Zeitgeschichte – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Tue, 23 Nov 2021 18:30:38 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.2 Ein Besuch in Tokyos “Electric Town” 1993 https://www.wihel.de/ein-besuch-in-tokyos-electric-town-1993/ https://www.wihel.de/ein-besuch-in-tokyos-electric-town-1993/#comments Wed, 24 Nov 2021 15:24:20 +0000 https://www.wihel.de/?p=122250 Ein Besuch in Tokyos “Electric Town” 1993 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Immer, wenn wir bei meinen Eltern sind, machen wir einen Abstecher zum Spielzeugladen im nahegelegenen Einkaufszentrum. Nicht, dass wir da jemals was gekauft hätten – wobei, ich glaube einmal Modellfarbe für ein Modell, das mein Vater zusammenbauen wollte – aber man muss ja immer mal schauen, was es so Neues gibt und was die Kids heutzutage womöglich auf den Wunschzettel schreiben würden.

Vielleicht ist es aber auch nur der Umstand, dass wir mal sehen wollen, was uns alles in der Kindheit verwehrt geblieben ist. Entweder, weil es die Idee damals noch nicht gab oder unsere Eltern ihr Erspartes zusammengehalten haben.

Und ich muss sagen, da ist jetzt nicht sonderlich viel Innovation dabei. Klar, im Detail gibt es schon deutliche Verbesserungen, aber am Ende ist das Spielzeug doch recht gleich zu dem, was wir damals hatten. Außer Nerf-Guns. Die wünsch ich mir schon seit Jahren, aber mangels Motivation bei Line lohnt sich die Anschaffung nicht. Wobei ich nach wie vor Glaube, dass das eine gute Idee ist, so ein riesiges Geschütz vor der Wohnungstür aufzustellen und wenn der Paketbote mal wieder klingelt, eine kleine Überraschung für ihn parat zu haben …

Dennoch verbringen wir jedes Mal mehr Zeit in dem Laden, als wir eigentlich eingeplant haben – man muss ja schließlich genau gucken. Und ein bisschen fühlt sich das so an wie der Besuch von David Hoffmann, der 1993 Akihabara besucht hat – Tokyos „Electric Town“.

Dort gab es schon sehr früh allen möglichen Schnickschnack in Sachen Technik, der ja geradezu der damaligen Zeit wie eine Zeitreise in die Zukunft gewirkt haben muss. Und tatsächlich ein bisschen neidisch macht, denn ich wär zu der Zeit da wohl auch durchaus gern durchgeschlendert und hätte rumgestöbert, was es so alles gibt.

It seemed to me at the time that they were pretty far ahead of us in terms of the variety of electronic devices, all of which are classics now, and probably highly collectible

Als wir am Wochenende bei meinen Eltern waren, ging es natürlich auch um alte Geschichten – wie Eltern eben so sind. Sobald die Freundin oder Frau mal wieder da ist, muss man dringend den eigenen Nachwuchs mit alten Kamellen bloß stellen, so will es das Gesetz.

Gut, ganz so schlimm war es nicht, vielleicht aber auch weil mir das mittlerweile ein bisschen egal ist. Wir sind ja schon verheiratet und so eine Scheidung ist halt viel Aufwand und teuer – dafür sind wir einfach beide zu faul. Und geizig.

Irgendwann sind wir aber auch auf alte Geschenke gekommen und so auch auf die ersten Mobiltelefone. Ich weiß nicht, ob mein Vater tatsächlich eines der ersten besaß, die man damals in den 90ern für okayes Geld erwerben konnte – aber er war recht früh dabei. Ich weiß leider auch nicht mehr, welches Modell das war, aber der Hersteller war Siemens, die haben ja auch recht lange im Handymarkt mitgemischt. Bis dann halt Apple kam und alles auf den Kopf gestellt hat.

Ich weiß sogar noch, dass das so eine lustige Antenne hatte, die man tatsächlich ausziehen musste, weil es sonst einfach nicht funktioniert hätte. Sehr lange hab ich das für Quatsch gehalten, der lediglich dazu diente, dass sich Leute besonders wichtig fühlen konnten, während sie den Telefonvorgang damit einleiten konnten: „Seht her, gleich werde ich ohne Kabel telefonieren und muss dafür lediglich diese kleine Popelantenne herausziehen. Ich bin wichtig“.

Was die meisten allerdings nicht wussten: Das Mobiltelefon war da schon viel älter, als man sich das vorstellen konnte. Bereits 1976 wurde es im Fernsehen beworben und das sogar auf eine Art, wie Werbespots tatsächlich eigentlich sein sollten. Außerdem mit richtigem Telefonhörer – ich wünschte, wir würden heute noch damit rumlaufen.

Ehrlicherweise: Ich bin nicht sicher, ob das gezeigte Gespräch tatsächlich so stattgefunden hat oder ob nicht doch auch hier schon geschummelt wurde.

Urlaub ist ja auch immer eine gute Zeit, um die Gedanken mal ein bisschen schweifen, das Geschehene Revue passieren und sich selbst in der Vergangenheit weilen zu lassen – zumindest im Kopf (wir sind ja hier schließlich nicht bei der CDU, die das gern komplett mit Sack und Pack macht).

Und so haben wir mal wieder überlegt, wo denn der bisher beste Urlaub stattgefunden hat. Ganz weit vorne war da Dänemark über Silvester, aber auch London – nicht zuletzt weil wir da schon mehrfach waren und es immer wieder neu, aber auch vertraut ist. Das beste Mal dabei war allerdings gar nicht richtig Urlaub, sondern fand im Rahmen einer Veranstaltung und für diesen Blog statt.

Recht kurz, aber das Hotel war Bombe und lag unfassbar zentral. Allein, dass die die Empfangshalle bzw. Rezeption durch kleine Düsen in der Decke parfümiert haben, spricht für sich.

Und London ist halt so herrlich widersprüchlich. Irgendwo halt hübsch, aber auch hässlich, gefühlt weiß man gar nicht, wohin man mit der Architektur will – mal modern, mal traditionell – zieht das dann aber so konstant durch, dass das schon wieder ein eigener Stil ist.

Dazu alles irgendwie unangenehm eng (nicht zuletzt die Häuser und Wohnungen), aber eben auch schön und gemütlich. Als Fußgänger kannst du dir die Hacken wund laufen, ohne wirklich viel von der Stadt zu sehen, gleichzeitig aber auch eines der besten öffentlichen Verkehrsnetze der Welt benutzen (und so wenigstens ein bisschen mehr sehen).

Und nicht zuletzt das Essen, dass natürlich typisch englisch sehr gewöhnungsbedürftig sein kann, aber auch einfach unfassbar lecker, wenn man weiß, was man tut und auch mal was riskiert,

All das kommt in dem kleinen Filmchen von Rick88888888 nicht so wirklich rüber, aber es zeigt immerhin London zur Zeit des zweiten Weltkriegs in Farbe:

Natürlich geht es hier dann auch vor allem um die künstliche Intelligenz, die hier mitgeholfen hat – bei mir verstärkt es aber vor allem mal wieder die Lust nach London zu reisen. Nur halt nicht jetzt, weil Corona und die ja auch gerade knapp an Lebensmitteln sind …

Schade, ich dachte erst, dass hier tatsächlich Berlin als Stadt bereits vor knapp 100 Jahren eine erste eigene Hymne (oder eben besser gesagt eine Sinfonie) bekommen hat – historisch gesehen schon eine kleine Sensation, aber auch irgendwie wieder typisch, dass ausgerechnet sowas wie Berlin sowas bekommt.

Dabei gibt es doch so viele andere, schönere Städte, die das viel eher verdient haben. Kassel natürlich nicht und Hannover ist nach wie vor einen Beweis schuldig, dass es nicht einfach platt gemacht und noch mal neu versucht wird. Aber Hamburg zum Beispiel. Oder auch einfach nur sowas kleines wie Glückstadt – einfach viel schöner und sympathischer als dieser Betonklotz, der mittlerweile Hauptstadt unseres Landes ist.

Aber gut, war sie halt noch nicht 1927 und vermutlich sah Berlin da tatsächlich noch deutlich besser aus als heute und viele andere Städte, die heute nicht nur an Berlin vorbeigezogen sind, sondern schon überrundet haben.

Genug rumgehackt auf diese Hässlichkeit, es sollte klar sein, was ich von Berlin halte. Und ja, ich kenne nicht alle Ecken, muss ich aber auch nicht – kenne ja auch nicht alle Ecken aller anderen Städte, die ich deutlich besser finde. Meinung, subjektiv und so.

Jedenfalls geht es hier viel mehr um einen Dokumentar-Film, der für seine damaligen Verhältnisse recht neu und modern daher kommt – und das eigentlich nur, weil dort erstmalig die Schnitte relativ kurz und hektisch gesetzt wurden, um eben das Leben schon damals möglichst anschaulich darzustellen. Was halt schon niedlich ist, weil das heute mittlerweile einfach zu einem der ersten und einfachsten Mittel gehört, wenn man Hektik irgendwie verdeutlichen möchte.

