Design/Kunst – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Tue, 18 Jan 2022 07:53:37 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.3 Lampen und Blumentöpfe im Plattenbau-Stil von Nikita Anokhin https://www.wihel.de/lampen-und-blumentoepfe-im-plattenbau-stil-von-nikita-anokhin/ https://www.wihel.de/lampen-und-blumentoepfe-im-plattenbau-stil-von-nikita-anokhin/#comments Wed, 19 Jan 2022 11:30:49 +0000 https://www.wihel.de/?p=123834 Lampen und Blumentöpfe im Plattenbau-Stil von Nikita Anokhin | Design/Kunst | Was is hier eigentlich los?

Auf den ersten Blick eine steile These: Es gibt keine guten Lampen auf diesem Planeten. Designer und Inneneinrichtungsmenschen werden jetzt vermutlich vehement widersprechen wollen, aber wenn ich mir so unsere Wohnung anschaue – es gibt keine Lampe in irgendeinem Raum, bei der ich sagen würde: Die sieht gut aus, die will ich für immer behalten.

Weiß auch Line und schaut alle paar Monate mal wieder durch das komplette Internet, um an diesem Zustand etwas zu verbessern. Gerade Deckenlampen sind ein absolutes Mysterium – die Menschheit kann zum Mond fliegen, aber keine vernünftigen Deckenlampen erfinden. Immerhin sind wir damit nicht allein, denn als wir zu Schwiegermutters Geburtstag essen waren, hatte ich einen ganz guten Blick in die Wohnungen gegenüber des Restaurants und auch da war eine Lampe gruseliger als die andere.

Aber auch Stehlampen sind eine ganz merkwürdige Nummer. Ist uns neulich erst bewusst geworden, als uns bewusst wurde, dass wir unsere aktuelle Stehlampe in dem Bewusstsein „Hauptsache Lampe, wird eh zeitnah ausgetauscht“ gekauft haben. Das ist mittlerweile 10 Jahre her. Spricht natürlich für die Qualität der Lampe und womöglich auch für ihr Design – unauffällig hässlich, aber gerade so akzeptabel, dass es nicht weiter auffällt – aber selbst ich hätte gern eine ansehnlichere. Nur gibt es keine.

Das absolute Highlight ist aber eine kleine Nachttischlampe, die Line mal gekauft hat. Die sieht eigentlich ganz nett aus, beinahe schon niedlich, allerdings ist der Schirm absolut lichtundurchlässig, sodass das Ding nur Licht nach unten abgeben kann. Bei einer Größe von irgendwas um die 20cm kann sich jeder Denken, wie gut das Ding seine Daseinsberechtigung erfüllt. Quasi eine Lampe, die kein Licht spenden kann.

Im Prinzip trifft das auch auf die Lampen von Nikita Anokhin zu, allerdings stellen die sich auch nicht hin und sagen „Benutz mich, ich mach alles heller“. Im Gegenteil, hier handelt es sich definitiv um Design und Kunst, aber eben mit Lichtelementen. Und im klassischen Plattenbau-Stil, den man mögen muss. Was ich absolut tue, zumindest in dieser Form:

Gibt es aber auch ohne Licht und mit etwas mehr Nutzen, nämlich als Blumentopf:

Was mich wieder daran erinnert, dass ich mir auch mal diese Papp-Plattenbauten zulegen wollte, sobald mehr Platz für derlei vorhanden ist. Mehr seiner Arbeiten gibt es bei Instagram.

Erst letzte Woche hab ich dafür geworben, dass „genauer hinschauen“ sich einfach lohnt, weil das ja spannend ist und man vieles gar nicht mitbekommen, eben weil man nicht genau hinschaut. Großartiger Satz voller Tiefgang, aber ihr wisst schon, was ich meine. Vieles bleibt halt im Verborgenen, weil man nicht genug Beachtung schenkt.

Beim Handwerk würd ich da auch komplett mitgehen, genauso bei Kunst, die vor allem von ihren Details lebt, bin ich großer Fan und auch in Bereichen, wo es auf Leben und Tod ankommt, wenn es um Details, Konzentration und Beachtung ankommt, ist das unausweichlich. Die Medizin liegt da auf der Hand, aber auch das Friseurwesen wird meiner Meinung nach noch immer unterschätzt. „Ups“ willst du halt weder von einem Chirurgen noch von deinem Friseur hören.

Aber es gibt auch Bereiche im Leben, die dürfen sehr gern im Dunkeln bleiben. Produzenten von Salami und Fleischwurst sollen zum Beispiel bloß ihre Klappe halten – absolut niemand (hier in diesem Haushalt) will wissen, was da alles drin steckt, denn natürlich ist klar, dass das alles ist, aber eben nicht appetitanregend. Ich verzichte in meinem Leben auch gern auf detaillierte Krankheitsbeschreibung, vor allem wenn da Körperflüssigkeiten eine große Hauptrolle spielen.

Ich hab auch wenig Motivation, mehr über die neuesten Änderungen im Steuerrecht oder Versicherungswesen zu erfahren – hier aber weniger aufgrund des Ekelfaktors, sondern viel mehr ob der Trockenheit des Themas. Was definitiv an mir liegt, denn ich hab einfach keine Ahnung davon und mittlerweile ist es auch unmöglich, das alles noch in einfachen Worten zu erklären bzw. überhaupt wiederzugeben. Jeder, der damit immer mal wieder Berührungspunkte hat, weiß was ich meine – lässt sich ja auch nicht ganz vermeiden.

Was aber wiederum spannend ist: Flüssigkeiten unter dem Mikroskop. Also zumindest wenn man weiß, dass da nahezu überall kleine Organismen drin schwimmen, die oft ungefährlich sind. Denn dann ist das recht faszinierend, besonders wenn dazu auch noch die passende Musik unterlegt ist – so wie bei Halo.

Da haben Sandro Bucci und Julia Set Lab Flüssigkeiten in extremen Nahaufnahmen eingefangen, Mishikatomo hat die Musik dazu beigesteuert und in Summe ist das dann wohl eines der kunstvollsten Musikvideos unserer Zeit:

Halo is the latest experiment linked to the “Hypnos” immersive experience, the work in progress project produced by Julia Set Lab.

Faszinierend, sagte ich ja.

Ebenfalls ein ungeschriebenes Gesetz ist ja: Wenn Frauen Postkarten sehen, die sie schön finden, dann müssen sie die kaufen – vollkommen egal, ob es dafür einen Anlass gibt oder nicht. Und das ist tatsächlich bis zu einem gewissen Grad recht smart.

Daher hab ich das auch mal versucht und zumindest so getan, als wäre ich ein guter Ehemann: Immer wenn Line mal fallen gelassen hat, dass sie eine Karte süß oder toll findet und sie gern selbst z.B. zum Geburtstag bekommen würde, hab ich versucht, sie heimlich zu kaufen. Das Problem dabei ist nur … man muss sich halt auch daran erinnern, wenn der Anlass denn endlich mal gekommen ist und ich sag mal so … ich hab noch immer eine Karte hier liegen, die bestimmt schon 3 oder 4 Jahre auf dem Buckel hat und noch immer auf ihren Einsatz wartet.

Auf der anderen Seite hat Line einen unfassbar großen Stapel an Karten, der selbst mich schon das eine oder andere Mal gerettet hat, weil man dann eben doch mal eine Karte braucht, um sich irgendwo zu bedanken oder für irgendeinen Anlass jemand beim sonstigen Kartenkauf vergessen wurde und so die Anzahl an Karten nicht mehr stimmt. Das ist so ein bisschen wie bei den Preppern, die auch für den Ernstfall irgendwo Lebensmittel und Co. versteckt haben, aber dieser Ernstfall nie so wirklich eintritt – bis er dann eintritt. Wenn man so will, ist meine Frau eine Karten-Prepperin, was aber wie gesagt gar nicht so schlecht ist.

Was sie allerdings nicht hat: Pop-up Meme-Karten. Und das muss sich sehr schnell ändern, denn Memes sind in jeglicher Kommunikation gut (auch wenn bei Bewerbungen und Beerdigungen noch ein bisschen Aufbauarbeit geleistet werden muss) und funktionieren auch als Karte sensationell. PaulDeGraaf aka PaperPaul hat die erstellt und damit quasi sowas wie Offline-GIFs erschaffen:

Ich liebe alles daran und bin direkt traurig, dass man die Dinger nicht kaufen kann. Der Mann würde einfach unfassbar reich werden …

Daher endlich Besserung im Sinne von besserer Formulierung: Ich hab ein sehr enges Verständnis davon, was man wirklich als Kunst bezeichnen kann und was eigentlich nur Wichtigtuerei ist und für das Menschen unverständlicherweise zu viel Geld ausgeben.

