Zeitgeschichte – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Sun, 09 May 2021 11:21:32 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.7.2 Die 70er Jahre im Hamburger Hafen https://www.wihel.de/die-70er-jahre-im-hamburger-hafen/ https://www.wihel.de/die-70er-jahre-im-hamburger-hafen/#comments Mon, 10 May 2021 10:14:23 +0000 https://www.wihel.de/?p=114305 Die 70er Jahre im Hamburger Hafen | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Am Freitag noch durch die Lokalnachrichten zur Kenntnis genommen, Sonntag morgen direkt schon wieder vergessen: Es war wieder Hafengeburtstag in Hamburg und das eigentlich schon zum 832. Mal (wobei ich glaube, dass man die ersten Jahre da noch kein wirklich großes Brimborium draus gemacht hat).

Und eigentlich ist mir das auch ziemlich egal, denn bisher war ich nur ein Mal beim Hafengeburtstag und das war halt nicht so wirklich im Sinne von „Geil, da muss ich unbedingt wieder hin“. Massen von Menschen, die sich durch die Schlucht von Fressbuden schieben und eigentlich nur daran interessiert sind, sich den Bauch mit Bratwurst und Bier zu füllen – das kann man auch in entspannterer Runde haben. Zumal man in diesem Sumpf so rein gar nichts mehr vom Hafen sieht und eigentlich nur wieder weg will.

Dann doch lieber Zuhause bleiben und sich den Kram im Fernsehen anschauen – sieht man eh viel mehr und besser und bekommt auch noch ein paar Zusatzinfos.

Außerdem: Sowohl das letzte Jahr als auch dieses Jahr haben ja ganz gut gezeigt, dass der Hafen auch gut ohne diesen ganzen Kram auskommt und trotzdem noch funktioniert. Viel mehr noch: Kostet ja auch Geld und Aufwand, den man sich so mal sparen bzw. besser investieren konnte.

Auf der anderen Seite: Ohne diesen ganzen Kram ist der Hafen eigentlich ganz schön, vor allem wenn er einfach tut, was er so tut und man da entspannt langschlendern kann – halt ohne Menschenmassen und am besten nahezu allein. Das höchste der Gefühle dann natürlich: Ein Fischbrötchen bei dem einzigen Laden, der offen hat und das darf dann natürlich beinahe schon dreistellig kosten. Schmeckt dafür aber auch sehr gut (aber auch nur am Hafen – wer das mit nach Hause nimmt und dort verspeist, wird sich wundern, wie kacke es dann schmeckt).

Will sagen: Manchmal ist weniger mehr. Sieht man auch ganz gut am nachfolgenden Video, dass die HHLA ausgegraben hat und das Treiben im Hafen in den 70ern zeigt:

Porträt eines Universalhafens: Wunderbarer Imagefilm des Hamburger Hafens im typischen Stil der 1970er Jahre mit fetziger Musik! Das Tor zur Zukunft: https://hhla.de/magazin​ – Online-Magazin der Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft

Dennoch: Alles Gute nachträglich!

Eine der eher unsinnigeren Regeln: Man soll nicht sinnlos mit dem Auto durch die Gegend fahren. Dabei erscheint der Sinn eigentlich sehr deutlich – Umweltschutz sowohl was Abgase als auch Lautstärke betrifft, ebenso ist es eine Verschwendung von Ressourcen wie Sprit als auch Verschleiß am eigenen Wagen. Seine Zeit kann man schließlich deutlich besser und sinnvoller verwenden, genauso sein Geld.

Unsinnig wird es ist es deshalb, weil es nahezu unmöglich ist, das vernünftig zu kontrollieren. In den seltensten Fällen sieht man den Leuten ja allein am Wagen oder an den Insassen an, aus welchem Grund sie gerade im Auto sitzen. Eigentlich gibt es nur eine Situation, in der man das einigermaßen zweifelsfrei behaupten kann: Wenn jemand in kurzen Abständen zum wiederholten Male an der auf Lauer liegenden Streife vorbei fährt. Wobei das ja auch erst ab dem 4. Vorbeifahren greifen dürfte, schließlich könnte ja jemand einfach nur etwas vergessen haben, was er oder sie nun noch schnell holt.

Bleibt also nur ins blaue Fragen und auf Verdacht die Leute rausziehen – und dabei landet man dann schnell im Bereich des (racial) Profilings, was halt auch schon wieder Scheiße ist.

Im Grunde also ein Regel, die zwar gut gemeint ist, aber eben nicht gut gemacht. Wer dafür ein anderes Beispiel braucht: Deadlines. Die machen auch in den seltensten Fällen Sinn, denn entweder sind sie so gesteckt, dass man sie definitiv nicht einhalten kann, was halt direkt demotivierend ist und sie überflüssig macht – oder man setzt sie so, dass man sie problemlos einhalten kann … was sie halt auch wieder überflüssig macht. Kurzum, niemand braucht Deadlines. Und niemand braucht Regeln und Verordnungen, die nicht kontrolliert werden können.

Sinnlos fahren die Briten im nachfolgenden Video nicht durch die DDR – dafür aber ganze 45 Minuten. Das hat ein bisschen was von den „schönsten Bahnstrecken Deutschlands“, weil halt recht wenig miteinander gesprochen wird – ist aber auch wieder interessant, weil es ein angenehm langer Blick in die Vergangenheit ist:

BRIXMIS November 1988. Transit route from West Berlin to Mission House via Glienicke Bridge. Transit route from Michendorf in DDR on route 2 to Glienicke Bridge via Potsdam city centre and Mission House.

Ich glaube, ich hab es irgendwo schon mal erwähnt: Einer der netteren Nebeneffekte vom ständigen Homeoffice ist: Wir sparen unfassbar viel Benzin-Kosten. Was gleich doppelt gut ist, da der Spritpreis dieses Jahr ordentlich angezogen hat – ich war aber dieses Jahr erst ein einziges Mal tanken und wir haben fast April. Neuer Rekord quasi.

Gut, auf der anderen Seite steigen natürlich die Wohn-Nebenkosten, aber hat ja auch keiner erwartet, dass alles plötzlich billiger wird, nur weil wir Zuhause sitzen. Im Gegenteil … Darum soll es aber gar nicht gehen.

Ebenfalls positiv: Deutlich weniger Kontakt zu anderen Autofahrern, denn wir alle wissen ja auch, dass niemand so gut fährt, wie man selbst und eigentlich in jedem anderen Auto nur ein weiterer Idiot sitzt, der seinen Führerschein im Lotto gewonnen hat. Besonders schlimm schien das in den 60er Jahren in England gewesen zu sein.

Wundert mich ehrlich gesagt nicht, die fahren ja bis heute auf der falschen Straßenseite – was will man da großartig an Verkehrsintellekt erwarten? Und richtig schlimm wird es, wenn der liebende Familienvater auch noch seine Sonnenbrille aufsetzt – dann verwandelt er sich in ein so großes Arschloch, dass sich selbiges nicht mehr hinter der Heile-Welt-Fassade des Familienvaters verbergen lässt:

A man coming out of his suburban house and giving his wife and daughter a kiss. He gets into his car in the garage; puts on his sunglasses and turns into a road monster! He reverses onto the road, narrowly missing a small boy on a bike, and backs straight into the path of a nifty sports car.

Gibt’s bzw. gab es aber nicht nur in England und auch nicht nur in den 60ern – habe exakt dieses rücksichtslose Rückwärtsausparken erst am Wochenende erlebt. BMW-Fahrer … da kann man auch nichts anderes erwarten.

Warum auch immer haben Line und ich Kurt Krömer bzw. Chez Krömer gerade wieder für uns Entdeckt. Das eine oder andere Video hab ich bereits vorab allein geschaut und vielleicht gab es auch gar keinen richtigen Anlass – vielleicht hab ich auch einfach nur mal dumm in der YouTube-App umher gescrollt und einfach eine Ausgabe angemacht. Ich weiß es wirklich nicht mehr.

Was ich aber weiß: Nahezu jede Folge davon ist eine reine Überraschung. Klar, in erster Linie erwartet man, dass er seine Gäste grillt und sowohl bei Philipp Amthor als auch dem ollen Höller hat das wunderbar geklappt – aber wenn zum Beispiel Torsten Sträter zu Besuch ist, kann man wenigstens erahnen, dass das eher eine freundschaftliche Sendung wird.

War dann auch so, hatte aber auch nur bedingt mit Witz und Komik zu tun, denn tatsächlich haben sich die beiden über ihre jeweiligen Depressionen unterhalten, was dem Ganzen von Natur aus eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht hat. Und vielleicht war es genau diese Folge, die dazu geführt hat, dass wir uns noch weitere angeschaut haben und mittlerweile auch den ersten Teil des Zwiegesprächs mit Gregor Gysi hinter uns gebracht haben.

Beinahe schon logisch, dass es da auch viel um das Leben in der DDR, was ich einfach mal zum Anlass nehme, auf das nachfolgende Video hinzuweisen, dass schicksalhaft in den letzten Tagen in meinem Feedreader gelandet ist: Der Alltag von Familie Sobottka in der DDR.