Dank künstlicher Intelligenz gibt es das nun auch in Farbe und besserer Qualität – macht Berlin aber dennoch nicht wesentlich toller:

Berlin: Symphony of a Metropolis or Berlin: Symphony of a Great City is a 1927 German film directed by Walter Ruttmann, co-written by Carl Mayer and Karl Freund.

Wirkt auf mich ein bisschen zu romantisch, aber vielleicht war das Leben tatsächlich auch ein wenig einfacher und schöner. Hatten ja immerhin kein Internet.

Das Geheimnis einer guten Ehe: Dem anderen ausreichend Freiraum lassen und nicht wie Kletten dauerhaft zusammenzukleben. Glaube ich zumindest, bin ja erst etwas mehr als ein Jahr verheiratet und hab diesen dämlichen Spruch auch nur gewählt um hier irgendwie eine Einleitung konstruieren zu können. Aber vielleicht wird ja zumindest die gut.

Denn worauf ich eigentlich hinaus will: Weil ich halt eher ungern verreise und auch durchaus nach Feierabend bzw. am Wochenende am Rechner sitze und my Home is my Castle bewachen muss, ist Line dazu übergegangen, häufiger einfach was mit Freundinnen zu machen. Da unsere Generation gerade auch recht heiratswütig ist, kommen da auch noch anderweitige Veranstaltungen hinzu wie Junggesellenabschiede und Organisationstreffen – kurzum: Sie ist öfter mal ohne mich unterwegs, was für uns beide durchaus angenehm ist.

Und immer, wenn ich dann mit Mia allein Zuhause bin, check ich die hiesigen Lieferdienste ab, um mal so richtig den Gönnjamin rauszulassen. In unserer aktuellen Wohnung ist das allerdings gar nicht so leicht, weil halt weniger zentral gelegen – die ganzen coolen Lokale liefern hier gar nicht hin.

Und irgendwie hab ich mir auch immer mal vorgenommen, bei McDonald’s oder Burger King zu bestellen. Klar könnte ich da auch einfach kurz hinfahren, aber ich will ja gar nicht raus und wenn die schon liefern … Problem ist allerdings, dass ich ungefähr die normalen Preise kenne und der Aufschlag für die Lieferung ist schon ordentlich, sodass ich dann bisher doch einfach eine TK-Pizza in den Ofen geschoben hab.

Letztes Wochenende aber nicht, weil … warum denn nicht endlich einfach mal machen. Also dann doch bestellt, vor allem auch, weil ich nichts zum Frühstücken für den nächsten Tag hatte. Meine Idee daher: Back to the roots und einfach einen Burger zum Frühstück. So wie damals bei der Bundeswehr …

Und wenn wir schon bei den guten alten Zeiten sind, dann können wir uns auch einfach mal eine McDonald’s-Filiale aus den 80ern anschauen:

Sah schon deutlich anders aus als die Art, wie sich die Filialen jetzt präsentieren. Was nicht heißt, dass das heute irgendwie besser ist …

Das hier ist eigentlich der perfekte Beweis, dass dieses Second-Screen-Ding nur so halb-gut funktioniert. Wer nicht weiß, was damit gemeint ist: Das Benutzen des Smartphones, während man irgendwas im Fernsehen schaut und sich im Idealfall darüber austauscht oder danach sucht. Halt ein zweiter Bildschirm in Benutzung.

Und genau das hab ich in letzter Zeit häufiger getan und dabei nur bedingt aufgepasst, als es darum ging, dass unsere Toilettennutzung ebenfalls immer mehr ein Problem für die Umwelt sein wird (und damit meine ich nicht nur die von meiner Frau und mir, sondern der gesamten Menschheit). Daher kann ich nur über die Gründe spekulieren, vermute aber mal, dass die Herstellung von Klopapier einiges an Ressourcen verbraucht und es durchaus auch noch Ecken in der Welt gibt, in denen man weit entfernt von irgendwelchen Hygiene-Standards ist.

Was halt bedeutet, dass wir uns auch dahingehend irgendwie weiterentwickeln müssen – ein erster Anfang könnte eine Reinigung ohne Klopapier zum Beispiel durch eine WC-Dusche sein, war ja zumindest mal vor ein paar Jahren auf dem Vormarsch (aber leider eben auch teuer).

Ich bin da aber guter Dinge, denn irgendeine Weiterentwicklung gibt es ja immer – manchmal halt deutlicher sichtbar, manchmal eher kleiner und verborgen. Francis de los Reyes ist Professor an der North Carolina State University und fokussiert sich auf “wastewater treatment plant design, environmental biotechnology and microbiology, fundamentals of environmental engineering, and water and sanitation for developing countries.“ Und genau dort beschäftigt er sich unter anderem auch mit der Entwicklung der Toilette, was nun in einem kleinen Erklärvideo mündete und zeigt, wie sich das Klo über die letzten Jahre und Jahrhunderte entwickelt hat.

Bildungsauftrag wieder erfüllt, würd ich sagen.

Ich hab ja immer mal wieder Videos, die irgendwas mit der DDR zu tun haben. Seien es nun Amateuraufnahmen aus einer Sammlung, bei der niemand so genau weiß, was das eigentlich soll oder Dokumentationen zum Beispiel über den Leipziger Hauptbahnhof oder auch nur den Alltag in der DDR. Ja, selbst eine 45-minütige Fahrt oder auch den Beweis, dass das Elektroauto schon damals als Idee und Prototyp existierte, hatte ich mal verbloggt – man könnte fast meinen, dass ich ein Fan wäre.

Dem ist aber nicht so, zumindest nicht offensichtlich und in der Form, dass ich das zugeben wollen würde. Vielleicht ist es einfach nur die Faszination, dass ich auch noch ein bisschen DDR miterlebt hab, das Land aber schlichtweg nicht mehr existiert. Wenn man so will, kann ich sogar behaupten, dass es mein Geburtsland nicht mehr gibt – so ein bisschen wie in Terminal mit Tom Hanks, nur dass ich zum Glück nicht auf einem Flughafen festhänge. Wobei, so schlecht ging es ihm da ja auch nicht.

Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die DDR der deutlich sympathischere Part ist, den es in der jüngeren Geschichte Deutschlands gibt. Davor kamen ja nur Hitler und Krieg und alles davor … machen wir uns nichts vor, das interessiert letztendlich die Wenigsten. Dabei ist auch klar, dass die DDR am Ende des Tages ebenfalls eine Diktatur war und nicht grundlos gescheitert ist.

Wie dem auch sei, nachfolgend ein weiteres Video für die Sammlung – dieses Mal eine Art Leitfaden für britische Soldaten, um sicher durch das Fledermausland zu kommen, wenn es darum geht, von Berlin nach Helmstedt bzw. umgekehrt zu gelangen.

The RMP video that was shown to “first time travellers” along the Berlin Corridor……from Helmstedt to West Berlin.

Schien auch nicht alles so einfach zu sein, damals™

Eigentlich bin ich ja der Letzte, der irgendwelche Ratschläge, Kritik oder sonstige Äußerungen über Erziehung und Erziehungsmethoden (von sich) geben dürfte, schließlich ist die eigene Kinderplanung noch eine ganze Ecke weit weg und alles, was ich weiß, basiert auf Erinnerungen aus der eigenen Erziehung – und für das Fellknäuel, dass hier seit mehr als zwei Jahren unseren Alltag durcheinanderbringt.

Man sagt zwar, dass so ein Hund in etwas so ist wie ein Zweijähriger, aber machen wir uns nichts vor: so einen Hund zu erziehen, ist jetzt keine Raketenwissenschaft, meistens scheitert es ja nur an der Konsequenz und Konstanz, wenn es um Wiederholungen so lange geht, bis auch der Hund begriffen hat, was man von ihm will. Prinzipiell kann man aber sagen: Belohne, was du gut findest und behalten willst und bestrafe / kritisiere, was abgestellt und gelassen werden soll.

Der Mensch ist da schon eine ganze Portion schwieriger und komplexer – und für ihn gibt es gefühlt Millionen Ansätze, wie man ihn formen kann. Angefangen von militärischer Härte und maximaler Disziplin, über „gute Vorbilder sein“ und darauf hoffen, dass das irgendwie zur Nachahmung führt bis hin zu antiautoritärer Erziehung, bei der Jeremy-Pascal selbst seine Grenzen austesten soll, eigentlich aber nur mal ein paar auf die Fresse verdient hat, ist alles dabei. Zumindest ist das der Eindruck, den ich bisher so bekommen hab.

Vermutlich gibt es aber gar nicht diese eine Methode, die bei allen mehr denn weniger gut funktioniert und die Mischung macht‘s einfach bzw. muss auf jeden individuell angepasst werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine gewisse Härte nicht verkehrt ist, elendig lange Diskussionen und vor allem Verbote nur so semi-gut funktionieren.

