Kultur – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Tue, 04 May 2021 07:36:24 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.7.1 Richtig viel Wetter in 3 Minuten https://www.wihel.de/richtig-viel-wetter-in-3-minuten/ https://www.wihel.de/richtig-viel-wetter-in-3-minuten/#comments Wed, 05 May 2021 10:33:17 +0000 https://www.wihel.de/?p=114151 Richtig viel Wetter in 3 Minuten | Timelapse | Was is hier eigentlich los?

Nachdem wir ja ganz vielleicht doch die Pandemie irgendwann besiegt haben, könnte man auf die Idee kommen, dass wir es als Menschheit endlich geschafft haben und mal so richtig durchschnaufen können.

Ist nur leider nicht so, denn nach Corona ist vor der Klimakrise, wobei das ja schon gar nicht mal stimmt, da die Klimakrise vor Corona bereits auf dem Tisch lag und aktuell einfach nur wegignoriert wird.

Dabei sind die Auswirkungen bereits mehr als spürbar, wenn auch anders als gedacht. Aber ich sag mal so: 20 Grad und mehr im Februar sind zwar ganz angenehm, aber einfach falsch. Genauso wie Schneefall Ende April sich einfach nicht richtig anfühlt, allein schon, weil das Sprichwort „Reifenwechsel von O bis O“ nicht mehr stimmt. Und wo kommen wir denn hin, wenn man sich nicht mal mehr auf seine guten, alten, deutschen Sprichwörter verlassen kann?

Das Problem ist halt: Klima verhält sich ein bisschen langsamer und nicht so direkt – bis man da so richtig was merkt, ist es aber eigentlich schon viel zu spät. Klar, wir könnten natürlich auch alles noch mehr verschärfen, bis die Welt schneller und somit direkter den Bach runtergeht – oder wir glauben halt der Wissenschaft und verändern die eigene Perspektive ein bisschen.

Denn bereits ein kleiner Zeitraffer-Effekt kann schon sehr deutlich machen, wie mächtig und gewaltig Klima und Wetter sein können – das nachfolgende Video dient da als ganz okayes Beispiel:

What you see here is about 6 months of effort boiled down to 3 minutes. 2020 was a tough year for creatives like myself. Commissioned work in the arts took a severe hit. But I made the best of it. All of the time off gave me ample time to chase. So, I chased!!! I chased so much that I needed to buy a new engine for my truck. I chased so much that it took me 2 months to edit all of the raw footage. We captured over 400 shots in the Summer of 2020. 101 shots made this video. I hope you enjoy.

Beeindruckend. Mindestens genauso wie der Klimawandel, wenn wir einfach so weiter machen, wie bisher, wobei „beeindruckend“ dann nicht ganz das passende Wort sein wird …

Ich hab lange überlegt, was ich zu dem nachfolgenden Video schreiben könnte, denn es ist unglaublich faszinierend, hat aber auch mit dieser Form von Kunst zu tun, der ich nur bedingt was abgewinnen kann, weil man die halt auch einfach nur ein paar Minuten anschauen kann und dann einfach weiter geht, weil man so emotional wie ein Schuhschrank ist (keine Ahnung, wie emotional Schuhschränke sind, vermutlich aber nicht besonders).

Kurzum: Hier sieht man einfach zwei „Dinger“, die auf einen Punkt in der Luft zeigen. So simpel, so unspektakulär – aber die Dinger sind halt bis zu einem gewissen Grad beweglich und doch zeigen sie immer weiter auf den gleichen Punkt in der Luft, was das ganze halt schnell unwirklich macht.

So unwirklich, dass ich mir das Video mehrmals angesehen und trotzdem nicht verstanden hab, wie das funktioniert – ist ja nicht so, dass die Bewegung hier nur im Milimeterbereich stattfindet, wobei ich aber auch behaupten würde: Da kann man ruhig mal mit ein bisschen mehr Gewalt ran.

Meine Vermutung: Das hat irgendwas mit den Tetraedern zu tun – und jeder Menge Mathematik, denn die Form scheint mir alles andere als Willkürlich zu sein. Oder halt Voodoo, wobei Tetraeder und Mathematik ohnehin schon nach Voodoo und schwarzer Magie klingen.

The designs are formed by tetrahedron-shaped elements, each composed of three blade flexures with a trapezoidal shape, that are connected in series without intermediate bodies. This is new with respect to the designs currently found in literature and helps to increase the range of motion.

These bending structures rotate in 3D around a single point, which floats in the air. Applications could be in nanopositioners or spacecraft, as high-precision alternative to ball-and-socket joints.

Erinnert mich aber auch direkt wieder an das Video mit dem deutschen Panzer und dem Bierglas auf dem Rohr …

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Wie Würmer Abfälle kompostieren https://www.wihel.de/wie-wuermer-abfaelle-kompostieren/ https://www.wihel.de/wie-wuermer-abfaelle-kompostieren/#comments Thu, 29 Apr 2021 14:14:59 +0000 https://www.wihel.de/?p=113891 Wie Würmer Abfälle kompostieren | Was gelernt | Was is hier eigentlich los?

Nach wie vor schauen wir uns nach einem Haus um und ich muss sagen: So langsam werden die Angebote ein bisschen besser. Klar, das Richtige war da noch nicht dabei und es ist teils auch immer noch gruselig, was die Leute mit ihrem Geld im Sinne von Immobilien angestellt haben – aber immerhin hatten wir schon ein paar Inserate, die wir uns ernsthaft anschauen wollen würden. Und an dieser Stelle auch gleich eingeworfen: Diese ganzen Zwangsversteigerungen mit irgendwelchen Musterfotos und gephotoshopten Bildern für irgendwelche projektierten Geschichten … das nervt halt hart, weil man den Scheiß einfach nicht rausfiltern kann.

Und das führt dazu, dass wir auch langsam mal ein paar genauere Pläne machen, vielleicht aber auch ich. Zum Beispiel bin ich mir ziemlich sicher, dass wir in Sachen Zaun relativ zügig aktiv werden müssen, damit der Hund nicht abhauen kann, sich aber im gesetzten Rahmen dennoch frei bewegen.

Ebenso macht ein Schuppen ja durchaus Sinn, wo dann Werkzeug nicht nur in irgendwelchen Kisten liegt, sondern mal richtig organisiert wird, damit man auch mal besser basteln kann, wenn man denn will – und das will ich in letzter Zeit häufiger.

Und auch technisch hab ich so die eine oder andere Idee, das Haus nach und nach smart zu machen – die obligatorische Investition zur nachträglichen Aufrüstung der Internetleitung steht da schon ganz weit oben auf der Liste (ich weiß, is teuer – bei Internet versteh ich aber keinen Spaß und habe absolut kein Verständnis für langsame Geschwindigkeiten)

Und auch Line hat schon konkrete Pläne für Blumen, Obst und Gemüse im Garten – ganz vielleicht bauen wir dann sogar irgendwas, dass wir den Würmern beim Kompostieren zusehen können. Dann machen wir auch so ein Video wie das nachfolgende:

Each chamber was filled with a different type of bedding material: Chamber #1 had leaves, #2 had cardboard, and #3 had paper. Then in went the red wiggler composting worms. Periodically water and grit (pulverized eggshell) were added. Also, as needed, additional material was loaded in when the levels dropped low. ENJOY!

Irgendwie auch verrückt, was sich Mutter Natur hier wieder ausgedacht hat oder? Würmer, die letztendlich geile Erde produzieren. Verrückt.

Ich bin ja immer wieder ein bisschen beeindruckt, wenn man mal wieder ein Video sieht, in dem eine vermeintlich neue Sport-Art vorgestellt wird. In der Regel ist das zwar doch „nur“ eine Mischung aus bereits vorhandenem und bekommt ihren Reiz durch mal mehr, mal weniger sinnvolle Regeln.

Denn im Grunde zeigt es, dass wir als Menschheit nicht komplett verloren sind und wenigstens ein paar von uns noch sowas wie Fantasie haben und dafür sorgen können, andere sinnvoll zu unterhalten oder gar zu mehr körperlicher Aktivität zu animieren.

Was natürlich auch möglich ist: Dass man Sport-Arten quasi wiederentdeckt – sprich, dass es sie schon eine ganze Weile gibt, nur nie so richtig ins Rampenlicht gerutscht sind und daher „neu“ erscheinen. Das durchaus von mir geschätzte Crokinole ist da ein gutes Beispiel für, denn davon hab ich erst 2018 gehört (und seit letztes Jahr endlich das passende Brett dafür), das gibt es aber ja schon seit irgendwann um 1876.

Findet man aber nun mal eine dieser vermeintlich neuen Sport-Arten, geht es nicht direkt mit dem Spaß haben los – man muss sich erstmal die Regeln auf die Kette schaffen. Verinnerlicht sind die eigentlich selten ein Problem es scheitert meistens nur noch bei der Auslegung selbiger (Stichwort Fußball und Handspiel oder auch Abseits) – bis dahin kann es aber ein weiter weg sein. Gerade wenn man die Regeln nur in Schriftform hat und sich dann mit Beamtendeutsch rumschlagen muss – das zwar so eindeutig wie möglich beschreiben will, aber nahezu immer an der Verständlichkeit scheitert.

