerissen. Also nicht ganz, im Grunde ging der noch – aber der HDMI-Anschluss war nicht mehr verwendbar. Da ich hier 3 Geräte an den anschließen muss, kommt man mit einem DisplayPort-Anschluss nicht weit – musste also ein neuer her.

Dieses Mal hat es die PS4 getötet. Die war eigentlich schon ausgemustert, da Line aber Bock auf Daddeln hatte, hat sie ihr Rentner-Dasein im Wohnzimmer gefristet und dort gute Dienste geleistet – bis wir am Sonntag wieder Daddeln wollten. Ein Piepsen gab es noch, aber auch nur, wenn man frisch den Stromstecker reingesteckt hat, mehr war nicht rauszuholen.

Eine neue ist bereits unterwegs, aber eine Sache ist dabei auch aufgefallen: Wir haben gewartet, bis wir gegessen haben. Weil Daddeln und Essen scheinbar nicht funktioniert (laut Line, sie ist halt Anfängerin), weil man oft beide Hände braucht.

Genau das ist aber nun Vergangenheit, denn Akaki Kuumeri hat einen Aufsatz entwickelt, der es ermöglicht, einen Playstation-Controller nur mit einer Hand zu bedienen:

Nichts für Hochleistungsdaddler und ich hab da auch noch Zweifel, was den Alltagseinsatz angeht – aber prinzipiell eine geile Idee.

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Ein professionelles Seifenkistenrennen in Ecuador https://www.wihel.de/ein-professionelles-seifenkistenrennen-in-ecuador/ https://www.wihel.de/ein-professionelles-seifenkistenrennen-in-ecuador/#comments Tue, 15 Mar 2022 15:01:07 +0000 https://www.wihel.de/?p=124428 Ein professionelles Seifenkistenrennen in Ecuador | Was is hier eigentlich los?

Eigentlich mag ich es nur selten, wenn Amateurzeug professionalisiert wird. Wobei, das stimmt nur bedingt – Software darf immer bis zu einem gewissen Grad professionalisiert werden, damit sie stabiler läuft und mehr Spaß macht. Schlimm wird es dann nur, wenn das Thema Monetisierung auf den Tisch kommt, weil das mittlerweile nahezu immer in irgendeinem Abo-Modell endet. Was nachvollziehbar ist, weil Einmalpreise und dauerhafter Support nicht sehr nachhaltig sind. Wird halt nur doof, wenn der Abo-Preis überzogen ist oder man nicht alle Features nutzt, sprich: Im Schnitt einfach zu teuer ist.

Aber hier soll es nicht um Software gehen, sondern um Hobby-Zeug. Seifenkistenrennen zum Beispiel. Hab ich nie gemacht, weil weder mein Vater noch ich handwerklich begabt sind, auch wenn uns das nicht davon abhält, immer mal was zu bauen, was dann auch okay ist. Man sieht dann zwar, dass wir das waren, aber es tut wie es soll (Stichwort Holzkiste, in der wir unsere Balkonsachen lagern – die ist immer noch unfassbar cool).

Allerdings waren Seifenkistenrennen in meiner Kindheit aber auch einfach kein Ding. Klassisches Schicksal eines Stadtkind, wenn man so will, wir hatten aber auch nie so richtig Berge irgendwo und an sich ist das halt auch sack-gefährlich, wenn man da ungeschützt in einem selbstgebauten Gefährt irgendwo runterrast und gar nicht sichergestellt ist, dass das Ding nicht nach den ersten Metern auseinander fällt. Im besten Falle gibt es dann Hautabschürfungen und ein paar blaue Flecke, kann mir aber auch gut vorstellen, dass man sich einfach die Arme bis zur Schulter abschleift, irgendwo ein Bein verliert und dann alles falsch wieder angenäht wird. Bein an der Schulter sieht halt auch bescheuert aus.

Jedenfalls ist man da in Ecuador ein bisschen anders drauf, da hat man Seifenkisten einigermaßen professionalisiert und stürzt sich irgendwelche Bergstraßen herunter, sodass man da gut und gerne mit 90 km/h unterwegs ist. Man sieht auch, dass da schon ein bisschen mehr Schutz dabei ist, wobei ich infrage stellen würde, warum das nur für Oberkörper und Kopf zutrifft – wenigstens Knieschützer sollten noch drin sein.