Auch in der DDR hatte man recht klare Vorstellung von Kindererziehung. Da ich nur die letzten 4 Jahre mitbekommen hab, existieren nicht so wirklich Erinnerungen daran, würde aber dennoch behaupten, dass es nicht verkehrt ist, dass wir das so in dieser Form hinter uns gelassen haben:

Die Dokumentation vergleicht die unterschiedlichen Erziehungskonzepte in der frühkindlichen Erziehung in Kindergärten der DDR und China zu denen in der Bundesrepublik oder den USA.

Ich war ja auch schon fast versucht, zu glauben, dass dieser Sommer ein bisschen normaler werden würde als der aus dem letzten Jahr. So ein bisschen wie 2019, als noch niemand an irgendwelche Pandemien gedacht hat und das größte Problem die neue Bon-Pflicht zu sein schien. Erinnert sich da eigentlich noch einer dran? Was ‘n daraus geworden?

Wie wir alle wissen, kam es dann anders als gedacht und das meine ich in vielerlei Hinsicht: Erst sollten wir alle Zuhause bleiben und Kontakte vermeiden, irgendwann durften dann doch Leute durch die Weltgeschichte reisen (oder auch nicht und haben es dennoch getan) und Wellen hatten nur noch bedingt primär was mit Wasser zu tun.

Mittlerweile sind einige schon geimpft und die Inzidenz sank überraschend schnell auf ein erfreuliches Niveau. Maßnahmen wurden zurückgenommen und teils gab es schon Fernsehbilder von feiernden und entspannten Menschen, die wie aus einer anderen Welt wirken.

Mittlerweile ist die Delta-Variante auf dem Vormarsch, gefühlt längst da und wir können bereits wunderbar beobachten, wie die gleichen Fehler erneut gemacht werden. Einen Fehler ein Mal machen, kann passieren. Ein zweites Mal ist schon ein bisschen dumm. Ein drittes Mal sehr dämlich und beinahe schon Vorsatz. Und ein viertes Mal … Wahlkampf?

Und selbst wenn der Urlaub am Strand schneller vorbei ist als gedacht (was bei einigen bereits zutrifft), wird das vermutlich auch erstmal nichts daran ändern, dass sich Jugendliche vorerst weiter Zuhauf in Parks treffen und nur darauf warten, dass die Polizei zu später Stunde anrückt und den Bums auflöst.

Umso unwirklicher (und tatsächlich aus der Zeit gefallen) wirken da die Bilder eines Strandtages aus dem Jahr 1899. Sehr gesittet, ruhig und entspannt und vor allem mit enorm viel Kleidung bedacht.

Time travel back 122 years to the beaches of Étretat and Le Tréport in Normandy France.

Possibly filmed by Georges Méliès, with its innovative wide panning shots, while on holiday with his family in 1899. Méliès was already moving away from making actuality films. His classic Trip to the Moon was released in 1902.

Hat halt so gar nichts mit einem Strandbesuch aus der heutigen Zeit zu tun, oder?

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Der Mann hinter den Lachern aus der Konserve https://www.wihel.de/der-mann-hinter-den-lachern-aus-der-konserve/ https://www.wihel.de/der-mann-hinter-den-lachern-aus-der-konserve/#comments Wed, 16 Jun 2021 06:02:03 +0000 https://www.wihel.de/?p=115753 Der Mann hinter den Lachern aus der Konserve | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Ich muss sagen, ich hab sehr lange gebraucht, bis ich kapiert hab, dass bei vielen Comedy-Serien und Shows die Lacher, die man immer mal wieder hört, gar nicht so echt sind, wie sie scheinen sollen. Gerade in den früheren Produktionen hat man sich gefühlt auch noch mehr Mühe gegeben, das zu verschleiern – zumindest kann ich mich dran erinnern, dass die Lacher bei „Eine schreckliche nette Familie“ immer anders klangen als überall sonst.

Wenn ich aber so darüber nachdenke, bei der Cosby-Show war das schon sehr auffällig, die steht ja aber auch aufgrund ihres Haupthauptdarstellers unter speziellem Licht.

Auf der anderen Seite muss man zu meiner Verteidigung mir auch zugutehalten, dass bei vielen der Shows ja tatsächlich Publikum anwesend ist bzw. war. Warum dann dennoch auf Dosenlacher zurückgegriffen wird, erschließt sich mir nur bedingt, könnte aber gut einfach mit der Sound-Qualität zusammenhängen. Womöglich gibt es die Lacher sogar im Studio zu hören, damit die Leute auch wissen, wann sie Lachen sollen und wann nicht – ein bisschen wie mit den Anzeigetafeln, wann man klatschen soll (die es auch heute noch gibt, zumindest als ich das erste und einzige Mal bei einer Lanz-Sendung im Publikum saß).

So sehr diese Lacher mittlerweile auch künstlich wirken und teils nerven – sie sind tatsächlich aber nützlich. Ging zumindest mir zuletzt so, als ich irgendwelche Formate gesehen hab, wo normalerweise Publikum vorhanden ist und man nicht auf Lacher aus der Dose zurückgriff. Es wird da teils wirklich schwer, in die richtige Stimmung zu kommen oder das Ganze auch als so lustig zu empfinden, wie es mal mit Publikum der Fall war. Der Mensch scheint tatsächlich ein Herdenlacher zu sein, der alleingelassen schnell die Orientierung verliert.

Und wessen Schuld ist das? Die von Charles Douglass. Der hat nämlich die Lacher vom Band quasi erfunden und als erster ein Gerät dafür gebastelt. Wie sich das für damals gehört noch schön mit Tonband, tatsächlich aber auch schon ziemlich durchdacht:

A behind the scenes look at a “laugh track” session with audio engineer Carroll Pratt for TV sitcom “Webster” in 1983. Pratt added “canned laughter” to TV shows using a custom “laff box” which he designed and built. Pratt began doing “laugh sweetening” in the late 1950s with Charley Douglass, developer of the original “laff box” sound effects device. By the 1980s Pratt’s company was providing prerecorded laughter for about 80% of all sitcoms on TV in the U.S.

Und doch gilt auch hier: Echte Lacher sind nach wie vor besser als der künstliche Kram vom Band.

Bilder, bei denen sich fähige Menschen ausgetobt und selbige restauriert und dabei nachkoloriert haben, gibt es ja schon seit längerem und auch bei Videos ist das mittlerweile alles andere als ein richtiges Wunder – allein wir hatten hier ja schon die Niederlande und auch Potsdam, wobei nicht ganz so alt, wie nun dieses Video.

Denn damit geht es direkt mal 110 Jahre in die Vergangenheit nach Berlin. Ich will auch gar nicht sagen, dass 110 Jahre jetzt nicht sonderlich viel ist, auf der anderen Seite ist es aber auch „nur“ ein sehr langes Leben oder halt sowas wie anderthalb Leben. Und wenn man dann sieht, wie Berlin damals aussah, wie es heute aussieht und was sich zwischenzeitlich entwicklungstechnisch in der Welt abgespielt hat – heiliger Bimbam. Das muss man sich wirklich mal vor Augen führen, das ist eigentlich blanker Wahnsinn.

So oder so, hier also wieder ein tolles Video, bei dem Software und künstliche Intelligenz zwar kräftig mitgeholfen haben, aber eben auch beweisen, was für Voodoo mittlerweile möglich ist.

EN: Really spectacular, rare film footage of Berlin more than a century ago in color. The original B&W film has been motion-stabilized, speed corrected, restored, enhanced and colorized by means of special Artificial Intelligence software.
The film shows how beautiful Berlin was before both World wars. It starts with a drive by carriage through the Friedrichstrasse, followed by the Leipziger-strasse, the statue (“Denkmal”) for Kaiser Wilhelm-I, the Siegesallee, the Siegessäule with its golden angel on top, a close-up of the statues in relief on its base, a baroc fountain and old Berlin as seen from the water.

DE: Wirklich spektakuläres, seltenes Filmmaterial von Berlin vor mehr als einem Jahrhundert in Farbe. Der ursprüngliche Schwarzweißfilm wurde mithilfe einer speziellen Software für künstliche Intelligenz bewegungsstabilisiert, geschwindigkeitskorrigiert, restauriert, verbessert und koloriert.
Der Film zeigt, wie schön Berlin vor beiden Weltkriegen war. Es beginnt mit einer Fahrt durch die Friedrichstraße, gefolgt von der Leipziger Straße, der Statue (Denkmal) für Kaiser Wilhelm-I, der Siegesallee, der Siegessäule mit ihrem goldenen Engel oben, einer Nahaufnahme der Statuen in Relief auf seiner Basis, ein Baroc-Brunnen und das alte Berlin vom Wasser aus gesehen.

Am Freitag noch durch die Lokalnachrichten zur Kenntnis genommen, Sonntag morgen direkt schon wieder vergessen: Es war wieder Hafengeburtstag in Hamburg und das eigentlich schon zum 832. Mal (wobei ich glaube, dass man die ersten Jahre da noch kein wirklich großes Brimborium draus gemacht hat).

