Kultur – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Mon, 16 Sep 2019 14:54:18 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.3 Malen wie ein Drucker – DP Truong tut es einfach https://www.wihel.de/malen-wie-ein-drucker-dp-truong-tut-es-einfach/ https://www.wihel.de/malen-wie-ein-drucker-dp-truong-tut-es-einfach/#respond Mon, 16 Sep 2019 14:47:53 +0000 https://www.wihel.de/?p=97846 Malen wie ein Drucker – DP Truong tut es einfach | Design/Kunst | Was is hier eigentlich los?

Ich hatte es vermutlich letzte Woche schon erwähnt, Line spätestens in der Wochenzusammenfassung: am letzten Wochenende ging es seit langem Mal wieder zu meinen Eltern. Und normalerweise bedeutet das immer, dass ich eine Vielzahl an technischen Geräten auf Vordermann bringen muss – dieses Mal allerdings keine Spur davon.

Viel mehr noch zeigten sie mir ihr neues Auto und mein Vater glänzte damit, dass die Internetleitung ein kleines Upgrade bekommen hat. Quasi falsche Welt: nicht ich konnte mit Technik oder zumindest Wissen darüber glänzen, sondern die hatten mal wieder was zum Angeben. Schön, dass das nach all den Jahren noch möglich ist.

Die Fahrkarte für die Heimreise meiner Mutter haben wir dennoch erst wieder in Hamburg ausgedruckt. Ich könnte jetzt behaupten, dass das daran lag, dass wir es vorher immer vergessen hatten, aber das würde mir die Überleitung zum nachfolgenden Video zerhauen.

Stattdessen tun wir einfach so, als hätten meine Eltern noch einen alten Nadeldrucker. Mittlerweile wär so ein Ding schon wieder cool, aber wer sich noch an die Teile erinnert: sie waren groß, laut und die Druckqualität war alles andere als geil. 56k-Modems waren aber auch scheiße und doch feiert mittlerweile diese nervtötenden Geräusche ab, die die Dinger gemacht haben, wenn sie sich ins Netz eingewählt haben.

So meh die Nadeldrucker aber auch waren, das Prinzip, nach dem sie gearbeitet haben, findet auch heute noch eigentlich in jedem Drucker Anwendung: linienartig von links nach rechts und rechts nach links Farbe an bestimmten Stellen absondern und so nach und nach das Bild auf Papier bringen.

Genau das macht auch DP Truong, nur halt eben ohne Drucker, dafür mit der eigenen Hand, einem Stift und `’nem Zettel Papier. Das klingt absurd, irgendwie auch total unspannend, aber wenn man sich das mal anschaut – das ist schon Wahnsinn:

Drawing Will Smith . Gemini man 2019 . I Draw Like A Printe .
Many people say that I can draw as if I were a printer. However, I think I still don't paint like a real printer. Today I'm going to draw the same way a printer does.

Und weil das halt noch nicht alles ist, sollte man sich auch die anderen Videos von ihr anschauen, bei denen sie unter anderem Tattoo-Maschinen zum Einsatz bringt oder auch mit Worten malt. Es ist schon ein bisschen sehr verrückt, was sie da treibt – aber auch unfassbar cool.

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Wie man einen Zauberwürfel löst https://www.wihel.de/wie-man-einen-zauberwuerfel-loest/ https://www.wihel.de/wie-man-einen-zauberwuerfel-loest/#comments Thu, 12 Sep 2019 14:18:58 +0000 https://www.wihel.de/?p=97775 Wie man einen Zauberwürfel löst | Was gelernt | Was is hier eigentlich los?

Ich weiß noch, wie meine Mutter versucht hat, mir als Kind einen Zauberwürfel (oder Rubiks Cube, wie die coolen Leute sagen) andrehen zu wollen. Hat sie dann auch mehr oder weniger geschafft, wenn es um die Besitzverhältnisse geht, aber so wirklich damit gespielt hab ich nie – sie dafür umso mehr.