Gerade Konzeptkunst hab ich bis heute nicht verstanden und da sind immerhin 35 Jahre, in denen der eine oder andere Versuch stattgefunden hat. Besonders wenn mal wieder irgendwo Studenten gezeigt werden, die mit ihren Abschlussarbeiten auf irgendwelche gesellschaftlichen, globalen Missstände aufmerksam machen wollen und dann sieht man da einen Stuhl mit einem Bein – wäh? Das ist schon sehr verwirrend und mir fehlt da ehrlich die Motivation, dass ab einem gewissen Punkt verstehen zu wollen.

Zumal Kunst ja mittlerweile auch oft einfach von sich selbst lebt. Wir haben zum Beispiel zur Hochzeit ein Bild geschenkt bekommen. Aus meiner Sicht nichts Außergewöhnliches und ich hab sogar schon vergessen, was da drauf ist (weil wir das halt bisher nicht aufgehängt haben, vermutlich weil wir gar nicht wissen, wohin) – aber es ist eben besonders, weil das irgendwer eben gemalt und die Anzahl der Bilder stark begrenzt hat. Zack – direkt zahlt man dafür Unsummen, gerade wenn es größer sein soll als das klassische A5-Format. Warum? Weiß keiner. Warum das bei mir nicht funktioniert? Wissen noch viel weniger. Wie gesagt, alles sehr verwirrend.

Aber es gibt auch Kunst, die ich durchaus mag und die mich teilweise sehr überrascht. Oder besser gesagt, mich überrascht, dass ich das gut finde. Dazu gehören nun auch die Illustrationen von Alessandro Pautasso, die mir eigentlich viel zu bunt sein müssten – aber eben doch stark zusagen:

Das hat einfach was. Mehr seiner Arbeiten gibt es – die Einbindungen verraten es bereits – auf Instagram, aber auch Behance oder eben seiner Webseite.

Dazu halt diese ganzen Pflichten, die einem vorher niemand gesagt hat. Rechnung zahlen, einkaufen gehen, Versicherungszeug, Altersvorsorge und vor allem dieses vernünftig sein – eigentlich ist Erwachsensein vor allem, dass man möglichst wenig oder nur dosierten Spaß hat, weil irgendwer Konsequenzen erfunden hat.

Und nicht zu vergessen: Putzen. Putzen ist halt echt belastend, gerade weil man es eigentlich immer und überall tun muss. Zum Teil find ich das ja okay – ist schließlich nur natürlich, dass man Wäsche waschen und Geschirr spülen muss. Aber wenn ich dran denke, was das immer für ein Aufwand ist, meinen Schreibtisch sauberzumachen … das wäre schon schöner, wenn das einfach nicht nötig wäre. Aber Staub ist da erbarmungslos. Außerdem nutze ich vermehrt Gläser, statt aus der Flasche direkt zu trinken und muss mittlerweile feststellen: Entweder bin ich zu blöd zum Einschütten von Getränken oder hab mittlerweile einen weiteren Umstand gelernt, der von niemandem vorher verraten wurde. Zumindest rund um den Stammplatz meines Glases klebt es irgendwann.

Dazu kommt noch, dass ich ein neues Talent während der Pandemie entwickelt hab: Umstoßen und Verschütten von Getränken, die auf meinem Schreibtisch stehen. Ist mir jetzt schon drei oder vier Mal passiert und es gibt einfach keine gute Erklärung noch Entschuldigung dafür, außer: Blödheit.

Und dann bin ich noch nicht mal so talentiert wie die italienische Künstlerin Giulia Bernardelli – wenn die Kaffee verschüttet, macht sie wenigstens noch sensationell gute Kunstwerke daraus:

Das ist schon übertrieben gut – ein Schelm, wer da allerdings behauptet, dass sie tatsächlich erstmal Kaffee auskippt, um dann darin rumzumalen. Falls aber doch … mein lieber Herr Gesangsverein. Wobei es am Ende ja ohnehin nur auf das Ergebnis ankommt.

Wer noch mehr von ihrer großartigen Kunst sehen möchte, schaut am besten auf ihrem Instagram-Profil vorbei – da sieht man dann auch, dass sie sich nicht allein auf Kaffee beschränkt.

Ehrlich gesagt hätte ich tatsächlich nie im Leben gedacht, dass dP Art Drawing jemals wieder mit irgendeiner Arbeit so wirklich überraschen kann. Ich mein, inhaltlich ist nahezu alles, wirklich alles, absolut sehenswert, aber vor allem die Art und Weise wie die Kunst entsteht, war dann doch noch mal eine Schippe drauf und das eigentlich herausstechende Merkmal gegenüber ähnlichen Künstlern.

Und genau hier wusste der Künstler bisher immer mit erneuter Vielfalt zu überraschen. Um das nur mal aufzuzählen:

  • Zwei Bilder gleichzeitig und nur basierend auf weißen Punkte gemalt – [Link]
  • Ein Bild, das wie von einem Nadeldrucker gedruckt gezeichnet wird – [LINK]
  • Quasi ähnliches Konzept, aber hier entsteht das Bild per Zirkel – [LINK]
  • Ein wahnsinnig übertrieben dickes Daumenkino mit mehr als 1.400 Zeichnungen – [LINK]
  • Ein Daumenkino, das in 100 Tagen entstanden ist – [LINK]
  • Ein Bild, dass mit einem elektrischen Radierer gezeichnet wurde – [LINK]
  • Bilder, die so lange gezeichnet wurde, bis der Bleistift aufgebraucht ist – [LINK]

Wie gesagt, die Bilder, die dann dabei noch herausgekommen sind, können sich auch absolut sehen lassen. Und jetzt? Kommt schon wieder eine neue Variante, ein Bild entstehen zu lassen. Oder besser gesagt, mehrere, aber alle auf einem einzigen Stück Blatt Papier.

Dabei zeigt es das Beitragsbild schon, das Material wird dabei ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, allerdings ist der Eindruck eigentlich falsch. Denn wenn man lediglich permanent einfach nur weiter auf Papier malt oder schreibt, trägt man im Grunde zusätzliches Material auf das Papier auf. Was eigentlich heißt: Das müsste mit jedem Mal ein bisschen dicker werden.

Nachteil ist dann natürlich, dass man absolut nichts mehr erkennt, was uns dann auch zum Hier und Jetzt bringt – denn natürlich kommt hier immer wieder der Radierer zum Einsatz (sogar die mechanische Variante) und so ein Radierer funktioniert eben so, dass er Material (mit Farbe) entfernt. Daher ist es dann nur logisch, dass das Papier sich irgendwann quasi auflöst, 211 Zeichnungen sind dann aber dennoch eine ziemliche Ansage:

Jetzt bin ich wirklich gespannt, was als nächstes kommt. Irgendwann muss doch wirklich mal Schluss sein, oder?

Eigentlich halte ich mich schon für jemanden, der sich deutlicher an Fakten als an Gefühlen orientiert, weil Fakten halt oft auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, Naturgesetzen und anderen Dingen basieren, die man nur schwer widerlegen, dafür aber oft gezielt reproduzieren kann. So ein Fakt ist schließlich idealerweise unumstößlich und damit sehr verlässlich – bei Gefühlen ist das ja immer so eine Sache.

Daher hab ich oft auch gar nicht mal so gute Emotionen für all jene, die sich an vieles halten, aber nicht an Fakten. Natürlich kannst du daran glauben, dass irgendwelche Heilkristalle fancy Magie nur an dich übertragen, Zuckerkügelchen stark unterschätzt sind und man herkömmliches Leitungswasser nur oft genug auf den Tisch werfen muss, damit seine Superpower aktiviert wird – aber dann bist du halt leider ein bisschen dumm.

