Kultur – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Mon, 21 Sep 2020 05:22:45 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.1 Polly Pocket-Modelle aus Film und Fernsehen https://www.wihel.de/polly-pocket-modelle-aus-film-und-fernsehen/ https://www.wihel.de/polly-pocket-modelle-aus-film-und-fernsehen/#comments Tue, 22 Sep 2020 14:15:53 +0000 https://www.wihel.de/?p=104256 Polly Pocket war ja früher so ein richtiges Ding, genau wie Barbie und entsprechend genauso uninteressant für mich – ich wurde aber dennoch zwischen den Cartoons damit vollgeballert, weil halt Targeting im Fernsehen schon damals extrem schwierig war und heute auch noch ist (mal abgesehen von den ganzen SmartTV – aber so richtig weiß ja auch niemand, wer am Ende davor sitzt).

Und irgendwie find ich das Konzept mittlerweile ganz spannend: Spielzeug, direkt in der Schachtel geliefert, die zum Spielzeug dazu gehört. Platzsparend und direkt ordnungsbringend, aufgrund der Größe und Form auch leicht zu verstauen – wenn ich es nicht besser wüsste, würd ich sagen, dass ist die perfekte Idee zum Geld drucken.

Und war es ja auch irgendwie – bis halt der Drucker nicht mehr funktionierte und die Firma Bluebird Toys irgendwann von Mattel geschluckt wurde.

Spannend find ich auch, wie sich die Figur gewandelt hat. Von damals knapp 1cm Größe zu heute irgendwas um die 8cm ist schone in wahnsinniger Sprung, ebenso die Anzahl der Gelenke und Features im allgemeinen. Irgendwie liegt es ja auf der Hand, dass auch Kinder einen gewissen Anspruch entwickeln und entsprechend Spielzeug immer raffinierter werden muss, aber es gerade in dem Bereich zu sehen … fühlt sich irgendwie verrückt an.

Wie dem auch sei, The ToyZone hat sich nun das Polly Pocket-Universum genommen und ein paar Serien und Filme ver-polly-pocket und das ist dann doch schon deutlich interessanter für mich.

Schade nur, dass das leider alles recht fiktional ist, um nicht zu sagen: Großartige CGI von Jan Koudela:

Könne aber auch gut sein, dass Mattel sich davon inspirieren lässt (will heißen: Die ersten 6 Ideen klaut und ab dann selbst entwickelt) und auf den Zug aufspringt. Hat bei LEGO ja auch ganz wunderbar funktioniert in den letzten Jahren.

Die älteren werden es noch kennen: Wenn man früher als Kind unfassbar früh morgens aufgestanden ist, um heimlich Fernsehen gucken zu können, hatte man noch die Auswahl zwischen wirklich guten Zeichentrickserien und sowas wie Edutainment – sprich Sendungen, in denen man was gelernt hat. Die Sendung mit der Maus war dafür prädestiniert, aber auch Löwenzahn und andere – die ich alle nicht geguckt hab, weil Zeichentrick einfach viel unterhaltsamer war.

Ich weiß auch gar nicht, ob es zumindest einen Teil dieser Sendungen noch gibt, gerade Löwenzahn hatte ja mal eine Frischenzellenkur spendiert bekommen und ob Kids heute noch mit der Maus was anfangen können … ich hab keine Ahnung. Ich guck aber auch meistens Netflix, Prime oder irgendwelche anspruchslosen Dokus aus irgendeiner Mediathek.

Aber wer Interesse an derlei Edutainment hat, dem empfehle ich den Science Channel und nahezu jedes Video aus der „How It’s made“-Reihe. Das ist tatsächlich auch alles einigermaßen anspruchslos, zeigt einem aber wie manche Sachen – Überraschung – hergestellt werden. Nicht selten mit dieser wunderbaren Baumarkt-Verkaufsvideo-Musik und dem passenden Sprecher dazu.

Da sieht man unter anderem, wie Ice Cream Sandwiches hergestellt werden. Riesiger Kassenschlager und eigentlich ein unfassbar lapidares Produkt – aber schon seit Menschenbestehen war Stumpf immer Trumpf, warum sollte das bei Eis anders sein?

Learn about outer space, leading scientific exploration, new technology, earth science basics, & more with science videos & news from Science Channel.

87% of Americans have ice cream in their freezer at any given time. Chocolate syrup is the world’s most popular ice cream topping.

Und was ich auch für mich mittlerweile gelernt hab: Ich hab schon so oft gesehen, wie Eis hergestellt wird und vergess es trotzdem jedes verdammte Mal.

Schon seit einer ganzen Weile fällt mir auf, dass der Anteil von Kunst hier auf wihel.de stark zurück gegangen ist. Das liegt zum einen daran, dass ich gar nicht so viel Kunst aktuell im Feedreader finde, aber auch daran, dass ich mittlerweile drölf mal abwäge, was ich bringen kann und was mir mit Sicherheit in ein paar Jahren eine fette Abmahnung ins Haus liefern lässt. Und die tun halt nach wie vor richtig weh, selbst mit Versicherung, Anwalt und sonstigem Pipappo – erstmal kostet das immer Geld.

Aber mir fällt auch auf, dass sehr viel Kunst auf andere Plattformen abwandert und sich nicht mehr so stark über Blogs verbreitet, sondern andere Kanäle dafür in Betracht kommen. Gerade Instagram ist dafür ja beinahe perfekt geeignet, auch wenn man sich mittlerweile damit arrangieren muss, dass man irgendwo zwischen zahlreichen (dummen) Influencern verortet wird.

Ob das die Verbreitung am Ende dadurch auch einfacher macht, vermag ich nur schwer zu beurteilen, ich hab aber auch den romantischen Glauben, dass Blogs irgendwann wieder ein bisschen mehr im Rampenlicht stehen, als das aktuell der Fall ist. Schlaghosen kommen ja schließlich auch alle paar Jahre wieder in Mode.

Auch Hye Sea tummelt sich auf Instagram und präsentiert dort ihre Kunst und das besondere daran ist, dass sie weder Pinsel, Farbe noch Stifte benutzt, sondern eigentlich nur … die Sonne. Und natürlich ein Glas, damit das Licht gebündelt wird und sie so statt Ameisen und anderes Ungeziefer einfach ihre Kreativität „verbrennt“

Extremst offensichtlich: Wer gern mehr davon sehen will, schaut einfach bei Instagram vorbei und folgt bei Gefallen ihrem Profil. Und / Oder schaut sich auch hier noch ein bisschen weiter um und lässt vielleicht den einen oder anderen Euro für ein Kunstwerk für Zuhause springen.

Ich hasse Werbung. Und ich liebe Werbung. Allerdings greift die Liebe nur sehr selten, denn sie gilt gut gemachter Werbung und davon sieht man leider immer weniger – Stumpf ist Trumpf stimmt wohl leider zu sehr als dass sich die Industrie noch die Mühe macht und wirklich mal was präsentiert, was gut ist. Kann aber auch sein, dass ich es einfach nicht mehr sehe, weil wir ja alle nur noch irgendwelche Streaminganbieter benutzen und lineares Fernsehen zusammen mit Radio immer mehr auf der Strecke bleibt. Und das Netz selbst ist ja auch nur voll von den üblichen Nervbannern …

Womit wir auch direkt beim Hass wären, denn Werbung nervt einfach. Das gilt sowohl für die Endkonsumentensicht als auch für die Sicht, wenn man in dem Bereich arbeitet. Man mag mir mangelnde Loyalität zur Industrie vorwerfen (bitte nicht Verwechslung mit der Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber – der ist in weiten Teilen sehr super), aber wie viel Quatsch da jeden Tag geredet und fabriziert wird, geht auf keine Kuhhaut. Auch nicht auf die, von der lila Milka-Kuh. Aber die Leute nehmen halt den größten Blödsinn gern für bare Münze und dann ist das einfach so.

Bestes Beispiel: Alters- und Geschlechter-Targeting. In der breiten Masse mag das einigermaßen zutreffen, wenn ein Anbieter sagt, dass die Leute irgendwas zwischen 18 und 25 Jahre alt sind. Aber schaut man mal genauer hin, ist das mehr als unhaltbar, schließlich werden nicht Menschen gertargetet, sondern Geräte. Und ob da wirklich derjenige dahinter sitzt, den man dahinter sitzen haben möchte … das bezweifle ich stark. Aber es gibt eben Anbieter, die sagen, dass das so ist und alle Welt glaubt das dann. Nicht auf Basis von irgendwelchen Nachweisen, sondern weil „muss so sein“.