Ein Format, das vermutlich damals sowas wie bahnbrechend war – mittlerweile ist es ja ein alter Hut, dass irgendwelche Leute mit der Kamera begleitet werden und zeigen, wie sie Leben und Arbeiten. So alt, dass es derlei Formate mittlerweile auch nur gescriptet gibt … aber das ist ein anderes Thema.

Auf jeden Fall ein wunderbares Zeitdokument aus einer Zeit, die mittlerweile immer mehr in Vergessenheit gerät:

Der Film bietet u.a. einen Einblick in die Arbeitswelt des Kabelwerk Nord, einem Betriebsteil des VEB Kabelwerk Oberspree.
Zehn Jahre später drehte das ZDF nochmals eine Reportage über Familie Sobottka.

Herbert Grönemeyer sang ja schon, dass man den Kindern das Kommando geben sollte und in der aktuellen Lage finde ich den Gedanken sehr verlockend. Ich mein, so viel schlimmer kann es ja ohnehin nicht mehr werden – wäre vielleicht sogar witzig, wenn alles gleich bleiben würde, weil … naja, ihr wisst schon.

Und ich geb es ungern zu, aber meine Eltern hatten Recht: Die Kindheit war dann doch bisher mit die schönste Zeit, weil halt alles weniger kompliziert war. Also aus der jetzigen Perspektive – früher hat natürlich jeder gedacht, dass er gerade die größten Probleme der Welt stemmt und die „Alten“ doch gar keine Ahnung haben, was sie da behaupten.

Vielleicht war das aber auch so und wir erliegen nur der Macht des Gehirns, dass all di schlechten Erinnerungen gut zu verstecken weiß und deswegen die Vergangenheit immer ein bisschen besser aussieht, als sie tatsächlich war. Weiß ja auch keiner so genau.

Und ich muss auch sagen: In der jetzigen Zeit möchte ich auch nicht wirklich Kind sein. Dafür ist das alles dann doch zu trostlos und wenig Spaß-bringend. Ich mein, die Kids sagen sogar schon, dass sie unbedingt wieder zurück in die Schule wollen – für derlei Aussagen hätte man zu meiner Zeit auf die Fresse bekommen. Völlig zu Recht.

Aber auch darüber hinaus haben wir den einen oder anderen Blödsinn gemacht – mal mit kleineren, mal mit größeren Folgen (nein Mutter, das ist jetzt nicht die passende Gelegenheit, die alten Geschichten wieder aufzuwärmen!). Die Kollegen von REWIND haben ein bisschen was von diesem Blödsinn im nachfolgenden Video nachgestellt – und bringen so relativ schnell, relativ schön die eine oder andere Erinnerung direkt zurück:

Everyone used to do that but no one knows why! 😂

Egal obs stimmt oder nicht: Früher war nicht alles schlecht.

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https://www.wihel.de/30-kindheitserinnerung-die-wohl-jeder-noch-kennt/feed/ 4
Das Sky Car von 1915 https://www.wihel.de/das-sky-car-von-1915/ https://www.wihel.de/das-sky-car-von-1915/#comments Wed, 17 Mar 2021 15:42:24 +0000 https://www.wihel.de/?p=112064 Das Sky Car von 1915 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Ich bin ja mittlerweile sehr großer Fan von iterativem Arbeiten. Sprich: Irgendwo anfangen, kleine Schritte machen und von da aus immer wieder überprüfen, was man verbessern kann oder wo bzw. wie man weitermacht. Klingt logisch, spart unnötige Korrekturschleifen und verhindert idealerweise auch, dass man sich eine gewisse Zeit lang komplett verrennt. Was nicht heißt, dass ich es nicht mag, wenn man auch von vornherein alles durchdacht hat – aber wir alle wissen ja, wie schnell sich die Welt mittlerweile dreht und einmal nicht aufgepasst ist plötzlich ein sehr guter Impfstoff ohne jeglich nachvollziehbaren Grund (vorrübergehend) nicht mehr zugelassen.

Genauso bin ich großer Fan davon, gemachte Erfahrungen und auch Tools mehrfach einzusetzen und zu verwenden. Denn was einmal funktioniert hat, kann sicher auch ein zweites Mal funktionieren und wer will schon gemachte Fehler wiederholen, wenn er auch von der Vergangenheit profitieren kann? Außer man ist Anhänger von der AfD, dann spielt Geschichte keine Rolle mehr, zumindest nicht so, wie sie tatsächlich mal passiert ist.

Und genau das trifft ganz wunderbar auf das nachfolgende Video zu, dass das Sky Car von 1915 zeigt. Vermutlich ein Vorläufer von dem, was wir heute als Helikopter kennen und man sieht ganz wunderbar, welche Gedanken sich hier vermutlich gemacht wurden. Da ist zum einen der Rotor, bei dem man schon erkennt, dass verstanden wurde, dass man irgendwie die Bewegung braucht, um den Luftstrom so zu lenken, wie man ihn eben lenken muss.

An der Bewegung des Gesamtkonstrukts selbst sieht man zudem, wie von der Natur abgeschaut wurde – schließlich schlagen Vögel ja auch mit den Flügeln und irgendwie muss das doch mit dem Fliegen zusammenhängen, also bauen wir das auch so.

Den Erfolg sieht man ja im Video und ich hätte auch wenig Lust, auf dem Ding zu sitzen, dennoch ein mit Sicherheit wichtiger Zwischenschritt:

Man sitting in early helicopter invention, ‘Sky Car’, in January 1915. Umbrella style wing makes the Sky Car bounce up and down on the ground.

Und ist ja auch klar, dass nicht alles auf Anhieb gelingen kann. Außerdem viel Respekt an den Typen, der da knallhart bis zum Ende sitzen bleibt.

Aktuell scheinen wir wieder eine kleine Nostalgie-Welle zu reiten, sieht man ja nicht nur an diesem oder jenem Beitrag, sondern ist auch leicht damit zu erklären, dass aktuell ja einfach nicht wirklich viel passiert – außer irgendwelche abstrusen Maßnahmen und Diskussionen in der Politik neben dem einen oder anderen Skandälchen um Masken, Korruption und mehr oder minder fehlenden Rücktritten. Ein bisschen vermisse ich die Zeit ja schon, als Politiker auch für den kleinsten Furz zurückgetreten sind, einfach weil es der Anstand gebietet.

Aber gut, die Welt dreht sich bekanntermaßen weiter und so sind wir halt in dem Zeitalter angekommen, in dem man sich mit entsprechendem Bankkonto und fehlendem Moralkompass einfach alles rausnehmen kann, was man will. Darum soll es hier aber auch gar nicht gehen – wer schlechte Laune bekommen will, schaut sich einfach die Nachrichten um 20 Uhr an, dafür braucht es wihel.de nicht.

Stattdessen reiten wir die Nostalgie-Welle einfach noch ein bisschen weiter und schauen uns mal die beliebtesten Webseiten von 1996 bis 2019 an. Soll ja schließlich Menschen geben, die kennen die Zeit vor Google und Facebook gar nicht mehr – allein was die mit Myspace und dem coolen Lycos-Hund alles verpasst haben, unglaublich. Oder AOL, das Internet in CD-Form … oder Yahoo, das absolut beste Beispiel für eine Firma, die man durch verrückte Investments und falschen Entscheidungen absolut zu Grunde gerockt hat. Hach Internet … wie toll du doch bist, wenn man mal all den nervigen Kram für einen kurzen Moment ausblendet …

Timeline of the most visited websites on the Internet from 1996 to 2019. Worldwide statistics based on websites traffic measured by monthly visits.

Damals™ als man noch an den Rand des Internets stoßen konnte …

Seit keine Ahnung wie vielen Jahren wechseln Line und ich uns bei der sonntäglichen Wochenzusammenfassung ab, was vor allem praktische Gründe hat: ich muss alle zwei Wochen einen Beitrag weniger verfassen. Außerdem gibt das noch mal einen zusätzlichen Blickwinkel und wäre ja auch Quatsch, wenn sie nur einmal pro Woche mit einem Rezept um die Ecke kommt.

Was eher mal als Füller (und auch zur Steigerung der internen Verlinkung) diente, ist mittlerweile auch ein ganz guter Gradmesser um zu merken, wann eine Woche wieder rum ist. Denn ehrlicherweise sind wir regelmäßig davon überrascht, wenn einer von uns wieder dran ist, weil … „ich war doch erst letzte Woche dran“.

Will sagen: Gerade jetzt, in der aktuellen Situation, merken wir besonders, wie schnell die Zeit rast. Das letzte Jahr kann man ja ohnehin in die Tonne treten und ist somit schon fast aus dem Gehirn gelöscht, aber auch dieses Jahr kann einem doch keiner erklären, dass wir schon wieder März haben. Viel mehr noch, beinahe Mitte März und somit quasi Ostern, faktisch Sommer und was machen wir eigentlich an Silvester?