Ich hab halt nie verstanden, wie das Ding funktioniert bzw. wie man es schafft, dass die Seiten einheitlich eingefärbt sind, hatte aber auch niemanden, der mir mal die Grundsätze und -züge beibringt. Stattdessen sinnlos wildes umherdrehen gefolgt von Frustration und dem Dasein des Zauberwürfels in irgendeiner Schublade (wie gesagt, nur solange bis sich meine Mutter das Ding gegriffen hat).

Während ich mittlerweile keinen mehr besitze, haben sich ganze Generationen etabliert, die das Ding in Fabelrekordzeiten lösen und mir stellvertretend jedes Mal damit zeigen, was für ein Trottel ich bin.

Aber damit ist es jetzt Schluss, denn Wired hat ein Video gebastelt, in dem die elementarsten Schritte gezeigt und erklärt werden, sodass quasi jeder so ein Ding lösen kann:

WIRED's Robbie Gonzalez learned to solve a Rubik's cube from Tyson Mao, one of the co-founders of the World Cube Association. In two weeks, Robbie got his solve time down from 45 minutes with Tyson, to 20 minutes on his own, to under a minute on average. Learn his 8-step method here.

Und jetzt muss ich mir doch wieder so ein Ding kaufen ...

Alle paar Monate fängt man dann mit dem Entrümpeln an und wundert sich, was man da überhaupt alles drin hat. Ein bisschen wie Keller, die man auch nur hat, damit man sie vollmüllen kann – abgesehen von den 2%, die man dann doch immer mal wieder rausholt und zurückstellt (Weihnachtsdeko zum Beispiel).

Ich wunder mich zum Beispiel immer wieder, dass ich noch Uhren finde, die aus der Prä-Smartwatch-Ära stammen. Meistens funktionieren die sogar noch, aber da eben nahezu jedwede Funktionalität fehlt, besteht einfach keine Chance auf ein Revival.

Zumindest bei mir, aber vielleicht kann Dan Tanenbaum ja helfen. Der sammelt nämlich bereits seit 20 Jahren Uhren, aber nicht nur, um sie einfach nur zu besitzen, sondern um daraus unter anderem kleine Kunstwerke zu erschaffen. Führt natürlich dazu, dass die Uhren mehr oder weniger komplett auseinandergenommen werden müssen und jegliche Reparatur ausgeschlossen ist – die Endergebnisse zeigen aber, dass dafür auch gar kein Grund besteht:

Mehr seiner Arbeiten gibt es an dieser Stelle.

Zwar hatten wir Japan in 8K schon mal an dieser Stelle, aber genau wie über New York wird die Menschheit einfach nicht müde, immer wieder neue Videos davon zu machen. Und dank fortschreitender Technologie werden die auch immer schärfer, was eigentlich ja total gut ist, weil halt scharfe Aufnahmen einfach mehr Spaß machen, was aber teils auch maximal absurd ist, weil vermutlich kaum jemand die technischen Voraussetzungen hat, diese Qualität abzuspielen – zumindest am Rechner. Und wenn doch, dann macht er damit meist was anderes als sich derlei Videos anzuschauen.

Dazu kommt ja, dass wir Deutschen nur davon träumen dürfen, vernünftiges Internet zu haben – ich jedenfalls mit meiner Powerleitung (100 hoch, 100 runter) hatte schon einige Probleme, das nachfolgende Video in maximaler Qualität streamen zu können. Glück im Unglück: hab halt keinen Bildschirm, der 8K darstellen kann und konnte entsprechend runterregeln. Bedeutet letztendlich: entweder man hat die passende Hardware und die Leitung versagt oder die Leitung ist gut und die Hardware reicht nicht aus. Und wer doch beides hat, hat dafür vermutlich sein Erstgeborenes geopfert.

Genug geschwafelt, es wird Zeit für Armadas‘ 8K-Version von Japan, dieses Mal bei Tag. Versucht einfach das Maximum aus euren Möglichkeiten herauszuholen, denn beeindruckend ist das Ding allemal:

Shot between 2017-2019 across Japan including Hakodate, Yokohama, Nagoya, Kyoto, and Tokyo using RED Weapon 8K and Monstro 8K VV. Re-edited @ 8K 60fps.