Womöglich war es 1997 nicht so stark ausgeprägt wie es heute der Fall ist – bis zu einem gewissen Grad war es aber auch damals so. Zumindest behaupte ich, dass der Bullshitfaktor in Relation identisch gewesen sein muss – total gesehen war vielleicht aber doch noch nicht alles so wahnsinnig, wie es heute der Fall ist. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mir gern mal alte Werbespots anschaue. Zumindest waren sie anders und im Rückblick unterhaltsamer als der Bums, den wir mittlerweile ertragen müssen:

I was in the military and there’s one thing for certain – I missed out on a lot of 90s pop culture!

Wobei wir damals vermutlich genauso gedacht haben, wie wir heute denken und es ist nur dieses typische „Früher war alles besser“-Gefühl.

Es ist natürlich Quatsch, dass das Leben einem einfach so eine Zitrone gibt, in der Regel muss man die Dinger anbauen, heranzüchten, warten und ernten – wie man das halt bei allen Obst und Früchten eben so macht. Oder man geht einfach in den Supermarkt und kauft sich welche, bei denen man die Schale nicht benutzen kann, weil halt vollgepumpt mit Pestiziden und sonstigen Chemikalien – was besonders schade ist, wenn man all die Kochsendungen denkt, in denen uns eingebläut wird, dass doch gerade der Abrieb der Schale der ganz heiße scheiß ist.

Ich hab davon aber keine Ahnung, denn ich halte mich beim Kochen zurück und auch was den Anbau von Obst und Gemüse angeht, lass ich anderen gern den Vortritt. Irgendwo hatte ich ja schon mal gesagt, dass Pflanzen sehr suspekt sind, vor allem weil sie nicht eindeutig Bescheid geben, was sie von einem wollen. Das ist wie mit Backen: Man tut und macht ganz viel, aber erst am Ende sieht man, ob man verkackt hat oder nicht. Zwischendrin mal korrigieren ist halt einfach nicht und nicht selten hat man die Arschkarte gezogen und muss wieder von vorn anfangen.

Aber wenn man dann mal eine Zitrone hat, dann steht einem die Welt des zitronierens aber sowas von weit offen, das glaubt man gar nicht. Überall kann Zitrone ran, an Tequila, an Kuchen, an Nudeln, an Wurst, an … lieber nicht an Wurst.

Und man kann damit Feuer machen. Das klingt spektakulärer als es ist, denn wir alle haben irgendwann im Chemie- oder Physikunterricht Äpfel, Kartoffeln und sonstigen Kram genommen und festgestellt, dass sich damit Strom erzeugen lässt. Verschwindend gering viel Strom, aber eben Strom.

Schlau genutzt reicht die kleine Menge immerhin, um ein Feuer zu entzünden und wer sich noch ein bisschen schlauer anstellt, nimmt für den nächsten Campingausflug einfach ein Netz Zitronen statt Gaskocher mit:

In this video I show you how to make fire with a lemon. This is an awesome survival tip that you don´t want to miss.

Nicht mehr so wirklich spannend, wenn man weiß, wie es geht oder?

Was mich ja immer wieder beeindruckt: Wie Menschen zu Experten werden. Dabei meine ich nicht die Experten, die sich einfach nur Experten nennen und dann in irgendwelchen Talkshows und deren einziges Expertentum darin besteht, Experte zu sein (was unfassbar absurd ist, denn wie soll man Expertise aus einem Bereich vorweisen, wenn man gar keine hat?).

Nein, ich mein die Leute, die einfach jeden einzelnen Handgriff aus dem Effeff beherrschen und man das nur wissen kann, wenn man eine entsprechende Ausbildung und ausreichend Erfahrung mit sich bringt. Am besten sieht man sowas immer in Handwerker-Videos oder IKEA-Bauanleitungen. Im Grunde weiß jeder, wie das fertige Produkt grob hergestellt wird, aber es sind eben die Zwischenschritte und am Ende unsichtbaren Handgriffe, die dafür sorgen, dass das Teil am Ende so dasteht, wie es dastehen soll. Der Teufel sitzt halt immer im Detail.

Aber die Zeiten ändern sich und teilweise reicht es auch schon, sich ein paar Videos auf YouTube anzuschauen und Anleitungen im Netz zu lesen. So hab ich zum Beispiel schon mehrfach iPhone-Akkus getauscht oder auch gelernt, wie man eine Auto-Batterie wechselt (das Muster, dass es sich hier immer um Batterien handelt ist tatsächlich Zufall). Und auch – bisher mein größer Stolz, wenn auch mit deutlichen Anfängerfehlern versehen – die Kiste hab ich nicht einfach aus dem Kopf gebaut, sondern erst nach dem Studium diverser Anleitungen.

Und mit dem nachfolgenden Video werden wir jetzt auch einfach Experten im Gästeservice – zumindest wenn es darum geht, Scheiben von einem Braten zu schneiden:

This is me in a Old Country Buffet Training Video
This will teach All of you the Proper way to slice meat at dime thicknesses !
Bahahahahahaha

Man weiß ja nie, wann man das mal gebrauchen kann. Gerade in diesen unsicheren Zeiten.

Schimmel ist auch so eine arme Wurst, der eigentlich keine Freunde hat – außer man befindet sich auf bzw. im äse, wobei ich mich selbst damit nach wie vor schwer tue. Ich weigere mich einfach anzuerkennen, dass es guten und schlechten Schimmel geben kann, schlichtweg einfach weil es viel mehr schlechten als guten Schimmel gibt.

Dafür waren meine Erfahrungen mit Schimmel bisher auch einfach zu negativ. Angefangen von den üblichen bösen Überraschungen, wenn man mal wieder sieht, dass das Toastbrot am Ende schon ziemlich haarig ist und man ganz genau weiß, dass das nicht erst in den letzten paar Stunden entstanden ist, über so nervigen Schimmel an den Fenstern, weil sie einfach dauerhaft beschlagen und auch die besten Belüftungstaktiken keine Abhilfe bringen – bis hin zu unserer persönlichen Erfahrungen in der alten Wohnung, als im Arbeitszimmer eine komplette Wand saniert werden musste und wir wie die letzten Hillbillys gewohnt haben, weil plötzlich Möbel dort stehen mussten, wo sie eigentlich nicht stehen sollten. Und das in einer ohnehin schon kleinen Wohnung – am Ende mit dem Ergebnis, dass wir den Platz nicht mal so nutzen konnten, wie wir ihn wollten, was alles nur noch viel schlimmer gemacht hat. Muss auch einfach was bedeuten, dass Schimmel und Schlimmer fast gleich klingen …

Schimmel ist einfach ein Arschloch. Aber manchmal eben auch ein sehr schönes Arschloch, wenn man mit der Kamera drauf hält und ganz nah ran geht:

The film records the growth of four types of molds used for food fermentation, namely Rhizopus, Aspergillus niger, Aspergillus oryzae and Penicillium. Captured by time-lapse supermacro photography, the growth of these molds is magical and charming, revealing a mysterious and gorgeous tiny world.

Macht ihn aber nicht besser, denn zum Glück wissen wir alle: Auch schöne Arschlöcher sind am Ende einfach nur Arschlöcher.

Kaputtes Glas kann ein ziemlicher Graus sein und damit mein ich nicht nur, dass das Reinigen von zerbrochenem Glas ein ziemlicher Akt ist und sicher auch nicht ungefährlich – viel mehr sind es die Begleitumstände. Zum einen fällt mir da wieder ein, warum ich aus Gründen mal vor Jahren eine Glasscheibe in einer unserer Türen kaputt gemacht hab. An sich kein großes Ding, passiert halt – wenn dir dann aber bewusst wird, dass deine Versicherung dir den dicken Mittelfinger zeigt, weil zwar deine komplette Wohnung versichert ist, aber eben das Glas in Türen und Fenstern nicht, dann fühlst du dich einfach nur verarscht. Und bestätigt, warum eigentlich niemand Versicherungen mag.

Das war dann insgesamt auch ein recht teurer Spaß, besonders wenn man noch berechnet, dass man jeden Monat in eine Versicherung einzahlt, die dann nicht das macht, wofür man jeden Monat einzahlt.

Anderes Beispiel, dass zum Glück nicht mir passiert ist: Schaden in der Frontscheibe des Autos. Auch an sich nichts Wildes, denn so eine Frontscheibe ist beinahe schon ein Wunderwerk der Technik und hält ordentlich was aus. Aber allein die Vorstellung, dass das Ding in jeder Sekunde reißen könnte und man dann einfach sinnlos stirbt … is mir nix.

In dem Fall hat die Versicherung übrigens anstandslos gezahlt, auch wenn da kein unerheblicher Selbstkostenanteil dabei war (der Gesamtpreis aber noch mal eine ganze Nummer größer). Glas und Versicherungen … kannst nicht mit, kannst nicht ohne.