Tatsächlich bewegt sich Zeit aber gar nicht schneller, wir werden einfach nur älter, unsere Gehirne werden voller und so wird es auch schwieriger, sich alles zu merken und zu erfassen. Gerade auch weil die Zeit zwar nicht schneller wird, aber die Welt an sich. Ich jedenfalls muss nicht mehr jeden Scheiß mitmachen und vieles ist mir auch einfach von Anfang an egal, weil … mittlerweile muss ich mir meine Zeit sinnvoll einteilen.

Wofür aber immer mal wieder Zeit ist: Ein bisschen Nostalgie. Das klappt bei Fotos ganz gut, aber auch auf YouTube, wenn es um den einen oder anderen Remix aus irgendeinem Jahr geht oder auch um Werbespots von damals™.

Da kommt das nachfolgende Video ganz recht – nur dass die 90er zumindest in meinem Kopf nicht allzu weit weg sind, schmeckt mir nicht wirklich:

Wie sagt man so schön? Früher war nicht alles schlecht (ich weiß, is Quatsch, aber trotzdem …)

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https://www.wihel.de/90s-flashback/feed/ 2
Ein Flugtaxi von 1949 https://www.wihel.de/ein-flugtaxi-von-1949/ https://www.wihel.de/ein-flugtaxi-von-1949/#comments Thu, 04 Mar 2021 11:50:22 +0000 https://www.wihel.de/?p=111417 Ein Flugtaxi von 1949 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Ja, auch ich hab sehr stark gelacht, als Doro Bär ihren Job antrat und lautstark verkündet hat, dass wir digital größer denken müssen. Weniger Glasfaser, dafür mehr Flugtaxis und anderen Kram, von dem noch niemand weiß, dass er sie mal braucht. Oder sie existieren.

Das klang nach Quatsch, weil wir gerade in Deutschland ja nur selten wirklich groß denken und es nicht gewohnt sind, so tolle Sachen wie Regeln und Gesetze zumindest am Anfang auszublenden und zum Beispiel einfach mal den Datenschutz Datenschutz sein lassen.

Und dann gab es die ersten Startups, die sich mit eben jene Flugtaxis beschäftigen und so langsam den Weg in die Medien fanden. Es schien fast so, als wäre die gute Doro Bär doch nicht so verrückt und weltfremd, wie es am Anfang schien. Flugtaxis könnten tatsächlich ein Ding werden.

Und dann kam halt Corona. Und Lockdowns. Und Homeschooling. Und wir wurden alle sehr schnell wieder daran erinnert, dass wir vielleicht doch nicht an Flugtaxis denken sollten, wenn der Großteil aufgrund einer mehr als beschissenen Infrastruktur, lächerlich schlechten Tarifen und aberwitzig langsamen Leitungen nicht von Zuhause aus arbeiten können. Wenn wir es nicht mal geschissen bekommen, eine Schulklasse von einer Handvoll Kindern per Video-Telefonie zu verbinden (was im Übrigen kein Problem wäre, wenn man den Faktor Bürokratie mal reduzieren würde – ich sitz teils in Zoom-Calls mit mehr als 100 Leuten)

Was ich damit sagen will: Ja, Flugtaxis können schon geil sein, aber es ist halt sehr dumm, daran zu denken und in diese Richtung zu gehen, wenn einfach die Basis nicht stimmt. Schließlich baut man sich ja auch keinen Jacuzzi ins Haus, wenn noch das Fundament fehlt und niemand auch nur ansatzweise an ein Dach gedacht hat.

Außerdem: Flugtaxis sind gar nicht mal so eine innovative Idee, sondern nur aufgewärmtes Essen von vor vielen Jahren. 1949 nämlich hatte man schon mal die Idee und auch erste Prototypen entwickelt – hat sich dann halt bekanntermaßen doch nicht durchgesetzt:

A Flying Car (1949). Filmed in the 40s in Italy, a propellor driven automobile that flies makes its first test flight. Top land speed is 150mph and air speed is over 200mph. So the flying cars were being developed more than a quarter of century before Scaramanga made them famous in “The Man with the Golden Gun”.

Vermutlich aber auch einfach nur, weil man noch nicht die passende Technologie zur Verfügung hatte. So wie Howard Stark das ja auch schon mal kund getan hat und siehe da – irgendwann hat sein Sohn sogar die Zeitreise (er)finden können.

Dass wir große Fans von guten Dokus sind, sollte kein Geheimnis sein und auch nicht, dass wir ebenso große Fans von einer Vielzahl an Dokumentationen des NDR sind. Wie so richtig spießig-alte Leute, die ihre gezahlten GEZ-Gebühren bis zum letzten Cent ausreizen, weil „man zahlt ja schließlich dafür“.

Tatsächlich ist uns die GEZ aber eigentlich scheiß egal, man muss den Mist ja ohnehin zahlen, egal ob man die Programme nun schaut oder nicht. Dennoch: der NDR weiß wie man gute Dokumentationen macht und prinzipiell gilt bei uns Zuhause erstmal, dass man da vorbehaltlos reinschauen kann und nur in seltensten Fällen enttäuscht wird. Man muss aber auch sagen: Es ist nicht schlimm, wenn man sich die Dokus nicht anschaut. Denn so ein bisschen belanglos sind die schon und ob man jetzt weiß, wie Senf hergestellt wird oder was irgendein Bauer den ganzen Tag treibt … ist spannend, aber nicht lebensverändernd.

Was tatsächlich aber jeden Tag ein bisschen mehr schade wird: Angebot und Nachfrage an NDR-Dokumentation ist vollkommen unausgeglichen. Mittlerweile haben wir alle wesentlich sehenswerten Dokumentationen durch und stellen immer öfter fest, dass der NDR hier an dieser Stelle auch viel recycelt, sowohl in den Dokus selbst als auch in anderen Sendungen, in denen immer wieder Teile daraus eingestreut werden. Da muss langsam mal wieder Nachschub kommen, ansonsten wird das irgendwann doch lächerlich und dann leidet sowohl Qualität als auch der Gesamteindruck des Senders allgemein.

Und dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn ich mich als Zuschauer nach Alternativen umschaue. Zum Beispiel die nachfolgende Doku. Die hat, soweit ich weiß, absolut gar nichts mit dem NDR zu tun, fühlt sich deswegen auch ganz anders an, ist aber dennoch sehenswert – allerdings auch ein bisschen belanglos. Wobei ich mittlerweile nicht mal sicher bin, ob das nicht ohnehin für alle Dokumentationen gilt …

Ein S-Bahnhof und die Wende. Gefühlvolle Dokumentation über das Leben an der S-Bahnstation Oranienburg (Endstation der Linie S1), nach der Wiedervereinigung produziert. Hier stranden desillusionierte Menschen ohne Arbeit. Andere gehen ihrer geregelten Arbeit als Blumenverkäufer, ABM-Schwester in der Seelsorge, Bundesgrenzschutzpolizist und S-Bahn-Reinigungskraft nach.

Ein sehr schönes Zeitdokument, oder?

Mittlerweile steuern auf ziemlich genau ein Jahr Corona und Homeoffice zu. Ich weiß leider nicht mehr ganz genau, wann wir offiziell ins Dauer-Homeoffice gewechselt sind, aber das ist ja mittlerweile auch ein Datum, an das man sich nicht wirklich erinnern möchte. Jedenfalls irgendwann um den Dreh 2020 war es soweit.

Und was ist seitdem passiert? Eigentlich nicht viel. Ich hab unnötig viel Geld in meine Ausstattung Zuhause gesteckt, dabei u.a. gelernt, dass ich nicht auf jedem Stuhl arbeiten kann, dafür aber die Schreibtischplatte stark vergrößert. Das Licht ist optimiert, die teure Systemkamera wird als Webcam missbraucht und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, ich würd unfassbar reich damit werden, mich selbst beim Spielen zu Filmen.

Zusätzlich haben wir den Keller aufgeräumt, das eine oder andere Sportgerät wurde angeschafft und die eine oder andere Ecke darf sich auch aufgeräumt schimpfen (und ebenso wieder „zugemüllt“). Überhaupt haben wir enorm viel Zeit in Aufräumarbeiten gesteckt und uns dabei von allerlei alten Kram getrennt, den wir ohnehin schon loswerden wollten, bei dem man ja aber immer sagt, dass man das nochmal sortieren muss, weil man Schiss hat, sich dann doch endgültig zu trennen.

Alle BRAVO-Erstausgaben von 1956 – 1994 verfügbar | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Und dann hat man plötzlich jede Menge Bücher und DVDs aussortiert, plötzlich mehr Platz … und stellt den u.a. mit LEGO-Zeug voll. Weil man ja Beschäftigung braucht. Und eine Belohnung, denn Aus- und Aufräumen bringt halt auch nur bedingt Spaß.