Und eigentlich ist mir das auch ziemlich egal, denn bisher war ich nur ein Mal beim Hafengeburtstag und das war halt nicht so wirklich im Sinne von „Geil, da muss ich unbedingt wieder hin“. Massen von Menschen, die sich durch die Schlucht von Fressbuden schieben und eigentlich nur daran interessiert sind, sich den Bauch mit Bratwurst und Bier zu füllen – das kann man auch in entspannterer Runde haben. Zumal man in diesem Sumpf so rein gar nichts mehr vom Hafen sieht und eigentlich nur wieder weg will.

Dann doch lieber Zuhause bleiben und sich den Kram im Fernsehen anschauen – sieht man eh viel mehr und besser und bekommt auch noch ein paar Zusatzinfos.

Außerdem: Sowohl das letzte Jahr als auch dieses Jahr haben ja ganz gut gezeigt, dass der Hafen auch gut ohne diesen ganzen Kram auskommt und trotzdem noch funktioniert. Viel mehr noch: Kostet ja auch Geld und Aufwand, den man sich so mal sparen bzw. besser investieren konnte.

Auf der anderen Seite: Ohne diesen ganzen Kram ist der Hafen eigentlich ganz schön, vor allem wenn er einfach tut, was er so tut und man da entspannt langschlendern kann – halt ohne Menschenmassen und am besten nahezu allein. Das höchste der Gefühle dann natürlich: Ein Fischbrötchen bei dem einzigen Laden, der offen hat und das darf dann natürlich beinahe schon dreistellig kosten. Schmeckt dafür aber auch sehr gut (aber auch nur am Hafen – wer das mit nach Hause nimmt und dort verspeist, wird sich wundern, wie kacke es dann schmeckt).

Will sagen: Manchmal ist weniger mehr. Sieht man auch ganz gut am nachfolgenden Video, dass die HHLA ausgegraben hat und das Treiben im Hafen in den 70ern zeigt:

Porträt eines Universalhafens: Wunderbarer Imagefilm des Hamburger Hafens im typischen Stil der 1970er Jahre mit fetziger Musik! Das Tor zur Zukunft: https://hhla.de/magazin​ – Online-Magazin der Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft

Dennoch: Alles Gute nachträglich!

Eine der eher unsinnigeren Regeln: Man soll nicht sinnlos mit dem Auto durch die Gegend fahren. Dabei erscheint der Sinn eigentlich sehr deutlich – Umweltschutz sowohl was Abgase als auch Lautstärke betrifft, ebenso ist es eine Verschwendung von Ressourcen wie Sprit als auch Verschleiß am eigenen Wagen. Seine Zeit kann man schließlich deutlich besser und sinnvoller verwenden, genauso sein Geld.

Unsinnig wird es ist es deshalb, weil es nahezu unmöglich ist, das vernünftig zu kontrollieren. In den seltensten Fällen sieht man den Leuten ja allein am Wagen oder an den Insassen an, aus welchem Grund sie gerade im Auto sitzen. Eigentlich gibt es nur eine Situation, in der man das einigermaßen zweifelsfrei behaupten kann: Wenn jemand in kurzen Abständen zum wiederholten Male an der auf Lauer liegenden Streife vorbei fährt. Wobei das ja auch erst ab dem 4. Vorbeifahren greifen dürfte, schließlich könnte ja jemand einfach nur etwas vergessen haben, was er oder sie nun noch schnell holt.

Bleibt also nur ins blaue Fragen und auf Verdacht die Leute rausziehen – und dabei landet man dann schnell im Bereich des (racial) Profilings, was halt auch schon wieder Scheiße ist.

Im Grunde also ein Regel, die zwar gut gemeint ist, aber eben nicht gut gemacht. Wer dafür ein anderes Beispiel braucht: Deadlines. Die machen auch in den seltensten Fällen Sinn, denn entweder sind sie so gesteckt, dass man sie definitiv nicht einhalten kann, was halt direkt demotivierend ist und sie überflüssig macht – oder man setzt sie so, dass man sie problemlos einhalten kann … was sie halt auch wieder überflüssig macht. Kurzum, niemand braucht Deadlines. Und niemand braucht Regeln und Verordnungen, die nicht kontrolliert werden können.

Sinnlos fahren die Briten im nachfolgenden Video nicht durch die DDR – dafür aber ganze 45 Minuten. Das hat ein bisschen was von den „schönsten Bahnstrecken Deutschlands“, weil halt recht wenig miteinander gesprochen wird – ist aber auch wieder interessant, weil es ein angenehm langer Blick in die Vergangenheit ist:

BRIXMIS November 1988. Transit route from West Berlin to Mission House via Glienicke Bridge. Transit route from Michendorf in DDR on route 2 to Glienicke Bridge via Potsdam city centre and Mission House.

Ich glaube, ich hab es irgendwo schon mal erwähnt: Einer der netteren Nebeneffekte vom ständigen Homeoffice ist: Wir sparen unfassbar viel Benzin-Kosten. Was gleich doppelt gut ist, da der Spritpreis dieses Jahr ordentlich angezogen hat – ich war aber dieses Jahr erst ein einziges Mal tanken und wir haben fast April. Neuer Rekord quasi.

Gut, auf der anderen Seite steigen natürlich die Wohn-Nebenkosten, aber hat ja auch keiner erwartet, dass alles plötzlich billiger wird, nur weil wir Zuhause sitzen. Im Gegenteil … Darum soll es aber gar nicht gehen.

Ebenfalls positiv: Deutlich weniger Kontakt zu anderen Autofahrern, denn wir alle wissen ja auch, dass niemand so gut fährt, wie man selbst und eigentlich in jedem anderen Auto nur ein weiterer Idiot sitzt, der seinen Führerschein im Lotto gewonnen hat. Besonders schlimm schien das in den 60er Jahren in England gewesen zu sein.

Wundert mich ehrlich gesagt nicht, die fahren ja bis heute auf der falschen Straßenseite – was will man da großartig an Verkehrsintellekt erwarten? Und richtig schlimm wird es, wenn der liebende Familienvater auch noch seine Sonnenbrille aufsetzt – dann verwandelt er sich in ein so großes Arschloch, dass sich selbiges nicht mehr hinter der Heile-Welt-Fassade des Familienvaters verbergen lässt:

A man coming out of his suburban house and giving his wife and daughter a kiss. He gets into his car in the garage; puts on his sunglasses and turns into a road monster! He reverses onto the road, narrowly missing a small boy on a bike, and backs straight into the path of a nifty sports car.

Gibt’s bzw. gab es aber nicht nur in England und auch nicht nur in den 60ern – habe exakt dieses rücksichtslose Rückwärtsausparken erst am Wochenende erlebt. BMW-Fahrer … da kann man auch nichts anderes erwarten.

Warum auch immer haben Line und ich Kurt Krömer bzw. Chez Krömer gerade wieder für uns Entdeckt. Das eine oder andere Video hab ich bereits vorab allein geschaut und vielleicht gab es auch gar keinen richtigen Anlass – vielleicht hab ich auch einfach nur mal dumm in der YouTube-App umher gescrollt und einfach eine Ausgabe angemacht. Ich weiß es wirklich nicht mehr.

Was ich aber weiß: Nahezu jede Folge davon ist eine reine Überraschung. Klar, in erster Linie erwartet man, dass er seine Gäste grillt und sowohl bei Philipp Amthor als auch dem ollen Höller hat das wunderbar geklappt – aber wenn zum Beispiel Torsten Sträter zu Besuch ist, kann man wenigstens erahnen, dass das eher eine freundschaftliche Sendung wird.

War dann auch so, hatte aber auch nur bedingt mit Witz und Komik zu tun, denn tatsächlich haben sich die beiden über ihre jeweiligen Depressionen unterhalten, was dem Ganzen von Natur aus eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht hat. Und vielleicht war es genau diese Folge, die dazu geführt hat, dass wir uns noch weitere angeschaut haben und mittlerweile auch den ersten Teil des Zwiegesprächs mit Gregor Gysi hinter uns gebracht haben.

Beinahe schon logisch, dass es da auch viel um das Leben in der DDR, was ich einfach mal zum Anlass nehme, auf das nachfolgende Video hinzuweisen, dass schicksalhaft in den letzten Tagen in meinem Feedreader gelandet ist: Der Alltag von Familie Sobottka in der DDR.

Ein Format, das vermutlich damals sowas wie bahnbrechend war – mittlerweile ist es ja ein alter Hut, dass irgendwelche Leute mit der Kamera begleitet werden und zeigen, wie sie Leben und Arbeiten. So alt, dass es derlei Formate mittlerweile auch nur gescriptet gibt … aber das ist ein anderes Thema.

Auf jeden Fall ein wunderbares Zeitdokument aus einer Zeit, die mittlerweile immer mehr in Vergessenheit gerät:

Der Film bietet u.a. einen Einblick in die Arbeitswelt des Kabelwerk Nord, einem Betriebsteil des VEB Kabelwerk Oberspree.
Zehn Jahre später drehte das ZDF nochmals eine Reportage über Familie Sobottka.