Und gerade am Anfang sieht man direkt einen Unfall mit einem parkenden Auto, der auch zeigt, dass die Dinger eben nicht nur aus Pappe und ein bisschen Draht bestehen:

Ich fahr ja auch gern mal schnell, aber das … würde da nicht mal im PKW mit 90 runterfahren und da ist jede Menge Blech um mich herum …

Werbung wirkt. Ich weiß, das will man selten wahr haben und gerade bei der mittlerweile sehr schlechten Werbung, die einem im Alltag begegnet, ist das schwer zu glauben, aber es stimmt. Ich war zum Beispiel sehr anfällig für Instagram-Werbung, aber auch nur, weil da sehr viele Gadgets beworben wurden, die halt immer irgendwie cool sind und nicht so präsentiert wurden, wie man das aus dem TV-Shopping kennt.

Außerdem kann ich behaupten: Nahezu alles, was ich damals gekauft hab, findet hier im Haushalt noch Anwendung, selbst wenn ich schon drauf und dran war, das Zeug wieder zu entsorgen. Scheinbar muss das erstmal alle reifen, bis es zur vollständigen Nutzung kommt.

Gute Werbung hingegen triggert so, dass man es nicht wirklich mitbekommen. Ich hab da kein konkretes Beispiel, weil eben gute Werbung Mangelware ist, aber abgesehen davon, dass sie gern überraschend sein darf, sollte sie vor allem das Unterbewusstsein triggern. Apple macht das ganz gut, wobei hier nicht die Spots gemeint sind, sondern einfach die Produkte an sich. Wenn halt jeder mit Airpods in den Ohren rumrennt, wollen Menschen irgendwann einfach dazugehören – scheiß egal, ob die Dinger überteuert sind oder nicht. Werbung hat halt viel mit Psychologie zu tun … wird aber auch recht schnell sehr eklig. Ich muss es wissen, ich arbeite in der Werbung.

Wenn man allerdings subtil nicht kann, dann hilft oft nur das Gegenteil: Nervige Dauerbeschallung. Wir alle kennen noch das Kind mit dem Froop-Mixxa und irgendwie vermissen wir doch auch die 20% auf alles, außer auf Tiernahrung.

Bei Kindern funktioniert das besonders gut und in meiner Jugend waren das Hot Wheels. Kleine Autos, die man auf Schienen durch die Gegend scheucht. Hatte ich nie, wollte ich aber immer haben, genauso wie einen Gameboy …

Jedenfalls führt das dazu, dass ich bei allem, was mit Hot Wheels zu tun hat, automatisch hinschauen muss und noch immer fasziniert bin. So auch bei der Rennstrecke, die Backyard Racing gebaut hat. Die wirkt nicht nur super komplex, sondern bietet auch viele Elemente mit Wasser, wie zum Beispiel einen Wasserfall und eine Wasserrutsche. Und natürlich alles so zusammengebaut, dass das kleine Auto immer weiterfährt:

Wird Zeit, dass wir Kinder bekommen, damit ich solchen Kram endlich kaufen kann. Fürs Kind natürlich, nicht für mich. Zwinkizwonki.

Wir kennen es alle und ich hab es auch schon viel zu oft erwähnt: So toll der technologische Fortschritt auch ist, er hat seine Schattenseiten. In Deutschland wird darauf immer ein besonders großes Auge geworfen, was nicht selten dazu führt, dass die Angst überwiegt und wir viele Fortschritte einfach gekonnt gegen die Wand gefahren und Prioritäten falsch gesetzt haben (Lieblingsbeispiel: Ausbau des Fernsehnetzes statt der digitalen Infrastruktur bereits in den 80ern … wo wir heute sein könnten, es ist ein Wahnsinn).

Es passiert halt einfach schnell, dass der neue Vorteil des einen direkt der Nachteil eines anderen wird, besonders wenn es um große, einschneidende Wandlungen geht. Das Thema erneuerbare Energien ist da wohl das plakativste, denn wenn eine Nation extrem stark auf Kohle und sonstige fossile Energien setzt und dann quasi von heute auf morgen umsteigen muss … bleibt – gerade falsch angegangen – vieles auf der Strecke, nicht zuletzt diverse Menschen.