Erstaunlich dabei: Obwohl wir auch richtig alten Kram entsorgt haben, waren da gar nicht so viele Schätze dabei, wie ich vermutet hätte. Verstärkt natürlich die Zweifel daran, warum man den Mist überhaupt aufgehoben hat, aber ich hätte wetten können, dass da noch ein paar Erstausgaben von irgendwas hätten dabei sein müssen.

So bleibt eben nur der Blick ins digitale Bravo-Archiv – denn die haben nun die Erstausgaben von 1956 bis 1994 digital zur Verfügung gestellt. Das ist auf der einen Seite sehr spannend, weil ich unter anderem gar nicht wusste, dass es die Zeitschrift schon dermaßen lange gibt – aber auch irgendwie gruselig, wenn man sich die Entwicklung der Aufmachung über die Jahre anschaut.

So oder so, ein netter Nostalgie-Ausflug ist es allemal. Wer ein bisschen stöbern will, geht einfach hier lang.

In knapp einer Woche dürfen auch bei uns in Hamburg die Friseure wieder öffnen und ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, wie ich das finde. Auf der einen Seite ist das natürlich gut, weil man halt nach den letzten Wochen durchaus mal einen Haarschnitt vertragen kann und manch einer ja tatsächlich mehr als andere darunter leidet. Ich schäme mich ein bisschen dafür, aber Markus Söder hat halt schon Recht, wenn er sagt, dass das auch was mit Würde zu tun hat, vor allem aber auch mit Hygiene.

Auf der anderen Seite: So ein Friseur kommt halt schon recht viel mit anderen Menschen in Kontakt und jedem auch zumindest zeitweise sehr nahe – denkt man da gerade an die Mutanten, würde es nicht wundern, wenn die Zahlen deswegen zumindest wieder leicht steigen.

Da sollte man durchaus auch in Betracht ziehen, dass man vielleicht doch noch ein wenig wartet und sich das ganze Geschehen aus der Ferne ansieht. Dürfte ja ohnehin kein Problem sein, weil alle anderen sich schon um einen Termin gekümmert haben und es ohnehin erstmal dauert, bis man an die Reihe kommen könnte.

Und vielleicht zieht man in Betracht, dass man doch selbst Zuhause die Schere ansetzt oder Vertrauten … vertraut. Hab ich zum Beispiel gemacht, weil es einfach alles nicht mehr ansehnlich und aushaltbar war.

Also hat Line die Maschine angesetzt, gut was runtergeholt … und bewiesen, dass sie noch immer nicht gerade schneiden kann. Aber das ist okay, wir sind ja ohnehin die meiste Zeit Zuhause und mit etwas Glück verwächst sich das auch wieder, damit der Friseur dann irgendwann später alles richten kann.

Heißt aber auch, dass ich auf die Option zum Elefantenrüssel weiter warten muss. Der war in den 50ern stark angesagt. Bisschen unpraktisch, aber irgendwo auch ein Hingucker … und zum Glück mittlerweile ausgestorben:

Check out some really quirky fifties hair styles such as ‘The Elephant’s Trunk’ in this footage from a barber shop in Tottenham Court Road, London.

Ist natürlich Quatsch, ich hab nicht ansatzweise genug Haupthaar um auch nur an den Rüssel denken zu dürfen. Und das ist in diesem Falle auch sehr gut.

Wann immer ich sage, dass wir uns eigentlich bereits seit Anfang letzten Jahres Zuhause eingeschlossen, muss ich ein bisschen zusammenzucken, denn so ganz stimmt das ja nicht. Unter anderem haben wir geheiratet, waren eine Woche auf Föhr und im Spätsommer bzw. Herbst noch mal bei meinen Eltern und in der sächsischen Schweiz.

Dennoch, wir waren so wenig unterwegs wie nie zu vor und haben im Grunde auch alle Reisen so abgepasst und durchgeführt, wie es die Umstände zugelassen und sinnvoll gemacht haben. Eben keinen Kontakt zu anderen, nichts angefasst, was nicht angefasst werden muss und wann immer möglich und nötig unsere Masken auf.

Was nicht heißen soll, dass diese Reisen wirklich nötig gewesen sind, aber im Sommer sahen die Zahlen noch anders aus und auch die Reise nach Sachsen fand zu einer Zeit statt, als die Zahlen gerade da beinahe schon Vorbildcharakter hatten. Konnte ja aber auch keiner ahnen, dass nach uns die Sintflut losbricht – wobei ein Blick in die sächsische Landespolitik da auch nicht wirklich Überraschungen bereit hält. Man denke da nur mal an den glorreichen Spruch von Ministerpräsident Kretschmer, der sagte, dass er sich der Dramatik der Lage erst bewusst wurde, als er am 11. Dezember ein paar Kliniken besucht hat und sich gern frühere Warnung gewünscht hätte. Deutlicher kann man nicht zur Schau stellen, dass man eigentlich keine Ahnung hat, was los ist und wie man damit umgehen könnte.

Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um Dresden. Da war ich schon mal als Kind, hab aber natürlich alles vergessen – insofern war die Reise letztes Jahr auch noch mal ein erstes Mal für mich. Und ich war tatsächlich doch sehr erstaunt, wie klein Dresden zu sein scheint, zumindest was die Sehenswürdigkeiten angeht. Natürlich war der Großteil für uns geschlossen, aber allein das wir quasi alles innerhalb von zwei Stunden zu Fuß mit Hund ablaufen konnten … das war überraschend.

Ich geb aber auch zu, Dresden sieht gar nicht so scheiße aus, wie ich das immer behauptet hab. Ist es auch nicht wirklich eine Schönheit, braucht sich aber nicht direkt hinter der nächsten Ecke zu verstecken. Zeigt auch das nachfolgende Video von 1936, das aber nicht nur wegen Dresden und den Blick in die Historie besonders ist, sondern weil Youtuber DGSpitzer das Video durch einige KI-Tools wie DAIN, DeOldify, DeepRemaster und Video Enhance AI gejagt und so ordentlich aufpoliert hat.

Als Ergebnis gibt es dann Farbe und 4K mit 60 fps – nur den Wahrheitsgehalt der Farben sollte man nicht zu sehr auf die Goldwaage legen:

Hey, this is DGSpitzer! Recently I colorized and upscaling a 1936 short documentary about the city Dresden in Germany!
The whole 12-minute clip shows many places of Dresden and quite a few look different these days.
I also added SFXs and compose the background music. It took me 2-month to finish this documentary, hope you like it

So oder so, unglaublich, was Technik heute zu leisten vermag.

Dennoch war ich immer ein bisschen stolz drauf, aus Leipzig zu kommen – im Vergleich zu Dresden die deutlich sympathischere Stadt und gerade in den letzten Jahren hat Leipzig ja noch mal einen richtigen Boom erlebt und an Attraktivität gewonnen.

Definitiv eine ganz angenehme Stadt mit allerlei Vorzügen, aber natürlich auch Nachteilen – doch welche Stadt kann sich davon schon frei sprechen? Ich bin jedenfalls immer gern wieder „nach Hause“ gekommen – nicht nur um zu schauen, was sich alles verändert hat.

Das sollte sich aber schlagartig ändern, als diese unsägliche Corona-Demo mit mehr als 20.000 Teilnehmern stattfand. Einer meiner größten Kritikpunkte seit Jahren war schon immer, dass die Leute so eine grundsätzliche Jammer-Einstellung haben – historisch betrachtet in gewisser Weise auch nachvollziehbar, aber wir alle wissen, dass allein vom Jammern nichts besser wird. Und das kam auch an diesem Tag sehr deutlich zum Vorschein, nur dass sich eben noch offen zur Schau gestellte Dummheit dazugesellte.

Und auch wenn man sich die aktuellen Infektionszahlen in Sachsen anschaut, kann man die Hände nur über den Kopf zusammenschlagen, wobei Leipzig selbst da noch einigermaßen gut da steht. Zumindest im Vergleich.

Dennoch freu ich mich immer, wenn mal wieder ein Video aus meiner Heimatstadt auftaucht, selbst wenn es aus einer Zeit stammt, die schon lange hinter uns liegt. Wie das nachfolgende, dass den Leipziger Hauptbahnhof zu DDR-Zeiten beleuchtet:

Neu gelernt übrigens: Eigentlich ist der Leipziger Hauptbahnhof gar nicht mehr der größte Kopfbahnhof Europas, denn durch den Bau des Citiytunnels müsste man eigentlich von einem Durchgangsbahnhof sprechen. Naja …

So, den ersten offiziellen Arbeitstag im neuen Jahr haben wir hinter uns, den zweiten auch so fast – Zeit für ein erstes Fazit. Oder auch nicht, denn dafür ist es eigentlich noch zu früh, aber zumindest lässt sich schon mal absehen, dass mit dem Tag des Jahreswechsels sich … nicht wirklich viel geändert hat.

Okay, das ist auch in den letzten Jahren nicht der Fall gewesen, aber zumindest mir ging es so, dass ich es eigentlich nicht erwarten konnte, dass 2020 endlich vorbei ist. Die Gründe sind naheliegend und auch mir war klar, dass der Jahreswechsel erstmal nichts anders macht – aber rein für den Kopf schadet es nicht, wenn man hinter dieses verrückte Jahr endlich einen Haken machen kann.