Und dann kommt auch noch Simon Berger daher und macht Glas mutwillig kaputt. Aber das ist okay, denn er tut es im Namen der Kunst und wenn man sich die Ergebnisse mal anschaut, dann darf er das gern auch noch eine ganze Weile weiter machen.

Simon Berger is an artist who works with a hammer and glass. He has figured out a way to crack the glass so precisely that it creates an image of a face. It’s a delicate process that has taken him three years of trial and error to get right. Sometimes it takes him one try, but other times it can take him five. And an expensive series of mishaps could cost hundreds of Swiss francs. One wrong hit, and he’ll have to start all over again.

Street Art & Glass
A making of by Simon Berger (Switzerland)
for Resilience edition | Street Art Fest Grenoble – Alpes (2020).

Wer gern mehr von ihm sehen möchte, schaut am besten bei Instagram oder auf seiner Webseite vorbei.

Es wird kurz nostalgisch und vermutlich erkennt auch nicht wirklich jemand irgendwas auf den Bildern, aber das ist ein nicht unwesentlicher Teil meiner Jugend: Winamp. Wobei besser gesagt handelt es sich um Skins für Winamp und da keiner mehr Winamp kennt oder sich vorstellen kann, wofür man das kleine Stück Software braucht, ein kleiner Exkurs:

Es gab mal eine Zeit, da war an Streaminganbieter nicht zu denken. Das Internet war zu schlecht, die Plattenfirmen zu mächtig und überhaupt konnte man gar nicht die ganze Zeit online sein, weil Muttern ja auch mal telefonieren wollte. Jep, im Internet surfen und gleichzeitig telefonieren war damals nicht möglich.

Das Winamp Skin-Museum | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Aber wir wollten trotzdem Musik hören also kam es nicht selten vor, dass wir unsere Computer schnappten und uns trafen. Das klingt deutlich leichter als es damals war, denn sowohl Computer als auch Bildschirm waren riesig und sackschwer. Aber nur so konnten wir Musik tauschen, was die Industrie natürlich nicht gern sah – aber wo kein Kläger, da kein Richter.

Und dann schaufelten wir uns die Platten mit mp3s mal mehr mal weniger guter Qualität voll. Doch brauchte es noch etwas zum Abspielen und da kam man früher oder später nicht an Winamp vorbei. Ein kleines Stück Software, mit dem man vornehmlich Musik abspielen konnte, in dem man den Klang so anpassen konnte, wie man es wollte und das sich selbst auch bis zur Unkenntlichkeit anpassen ließ.

Winamp war einfach der Shit.

Und Jordan Eldredge hat sich die Mühe gemacht und irgendwas um die 65.000 Skins zusammengesammelt (oder sammeln lassen – schwer vorstellbar, dass das ein Mensch alleine schaffen kann) und präsentiert diese unter Skins.Winamp.org.

Das Winamp Skin-Museum | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Das sensationelle ist: Die Dinger lassen sich nicht nur anschauen, sondern auch ein Stück weit benutzen und das katapultiert jeden, der damit zu tun hatte, direkt in diese Zeit zurück. Einfach wunderbar.

Wer noch mehr davon will, folgt am besten diesem Twitter-Bot, der regelmäßig irgendeinen random Skin postet oder probiert auch einfach mal diese Webvariante aus.

Und ich sags ganz ehrlich: So nervig das Speichern und Verwalten eigener mp3s auch war – für Winamp wünsch ich mir die Zeit ein bisschen zurück.

Aktuell suchte ich gerade wieder ein paar mehr Serien durch, was vor allem die betrifft, die ich schon mal gesehen hab. Das ging mit 4 Blocks los, danach folgte Dogs of Berlin und zuletzt Skylines (ein Schelm, wer hier ein Muster erkennt). Zwischendurch darf es aber auch mal was ungesehenes sein, dass qualitativ jetzt nicht so super hochwertig wirkte. Salvation zum Beispiel wurde mir immer mal wieder vorgeschlagen, hat mich aber nie so wirklich in den Bann gezogen.

Wenn man aber am Arbeiten ist, dann kann sowas auch gern mal nebenbei laufen – hin und wieder passt man dann doch auf und bekommt so das Wichtigste mit. Und ich muss sagen, das war gar nicht so schlecht (aber schlecht genug, dass die Serie mit einem Cliffhanger endet, weil man einfach keine weitere Staffel geordert hat). Kurz und knapp zusammengefasst: Ein Meteorit – oder Asteroid, vergesse leider immer, was der Unterschied ist – rast auf die Erde zu und es bleiben nur wenige Tage, um das Aus der Menschheit zu verhindern.

Nichts, was man nicht schon mal gehört hat und es ist auch furchtbar absurd, mit was für Nebensächlichkeiten sich die Protagonisten rumschlagen müssen, obwohl das Retten der Menschheit oberste Priorität haben sollte – aber wie gesagt, zum Nebenbeischauen reicht es.

Was mich zu einem spannenden Gedanken brachte: Was macht man, wenn man weiß, dass das Ende nah ist, man nichts dagegen tun kann und irgendwie den Rest seiner Lebenszeit sinnvoll nutzen möchte? Ich weiß, ein philosophisches Fass ohne Boden, über das man bis zum Ende seiner Lebenszeit diskutieren und sinnieren könnte – im Video von Giant Ant bleiben dafür aber lediglich 1 Minute 46 Sekunden Zeit:

If there’s one thing we’ve learned in 2020, it’s that things are hard… and that we’re in it together.

Passt ganz gut zum Jahr 2020, oder? Ich bin „gespannt“, was das nächste Jahr bereithält. Gut möglich, dass wir den Film einfach nachstellen dürfen …

Aber darum soll es hier nicht gehen, zumal gar nicht belegt ist, dass Etoni Mama hier Lebensmittel tatsächlich verschwendet. Viel mehr versucht die japanische Mutter dreier Kinder ihre Liebsten kreativ zu überraschen und ein bisschen Spaß und Freude auf den Teller zu bringen – in dem sie sich immer wieder neue Anordnungen, Muster und nachgebildete Figuren einfallen lässt.

Und das macht sie mittlerweile so erstaunlich gut, dass sich nicht nur ihre Kinder daran erfreuen, sondern auch das Internet:

Natürlich gibt es noch viel mehr von ihr zu sehen und das findet man am besten natürlich auf Instagram. Um die 151.000 Abonnenten tun das schon und wenn ihr schlau seid, gesellt ihr euch einfach dazu. Und wer noch ein bisschen mehr Foodporn sehen möchte, dem empfehle ich einen Blick in diese Kategorie oder auch diese Suche. Angeordnetes Essen gibt es dort weniger, dafür andere Foodporn-Kunst, die garantiert dafür sorgt, dass ihr Essen in anderem Licht seht. Oder mindestens Hunger bekommt. Und selbstverständlich lohnt sich auch immer ein Blick in die Kategorien von Line – denn warum Essen nur anschauen, wenn man es auch selbst machen kann.

Als ich noch deutlich jünger war – mein Alter muss noch gerade so zweistellig geworden sein, wollte ich Zuhause immer eine Schreibmaschine haben. Nicht, weil ich sie dringend bräuchte oder auch nur ansatzweise vorhatte, damit (längere) Texte zu schreiben, aber irgendwie war das ja cool, dass man nur auf ein paar Tasten hauen konnte und dann Buchstaben auf Papier erschienen – quasi für die Ewigkeit.

Und irgendwie kamen wir dann auch damals an eine Schreibmaschine und somit schnell an meine erste ernüchternde Erfahrung. Denn Schreiben auf einer Schreibmaschine ist gar nicht so leicht – die Anschläge verlangen einen deutlich längeren Weg im Vergleich zu heutigen Computertastaturen, dazu muss man auch einiges an Kraft aufwänden, Zeilenumbrüche muss man selbst setzen und Fehler verzeihen die Dinger ja einfach mal gar nicht.

Irgendwann hatten wir dann auch so eine semi-elektrische Schreibmaschine, bei der die Tastenanschläge schon sehr nah an das Computergefühl heran kamen und auch Zeilenumbrüche wurden selbstständig gesetzt bzw. ließen sich leichter setzen als das bei einer herkömmlichen Schreibmaschine der Fall ist. Und man konnte Dinge sogar ein bisschen korrigieren. Vom Nostalgiefaktor blieb da aber nicht mehr viel übrig, sodass womöglich genau das das erste Mal war, dass ich einsehen musste, dass moderne Technologie und nostalgische Romantik nur schwer miteinander einhergehen.

Ich hab aber auch nie ausprobiert, was James Cook macht, der nicht nur einen unfassbar coolen Namen hat, sondern mit seiner Schreibmaschine auch zeichnet. Dafür wurde die zwar nie so wirklich konzipiert, aber Kreativität bahnt sich ja immer ihren Weg. Und wenn man Cook dabei so zuschaut, fragt man sich auch schnell, warum das nicht schon immer ein valider Einsatzzweck für Schreibmaschinen war:

This is vol. 2 of the production of my typewriter art from various scenes around the Essex countryside in the summer of 2020. The three “typicitions” were drawn from observation at the historic Layer Marney Tower, Tollesbury Marina and Thaxted Parish Church. These drawings were typed on my 73″ Silverreed 200 and I managed to get through a couple of ribbons on these pieces of work!

A short film about the production of my typewriter art of various scenes around the Essex countryside from December 2019. The three “typicitions” were partly-drawn from observation. I spent no more than 3 hours at each location and completed these drawings indoors (where it was nice and warm.) These drawings were typed on my 71″ Adler Tippa and 56″ Oliver Courier typewriter.

This is a timelapse of my typewriter art of the Fourth Doctor, a.k.a Tom Baker from Doctor Who. This “typicition” of mine took 6 hours in total over a period of just one day. This portrait was typed on my 50’s Oliver Courier typewriter which is my go-to machine!

Bisher gibt es nur recht wenig Videos auf seinem YouTube-Kanal – hoffentlich kommt da noch ein bisschen mehr.

Line glaubt ja nach wie vor, dass sie einen einigermaßen grünen Daumen hat und wenn man sich in der Wohnung umschaut, ist da vermeintlich auch was dran – ich glaube eher, dass das einfach mit der Beschaffenheit der Wohnung zusammenhängt. Bei unseren riesigen Fenstern muss man sich schon sehr dumm anstellen, wenn das Pflanzen nicht mega geil finden – mehr Licht findet man nur in der direkten Umlaufbahn der Sonne.

Was für meine These spricht: Wir haben hier durchaus Pflanzen, die die ersten Wochen nicht überlebt haben. Besonders fies ist der Fall „Orchidee“, die sie mir irgendwann hingestellt hat und meinte, darum soll ich mich jetzt kümmern (sie hatte bereits die ersten Blätter verloren). Logisch, dass das Teil relativ schnell komplett eingegangen ist und ich vermute einfach, dass ich hier schon einen nicht zu rettenden Patienten bekommen hab, nur damit ihre Quote stabil bleibt und man am Ende sagen kann, dass ich es verkackt hätte.

Allgemein find ich Pflanzen aber auch sehr schwierig. Unkommunikative, kleine Ärsche, bei denen eigentlich niemand so genau weiß, wie es ihnen gerade geht, was sie brauchen oder was vielleicht auch zu viel ist. Da grenzt ja schon fast an Lottospielen, wenn man es mal schafft, eine Pflanze mehr als ein paar Monate am Leben zu erhalten.

Und selbst wenn man erfolgreich ist, braucht es eine Ewigkeit, bis man die Erfolge auch sieht – zumindest wenn man nicht Boxlapse ist. Denn dann erstellt man keine Zeitraffervideos davon, wie Pflanzen wachsen und muss sich halt in Geduld üben:

Oder so wie wir, alle paar Monate zum Pflanzencenter fahren, Nachschub besorgen und dabei unfassbar viel Geld ausgeben. Immerhin: Dort gibt es auch Schnaps, den man sonst nur scher findet.

Früher nannte man sowas ja schummeln …

Leider ein Nachteil in meinem Job: ich muss mich auch mit solch ungeliebten Themen wie Vision und langfristigen Strategien rumschlagen. Gut, das müssen andere auch und die meisten finden das eigentlich ganz geil, weil das immer ein bisschen was von Wunschkonzert hat – mir geht das aber tatsächlich sehr auf den Sack, denn nicht selten werden dabei übertrieben große Zeiträume betrachtet. Ein ganz besonders schönes Beispiel: Die Firma muss eine finanzielle Planung für die nächsten 5 Jahre aufstellen, was einfach nur vollkommen absurd ist (und ja, es erinnert sehr stark an die 5-Jahres-Pläne der ehemaligen DDR – wir alle wissen, wie sinnvoll das war) und wenn nicht 2020 welches Jahr sonst könnte besser zeigen, dass derlei Planungen recht sinnfrei sind.

Ein anderes Beispiel, dass vermutlich auch jeder schon mal ertragen musste: Die klassische Frage im Bewerbungsgespräch, wo man sich in 5 Jahren sieht. Das hat natürlich viel mit Psychologie zu tun und soll irgendeine bahnbrechende Erkenntnis bringen – für mich ist es aber nur ein weiterer Beweis dafür, dass Bewerbungsgespräche und derlei Taktiken ganz großer Mist sind und sich beide Parteien eigentlich nur die Hucke volllügen.

Was ich sagen will: Ausblicke in die Zukunft sind mit Vorsicht zu genießen, besonders je weiter der Ausblick reicht. Ist ja irgendwo auch logisch oder?

Falls nicht, Lazy Square hat da einen ganz wunderbaren 30-Sekünder animiert, der das ziemlich genau auf den Punkt bringt – der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit kann halt wirklich sehr groß sein. Besonders was die Zukunft angeht:

Just a small pathetic cartoon before the school year// Просто небольшой пафосный мультик перед началом учебного года

Irgendwo ist ja aber auch das ein Fortschritt oder nicht? ODER NICHT?

Schon vor ein paar Wochen mussten wir feststellen: Beim real unseres Vertrauens gibt es keine „Edlen Tropfen“ mehr. Das ist eigentlich nicht schlimm, weil wir die Dinger nicht wirklich kauften – da ist ja schließlich nie Qualitätsalkohol drin und überhaupt ist es verwunderlich, dass das Zeug so schmeckt wie vorn drauf gedruckt – aber greifen da gern mal drauf zurück, wenn der eine oder andere Geburtstag ansteht. Was wir jetzt natürlich nicht mehr können, was gleich zwei Fragen mit sich bringt:

Erstens: Wo hernehmen, wenn nicht stehlen? Nein, Spaß, aber wirklich: müssen wir jetzt tatsächlich für billigen Alkohol, umhüllt von Schokolade wirklich gesondert losfahren? Da steht ja Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis …

Und zweitens: Gab es vielleicht einen kleinen Krieg zwischen real und dem Hersteller von „Edle Tropfen“ von dem wir medial nichts mitbekommen haben? Wenn sich EDEKA oder Kaufland mit Coca-Cola und Co. anlegen, wird die Pressesau immer durchs Dorf getrieben, aber wenn es um die wirklich wichtigen Dinge geht wie zukünftige Geburtstagsgeschenke, dann schweigt sich die Presse wieder aus oder wie? Die da oben machen immer mehr, was sie wollen!

Überhaupt muss ich aber zusammenzucken, wenn ich schreibe, dass der real ein Markt unseres Vertrauens ist, denn … das Ding ist halt wirklich unfassbar runtergerockt, hat nie so richtig eine Auswahl an neueren Produkten und Sorten und wird von uns eigentlich nur besucht, weil in der Nähe auch Aldi ist und man bei dem einen bekommt, was der andere nicht hat.

Und das kommt in letzter Zeit leider häufiger vor, was zum einen enttäuschend ist, zum anderen aber auch sauer macht. Da kann man dann auch schon mal ausrasten und sowohl Laden als auch Mitarbeiter zu Kleinholz verarbeiten – so ein bisschen so wie im neuesten Animationsfilmchen von Piemations:

Bobby Cue is makin’ ribs and he’s gotta pick up some barbecue sauce real quick.

Da werden wieder Erinnerungen an die frühen Tage des Internets wach. Damals, als Strichmännern noch der heiße Scheiß waren. Schön war’s.

Mittlerweile hab ich eingesehen, dass so ein bisschen mehr Bewegung meinem unförmigen Körper nicht zwingend schadet. Was nicht heißt, dass ich schon etwas geändert hätte, aber Einsicht ist ja schon mal ein guter Anfang und der erste Schritt. Viel mehr noch hab ich sogar ein bisschen im Internet recherchiert, was denn zum Beispiel ein E-Bike grob kosten würde, was immerhin schon mal eine verstärkte Absicht zur Änderung des Lebensstils zeigt.

Aber nicht nur das ist eine Sternstunde von mir, sondern auch, dass ich nicht einfach sinnlos irgendeins gekauft hab. Denn es ist ja so: Man kauft sich ein Fahrrad, man freut sich drüber, fährt damit vielleicht auch ein bis zwei Mal und dann hat man kein Bock mehr, weil einem der Arsch weh tut. Natürlich weiß man, dass das mit der Zeit vergeht und man einfach dran bleiben müsste – macht man aber nicht, weil Arschschmerzen einfach scheiße sind. Und dann versauert das Fahrrad im Keller und man hat ein paar Tausend Euro einfach zum Fenster hinaus geworfen.

So aber nicht ich, denn bei meiner Recherche hab ich auch einen Anbieter gefunden, bei dem man so ein E-Bike monatsweise mieten kann. Da bezahlt man zwar Geld für ein Fahrrad, dass einem mit jedem investierten Euro weiterhin nicht gehört, aber der Betrag ist kleiner und man kann erstmal easy herausfinden, ob sich eine Anschaffung lohnen würde. Hab ich gemacht und freu mich auch ein bisschen drauf – muss allerdings noch bis September warten.

Und naja, dann muss sich auch erstmal zeigen, ob ich das so nutzen würde – aber so oder so war ich schon deutlich smarter als in all den 30 Jahren zuvor, in denen ich Dinge einfach gekauft hab. Dafür ist der eine oder andere Schulterklopfer durchaus angebracht.

Ein bisschen ist es aber noch bis September und ich hab auch noch gar keine Ahnung, ob das nun Anfang oder Ende September was wird (und ob dann das Wetter überhaupt noch passt), aber bis dahin vertreib ich mir einfach die Zeit mit digitalem Fahrrad fahren. Schwitzt man weniger, bekommt keinen Muskelkater, der Arsch tut einem nicht weh und irgendwie war man trotzdem 45 Minuten beschäftigt. Und hat nebenbei noch ein bisschen was von Harlem und der Bronx gesehen:

Track Bike Toni @shogun.toro takes us on a quick one through Harlem and the Bronx.
The cycling shown in this video is a computer simulation. All acts done in this video are performed by a professional, in a controlled environment. Please ride according to your skill level, don’t try this at home kiddos. Some good timestamp provided by @ARGENTO XXX

2:35 Tony passing two roadies without pedaling
3:36 Blind intersection and Tony with a fast skid avoiding troubles
6:23 Sketchy move between two cars
8:30 Tony´s skills with some jumps and skid.
8:50 Fast descending. Crazy shit.
10:15 Yankee Stadium.
11:10 Tony with his twin on the motorcycle having fun.
14:08 “Terry be careful” LOL
14:45 Another fast moment.
16:05 Tony killing a little more the rear wheel.
18:50 Angry driver.
19:21 Another tight skid.
24:52 Wild descend.
26:25 Mini velodrome.
38:15 Spanish advisement.
43:25 Tony and Terry analysing the ride.

Entspannter kommt man nicht von A nach B. Ohne C zu verlassen …

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New York an Weihnachten 1976 https://www.wihel.de/new-york-an-weihnachten-1976/ https://www.wihel.de/new-york-an-weihnachten-1976/#comments Thu, 27 Aug 2020 14:41:31 +0000 https://www.wihel.de/?p=103524 New York an Weihnachten 1976 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Offiziell ist immer noch geplant, dass wir im Oktober in die USA fliegen – die eigentliche Hochzeitsreise, die wir ein bisschen geschoben haben, damit wir nicht unsinnig überhöhte Preise zahlen müssen. Gebucht irgendwann letztes Jahr, als von Corona noch keine Rede war – bekanntlich kam dann doch alles ein bisschen anders. Geheiratet haben wir inzwischen und sogar kleine Flitterwochen direkt im Anschluss innerhalb Deutschlands nutzen, weil die Lockerungen dann doch früher kamen als wir es zwischendurch befürchtet haben.

Ich behaupte aber mal: das wird im Oktober nicht der Fall sein, zum einen weil sich die obersten Entscheidungsträger in den USA in Bezug auf Corona wie die letzten Vollidioten verhalten und die Lage alles andere als im Griff haben, zum anderen weil in den USA nicht nur Corona eines der größeren Probleme ist. Oder anders gesagt: Wer aktuell in die USA fliegt um dort Urlaub zu machen, hat den Schuss nicht gehört.

Innerlich haben wir mit der Reise daher schon abgeschlossen, allerdings ist da ja noch das Problem mit der Kostenrückerstattung. Ein Flug wurde bereits von einer Airline abgesagt, leider ist es der dritte von 4 Flügen und somit der erste Teil des Rückflugs. Was gleich mehrfach unglücklich ist, weil es nicht dazu führt, dass die komplette Reise damit offiziell ins Wasser fällt und die aktuell bestehenden Corona-Sonderregeln nur für Europa gelten. Flüge über die europäische Grenze hinaus sind davon ausgeschlossen, was aktuell am Ende bedeutet: Für den ausgefallenen Flug können wir einen Gutschein von besagter Airline erhalten … was halt mal so gar nicht hilft. Keine Ahnung, wie sich das alles noch entwickeln wird, aber ich befürchte … den Großteil des Geldes sehen wir auch nicht wieder … Teures Lehrgeld, wenn man so will.

Aber Gesundheit geht nun mal vor und deswegen werden wir auch zwei, bis drei Mal überlegen, was wir am Ende machen – vermutlich aber Zuhause bleiben und stattdessen einfach Videos von New York gucken. Wenn wir nicht nach New York können, muss New York eben zu uns kommen – nachfolgend immerhin zur Weihnachtszeit und in Form einer kleinen Zeitreise aus dem Jahr 1976:

Some fantastic Super 8mm tourist footage of New York at Christmas in 1976, featuring all the classic locations!

This is a home movie and the music was the original music added to the Super 8mm film by the person who shot it. Although it doesn’t fit the time period it was their personal choice and as such I decided to keep it true to their edit.

Damals™

Natürlich hab auch ich schon diverse Sachen in meinem Leben verloren – der Klassiker in jeder Familie schlechthin: Turnbeutel der Kids im Bus. Die lässt man schnell mal liegen und dann sind sie einfach weg – in den allerseltensten Fällen hilft da noch ein Anruf oder Besuch im Busdepot, vom Fundbüro will ich gar nicht erst anfangen.
Aber auch Geld lose in der Hosentasche ist schnell mal verloren oder von der Waschmaschine verschluckt, genauso wie einzelne Schlüssel oder eure Unschuld (der musste einfach sein, sorry).

Bei mir mehr oder weniger Frisch: Ein Teil meines Schlüsselanhängers. Der besteht aus einem Lego-Kopf und einer Art Schnürsenkel und der Lego-Kopf ist der von Iron Man, was einfach ziemlich cool ist – wenn man nicht wie ich die Maske von Iron Man verloren hätte. So sieht das ganze recht creepy aus, aber irgendwie hatte ich bisher noch keine Zeit, den Anhänger auszutauschen – Ersatz liegt nämlich schon seit ein paar Monaten parat (und mit keine Zeit haben meine ich natürlich, dass ich bisher zu faul war).

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn du was verlierst, bist du in den meisten Fällen einfach am Arsch – bei der Geldbörse könnte man noch Glück haben, denn da sind meist Adresse des Besitzers irgendwo notiert und es gibt eine rechtliche Pflicht zur Zurückgabe. Aber sonst? Pustekuchen.

Anders in Tokyo. Die Asiaten sind ja ohnehin sehr besonders, gerade auch was den Umgang mit Mitmenschen angeht und da wundert es auch nicht, dass dort verlorene Sachen gänzlich anders behandelt werden als hierzulange. Great Big Story beleuchten das im nachfolgenden Video gewohnt gekonnt und zeigen mal wieder, dass die Asiaten es einfach drauf haben:

The bad news—you lost your wallet in Tokyo. The good news—chances are good you will get it back, along with all the cash tucked inside. In Japan, residents are diligent about making sure what’s lost is found and returned to its rightful owner. This is how the city’s stunningly efficient Lost & Found system works.

Wie einfach doch alles mit Rücksicht und Respekt doch sein kann oder?

Seit mehr als 6 Monate bin ich nun schon im Homeoffice, was sich immer ganz gut daran ablesen lässt, dass mein Arbeitsmacbook meckert, dass seit x Tagen kein Backup gemacht worden ist. In der Zeit war ich genau 3 Mal im Büro, wobei davon zwei Mal so getimed waren, dass ich niemand anderen gesehen hab – also recht spät nach Feierabend und auch nur, weil ich irgendwas rausholen musste.

Das bedeutet auch, dass dieser ganze Corona-Scheiß vor 6 Monaten so richtig ernst wurde. Von anfänglich schlechten Nachrichten aus Asien ging es binnen weniger Tage in den Ausnahmezustand, wobei ich die Bezeichnung dafür noch einigermaßen übertrieben finde. Wir haben halt aufgehört zu arbeiten und uns Zuhause mehr oder weniger eingeschlossen. Dass das Toilettenpapier knapp wurde, ist da ehrlicherweise noch kein Ausnahmezustand.

Und es bedeutet auch, dass seit 6 Monaten Menschen noch immer zu doof sind, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Entweder ganz oder wenigstens richtig – sich ein paar Körperöffnungen zu bedecken scheint für viele ein Unding zu sein. Und das hat nichts mit Selbstbestimmung oder „denen da oben“ zu tun, das ist einfach eine absolute Rücksichtslosigkeit, denn mit dem Schutz schützt man in erster Linie nicht sich, sondern alle anderen – sprich für sich selbst, wenn Leute das konsequent verweigern.

Gerade am Anfang war es aber auch gar nicht so leicht, sich so einen Schutz zu besorgen. Ich hab mittlerweile eine ganze Schublade voll, weil ich irgendwann intensiv das Thema bearbeitet hab – dabei sind sowohl recht einfache, billige Masken als auch welche, die man bedenkenlos waschen und immer wieder benutzen kann. Was sie alle gemein haben: Es sind nur Behelfsmasken und schützen daher nur bedingt. Aber auch hier gilt: Lieber ein bisschen als gar nicht.

Vince Limbaring Dizon hat sich diverse unterschiedliche Masken zugelegt und mit einem einfachen, aber mindestens genauso anschaulichen Versuch demonstriert, wie effektiv die diversen unterschiedlichen Maskentypen sind:

@vihannce08

Understanding the differences of face mask. ##coronavirüs ##covid ##facemask ##mask ##fyp ##n95 ##coppermask ##zyxcba

♬ Coronavirus Check – 7eer

Trotz oder gerade wegen dem Ergebnis: Tragt die Dinger einfach. Und seid keine Arschlöcher.

Leider hab ich die besten Zeiten des Musikfernsehens auch schon nicht mehr mitbekommen – ich war damals einfach zu jung, um zu verstehen und anzuerkennen, wie großartig es sein kann, neben großartiger Musik auch unterhaltsame Videos serviert zu bekommen. Ich war halt damals noch (zu) jung und dumm und hatte kein Geld.

Als dann tatsächlich Musikfernsehen auch für mich interessant wurde, war zum einen die Musik schon auf dem absteigenden Ast, vor allem aber nahm die Durchsetzung mit Werbung – vor allem für Klingeltöne und völlig sinnfreie Abos – zu und gipfelte wenige Jahre später in einem unerträglichen Ausmaß. Wir alle kennen das Ergebnis: Es wurde Werbefernsehen, bei dem man zwischendrin mit etwas Glück und viel Geduld auch mal ein Musikvideo erleben durfte.

Dazu eine unfassbar große Anzahl an Pseudo-Reality-Sendungen, die einfach nur schlecht waren. Lange Rede, kurzer Sinn: Mit Musik hatte das nicht mehr viel zu tun und mit Fernsehen auch nicht mehr.

Da wundert es auch nicht, dass MTV irgendwann von der Bildfläche verschwand. Irgendwann lief das Programm dann im Bezahlfernsehen und warum auch immer ist man nun wieder im frei empfangbaren TV zu finden. VIVA war da schon beständiger, hat aber vor ein paar Monaten auch die Füße hochgerissen, sodass mir eigentlich nur noch Deluxe Music einfällt, die tatsächlich auch noch richtiges Musikfernsehen betreiben – aber eben deutlich unter dem Radar unterwegs sind (was vielleicht auch gar nicht verkehrt ist – Erfolg in dem Bereich scheint zu fragwürdigen Entscheidungen zu führen).

Wie auch immer, irgendwer hat jedenfalls nun die ersten Stunden von MTV aufbereitet und ins Netz gestellt. Das allein ist schon ganz großartig, aber mindestens genauso faszinierend ist die Videobeschreibung an dieser Stelle, die auch ein bisschen von Problemen und kleinen Fehlern von damals™ erzählt:

Damals, als Musikfernsehen seinen Namen noch zu Recht trug.

„Geschehnisse“ ist ja auch so ein Wort, dass man viel zu selten benutzt. Ist aber auch unfassbar sperrig und irgendwie hat man bei der Benutzung immer das Gefühl, dass es noch ein viel besseres Wort gibt, dass deutlich angenehmer von der Zunge geht und viel besser beschreibt, was man eigentlich sagen will. Oder?

Aber darauf wollt ich gar nicht hinaus, sondern dass ich vor ein paar Wochen schon leider feststellen musste, dass eines meiner Lieblingsvideos auf YouTube nicht mehr verfügbar ist. Das war ein Zaubertrick aus einer Show von Pen & Teller und der Typ hat einfach einen der besten Kartentricks überhaupt abgeliefert – vor allem war aber sein Gequatsche drumherum sensationell gut, witzig und unterhaltsam. Natürlich hab ich auch direkt den Namen von ihm vergessen, aber er hat den ikonischen Satz geprägt: Egal, wie sehr du trainierst, es wird immer einen Asiaten geben, der es besser macht als du“.

Und damit hat er ja auch Recht – die Asiaten sind einfach unglaublich und wenn man ihnen nur genug Zeit gibt, werden sie die Weltherrschaft an sich reißen.

Bis dahin machen sie einfach weiter das, was sie bereits sehr gut können und das ist unter anderem gute Werbespots erstellen. Okay, das klingt nach einem Scherz, denn meistens sind die Werbespots, die man aus Asien kennt, maximal überdreht und nicht selten können sie epileptische Anfälle auslösen – aber auch hier bestätigt die Ausnahme die Regel.

Wie zum Beispiel der von Daihei Shibata – wobei das nicht wirklich Werbespots sind, sondern einfach ein paar Illusionen, die vermutlich für irgendwelche Einspieler verwendet werden. Ändert aber nichts daran, dass das Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers und dem Brechen selbiger ganz wunderbar gelungen ist:

Design Ah is an education TV program for the purpose of telling the fun of the design and bringing up design-like viewpoint and sensitivity.
This is one of the corners for that.
Something different will happens from what we expected.

Und was meine Annahme der Werbespots in Asien allgemein angeht: Subjektiv, nicht wirklich Ahnung habend und einfach nur darauf basierend, was mal zu uns rüber schwappt. Wer weiß, vielleicht haben die ja mittlerweile auch die besten Werbespots der Welt.

Was ja die wenigsten wussten, weil ich es noch nie erzählt hab: Ich hatte als Kind nie einen Gameboy. Das ging und geht sicherlich vielen genau so, hilft aber subjektiv ja nie weiter, denn für einen selbst ist das immer besonders hart – gerade wenn alle anderen einen haben. Und in meiner Kindheit hatten wirklich alle anderen einen und vielleicht war das auch der Beginn der Zeit, in der ich einfach nicht zu den Coolen dazugehören konnte oder sollte.

Wirklich ein traumatisches Erlebnis, eben auch, weil noch einige Jahre vergehen sollten, bis ich meine erste Spielekonsole bekam – seit dem war ich aber nie wieder Konsolen-los. Viel mehr noch hab ich mir irgendwann später von meinem eigenen Geld einen Gameboy gekauft, sogar mit Farbdisplay (den ich dann relativ zeitnah wieder verkauft hab, weil Geld knapp und so)

Manchmal mal ich mir sogar aus, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, hätten mir meine Eltern als Kind einen Gameboy zur Verfügung gestellt. Wäre ich der nächste, große Spieleentwickler geworden? Hätte ich vielleicht als erster Mensch überhaupt in Deutschland mit Computer- und Konsolenspielen mehr Geld verdient, als sich das jeder hätte erträumen können? Wäre vielleicht nicht Asien die Zocker-Macht, sondern Sachsen? Hätte ich vielleicht sogar den iPod und das iPhone erfunden? Wir werden es wohl nie erfahren.

Allerdings gab es damals hierzulande auch nicht den nachfolgenden Fernseh-Spot, der definitiv dafür gesorgt hätte, dass meine Eltern einsichtiger gewesen wären und uns die goldene Zukunft nicht so leichtfertig verbaut hätten:

“Have you had your fun today?” asks this 1991 TV ad for an early version of Nintendo’s Game Boy handheld console, spotlighting games like Dr. Mario and Golf. Introduced in 1989, the Game Boy combined features from both the NES home system and Game & Watch hardware, and this model was sold with a free Tetris game.

Irgendwie auch spannend, dass sich hier die Kampagne eindeutig an Eltern und nicht an Kinder richtet oder?

Dafür, dass ich Pixelkunst eigentlich unfassbar gut finde, fällt mir immer wieder auf, wie wenig Zeit und Recherche ich da investiere – meist muss dann doch irgendwo anders her der Stein des Anstoßes kommen und ich hab jedes Mal die gleichen Gedanken dazu.

Dabei ist Pixel-Kunst einfach eine unfassbar angenehme Form der Kunst und vielleicht sogar maximal unterschätzt, denn mit wenig viel erreichen schaffen halt nur die Wenigsten.

Was mich wieder daran erinnert, dass ich neulich irgendwo ein Video gesehen hab, in dem irgendwer ein relativ simples Spiel sehr schnell programmiert hat. Der Fokus lag dabei eher auf Code und Logiken, aber nebenbei hat der Typ auch ein paar grafische Elemente designt und einfach mal aus dem Handgelenk ein paar Pixelgrafiken geschubst. Das lief natürlich alles im Zeitraffer, sodass man nie so ganz weiß, wie wieviel Zeit und Arbeit da reingeflossen ist – sich aber einfach hinzusetzen, genau zu wissen, wo welcher Pixel hin muss, damit das am Ende einfach funktioniert … für mich immer wieder faszinierend.

Ganz vielleicht ist es aber auch nur wieder die einfache Verblüffung, wie andere das hinbekommen im Vergleich zu meinem eigenen Scheitern. Viel zu oft hab ich schon versucht, bei diversen Bildern rumzuretuschieren, weil irgendwas entfernt werden musste oder ein bisschen zu unförmig war. Und jedes Mal sah es hinterher schlimmer aus als vorher – scheinbar ist mein Hirn einfach nicht in der Lage, mit Pixeln vernünftig arbeiten zu können.

So bleibt es bei der Bewunderung der Arbeit anderer – nachfolgend ein paar sehr gelungene Beispiele:

Hoffentlich animieren die mich dazu, mal ein bisschen mehr Zeit zumindest für Suche und Huldigung dafür aufzuwenden. Die obligatorische Follow-Empfehlung darf natürlich auch an dieser Stelle nicht fehlen.

Ich könnt ja schon ein bisschen aus der Haut fahren, wenn ich irgendwo mal wieder lese, dass wir in Hamburg oder allgemein in Deutschland einen Lockdown bzw. eine Ausgangssperre hatten – das ist schlichtweg falsch und wird auch nicht wahrer, je häufiger man das behauptet und wiederholt. Jeder durfte zu jeder Zeit sein Haus verlassen, einkaufen gehen und ja teils auch problemlos seine Freizeit unter freiem Himmel gestalten. Einzige Ausnahme: Diejenigen, die nachweislich infiziert waren bzw. sind.

Das sah in anderen Ländern schon ganz anders aus. Aber wer schert sich schon um Details, wenn man endlich wieder was hat, über das man sich aufregen kann? Die da oben machen doch ohne nur, was sie wollen oder sollen, gesteuert von Bill Gates und der ZDF Fernsehmaus (die wiederum von diesem kleinen blauen Elefanten manipuliert wird). Was für eine Gesellschaft soll das sein, in der durch das Tragen von Masken und Abstand zu anderen Mitmenschen geschützt werden? Das will doch keiner.

Aber das Leben hat sich nun mal geändert, ob mit oder ohne Maske ist da schon beinahe egal. Der Hamburger Kameramann und Cutter Lukas Ellerbrock hat das gekonnt in Bildern eingefangen und war gerade in den ersten Tagen, als noch richtig wenig auf den Straßen und Flächen Hamburgs los war, fleißig geknipst.

Herausgekommen sind eine Vielzahl von Bildern, die Hamburg so zeigen, wie es die wenigsten wohl je gesehen haben – leer, verlassen und auf seltsame Art und Weise ruhig und entspannt. Aber eben auch surreal, denn eigentlich ist ja immer was los.

78 dieser Bilder hat er nun in einem Bildband zusammengefasst, der per Crowdfunding nach Unterstützung und Umsetzung sucht:

Wer mag, kann sich an dieser Stelle beteiligen, die Kampagne läuft noch ein paar Tage und es fehlt auch noch ein bisschen bis zur sicheren Umsetzung des Projektes.

Gut möglich aber auch, dass der Autoindustrie einfach nur das Schicksal blüht, dass allen Industrien und Geschäftszweigen blüht – irgendwann ist es halt einfach vorbei, zumindest mit dem dauerhaften Erfolg. Immer mehr, immer weiter, immer höher geht halt einfach nicht.

Und da hilft dann auch kein durchsichtiges Auto, so wie beim Pontiac Ghost Car. Okay, die Überleitung war mehr schlecht als recht, aber draußen sind auch Tausendhundertmillionen Grad, da kann keiner Höchstleistung erwarten. Dennoch ist das Pontiac Ghost Car einen Blick wert, denn es ist nahezu vollständig durchsichtig und gewährt so Einblicke in ein Auto, die man sonst nicht bekommt – nicht mal der Mechaniker, der das Ding irgendwann zusammengebaut hat.

Das spannende dabei: Die Form lässt es eigentlich schon erahnen, das Ding wurde nicht etwa in unseren modernen Zeiten als Werbe-Gag oder aus Style-Gründen gebaut, sondern 1939 und um eine Art Ausblick in die Zukunft zu geben. Denn Designer Norman Bel Geddes hat sich genau so die Zukunft vorgestellt – wir alle fahren in durchsichtigen Autos umher …

Ich hab allerdings so meine Zweifel, dass man dauerhaft wirklich durchschauen kann – so ein Auto bleibt ja durch Benutzung eher selten sauber, sowohl von außen als auch innen. Dürfte dennoch spannend zu sehen sein, wie da alles im Inneren zusammenarbeitet und welches Teil wann was genau macht.

Nachfolgend gibt es ab ungefähr 01:39 noch mal eine Handvoll mehr Infos zum Wagen:

Natürlich ist das hier wieder nur einer dieser Werbe-Clips, der zeigen soll, wie toll doch Aufnahmen mit einer GoPro sind – sind sie ja auch, ich besitz nicht grundlos ebenfalls eine (die ich dafür aber grundlos rumliegen lasse, weil man Zuhause eben wenig filmen kann, dass einer GoPro gerecht wird). Aber ich mag den Ansatz von GoPro, dass es zumindest immer so wirkt, als würden sie einfach Clips von ihren Kunden verwenden und so perfekt beweisen, dass ihr Produkt einfach gut ist. Ob das aber immer der Wahrheit entspricht … in der Werbung geht es ja selten um genau das.

Ich will mich aber auch gar nicht über GoPro oder die Werbeindustrie aufregen, dafür ist es viel zu warm und irgendwie ist das auch immer sinnlos vertane Zeit. Wir alle wissen ja, dass es nicht mal eine Pandemie schafft, die Menschheit zu grundlegendem Umdenken zu bringen (vielleicht geht da langfristig doch noch was – bin da aber eher zurückhaltend).

Nein, stattdessen hoffe ich einfach, dass es jedem von euch so geht wie mir und ihr bei dem Anblick des nachfolgenden Videos innerlich ein wenig abkühlt – denn Norwegen mit dem Kajak zu erkunden ist sicherlich nicht nur einfach großartig, toll und entspannend, sondern auch erfrischend, selbst wenn man nicht ins Wasser fällt.

Kann aber auch sein, dass die Qualität der Aufnahmen hier einen falschen Eindruck erwecken – dann funktioniert das Marketing immerhin so, wie es soll und GoPro hat erneut sein Ziel erreicht:

Compilation of GoPro 7 black clips from the fjords and coast of western Norway.
Filmed in 2.7k 4:3 60fps slow motion #HyperSmooth stabilization.

GoPro Response Nordic As #capturedifferent #goprohero7
Aqua-Bound
Level Six
Rockpool Kayaks

Und wenn der ganze Pandemie-Scheiß vorbei ist, dann machen Line und ich das auch mal (wehe, jemand versteht den “Witz” darin nicht).

Eigentlich ist das Internet ja ein ganz angenehmer Ort, wären da nicht all die Nazis, Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger, doofen Influencer, Trolle, Impfgegner, Verbrecher, Spammer und sonstigen Idioten, die einem nahezu immer versuchen, den Tag zu versauen. Eigentlich haben wir mit dem Internet einen Platz, den wir so erschaffen und gestalten können, wie wir wollen und so eine Welt erschaffen, in der nahezu alles gut ist. Außer die Speicherbegrenzung bei web.de und GMX – wobei, wir würden vermutlich web.de und GMX gar nicht erst erschaffen, weil es schlichtweg bessere Alternativen gibt (und bevor einer schreit: Ja, ich hatte auch bei beiden Anbietern E-Mail-Postfächer – war halt dumm).

Aber wir leben nun mal nicht bei „Wünsch dir was“, sondern bei „so isses“ und müssen einfach damit klar kommen, dass 98% der Menschen eher dumm sind und einem das Internet schlecht machen. Vor ein paar Monaten war es zumindest für mich besonders schlimm, weil ich aufgrund der Aktualität von Corona vermehrt Nachrichten und auch Twitter verfolgt hab und danach wirklich Urlaub brauchte. Das war nicht nur anstrengend, das war maximal deprimierend und einfach nur fürchterlich.

Aber hin und wieder ist das Internet eben doch dieser wunderbare Ort, den wir uns alle wünschen. Vor ein paar Tagen zum Beispiel hab ich ein Video gefunden, dass die Schwebebahn in Wuppertal 1902 zeigt. Tolles historisches Dokument, aber leider gänzlich ohne Ton, was es dann halt deutlich uninteressanter macht. Guckt sich halt keiner an, der nur einen Ticken weniger an derlei Geschichtskram interessiert ist.

Also den Beitrag verworfen, bevor er geschrieben war. Und nun gibt es besagtes Video erneut, dafür aber nachkoloriert, stabilisiert, skaliert und vertont. Da jetzt Farbe mit im Spiel ist, geht ein bisschen das historische verloren, das Video ist dennoch aber nun deutlich sehenswerter als vorher:

Upscaled with neural networks footage of “Wuppertal Schwebebahn” shot in 1902. Btw, the train system hasn‘t changed much and still functional. The “Schwebebahn” was built mostly over the river to save space.

✔ Upscaled to 4K;
✔ FPS boosted to 60 frames per second, I have also fixed some playback speed issues;
✔ Stabilized;
✔ Colorized – please, be aware that colorization colors are not real and fake, colorization was made only for the ambiance and do not represent real historical data.

Übrigens: Nicht nur die Leute im Internet sind eher dumm, sondern auch außerhalb. Denn neulich hab ich noch irgendwo gelesen, dass die Schwebebahn neue Züge bekommen soll – leider zu schwer und somit zu belastend für Räder und Bahn. Die Lösung: Das Ding fährt dann zukünftig einfach seltener …

Wir müssen über Asphalt reden. Nein, müssen wir eigentlich nicht, besonders nicht, da Asphalt mittlerweile dafür steht, dass Natur zurückgedrängt und böse Autos die Welt erobert haben. Stimmt ja irgendwo auch, der Mensch braucht für sein normales Leben nicht wirklich Asphalt, da tut es auch ein gut ausgelatschter Feldweg.

Auf der anderen Seite: Asphalt ist – so hab ich es zumindest vor ein paar Tagen gelernt – unfassbar faszinierend und sorgt ja letztendlich dafür, dass ich meine Eltern in irgendwas um die 4 Stunden besuchen kann und dafür nicht monatelang durch Deutschland laufen oder tuckern muss.

Ganz besonders faszinierend und einfach nur geil find ich Flüsterasphalt. Habt ihr bestimmt schon mal auf der Autobahn gemerkt, plötzlich wird es deutlich ruhiger im Auto und einfach nur angenehm. Netter Nebeneffekt gerade bei Regen: Die Straße wirkt auch deutlich trockener und dadurch letztendlich ja auch sicherer, Stichwort Aquaplaning.

Die Ursache dafür ist relativ simpel: Flüsterasphalt ist offenporiger und hat Hohlräume im Inneren, die dafür sorgen, dass der Schall, der durch die Rollgeräusche der Reifen entsteht, geschluckt werden. Und diese Hohlräume sorgen eben auch dafür, dass die Straße trockener wird bzw. das Wasser darauf einfach abfließt.

Wenn es nach mir geht, sollte einfach nur noch Flüsterasphalt verbaut werden, aber leider Gottes kostet der halt auch ein bisschen mehr als der normale Bums, der auf die Straße geklatscht wird.

Dennoch, auch der ist relativ spannend und halt auch wieder so ein Ding, dass wir einfach im Alltag als gegeben nehmen, bei dem sich aber einige schlaue Köpfe durchaus jede Menge Gedanken gemacht haben:

Of all the ubiquitous things in our environment, roads are probably one of the least noticed. Our roads see tremendous volumes of traffic and withstand considerable variations in weather and climate, and they do it on a pretty tight budget. That’s really only possible because of all the scientists, engineers, contractors, and public works crews keeping up with this simple but incredible material called asphalt.

Hätte auch keiner gedacht, wie spannend Asphalt sein kann oder?

Ha, endlich bin ich nicht mehr alleine damit, dass mein letzter Flug schon eine halbe Ewigkeit her ist, wobei sich das in den letzten Wochen ja auch wieder gedreht hat – die ersten Deppen haben ja schon wieder Mallorca bevölkert und sich wie Helden feiern lassen.

Aber dieses Mal soll es weder um Corona gehen, noch will ich erneut davon erzählen, wie furchtbar eigentlich fliegen ist und das ich es nicht wirklich abkann, dass meine Zukunft von den zwei Typen im Cockpit abhängt, die auf sehr billige Weise ignorieren, dass mir das kleinste Luftschloss die Unterwäsche versaut. Fliegen ist halt einfach Stress und wenn ich das vermeiden kann, bin ich da nicht sehr unglücklich drüber (was im Übrigen auch das Thema Flitterwochen in den USA maximal belastet – gerade weil ich noch keine Langstreckenflüge gemacht habe).

Nein, dieses Mal geht es um die lustige Sicherheitsansage, die wir alle über uns ergehen lassen müssen und der ich eigentlich immer zu viel Beachtung schenke, obwohl es im Grunde immer wieder das Gleiche ist, was erzählt wird. Aber für mich ist das auch eine Frage des Respekts und wenn sich da jemand vor allen Passagieren zum absoluten Deppen macht, dann soll das gefälligst auch honoriert werden. Und sei es eben nur mit Aufmerksamkeit der Passagiere.

Stellt sich nun aber raus: Einiges von den Sicherheitshinweisen ist ziemlicher Quatsch. Was besonders pikant ist, wenn man so wie ich gar kein großer Fan vom Fliegen ist und alles nur auf Vertrauen der beteiligten „Profis“ basiert.

Ich hab leider keine Ahnung, woher Doug Lansky genau seine Infos hat, lediglich, dass er mit diversen Piloten gesprochen hat und als Sprecher und Berater im Tourismus-Bereich arbeitet.

Aber zumindest klingt vieles im nachfolgenden Video recht plausibel, sodass zumindest bis zu einem gewissen Grad Wahrheit enthalten sein muss:

We’ve all heard the pre-flight safety speech a million times. There’s some stuff we should know about airline safety, but they’re not telling us. I spoke to an active commercial pilot and did some research to provide some more interesting and relevant info you should be getting before you fly.

Just a little travel-related info-tainment for the summer. Enjoy.

Auf der anderen Seite: Das sind so die typischen Sätze, die Verschwörungstheoretiker von sich geben, oder?

Vermutlich kennen wir alle dieses Meme, bei dem man ein abgebranntes Haus sieht und ein Schild irgendwo im Bild, auf dem steht, dass dadurch die Spinne endlich vertrieben oder getötet werden konnte. Oder so ähnlich – nicht ganz mein Humor, trotzdem on point.

Und so ein bisschen wirkt auch die nachfolgende Geschichte, die man sich schon aus der Überschrift erschließen kann, denn … so ein Atombombe ist dann doch schon ein gewaltiges Kaliber und nicht in erster Linie ein Hilfsmittel – schon gar nicht, wenn man an ein Gas-Leck denkt.

Dabei ist das Prinzip nahezu einleuchtend und kannte ich so schon von einer Folge MacGyver, die ich mal vor Ewigkeiten gesehen hab. Da brannte auch ein Gas- oder Öl-Leck, was man halt nicht einfach so gelöscht bekommt.

Die Lösung bei MacGyver war: Eine Explosion in unmittelbarer Nähe, die den Sauerstoff entzieht und so das Feuer erstickt. Im Endeffekt war das eine sehr lehrreiche Folge, aber auch unfassbar langweilig, weil MacGyver gar nicht so viel cooles Zeug basteln konnte, wie man sich das immer vorstellt.

Im Nachfolgenden Video wird ein ähnliches, aber dann doch anderes Prinzip angewendet: Hier wird einfach mal eine Atombombe in die Erde gejagt, die dann zur Detonation gebracht wird und so das Leck unterhalb der Erde „abdichtet“. Funktioniert am Ende auch, dürfte dennoch nicht gerade umweltverträglich sein:

Date: 30 September, 1966.
Type: underground, -1532 m
Location: Urta-Bulak, Uzbekistan.
Yield: 30 kilotons

HD Historic rare footage shows the moment a nuclear bomb is detonated thousands of feet below the surface in order to extinguish a fire in a natural gas field in the former Soviet Union.

So wirklich viel mehr hab ich dazu auch nicht gefunden, außer … dass die UdSSR das wohl öfter so gehandhabt hat, wenn Gasfelder unkontrollierbar geworden sind.