Travel – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Thu, 27 Jun 2019 18:42:15 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 Timelapse: Budapest von Marco Baroni https://www.wihel.de/timelapse-budapest-von-marco-baroni/ https://www.wihel.de/timelapse-budapest-von-marco-baroni/#comments Mon, 24 Jun 2019 10:17:15 +0000 https://www.wihel.de/?p=96317 Timelapse: Budapest von Marco Baroni | Travel | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Budapest ist für mich so ein bisschen wie Prag: wenn man da ist, ist es unfassbar schön und man fragt sich die ganze Zeit, warum man nicht schon viel eher dahin gefahren ist. Davor aber ist Budapest auch nur irgend so eine Stadt, die man zwar als Hauptstadt von irgendeinem Land kennt – das war’s dann aber auch schon.

Dabei hat Budapest tatsächlich einiges zu bieten und damit mein ich nicht die 1,7 Millionen Einwohner der Stadt. Natürlich ist da die Donau, die alle außerhalb Bayerns eher selten zu sehen bekommen, die aber nun mal einer DER Flüsse in Europa ist. Oder auch das Budaer Burgviertel, immerhin seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe. Oder auch die zahlreichen Brücken, angeführt von der Kettenbrücke, immerhin die älteste Brücke, die zugleich Wahrzeichen der Stadt ist.

Oder auch einfach die großartige Architektur, die man an jeder Ecke in Budapest sieht. Wie gesagt, wie Prag und das wird besonders deutlich, schaut man sich den viel zu kurzen Film von Marco Baroni an, der dank Zeitraffer-Funktion zumindest den Tagesausflug nach Budapest in praktisch-kompakte 1 Minute und 19 Sekunden presst:

Müsste man also auch mal hin. Wenn man denn mal Zeit hat ...

Schon mal was von Flint gehört? Vermutlich, aber eher selten bis gar nicht als Stadt. Dabei ist Flint die achtgrößte Stadt im Bundesstaat Michigan – wobei das auch nicht wirklich eine Auszeichnung ist. Niemand will das acht-irgendwaste von irgendwas sein und wenn doch, dann ist das eben nichts, wofür man Medaillen oder Urkunden bekommt.

Als ich von Flint kurz gelesen hab, hat mich das auch direkt an Detroit gedacht. Diese Städte, die mal richtig groß und erfolgreich waren, aber irgendwann den Anschluss verpassten und seitdem nur noch ein Schatten ihres selbst sind, wo Armut und Kriminalität regieren.

Und tatsächlich ist Flint gar nicht so weit weg – gerade mal 95 Kilometer sind es bis Detroit. Dabei teilen sich Flint und Detroit nicht nur die räumliche Nähe, sondern auch in etwa das gleiche Schicksal, dass mehr oder weniger komplett mit General Motors zusammenhängt. Denn auch Flint hat seine besten Zeiten hinter sich und seitdem General Motors der Stadt mehr oder weniger den Rücken gekehrt hat – Verlust von Arbeitsplätzen und eine nachhaltig zerstörte Umwelt erklären sich von selbst – zeichnet sich Flint vor allem durch das Leben unterhalb der Armutsgrenze und leerstehende Immobilien aus. Oder in Prozent ausgedrückt: 26% der Einwohner leben unter der Armutsgrenze, wovon 38% der unter 18-Jährigen ausmachen und 40% Immobilien verwaisen.

Aber Flint kann auch in bestimmten Bereichen ganz weit vorne mitspielen, so war die Stadt von 2010 bis 2012 die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate. In den gesamten USA.

Dennoch, manch einer liebt seine Stadt und bleibt trotzdem dort (oder gerade deswegen?). Die Jungs und Mädels von Square waren in Flint und haben eine sehr ansehnliche Dokumentation über die Leute dort gedreht und dabei unter anderem versucht, herauszufinden, warum die, die noch da sind, auch dort bleiben:

Flint went from boom to bust, and then to water crisis. While some people left for greener pastures, others decided to stay and make their own pastures greener. Here are the stories of some of the small businesses turning the tide in Flint, Michigan.