Ähnliches gilt natürlich auch für all die Verstrahlten, die glauben, dass Ärzte und Co. bei Querdenker-Demos in Gullideckeln wohnen würden und nur darauf warten, die Leute heimlich in die Waden zu impfen. Oder demnächst mit Impfhubschraubern aufschlagen, um quasi durch Bestäubung flächendeckend die Leute zu immunisieren. Ich mein, das sind an sich schon sehr geile Ideen, aber glaubt denn wirklich jemand, dass wenn das möglich wäre, nicht schon längst passiert wäre? Ist schließlich deutlich einfacher, als permanent überzeugen zu wollen und unsinnig viel Zeit zu investieren, nur damit sich Gundula und Herbert vielleicht doch noch pieksen lassen.

Aber ich versteh das auch ein bisschen, denn es gibt eine Sache, die ich einfach nicht akzeptieren will: Dass man ein Blatt Papier nur irgendwas um die 7-mal falten kann. Ich verstehe natürlich das „warum“ und dass man damit auch ganz leicht exponentielles Wachstum erklären kann – aber irgendwas in mir will doch immer wieder versuchen, es öfter zu falten. Was natürlich nie gelingt, weil halt Fakt und so.

Ebenso wird mir wohl kaum gelingen, jemals so kunstvoll zu falten, wie es Polly Verity mit ihrer Kunst tut. Was aber auch okay ist, weil es ja reicht, wenn das einer von uns beiden so richtig gut kann:

Schon sehr stark, vor allem wenn das scheinbar super leicht von der Hand geht.

Ist aber auch egal, wir sind ja hier schließlich nicht beim „Held der Steine“ und hoffentlich haben wir auch jede unsinnige Auseinandersetzung auf Anwaltsebene hier hinter uns gelassen – dafür kann man einfach viel zu coole Sachen mit LEGO und anderen Klemmbausteinen machen, man denke da nur mal an die Säge aus der aktuellen Win-Compilation.

Oder man macht halt einfach mal Kunst, denn dafür ist der Kram ja mehr als prädestiniert, auch wenn das eigentlich mal reines Spielzeug war. Adnan Lotia zum Beispiel – auf Instagram als uvupv unterwegs – erstellt mit den kleinen Steinchen ikonische Plattencover, vor allem um seiner Lieblingsmusik in irgendeiner Form zu huldigen. Und beweist dabei nicht nur sein künstlerisches Talent, sondern auch, dass LEGO und Co. nicht immer nur in 3D gebaut werden müssen, um cool zu sein (wobei das ja hier irgendwie doch ein bisschen 3D ist):

Zum internationalen Mädchentag hat er zudem ein paar Magazincover gebastelt – mindestens genauso stark:

Großartige Kunst, gerade weil das ja in Richtung Pixel-Art geht und das halt schon nicht einfach ist, mit wenig, möglichst viel oder zumindest etwas prägnant darzustellen. Bewundere ich sehr und bin auch neidisch, dass ich das einfach so gar nicht kann. Wie bereits erwähnt, viel viel mehr von seiner Arbeit findet man am besten auf Instagram.

]]>
https://www.wihel.de/ikonische-plattencover-aus-lego-von-adnan-lotia/feed/ 1
Zuckerwattekunst aus Japan https://www.wihel.de/zuckerwattekunst-aus-japan/ https://www.wihel.de/zuckerwattekunst-aus-japan/#comments Thu, 04 Nov 2021 15:36:00 +0000 https://www.wihel.de/?p=121517 Zuckerwattekunst aus Japan | Essen und Trinken | Was is hier eigentlich los?

Ich glaub, ich hab in meinem Leben nur ein oder zwei Mal Zuckerwatte gegessen. Das liegt vor allem daran, dass es das Zeug mehr oder weniger nur auf Jahrmärkten gibt und die sind halt meistens immer eine Enttäuschung. Also je nach dem, mit welchen Erwartungen man da hingeht.

Will man irgendwelche Fahrzeuge fahren oder so richtig was erleben, wird man eigentlich immer enttäuscht. Ist ja auch klar, denn was soll man schon großartig auf die Beine stellen, was dann massiv beeindruckt, aber eben auch schnell wieder ab- und aufbaubar ist? Da bleibt nicht viel. Und diese Grusel- und Spiegelhäuser … naja.

Auto-Scooter ist meistens von irgendwelchen komischen Gestalten belegt und macht eigentlich auch nur Spaß, wenn man sich gegenseitig über den Haufen fährt, was aber wiederum von den Betreibern nicht gern gesehen ist und alles, was sich schnell um irgendwelche Achsen dreht, war noch nie meins.

Bleibt also nur Essen, Trinken und Leute gucken. Und das kann man eigentlich sehr gut, gefühlt ist aber die Auswahl bei Essen und Trinken stark zurück gegangen. Wenn man dann die 5. Fressbude mit dem gleichen Angebot sieht, fragt man sich halt irgendwann auch, was das Ganze noch soll.

Außerdem ist Zuckerwatte eigentlich schon ziemlich abartig, denn im Grunde ist das – der Name sagt es schon – einfach nur Zucker. Klar, in anderer Form und jetzt auch nicht im Kilobereich, aber würde sich Zuhause jemand hinsetzen und tatsächlich einfach mal n Löffel puren Zucker in den Rachen schieben? Vermutlich nicht.

Immerhin kann man damit aber sowas wie Kunst machen, wie das nachfolgende Video beweist und ich geb auch gern zu, dass das ein bisschen nach Magie aussieht, wenn sich da die beinahe unsichtbaren Fäden um den Stiel wickeln:

Bin aber auch mittlerweile viel zu fett für Zuckerwatte.

Während dieser ganzen Homeoffice-Zeit, die ja nun schon beinahe ihr zweites Jahr hinter sich hat, hab ich vor allem zwei Dinge gelernt, die ich vorher für ziemlichen Quatsch oder mindestens für weniger wichtig gehalten hab (was auch auf andere Dinge zutrifft, aber ich kann hier ja nicht bis in die Unendlichkeit schreiben).

Erstens: Urlaub ist tatsächlich wichtig. War es früher schon Erholung, wenn man einfach statt im Büro von Zuhause aus gearbeitet hat, ist dieser Rückzugsort mit quasi dauerhaftem Homeoffice nicht mehr existent. Umso wichtiger ist es, dass man darauf achtet, sich einen neuen Rückzugsort zu schaffen, weil es einfach sein muss, dass man Arbeit und Nicht-Arbeit klar trennt, damit das auch im Kopf besser funktioniert.

Zweitens: Nicht nur Urlaub ist wichtig, sondern auch kleine Pausen zwischendurch. Wenn man am gleichen Ort lebt, wie man arbeitet, liegt es natürlich Nahe, dass man noch mal schnell nach Feierabend was macht oder Selbigen einfach hinauszögert. Ist vollkommen in Ordnung, solange man nicht übertreibt und vor allem auch mal zwischendrin Fünfe gerade sein lässt. Ich war ja nie ein großer Fan von Mittagspausen, aber gerade im Homeoffice seh ich zu, auch mal einfach vom Rechner weg und ein paar Minuten ins Wohnzimmer auf die Couch zu gehen.

Bedeutet insgesamt: Entspannung ist wichtig und man sollte verstärkt darauf achten, dass man gerade im Homeoffice davon genug bekommt bzw. sich die Zeit dafür nimmt. Und sei es nur, indem man Erobique dabei zuschaut, wie er in bester Bob Ross-Manier einen magischen Kraken mit Wasserfarben zeichnet und dabei eine der besten Album-Ankündigungen kreiert, die ich in letzter Zeit gesehen hab:

Ich find Wasserfarben aber selber ziemlich scheiße. Hat mich schon immer genervt, dass man das nur schwer bändigen kann.

Und ich will ehrlich sein: Ich hab keine wirkliche Ahnung warum. Wobei, ich weiß schon, warum ich das jeden Tag aufs neue mache, aber es steckt nicht wirklich ein größeres Ziel dahinter. Das war mal anders, aber mittlerweile bezahlt die Seite hier keine Rechnungen, die es ohne die Seite geben würde und auch ein etwas größerer Ausblick in die Zukunft lässt nicht wirklich darauf hoffen, dass dieses Hobby irgendwann mal ein Beruf werden kann.

Muss es ja aber auch nicht sein, denn wenn der eigentliche Beruf auch Spaß macht, braucht es ja nicht zwingend eine Verschmelzung von beiden. Immerhin, abgesehen vom ausbleibendem finanziellen Erfolg hat die Seite dann doch auch viel gebracht, nicht zuletzt an Wissen in vielerlei Richtungen.