Herbert Grönemeyer sang ja schon, dass man den Kindern das Kommando geben sollte und in der aktuellen Lage finde ich den Gedanken sehr verlockend. Ich mein, so viel schlimmer kann es ja ohnehin nicht mehr werden – wäre vielleicht sogar witzig, wenn alles gleich bleiben würde, weil … naja, ihr wisst schon.

Und ich geb es ungern zu, aber meine Eltern hatten Recht: Die Kindheit war dann doch bisher mit die schönste Zeit, weil halt alles weniger kompliziert war. Also aus der jetzigen Perspektive – früher hat natürlich jeder gedacht, dass er gerade die größten Probleme der Welt stemmt und die „Alten“ doch gar keine Ahnung haben, was sie da behaupten.

Vielleicht war das aber auch so und wir erliegen nur der Macht des Gehirns, dass all di schlechten Erinnerungen gut zu verstecken weiß und deswegen die Vergangenheit immer ein bisschen besser aussieht, als sie tatsächlich war. Weiß ja auch keiner so genau.

Und ich muss auch sagen: In der jetzigen Zeit möchte ich auch nicht wirklich Kind sein. Dafür ist das alles dann doch zu trostlos und wenig Spaß-bringend. Ich mein, die Kids sagen sogar schon, dass sie unbedingt wieder zurück in die Schule wollen – für derlei Aussagen hätte man zu meiner Zeit auf die Fresse bekommen. Völlig zu Recht.

Aber auch darüber hinaus haben wir den einen oder anderen Blödsinn gemacht – mal mit kleineren, mal mit größeren Folgen (nein Mutter, das ist jetzt nicht die passende Gelegenheit, die alten Geschichten wieder aufzuwärmen!). Die Kollegen von REWIND haben ein bisschen was von diesem Blödsinn im nachfolgenden Video nachgestellt – und bringen so relativ schnell, relativ schön die eine oder andere Erinnerung direkt zurück:

Everyone used to do that but no one knows why! 😂

Egal obs stimmt oder nicht: Früher war nicht alles schlecht.

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Die beliebtesten Webseiten von 1996 bis 2019 https://www.wihel.de/die-beliebtesten-webseiten-von-1996-bis-2019/ https://www.wihel.de/die-beliebtesten-webseiten-von-1996-bis-2019/#comments Wed, 10 Mar 2021 15:37:34 +0000 https://www.wihel.de/?p=111753 Die beliebtesten Webseiten von 1996 bis 2019 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Aktuell scheinen wir wieder eine kleine Nostalgie-Welle zu reiten, sieht man ja nicht nur an diesem oder jenem Beitrag, sondern ist auch leicht damit zu erklären, dass aktuell ja einfach nicht wirklich viel passiert – außer irgendwelche abstrusen Maßnahmen und Diskussionen in der Politik neben dem einen oder anderen Skandälchen um Masken, Korruption und mehr oder minder fehlenden Rücktritten. Ein bisschen vermisse ich die Zeit ja schon, als Politiker auch für den kleinsten Furz zurückgetreten sind, einfach weil es der Anstand gebietet.

Aber gut, die Welt dreht sich bekanntermaßen weiter und so sind wir halt in dem Zeitalter angekommen, in dem man sich mit entsprechendem Bankkonto und fehlendem Moralkompass einfach alles rausnehmen kann, was man will. Darum soll es hier aber auch gar nicht gehen – wer schlechte Laune bekommen will, schaut sich einfach die Nachrichten um 20 Uhr an, dafür braucht es wihel.de nicht.

Stattdessen reiten wir die Nostalgie-Welle einfach noch ein bisschen weiter und schauen uns mal die beliebtesten Webseiten von 1996 bis 2019 an. Soll ja schließlich Menschen geben, die kennen die Zeit vor Google und Facebook gar nicht mehr – allein was die mit Myspace und dem coolen Lycos-Hund alles verpasst haben, unglaublich. Oder AOL, das Internet in CD-Form … oder Yahoo, das absolut beste Beispiel für eine Firma, die man durch verrückte Investments und falschen Entscheidungen absolut zu Grunde gerockt hat. Hach Internet … wie toll du doch bist, wenn man mal all den nervigen Kram für einen kurzen Moment ausblendet …

Timeline of the most visited websites on the Internet from 1996 to 2019. Worldwide statistics based on websites traffic measured by monthly visits.

Damals™ als man noch an den Rand des Internets stoßen konnte …

Seit keine Ahnung wie vielen Jahren wechseln Line und ich uns bei der sonntäglichen Wochenzusammenfassung ab, was vor allem praktische Gründe hat: ich muss alle zwei Wochen einen Beitrag weniger verfassen. Außerdem gibt das noch mal einen zusätzlichen Blickwinkel und wäre ja auch Quatsch, wenn sie nur einmal pro Woche mit einem Rezept um die Ecke kommt.

Was eher mal als Füller (und auch zur Steigerung der internen Verlinkung) diente, ist mittlerweile auch ein ganz guter Gradmesser um zu merken, wann eine Woche wieder rum ist. Denn ehrlicherweise sind wir regelmäßig davon überrascht, wenn einer von uns wieder dran ist, weil … „ich war doch erst letzte Woche dran“.

Will sagen: Gerade jetzt, in der aktuellen Situation, merken wir besonders, wie schnell die Zeit rast. Das letzte Jahr kann man ja ohnehin in die Tonne treten und ist somit schon fast aus dem Gehirn gelöscht, aber auch dieses Jahr kann einem doch keiner erklären, dass wir schon wieder März haben. Viel mehr noch, beinahe Mitte März und somit quasi Ostern, faktisch Sommer und was machen wir eigentlich an Silvester?

Tatsächlich bewegt sich Zeit aber gar nicht schneller, wir werden einfach nur älter, unsere Gehirne werden voller und so wird es auch schwieriger, sich alles zu merken und zu erfassen. Gerade auch weil die Zeit zwar nicht schneller wird, aber die Welt an sich. Ich jedenfalls muss nicht mehr jeden Scheiß mitmachen und vieles ist mir auch einfach von Anfang an egal, weil … mittlerweile muss ich mir meine Zeit sinnvoll einteilen.

Wofür aber immer mal wieder Zeit ist: Ein bisschen Nostalgie. Das klappt bei Fotos ganz gut, aber auch auf YouTube, wenn es um den einen oder anderen Remix aus irgendeinem Jahr geht oder auch um Werbespots von damals™.

Da kommt das nachfolgende Video ganz recht – nur dass die 90er zumindest in meinem Kopf nicht allzu weit weg sind, schmeckt mir nicht wirklich:

Wie sagt man so schön? Früher war nicht alles schlecht (ich weiß, is Quatsch, aber trotzdem …)

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https://www.wihel.de/90s-flashback/feed/ 2
Ein Flugtaxi von 1949 https://www.wihel.de/ein-flugtaxi-von-1949/ https://www.wihel.de/ein-flugtaxi-von-1949/#comments Thu, 04 Mar 2021 11:50:22 +0000 https://www.wihel.de/?p=111417 Ein Flugtaxi von 1949 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Ja, auch ich hab sehr stark gelacht, als Doro Bär ihren Job antrat und lautstark verkündet hat, dass wir digital größer denken müssen. Weniger Glasfaser, dafür mehr Flugtaxis und anderen Kram, von dem noch niemand weiß, dass er sie mal braucht. Oder sie existieren.

Das klang nach Quatsch, weil wir gerade in Deutschland ja nur selten wirklich groß denken und es nicht gewohnt sind, so tolle Sachen wie Regeln und Gesetze zumindest am Anfang auszublenden und zum Beispiel einfach mal den Datenschutz Datenschutz sein lassen.

Und dann gab es die ersten Startups, die sich mit eben jene Flugtaxis beschäftigen und so langsam den Weg in die Medien fanden. Es schien fast so, als wäre die gute Doro Bär doch nicht so verrückt und weltfremd, wie es am Anfang schien. Flugtaxis könnten tatsächlich ein Ding werden.

Und dann kam halt Corona. Und Lockdowns. Und Homeschooling. Und wir wurden alle sehr schnell wieder daran erinnert, dass wir vielleicht doch nicht an Flugtaxis denken sollten, wenn der Großteil aufgrund einer mehr als beschissenen Infrastruktur, lächerlich schlechten Tarifen und aberwitzig langsamen Leitungen nicht von Zuhause aus arbeiten können. Wenn wir es nicht mal geschissen bekommen, eine Schulklasse von einer Handvoll Kindern per Video-Telefonie zu verbinden (was im Übrigen kein Problem wäre, wenn man den Faktor Bürokratie mal reduzieren würde – ich sitz teils in Zoom-Calls mit mehr als 100 Leuten)

Was ich damit sagen will: Ja, Flugtaxis können schon geil sein, aber es ist halt sehr dumm, daran zu denken und in diese Richtung zu gehen, wenn einfach die Basis nicht stimmt. Schließlich baut man sich ja auch keinen Jacuzzi ins Haus, wenn noch das Fundament fehlt und niemand auch nur ansatzweise an ein Dach gedacht hat.