Ähnliches sieht man auch in der Automobilbranche und den Wechsel auf alternative Antriebe. Eigentlich ein absoluter Nobrainer, aber eben auch hoch komplex und alles andere als eben mal gemacht, zumal wir gerade bei den E-Fahrzeugen in Verbindung mit Ladestationen im gesamten Land schnell beim klassischen Henne-Ei-Problem sind.

Schwenk nach Indien: Auch hier hat die Industrialisierung in den 90ern ordentlich für Wirbel gesorgt und gerade im Bereich der Keramik-Industrie viele Firmen in die Schließung gezwungen. Was aber nicht heißt, dass man komplette Industriezweige vollständig aufgeben sollte, denn das Beispiel von Mansukhabhai Prajapati zeigt, dass es immer einen Weg geben kann. Gut, war in diesem Falle ein Erdbeben in 2001 und damit nicht gerade etwas, auf das man hoffen sollte, aber es ermöglichte seine Firma, wieder Fuß zu fassen.

Denn plötzlich standen zahlreiche Menschen ohne Strom da, was quasi die perfekte Chance war, die eigenen Kühlschränke, an den Mann zu bringen. Denn die brauchen keinen Strom, werden aus Lehm und ohne großen Schnickschnack produziert und können so für gerade mal 40 Dollar verkauft werden.

Das klingt alles irgendwie sehr kapitalistisch und nach Marketing-Geschwurbel, was ich aber eigentlich nur sagen will: Das ist sehr spannend zu sehen, wie man auch mit einer längst tot geglaubten Technik Menschen helfen und Arbeitsplätze schaffen bzw. erhalten kann:

Damit 150 Leuten Arbeit geben und gleichzeitig auch noch ein umweltfreundliches Produkt vertreiben – muss man auch erstmal schaffen.

Exakt heute hat der Kollege Geburtstag, den ich schon mal vor ein paar Tagen erwähnt hab – der, der bei hardware-Fragen immer eine Antwort liefern kann, aber auch immer eine sehr starke Meinung hat und für so Nulpen wie mich mehr einschüchternd als hilfreich dahingehend wirkt – auch einfach weil man sich unfassbar dumm vorkommt, weil man einfach nicht versteht, was der Mann redet.

Ein bisschen so wie bei der Apple Keynote vorgestern, als damit geprahlt wurde, dass da im neuen Chip unendlich viele Transistoren werkeln, aber eigentlich gar keiner weiß, warum das gut ist, ob das gut ist und was so ein Transistor eigentlich macht.

Besagter Kollege ist außerdem ein großer Autohasser. Gut, davon gibt es einige, aber er ist einer, bei dem man das Thema nur ankratzen muss und schon aus 2 Kilometern Entfernung sehen kann, wie die Halsschlagader das pulsieren anfängt. Ich mein, ist ja total gut, wenn Menschen für ein Thema brennen und dann auch leidenschaftlich diskutieren, aber mir ist das sehr schnell immer viel zu radikal, weil es eben ganz viele Bereiche des täglichen Lebens bewusst ignoriert. Kennt man ja, in einer Welt, in der es nur schwarz oder weiß gibt, sind alle die, die die Grautöne brauchen, einfach am Arsch. Und gerade davon gibt es nicht gerade unerheblich wenige.

Man muss ihm aber auch zugutehalten, dass er Familienvater ist und dennoch komplett ohne Auto auskommt. Ich weiß, dass das geht, habe aber auch recht viele Situationen im Kopf, wo ein Auto einfach wesentlich praktischer ist als „kein Auto“. Er zieht aber durch und das ist zumindest ein Stück weit bemerkens- und bewundernswert, gerade im Hinblick auf alle anderen, die genauso wie er diskutieren, dann aber nicht entsprechend handeln.