Und wenn man das so lange macht, dann kommen da auch einige Beiträge zusammen – logisch, dass ich mich an Großteil schon gar nicht mehr erinnern kann. Ab und an gibt es aber doch diese Leuchttürme, an die man sich immer wieder mal erinnert.

Die Illustrationen von Pawel Kuczynski sind so ein Leuchtturm und ich finde es bis heute schade, dass nach meiner Säuberungsaktion lediglich ein Beitrag übrig geblieben ist. Aber Sicherheit geht vor, besonders wenn Anwälte mit am Tisch sitzen. Dennoch, diesen einen Beitrag schau ich mir immer mal wieder gerne an.

Ebenso darf sich da auch Davide Bonazzi dazu gesellen, der im Prinzip das Gleiche wie Kuczynski macht, halt mit leicht verändertem Stil, dafür aber mit einem mindestens genauso scharfen Auge und der Fähigkeit, unsere Gesellschaft kritisch zu illustrieren:

Wer gern mehr von ihm sehen möchte, schaut am besten auf seiner Webseite vorbei oder auch gern in den Beitrag von damals.

Allerdings mach ich das auch schon eine ganze Weile hier und bin auch allgemein mit Namen eher schlecht im Alltag unterwegs. Gesichter kann ich mir erstaunlich gut merken, aber Namen … ganz dünnes Eis, auf dem ich mich da beweg. Außerdem denk ich ja ab und zu auch, dass da schon mal ein Beitrag zu einem Thema kam, nur um dann doch eines Besseren belehrt zu werden.

Auch bei Iantha Naicker wurde ich ein bisschen überrascht, allerdings klingelte da auch etwas in der hintersten Ecke meines Denkstübchens. Und tatsächlich ist das noch gar nicht so lange her, dass sie hier auf der Seite festgehalten wurde – genauer gesagt mit ihren kleinen Tierchen, die sich auf Linienpapier nicht so richtig an die festgelegten Regeln halten wollen.

Und tierisch bleibt es auch bei den heutigen Werken der mittlerweile in Durban lebenden Künstlerin, denn sie mal gekonnt mit Perspektive Miniatur-Ausgaben auf ihre linke Hand. Das sieht dann sehr schnell dreidimensional aus und erinnert mich an einige der früheren Beiträge, die meiner Säuberungsaktion vor Monaten zum Opfer gefallen sind.

Das tut dann immer gleich doppelt weh, wenn man regelmäßig unregelmäßig schaut, welche Beiträge denn auch über einen längeren Zeitraum besonders gut ankommen, nicht zuletzt weil sie großartige Kunst zeigen. Aber man muss eben auch loslassen können, besonders wenn da auch der finanzielle Aspekt mit reinspielt, ich hatte ja mehrfach kurz ausgeführt, was so die Problemfälle und Stolperfallen im Netz sind und dass man im nächsten Leben hoffentlich Abmahnanwalt wird (auch wenn man danach ein Dasein in der Hölle fristen muss).

Ganz vielleicht kann aber Naicker die dadurch freigewordene Lücke füllen – sehe eigentlich nichts, was dagegen spricht:

Mehr Arbeiten von ihr gibt es überraschenderweise bisher nicht auf Instagram, aber Facebook. Ist ja fast das Gleiche.

Jetzt so kurz vor Halloween sind die Leute wieder mehr am Durchdrehen als ohnehin schon, wobei … 2021 ist das mit dem Durchdrehen ja ohnehin auf einem ganz neuen Level angekommen. Vielleicht sagt man besser, dass die Leute jetzt wieder anders durchdrehen und absurderweise ist das sogar die deutlich bessere Form des Durchdrehens.

Sieht man unter anderem ganz gut im Supermarkt, wo wieder alles irgendwie mit Halloween in Verbindung gebracht wird. Natürlich in erster Linie Süßigkeiten, weil man die halt einfacher mit irgendwelchen Farben und Formen im Sinne von Halloween versehen kann – oder zumindest reicht eine andere Verpackung. Macht immerhin noch Sinn, weil es ja dank den US of A ja auch darum geht, Süßigkeiten zu erbetteln.

Wenn man dann aber sieht, dass es plötzlich auch Halloween-Pizza gibt, wo einfach nur Kürbis mit bei ist, wird es schon leicht komisch. Doch hört es da nicht auf, denn plötzlich gibt es auch Halloween-Deo, -kaffee oder Konservendosen. Was an denen dann so gruselig sein soll? Dass da einfach nur irgendeine Scheiße auf die Verpackung draufgedruckt wird und … das wars. Ach ja, der Preis natürlich, weil ist ja dann plötzlich limitierte Edition, da kann man ruhig mal mehr verlangen.

Und weil ja auch Weihnachten unmittelbar vor der Tür steht, mischt sich das alles mit Lebkuchen, Weihnachtsmännern und Adventskalendern – denn wenn schon absurd, dann bitte richtig.

Dagegen mittlerweile normal ist schon, dass die Leute auch immer häufiger mit Deko-Kram anfangen. Hier bei uns in der Gegend ist das noch sehr überschaubar, liegt aber auch daran, dass hier vor allem ältere Leute wohnen, die mit dem Quatsch nix anfangen können. Aber ich hab auch schon Vorgärten und Fenster gesehen, die man gut mal in eine amerikanische Serie oder Film einbinden kann.

Wenn man so will, dürfte da auch Scott Wilcock dazu gehören, der für seine Deko diesen Kunstschnee nimmt, den man an Fenster sprühen kann. Eigentlich eher was für die weihnachtliche Dekoration, aber so wie Wilcock das macht und vor allem mit diesem Können und Detailgrad ist das für Halloween auch vollkommen okay:

Natürlich beschränkt er sich nicht nur auf Gruselmotive, sondern macht eigentlich alles Mögliche – am besten zu finden und zu bestaunen auf Instagram.

Ich bin ja nach wie vor traurig, dass das mit der Vorstellung von Kunst, Illustrationen, Fotos und Bildern in der gesamten Blogosphäre stark nachgelassen hat. Das war immer guter Content und gerade in Zeiten, in denen TrashTV regiert, ist so ein bisschen Kultur doch immer sehr erfrischend.

Außerdem verbinde zumindest ich Kunst immer noch entweder mit „antiken“ Malereien und Zeichnungen. Oder mit irgendwelchen Sachen, die kein Mensch versteht. Lieblingsgeschichte dabei ist die von dem Museumsgast, der seine Brille im Museum vergessen hat und alle dachten, das wäre eine Kunstinstallation.

Und der Grund für den Rückgang: Vor allem Abmahnungen und Anwälte. So viel Spaß diese Vorstellungen von Künstlern nämlich machen, die können sehr schnell sehr teuer werden – und bringen dann noch nicht mal wirklich viel Geld in die Taschen der Künstler, sondern helfen vor allem besagten Anwälten. Und wenn wir ehrlich sind: Denen geht es allen nicht sooo schlecht, als dass sie das noch wirklich bräuchten.

Gerade bei deutschen Künstlern bin ich da sehr vorsichtig, weil da eben doch eher zum Anwalt gegriffen wird, als zur Tastatur – tatsächlich sind es bisher auch nur Künstler aus dem Ausland, die sich für die Vorstellung bedankt haben.

Die eine oder andere Ausnahme muss aber sein und Stefan Große Halbuer ist genau so eine. Denn dafür sind seine Bilder und Illustrationen schon wieder zu gut, als dass die einfach nicht ins Rampenlicht gerückt werden – gerade aufgrund des Stils, Detailgrads und dieser teilweisen Mischung aus ein bisschen Chaos und gleichzeitiger Akkuratesse (Wort gibt es tatsächlich, musste aber auch erst Googeln):

Mehr seiner Arbeiten gibt es natürlich auf seiner Webseite, aber auch Behance und natürlich Instagram. Lasst da gern den einen oder anderen Like da.