Außerdem: Flugtaxis sind gar nicht mal so eine innovative Idee, sondern nur aufgewärmtes Essen von vor vielen Jahren. 1949 nämlich hatte man schon mal die Idee und auch erste Prototypen entwickelt – hat sich dann halt bekanntermaßen doch nicht durchgesetzt:

A Flying Car (1949). Filmed in the 40s in Italy, a propellor driven automobile that flies makes its first test flight. Top land speed is 150mph and air speed is over 200mph. So the flying cars were being developed more than a quarter of century before Scaramanga made them famous in “The Man with the Golden Gun”.

Vermutlich aber auch einfach nur, weil man noch nicht die passende Technologie zur Verfügung hatte. So wie Howard Stark das ja auch schon mal kund getan hat und siehe da – irgendwann hat sein Sohn sogar die Zeitreise (er)finden können.

Dass wir große Fans von guten Dokus sind, sollte kein Geheimnis sein und auch nicht, dass wir ebenso große Fans von einer Vielzahl an Dokumentationen des NDR sind. Wie so richtig spießig-alte Leute, die ihre gezahlten GEZ-Gebühren bis zum letzten Cent ausreizen, weil „man zahlt ja schließlich dafür“.

Tatsächlich ist uns die GEZ aber eigentlich scheiß egal, man muss den Mist ja ohnehin zahlen, egal ob man die Programme nun schaut oder nicht. Dennoch: der NDR weiß wie man gute Dokumentationen macht und prinzipiell gilt bei uns Zuhause erstmal, dass man da vorbehaltlos reinschauen kann und nur in seltensten Fällen enttäuscht wird. Man muss aber auch sagen: Es ist nicht schlimm, wenn man sich die Dokus nicht anschaut. Denn so ein bisschen belanglos sind die schon und ob man jetzt weiß, wie Senf hergestellt wird oder was irgendein Bauer den ganzen Tag treibt … ist spannend, aber nicht lebensverändernd.

Was tatsächlich aber jeden Tag ein bisschen mehr schade wird: Angebot und Nachfrage an NDR-Dokumentation ist vollkommen unausgeglichen. Mittlerweile haben wir alle wesentlich sehenswerten Dokumentationen durch und stellen immer öfter fest, dass der NDR hier an dieser Stelle auch viel recycelt, sowohl in den Dokus selbst als auch in anderen Sendungen, in denen immer wieder Teile daraus eingestreut werden. Da muss langsam mal wieder Nachschub kommen, ansonsten wird das irgendwann doch lächerlich und dann leidet sowohl Qualität als auch der Gesamteindruck des Senders allgemein.

Und dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn ich mich als Zuschauer nach Alternativen umschaue. Zum Beispiel die nachfolgende Doku. Die hat, soweit ich weiß, absolut gar nichts mit dem NDR zu tun, fühlt sich deswegen auch ganz anders an, ist aber dennoch sehenswert – allerdings auch ein bisschen belanglos. Wobei ich mittlerweile nicht mal sicher bin, ob das nicht ohnehin für alle Dokumentationen gilt …

Ein S-Bahnhof und die Wende. Gefühlvolle Dokumentation über das Leben an der S-Bahnstation Oranienburg (Endstation der Linie S1), nach der Wiedervereinigung produziert. Hier stranden desillusionierte Menschen ohne Arbeit. Andere gehen ihrer geregelten Arbeit als Blumenverkäufer, ABM-Schwester in der Seelsorge, Bundesgrenzschutzpolizist und S-Bahn-Reinigungskraft nach.

Ein sehr schönes Zeitdokument, oder?

Mittlerweile steuern auf ziemlich genau ein Jahr Corona und Homeoffice zu. Ich weiß leider nicht mehr ganz genau, wann wir offiziell ins Dauer-Homeoffice gewechselt sind, aber das ist ja mittlerweile auch ein Datum, an das man sich nicht wirklich erinnern möchte. Jedenfalls irgendwann um den Dreh 2020 war es soweit.

Und was ist seitdem passiert? Eigentlich nicht viel. Ich hab unnötig viel Geld in meine Ausstattung Zuhause gesteckt, dabei u.a. gelernt, dass ich nicht auf jedem Stuhl arbeiten kann, dafür aber die Schreibtischplatte stark vergrößert. Das Licht ist optimiert, die teure Systemkamera wird als Webcam missbraucht und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, ich würd unfassbar reich damit werden, mich selbst beim Spielen zu Filmen.

Zusätzlich haben wir den Keller aufgeräumt, das eine oder andere Sportgerät wurde angeschafft und die eine oder andere Ecke darf sich auch aufgeräumt schimpfen (und ebenso wieder „zugemüllt“). Überhaupt haben wir enorm viel Zeit in Aufräumarbeiten gesteckt und uns dabei von allerlei alten Kram getrennt, den wir ohnehin schon loswerden wollten, bei dem man ja aber immer sagt, dass man das nochmal sortieren muss, weil man Schiss hat, sich dann doch endgültig zu trennen.

Alle BRAVO-Erstausgaben von 1956 – 1994 verfügbar | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Und dann hat man plötzlich jede Menge Bücher und DVDs aussortiert, plötzlich mehr Platz … und stellt den u.a. mit LEGO-Zeug voll. Weil man ja Beschäftigung braucht. Und eine Belohnung, denn Aus- und Aufräumen bringt halt auch nur bedingt Spaß.

Erstaunlich dabei: Obwohl wir auch richtig alten Kram entsorgt haben, waren da gar nicht so viele Schätze dabei, wie ich vermutet hätte. Verstärkt natürlich die Zweifel daran, warum man den Mist überhaupt aufgehoben hat, aber ich hätte wetten können, dass da noch ein paar Erstausgaben von irgendwas hätten dabei sein müssen.

So bleibt eben nur der Blick ins digitale Bravo-Archiv – denn die haben nun die Erstausgaben von 1956 bis 1994 digital zur Verfügung gestellt. Das ist auf der einen Seite sehr spannend, weil ich unter anderem gar nicht wusste, dass es die Zeitschrift schon dermaßen lange gibt – aber auch irgendwie gruselig, wenn man sich die Entwicklung der Aufmachung über die Jahre anschaut.

So oder so, ein netter Nostalgie-Ausflug ist es allemal. Wer ein bisschen stöbern will, geht einfach hier lang.

In knapp einer Woche dürfen auch bei uns in Hamburg die Friseure wieder öffnen und ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, wie ich das finde. Auf der einen Seite ist das natürlich gut, weil man halt nach den letzten Wochen durchaus mal einen Haarschnitt vertragen kann und manch einer ja tatsächlich mehr als andere darunter leidet. Ich schäme mich ein bisschen dafür, aber Markus Söder hat halt schon Recht, wenn er sagt, dass das auch was mit Würde zu tun hat, vor allem aber auch mit Hygiene.

Auf der anderen Seite: So ein Friseur kommt halt schon recht viel mit anderen Menschen in Kontakt und jedem auch zumindest zeitweise sehr nahe – denkt man da gerade an die Mutanten, würde es nicht wundern, wenn die Zahlen deswegen zumindest wieder leicht steigen.

Da sollte man durchaus auch in Betracht ziehen, dass man vielleicht doch noch ein wenig wartet und sich das ganze Geschehen aus der Ferne ansieht. Dürfte ja ohnehin kein Problem sein, weil alle anderen sich schon um einen Termin gekümmert haben und es ohnehin erstmal dauert, bis man an die Reihe kommen könnte.

Und vielleicht zieht man in Betracht, dass man doch selbst Zuhause die Schere ansetzt oder Vertrauten … vertraut. Hab ich zum Beispiel gemacht, weil es einfach alles nicht mehr ansehnlich und aushaltbar war.

Also hat Line die Maschine angesetzt, gut was runtergeholt … und bewiesen, dass sie noch immer nicht gerade schneiden kann. Aber das ist okay, wir sind ja ohnehin die meiste Zeit Zuhause und mit etwas Glück verwächst sich das auch wieder, damit der Friseur dann irgendwann später alles richten kann.

Heißt aber auch, dass ich auf die Option zum Elefantenrüssel weiter warten muss. Der war in den 50ern stark angesagt. Bisschen unpraktisch, aber irgendwo auch ein Hingucker … und zum Glück mittlerweile ausgestorben:

Check out some really quirky fifties hair styles such as ‘The Elephant’s Trunk’ in this footage from a barber shop in Tottenham Court Road, London.

Ist natürlich Quatsch, ich hab nicht ansatzweise genug Haupthaar um auch nur an den Rüssel denken zu dürfen. Und das ist in diesem Falle auch sehr gut.

Wann immer ich sage, dass wir uns eigentlich bereits seit Anfang letzten Jahres Zuhause eingeschlossen, muss ich ein bisschen zusammenzucken, denn so ganz stimmt das ja nicht. Unter anderem haben wir geheiratet, waren eine Woche auf Föhr und im Spätsommer bzw. Herbst noch mal bei meinen Eltern und in der sächsischen Schweiz.