Wie Gesagt, heute Geburtstag und ich weiß gar nicht, was wir ihm am Ende nun von der Firma aus schenken – vielleicht wird es ja aber der erste Schritt in Richtung Z-Triton. Das ist nicht etwa „Zitrone“ komplett falsch geschrieben, sondern ein Lastenrad, dass auch gleichzeitig ein Boot ist. Dazu gibt es einen elektrischen Antrieb, weil das halt auch bisschen was wiegt und unfassbar groß ist … und joa, muss man halt wissen, ob man sowas gebrauchen kann:

Wer sich das Ding selbst zusammenbauen will, ist mit 4.500€ dabei, wer es fertig montiert geliefert haben will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen und 10.000€ mehr obendrauf legen.

Mein Geschenkevorschlag für besagten Kollegen war übrigens ein Gutschein von Sixt für einen Tag SUV fahren. Befürchte allerdings, dass es das nicht werden wird.

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Der Warker Water Tower – Einfach Wasser durch Luft generieren https://www.wihel.de/der-warker-water-tower-einfach-wasser-durch-luft-generieren/ https://www.wihel.de/der-warker-water-tower-einfach-wasser-durch-luft-generieren/#comments Wed, 09 Mar 2022 15:06:55 +0000 https://www.wihel.de/?p=124363 Der Warker Water Tower – Einfach Wasser durch Luft generieren | Was is hier eigentlich los?

Schaut man sich in der Welt mal um, kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln. Gut, ist jetzt keine wirklich neue Erkenntnis und spätestens die letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass der Mensch im Allgemeinen sehr dumm ist. Also so über die große breite Masse gesehen, dabei mein ich noch nicht mal die Minderheit, die übertrieben laut ist. Aber es ist ja auch nicht gerade so, dass es sonderlich viele Belege gibt, bei denen man sagen kann: Jop, das lief jetzt weniger gut, aber wir haben ja immerhin draus gelernt und machen es einfach zukünftig besser.

Bestes Beispiel ist das immer wieder aufkommende bzw. nie vollständig gelöste Nazi-Problem, dass wir vor allem in Deutschland aber auch insgesamt auf der Welt haben. Rational betrachtet macht das alles überhaupt keinen Sinn, wurde mehrfach wissenschaftlich widerlegt und trotzdem halten Menschen an derlei Schwachsinn fest und schaffen es immer wieder, damit andere anzustecken.

Und wenn wir schon bei anstecken sind: Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass seit Tagen die Inzidenzen wieder steigen? Klar, gibt ja mittlerweile Impfungen und überhaupt muss man das anders bewerten als damals, als wir eine Inzidenz von 35 für die absolute Katastrophe gehalten haben. Ändert aber nichts daran, dass wir mittlerweile dauerhaft im vierstelligen Bereich liegen und Corona nach wie vor heftiger ist als eine Grippe und tödlich verlaufen kann. Männer! Wir kacken schon bei einer Grippe ab!

Aber gut, ist halt auch schwer, sich darauf zu konzentrieren, weil wir ja aktuell in Europa einen fucking Krieg haben und eigentlich keiner so richtig weiß, was man dagegen tun kann – vermutlich weil man einfach nichts dagegen tun kann, als zurückzuschießen, was halt alles nur noch schlimmer macht. Überhaupt muss man sich ja fragen, was die Scheiße soll – als ob wir nicht so schon genug Probleme haben.

Ich mein, Klimakatastrophe wäre da auch noch frei verfügbar und darum kümmert sich ja aktuell niemand, als in Medien zu tönen, dass man übertrieben viel Geld da rein steckt. Wo das her kommt, wofür das sinnvoll genutzt wird und ob das nicht ein bisschen zu spät kommt … weiß keiner. Oder eigentlich schon, will nur keiner wahrhaben.

Dabei ist gerade das alles gar nicht so schwer. Ich hab neulich gelesen, dass man relativ einfach Solar-Panels in die afrikanische Wüste stellen und so easy den Strombedarf der Welt abdecken könnte. Macht nur keiner. Sicherlich aus Gründen, aber sind wir doch mal ehrlich: Es gibt keine vernünftigen, die dagegen sprechen.