Das Thema Tattoo ist bei mir nach wie vor noch nicht vom Tisch, aber irgendwie auch doch, weil ich halt auch nicht jünger werd und das mit jedem Jahr irgendwie ein bisschen alberner in meinem Kopf klingt. Darüber hinaus hat sich an den Gründen dafür und dagegen nicht viel geändert, lediglich das Thema Hygiene kam noch hinzu – was halt nicht heißt, dass Tätowierer alle unhygienisch sind, aber mit Corona hat gerade der Aspekt deutlich an Gewichtung hinzugewonnen. Reicht ja, wenn da nur mal einer nicht zu 100% genau arbeitet und wie peinlich und dumm wär das, wenn man sich ausgerechnet dort infiziert? (nicht peinlicher als beim Einkaufen, weil auch dort ein Haufen Idioten rumrennen, aber nun ja)

Ich hab mich ehrlicherweise auch nicht weiter mit dem Thema auseinander gesetzt, weil ohne andere Sachen wichtiger waren und vielleicht schenk ich bestimmten Aspekten auch einfach zu viel Bedeutung als dass da jemals was bei rumkommen wird. So ein bisschen Lockerheit schadet ja ohnehin im Allgemeinen nicht und wenn man sich ein Beispiel nehmen müsste, dann wäre das wohl bei Phil Berge bzw. den von ihn tätowierten Menschen ziemlich richtig.

Denn der Künstler aus Montreal hat diverse Leute mit Motiven versehen, die sich immer nur leicht ändern, sodass man am Ende quasi im Daumenkino-Stil kleine Filmchen damit erstellen kann, sofern man denn Bilder davon schnell hintereinander abspielt. Erinnert ein bisschen an die Aktion von Fynn Kliemann zu einem seiner Songs, nur eben anders und irgendwie ist auch Daumenkino hier ein ziemlich absurder Begriff, wenn man sich die Untergründe der Tattoos anschaut:

@philberge

#Duo avec @kewpietattoo tattooed the legend

♬ I like hot moms – Thatmulletdude

Keine Ahnung, wie viele Leute für Snoopy ihre Haut hinhalten mussten, für das nachfolgende Video hat er aber nicht weniger als 76 Tattoos gestochen:

@philberge

Finally! I made a total of 76 tattoos to create this scene from Betty Boop Snow White. A huge thank you to everyone that got tattooed for this project. #fyp #tattoo #tattoos #animation #stopmotion #fleischerstudios #cabcalloway #fleischer

♬ St. James Infirmary – Cab Calloway

Ein bisschen krass ist das schon.

Diese leidige Diskussion darüber will ich aber nicht erneut lostreten, wir sehen ja das Resultat und auch, wie viele Seiten es teils auch deswegen nicht mehr gibt. Am Ende hat man sich eben ins eigene Fleisch geschnitten und nicht nur anderen, sondern auch sich selbst den Spaß genommen.

Ab und an gibt es aber doch mal Künstler und Kunst, die trotzdem geteilt und verbreitet werden soll und muss und dazu gehört auch die Arbeit von Iantha Naicker. Denn sie malt kleine, niedliche Tiere, die sich allerdings nur bedingt an Regeln und Normen halten. Zumindest wenn es um Linien auf Papier geht:

Ein bisschen mehr ihrer Arbeit gibt es hier und wer mag, kann über Etsy auch das eine oder andere Produkt mit ihrer Kunst darauf kaufen.

Genauso wie ich alle paar Wochen mein Setup hier im Homeoffice infrage stelle und mal wieder in einem Wahn recherchiere, was ich noch so alles verbessern könnte (suche nach wie vor nach einer richtigen Smartphone-Halterung für den Bildschirm, damit man selbiges als Webcam benutzen kann – sind einfach um ein Vielfaches besser als richtige Webcams), hinterfrage ich auch die Anordnung im Raum selbst.

Das Problem ist dabei jedoch immer: Das hat ja schon seinen Grund, warum man mal alles so hingestellt hat, wie man es hingestellt hat. Und nach einiger Zeit hat man dann auch den Platz ausgereizt – zumindest bin ich jemand, der nach und nach sämtlichen Raum mit irgendwas zustellt, weil halt gerade da Platz war – wohlwissend, dass das eigentlich großer Mist ist, besonders weil ich Platz auch sehr mag.

Das schränkt dann auch die Flexibilität ein, wenn man doch mal alles irgendwie umstellen will. Dazu kommt, dass man ja Fenster nicht neu positionieren kann, klar ist aber auch: Will man nicht im Hintergrund haben, weil dann die Bildschirme spiegeln, aber auch nicht vor sich, weil dann doch mal Sonne und Co. blenden können.

Dennoch verspüre ich immer mehr den Drang, etwas ändern zu wollen – werde es aber nicht können, weil es mit „ich stell mal alles ein bisschen um“ nicht getan wäre, aber finanzielle Investitionen gegenüber der Regierung nur schwer zu rechtfertigen sind. Denn die habe ich ja in den letzten Wochen bereits vorgenommen …

Muss ich mich halt damit begnügen, zu schauen, was andere so tun – und vielleicht für die Zukunft lernen, denn wir werden ja auch nicht ewig in der aktuellen Wohnung bleiben. Erick Garcia ist da eine gute Adresse, denn der Designer zeigt nachfolgend, wie man auch einen sehr kleinen Raum recht gut optimieren kann, wenn es um Platz und ideale Nutzung von Stauraum geht und trotzdem alles einigermaßen wohnlich bleibt:

Hier und da widerspricht er sich aber dennoch, oder?

Wir sind uns vermutlich alle einig, dass die weiterhin anhaltende und gefühlt nie endende (weil wir einfach noch nicht genug „Experten“ dafür haben) Pandemie unser aller Leben stark verändert hat. Das kam in der Geschichte natürlich öfter mal vor, aber wohl noch nie so schnell – auch wenn es nicht wirklich von einem Tag auf den anderen war, wenn man denn wenigstens mit einem offenen Auge durch die Welt gegangen ist.

Bemerkenswert dabei fand und finde ich nach wie vor: All die großartigen Chefs, die jahrelang behauptet haben, dass Homeoffice nicht möglich ist, wurden nun eines Besseren belehrt. Natürlich gibt es noch genug Exemplare unter ihnen, die das bis heute nicht wahr haben wollen (ich klammere hier bewusst Berufe aus, bei denen das tatsächlich nicht geht oder wer stellt sich ein Förderband ins eigene Wohnzimmer?) und kenne selbst im näheren Bekanntenkreis genug Fälle, bei denen Leute auch noch während der Hochzeit der Pandemie gefälligst wieder ins Büro kommen sollten. Aber selbst mein Chef, der zwar mit Homeoffice kein Problem hat, aber sich schwer tut mit dem Gedanken von Full Remote-Arbeit hat eingesehen: Es geht.

Insofern hat Corona tatsächlich auch ein bisschen was gutes, denn es hat den einen oder anderen Wandel zu etwas mehr Moderne beschleunigt – ist halt dann auch einfach Pech, dass die digitale Infrastruktur in Deutschland jahrzehntelang vernachlässigt wurde.

Ich begrüße jedenfalls den Wandel, den meine Firma durchgemacht hat und auch noch durchmacht und hoffe, dass da das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist (was nicht heißen soll, dass das dringend nötig war – die war ohnehin schon sehr weit vorne dabei wenn es darum geht zu verstehen, dass Mitarbeiter gute Leistung bringen, wenn sie sich wohl fühlen).

Motocross Saito hat das Thema des Wandels der Arbeitskultur vor einigen Tagen ganz wunderbar visualisiert – mit Pixel-Kunst und passender Musik. Zwar nur für Japan, dafür aber direkt mal die letzten 100 Jahre, wobei da auch schon wieder absurd ist, dass das bedeutet, dass es 1920 los geht. Kinder, wo ist nur die Zeit geblieben?

It’s been almost 100 years since the “salaryman” type of office worker first appeared in Japan back in the 1920s.

As our society faces a major turning point, SmartHR decided to create a brand film to reflect upon how work styles have changed with time over the past century.

We hope that by looking back on history, we inspire people to think about how they want to work going forward.

Ich hab von Kunst ja an sich so gar keine Ahnung und will auch in diesem Leben eigentlich gar keine Ahnung mehr haben. Zumindest lösen künstlerische Bilder eher selten irgendwelche Emotionen aus, mal abgesehen von „versteh ich nicht“, „was ist das?“ oder auch einfach nur „really?“ Wobei ja Verwirrung auch sowas wie eine Emotion ist, insofern …

Aber gerade so abstrakte Kunst, ist für mich absolut schwer zu greifen und gerade da stellt sich dann schnell die Frage nach dem Sinn, besonders wenn dann auch irgendwann mal der Preis mit eine Rolle spielt. Klar, Kunst ist für jeden anders und maximal subjektiv – ich glaube aber auch, dass da viel mit Marketing, Rang und Namen gespielt wird und mehr Schein als Sein an der Tagesordnung ist.