Cornwall kenn ich vor allem aus irgendwelchen TV-Schnulzen, die meine Mutter jeden Sonntagabend gern geschaut hat – ich weiß bis heute nicht, wie sie es geschafft hat, in Unterzahl jedes Mal die Macht über das allabendliche TV-Programm zu ergattern – natürlich sehr zum Leidwesen von meinem Vater und mir.

Aber auch in dem einen oder anderen Buch tauchte Cornwall immer mal wieder auf – scheinbar aber nicht oft genug, denn bisher hatte ich mir nicht mal in meiner Fantasie wirklich ausmalen können, wie es in diesem kleinen Fleckchen England aussehen mag.

Dank Adrian Cabello brauch ich das aber auch nicht mehr, denn er liefert mit seinem neuesten Video spektakuläre Aufnahmen und zeigt, dass man sich das vermutlich schöner hätte gar nicht ausmalen können:

300 Miles of rugged coastline; surrounded by crystal clear waters, endless golden sands and picturesque fishing villages. Prepare to be taken on a journey from an ancient medieval castle to where the tides unveil spectacular beaches.

This short film shows the interaction between humans, wildlife and nature within this beautiful scenery.

Noch immer denk ich an das eine Jahr zurück als Line mich fragte, was ich mir zu Weihnachten und/oder Geburtstag wünsche und dabei selbst schon Vorschläge machte. Die waren zu meiner Überraschung gar nicht mal so ohne, denn sie unter anderem brachte sie der/die/das Playstation VR ins Spiel. Doof nur, dass wir damals noch in unserer alten Wohnung wohnten und dafür nicht ausreichend Platz hatten – ich verneinte also.

Mittlerweile haben wir deutlich mehr Platz und ich hätte gern so ein Ding, hab vermutlich aber nicht den Hauch einer Chance, noch mal so dicht an die Erfüllung dieses Wunsches zu kommen wie damals.

Anderes Beispiel war ein Rundflug über Hamburg, was ich aus höhenangsttechnischen Gründen ebenfalls ablehnte – außerdem kann ich mir das ja auch im Fernsehen ansehen und hab dabei sogar noch die Sicherheit richtig guten Wetters.

Und zudem: Hamburg ist zwar super, aber in Sachen Luftaufnahmen eine eher kleine Nummer, mindestens im Vergleich mit Japan, wie Armadas anhand von Tokio und Yokohama bestens beweist. Könnte aber auch daran liegen, dass 8K schon eine gewisse Qualität garantieren und die ruhigen Aufnahmen mit passender Musik gänzlich dem typisch hektischen Treiben in den Städten entgegenwirkt und so eine ganz wunderbar perfekte Mischung abgeben:

8K night aerial footage of Tokyo and Yokohama shot on RED Monstro
VV 8K Camera with Carl Zeiss Milvus 35mm lens.

Ich glaube, Boston ist der heimliche Star der US of A, wenn es darum geht, tolle Timelapse-Filme zu machen. Vielleicht hab ich aber auch nur ein Faible für die Stadt, weil einige Serien aus meiner Jugend in Boston spielten, was sie vielleicht sogar gar nicht taten und einem das nur vorgegaukelt wurde. Auf jeden Fall: irgendwie mag ich Boston, denn es wirkt wie das kleine Kind, das im Schatten von New York und Co. steht und eigentlich viel mehr Talent hat – aber schlichtweg keine Ahnung von Marketing.

Sean Collins mag Boston jedenfalls auch und hat in den letzten grob 5 Jahren zahlreiche Videos mit und ohne Drohne erstellt und seine liebsten Film-Schnipsel in einem Video vereint. Dazu natürlich wieder ein passender Soundtrack und ab geht die wilde Fahrt, die ich sogar trotz Hyperlapse-Quatsch durchaus mag:

I love you, Boston! This timelapse and drone video contains my favorite shots after filming Boston for 5 years. This video was a labor of love involving many cold rooftop nights and hot summer days. My intention was to make a video that inspires my fellow Bostonians to love their city as much as I do!