Und auch der Warker Water Tower ist eigentlich ein absoluter No-Brainer, bei dem niemand verstehen kann, warum nicht flächendeckend überall solche Dinger stehen – denn die produzieren einfach Wasser aus der Luft und das absolut for free:

100 Liter Wasser. Pro Tag. Einfach so.

Ich find es immer wieder ein spannend, aber auch witzig, dass die meisten Sachen, die man so baut und erfindet, immer irgendwie aus der Not heraus geboren wurden – man sieht oder fühlt irgendwo ein Problem und wenn das nicht mehr aushaltbar ist, erfindet man was dagegen.

Ich hab zum Beispiel mit anfänglicher Hilfe ein Slack-Script gebastelt, dass automatisch den Status setzt, wenn ich in einem Meeting bin. Einfacher Grund dafür: Wenn alle von Zuhause arbeiten, kriegt man nicht mehr mit, wer Zeit hat und wer nicht und im Zweifel musste ich Leute dann übertrieben lang auf Antworten warten lassen oder war im Meeting nicht aufmerksam. Sicher, für geplante Meetings gibt es da auch Lösungen, aber die spontanen Dinger … schwierig alles.

Vor ein paar Wochen hab ich dann quasi einen Konkurrenten dazu gefunden und mal ausgetestet – war aber tatsächlich nicht so gut wie meines bzw. erfüllte nicht alle meine Ansprüche. Denn über die letzten zwei Jahre hab ich das immer weiter ausgebaut, sodass es mittlerweile nicht nur anzeigt, was man bei Spotify bzw. Apple Music hört, man kann mittels Shortcut auch schnell einen Status seiner Wahl setzen. Inklusive Online-Offline-Switch und Do Not Disturb-Feature. Letztes Wochenende hab ich zudem eingebaut, dass man auch recht schnell einstellen kann, wenn man im Urlaub und wann man zurück ist – auch hier mit Do Not Disturb und Co, dass sich automatisch wieder deaktiviert, wenn man wieder zurück ist.

Schon ein bisschen cool und alles nur, weil mir Meetings auf den Sack gingen. Und so ein bisschen ist das auch bei Dr. Alex Moulton, der wohl scheinbar die Vollfederung bei Fahrrädern erfunden oder mindestens zukunftsfähig gemacht hat. Dabei wollte er eigentlich nur praktische Fahrräder bauen, die vor allem klein und mit Hochdruckreifen bestückt sein sollten, denn damit gab es den geringsten Rollwiderstand und somit entsprechend mehr Beschleunigung im Vergleich zu großen Rädern. Allerdings sind Hochdruckreifen dann auch eben recht hart und so hat er einfach die Vollfederung als Ausgleich dazu mit integriert:

Gibt ja tatsächlich Leute, die ganz bewusst auf eine Federung verzichten – ich gehör definitiv nicht dazu. Hat ja keiner was davon, wenn mir der Arsch weh tut und nur auf Komfort verzichten wegen des Verzichtens wollen … war ich noch nie Fan von.

Gerade zu Beginn der Pandemie hab ich mich nach den ersten Wochen nach einem richtigen Hobby umgesehen. Klar, die Seite hier ist auch ein Hobby, wenn nicht sogar das Größte, das ich hab – aber über die Jahre haben sich auch Abläufe etabliert, die dazu führen, dass sich dieses Hobby einigermaßen okay in den Arbeitsalltag integrieren lässt und am Ende trotzdem noch ein bisschen Zeit über bleibt. Genau die haben wir durch Homeoffice und Co. ja gewonnen und die wollte ich nutzen.

Relativ schnell bin ich da auf Raspberry Pi gestoßen und hab überlegt, was man damit machen könnte. Ambilight war da sehr lange bei mir sehr weit vorn, aber Line hat ein absolutes Veto eingelegt. Was mich nicht unbedingt davon abhalten würde, aber zusätzlich ist das auch insgesamt nicht ganz günstig und das werktätige Volk weiß: Hat man Geld, hat man keine Zeit, weil man das Geld verdienen muss – hat man Zeit, hat man kein Geld, weil die Arbeit zum Verdienen fehlt. Oder so.

Am Ende ist es dann einfach erstmal nur ein Pi-Hole geworden, der jetzt hier sein Werk verrichtet und mich jeden Tag ein bisschen glücklicher macht. Ursprünglich wollte ich da auch ein Timemachine-Backup drüber laufen lassen, das war dann aber doch recht frickelig und läuft jetzt einfach über eine NAS.