Aber auch historische Kunst muss schon etwas besonders haben, wenn ich da wirklich mal drauf anspringe – kann mich zumindest nur an ein Bild (wenn überhaupt) erinnern, dass ich tatsächlich gut fand.

Bin dann wohl doch eher einfach mehr der Foto-Typ, der eingefangene Momente aus dem näheren Hier und Jetzt bevorzugt. Das aber auch nur bedingt, denn aktuell tänzel ich immer mal wieder virtuell um ein Fotoband eines englischen Fotografen herum, der aber einfach unfassbar teuer ist. Aber die Bilder von ihm sind auch unfassbar gut und so hin- und hergerissen bin ich sonst nur bei technischen Anschaffungen. Die ich mir dann am Ende einfach trotzdem kaufe, auch wenn es im Prinzip sehr unvernünftig ist.

Womit wir dann auch bei der Installation von David Hughes wären, denn die hat auch viel mit Technik zu tun. Oder zumindest mit vielen LEDs und sowas wie optischen Täuschungen. Auch hier ist mir nicht ganz klar, was der tiefere Sinn dahinter ist, aber es sieht tatsächlich faszinierend aus:

Kann man sich natürlich auch kaufen, mit $5.000 ist man an dieser Stelle dabei. Find ich ausnahmsweise mal gar nicht überteuert.

Wir sind aber mittlerweile auch alt, dafür kein Deut klüger, und haben, sobald wir die Sammlung fertig und eine Woche bewundert hatten, alles in den Müll geworfen. In Sachen Finanzmittel und Klimaschutz einfach nur dumm, aber das innere Kind ist manchmal nur schwer zu bändigen.

Auffällig dabei aber auch: Die Spielzeuge haben massiv an Qualität verloren. Man denke da nur mal an die zahlreichen Figuren, die mittlerweile ja auch hier und da ordentliche Sammlerwerte generiert haben – gibt es heute nicht mehr. Weder in Aussehen noch in Qualität noch in irgendeiner Vielfalt. Wenn man so will, ist das alles mittlerweile geradezu aufs Wegwerfen ausgelegt (was unser Handeln natürlich nicht besser macht).

Und auch in Sachen Süßigkeiten selbst ist viel Kreativität verloren gegangen, zumindest Ritter Sport, Milka und auch bei den Corny-Riegeln war früher einfach mehr zu entdecken. Ganz schlimm ist es aber bei Cornflakes geworden. Da gibt es beinahe schon seit Jahrzehnten Stillstand, was neue Sorten angeht und wo verdammt sind hier die Spielzeuge verschwunden?

Zumindest zu meiner Zeit gab es da noch Zeug geschenkt, das zwar auch irgendwo sehr schnell scheiße war, aber immerhin meine Kaufentscheidung als Kind stark beeinflusst hat. Und sei es nur eines dieser Wackelbilder gewesen, dass Bewegungen imitiert, wenn man es kippt.

Die vermutliche gleiche Technik hat der katalanische Künstler Sergi Cadenas angewendet – um Bilder von Personen zu erschaffen, die je nach Blickwinkel altern oder wieder jünger werden. Wenn man das Prinzip kennt, verliert es ein klein wenig seiner Magie, ist aber dennoch beeindruckend anzuschauen:

Mehr davon gibt es natürlich bei Instagram und ich hoffe einfach mal, dass die Sammlung um mindestens weitere 45 Bilder anwachsen wird.

]]>
https://www.wihel.de/alternde-gemaelde-je-nach-blickwinkel/feed/ 3
Schildermaler Iain Hursey https://www.wihel.de/schildermaler-iain-hursey/ https://www.wihel.de/schildermaler-iain-hursey/#comments Wed, 18 Aug 2021 14:30:08 +0000 https://www.wihel.de/?p=118294 Vor einiger Zeit hab ich mal mehrere Tage investiert und tatsächliche alle (!) Beiträge hier auf der Seite durchgeschaut – bei mehr als 9.000 Postings ein ziemlicher Aufwand und der Grund dafür ist auch nicht gerade fröhlich stimmend: Aufräumaktion um mögliche Abmahnungen zu vermeiden.

Ohne erneut die leidige Diskussion um Künstler und die Verbreitung ihrer Werke zu starten, aber das Netz ist einfach kaputt und Anwälte haben da einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet, genauso wie veraltete Gesetze und sonstige Idioten, die man leider viel zu häufig trifft.

Scheinbar ist dabei auch der eine oder andere Beitrag zu irgendwelchen Schildermachern „verloren“ gegangen, vielleicht waren die Videos aber auch einfach nicht mehr verfügbar. Und was bringt schon ein Posting, wenn das dazugehörige Video nicht mehr abspielbar ist?

Was aber auch bedeutet: Warum nicht mal wieder das Thema auf die Agenda setzen? Schließlich sind Schilder so alt wie nützlich, weiß man immer dann, wenn die digitale Welt mit der analogen kollidiert und selbst das Smartphone nicht mehr weiterhilft. Auf der Suche nach einem Arzt wird das schnell deutlich, aber auch bei anderen Lokalitäten, die man zum ersten Mal besucht hat. Wir haben das 21. Jahrhundert, aber ohne Schilder sind wir aufgeschmissen – irgendwie auch absurd.

So kann man sich aber nun einfach irgendwas ins Schaufenster oder an die Wand hängen – oder man investiert ein bisschen Zeit und Liebe, um sich im Zweifel von all den anderen Schilderbesitzern abzuheben. Besser gesagt: Man bezahlt jemanden, der Zeit und Liebe investiert.

So wie zum Beispiel bei Iain Hursey, der Schilder noch in richtiger Handarbeit anfertigt. Selbstverständlich fehlt ihm dabei nicht das nötige Talent und ich bin in gewisser Weise direkt ein bisschen verliebt:

Hursey macht aber nicht nur Schilder, sondern auch andere Dinge, die man sich an die Wand hängen kann – wer etwas mehr Geld investiert, wird hier sicher fündig. Oder sieht zumindest noch viel mehr seiner Arbeiten, genauso wie auf Instagram.

Im Grunde ist das Zeichnen von Buchstaben ja gar nicht so schwer, zumindest wenn an das Alphabet einigermaßen beherrscht. Ich muss aber zugeben, dass ich bei ein paar wenigen Buchstaben noch immer nach den Grundregeln aus der Grundschule vorgehe, was halt schnell sehr beknackt aussieht. Mein großgeschriebenes N ist zum Beispiel immer furchtbar schief und das G hat nicht selten einen komischen Hodensack.

Aber auch einige neue Gewohnheiten sind nicht ganz unproblematisch, denn sowohl das große I als auch das kleine l haben bei meiner Handschrift kaum bis keine Unterschiede, sodass das gleiche passiert wie hier im Text – man kann nicht sagen, welcher Buchstabe es ist.

Witzigerweise (zugegeben, ein sehr unlustiger Witz) würde da selbst eine künstlerische Erweiterung kaum helfen, sprich: In 3D würde man auch keinen Unterschied sehen und wäre kein Deut schlauer. Aber glücklicher, weil selbstgezeichnete 3D-Buchstaben einigermaßen leicht zu erschaffen sind, dafür aber mindestens doppelt so cool aussehen.

Besonders wenn es sich beim Erschaffer um Takumi handelt, der das zumindest scheinbar einfach mal so aus dem Ärmel schüttelt und dabei eine erstaunliche Perfektion an den Tag legt:

How to write 3D letters | English handwriting | A to Z

Ein bisschen herausfordernder sind im Übrigen die nachfolgenden Werke, bei dem auch die Dreidimensionalität im Fokus steht, aber noch der geschickte Umgang mit negativem Raum hinzukommt:

How to write 3D Alphabet with pencil | Satisfying handwri

Simpel, stark und irgendwo auch recht entspannend, oder? An dieser Stelle seien auch die anderen Videos von Takumi kurz empfohlen, denn da gibt es noch weitaus mehr Schreibweisen und sonstige Kaligraphie-Kunst, unter anderem auch mit japanischen Schriftzeichen – die sind ja noch mal mehr Kunst als alles andere.