Dankenswerterweise gibt es aber mindestens einen YouTube-Kanal, der da Abhilfe schafft – der von Ninh Ly. Denn der hat mehr als 100 recht kurze Videos zu allen möglichen Sport-Arten erstellt und erklärt dort kurz und knackig alle wichtigen Regeln. Sieht dann ungefähr so aus:

Zwar auf Englisch und hier und da muss man vielleicht noch mal zurückspulen oder die Geschwindigkeit reduzieren – dürfte aber dennoch einfacher sein als irgendwelche Regelbücher.

Ich weiß, das Thema nervt einfach nur noch, gerade weil immer mehr zu Tage tritt, wie viele Menschen eigentlich dumm sind, von denen man gedacht hat, dass sie es eigentlich nicht sind. Ganz neue Möglichkeit, um das herauszufinden war die kürzlich veröffentlichte Aktion um #allesdichtmachen, bei der sich zahlreiche „Schauspieler“ in Videos zum Affen gemacht haben. Darunter auch einige, bei denen ich gewünscht hätte, es besser zu wissen.

Und ich bin da auch ehrlich: Zurückrudern und mit irgendwelchen pseudo-Entschuldigungen um die Ecke kommen, funktioniert da nicht wirklich, schon gar nicht wenn man einen auf Dummstellen macht und behauptet, man wusste nicht, auf was man sich da eingelassen hat. Wir sind alle alt genug um zu wissen, dass man sich besser vorher informiert als hinterher rumzujammern.

Auf der anderen Seite: Die Pandemie macht uns alle fertig, selbst wenn man das gar nicht so wirklich wahr haben will. Ich hab seit Ende letzten Jahres einen Tinnitus. Den hatte ich immer wieder mal kurzzeitig, seit dem dauerhaft. Natürlich kann das diverse Ursachen haben, aber das Zusammenspiel mit der Pandemie ist einfach nicht von der Hand zu weisen. Und auch wenn ich sehr oft behaupte und auch selbst fest davon überzeugt bin, dass Homeoffice ja cool ist und „Zuhause bleiben“ ja nicht wirklich schwer ist – die Situation ist unterbewusst dennoch belastend.

Und wir zählen noch zu den Privilegierteren in der Pandemie, die sich keine großen Sorgen um Geld machen müssen, mehr denn weniger problemlos von Zuhause aus arbeiten können und einfach nur durchhalten müssen. Da hat es andere deutlich härter getroffen und trifft sie auch noch hart.

Dennoch: Die Situation ist belastend und das für jeden. MrWissen2go wirft in einem seiner letzten Videos ein genaueres Bild auf genau diesen Aspekt:

Seit einem Jahr hat uns die Pandemie im Griff – und geht bei uns allen an die Substanz. Die einen sind in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen und von Geldsorgen geplant, andere bedrücken die Isolation und die Eintönigkeit, die sich nach und nach eingeschlichen hat. Und wieder andere haben inzwischen ernsthafte seelische Erkrankungen. Über all das sprechen wir in diesem Video.

Wichtig: In diesem Film sprechen wir über Depressionen, Essstörungen, Angstzustände, Zwangsgedanken, Traumata, selbstverletzendes Verhalten und Suizidgedanken.
Wenn ihr Beratungen oder Hilfe braucht, könnt ihr euch jederzeit, kostenlos und anonym an die Telefonseelsorge wenden. Über telefonseelsorge.de findet ihr Kontaktmöglichkeiten per E-Mail, Telefon und Chat. Außerdem könnt ihr euch Beratung bei der Nummer gegen Kummer holen: 116 111 oder 0800 111 0 111.

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Ein Daumenkino aus mehr als 1.400 Zeichnungen https://www.wihel.de/ein-daumenkino-aus-mehr-als-1-400-zeichnungen/ https://www.wihel.de/ein-daumenkino-aus-mehr-als-1-400-zeichnungen/#comments Tue, 27 Apr 2021 10:52:06 +0000 https://www.wihel.de/?p=113711 Ein Daumenkino aus mehr als 1.400 Zeichnungen | Design/Kunst | Was is hier eigentlich los?

So richtig kriegen Line und ich unseren Plan – alle Avengers-Filme in chronologischer Reihenfolge am Stück zu schauen – nicht umgesetzt. Ich mein, wir haben angefangen und sind mittlerweile auch quasi bei Thor angekommen, aber zwischen den einzelnen Filmen liegen dann doch viele, viele Wochen … zumindest das „am Stück“ müssen wir hier mehrfach streichen.

Auf der anderen Seite: Am Stück gucken wäre halt auch unfassbar hart, weil es eben doch viele Filme sind und die ja auch alle eine gewisse Länge haben. Und wer will denn Filme gucken, bei denen ab spätestens der Hälfte nicht mehr der Film zählt, sondern nur noch das pure Durchhalten? Das wär Mist und würde nur dazu führen, dass man die ganzen Filme nur noch mit dieser negativen Erinnerung in Verbindung bringt.

Aber wenn wir bei hart sind – das dürfte auch sich wohl dp Art Drawing mal wieder gedacht haben. Sich mittlerweile als feste Größe entwickelnd (wir hatten den Künstler bereits hier, hier, hier, hier und hier) sind bei ihm mal wieder unsäglich viele Stunden in eine Arbeit geflossen – um das mal mit Zahlen zu unterfüttern: 736 Stunden, um am Ende 1.400 Zeichnungen anzufertigen.

Dabei geht es aber gar nicht mal um Fließband-Zeichnungen, sondern um das vielleicht größte Daumenkino der Welt. Und natürlich hab ich diesen Beitrag nicht einfach nur so mit den Avengers eingeleitet – auch das Daumenkino von dP Art Drawing dreht sich um die Avengers, genauer gesagt um Endgame:

This is the longest flipbook I’ve ever made, I drew over 1400 drawings to capture the most memorable Iron Man VS Thanos moments. There were the days I worked more than 10 hours and until 2:00 in the morning every day. I planned to draw only 1000 drawings, but I was not satisfied so I drew 400 more drawings.

Mehr als beeindruckend, vor allem wie smooth die Übergänge sind.

Eine der eher unsinnigeren Regeln: Man soll nicht sinnlos mit dem Auto durch die Gegend fahren. Dabei erscheint der Sinn eigentlich sehr deutlich – Umweltschutz sowohl was Abgase als auch Lautstärke betrifft, ebenso ist es eine Verschwendung von Ressourcen wie Sprit als auch Verschleiß am eigenen Wagen. Seine Zeit kann man schließlich deutlich besser und sinnvoller verwenden, genauso sein Geld.

Unsinnig wird es ist es deshalb, weil es nahezu unmöglich ist, das vernünftig zu kontrollieren. In den seltensten Fällen sieht man den Leuten ja allein am Wagen oder an den Insassen an, aus welchem Grund sie gerade im Auto sitzen. Eigentlich gibt es nur eine Situation, in der man das einigermaßen zweifelsfrei behaupten kann: Wenn jemand in kurzen Abständen zum wiederholten Male an der auf Lauer liegenden Streife vorbei fährt. Wobei das ja auch erst ab dem 4. Vorbeifahren greifen dürfte, schließlich könnte ja jemand einfach nur etwas vergessen haben, was er oder sie nun noch schnell holt.

Bleibt also nur ins blaue Fragen und auf Verdacht die Leute rausziehen – und dabei landet man dann schnell im Bereich des (racial) Profilings, was halt auch schon wieder Scheiße ist.

Im Grunde also ein Regel, die zwar gut gemeint ist, aber eben nicht gut gemacht. Wer dafür ein anderes Beispiel braucht: Deadlines. Die machen auch in den seltensten Fällen Sinn, denn entweder sind sie so gesteckt, dass man sie definitiv nicht einhalten kann, was halt direkt demotivierend ist und sie überflüssig macht – oder man setzt sie so, dass man sie problemlos einhalten kann … was sie halt auch wieder überflüssig macht. Kurzum, niemand braucht Deadlines. Und niemand braucht Regeln und Verordnungen, die nicht kontrolliert werden können.

Sinnlos fahren die Briten im nachfolgenden Video nicht durch die DDR – dafür aber ganze 45 Minuten. Das hat ein bisschen was von den „schönsten Bahnstrecken Deutschlands“, weil halt recht wenig miteinander gesprochen wird – ist aber auch wieder interessant, weil es ein angenehm langer Blick in die Vergangenheit ist:

BRIXMIS November 1988. Transit route from West Berlin to Mission House via Glienicke Bridge. Transit route from Michendorf in DDR on route 2 to Glienicke Bridge via Potsdam city centre and Mission House.

Seit Monaten liegt mir Line schon in den Ohre, dass sie irgendeine Wand bei uns in der Wohnung mit Farbe anmalen will. Zum Glück nichts Spektakuläres, einfach nur ein Akzent in der Wohnung, um simple weiße Wände zu beseitigen und halt ein Ausrufezeichen zu setzen. Oder so.

Ich habs ehrlich gesagt nicht ganz verstanden, weil es in erster Linie Arbeit macht, Räume verkleinert, nur schwer wieder zu entfernen ist, sollten wir hier doch mal ausziehen und irgendwie ist es ja dann doch eine kahle Fläche, nur halt mit anderer Farbe.