Dennoch, wir waren so wenig unterwegs wie nie zu vor und haben im Grunde auch alle Reisen so abgepasst und durchgeführt, wie es die Umstände zugelassen und sinnvoll gemacht haben. Eben keinen Kontakt zu anderen, nichts angefasst, was nicht angefasst werden muss und wann immer möglich und nötig unsere Masken auf.

Was nicht heißen soll, dass diese Reisen wirklich nötig gewesen sind, aber im Sommer sahen die Zahlen noch anders aus und auch die Reise nach Sachsen fand zu einer Zeit statt, als die Zahlen gerade da beinahe schon Vorbildcharakter hatten. Konnte ja aber auch keiner ahnen, dass nach uns die Sintflut losbricht – wobei ein Blick in die sächsische Landespolitik da auch nicht wirklich Überraschungen bereit hält. Man denke da nur mal an den glorreichen Spruch von Ministerpräsident Kretschmer, der sagte, dass er sich der Dramatik der Lage erst bewusst wurde, als er am 11. Dezember ein paar Kliniken besucht hat und sich gern frühere Warnung gewünscht hätte. Deutlicher kann man nicht zur Schau stellen, dass man eigentlich keine Ahnung hat, was los ist und wie man damit umgehen könnte.

Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um Dresden. Da war ich schon mal als Kind, hab aber natürlich alles vergessen – insofern war die Reise letztes Jahr auch noch mal ein erstes Mal für mich. Und ich war tatsächlich doch sehr erstaunt, wie klein Dresden zu sein scheint, zumindest was die Sehenswürdigkeiten angeht. Natürlich war der Großteil für uns geschlossen, aber allein das wir quasi alles innerhalb von zwei Stunden zu Fuß mit Hund ablaufen konnten … das war überraschend.

Ich geb aber auch zu, Dresden sieht gar nicht so scheiße aus, wie ich das immer behauptet hab. Ist es auch nicht wirklich eine Schönheit, braucht sich aber nicht direkt hinter der nächsten Ecke zu verstecken. Zeigt auch das nachfolgende Video von 1936, das aber nicht nur wegen Dresden und den Blick in die Historie besonders ist, sondern weil Youtuber DGSpitzer das Video durch einige KI-Tools wie DAIN, DeOldify, DeepRemaster und Video Enhance AI gejagt und so ordentlich aufpoliert hat.

Als Ergebnis gibt es dann Farbe und 4K mit 60 fps – nur den Wahrheitsgehalt der Farben sollte man nicht zu sehr auf die Goldwaage legen:

Hey, this is DGSpitzer! Recently I colorized and upscaling a 1936 short documentary about the city Dresden in Germany!
The whole 12-minute clip shows many places of Dresden and quite a few look different these days.
I also added SFXs and compose the background music. It took me 2-month to finish this documentary, hope you like it

So oder so, unglaublich, was Technik heute zu leisten vermag.

Dennoch war ich immer ein bisschen stolz drauf, aus Leipzig zu kommen – im Vergleich zu Dresden die deutlich sympathischere Stadt und gerade in den letzten Jahren hat Leipzig ja noch mal einen richtigen Boom erlebt und an Attraktivität gewonnen.

Definitiv eine ganz angenehme Stadt mit allerlei Vorzügen, aber natürlich auch Nachteilen – doch welche Stadt kann sich davon schon frei sprechen? Ich bin jedenfalls immer gern wieder „nach Hause“ gekommen – nicht nur um zu schauen, was sich alles verändert hat.

Das sollte sich aber schlagartig ändern, als diese unsägliche Corona-Demo mit mehr als 20.000 Teilnehmern stattfand. Einer meiner größten Kritikpunkte seit Jahren war schon immer, dass die Leute so eine grundsätzliche Jammer-Einstellung haben – historisch betrachtet in gewisser Weise auch nachvollziehbar, aber wir alle wissen, dass allein vom Jammern nichts besser wird. Und das kam auch an diesem Tag sehr deutlich zum Vorschein, nur dass sich eben noch offen zur Schau gestellte Dummheit dazugesellte.

Und auch wenn man sich die aktuellen Infektionszahlen in Sachsen anschaut, kann man die Hände nur über den Kopf zusammenschlagen, wobei Leipzig selbst da noch einigermaßen gut da steht. Zumindest im Vergleich.

Dennoch freu ich mich immer, wenn mal wieder ein Video aus meiner Heimatstadt auftaucht, selbst wenn es aus einer Zeit stammt, die schon lange hinter uns liegt. Wie das nachfolgende, dass den Leipziger Hauptbahnhof zu DDR-Zeiten beleuchtet:

Neu gelernt übrigens: Eigentlich ist der Leipziger Hauptbahnhof gar nicht mehr der größte Kopfbahnhof Europas, denn durch den Bau des Citiytunnels müsste man eigentlich von einem Durchgangsbahnhof sprechen. Naja …

So, den ersten offiziellen Arbeitstag im neuen Jahr haben wir hinter uns, den zweiten auch so fast – Zeit für ein erstes Fazit. Oder auch nicht, denn dafür ist es eigentlich noch zu früh, aber zumindest lässt sich schon mal absehen, dass mit dem Tag des Jahreswechsels sich … nicht wirklich viel geändert hat.

Okay, das ist auch in den letzten Jahren nicht der Fall gewesen, aber zumindest mir ging es so, dass ich es eigentlich nicht erwarten konnte, dass 2020 endlich vorbei ist. Die Gründe sind naheliegend und auch mir war klar, dass der Jahreswechsel erstmal nichts anders macht – aber rein für den Kopf schadet es nicht, wenn man hinter dieses verrückte Jahr endlich einen Haken machen kann.

Auf der anderen Seite: 2020 war auch nicht nur zu 100% schlecht. Das Arbeiten im Homeoffice bringt jede Menge Vorteile mit sich (nicht nur, ist auch klar), finanziell geht es uns gut und wenn ich mir meinen gewachsenen Bauch anschaue, scheint auch sonst alles in Ordnung. Außer vielleicht, dass der wirklich recht ordentlich gewachsen ist.

Über allem steht aber: Wir haben letztes Jahr geheiratet und hatten den vermutlich einzig perfekten Tag im Jahr dafür erwischt – man muss ja auch mal Glück haben, selbst im Jahr 2020.

Aber nicht nur persönlich sind viele gute Dinge passiert, sondern auch weltweit – man muss sich die einfach nur mal ein bisschen bewusster vor Augen führen:

Die Pandemie, die Buschbrände in Australien sowie gesellschaftliche Spannungen weltweit haben 2020 unseren Alltag bestimmt. In diesem Video schauen wir uns deshalb zur Abwechslung einmal an, welche guten Dinge dieses Jahr passiert sind.

Und auch wenn sich in den ersten Tagen im neuen Jahr zumindest gefühlt noch nicht viel geändert hat – es gibt doch ein paar, die wir früher oder später bemerken werden. Auch hier schadet es nicht, wenn man noch mal etwas direkter drauf schaut:

2020 war für viele ein Jahr zum Vergessen – schauen wir lieber auf 2021 und darauf, was ich ändern wird. Unter anderem gibt es für einige Menschen mehr Geld, weniger Plastik und einen neuen großen Streaminganbieter in Deutschland.

So oder so, eine Prognose will ich hier nicht so wirklich abgeben – schauen wir einfach mal, was 2021 für uns bereit hält. Ist ja auch nicht so, dass man nicht seines eigenen Glückes Schmied is, nech?

Interessant, aber auch definitiv gruselig: So langsam kommen die Einschläge näher. Damit mein ich nicht, dass ich auch ein Alter erreiche, bei dem das Ende des Lebens in greifbarer Nähe ist – bis dahin wird hoffentlich noch eine ganze Weile ins Land ziehen. Viel mehr mein ich die Idioten, die nicht verstanden haben, dass es so einem Coronavirus scheiß egal ist, ob man weiterhin Bock hat, Zuhause zu bleiben oder „findet, dass das jetzt auch alles langsam mal reicht“.

Will heißen, dass selbst Leute langsam widerspenstig werden, von denen wir das so nicht erwartet haben – das war besonders überraschend, als wir im engeren Kreis zusammensaßen und jemand sagte, dass eine regelmäßige Fahrt nach Hause (der- oder diejenige arbeitet unter der Woche außerhalb) ja unproblematisch sei, denn „man bekommt das ja einfach nicht“. Das ist halt nicht nur intellektuell schwierig, sondern auch weil man sich Familie ja nicht aussuchen kann.

Man muss aber auch sagen, dass da auch die Politik eine gewisse Teilschuld hat. So ist zumindest die aktuelle Idee, den Lockdown bis 20. Dezember zu verlängern, aber für Weihnachten Ausnahmen zuzulassen, schlichtweg dumm. Natürlich wäre ein Weihnachtsfest allein Zuhause alles andere als geil – aber auch hier ist das dem Virus ziemlich egal, das tut einfach, was es tut.