Zucchini zum Beispiel haben meine Eltern selbst angebaut, aber die dann nicht geerntet, wenn die so klein sind, wie man sie aus dem Supermarkt kennt, sondern einfach Wochen später, wenn das übertrieben große Kawenzmänner geworden sind. Und weil das dann halt viel Zucchini ist, gab es die auch mehrere Wochen hintereinander zu essen – bis es einem aus den Ohren raus kam. Wortwörtlich.

Gleiches gilt auch für Grünkohl – ich hab als Kind so viel Grünkohl gegessen, dass es für zwei Leben reicht und ich mindestens in diesem keinen Grünkohl mehr essen möchte. Und auch nicht werde, weil ich ja mittlerweile erwachsen (= alt genug) bin und über den Großteil meines Alltags selbst entscheiden kann.

Und Pilze sind halt ganz übel, weil wir die mal in Dänemark gesammelt haben. Es gibt nicht viel, was für ein kleines Kind langweiliger ist – aber so richtig schlimm wird es, wenn man die in kleine Streifen schneidet und einfach einen ganzen Abend in der Pfanne zubereitet. Das riecht zwar lecker, sieht aber aus, als ob jemand die Dinger schon mal gegessen hat. Zwei Mal. Und das nicht mit dem Mund.

Avocado hingegen ist nicht ganz so schlimm, wird von mir aber auch gemieden. Soll ja angeblich die gesündere Butter sein, schaut man sich aber mal an, wie mies die Umweltbilanz von so einer Avocado insgesamt ist, bevorzuge ich dann doch die klassische Variante. Genauso scheinen Avocados ja in Sachen Reifegrad äußerst schwierig zu beherrschen zu sein und wenn ich mal so darüber nachdenke, wie oft Line so ein Ding aufgeschnitten und sich vieles eingestellt hat, aber kein Appetit … kann ich da gern drauf verzichten.

Was ich auch konsequent tue, gerade auch bei Sushi. Ist da Avocado drin, wird’s von mir nicht bestellt. Einzige Ausnahme dürfte da maximal Daniele Barresi sein.

Der ist Food-Künstler und zeichnet sich vor allem für seine Schnitzereien aus, für die er auch schon den einen oder anderen Preis mit nach Hause nehmen konnte:

Darüber hinaus ist er natürlich auch noch Chefkonditor und verkauft … ich weiß nicht genau was, aber es sieht spannend aus. Irgendwelche Pulver und Pasten – sieht nach Künstlerbedarf aus. Will sagen: Er ist recht umtriebig und kann scheinbar weitaus mehr als Kunst in Essen kratzen. Das aber wiederum besonders gut, wie man auch auf seinem Instagram-Profil sehen kann.

Man könnte ja meinen, dass DP Truong in Sachen Kunst eigentlich schon alles ausprobiert hat, ohne sich zu weit von der eigentlichen Art der Kunstentstehung zu entfernen: Es sind am Ende immer Bilder, die mehr oder weniger mit einem Stift entstanden sind. Und doch ist es jedes Mal etwas neues und vor allem irgendwie auch extrem.

Da wäre zum Beispiel die Arbeit mit einem elektrischen Radierer, die ich bei Tchibo im Angebot sehend noch müde belächelt hab, die aber scheinbar tatsächlich ein Ding sind. Dann ist da das Daumenkino, dass einfach mal aus unglaublichen 1.400 Zeichnungen besteht, die Zirkelzeichnung oder das Will Smith-Portrait, dass wie bei einem Drucker entsteht. Und natürlich auch die Doppelzeichnung, die mit beiden Händen gleichzeitig entstanden ist, hat bleibenden Eindruck hinterlassen.

Wie man sieht: jede Menge Kreativität, jedes Mal ein bisschen anders und doch gleich – aber die Fahnenstange müsste doch erreicht sein oder? Spoiler: Ist sie nicht. Und ich kann das sogar nachvollziehen, denn auch ich hab das eine oder andere (technische) Projekt, bei dem ich schon mehrfach dachte, dass ich es jetzt endlich hab – und dann fällt mir doch noch wieder was ein, was man dran, drauf oder drumherum bauen könnte. Gilt übrigens auch fürs Homeoffice, bei dem ich schon die nächsten Verbesserungen plane.

Jetzt geht es aber erstmal um DP Truong und das nächste Ding: Herausfinden, wie lange man mit einem einzigen Bleistift zeichnen kann, bis er wirklich verbraucht bzw. einfach nicht mehr nutzbar ist. Und da gibt es jetzt auch keinen Spoiler, aber mindestens Freude, dass wir da nicht in Echtzeit zugucken müssen:

Hängt natürlich auch davon ab, was man wie zeichnet – aber gefühlt hätte ich da quantitativ ein bisschen mehr erwartet. Immerhin: Mal wieder großartige Bilder.

Mittlerweile wissen wir: Mindestens schwierig, denn vor allem sind Querdenker, Idioten und Nazis deutlich präsenter geworden und haben durch die heutigen Kommunikationsmittel deutlich bessere Möglichkeiten ihren Scheiß in die Welt zu blasen.

Und auch ein Blick in die täglichen Nachrichten erweckt nicht wirklich den Eindruck, dass hier irgendwas besser geworden ist, mal von der aktuellen Entwicklung der Infektionszahlen und Impfungen abgesehen (die ehrlicherweise im Vergleich zu anderen Ländern, die noch vor wenigen Monaten müde belächelt wurden, auch nicht gerade preisverdächtig sind – hier ist definitiv eine gewisse Bodenhaftung angebracht).

Tatsächlich aber gab und gibt es immer mal wieder positive Nachrichten, die leider nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie bekommen sollten. Mauro Gatti ist einer, der das ebenfalls bemerkt hat und daher schon seit einer Weile genau diese positiven Nachrichten mit gekonnten Illustrationen etwas mehr ins Rampenlicht stellt.

Das hat er schon letztes Jahr getan und tut es auch dieses Jahr:

Wie schon beim letzten Mal: Folgt ihm mindestens auf Instagram, damit auch euer Tag nicht nur von schlechten Nachrichten geflutet wird! Da gibts nämlich noch viel viel mehr. Und wer mag, kann auch immer mal wieder bei Marco vorbeischauen, der kümmert sich auch um gute Nachrichten, allerdings ohne Illustrationen. Dafür kann der andere Sachen gut – Klatschen zum Beispiel.

Dass die glorreichen Zeiten, als man mit Blogs – zumindest in der Form wie dieser hier – noch ein gutes Taschengeld verdienen konnte, dürfte hinlänglich bekannt sein. Vermutlich sieht es bei den Special Interest-Seiten noch etwas anders aus, aber das war halt auch nie mein Ding, denn auf ein Themengebiet festgenagelt zu sein … das wollt ich nicht. Das fühlt sich dann auch schnell einfach nur nach Arbeit.

Der Fokus liegt halt in der Industrie mittlerweile nahezu ausschließlich auf Instagram und YouTube. Sicher, über die Nachhaltigkeit kann man sich bestimmt streiten, ich verstehe aber auch, dass Bewegtbild einfach erstmal mehr zieht. Vielleicht würde blogtechnisch auch noch etwas mehr gehen, wenn man aktiv Akquise betreiben würde … aber auch darauf hab ich mal so gar keine Lust. Und bin auch allgemein sehr schlecht darin.

Das erklärt auch, warum ich das bisher nur ein Mal gemacht hab und selbst da hat sich das einfach nur falsch angefühlt. Aber ich wollte halt unbedingt so einen schnieken Braun Series 9-Rasierer haben. Die hatte ich schon mehrfach verlost und dachte irgendwann „Scheiß doch mal aufs Geld, ich will son Ding“.

War dann auch gar nicht mal so einfach, am Ende aber erfolgreich und seit dem benutz ich das Teil nun schon ein paar Jahre und bin nach wie vor sehr zufrieden. Nicht, dass es auch ein anderer Rasierer für meine Zwecke getan hätte, aber wenn man schon die Möglichkeit hat … ja, warum denn dann nicht?

So in etwa könnte auch der Gedankengang von RAY Studio gewesen sein, allerdings weniger in Bezug auf die Anschaffung des Rasierers, sondern was man damit alles anstellen könnte – also neben rasieren und das Ding reinigen.