Ich hab aber auch darüber nachgedacht, ob mich nicht einfach mal mit dem Knacken von Schlössern beschäftige. Man weiß ja nie, wann man das mal gebrauchen kann, und in erster Linie ist das ja auch nur das Lösen eines Rätsels – vielleicht mit etwas weniger nachdenken, dafür mehr Fingerspitzengefühl und das grundsätzliche Verlassen auf die eigenen Sinne.

Irgendwo hatte ich dann auch so ein Set herbekommen und mich einfach mal daran versucht – aber auch schnell aufgegeben. Denn was all die Videos, die man im Netz finden und dahingehend anstacheln, nicht sagen: Es ist ungemein schwieriger, wenn man nicht sieht, was im Schloss selbst vorgeht. Gut, kommt man auch selber drauf, aber ist halt immer noch mal was anderes, wenn man Dinge einfach denkt und sie anschließend auch erlebt.

Vielleicht geb ich der Sache aber noch mal eine Chance, denn wie das der LockPickingLawyer hier schon wieder zeigt, da macht schon das Zuschauen wieder enorm viel Spaß und erweckt den Eindruck, dass das doch so schwer nicht sein kann:

„Zum Glück“ hab ich aber mittlerweile auch wieder weniger Zeit …

Endlich kann ich mal gestehen: Ich hab große Probleme damit, wie man Pfeife schreibt. Die Verlockung ist einfach sehr groß, da noch mal ein zweites (wobei eigentlich drittes) F reinzuschmuggeln, sodass daraus Pfeiffe wird. Diese einzelne F da in der Mitte, das sieht immer falsch aus – mit dem zweiten F wird es aber auch nicht besser, im Gegenteil und das ist vermutlich auch das einzige Anzeichen, dass mir ab und an den Arsch rettet. Tut gut, das endlich mal rausgelassen zu haben.

Es erinnert mich aber auch immer daran, als ich – lang lang ist es her – noch regelmäßig mit meinem Vater auf den Leipziger Weihnachtsmarkt gegangen bin. Es gab nämlich mal eine Zeit, in der da nicht übertrieben viele Leute hingelatscht sind und man sich noch problemlos zwischen den Ständen bewegen konnte. Und gerade als kleiner Steppke ist das ja auch alles noch mal ein bisschen spannender als sonst, auch wenn natürlich damals schon die Unterschiedlichkeit der Stände durchaus Ausbaupotenzial hatte.

Neben den üblichen Leckereien war da auch immer spannend, was die kleinen Handwerker zu bieten hatten und in einem Jahr hat das sogar dazu geführt, dass ich mal was von meinem hart ersparten Taschengeld gekauft hab: Eine Wasserpfeife. Damit ist weder Bong noch Shisha gemeint, sondern ein kleines Teil, komplett aus Holz und Leim gefertigt, in das man Wasser füllt und dann einfach reinpustet – klingt dann am Ende wie Vogelgezwitscher, weil Luft und Wasser plus spezielle Öffnung in der Pfeife komisch zusammenarbeiten.

Leider hab ich die nicht mehr, denke da aber gern noch mal zurück, weil das vielleicht auch der Grundstein für mein „erstmal kaufen und dann schauen, was man damit anfangen kann“-Verhalten ist. Zumindest kenne ich bis heute keine erfolgreichen Musiker, die mit ihren Wasserpfeifen die Charts rocken. Außer man kehrt wieder zu Bong bzw. Shisha zurück.

Wie dem auch sei, diese Art der Pfeife wirkte damals innovativ, ist es aber gar nicht mal, denn bereits im alten Peru hat man derlei Pfeifen hergestellt und über die letzten Jahrzehnte natürlich immer weiter perfektioniert, damit man sie dann endlich gewinnbringend in einem Etsy-Shop verkaufen kann.

Gut, der letzte Part war nicht allzu ernst gemeint, der Rest stimmt aber und hier gibt es ein paar Beispiele:

Und den Etsy-Shop gibt es dann irgendwie doch, designtechnisch allerdings nicht ganz mein Fall.