Auf der anderen Seite: 2020 war auch nicht nur zu 100% schlecht. Das Arbeiten im Homeoffice bringt jede Menge Vorteile mit sich (nicht nur, ist auch klar), finanziell geht es uns gut und wenn ich mir meinen gewachsenen Bauch anschaue, scheint auch sonst alles in Ordnung. Außer vielleicht, dass der wirklich recht ordentlich gewachsen ist.

Über allem steht aber: Wir haben letztes Jahr geheiratet und hatten den vermutlich einzig perfekten Tag im Jahr dafür erwischt – man muss ja auch mal Glück haben, selbst im Jahr 2020.

Aber nicht nur persönlich sind viele gute Dinge passiert, sondern auch weltweit – man muss sich die einfach nur mal ein bisschen bewusster vor Augen führen:

Die Pandemie, die Buschbrände in Australien sowie gesellschaftliche Spannungen weltweit haben 2020 unseren Alltag bestimmt. In diesem Video schauen wir uns deshalb zur Abwechslung einmal an, welche guten Dinge dieses Jahr passiert sind.

Und auch wenn sich in den ersten Tagen im neuen Jahr zumindest gefühlt noch nicht viel geändert hat – es gibt doch ein paar, die wir früher oder später bemerken werden. Auch hier schadet es nicht, wenn man noch mal etwas direkter drauf schaut:

2020 war für viele ein Jahr zum Vergessen – schauen wir lieber auf 2021 und darauf, was ich ändern wird. Unter anderem gibt es für einige Menschen mehr Geld, weniger Plastik und einen neuen großen Streaminganbieter in Deutschland.

So oder so, eine Prognose will ich hier nicht so wirklich abgeben – schauen wir einfach mal, was 2021 für uns bereit hält. Ist ja auch nicht so, dass man nicht seines eigenen Glückes Schmied is, nech?

Interessant, aber auch definitiv gruselig: So langsam kommen die Einschläge näher. Damit mein ich nicht, dass ich auch ein Alter erreiche, bei dem das Ende des Lebens in greifbarer Nähe ist – bis dahin wird hoffentlich noch eine ganze Weile ins Land ziehen. Viel mehr mein ich die Idioten, die nicht verstanden haben, dass es so einem Coronavirus scheiß egal ist, ob man weiterhin Bock hat, Zuhause zu bleiben oder „findet, dass das jetzt auch alles langsam mal reicht“.

Will heißen, dass selbst Leute langsam widerspenstig werden, von denen wir das so nicht erwartet haben – das war besonders überraschend, als wir im engeren Kreis zusammensaßen und jemand sagte, dass eine regelmäßige Fahrt nach Hause (der- oder diejenige arbeitet unter der Woche außerhalb) ja unproblematisch sei, denn „man bekommt das ja einfach nicht“. Das ist halt nicht nur intellektuell schwierig, sondern auch weil man sich Familie ja nicht aussuchen kann.

Man muss aber auch sagen, dass da auch die Politik eine gewisse Teilschuld hat. So ist zumindest die aktuelle Idee, den Lockdown bis 20. Dezember zu verlängern, aber für Weihnachten Ausnahmen zuzulassen, schlichtweg dumm. Natürlich wäre ein Weihnachtsfest allein Zuhause alles andere als geil – aber auch hier ist das dem Virus ziemlich egal, das tut einfach, was es tut.

Und da spielt dann auch keine Rolle, ob man mittlerweile die Schnauze voll hat vom Zuhause Bleiben und die üblichen Reisen vermisst – mehr als YouTube und Vimeo ist halt einfach nicht drin, außer man ist ein Arschloch.

Mir ist natürlich klar, dass das nur ein kleiner Trost und billiger Ersatz ist – aber immerhin kann man dann auch ein bisschen in der Zeit zurückreisen. Und so zum Beispiel einmal schauen, wie es in London 1924 aussah – Spoiler: ziemlich genau so, wie man sich das vorstellt.

Take a trip on a horse-drawn towing barge from Limehouse into old Central London!
The trip goes over the Regents Canal from Limehouse, via the Wharves of East London, Mile End Road, Various locks, White Chapel, Heartford Union Canal, Old Ford, Acton’s Lock, Hackney, through Islington Tunnel, passes under the New River, over the GNR at Kingscross, under the Midland at St.Pancras, Kentish Town, Alpine Chalet, through Regents Park and London Zoo and ends at Paddington Basin just off Edgeware Road.

Und jetzt bleibt einfach mit dem Arsch weiterhin Zuhause. So schwer ist das nämlich in Wahrheit nicht.

Vor ein paar Monaten – unglaublich wie die Zeit rast – hatte ich schon mal ein Video mit der Schwebebahn in Wuppertal, aufzeigend, wie sie durch Wuppertal fährt, einfach aus der Ego-Perspektive. Hatte ein bisschen was von den schönsten Bahnstrecken Deutschlands und war auch mindestens genauso spektakulär – plus eben diesem historischen Touch, den man ganz natürlich bekommt und der ja immer spannend ist, wenn man sich dafür interessiert. Besonders wenn man aus Wuppertal kommt und die einzelnen Ecken alle kennt.

Geht mir zumindest so, wenn ich weiß, dass irgendeinen Sendung oder irgendein Film irgendwo spielt, wo ich selbst schon war – man versucht ja doch immer herauszubekommen, wo das dann war, wann das war und wo man selbst dabei war. Vielleicht auch einer der wichtigsten Gründe, warum ich so gerne SOKO Leipzig gucke – näher kann ich meiner Heimatstadt aus Hamburg kaum sein (und ich weiß, da war vor kurzem erst eine Veranstaltung in Leipzig, bei der ein Haufen Idioten zusammen gekommen sind und die Polizei ein abartig schlechtes Bild abgegeben hat – Idioten gibt es halt überall)

Zurück zum Thema: pwduze (keine Ahnung, wie man das aussprechen soll) hat das Video auch gefunden und zusätzlich noch eines aus 2015 und hat beide einfach mal nebeneinander gestellt. Dazu natürlich noch ein bisschen Nachbearbeitung und schon erhält man einen wunderbaren Vergleich zwischen damals und heute – in Bewegtbild und beinahe so, als ob das alles Absicht wäre:

When I found these two videos:
https://youtu.be/EQs5VxNPhzk filmed in 1902
https://youtu.be/DgfRq4kEFro recorded in 2015
I realized it might be possible to line them up side by side to get an impression of what have changed after 113 years.

The left video is left intact and I tried to line up the corresponding scenes in the right one by cutting and manipulating framerates. The duplicated frames in the right video are also present in the original and makes it a bit jerky.

I made this just for fun and did not aim for a 100% match but it is still possible to see how buildings etc. have changed over time.

Hat was. Keine Ahnung was, aber es hat was.

Am Wochenende machte dann auch in größerer Runde die Neuigkeit die … Runde (schlechtester Satzbau 2020 – endlich gefunden), dass Netflix „Direct“ testet. Dahinter verbirgt sich eine Art linearer Sender, der genau das macht, was wir alle schon aus dem Fernsehen kennen: Man schaltet ein und schaut einfach das, was einem serviert wird. Keine Auswahl, keine Individualisierung – einfach klassisches Fernsehen, direkt im Streaming-Dienst, nur eben mit Filmen und Serien von Netflix und nicht der hiesigen Sender.

Das klingt erstmal ziemlich bescheuert oder? Schließlich war doch das Erfolgsgeheimnis von Netflix, dass jeder User genau das schauen kann, was er will, wann er will und irgendwie auch wo er will – sofern denn Internet vorhanden ist (ich lasse hier ganz bewusst mal weg, dass das Angebot von Netflix und auch anderen anfänglich deutlich besser war). Maximale Freiheit, dazu keine Werbung – zumindest auf dem Reißbrett das absolute Traumszenario.

Ich vermute, dass Netflix mit Direct aber auch einfach darauf reagiert, was man häufiger im Netz lesen kann: Von 3 Stunden Nutzungszeit hat man 2 Stunden damit verbracht, sich was rauszusuchen, die letzte Stunde schaut man dann einfach das, was man schon drölf mal gesehen hat. Und genau dafür ist Direct eigentlich nicht schlecht – Menschen, die sich nicht entscheiden können, müssen sich nicht mehr entscheiden. Und können im Zweifel auch endlich wieder über jemanden schimpfen, wenn nur scheiße kommt.

Scheiße lief auch in den 70ern und doch war es weniger beschissen. Glaube ich zumindest, wobei wir ja auch wissen, dass das Gehirn uns gern mal einen Streich spielt, wenn es um die Vergangenheit geht. Auf jeden Fall kommt wieder sehr viel Nostalgie auf, wenn man sich Cartoon-Intros und Werbespots von damals anschaut:

Hey kids! It’s time to grab a bowl of Quisp and watch some cartoons!
Saturday Morning Cartoons (1970s) | Classic Cartoon Intros and Commercials

Ist dann doch einiges dabei, dass wir hierzulande gar nicht kennenglernt haben – würde mir da auch gern mal eine deutsche Version wünschen. Damit das alles noch viel nostalgischer wird und wir noch mehr behaupten können, wie toll doch früher alles war.