Vor ein paar Wochen (oder Monaten - wer kann sich schon den Luxus gönnen und noch nachvollziehen, was er wann in der Vergangenheit gemacht hat?) hatte ich mal wieder eine überraschende Mail in meinem Postfach. Gut, das kommt öfter vor als man denkt, aber das war eine von der Sorte, die nicht kopfschüttelnd in den Papierkorb befördert wird, denn sie stammte mal wieder von Bloggerkollege Nils.

Darin fragte er mich – neben ein paar anderen auch – nach Feedback zu einem Film, den er gemacht hat. Eine Reise nach Japan, bei der es nicht nur darum ging, Land und Leute kennenzulernen, sondern auch sich selbst. Und das klappt wohl am besten, wenn man eine Sache nicht macht: Sprechen.

Viel will ich zu dem Film nicht verraten, aber als kleines Nebenbei-Projekt quasi hat Nils einen zweiten Film fertiggestellt, der schlichtweg Japan heißt. Genau wie bei den USA gibt es natürlich auch zu Japan jede Menge Videos, die alle mehr oder weniger das Gleiche zeigen – aber Nils schafft es selbst hier, eine eigene Handschrift reinzuarbeiten und sich von der breiten Masse durch kleine und große Details abzuheben.

Seh im Übrigen nicht nur ich so, denn das Ding hat nicht zu Unrecht 6 Auszeichnungen erhalten:

Scheint ganz so, als müsste ich doch noch mal in einen Endkampf mit der Flugangst treten und einfach selbst dort hinfliegen. Glaubt man ja schließlich erst, wenn man das alles mit eigenen Augen gesehen hat.

Ein paar eigene Worte hat Nils selbstverständlich auch noch verloren, eine kleine, feine Seite für das Video erstellt und für das eigentliche Projekt ohne Sprache sollte man nippoff.com im Auge behalten.

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https://www.wihel.de/japan-wenn-bloggerkollege-nils-eine-reise-tut/feed/ 5
Londoners https://www.wihel.de/londoners/ https://www.wihel.de/londoners/#comments Wed, 03 Apr 2019 14:21:27 +0000 https://www.wihel.de/?p=95300 Londoners | Travel | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Eigentlich will ich es ja nicht zugeben, aber wie der stete Tropfen den Stein nun mal höhlt, habe auch ich London mittlerweile sehr zu schätzen gelernt – wenn auch ich die Stadt noch immer einigermaßen suspekt finde. Irgendwie ist es schon sehr cool da, aber eben teils auch unfassbar eng, wuselig und schlichtweg anders. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich andere Badamaturen gewohnt bin und bevorzuge, dass die Autos auf der richtigen Seite fahren. Vielleicht hab ich aber auch nur eine besonders große Macke, wer weiß das schon?

Dafür sind die Leute meistens cool, den Akzent kann man auch einfach nur mögen und selbst wenn die Briten den Brexit noch mehr verkacken, als sie es ohnehin schon getan haben, die Stadt kann dafür am Wenigsten etwas.

Oliver Astrologo – Kenner wissen, dass wir ihn schon mal hier und hier vorgestellt haben – hat vor ein paar Tagen ein Video zu genau dieser Stadt online gestellt, bei dem er nicht weniger als 6.000 Clips verarbeitet hat, sondern die Stimmung der Stadt auch ziemlich gut einfängt:

There is no place that has the same energy and vibe you feel in #London. I spent two years immersing myself across all the inner boroughs of London through its famous streets to the well kept secret locations with the only intent to grab a tiny part of the soul of this city and pack it in a video for you.
Not an easy task as its soul is being constantly reshaped as new cultures, arts and trends are emerging everyday.

This is one of the most demanding and challenging projects of my career as I put together more than 6000 video clips captured with several type of cameras and devices in over 2 years. I have squeezed them all into this short film that shows more than 70 London locations.

Eigentlich könnten wir da auch mal wieder hinfahren. Bevor der Brexit noch mehr verkackt wird.