Zum Beispiel könnte man daraus ja einen Transformer bauen bzw. eine Art War Machine, wie man ihn aus den Marvel-Filmen kennt. Könnte man nicht nur, kann man tatsächlich:

Sieht auf jeden Fall sehr cool ist – nur mitm Rasieren wird’s schwer. Aber irgendwas is ja immer.

Denn auch wenn das quasi für ein Leben lang unter der Haut bleibt, vielleicht braucht das auch gar nicht DIE Bedeutung, wie immer alle sagen, die auch noch in 300 Jahren genauso bestehen muss. Ich kann mir zumindest nur sehr schwer vorstellen, dass das bei Arschgeweihen so funktioniert, lasse mich da aber gern eines Besseren belehren (und wäre dann ehrlich gespannt auf die Stories dazu).

Vielleicht kann ein Tattoo auch einfach nur schön sein und gefallen – was bei den Arbeiten von Eva Karabudak definitiv der Fall sein dürfte, bei ihr kommt aber noch ein so unglaublicher Detailgrad hinzu, dass es teils beinahe schon wirkt, als wären die Bilder davon Fake oder es würde sich um diese Aufklebe-Dinger handeln, die man früher in Kinderzeitschriften bekommen hat und mit Wasser auf die Haut drücken musste.

Unglaublich schöne Arbeiten:

Schaut da unbedingt auf ihrem Instagram-Profil vorbei, das ist wirklich Wahnsinn und mehr als beeindruckend!

Ich hab lange überlegt, was ich zu dem nachfolgenden Video schreiben könnte, denn es ist unglaublich faszinierend, hat aber auch mit dieser Form von Kunst zu tun, der ich nur bedingt was abgewinnen kann, weil man die halt auch einfach nur ein paar Minuten anschauen kann und dann einfach weiter geht, weil man so emotional wie ein Schuhschrank ist (keine Ahnung, wie emotional Schuhschränke sind, vermutlich aber nicht besonders).

Kurzum: Hier sieht man einfach zwei „Dinger“, die auf einen Punkt in der Luft zeigen. So simpel, so unspektakulär – aber die Dinger sind halt bis zu einem gewissen Grad beweglich und doch zeigen sie immer weiter auf den gleichen Punkt in der Luft, was das ganze halt schnell unwirklich macht.

So unwirklich, dass ich mir das Video mehrmals angesehen und trotzdem nicht verstanden hab, wie das funktioniert – ist ja nicht so, dass die Bewegung hier nur im Milimeterbereich stattfindet, wobei ich aber auch behaupten würde: Da kann man ruhig mal mit ein bisschen mehr Gewalt ran.

Meine Vermutung: Das hat irgendwas mit den Tetraedern zu tun – und jeder Menge Mathematik, denn die Form scheint mir alles andere als Willkürlich zu sein. Oder halt Voodoo, wobei Tetraeder und Mathematik ohnehin schon nach Voodoo und schwarzer Magie klingen.

The designs are formed by tetrahedron-shaped elements, each composed of three blade flexures with a trapezoidal shape, that are connected in series without intermediate bodies. This is new with respect to the designs currently found in literature and helps to increase the range of motion.

These bending structures rotate in 3D around a single point, which floats in the air. Applications could be in nanopositioners or spacecraft, as high-precision alternative to ball-and-socket joints.

Erinnert mich aber auch direkt wieder an das Video mit dem deutschen Panzer und dem Bierglas auf dem Rohr …

]]>
https://www.wihel.de/auf-den-punkt-fixierte-kunst/feed/ 5
Ein Daumenkino aus mehr als 1.400 Zeichnungen https://www.wihel.de/ein-daumenkino-aus-mehr-als-1-400-zeichnungen/ https://www.wihel.de/ein-daumenkino-aus-mehr-als-1-400-zeichnungen/#comments Tue, 27 Apr 2021 10:52:06 +0000 https://www.wihel.de/?p=113711 Ein Daumenkino aus mehr als 1.400 Zeichnungen | Design/Kunst | Was is hier eigentlich los?

So richtig kriegen Line und ich unseren Plan – alle Avengers-Filme in chronologischer Reihenfolge am Stück zu schauen – nicht umgesetzt. Ich mein, wir haben angefangen und sind mittlerweile auch quasi bei Thor angekommen, aber zwischen den einzelnen Filmen liegen dann doch viele, viele Wochen … zumindest das „am Stück“ müssen wir hier mehrfach streichen.

Auf der anderen Seite: Am Stück gucken wäre halt auch unfassbar hart, weil es eben doch viele Filme sind und die ja auch alle eine gewisse Länge haben. Und wer will denn Filme gucken, bei denen ab spätestens der Hälfte nicht mehr der Film zählt, sondern nur noch das pure Durchhalten? Das wär Mist und würde nur dazu führen, dass man die ganzen Filme nur noch mit dieser negativen Erinnerung in Verbindung bringt.

Aber wenn wir bei hart sind – das dürfte auch sich wohl dp Art Drawing mal wieder gedacht haben. Sich mittlerweile als feste Größe entwickelnd (wir hatten den Künstler bereits hier, hier, hier, hier und hier) sind bei ihm mal wieder unsäglich viele Stunden in eine Arbeit geflossen – um das mal mit Zahlen zu unterfüttern: 736 Stunden, um am Ende 1.400 Zeichnungen anzufertigen.

Dabei geht es aber gar nicht mal um Fließband-Zeichnungen, sondern um das vielleicht größte Daumenkino der Welt. Und natürlich hab ich diesen Beitrag nicht einfach nur so mit den Avengers eingeleitet – auch das Daumenkino von dP Art Drawing dreht sich um die Avengers, genauer gesagt um Endgame:

This is the longest flipbook I’ve ever made, I drew over 1400 drawings to capture the most memorable Iron Man VS Thanos moments. There were the days I worked more than 10 hours and until 2:00 in the morning every day. I planned to draw only 1000 drawings, but I was not satisfied so I drew 400 more drawings.

Mehr als beeindruckend, vor allem wie smooth die Übergänge sind.

Seit Monaten liegt mir Line schon in den Ohre, dass sie irgendeine Wand bei uns in der Wohnung mit Farbe anmalen will. Zum Glück nichts Spektakuläres, einfach nur ein Akzent in der Wohnung, um simple weiße Wände zu beseitigen und halt ein Ausrufezeichen zu setzen. Oder so.

Ich habs ehrlich gesagt nicht ganz verstanden, weil es in erster Linie Arbeit macht, Räume verkleinert, nur schwer wieder zu entfernen ist, sollten wir hier doch mal ausziehen und irgendwie ist es ja dann doch eine kahle Fläche, nur halt mit anderer Farbe.

Aber wir wissen auch: Happy wife, happy life. Entsprechend muss ein Kompromiss her und den haben wir auch irgendwie erreicht. Die riesige Wand ihm Wohnzimmer zu streichen hab ich klar verboten – das wäre einfach um ein Vielfaches too much. Dafür darf sie aber in der Küche machen, was sie will und das ist scheinbar okay.

Wobei ich mir da gar nicht so sicher bin, denn der Kompromiss existiert schon eine ganze Weile und die Wand in der Küche … ist immer noch weiß. Begrüße ich natürlich sehr, stellt aber auch die teils intensive Diskussion im Vorfeld in Frage.

Vielleicht wird sie aber doch noch vernünftig und wir versuchen es einfach mit Kunst an der Wand. Das spricht auch das Auge mehr an, ist leichter austauschbar und kann sogar als sowas wie eine Altersvorsorge betrachtet werden – Kunst verliert ja eher selten an Wert.

Außerdem hab ich das im Arbeitszimmer auch und freue mich eigentlich jeden Tag darüber, wenn ich meine Displaymates-Dinger anschaue, um mal kurz auf andere Gedanken zu kommen. Überhaupt ist das System genial, weil man einfach alles problemlos um-arrangieren kann, weil halt einfach nur Magnete dahinter an der Wand kleben.

Oder man nimmt sich sowas wie Kiyoshi Adachi gebastelt hat – kinetische Kunst. Die sieht nach Technik und Ingenieursbegabung aus, bewegt sich tatsächlich und hat einfach auch was für sich:

Leider hört man nicht den originalen Sound – kann mir gut vorstellen, dass das auf Dauer dann doch nervig ist. Ich mags trotzdem.