Ich hatte ja diese Woche bereits ein Animationsvideo, dass recht simpel aufgezeigt hat, welche Waffen wir Menschen in unserer Geschichte so gebaut haben, weil wir einfach geil darauf sind, uns gegenseitig auszulöschen.

Daran anschließend kommt nun das nachfolgende Video, dass (nahezu) jede nukleare Detonation seit 1945 auf der Welt zeigt und allein, dass es seit dem 2.153 davon gab, spricht eigentlich für sich und die Dummheit der Menschheit. Aber das tut mittlerweile auch ein Besuch im hiesigen Supermarkt und im Grunde ist das ja auch alles gar nicht neu oder überraschend. Und irgendwo kann man dann auch verstehen, dass Wendler, Naidoo und Co. einfach den Verstand verlieren und bekloppt werden …

Visualization of nuclear detonations from 1945 to present.

Aus Gründen ist diese Woche mal ein bisschen weniger los …

Dass ich das letzte Mal Straßenbahn gefahren bin, dürfte auch schon wieder gut und gerne 2 bis 3 Jahre her sein. In Hamburg gibt es ja ohnehin keine Straßenbahn, auch wenn man alle paar Jahre wieder das Thema auf den Tisch bringt. Meine bescheidene Meinung dazu: Großer Quatsch, denn die Straßen sind ohnehin schon zu eng und dass der öffentliche Nahverkehr gerade weiter draußen so bescheiden ist, hat ganz andere Gründe. Aber mit irgendwas muss man ja Wahlkampf machen und alte Besen kehren bekanntlich gut. Oder eben auch nicht.

In Leipzig ist die Straßenbahn allerdings fester Bestandteil und gehörte daher irgendwas um die 20 Jahre zu meinem Leben dazu. Funktioniert dort halt unglaublich gut, wobei das für das gesamte Nahverkehrsnetz gilt – die Stadt ist aber auch deutlich kleiner und daher vermutlich einfach leichter beherrschbar. Dennoch: so ein funktionierendes Netz, das hat schon sehr viel für sich und ich würde glatt behaupten, dass wir in Leipzig lebend vermutlich kein Auto hätten, weil einfach unnötig (was bis zu einem gewissen Grad auch für Hamburg gilt – aber mit ist einfach schöner).

Beim Thema Straßenbahn darf man aber auch Berlin nicht vergessen – was halt schnell passiert, wenn man nicht in Berlin wohnt und eigentlich nur die U- bzw. S-Bahn kennt. Dabei hat Berlin das drittgrößte Straßenbahnnetz der Welt und muss sich lediglich Melbourne und Sankt Petersburg geschlagen geben.

Und so fuhr man auch schon 1990 durch die Stadt, was Stefan Münster damals einfach mitgefilmt und so womöglich das inoffizielle erste Video von „Deutschlands schönsten (Eisen)Bahnstrecken“ gemacht haben dürfte.

Shot in 1990 by Stefan Münster on Video 8
Edit by Philllip Sollmann 2014
Track taken from DECAY
DIAL rec 2014

Wobei Ostberlin jetzt nicht gerade mit seiner Schönheit glänzen kann – liegt vielleicht aber auch einfach nur an der mangelhaften Qualität der Bilder. Und / Oder dem furchtbaren Sound, der da unter das Video gelegt wurde …

Und wir bleiben einfach nostalgisch, auch wenn wir im Vergleich zum vorherigen Beitrag noch mal 20 Jahre zurück gehen. Und uns nicht in der musikalischen Welt bewegen. Und obendrein mal fix nach Tokyo fliegen.

Davon mal abgesehen, dass das Video dank der heutigen Technik deutlich besser aussieht als es vermutlich vor 10 Jahren der Fall gewesen wäre, war ich doch erheblich überrascht davon, wie Tokyo 1970 tatsächlich ausgesehen hat. Keine Ahnung, was ich mir überhaupt vorgestellt hab, aber wenn man nicht wüsste, dass es wirklich Tokyo ist – man wäre vermutlich nicht drauf gekommen. Viel mehr wirkt das auf mich durchaus recht amerikanisch – vielleicht ist das aber auch nur mal wieder der Beweis, dass ich gar keine Ahnung von der Welt hab und genauso ein klischeeversessenes Schwein bin wie … du. Denn das sind wir ja irgendwie alle.

Wie auch immer: viel mit bzw. von der alten asiatischen Tradition sehen wir hier nicht, wobei das ja auch wieder daran liegen kann, dass das eher so eine Touristennummer ist. Stattdessen sehr viele Autos und vor allem riesige Reklame-Tafeln.

Ein bisschen schade ist, dass es so gar keine Infos zu dem Video gibt, ich empfehle aber definitiv schon mal einen Blick auf die weiteren Videos des Kanals – da sind noch ein paar weitere Perlen versteckt, unter anderem von Tokyo bei Nacht irgendwann in den 60ern.

High quality footage (1080p50FPS) of Tokyo circa 1973. (mainly Ginza and Ueno) Please watch in 1080p50. I’m Japanese and uploading videos about Japan, but there’s NO intention of promoting / glorifying my country.

Mir ist auch klar, dass das ein Trugschluss ist, aber gerade in diesem Jahr find ich es irgendwie beruhigend, wie sorglos die Videos von damals doch wirken. Zumindest an Corona hat da noch keiner gedacht, ja vermutlich noch nicht mal an so Lächerlichkeiten wie die Vogelgrippe oder Schweinepest.

Irgendwie ist es ja auch schon an und für sich allein genommen absurd, dass die Anschläge auf das damalige World Trade Center im September 19 Jahre her sind – beinahe eine Generation, wenn man so will (wobei Forscher wohl davon ausgehen, dass eine Generation mehr als 25 Jahre hat, was aber für diesen Beitrag recht egal ist). Mindestens genauso absurd ist, dass ich noch relativ genau weiß, was ich damals getan hab, wie den ganzen Tag der Fernseher lief und wie meine Mutter abends nach Hause kam und davon noch gar nicht mitbekommen hat, weil es noch keine Smartphones gab.

Allem Pathos zum Trotz, die Welt war danach eine gänzlich andere, man denke da nur mal an George W. Bush, den neuerlichen deutlich sichtbareren Fremdenhass und nicht zuletzt auch an Trump, den man sicherlich mit Leichtigkeit auch damit in Verbindung bringen kann – bezeichnend an dieser Stelle ist noch immer die Tonaufnahme von ihm und eine seiner ersten Reaktionen, die sinngemäß so war, dass er sich freute, dass sein Gebäude nun das höchste in Manhattan sei.

Und wenn wir schon bei Pathos und sonstigen Floskeln sind: Das Leben ging auch damals irgendwie weiter. Anders, aber eben weiter. Duncan Skiles war damals Student an der NYU und hat die ersten beiden Tagen nach den Anschlägen ein wenig mit der Kamera eingefangen und aus diversen Gründen will ich das gar nicht weiter beschreiben – das muss jeder auf sich selbst wirken lassen:

This video includes footage from two days, 9/12 and 9/13.

After evacuating my dorm on Broome Street, I stayed with friends at another NYU building for two nights. On Thursday 9/13, I was allowed go back to my dorm, which was south of Houston St. and the police blockade.

Schade, dass der Mensch an sich nur sehr schwer aus Fehlern lernt …

Irgendwo schon mal kurz angerissen: Line hatte eigentlich den Plan, in zwei Wochen über das Wochenende zusammen mit einer Freundin in die Niederlande zu fahren – was gleich mehrfach gut ist: Sie hat Quality-Time, ich bekomm endlich wieder vernünftige Erdnusssauce, die ich auf alles raufschmieren kann, dazu jede Menge Süßigkeiten und kann das gemeinsame Wochenende mit Mia nachholen, dass ja dank Server-Ausfall beim letzten Mal so gar nicht klappte.

So der Plan, so wohl nicht umsetzbar, weil die Leute einfach bescheuert sind und auch nach diversen Monaten und gestiegenen Infektions- sowie Todeszahlen noch immer nicht begriffen haben, dass wir in einer Pandemie leben. Ich will da auch gar nicht in die Tiefe gehen, weil es halt einfach nichts bringt, aber gefühlt ist es so, als ob man sein eigenes Haus brennen sieht und trotzdem behauptet, dass alles wie immer ist. Und das hat für mich nichts mehr mit irgendwelchen psychologischen Erklärungen zu tun, die manch einer gar verstehen mag – das ist einfach nur dumm.

Zurück zu den Niederlanden: Damit wird es aus (un)genannten Gründen also nix – was halt aus mehreren Gründen schon wieder scheiße ist, man drehe dazu die oben genannten Punkte einfach um (und ja, der Punkt mit der Erdnusssauce ist tatsächlich der schlimmste).