Und da spielt dann auch keine Rolle, ob man mittlerweile die Schnauze voll hat vom Zuhause Bleiben und die üblichen Reisen vermisst – mehr als YouTube und Vimeo ist halt einfach nicht drin, außer man ist ein Arschloch.

Mir ist natürlich klar, dass das nur ein kleiner Trost und billiger Ersatz ist – aber immerhin kann man dann auch ein bisschen in der Zeit zurückreisen. Und so zum Beispiel einmal schauen, wie es in London 1924 aussah – Spoiler: ziemlich genau so, wie man sich das vorstellt.

Take a trip on a horse-drawn towing barge from Limehouse into old Central London!
The trip goes over the Regents Canal from Limehouse, via the Wharves of East London, Mile End Road, Various locks, White Chapel, Heartford Union Canal, Old Ford, Acton’s Lock, Hackney, through Islington Tunnel, passes under the New River, over the GNR at Kingscross, under the Midland at St.Pancras, Kentish Town, Alpine Chalet, through Regents Park and London Zoo and ends at Paddington Basin just off Edgeware Road.

Und jetzt bleibt einfach mit dem Arsch weiterhin Zuhause. So schwer ist das nämlich in Wahrheit nicht.

Vor ein paar Monaten – unglaublich wie die Zeit rast – hatte ich schon mal ein Video mit der Schwebebahn in Wuppertal, aufzeigend, wie sie durch Wuppertal fährt, einfach aus der Ego-Perspektive. Hatte ein bisschen was von den schönsten Bahnstrecken Deutschlands und war auch mindestens genauso spektakulär – plus eben diesem historischen Touch, den man ganz natürlich bekommt und der ja immer spannend ist, wenn man sich dafür interessiert. Besonders wenn man aus Wuppertal kommt und die einzelnen Ecken alle kennt.

Geht mir zumindest so, wenn ich weiß, dass irgendeinen Sendung oder irgendein Film irgendwo spielt, wo ich selbst schon war – man versucht ja doch immer herauszubekommen, wo das dann war, wann das war und wo man selbst dabei war. Vielleicht auch einer der wichtigsten Gründe, warum ich so gerne SOKO Leipzig gucke – näher kann ich meiner Heimatstadt aus Hamburg kaum sein (und ich weiß, da war vor kurzem erst eine Veranstaltung in Leipzig, bei der ein Haufen Idioten zusammen gekommen sind und die Polizei ein abartig schlechtes Bild abgegeben hat – Idioten gibt es halt überall)

Zurück zum Thema: pwduze (keine Ahnung, wie man das aussprechen soll) hat das Video auch gefunden und zusätzlich noch eines aus 2015 und hat beide einfach mal nebeneinander gestellt. Dazu natürlich noch ein bisschen Nachbearbeitung und schon erhält man einen wunderbaren Vergleich zwischen damals und heute – in Bewegtbild und beinahe so, als ob das alles Absicht wäre:

When I found these two videos:
https://youtu.be/EQs5VxNPhzk filmed in 1902
https://youtu.be/DgfRq4kEFro recorded in 2015
I realized it might be possible to line them up side by side to get an impression of what have changed after 113 years.

The left video is left intact and I tried to line up the corresponding scenes in the right one by cutting and manipulating framerates. The duplicated frames in the right video are also present in the original and makes it a bit jerky.

I made this just for fun and did not aim for a 100% match but it is still possible to see how buildings etc. have changed over time.

Hat was. Keine Ahnung was, aber es hat was.

Am Wochenende machte dann auch in größerer Runde die Neuigkeit die … Runde (schlechtester Satzbau 2020 – endlich gefunden), dass Netflix „Direct“ testet. Dahinter verbirgt sich eine Art linearer Sender, der genau das macht, was wir alle schon aus dem Fernsehen kennen: Man schaltet ein und schaut einfach das, was einem serviert wird. Keine Auswahl, keine Individualisierung – einfach klassisches Fernsehen, direkt im Streaming-Dienst, nur eben mit Filmen und Serien von Netflix und nicht der hiesigen Sender.

Das klingt erstmal ziemlich bescheuert oder? Schließlich war doch das Erfolgsgeheimnis von Netflix, dass jeder User genau das schauen kann, was er will, wann er will und irgendwie auch wo er will – sofern denn Internet vorhanden ist (ich lasse hier ganz bewusst mal weg, dass das Angebot von Netflix und auch anderen anfänglich deutlich besser war). Maximale Freiheit, dazu keine Werbung – zumindest auf dem Reißbrett das absolute Traumszenario.

Ich vermute, dass Netflix mit Direct aber auch einfach darauf reagiert, was man häufiger im Netz lesen kann: Von 3 Stunden Nutzungszeit hat man 2 Stunden damit verbracht, sich was rauszusuchen, die letzte Stunde schaut man dann einfach das, was man schon drölf mal gesehen hat. Und genau dafür ist Direct eigentlich nicht schlecht – Menschen, die sich nicht entscheiden können, müssen sich nicht mehr entscheiden. Und können im Zweifel auch endlich wieder über jemanden schimpfen, wenn nur scheiße kommt.

Scheiße lief auch in den 70ern und doch war es weniger beschissen. Glaube ich zumindest, wobei wir ja auch wissen, dass das Gehirn uns gern mal einen Streich spielt, wenn es um die Vergangenheit geht. Auf jeden Fall kommt wieder sehr viel Nostalgie auf, wenn man sich Cartoon-Intros und Werbespots von damals anschaut:

Hey kids! It’s time to grab a bowl of Quisp and watch some cartoons!
Saturday Morning Cartoons (1970s) | Classic Cartoon Intros and Commercials

Ist dann doch einiges dabei, dass wir hierzulande gar nicht kennenglernt haben – würde mir da auch gern mal eine deutsche Version wünschen. Damit das alles noch viel nostalgischer wird und wir noch mehr behaupten können, wie toll doch früher alles war.

Ich hatte ja diese Woche bereits ein Animationsvideo, dass recht simpel aufgezeigt hat, welche Waffen wir Menschen in unserer Geschichte so gebaut haben, weil wir einfach geil darauf sind, uns gegenseitig auszulöschen.

Daran anschließend kommt nun das nachfolgende Video, dass (nahezu) jede nukleare Detonation seit 1945 auf der Welt zeigt und allein, dass es seit dem 2.153 davon gab, spricht eigentlich für sich und die Dummheit der Menschheit. Aber das tut mittlerweile auch ein Besuch im hiesigen Supermarkt und im Grunde ist das ja auch alles gar nicht neu oder überraschend. Und irgendwo kann man dann auch verstehen, dass Wendler, Naidoo und Co. einfach den Verstand verlieren und bekloppt werden …

Visualization of nuclear detonations from 1945 to present.

Aus Gründen ist diese Woche mal ein bisschen weniger los …

Dass ich das letzte Mal Straßenbahn gefahren bin, dürfte auch schon wieder gut und gerne 2 bis 3 Jahre her sein. In Hamburg gibt es ja ohnehin keine Straßenbahn, auch wenn man alle paar Jahre wieder das Thema auf den Tisch bringt. Meine bescheidene Meinung dazu: Großer Quatsch, denn die Straßen sind ohnehin schon zu eng und dass der öffentliche Nahverkehr gerade weiter draußen so bescheiden ist, hat ganz andere Gründe. Aber mit irgendwas muss man ja Wahlkampf machen und alte Besen kehren bekanntlich gut. Oder eben auch nicht.

In Leipzig ist die Straßenbahn allerdings fester Bestandteil und gehörte daher irgendwas um die 20 Jahre zu meinem Leben dazu. Funktioniert dort halt unglaublich gut, wobei das für das gesamte Nahverkehrsnetz gilt – die Stadt ist aber auch deutlich kleiner und daher vermutlich einfach leichter beherrschbar. Dennoch: so ein funktionierendes Netz, das hat schon sehr viel für sich und ich würde glatt behaupten, dass wir in Leipzig lebend vermutlich kein Auto hätten, weil einfach unnötig (was bis zu einem gewissen Grad auch für Hamburg gilt – aber mit ist einfach schöner).

Beim Thema Straßenbahn darf man aber auch Berlin nicht vergessen – was halt schnell passiert, wenn man nicht in Berlin wohnt und eigentlich nur die U- bzw. S-Bahn kennt. Dabei hat Berlin das drittgrößte Straßenbahnnetz der Welt und muss sich lediglich Melbourne und Sankt Petersburg geschlagen geben.

Und so fuhr man auch schon 1990 durch die Stadt, was Stefan Münster damals einfach mitgefilmt und so womöglich das inoffizielle erste Video von „Deutschlands schönsten (Eisen)Bahnstrecken“ gemacht haben dürfte.

Shot in 1990 by Stefan Münster on Video 8
Edit by Philllip Sollmann 2014
Track taken from DECAY
DIAL rec 2014

Wobei Ostberlin jetzt nicht gerade mit seiner Schönheit glänzen kann – liegt vielleicht aber auch einfach nur an der mangelhaften Qualität der Bilder. Und / Oder dem furchtbaren Sound, der da unter das Video gelegt wurde …