Aber wir wissen auch: Happy wife, happy life. Entsprechend muss ein Kompromiss her und den haben wir auch irgendwie erreicht. Die riesige Wand ihm Wohnzimmer zu streichen hab ich klar verboten – das wäre einfach um ein Vielfaches too much. Dafür darf sie aber in der Küche machen, was sie will und das ist scheinbar okay.

Wobei ich mir da gar nicht so sicher bin, denn der Kompromiss existiert schon eine ganze Weile und die Wand in der Küche … ist immer noch weiß. Begrüße ich natürlich sehr, stellt aber auch die teils intensive Diskussion im Vorfeld in Frage.

Vielleicht wird sie aber doch noch vernünftig und wir versuchen es einfach mit Kunst an der Wand. Das spricht auch das Auge mehr an, ist leichter austauschbar und kann sogar als sowas wie eine Altersvorsorge betrachtet werden – Kunst verliert ja eher selten an Wert.

Außerdem hab ich das im Arbeitszimmer auch und freue mich eigentlich jeden Tag darüber, wenn ich meine Displaymates-Dinger anschaue, um mal kurz auf andere Gedanken zu kommen. Überhaupt ist das System genial, weil man einfach alles problemlos um-arrangieren kann, weil halt einfach nur Magnete dahinter an der Wand kleben.

Oder man nimmt sich sowas wie Kiyoshi Adachi gebastelt hat – kinetische Kunst. Die sieht nach Technik und Ingenieursbegabung aus, bewegt sich tatsächlich und hat einfach auch was für sich:

Leider hört man nicht den originalen Sound – kann mir gut vorstellen, dass das auf Dauer dann doch nervig ist. Ich mags trotzdem.

Es sind ja immer die kleinen Dinge, die man oft einfach macht, ohne weiter darüber nachzudenken, weil man das irgendwann so gelernt und ja eigentlich schon immer so gemacht hat. Zum Beispiel die Benutzung von Klopapier anstelle einer WC-Dusche. Ist hierzulande ja wenig weit verbreitet, Richtung Asien aber einfach Gang und Gäbe.

Oder auch einfach Zahlen. Ich mein, wer kann sich noch wirklich an die Zeit erinnern, als er keine Ahnung von Zahlen hatte – und somit eigentlich die perfekte Gelegenheit, das System in Deutschland infrage zu stellen? So gut wie niemand, weil man einfach irgendwann das macht, was alle anderen schon seit Jahren machen. Weil, hat man ja so gelernt.

Denkt man allerdings mal ein bisschen genauer darüber nach, ist die Art und Weise wie wir zählen, ganz großer Quatsch. Denn bei zweistelligen Zahlen zählen wir sinnloserweise verkehrtherum, bei dreistelligen Zahlen muss man sogar von der ersten zur dritten und dann zur zweiten Stelle springen … das macht selbst Muttersprachlern Probleme. Und fällt mir besonders auf, wenn ich mal wieder die ganze Woche mehr denn weniger English gesprochen hab.

Und so wirklich gibt es da auch gar keinen Grund, warum wir das so machen – viel mehr noch hatten wir sogar die Chance, das System schon vor Ewigkeiten zu verbessern, so wie es andere Länder getan haben. Aber wir Deutschen lieben einfach unser „das haben wir schon immer so gemacht“:

Nikola Obermann erklärt uns die etwas komplizierte Art der Deutschen verkehrt herum zu zählen.

Dabei würde eine Umstellung halt vieles einfacher machen. Für alle. Aber das gilt ja auch für die Abschaffung der Zeitumstellung zwei Mal im Jahr und wir alle wissen, wie erfolgreich hier die Vernunft bisher siegen konnte … Irgendwer hat halt immer was zu meckern.

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Ein Besuch in der Social-Media-Logo-Fabrik https://www.wihel.de/ein-besuch-in-der-social-media-logo-fabrik/ https://www.wihel.de/ein-besuch-in-der-social-media-logo-fabrik/#comments Thu, 15 Apr 2021 14:10:21 +0000 https://www.wihel.de/?p=113222 Ein Besuch in der Social-Media-Logo-Fabrik | Design/Kunst | Was is hier eigentlich los?

Das Thema „Logo“ ist einfach nicht totzukriegen, wobei ich auch sagen muss: Nachdem ich das Logo für diese Webseite mal in wirklich extrem professionelle Hände gegeben hab, hab ich mich bisher nicht satt gesehen und nach wie vor das Gefühl, dass es sehr gut passt – rückblickend mittlerweile die längste Zeitspanne, in der das der Fall ist, was halt für die Professionalität der Logoersteller spricht und mir nach wie vor sehr viel Dank abnötigt.

Aber wo „professionell“ drauf steht, muss nicht zwingend „professionell“ drinstecken und leider Gottes ist mein Arbeitgeber ein gutes Beispiel dafür. Das fingt mit dem Rebranding vor zwei oder drei Jahren an – an sich ja erstmal nicht schlecht, so eine Frischzellenkur von Zeit zu Zeit tut ja gut. Wenn dabei aber Farben rauskommen, die in den Augen beißen und vor allem schlecht mit weißem Hintergrund harmonieren … ich würd da mindestens mal die eine oder andere Frage stellen wollen in Richtung „Was soll denn das?“.

Aber es kommt noch besser, denn scheinbar sind Farbverläufe wieder modern. Und machen wir uns nichts vor: Niemand braucht Farbverläufe. Niemals. Auch nicht Instagram. Aber wir haben nun einen, der aber zum Glück die Schwierigkeiten mit weißen bzw. hellen Hintergründen nicht verbessert – wäre ja auch Wahnsinn.

Um das Ganze dann auch noch abzurunden haben wir über einen Wettbewerb intern Favicon-Vorschläge gesammelt. Wer nicht weiß, was ein Favicon ist: Das kleine Logo oben im Browser-Tab. Und natürlich ist es am Ende ein Entwurf geworden, der so absolut gar keine Aussage oder Verbindung zum eigentlichen Logo hat – oder wenn doch, sie sehr gut versteckt ist. Ich hab sie jedenfalls bis heute nicht verstanden.

Kurzum: Logos sind unfassbar schwierig, auch wenn sie eigentlich kinderleicht aussehen. Und genau deswegen gibt es auch Logo-Fabriken. Das sind Einrichtungen, in denen die wahren Profis sitzen und wo gute (hin und wieder aber auch schlechte) Logos am Fließband gefertigt werden.

Sieht dann so aus:

Okay, war dann doch ein bisschen mehr Quatsch als gedacht – dennoch aber großartige Arbeiten von §d-Künstler adnitsjig. Schaut da gern auch unbedingt auf dem Instagram-Kanal vorbei, da gibt es noch viel viel mehr 3D-Videos, die mindestens genauso gut sind.

Über die letzten Jahre bin ich zu einem sehr ekelhaften Frühaufsteher mutiert. Unter der Woche brauch ich dafür immer noch zwei Wecker, die jeweils um 05:00 Uhr und 05:20 Uhr klingeln, damit ich spätestens um halb sechs aus dem Bett komme – aber der letzte Urlaub hat auch gezeigt, dass es mir mittlerweile sehr schwer fällt, mal länger als 7 Uhr zu schlafen.

Und ich geb auch zu: Ich find das gar nicht so schlecht. Denn es ist ein sehr angenehmes Gefühl, wenn man vor allen anderen wach ist, in den Tag startet und dann mehr oder weniger das Maximum herausholen kann. Das hat auch viel mit den Zeiten zu tun, als wir alle noch ins Büro gefahren sind, denn zu keiner Zeit konnte ich besser dort arbeiten, als wenn noch so gut wie niemand vor Ort ist. Diese Ruhe, diese Friedlichkeit … einfach schön.

Klar, gibt es auch abends, aber irgendwann ist man halt ausgepowert und wenn man die ganzen Eindrücke vom Tag schon intus hat, in diversen Meetings saß und bereits neue Aufgaben die Todoliste sprengen … da will doch keiner anfangen, konzentriert zu arbeiten oder?

Außerdem ist es auch irgendwie ganz schön, die Welt wach werden zu sehen. Wenn der Verkehr langsam zunimmt, die Frische am Morgen der Wärme des Tages weicht und alles langsam lauter wird … ich mag diese Phase der Veränderung, auch wenn ich das Ergebnis dann eher meh finde.

Kurzum: So ein Morgen ist ziemlich schön. Und das ist er auch in Chicago – findet nicht nur ich, sondern auch Craig Shimala, der mit seinem Helikopter als Fotojournalist seine Brötchen verdient. Und weil er das so sieht, hat er über 4 Tage hinweg die Morgen in Chicago eingefangen.

Nicht fancy schmancy mit Timelapse und sonstigem Special Effect-Schnickschnack, sondern beinahe schon amateurhaft – was ich aus unerfindlichen Gründen sehr mag:

Es passt, aber hin und wieder muss ich bei der Musikauswahl auch einfach an die Werbespots in Baumärkten denken … keine Ahnung, ob das nun gut oder schlecht ist.

Der eine oder andere hat es vielleicht schon bemerkt, ansonsten dürfte es nur denen aufgefallen sein, die wirklich tief in der Materie stecken aber: Früher gab es mehr Kunst hier auf der Seite. Eigentlich konnte man sagen, dass mindestens ein Mal in der Woche irgendein Beitrag tolle Bilder, Fotos oder Installationen als Thema hatte. Doch genauso wie der Umstand, dass sich Blogs refinanzieren lassen sind auch die Zeiten, in denen es regelmäßig Kunst zu bewundern gab, leider vorbei.

Und das liegt nicht etwa daran, dass das Interesse verflogen wäre, es weniger Künstler mit tollen Arbeiten gibt und wir schlichtweg schon alles gesehen haben – es liegt an der permanenten Angst vor Abmahnungen. Allein in den letzten Monaten hab ich wieder zwei Blogs sterben sehen, genau deswegen.

Zwar kann man auch sagen, dass sich die beiden Betreiber teils auch nicht sonderlich schlau angestellt hätten und das man einen Blog nicht in erster Linie als gewinnbringendes Business sehen sollte – aber Fakt ist halt auch, dass wenn du im Internet nicht ausschließlich auf eigene Inhalte setzt, zu nahezu jederzeit belangt werden kannst. Und dann wird es richtig teuer.

Das eigentlich absurde dabei: Abmahnungen sind in erster Linie unnötig, weil sie vor allem erstmal den Anwaltskanzleien helfen, die dann mit horrenden Summen ihre eigene Taschen füllen. Ein Gespräch vorab, eine E-Mail, ein Anruf – irgendein Kontakt vorher spart da sicher auf beiden Seiten jede Menge Geld, ist aber eher die Seltenheit (umso glücklicher bin ich darüber, dass ich es schon erleben durfte). Denn wie man spätestens jetzt sieht: der bisherige Weg schadet letztendlich allen auf mehreren Ebenen.

Aber es gibt auch Ausnahmen und hin und wieder gibt es auch mal Kunst – so ganz will ich mir das dann doch nicht nehmen lassen. Und so mancher Künstler ist ja auch recht froh über ein bisschen Aufmerksamkeit außer der Reihe. Dazu gehört vermutlich auch Vincent Bal, den wir schon mal an dieser Stelle hatten und der seine Kunst auch ganz gut in Videoform präsentieren kann:

A montage of some of my newest Shadowology videos.
Enjoy!

Ist halt auch noch mal was anderes, ob man das fertige Bild sieht oder wie es quasi on the fly entsteht oder?

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Die Genialität eines Tetra Pak-Schraubverschlusses https://www.wihel.de/die-genialitaet-eines-tetra-pak-schraubverschlusses/ https://www.wihel.de/die-genialitaet-eines-tetra-pak-schraubverschlusses/#comments Tue, 13 Apr 2021 14:58:42 +0000 https://www.wihel.de/?p=113159 Die Genialität eines Tetra Pak-Schraubverschlusses | Was gelernt | Was is hier eigentlich los?

Es heißt, allem wohnt ein Zauber inne und je nach Blickwinkel, esoterischer Lebensweise und eingenommener Drogen kann da sogar was dran sein. Muss aber auch nicht, denn eigentlich heißt es richtigerweise, dass jedem Anfang ein Zauber inne wohnt, aber wer will da schon kleinlich sein.

Denn viel mehr geht es mir darum, dass selbst unscheinbare Kleinigkeiten – gern aus dem Alltag – beeindruckend sein können, wenn man mal einen genaueren Blick darauf wirft. Zum Beispiel Umzugskartons.

Pappe, die man in einer bestimmten Weise falten muss und die dann mehrere Kilo einfach problemlos trägt – und das alles ohne den Einsatz von Kleber oder anderweitigen Mitteln, die den Boden zusammenhalten. Wer auch immer sich das mal anfänglich ausgedacht hat, der muss sich doch bis heute in den Arsch beißen, dass er sich das nicht hat patentieren lassen.

Oder auch die Schraubverschlüsse bei so Tetra Paks, die man immer mal wieder im Laden kaufen kann. Ich mein, ich hab bis heute nicht verstanden, warum es da so viele Arten an Verschlüssen gibt und am schlimmsten sind die, bei denen man irgendeine Lasche noch abreißen muss – da ist die Verkleckerung quasi vorprogrammiert.

Genial hingegen sind die, die man einfach dreht und die dann einfach öffnen. Denn dahinter steckt richtige Ingenieurskunst, wie das nachfolgende Video zeigt:

A random break from electronic stuff. The very complex and ingenious gadget found in some drink cartons.

Fraglich allerdings das Tetra Pak selbst. An sich ja besser als irgendein Plastik-Scheiß, aber diese Alu-Folie kann doch auch nicht so richtig geil für die Umwelt sein oder? Und über die absolut korrekte Mülltrennung will ich da lieber auch nicht nachdenken …

Eine noch etwas andere Darstellung des ganzen Mechanismus gibt es direkt von Tetra Pak an dieser Stelle.

Mir fällt gerade auf, dass ich scheinbar den Moment verpasst hab, in dem endlich festgestellt wurde, dass die Dinosaurier durch einen Meteoriteneinschlag ausgestorben sind. Ich mein, grassierten da nicht noch andere Theorien? Seuchen, das plötzliche Auftauchen der ersten Menschen (wenn man so will, auch eine Seuche …), spontaner Klimaumschwung, Vulkanausbruch oder Querdenker, die sich mit Sekundenkleber an Straßen festkleben? Wann hat denn genau wer gesagt, dass das alles Humbug ist und so ein oller Stein aus dem Weltall Schuld hat?

Ist ja auch egal, am Ende immerhin gut, dass man sich auf eine Sache einigen konnte – in diesen Tagen ist das ja mit der Einigkeit bei diversen Personen besonders schwer. Um nicht wieder von Idioten anzufangen, hab ich ja schon heute morgen kurz getan. Aber „Idioten“ passt auch hier ganz gut, denn im nachfolgenden Video sieht man ganz gut, wie das damals so mit den Dinos und dem Meteoriteneinschlag wohl abgelaufen ist.

Erstaunlich dabei nicht nur der technische Fortschritt der Dinosaurier, sondern auch dass die Katastrophe ziemlich einfach hätte abgewendet werden können – wobei ja dann auch keiner weiß, was aus uns geworden wäre. Zumindest Filme wie Jurassic Park haben verdeutlicht, dass eine friedliche Koexistenz eher schwierig geworden wäre.

Doch irgendein Idiot hat dann nicht bedacht, dass der oberste Motzki bei der JASA recht kurze Arme hat …

Spannend dabei und leider nicht beleuchtet: Was ging wohl in den Köpfen der beiden Astronauten vor sich, die dann dabei zugeschaut haben, wie das komplette Leben auf der Welt vor ihren Augen ausgelöscht wird … Ich mein, selbst wenn die Rückkehr gelingen sollte … was macht man denn da, so ganz allein ohne alles und jeden? Wäre doch eigentlich gutes Futter für einen Film oder?

Gerade gestern früh bekam ich erst einen Newsletter von meinem ehemaligen Arbeitgeber und in dem wurde groß verkündet: Cargo-Hosen sind wieder im Kommen. Im Gegensatz zu Line begrüße ich das sehr, denn ich find die Dinger unfassbar gut und überhaupt kann man ja nie genug Taschen haben – außer man sucht was und muss dann jede einzelne durchwühlen.

Ähnlich verhält es sich bekanntermaßen bei der Musik – ein Cover jagt das nächste, wobei es immer seltener vorkommt, dass sie das Original übertrumpfen können. Dennoch, sie versuchen es immer wieder und merken dabei nicht, dass immer klarer wird, dass Musik eben doch ein bisschen mehr ist, als sich ins Studio zu stellen, irgendwas Vorgesetztes aufzunehmen und dann reich zu werden. Weniger Business, mehr Kultur – aber das ist nur meine bescheidene Meinung.

Und auch bei den Arbeiten des in Porto lebenden Type Designers Rafael Serra – auch bekannt als FAEL – ist Retro gerade angesagt, zumindest wenn man auf die nachfolgenden, recht bekannten Markenlogos schaut. So oder so ähnlich könnten die nämlich durchaus in den 60er oder 70er Jahren ausgesehen haben:

Noch viel mehr seiner Arbeiten gibt es auf seiner eigenen Webseite, bei Behance und natürlich auf Instagram. Logisch, dass man ihm da auch gleich folgen sollte.

Ich glaube, ich hab es irgendwo schon mal erwähnt: Einer der netteren Nebeneffekte vom ständigen Homeoffice ist: Wir sparen unfassbar viel Benzin-Kosten. Was gleich doppelt gut ist, da der Spritpreis dieses Jahr ordentlich angezogen hat – ich war aber dieses Jahr erst ein einziges Mal tanken und wir haben fast April. Neuer Rekord quasi.

Gut, auf der anderen Seite steigen natürlich die Wohn-Nebenkosten, aber hat ja auch keiner erwartet, dass alles plötzlich billiger wird, nur weil wir Zuhause sitzen. Im Gegenteil … Darum soll es aber gar nicht gehen.

Ebenfalls positiv: Deutlich weniger Kontakt zu anderen Autofahrern, denn wir alle wissen ja auch, dass niemand so gut fährt, wie man selbst und eigentlich in jedem anderen Auto nur ein weiterer Idiot sitzt, der seinen Führerschein im Lotto gewonnen hat. Besonders schlimm schien das in den 60er Jahren in England gewesen zu sein.

Wundert mich ehrlich gesagt nicht, die fahren ja bis heute auf der falschen Straßenseite – was will man da großartig an Verkehrsintellekt erwarten? Und richtig schlimm wird es, wenn der liebende Familienvater auch noch seine Sonnenbrille aufsetzt – dann verwandelt er sich in ein so großes Arschloch, dass sich selbiges nicht mehr hinter der Heile-Welt-Fassade des Familienvaters verbergen lässt:

A man coming out of his suburban house and giving his wife and daughter a kiss. He gets into his car in the garage; puts on his sunglasses and turns into a road monster! He reverses onto the road, narrowly missing a small boy on a bike, and backs straight into the path of a nifty sports car.

Gibt’s bzw. gab es aber nicht nur in England und auch nicht nur in den 60ern – habe exakt dieses rücksichtslose Rückwärtsausparken erst am Wochenende erlebt. BMW-Fahrer … da kann man auch nichts anderes erwarten.

Warum auch immer haben Line und ich Kurt Krömer bzw. Chez Krömer gerade wieder für uns Entdeckt. Das eine oder andere Video hab ich bereits vorab allein geschaut und vielleicht gab es auch gar keinen richtigen Anlass – vielleicht hab ich auch einfach nur mal dumm in der YouTube-App umher gescrollt und einfach eine Ausgabe angemacht. Ich weiß es wirklich nicht mehr.

Was ich aber weiß: Nahezu jede Folge davon ist eine reine Überraschung. Klar, in erster Linie erwartet man, dass er seine Gäste grillt und sowohl bei Philipp Amthor als auch dem ollen Höller hat das wunderbar geklappt – aber wenn zum Beispiel Torsten Sträter zu Besuch ist, kann man wenigstens erahnen, dass das eher eine freundschaftliche Sendung wird.

War dann auch so, hatte aber auch nur bedingt mit Witz und Komik zu tun, denn tatsächlich haben sich die beiden über ihre jeweiligen Depressionen unterhalten, was dem Ganzen von Natur aus eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht hat. Und vielleicht war es genau diese Folge, die dazu geführt hat, dass wir uns noch weitere angeschaut haben und mittlerweile auch den ersten Teil des Zwiegesprächs mit Gregor Gysi hinter uns gebracht haben.

Beinahe schon logisch, dass es da auch viel um das Leben in der DDR, was ich einfach mal zum Anlass nehme, auf das nachfolgende Video hinzuweisen, dass schicksalhaft in den letzten Tagen in meinem Feedreader gelandet ist: Der Alltag von Familie Sobottka in der DDR.

Ein Format, das vermutlich damals sowas wie bahnbrechend war – mittlerweile ist es ja ein alter Hut, dass irgendwelche Leute mit der Kamera begleitet werden und zeigen, wie sie Leben und Arbeiten. So alt, dass es derlei Formate mittlerweile auch nur gescriptet gibt … aber das ist ein anderes Thema.

Auf jeden Fall ein wunderbares Zeitdokument aus einer Zeit, die mittlerweile immer mehr in Vergessenheit gerät:

Der Film bietet u.a. einen Einblick in die Arbeitswelt des Kabelwerk Nord, einem Betriebsteil des VEB Kabelwerk Oberspree.
Zehn Jahre später drehte das ZDF nochmals eine Reportage über Familie Sobottka.

Hui, was für eine reißerische Headline – ich komm mir schon vor, als würde ich für die BILD schreiben, fühle mich direkt schmutzig und verspüre einen unbekannten Drang, nicht nur zu Duschen, sondern dabei auch eine Drahtbürste zu benutzen.

Allerdings kommt die auch gar nicht so sehr von mir, sondern eher von MrWissen2Go und seinem neuesten Video, ich hab sie lediglich umgeschrieben, weil … ichs halt kann und nur äußerst selten Überschriften von Videos 1 zu 1 übernehme. Es ist auch tatsächlich ein kleines Wunder, dass ein neues Video von ihm hier erscheinen darf, denn die letzte Nummer im Sinne von „Spotify ist böse“ nehm ich ihm immer noch ein bisschen übel – war halt wirklich zu undifferenziert.

Ebenso ist es ja mittlerweile ein äußerst beliebtes Hobby geworden, über unsere Politiker zu schimpfen, gerade in einem Land voll mit 80 Mio. Bundestrainern, Bundeskanzlern und Supervirologen, besonders in einer Pandemie. Und ich weiß auch jetzt schon, dass sich ein Großteil an Idioten mindestens auf Facebook in den Kommentaren verlaufen wird – das gibt mit großer Wahrscheinlichkeit wieder eine Blockorgie. Aber so ein bisschen Reinemachen ist ja auch nicht verkehrt.

Fairerweise muss ich aber sagen, dass MirWissen2Go durchaus valide Punkte anspricht. Natürlich bin ich auch im Detail wieder nicht komplett mit ihm auf einer Wellenlänge, muss ja aber auch nicht – zumal er sehr prominent den Meinungscharakter am Anfang zementiert.

Doch gerade der Punkt Fachkompetenz ist außerordentlich gut gewählt. Ist ja logisch, dass die fehlt, hat ja schließlich kaum einer zu Beginn der Regierungsbildung Corona kommen sehen und prinzipiell ist das auch gar kein Problem – sofern man sich die nötige Fachkompetenz dann eben besorgt. Ist ja nicht so, als wäre die Regierung knauserig, wenn es um die Bezahlung von Beratern geht. Wenn man sich anschließend aber hinstellt und glaubt, es dennoch besser zu wissen als echte Experten … dann wird’s halt kritisch. Und wenn ich dann höre, dass sich ein Armin Laschet ins Radio setzt und sagt, er wisse noch nicht, wie und welche Beschlüsse des Bundes sein Bundesland umsetzt, dann fällt mir nicht mehr viel ein außer ihm den ganzen Tag Ohrfeigen verpassen zu wollen.

Genauso ein Horst Seehofer, der seit Wochen abgetaucht ist, aber dann mit der großartigen Bemerkung auftaucht, dass er Gottesdienste – also Zusammenkünfte von großen Menschenmassen nicht einschränken will und sich besonders über die Parteien mit einem C im Namen wundert. Mir ist zwar weder bekannt, dass sich CDU und CSU in den letzten Jahren besonders christlich verhalten hätten wenn es zum Beispiel um Geflüchtete und Menschen in Not handelt, womöglich ist es aber auch einfach nur besonders christlich, sich die eigenen Taschen mit Korruption und fragwürdigen Deals voll zu machen. Du musst dich schließlich erstmal selbst besonders lieben, bevor du andere lieben kannst. Oder so.

Das artet hier aber auch schon wieder aus – insofern schauen wir jetzt einfach, was MrWissen2Go zu sagen hat:

Ob wir uns da nun aber drüber aufregen oder nicht, spielt am Ende auch keine Rolle mehr. Schließlich sind wir Deutschen ja nicht unbedingt bekannt dafür, großartige Kehrtwenden mit deutlicher Verbesserung hinzulegen.

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70 Minuten mit der Drohne durch New York https://www.wihel.de/70-minuten-mit-der-drohne-durch-new-york/ https://www.wihel.de/70-minuten-mit-der-drohne-durch-new-york/#comments Wed, 24 Mar 2021 11:31:10 +0000 https://www.wihel.de/?p=112363 70 Minuten mit der Drohne durch New York | Travel | Was is hier eigentlich los?

Wenn man so will, ist es schon ein bisschen peinlich: Letztes Jahr wollten Line und ich als Hochzeitsreise eine Woche nach New York. War ich halt noch nie und war ja vor Corona ein vielleicht gar nicht so schlechter Ort – zumindest für diejenigen, die noch nie da waren, gibt’s da bestimmt viel zu gucken.

Dann kam halt Corona und auch die bekannten Unruhen dank Trump und wir haben den ganzen Plan verworfen. Nicht verschoben, sondern verworfen, weil halt direkt alles zusammengebucht und entsprechend auch stark eingeschränkt, was Verschieben vs. Erstattung angeht.

Im weiteren Verlauf waren wir uns dann auch recht schnell einig: Das wird noch dauern, bis wir wirklich auch nur ansatzweise daran denken können, in die Staaten zu fliegen – schließlich sterben die Leute reihenweise und wer nicht stirbt, stürmt halt das Kapitol und setzt sich irgendwelche Büffel-Hörner auf. Da war nicht mehr viel von dem Land, in dem es jeder zu was bringen kann und Träume wahr werden.

Schaut man allerdings jetzt über den großen Teich, kann man eigentlich nur neidisch werden. Da wird geimpft wie blöd und auch wenn die totalen Zahlen natürlich höher sind als hierzulande – relativ gesehen haben die USA mehr als zugelegt. Zumindest im Vergleich zu Deutschland wird da gerade viel richtig gemacht und die einstige Supermacht zeigt eindrucksvoll, zu was sie in der Lage ist.

Heißt also nicht nur, dass wir uns ob der Dauer geirrt haben – ein Besuch in dem Land wird zunehmend wieder attraktiver. Allerdings vergebens, denn man muss kein Genie sein, um bereits jetzt zu wissen: Willst du aus Europa in die Staaten, geht da ohne Impfung und Dauertest nicht viel. Und wir wissen ja, wo die aktuelle Achillesverse in diesem Land liegt …

Bleibt also weiterhin nur der virtuelle Besuch. Heute mal wieder per Drohne und immerhin ganze 70 Minuten lang – das Ergebnis von The Dronalist und drei Jahren Drohnenaufnahmen:

Zum Glück stirbt die Hoffnung ja zuletzt.

Spätestens seit Kassel ist uns allen hoffentlich wieder klar geworden: Es gibt sehr viele Menschen, die leider sehr wenig klug sind. Ich hab noch nicht herausgefunden, ob die Mehrheit wirklich nicht kann oder einfach nur nicht will – ich weiß aber auch gar nicht, welche der beiden Seiten gefährlicher ist. Spielt vermutlich am Ende aber auch keine Rolle, weil es so oder so gefährlich für diejenigen ist, die sich an Regeln und Verordnungen halten.

Und das ist ja das Kernproblem: Dass sich die, die sich nicht schützen, nicht nur sich selbst in Gefahr bringen, sondern auch andere. Denn würde der zweite Teil wegfallen … dann lass die Leute doch machen, was sie wollen, dann müssen sie am Ende halt sehr früh sterben. Wer nicht will, der hat schon und der Großteil ist ja zumindest vom Alter her seit einigen Jahren mündig – wer da die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, kann sicher auch easy mit den Konsequenzen umgehen.

Wie gut ist eure Nachrichten- und Informationskompetenz? | Was gelernt | Was is hier eigentlich los?

Würde mich aber auch nicht wundern, wenn da viel simple Dummheit dabei ist. Menschen, die halt weniger denken wollen und gern den einfachen weg nehmen. Die immer jemanden brauchen, der besonders laut vorweg geht – dem kann man dann einfach folgen, solange es funktioniert und wenn es dann doch scheitert, ist man ja nicht selbst schuld, da war ja jemand, der einem gesagt hat, was man machen soll.

Kann ich teilweise verstehen, Denken ist anstrengend. Und dauerhaft Denken noch mehr, besonders wenn da auch viel unsinniges und wenig nachvollziehbares passiert. Ein Blick in die Nachrichtenlage in den letzten Tagen beschreibt ganz gut, was ich meine.

Wenn dann auch noch Schweine daher kommen, diesen Nährboden zu nutzen wissen und Falschinformationen verbreiten … dann erleben die alternativen Fakten wieder Hochkonjunktur. Außerdem wird ja auch die Medienlandschaft an sich nicht einfacher, alles dreht sich nur noch im Klicks und Aufrufzahlen – da versucht jeder ein bisschen lauter zu schreien als sein Vorgänger.

Wie gut ist eure Nachrichten- und Informationskompetenz? | Was gelernt | Was is hier eigentlich los?

Die Lösung: Geschulte Medienkompetenz. Wird von einigen ja schon seit längerem im Schulunterricht gefordert und ich sag mal so: Schadet sicher nicht, da vermehrt den Fokus drauf zu legen.

Wer mag, kann seine eigene Medienkompetenz unter der-newstest.de einmal selbst auf die Probe stellen. Sieht am Anfang natürlich unfassbar einfach aus, aber der Teufel liegt ja bekanntlich im Detail.

Mein Ergebnis übrigens: 26,5 von 30 – vor allem weil Line mich bei der konservativsten Zeitung falsch beraten hat. Ich sag ja, selber Denken ist immer noch am besten.

Herbert Grönemeyer sang ja schon, dass man den Kindern das Kommando geben sollte und in der aktuellen Lage finde ich den Gedanken sehr verlockend. Ich mein, so viel schlimmer kann es ja ohnehin nicht mehr werden – wäre vielleicht sogar witzig, wenn alles gleich bleiben würde, weil … naja, ihr wisst schon.

Und ich geb es ungern zu, aber meine Eltern hatten Recht: Die Kindheit war dann doch bisher mit die schönste Zeit, weil halt alles weniger kompliziert war. Also aus der jetzigen Perspektive – früher hat natürlich jeder gedacht, dass er gerade die größten Probleme der Welt stemmt und die „Alten“ doch gar keine Ahnung haben, was sie da behaupten.

Vielleicht war das aber auch so und wir erliegen nur der Macht des Gehirns, dass all di schlechten Erinnerungen gut zu verstecken weiß und deswegen die Vergangenheit immer ein bisschen besser aussieht, als sie tatsächlich war. Weiß ja auch keiner so genau.

Und ich muss auch sagen: In der jetzigen Zeit möchte ich auch nicht wirklich Kind sein. Dafür ist das alles dann doch zu trostlos und wenig Spaß-bringend. Ich mein, die Kids sagen sogar schon, dass sie unbedingt wieder zurück in die Schule wollen – für derlei Aussagen hätte man zu meiner Zeit auf die Fresse bekommen. Völlig zu Recht.

Aber auch darüber hinaus haben wir den einen oder anderen Blödsinn gemacht – mal mit kleineren, mal mit größeren Folgen (nein Mutter, das ist jetzt nicht die passende Gelegenheit, die alten Geschichten wieder aufzuwärmen!). Die Kollegen von REWIND haben ein bisschen was von diesem Blödsinn im nachfolgenden Video nachgestellt – und bringen so relativ schnell, relativ schön die eine oder andere Erinnerung direkt zurück:

Everyone used to do that but no one knows why! 😂

Egal obs stimmt oder nicht: Früher war nicht alles schlecht.

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Eine Stunde Japan von oben https://www.wihel.de/eine-stunde-japan-von-oben/ https://www.wihel.de/eine-stunde-japan-von-oben/#comments Tue, 23 Mar 2021 07:07:25 +0000 https://www.wihel.de/?p=112285 Eine Stunde Japan von oben | Travel | Was is hier eigentlich los?

Ich geb ja zu, meine Wochenzusammenfassung am Sonntag war jetzt nicht sonderlich positiv, mindestens von der Stimmung her. Aber was soll man auch sagen, wenn man seit mehr als einem Jahr jede Regel befolgt, das Haus wirklich nur für das Nötigste verlässt und gleichzeitig sieht, wie die ganzen Idioten im Flieger nach Malle sitzen, Kassel unsicher machen, ihre exekutiven Pflichten massiv verletzen und sich mit dubiosen Deals die Taschen vollstecken. Vom üblichen Bla Bla und wischiwaschi-Verordnungen will ich gar nicht erst anfangen.

Und auch wenn das langsam so eine Art Mode-Aussage wird: Auch ich bin müde. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch und das nicht erst seit dem Tinnitus im letzten Jahr. Aber sie werden ja auch nicht müde, ihre Fratzen in die Kamera zu halten und irgendwelchen Stuss von sich zu geben, während andere um ihre Existenz bangen bzw. selbige bereits verloren haben. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Auf der anderen Seite: Uns geht es nicht schlecht. Wir haben ein Dach über dem Kopf, Internet, dürfen täglich arbeiten und über die Bezahlung kann ich mich auch nicht beschweren. Wer kann schon von sich behaupten, dass er im letzten Jahr keine Kurzarbeit machen musste und auch sonst ziemlich fest im Sattel sitzt (außer natürlich besagte Politiker, die so sehr am Hungertuch nagen, dass sie noch diverse Nebeneinkünfte – legal und illegal – bemühen müssen). Insofern ist tatsächlich unsere einzige Aufgabe lediglich, durchzuhalten. Aber auch das ist in gewisser Weise anstrengend …

Da hilft nur, Ablenkung und Zerstreuung zu suchen. Irgendwas, das einen auf andere Gedanken bringt oder sogar entspannen lässt. Eine Stunde Japan zum Beispiel. Natürlich nur wieder digital, aber immerhin bleibt man dann gesund, setzt sich nicht den üblichen Reisestrapazen aus und spart auch noch Geld.

Bitteschön:

1-hour 8K aerial video of Japan shot between 2018-2019. Filming locations (In order of appearance): Izu, Yaskushima, Kyoto, Hakodate, Tokyo, Yokohama, Enoshima, Nagoya.We will continue to film across Japan in 2020 and beyond in 8K.

Vermutlich ist es dem einen oder anderen aufgefallen, ist natürlich zum Großteil auch „nur“ ein Zusammenschnitt von bereits bekannten Videos … aber wer will in diesen Tagen dem geschenkten Gaul schon ins Maul schauen?

Ich bin ja mittlerweile sehr großer Fan von iterativem Arbeiten. Sprich: Irgendwo anfangen, kleine Schritte machen und von da aus immer wieder überprüfen, was man verbessern kann oder wo bzw. wie man weitermacht. Klingt logisch, spart unnötige Korrekturschleifen und verhindert idealerweise auch, dass man sich eine gewisse Zeit lang komplett verrennt. Was nicht heißt, dass ich es nicht mag, wenn man auch von vornherein alles durchdacht hat – aber wir alle wissen ja, wie schnell sich die Welt mittlerweile dreht und einmal nicht aufgepasst ist plötzlich ein sehr guter Impfstoff ohne jeglich nachvollziehbaren Grund (vorrübergehend) nicht mehr zugelassen.

Genauso bin ich großer Fan davon, gemachte Erfahrungen und auch Tools mehrfach einzusetzen und zu verwenden. Denn was einmal funktioniert hat, kann sicher auch ein zweites Mal funktionieren und wer will schon gemachte Fehler wiederholen, wenn er auch von der Vergangenheit profitieren kann? Außer man ist Anhänger von der AfD, dann spielt Geschichte keine Rolle mehr, zumindest nicht so, wie sie tatsächlich mal passiert ist.

Und genau das trifft ganz wunderbar auf das nachfolgende Video zu, dass das Sky Car von 1915 zeigt. Vermutlich ein Vorläufer von dem, was wir heute als Helikopter kennen und man sieht ganz wunderbar, welche Gedanken sich hier vermutlich gemacht wurden. Da ist zum einen der Rotor, bei dem man schon erkennt, dass verstanden wurde, dass man irgendwie die Bewegung braucht, um den Luftstrom so zu lenken, wie man ihn eben lenken muss.

An der Bewegung des Gesamtkonstrukts selbst sieht man zudem, wie von der Natur abgeschaut wurde – schließlich schlagen Vögel ja auch mit den Flügeln und irgendwie muss das doch mit dem Fliegen zusammenhängen, also bauen wir das auch so.

Den Erfolg sieht man ja im Video und ich hätte auch wenig Lust, auf dem Ding zu sitzen, dennoch ein mit Sicherheit wichtiger Zwischenschritt:

Man sitting in early helicopter invention, ‘Sky Car’, in January 1915. Umbrella style wing makes the Sky Car bounce up and down on the ground.

Und ist ja auch klar, dass nicht alles auf Anhieb gelingen kann. Außerdem viel Respekt an den Typen, der da knallhart bis zum Ende sitzen bleibt.

Aktuell scheinen wir wieder eine kleine Nostalgie-Welle zu reiten, sieht man ja nicht nur an diesem oder jenem Beitrag, sondern ist auch leicht damit zu erklären, dass aktuell ja einfach nicht wirklich viel passiert – außer irgendwelche abstrusen Maßnahmen und Diskussionen in der Politik neben dem einen oder anderen Skandälchen um Masken, Korruption und mehr oder minder fehlenden Rücktritten. Ein bisschen vermisse ich die Zeit ja schon, als Politiker auch für den kleinsten Furz zurückgetreten sind, einfach weil es der Anstand gebietet.

Aber gut, die Welt dreht sich bekanntermaßen weiter und so sind wir halt in dem Zeitalter angekommen, in dem man sich mit entsprechendem Bankkonto und fehlendem Moralkompass einfach alles rausnehmen kann, was man will. Darum soll es hier aber auch gar nicht gehen – wer schlechte Laune bekommen will, schaut sich einfach die Nachrichten um 20 Uhr an, dafür braucht es wihel.de nicht.

Stattdessen reiten wir die Nostalgie-Welle einfach noch ein bisschen weiter und schauen uns mal die beliebtesten Webseiten von 1996 bis 2019 an. Soll ja schließlich Menschen geben, die kennen die Zeit vor Google und Facebook gar nicht mehr – allein was die mit Myspace und dem coolen Lycos-Hund alles verpasst haben, unglaublich. Oder AOL, das Internet in CD-Form … oder Yahoo, das absolut beste Beispiel für eine Firma, die man durch verrückte Investments und falschen Entscheidungen absolut zu Grunde gerockt hat. Hach Internet … wie toll du doch bist, wenn man mal all den nervigen Kram für einen kurzen Moment ausblendet …

Timeline of the most visited websites on the Internet from 1996 to 2019. Worldwide statistics based on websites traffic measured by monthly visits.

Damals™ als man noch an den Rand des Internets stoßen konnte …

Irgendwann letztes Jahr hab ich meinen Schreibtisch auf ein neues Level gehoben. Ursprünglich hatte ich so eine Platte von Ikea. Relativ simpel, mit zwei Beinen dran, wobei die beinlose Seite auf einem Unterschrank – ebenfalls von Ikea – auflag. Hat okay gut funktioniert, allerdings stand der Drucker eher unsympathisch „neben“ dem Tisch und insgesamt war das Ding auch immer zugemüllt bis obenhin. Also musste etwas neues her.

Wer mich kennt, der weiß auch: Ich mach dann keine halben Sachen. Also ein bisschen recherchiert und einen Hersteller gefunden, bei dem man für okayes Geld Tischplatten so bestellen kann, wie man sie will.

Gut 4 Wochen später war die Platte dann auch endlich da, wobei die Wartezeit vor allem an der Spedition lag, die die Platte vorbeigebracht hat – 2 Meter pure Glückseligkeit standen da. Und die standen auch ein bisschen länger da, denn im Gegensatz zu Ikea war das keine reine Presspappe und entsprechend von einer Person nicht zu stemmen, zumindest nicht in den ersten Stock.

Fest vorgenommen hatte ich mir dabei auch, dass das Ding nicht so zugemüllt wird, wie der Tisch vorher. Kann ja auch gar nicht, ist ja einfach mal viel größer und cooler und besser und alles. Aber was soll ich sagen … wer Platz hat, nutzt ihn auch und so räume ich hier regelmäßig unregelmäßig immer wieder Zeug beiseite, der da gar nicht liegen müsste.

Was letztendlich heißt: Einfach Platz haben, funktioniert nicht. Aber vielleicht würde es helfen, wenn ich einfach ein bisschen Kunst aufstelle? Zum Beispiel solche kinetischen Figuren, wie sie Anne Lilly herstellt.

Die sind relativ schlicht, bewegen sich bei Bedarf ganz angenehm und haben irgendwas an sich, das ich ziemlich faszinierend finde:

Mehr ihrer Arbeiten sowie weitere Figuren gibt es an dieser Stelle.

Seit keine Ahnung wie vielen Jahren wechseln Line und ich uns bei der sonntäglichen Wochenzusammenfassung ab, was vor allem praktische Gründe hat: ich muss alle zwei Wochen einen Beitrag weniger verfassen. Außerdem gibt das noch mal einen zusätzlichen Blickwinkel und wäre ja auch Quatsch, wenn sie nur einmal pro Woche mit einem Rezept um die Ecke kommt.

Was eher mal als Füller (und auch zur Steigerung der internen Verlinkung) diente, ist mittlerweile auch ein ganz guter Gradmesser um zu merken, wann eine Woche wieder rum ist. Denn ehrlicherweise sind wir regelmäßig davon überrascht, wenn einer von uns wieder dran ist, weil … „ich war doch erst letzte Woche dran“.

Will sagen: Gerade jetzt, in der aktuellen Situation, merken wir besonders, wie schnell die Zeit rast. Das letzte Jahr kann man ja ohnehin in die Tonne treten und ist somit schon fast aus dem Gehirn gelöscht, aber auch dieses Jahr kann einem doch keiner erklären, dass wir schon wieder März haben. Viel mehr noch, beinahe Mitte März und somit quasi Ostern, faktisch Sommer und was machen wir eigentlich an Silvester?

Tatsächlich bewegt sich Zeit aber gar nicht schneller, wir werden einfach nur älter, unsere Gehirne werden voller und so wird es auch schwieriger, sich alles zu merken und zu erfassen. Gerade auch weil die Zeit zwar nicht schneller wird, aber die Welt an sich. Ich jedenfalls muss nicht mehr jeden Scheiß mitmachen und vieles ist mir auch einfach von Anfang an egal, weil … mittlerweile muss ich mir meine Zeit sinnvoll einteilen.

Wofür aber immer mal wieder Zeit ist: Ein bisschen Nostalgie. Das klappt bei Fotos ganz gut, aber auch auf YouTube, wenn es um den einen oder anderen Remix aus irgendeinem Jahr geht oder auch um Werbespots von damals™.

Da kommt das nachfolgende Video ganz recht – nur dass die 90er zumindest in meinem Kopf nicht allzu weit weg sind, schmeckt mir nicht wirklich:

Wie sagt man so schön? Früher war nicht alles schlecht (ich weiß, is Quatsch, aber trotzdem …)

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Starke Gegenteil-Wörter von Yash Mathur https://www.wihel.de/starke-gegenteil-woerter-von-yash-mathur/ https://www.wihel.de/starke-gegenteil-woerter-von-yash-mathur/#comments Tue, 09 Mar 2021 07:03:58 +0000 https://www.wihel.de/?p=111680 So ganz ist das Thema Tattoo bei mir noch nicht vom Tisch, aber es verblasst immer mehr, was vor allem an drei Dingen liegt: Natürlich in erster Linie Corona und dem gesteigerten Bedarf an eingehaltener Hygiene. Ich will nicht sagen, dass das beim Tätowierer nicht gegeben wäre, aber das war ja auch schon vor der Pandemie immer ein wichtiges Thema und ist es jetzt noch viel mehr (davon mal abgesehen, dass die Studios vermutlich alle weiterhin geschlossen haben müssen.- blickt ja auch keiner mehr durch).

Als zweiten Grund darf man ruhig meine neugewonnene Unförmigkeit ins Feld führen. Das war ich zwar schon immer, seit wir aber nur noch Zuhause sind, ist es nicht gerade besser geworden. Ich hab zwar angefangen, den ganzen Scheiß zu bekämpfen, aber das dauert natürlich und würde ich mich jetzt mit Farbe stechen lassen, es wäre vergleichbar mit der Markierung eines Schweines bei Tönnies. Das will ja auch keiner …

Und natürlich ist da noch mein Alter. Waren Tattoos früher nur was für Leute im Gefängnis und See-Fahrer, später dann auch Rocker und andere harte Hunde, ist das mittlerweile einfach nur noch so ein Jugend-Influencer-haben-ja-alle-Ding. Blume hier, denkwürdiges Datum da und vielleicht irgendwo noch ein Schalke-Logo – die Sünden sind weit verbreitet und das nimmt der ganzen Sache ja nicht nur sehr viel von ihrer Magie und eigentlichen Bedeutung, es macht es auch immer alberner, je länger man damit wartet.

Außerdem tue ich mich schwer, was das Motiv angeht. Ich hatte mal vor Jahren was im Kopf, was ich irgendwo einmal gesehen und für unfassbar cool befunden hab, konnte es aber nur schwer beschreiben und hab es sonst auch nicht wiederfinden können. Das war quasi ein Gesicht als Antonym, dass – je nach Blickwinkel – entweder lachte oder böse schaute. Allerdings auch ein bisschen tribalig und Tribals sind ja dermaßen 90er, dass man sich lieber den Arm abhackt, als sich sowas noch stechen zu lassen. Sagen zumindest die Kids auf dem Schulhof, ich hab keine Ahnung.

Um Wenigstens beim Thema Antonym zu bleiben, könnte ich mich aber auch an den Arbeiten von Yash Mathur orientieren. Der Grafikdesigner aus Indien hat es zumindest geschafft, Wörter mit gegenteiligen Bedeutungen – und somit richtige Antonyme – zu verbinden. Ein oder zwei sind etwas schwerer zu erkennen, aber insgesamt ist das sehr großartig:

Anhand der eingebetteten Instagram-Posts sollte klar sein – mehr seiner Arbeiten gibt es genau dort. Oder aber auch auf seiner Webseite.

Am Wochenende hab ich mich schon wieder ein bisschen irrational gefreut, denn zum zweiten Mal hat unser Fernseher rumgesponnen. Der hat mittlerweile auch schon irgendwas um die 10 Jahre auf dem Buckel und ist halt alles andere als gut, auch wenn die Marke früher mal als wirklich qualitativ gut galt.

Mittlerweile darf es aber gern ein bisschen größer und anders sein und da meine ich nicht mal irgendwelche fancy Smart-TV-Funktionen, aber das Bild könnte schon deutlich besser sein, die Farben klarer und alles irgendwie mehr wie im 21. Jahrhundert.

Doof nur, dass sich das Ding dann doch wieder gefangen hat und ich nun doch weiter warten muss, bis ich endlich einen neuen kaufen darf. Auf der anderen Seite: Wir können uns ja glücklich schätzen, dass wir keinen richtigen Röhrenfernseher mehr haben.

Den hatte ich tatsächlich noch vor ein paar Jahren und das auch in einer sehr großen Ausgabe, was irgendwie cool war, weil halt groß und von Vaddern geschenkt – aber auch unfassbar schwer und nicht gerade sparsam in Sachen Strom. Ich mochte ihn dennoch sehr und würde ihn aus Nostalgie-Gründen wahrscheinlich noch ein bisschen mehr mögen.

Denn mittlerweile sind ja nur noch LED, LCD und weißdergeierwas angesagt – so eine richtig große und schwere Röhre weiß ja keiner mehr zu schätzen. Ich kann allerdings auch nicht sagen, ob es da wirklich was zu schätzen gibt, denn auch nach dem dritten Mal lesen des Wikipedia-Artikels kann ich nur schwer wiedergeben, wie so ein Ding eigentlich funktioniert. Irgendwas mit Elektronenstrahlen, Leuchtfarbe und Magneten … keine Ahnung, wer sich das wieder ausgedacht hat, aber umso beeindruckender, dass es funktioniert und wie viele Jahre es funktioniert hat.

Mindestens genauso beeindruckend natürlich: Der Herstellungsprozess dieser Bildschirme.

Und jetzt: Daumen drücken, dass unser Fernseher endlich mal kaputt geht.

Ja, auch ich hab sehr stark gelacht, als Doro Bär ihren Job antrat und lautstark verkündet hat, dass wir digital größer denken müssen. Weniger Glasfaser, dafür mehr Flugtaxis und anderen Kram, von dem noch niemand weiß, dass er sie mal braucht. Oder sie existieren.

Das klang nach Quatsch, weil wir gerade in Deutschland ja nur selten wirklich groß denken und es nicht gewohnt sind, so tolle Sachen wie Regeln und Gesetze zumindest am Anfang auszublenden und zum Beispiel einfach mal den Datenschutz Datenschutz sein lassen.

Und dann gab es die ersten Startups, die sich mit eben jene Flugtaxis beschäftigen und so langsam den Weg in die Medien fanden. Es schien fast so, als wäre die gute Doro Bär doch nicht so verrückt und weltfremd, wie es am Anfang schien. Flugtaxis könnten tatsächlich ein Ding werden.

Und dann kam halt Corona. Und Lockdowns. Und Homeschooling. Und wir wurden alle sehr schnell wieder daran erinnert, dass wir vielleicht doch nicht an Flugtaxis denken sollten, wenn der Großteil aufgrund einer mehr als beschissenen Infrastruktur, lächerlich schlechten Tarifen und aberwitzig langsamen Leitungen nicht von Zuhause aus arbeiten können. Wenn wir es nicht mal geschissen bekommen, eine Schulklasse von einer Handvoll Kindern per Video-Telefonie zu verbinden (was im Übrigen kein Problem wäre, wenn man den Faktor Bürokratie mal reduzieren würde – ich sitz teils in Zoom-Calls mit mehr als 100 Leuten)

Was ich damit sagen will: Ja, Flugtaxis können schon geil sein, aber es ist halt sehr dumm, daran zu denken und in diese Richtung zu gehen, wenn einfach die Basis nicht stimmt. Schließlich baut man sich ja auch keinen Jacuzzi ins Haus, wenn noch das Fundament fehlt und niemand auch nur ansatzweise an ein Dach gedacht hat.

Außerdem: Flugtaxis sind gar nicht mal so eine innovative Idee, sondern nur aufgewärmtes Essen von vor vielen Jahren. 1949 nämlich hatte man schon mal die Idee und auch erste Prototypen entwickelt – hat sich dann halt bekanntermaßen doch nicht durchgesetzt:

A Flying Car (1949). Filmed in the 40s in Italy, a propellor driven automobile that flies makes its first test flight. Top land speed is 150mph and air speed is over 200mph. So the flying cars were being developed more than a quarter of century before Scaramanga made them famous in “The Man with the Golden Gun”.

Vermutlich aber auch einfach nur, weil man noch nicht die passende Technologie zur Verfügung hatte. So wie Howard Stark das ja auch schon mal kund getan hat und siehe da – irgendwann hat sein Sohn sogar die Zeitreise (er)finden können.

Ich bin immer wieder davon beeindruckt und liebe es auch sehr, dass es gerade die kleinen Dinge sind, die den großen Unterschied machen. Ich muss da immer dran denken, wie mal mein Cousin vor vielen, vielen Jahren Stromkabel im Garten meiner Eltern verlegt hat.

Strom war damals schon ein großes Mysterium und alles, was man darüber weiß ist ja, dass ein Leben ohne Strom möglich aber sinnvoll ist und wenn man damit hantiert, ist man zu 50% bereits tot, weil halt gefährlich.

Er hat das aber gelernt und wusste entsprechend, was er tat – was aber wirklich cool war, war wie er das Kabel mit so kleinen Klemmen an Wand und Türrahmen entlang geführt hat. Klar, ich kannte diese Klemmen nicht, aber allein wie akkurat und sauber das dann alles war – phänomenal! Wie vom Profi quasi.

Und ein bisschen verhält es sich auch so mit unserer Win-Compilation, bei der übrigens gestern die neue Ausgabe erschienen ist. Eher aus der Not herausgeboren verlängern wir immer mal Sounds von einem Clip in den nächsten, weil halt Clips ohne Sound einfach scheiße sind und sehr amateurhaft wirken. Extrem kleines Detail, aber nicht Wenige lieben genau das an unserer Compilation.

Und auch bei den Animationen von Tim Gray ist es ein kleines Detail, dass seine Arbeit sehr großartig macht und dafür sorgt, dass die berühmte 4. Wand durchbrochen wird: er erzeugt die Illusion eines Instagram-Posts und packt dann seine Animation einfach darüber. Wirkt dann sehr 3D-ig und sieht einfach großartig aus – da stört dann auch nicht, dass die Animationen jetzt nicht super fotorealistisch sind:

Logisch – mehr seiner Arbeiten findet man direkt auf Instagram. Und irgendwie auch auf seiner Website, wo man dann auch sieht, dass man derlei Clips fürm eigene Marketingaktivitäten nutzen kann, aber … ich bin ehrlich … das wirkt auch ein bisschen so wie diese Onepager, auf denen man irgendwelche dusseligen E-Boosk angedreht bekommt, die einem erklären, wie man in 20 Minuten reich wird und am Ende muss man nur selbst so eine Seite bauen und Marketing betreiben …