Was daher wieder nur bleibt: Die virtuelle Reise dank Videos und Internet. Immerhin kann man dann auch gleich ein bisschen in der Zeit zurückreisen (was man ja ohnehin macht, schließlich zeigen die Videos ja immer nur die Vergangenheit) und so die Niederlande auch mal im Jahr 1924 besuchen. Dank künstlicher Intelligenz und fähigen Entwicklern geht das sogar in Farbe und erstaunlich ansehnlich:

Upscaled with neural networks footage of The Netherlands in 1924 . Set to a natural rate and added in sound for ambiance.
A.o. Den Bosch station, section to Ede, railway bridge over the Rhine at Rhenen, Amersfoort platform, viaduct of the Zeeburgerdijk, railway yard of the Rietlanden in Amsterdam, Locomotive depot,
(Source:www.beeldengeluid.nl).

✔ FPS boosted to 60 frames per second;
✔ Image resolution boosted up to 4k – with digital artifacts;
✔ Improved video sharpness;
✔ Colorized
✔ added sound only for the ambiance restoration
Please, be aware that colorization colors are not real and fake, colorization was made only for the ambiance and do not represent real historical data.

Ersetzt leider selber hinfahren nur bedingt …

Wieder einer dieser Montage, auf die man gern verzichten kann, weil das Wochenende mal wieder viel zu kurz war. Was mich direkt an einen schlechten Witz von TikTok erinnert – ja, ich nutz die App viel häufiger als ich eigentlich geplant hatte, dafür aber immerhin nur passiv – den ich gar nicht mehr richtig rekapituliert bekomme, aber im Prinzip ging es darum, dass man Dinge, die man vorwärts macht, genauso lange dauern, wie wenn man sie rückwärts macht. Wenn man sich aber die Woche von Montag bis Freitag anschaut, liegen 5 Tage dazwischen, rückwärts sind es aber nur zwei Tage und naja … war in der App deutlich besser als meine Wiedergabe.

Aber ich will hier auch gar keine schlechten Witze erzählen, sondern dafür sorgen, dass ihr euch alle alt fühlt. Ein Grund dafür ist natürlich, dass ich mich nicht allein alt fühlen will und das schon neulich machen musste, in dem ich mir Lebensläufe von Praktikanten angesehen und fast geheult hab, als ich deren Geburtsjahr sah …

Gleiches passiert vermutlich beim Schauen des nachfolgenden Videos, wobei da schon der Titel reicht, denn 2004 klingt dann doch noch nicht so lange her, war aber tatsächlich vor 16 Jahren – also ein Teenager-Leben, was dann doch furchtbar lang her ist.

Manch einer behauptet unter anderem, dass 2004 sogar ein recht gutes Jahr war, wenn man sich vor allem auf Filme und Videospiele konzentriert … würd ich nicht zu 100% unterschreiben, aber es war jetzt auch nicht unbedingt super schlecht oder zwingend vermeidbar. Anders sieht es da allerdings musikalisch aus, was gerade durch das Video noch mal deutlich wird – man könnte beinahe behaupten, dass es seit 2004 nur noch bergab ging, aber Kenner wissen, dass der Niedergang schon deutlich vorher eingetreten ist. Vielleicht war 2004 sogar das letzte Jahr, in dem noch alles erträglich war … wird auf jeden Fall seine Gründe haben, warum Spotify und Co recht schnell der Durchbruch gelang.

A pop culture nostalgia trip to the year 2004.

While I will say that 2004 was by far one of the best years for movies, and was also a great year for television and video games, it was a terrible year for music. In fact, I will go on to say that 2004 was the absolute worst year for music! Emo was on the rise, while Rap dominated the charts. Not that I have a huge problem with Rap, but good lord, 2000s Rap is just awful, and Emo has never been good, Never.

Und nutzen wir auch gleich die Gelegenheit, um auf die anderen „Remember [Jahr XYZ]“ hinzuweisen, als da wären: 1986, 1990, 1994, 1997, 1999, 2002 und 2006 (es waren mal mehr, aber nach und nach verschwinden die Rückblicke ja leider immer wieder …

Ich hasse Werbung. Und ich liebe Werbung. Allerdings greift die Liebe nur sehr selten, denn sie gilt gut gemachter Werbung und davon sieht man leider immer weniger – Stumpf ist Trumpf stimmt wohl leider zu sehr als dass sich die Industrie noch die Mühe macht und wirklich mal was präsentiert, was gut ist. Kann aber auch sein, dass ich es einfach nicht mehr sehe, weil wir ja alle nur noch irgendwelche Streaminganbieter benutzen und lineares Fernsehen zusammen mit Radio immer mehr auf der Strecke bleibt. Und das Netz selbst ist ja auch nur voll von den üblichen Nervbannern …

Womit wir auch direkt beim Hass wären, denn Werbung nervt einfach. Das gilt sowohl für die Endkonsumentensicht als auch für die Sicht, wenn man in dem Bereich arbeitet. Man mag mir mangelnde Loyalität zur Industrie vorwerfen (bitte nicht Verwechslung mit der Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber – der ist in weiten Teilen sehr super), aber wie viel Quatsch da jeden Tag geredet und fabriziert wird, geht auf keine Kuhhaut. Auch nicht auf die, von der lila Milka-Kuh. Aber die Leute nehmen halt den größten Blödsinn gern für bare Münze und dann ist das einfach so.

Bestes Beispiel: Alters- und Geschlechter-Targeting. In der breiten Masse mag das einigermaßen zutreffen, wenn ein Anbieter sagt, dass die Leute irgendwas zwischen 18 und 25 Jahre alt sind. Aber schaut man mal genauer hin, ist das mehr als unhaltbar, schließlich werden nicht Menschen gertargetet, sondern Geräte. Und ob da wirklich derjenige dahinter sitzt, den man dahinter sitzen haben möchte … das bezweifle ich stark. Aber es gibt eben Anbieter, die sagen, dass das so ist und alle Welt glaubt das dann. Nicht auf Basis von irgendwelchen Nachweisen, sondern weil „muss so sein“.

Womöglich war es 1997 nicht so stark ausgeprägt wie es heute der Fall ist – bis zu einem gewissen Grad war es aber auch damals so. Zumindest behaupte ich, dass der Bullshitfaktor in Relation identisch gewesen sein muss – total gesehen war vielleicht aber doch noch nicht alles so wahnsinnig, wie es heute der Fall ist. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mir gern mal alte Werbespots anschaue. Zumindest waren sie anders und im Rückblick unterhaltsamer als der Bums, den wir mittlerweile ertragen müssen:

I was in the military and there’s one thing for certain – I missed out on a lot of 90s pop culture!

Wobei wir damals vermutlich genauso gedacht haben, wie wir heute denken und es ist nur dieses typische „Früher war alles besser“-Gefühl.

Was mich ja immer wieder beeindruckt: Wie Menschen zu Experten werden. Dabei meine ich nicht die Experten, die sich einfach nur Experten nennen und dann in irgendwelchen Talkshows und deren einziges Expertentum darin besteht, Experte zu sein (was unfassbar absurd ist, denn wie soll man Expertise aus einem Bereich vorweisen, wenn man gar keine hat?).

Nein, ich mein die Leute, die einfach jeden einzelnen Handgriff aus dem Effeff beherrschen und man das nur wissen kann, wenn man eine entsprechende Ausbildung und ausreichend Erfahrung mit sich bringt. Am besten sieht man sowas immer in Handwerker-Videos oder IKEA-Bauanleitungen. Im Grunde weiß jeder, wie das fertige Produkt grob hergestellt wird, aber es sind eben die Zwischenschritte und am Ende unsichtbaren Handgriffe, die dafür sorgen, dass das Teil am Ende so dasteht, wie es dastehen soll. Der Teufel sitzt halt immer im Detail.

Aber die Zeiten ändern sich und teilweise reicht es auch schon, sich ein paar Videos auf YouTube anzuschauen und Anleitungen im Netz zu lesen. So hab ich zum Beispiel schon mehrfach iPhone-Akkus getauscht oder auch gelernt, wie man eine Auto-Batterie wechselt (das Muster, dass es sich hier immer um Batterien handelt ist tatsächlich Zufall). Und auch – bisher mein größer Stolz, wenn auch mit deutlichen Anfängerfehlern versehen – die Kiste hab ich nicht einfach aus dem Kopf gebaut, sondern erst nach dem Studium diverser Anleitungen.

Und mit dem nachfolgenden Video werden wir jetzt auch einfach Experten im Gästeservice – zumindest wenn es darum geht, Scheiben von einem Braten zu schneiden:

This is me in a Old Country Buffet Training Video
This will teach All of you the Proper way to slice meat at dime thicknesses !
Bahahahahahaha

Man weiß ja nie, wann man das mal gebrauchen kann. Gerade in diesen unsicheren Zeiten.