Dhaka zählt vermutlich bei den Meisten auch zu den Städten, deren Namen man irgendwo schon mal aufgeschnappt hat, aber eigentlich nichts darüber weiß. So wie Bielefeld oder Frankfurt Oder (die kleine ungeliebte Schwester vom echten Frankfurt).

Dabei ist Dhaka nicht irgendeine Stadt, sondern die Hauptstadt von Bangladesch und mit knapp 9 Mio. Einwohnern jetzt auch nicht gerade klein. Ich wünschte, ich könnte sogar sagen, dass Dhaka recht hübsch und somit eine kleine, unentdeckte Perle ist – aber das Video von Pang 庞太师 ist zwar sehr gut gemacht, aber macht nicht wirklich Appetit auf einen Ausflug dahin. Was allerdings auch daran liegen könnte, dass derlei Städte wie Dhaka an sich nicht wirklich Motivation bei mir für eine Reise auslösen – sieht halt immer nach jeder Menge Sand und fieser Hitze aus:

Dann doch lieber Balkonien.

Kenia gehört leider auch zu den Ländern, die nicht nur immer gleich aussehen, sondern auch gern als Klischee für einen ganzen Kontinent herangezogen werden. Weite Steppenlandschaft, überall Tiere und eben das Afrika, dass uns König der Löwen als Kinder in den Kopf gepflanzt wurde.

Gut, ich gebe auf, Kenia künstlich schlecht reden zu wollen, denn auch wenn Kenia für das Afrika steht, dass wir alle kennen wollen, so ist es doch unfassbar schön. Halt anders als die sonst üblichen Videos aus urbanen Landschaften oder Asien, wo sich ja ohnehin Tradition und futuristischer Schnickschnack die Türklinke in die Hand geben.

Bryn North hat genau so ein Video mitgebracht und das sieht natürlich total Klasse aus:

Kenya, a bunch of friends and 3 Land Rovers....the perfect mix to a great African adventure. We spent just over 2 weeks cruising through Kenya witnessing some amazing sights as we passed by Mount Kenya, the Masai Mara, Naivasha, Hells Gate, Lake Nakuru, Lake Bogoria and even the bustling capital Nairobi. There was never a dull moment throughout the trip but my favourite moments were seeing the thousands of flamingos in Bogoria and camping out in the Masai Mara witnessing the river crossings during the great migration.

Wenn ich so ein verrückter Reisetyp wäre, würd ich mir direkt Tickets dorthin organisieren.

Spätestens seit der Hundeschule wissen wir: negative Aufforderungen funktionieren nicht. Mia beizubringen, etwas nicht zu tun, ist wesentlich schwieriger, als ihr beizubringen, etwas zu tun und vor allem: es bringt ihr mehr Spaß. Eigentlich gibt es auch nur zwei Dinge, die wir ihr sehr erfolgreich und sehr schnell nicht beigebracht haben: An Kabeln wird nicht geknabbert und Finger weg von Schuhen bzw. Schnürsenkeln. Bei beiden Dingen hat aber nur Angst geholfen und es glaubt einem ja fast keiner, wie schlimm solche Lehrstunden sind (ich sag nur "Angstpipi"). Fraglich auch, wie lange das anhält, aber bisher läuft die Nummer.

Anderes Beispiel: denkt nicht an einen rose Elefanten! Gemerkt? Jemanden aufzufordern, etwas nicht zu tun, kann gar nicht funktionieren, das schafft das Gehirn einfach nicht. Und somit ist die Aufforderung von Tolt auch eher mit einem Augenzwinkern zu verstehen, der will, dass wir nicht in den Libanon fahren. Gut, wöre ich von selbst tatsächlich auch nicht drauf gekommen, bin ja aber ohnehin nicht so der Reise-Typ. Aber spätestens wenn man die großartig eingefangenen Bilder sieht, versteht man, dass hier gekonnt mit der Bild-Text-Schere gespielt wird und spätestens am Ende ergibt alles auch irgendwie noch mal ein Stück mehr Sinn:

One advice: don't go on a trip to Lebanon. Please watch this video until the end to be sure to understand.

Zuhause ist es aber eh am schönsten und vor allem: dort gibts W-Lan.