Okay, dieses Mal geht es wirklich nicht um das Thema „Urlaub“, ich bin ja selbst schon ganz genervt davon und das, wo ich den Beitrag doch zu einer Zeit geschrieben habe, in der der Urlaub noch ordentlich weit in der Zukunft lag.

Viel mehr möchte ich nur kurz noch eine Sache erwähnen, die ich an meinem neuen Job unfassbar gut finde und vielleicht sogar ein bisschen liebe: man kann zu jeder Zeit und zu nahezu jedem Thema Fragen stellen und bekommt niemals nie einen schiefen Blick, ein Augenrollen oder sonstiges Feedback, das einen Zweifeln oder sich schämen lässt.

Ich weiß, das ist eigentlich das Normalste der Welt, aber ich hatte eben auch schon Jobs, bei denen man sehr schnell an den Punkt kommt, an dem man denkt, dass auch nur die kleinste Nachfrage nach Wasauchimmer schon der erste und größte Fehler ist, den man machen kann.

Dabei ist es das genaue Gegenteil: Nur wer fragt, kann auch dazu lernen, zeigt Interesse und wird am Ende schlauer. Außerdem kann so eine Frage auch noch ganz anders nützlich sein, denn sie bringt ein äußerst praktikables Fragezeichen mit sich – ein paar Anwendungsbeispiele im nachfolgenden Animationsfilmchen:

Also: Nie aufhören, Fragen zu stellen!

Trotz meiner Abneigung gegenüber Urlaub an sich muss ich auch gestehen: wenn dann erstmal die Entspannung einsetzt, ist das eigentlich gar nicht so verkehrt alles. Dieser kleine Ausbruch aus dem Alltag und die 5 einfach mal gerade sein zu lassen, kann schon recht befreiend sein.

Und auch das Kennenlernen neuer Kulturen und Lebensweisen ist nur am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig und anstrengend. So ging es mir zumindest, als wir vor ein paar Jahren Urlaub in der Türkei gemacht haben. Ja, ich würde sogar sagen, dass ich da eigentlich ganz gerne zurückdenke (zu meiner Überraschung ist das bei Line nicht der Fall – Hotel-Urlaub findet sie scheinbar nicht so pralle), auch wenn die ersten Tage eher davon bestimmt waren, dass wir grübelten, wie wir die Zeit wohl irgendwie vernünftig über die Bühne bringen.

Wie gesagt, am Ende fand ich es eigentlich ganz cool. Deutlich cooler ist da beinahe nur das kleine Video von Justin Heaney, der sogar zwei Mal (vielleicht mittlerweile sogar noch öfter) in der Türkei verweilte und mit seiner Kamera gefühlt alles und jeden eingefangen hat, der oder das ihm vor die Linse kam.

Ergibt am Ende ziemlich starke, beinahe 8 Minuten Türkei in komprimierter Form:

Filmed in and around Cappadocia and Istanbul, Turkey

Filmed & Edited by: Justin Heaney

Aber es gibt sie eben doch die Momente, wo man das gut merken kann, nämlich immer dann, wenn man irgendwas Bestimmtes sucht und einfach partout nicht finden will. Kluge Köpfe meinen, dass Nicht-finden an der eigenen Blödheit liegt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Dinge sich dann einfach denken: dem Vollidioten zeigen wir es jetzt mal und treiben ihn so richtig in den Wahnsinn. Und dann sind die Autoschlüssel plötzlich im Kühlschrank.

Ganz so boshaft geht es bei den Illustrationen des algerischen Künstlers Salim Zerrouki alias Ta7rich zwar nicht zu, jede Menge Eigenleben und Abenteuer diverser Alltagsdinge gibt es dennoch:

Mehr seiner Arbeiten gibt es natürlich auf seiner eigenen Seite oder auch hier und auf Tumblr.

Wobei das nur bedingt stimmt, denn beim Handwerken empfiehlt sich ja die Verwendung eines Bleistiftes ebenso – kommt halt nur keine Kunst raus. Außer man verkackt und das nicht wirklich stabile Wandregal geht nur noch als Kunst durch.

Deutlich mehr Anspruch als Kunst haben die Arbeiten von der eingangs erwähnten Charlotte Delarue, die definitiv weiß, wie man mit einem Bleistift umgeht. Und ja auch, dieser Text ist alles andere als künstlerisch wertvoll – is aber halt auch Urlaub, ne?

Mehr ihrer Arbeiten gibt es an dieser Stelle – unbedingt reinschauen, es lohnt sich wirklich.

Vermutlich liegen wir aktuell wieder am Strand und lassen uns die Sonne auf dem Bauch scheinen, vermutlich ist das aber auch Quatsch, weil es noch viel zu früh ist und ich ohnehin damit beschäftigt bin, bloß nicht zu viel Sonne abzubekommen, weil sonst gleich wieder der Sonnenbrand ausbricht. Außerdem ist dieses „draußen sein“ ja ohnehin maximal überwertet und wird nur von Leuten toll gefunden, deren Internetleitung typisch deutsch und somit viel zu langsam ist, um Spaß zu haben.

Aber so ist das eben mit den vorgeschriebenen Texten – man weiß weder, was man erlebt, noch ob das alles überhaupt toll ist und ohnehin fehlt die passende Verbindung zu aktuellem Weltgeschehen, sodass man im Grunde auch nur Lorem Ipsum in die Tasten kippen könnte und noch mehr Gehalt aufs digitale Papier bringen würde, als man es sonst so tut.

Womit wir bei einem völlig sinnfreien und absurden Text angekommen sind. Sinnfrei trifft auf Dubai zwar nicht zu, aber absurd irgendwie schon, wirkt das dort doch alles maximal künstlich und wird vermutlich auch in den nächsten 50 Jahren noch künstlich wirken. Geld allein bringt’s halt nicht – auf der anderen Seite ist Dubai aber auch unfassbar faszinierend. Einfach eine krasse Parallelwelt, in der ich nicht wirklich leben wollen würde, aber trotzdem immer mal wieder gern hinschaue:

I started this project 6 months ago, with very little previous knowledge of shooting a timelapse.

The inspiring city of Dubai was the perfect training ground.

Urlaub dann aber trotzdem lieber auf ’ner friesischen Insel, ist einfach entspannter.

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Wie die wohl erfolgreichste Werbekampagne der Deutschen Bahn entstanden ist https://www.wihel.de/wie-die-wohl-erfolgreichste-werbekampagne-der-deutschen-bahn-entstanden-ist/ https://www.wihel.de/wie-die-wohl-erfolgreichste-werbekampagne-der-deutschen-bahn-entstanden-ist/#comments Thu, 29 Aug 2019 06:13:48 +0000 https://www.wihel.de/?p=97563 Wie die wohl erfolgreichste Werbekampagne der Deutschen Bahn entstanden ist | Werbung | Was is hier eigentlich los?

Man kann ja über die Bahn viel sagen: zu teuer, zu dreckig, zu kaputt, zu unpünktlich, zu unfreundlich und die Online-Systeme sind nicht selten ein Totalausfall. Dazu jährliche Preiserhöhungen, bei denen man schon lange nicht mehr weiß, warum ... es ist wirklich vieles sehr schlimm bei der Bahn.

Aber man muss auch zugeben, dass die aktuelle Werbekampagne ein richtiger Treffer geworden ist. Wer es noch nicht gesehen hat: Dabei werden berühmte, schöne oder faszinierende Örtlichkeiten aus aller Welt und optisch nahezu identischen Örtlichkeiten aus Deutschland gegenüber gestellt. Dazu der Vergleich der Preise für die Reise dahin, wobei die Bahn natürlich unter dem Aspekt immer gewinnt, weil halt 19€ für eines der Spar-Tickets nicht zu schlagen sind und schon hat man eine großartige Kampagne auf die Beine gestellt.

Eine der wichtigen Fragen dabei: Wie haben die es überhaupt geschafft, die zahlreichen, nahezu identischen Orte überhaupt zu finden und dann auch noch so in Winkel und Farbe abzulichten, dass der Vergleich auch wirklich passt? Die Antwort gibt es im nachfolgenden Video, ich spoiler aber dennoch schon mal: mit jeder Menge Hilfe von Technik.

Chapeau, Deutsche Bahn.