Es wird kurz nostalgisch und vermutlich erkennt auch nicht wirklich jemand irgendwas auf den Bildern, aber das ist ein nicht unwesentlicher Teil meiner Jugend: Winamp. Wobei besser gesagt handelt es sich um Skins für Winamp und da keiner mehr Winamp kennt oder sich vorstellen kann, wofür man das kleine Stück Software braucht, ein kleiner Exkurs:

Es gab mal eine Zeit, da war an Streaminganbieter nicht zu denken. Das Internet war zu schlecht, die Plattenfirmen zu mächtig und überhaupt konnte man gar nicht die ganze Zeit online sein, weil Muttern ja auch mal telefonieren wollte. Jep, im Internet surfen und gleichzeitig telefonieren war damals nicht möglich.

Das Winamp Skin-Museum | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Aber wir wollten trotzdem Musik hören also kam es nicht selten vor, dass wir unsere Computer schnappten und uns trafen. Das klingt deutlich leichter als es damals war, denn sowohl Computer als auch Bildschirm waren riesig und sackschwer. Aber nur so konnten wir Musik tauschen, was die Industrie natürlich nicht gern sah – aber wo kein Kläger, da kein Richter.

Und dann schaufelten wir uns die Platten mit mp3s mal mehr mal weniger guter Qualität voll. Doch brauchte es noch etwas zum Abspielen und da kam man früher oder später nicht an Winamp vorbei. Ein kleines Stück Software, mit dem man vornehmlich Musik abspielen konnte, in dem man den Klang so anpassen konnte, wie man es wollte und das sich selbst auch bis zur Unkenntlichkeit anpassen ließ.

Winamp war einfach der Shit.

Und Jordan Eldredge hat sich die Mühe gemacht und irgendwas um die 65.000 Skins zusammengesammelt (oder sammeln lassen – schwer vorstellbar, dass das ein Mensch alleine schaffen kann) und präsentiert diese unter Skins.Winamp.org.

Das Winamp Skin-Museum | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Das sensationelle ist: Die Dinger lassen sich nicht nur anschauen, sondern auch ein Stück weit benutzen und das katapultiert jeden, der damit zu tun hatte, direkt in diese Zeit zurück. Einfach wunderbar.

Wer noch mehr davon will, folgt am besten diesem Twitter-Bot, der regelmäßig irgendeinen random Skin postet oder probiert auch einfach mal diese Webvariante aus.

Und ich sags ganz ehrlich: So nervig das Speichern und Verwalten eigener mp3s auch war – für Winamp wünsch ich mir die Zeit ein bisschen zurück.

Offiziell ist immer noch geplant, dass wir im Oktober in die USA fliegen – die eigentliche Hochzeitsreise, die wir ein bisschen geschoben haben, damit wir nicht unsinnig überhöhte Preise zahlen müssen. Gebucht irgendwann letztes Jahr, als von Corona noch keine Rede war – bekanntlich kam dann doch alles ein bisschen anders. Geheiratet haben wir inzwischen und sogar kleine Flitterwochen direkt im Anschluss innerhalb Deutschlands nutzen, weil die Lockerungen dann doch früher kamen als wir es zwischendurch befürchtet haben.

Ich behaupte aber mal: das wird im Oktober nicht der Fall sein, zum einen weil sich die obersten Entscheidungsträger in den USA in Bezug auf Corona wie die letzten Vollidioten verhalten und die Lage alles andere als im Griff haben, zum anderen weil in den USA nicht nur Corona eines der größeren Probleme ist. Oder anders gesagt: Wer aktuell in die USA fliegt um dort Urlaub zu machen, hat den Schuss nicht gehört.

Innerlich haben wir mit der Reise daher schon abgeschlossen, allerdings ist da ja noch das Problem mit der Kostenrückerstattung. Ein Flug wurde bereits von einer Airline abgesagt, leider ist es der dritte von 4 Flügen und somit der erste Teil des Rückflugs. Was gleich mehrfach unglücklich ist, weil es nicht dazu führt, dass die komplette Reise damit offiziell ins Wasser fällt und die aktuell bestehenden Corona-Sonderregeln nur für Europa gelten. Flüge über die europäische Grenze hinaus sind davon ausgeschlossen, was aktuell am Ende bedeutet: Für den ausgefallenen Flug können wir einen Gutschein von besagter Airline erhalten … was halt mal so gar nicht hilft. Keine Ahnung, wie sich das alles noch entwickeln wird, aber ich befürchte … den Großteil des Geldes sehen wir auch nicht wieder … Teures Lehrgeld, wenn man so will.

Aber Gesundheit geht nun mal vor und deswegen werden wir auch zwei, bis drei Mal überlegen, was wir am Ende machen – vermutlich aber Zuhause bleiben und stattdessen einfach Videos von New York gucken. Wenn wir nicht nach New York können, muss New York eben zu uns kommen – nachfolgend immerhin zur Weihnachtszeit und in Form einer kleinen Zeitreise aus dem Jahr 1976:

Some fantastic Super 8mm tourist footage of New York at Christmas in 1976, featuring all the classic locations!

This is a home movie and the music was the original music added to the Super 8mm film by the person who shot it. Although it doesn’t fit the time period it was their personal choice and as such I decided to keep it true to their edit.

Damals™

Leider hab ich die besten Zeiten des Musikfernsehens auch schon nicht mehr mitbekommen – ich war damals einfach zu jung, um zu verstehen und anzuerkennen, wie großartig es sein kann, neben großartiger Musik auch unterhaltsame Videos serviert zu bekommen. Ich war halt damals noch (zu) jung und dumm und hatte kein Geld.

Als dann tatsächlich Musikfernsehen auch für mich interessant wurde, war zum einen die Musik schon auf dem absteigenden Ast, vor allem aber nahm die Durchsetzung mit Werbung – vor allem für Klingeltöne und völlig sinnfreie Abos – zu und gipfelte wenige Jahre später in einem unerträglichen Ausmaß. Wir alle kennen das Ergebnis: Es wurde Werbefernsehen, bei dem man zwischendrin mit etwas Glück und viel Geduld auch mal ein Musikvideo erleben durfte.

Dazu eine unfassbar große Anzahl an Pseudo-Reality-Sendungen, die einfach nur schlecht waren. Lange Rede, kurzer Sinn: Mit Musik hatte das nicht mehr viel zu tun und mit Fernsehen auch nicht mehr.

Da wundert es auch nicht, dass MTV irgendwann von der Bildfläche verschwand. Irgendwann lief das Programm dann im Bezahlfernsehen und warum auch immer ist man nun wieder im frei empfangbaren TV zu finden. VIVA war da schon beständiger, hat aber vor ein paar Monaten auch die Füße hochgerissen, sodass mir eigentlich nur noch Deluxe Music einfällt, die tatsächlich auch noch richtiges Musikfernsehen betreiben – aber eben deutlich unter dem Radar unterwegs sind (was vielleicht auch gar nicht verkehrt ist – Erfolg in dem Bereich scheint zu fragwürdigen Entscheidungen zu führen).

Wie auch immer, irgendwer hat jedenfalls nun die ersten Stunden von MTV aufbereitet und ins Netz gestellt. Das allein ist schon ganz großartig, aber mindestens genauso faszinierend ist die Videobeschreibung an dieser Stelle, die auch ein bisschen von Problemen und kleinen Fehlern von damals™ erzählt:

Damals, als Musikfernsehen seinen Namen noch zu Recht trug.

Gut möglich aber auch, dass der Autoindustrie einfach nur das Schicksal blüht, dass allen Industrien und Geschäftszweigen blüht – irgendwann ist es halt einfach vorbei, zumindest mit dem dauerhaften Erfolg. Immer mehr, immer weiter, immer höher geht halt einfach nicht.

Und da hilft dann auch kein durchsichtiges Auto, so wie beim Pontiac Ghost Car. Okay, die Überleitung war mehr schlecht als recht, aber draußen sind auch Tausendhundertmillionen Grad, da kann keiner Höchstleistung erwarten. Dennoch ist das Pontiac Ghost Car einen Blick wert, denn es ist nahezu vollständig durchsichtig und gewährt so Einblicke in ein Auto, die man sonst nicht bekommt – nicht mal der Mechaniker, der das Ding irgendwann zusammengebaut hat.

Das spannende dabei: Die Form lässt es eigentlich schon erahnen, das Ding wurde nicht etwa in unseren modernen Zeiten als Werbe-Gag oder aus Style-Gründen gebaut, sondern 1939 und um eine Art Ausblick in die Zukunft zu geben. Denn Designer Norman Bel Geddes hat sich genau so die Zukunft vorgestellt – wir alle fahren in durchsichtigen Autos umher …

Ich hab allerdings so meine Zweifel, dass man dauerhaft wirklich durchschauen kann – so ein Auto bleibt ja durch Benutzung eher selten sauber, sowohl von außen als auch innen. Dürfte dennoch spannend zu sehen sein, wie da alles im Inneren zusammenarbeitet und welches Teil wann was genau macht.

Nachfolgend gibt es ab ungefähr 01:39 noch mal eine Handvoll mehr Infos zum Wagen: