Zeitgeschichte – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Tue, 25 Jun 2019 06:23:44 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 Ein Wetterbericht aus dem Jahr 1967 https://www.wihel.de/ein-wetterbericht-aus-dem-jahr-1967/ https://www.wihel.de/ein-wetterbericht-aus-dem-jahr-1967/#comments Wed, 26 Jun 2019 06:19:23 +0000 https://www.wihel.de/?p=96352 Ein Wetterbericht aus dem Jahr 1967 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Vor ein paar Tagen hab ich auf Twitter einen kleinen Aufschrei mitbekommen, bei dem jeder normal denkende Mensch sich schon wieder fragen könnte: sach ma, hackts?

Denn es ging darum, dass die Wetterkarten mittlerweile bei den aktuellen Temperaturen tief-rot eingefärbt sind und das ja früher nicht der Fall war und überhaupt der ganze Klima-Kram mehr Meinungsmache als wissenschaftlich fundiert ist (was im Übrigen totaler Bullshit ist, guckt halt einfach mal aus dem Fenster) und bla bla bla. Rote Wetterkarten, sie werden der Untergang der Menschheit sein.

Bei meinen Streifzügen nach neuen Win-Videos bin ich gestern dann auf das nachfolgende Video gestoßen und hab festgestellt: früher gab es nicht mal Wetterkarten. Viel mehr noch, da hat der Moderator noch selbst zur Kreide gegriffen und in bester Trainer-Manier aufgezeigt, was er eigentlich vermitteln wollte:

In this clip from 1967, CBC Weatherman Percy Saltzman chalks up the day's weather map that's lousy with lows.

Versteht am Ende zwar keiner mehr, was der gute Mann eigentlich wollte, aber wenigstens hat er sich damit mehr ins Zeug gelegt, als nur irgendeinen Klicker zu bedienen und vor einer grünen Wand umher zu hopsen.

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Wie ein Kühlschrank funktioniert: Eine Erklärung von 1939 https://www.wihel.de/wie-ein-kuehlschrank-funktioniert-eine-erklaerung-von-1939/ https://www.wihel.de/wie-ein-kuehlschrank-funktioniert-eine-erklaerung-von-1939/#comments Tue, 25 Jun 2019 10:36:14 +0000 https://www.wihel.de/?p=96334 Wie ein Kühlschrank funktioniert: Eine Erklärung von 1939 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Kühlschränke und Waschmaschinen sind für mich auch im Jahr 2019 Mysterien, was vor allem an deren Behandlung vor Inbetriebnahme liegt – gerade während bzw. nach Umzügen kann man da einiges falsch machen.

Unsere Waschmaschine zum Beispiel hat seit dem letzten Umzug ein Ding weg. Natürlich haben wir die Sicherungen verwendet, damit die Trommel beim Transport einigermaßen stabilisiert ist – sind aber scheinbar dennoch gescheitert, da sie seitdem trotzdem eine kleine Wanderung durchs Bad macht, wenn es ans Schleudern geht. Nichts, worüber man sich größere Sorgen machen müsste, aber ewig wird die auch nicht mehr leben.

Der Kühlschrank schleudert zwar nicht, aber so ein Ding kann man auch nicht direkt wieder in Betrieb nehmen, wenn er erstmal lag bzw. länger vom Strom genommen wurde. Überhaupt sind Kühlschränke ziemlich spannend, wie das nachfolgende Erklärvideo mit seinen immerhin 80 Jahren zeigt:

Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um sich sowas auszudenken. Auf der anderen Seite aber auch gut für die Menschheit, sonst würden wir wahrscheinlich noch immer Löcher in die Erde buddeln und unser Essen da rein schmeißen.

Es ist beinahe schon bekloppt, wie regelmäßig wir uns immer Sachen vornehmen, nur um sie dann doch nicht zu machen. Kennt man vor allem von Silvester und irgendwelchen übertriebenen Vorsätzen – aber da sind wir Fuchs, da beteiligen wir uns nicht dran. Nein, bei uns reichen normale Wochenenden, um fixe Pläne zu schmieden und sie dann doch nur bis zur Unendlichkeit und noch weiter aufzuschieben.

Regelmäßige Fotografie-Spaziergänge zum Beispiel, gern auch mal zu besonders unchristlichen Zeiten. Wobei, das haben wir einmal im Urlaub tatsächlich umgesetzt – sind unfassbar früh aufgestanden und wollten einen bombastischen Sonnenaufgang fotografieren. Doof war da nur, dass das Wetter andere Pläne hatte, aber immerhin konnten wir so frische Brötchen für den Rest der Bande besorgen.

Artähnlich steht auch immer noch der Plan im Raum, Hamburg zu erkunden und uns ein bisschen in Sachen Street-Photography auszutoben. Keine Ahnung, wann wir das mal machen (oder halt ob), aber bis es soweit ist, schauen wir uns einfach gemeinsam die Compilation von Guy Jones an. Denn der hat Bilder aus den Jahren 1838 bis 2019 genommen – jedes Jahr eines – und zu einer Compilation verknüpft, die am Ende eine wunderbare Reise durch die Zeit der Fotografie darstellt:

Schon cool oder?

Ich würde glatt behaupten: Albert Einstein ist der berühmteste Wissenschaftler, den die Menschheit bis dato kennengelernt hat, was ja vor allem an seinem ikonischen Äußeren liegen mag. Vor allem verbinde ich aber mit ihm die Erkenntnis, dass man sich nur schnell genug rückwärts bewegen muss, um in der Zeit zurück zu reisen, wobei ich da nun auch nicht sicher bin, ob das nicht doch totaler Quatsch ist.

Wäre aber tatsächlich witzig, vor allem weil Zeitreise ja ohnehin ein herrlich komplexes und zugleich spannendes Thema ist – man denke nur an „Zurück in die Zukunft vs. Endgame“ und so tolle Sätze wie „die Vergangenheit wird zur Zukunft und die Gegenwart zur Vergangenheit“. Oder so. Wenn man nicht aufpasst, kriegt man halt schnell einen Knoten ins Gehirn.

Aber Einstein ist vielleicht nicht nur das berühmteste Gesicht der Wissenschaft, sondern vielleicht auch das liebste. Zumindest mir kommt es so vor, als sei er nicht nur furchtbar klug, sondern auch der nette Opa, den sich ein jedes Enkelkind wünscht. Der einem immer mal einen Fünfer in die Hand drückt und sich dabei für kleine, fiese Scherze nie zu schade ist.

Und genau dieser Eindruck wird nur noch umso mehr verstärkt, wenn man den netten Opa endlich auch mal reden hört. Hier der Beweis:

Albert Einstein im Gespräch mit Carl Laemmle, dem Gründer der Universal Studios. Elsa Löwenthal, Einsteins zweite Frau, redet dazwischen.

Ich hab ganz ehrlich noch nie in meinem Leben die Schnellwahlfunktion eines Telefons genutzt. Für mich ging damit immer eine Kategorisierung bzw. Einordnung von Menschen einher: wen findet man wichtiger als andere, auf welche Nummer speichert man ihn und was denken wohl all die anderen darüber, die später kommen oder gar nicht in der Schnellwahl auftauchen?

Außerdem gibt es mittlerweile ja Telefonapps, in denen man schnell nach Namen suchen kann und überhaupt: wer telefoniert denn heute noch? Von Sprachnachrichten will ich gar nicht erst anfangen, das ist ja ohnehin die schlimmste Unart des 21. Jahrhunderts.

In den 60ern sah das aber anders aus. Telefone gab es immerhin schon, aber wer telefonieren wollte, musste die Nummern kennen oder irgendwo aufgeschrieben haben und dann mühselig über eine Wählscheibe wählen. Ich kenn das noch, der Großteil von euch vermutlich nicht mehr – Spaß sieht jedenfalls anders aus.

Genau hier setzt der Card Dialer an, den man einfach ins Telefon steckte und los gings:

Kannte ich bis dato nicht, findet es aber mindestens für damals krass innovativ.

Als ich beim Bund war, ging es nicht nur darum, uns beizubringen, wie man auch den letzten Dreck aus der hintersten Ecke bekommt, Betten macht, sich in unmenschlich bekloppt kurzer Zeit umzieht und den ABC-Schu8tzanzug auch bei großartigen 30°C schnellstmöglich anzieht, sondern es gab auch so ein klein wenig Bildung. Das aber in einem Maß, an das ich mich schon gar nicht mehr erinnern kann, was vielleicht auch daran lag, dass zu meiner Zeit noch ein gewisser Grad an Schulbildung vorausgesetzt wurde (was damals schon abenteuerlich war).

Ich meine aber noch zu wissen, dass es damals nicht wirklich um historische Aspekte ging, sondern eher darum, wie die deutsche Politik funktioniert, was es mit dem Grundgesetz auf sich hat und welche Gesetze man durchaus auch mal brechen darf, wenn es einem höheren Ziel dient. Damit meine ich eigentlich nur den Jedermann-Paragrafen, klingt so aber krasser.

Insofern kann ich auch nicht wirklich einordnen, was es mit dem nachfolgenden Film zu tun hat, den das Bundesministerium für Verteidigung im Jahr 2000 veröffentlichte, aber ein Film über das Leben in der DDR gehört hier halt auch einfach rein. Heimat und so, ihr wisst schon.

Herausgeber: Bundesministerium der Verteidigung 2000

00:14 – Wie sie entstand
09:51 – Ideologie und Staat
21:11 – Wirtschaft und Produktion
28:42 – Kultur, Bildung und Sport
39:14 – Das Alltagsleben
52:36 – Das Ende

Und natürlich: subjektiv, absolut nicht fehlerfrei und zahlreiche Aspekte ausklammernd. Aber das ist ja meistens so.

Ich will gar nicht auf den Zug aufspringen, der gerade Kevin Kühnert wie eine Sau durchs Dorf treibt, allein schon, weil ich weder das Interview gelesen hab, noch meine Zeit damit verschwenden will, was für Ideen irgendwer hat, die am Ende doch nicht umgesetzt werden können, weil sie a) nicht verblödet genug sind oder b) sich einfach alle saudämlich anstellen.

Ändert aber nichts daran, dass uns derlei Themen noch ein bisschen häufiger begegnen werden, schließlich sind Ende Mai Europa-Wahlen, in Hamburg auch Bezirkswahlen. Die Wahlunterlagen hab ich schon bekommen, Briefwahl ist beantragt – schauen wir mal, was das wird. Positiv ist auf jeden Fall schon mal, dass wir es geschafft haben, meinen Vater davon zu überzeugen, dass auch er wählen geht – der wollte nämlich nicht und so ganz kann ich ihm das eigentlich auch nicht verdenken.

Ob man den Spot der SPD von 1976 ebenfalls als Positiv bezeichnen will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber immerhin ist er deutlich besser als die gequirlte Scheiße, die die Parteien aktuell und in den nächsten Tagen senden:

Wählen werd ich sie trotzdem nicht, genauso wenig wie die CDU. Wer die Uploadfilter und die Zukunft des Internets auf eine Art und Weise verbockt hat, die man sich beinahe nicht ausdenken kann – und wohlwissentlich gelogen hat, dass die Balken mehr brechen als sich zu biegen – hat einfach verloren und gehört bestraft. Diese Ficker!

Was ja die Wenigsten kaum wissen und sich gar nicht mehr vorstellen können: es gab nicht immer Handys und Smartphones. Stattdessen mussten wir uns verabreden, wenn wir uns das letzte Mal gesehen haben und uns einfach darauf verlassen, dass dem anderen nichts dazwischen kam. Auch Treffpunkte hatten so ihre Tücken, denn die Wege dorthin wollten ebenfalls vorher herausgesucht werden – oder man traf sich einfach an Orten, die man schon kannte.

Und wollte man doch irgendwie kommunizieren, suchte man Telefonzellen auf – vorausgesetzt man hatte eine Telefonkarte. Ich hab das Ding das letzte Mal benutzt, da bin ich noch zur Schule gegangen und selbst damals hat sich das schon irgendwie ziemlich awkward angefühlt. In ein Häuschen stellen und telefonieren, während das Leben an einem draußen vorbeizog, völlig verrückt.

Vor ein paar Tagen nun wurde die letzte Telefonzelle abgebaut und anlässlich dessen hat die Telekom direkt mal ein Video gemacht. Ein recht schlechtes zwar, aber deren Kompetenzen liegen ja auch eher woanders und überhaupt geht es hier eher um den historischen Moment als um die Inszenierung an sich:

Im wunderschönen St. Bartholomä am Königssee stand das letzte gelbe Telefonhäuschen Deutschlands. Doch nun musste es weichen. Wir haben es auf seiner letzten Fahrt begleitet: bei strahlendem Wetter über den klaren See. Denn St. Bartholomä ist nur per Wasserweg zu erreichen.

Was ich selbst aber gar nicht wusste: das heißt eigentlich gar nicht Telefonzelle, sondern Telefonhäuschen – Zellen sind festgemauerte Dinger in Hotels und Postämtern. Nur, falls der Jauch mal wieder fragen sollte.

Gefühlt auch schon mal irgendwo einmal zu viel erzählt, aber meiner Körperfigur sieht man es nicht an und so wirkt es wenigstens überraschend: ich war mal leidenschaftlicher Inline-Skater. Okay, das mit der Leidenschaft ist gelogen, denn ich war nie wirklich gut – aber zum rumfahren bis zum nächsten Konsum – wir hatten im Osten noch Konsums, die sogar so hießen – hat es gereicht. Und so lang ich schneller war als normale Fußgänger, war ich ja ohnehin überlegen.

Was ich nicht wusste: Inline Skates sind scheinbar älter als gedacht – womöglich beinahe 100 Jahre. Denn 1923 kam in Paris ein angesagter neuer Sport auf: Cycle-Skating. Dabei zog man sich sowas wie Schuhe an, an denen an der Seite ein Rad angebracht wurde und schon ging der Spaß los:

Men is Paris enjoy the new sport of 1923, Cycle-skating - new sport which involves strapping a wheel to the side of the feet and skating.

Sieht gar nicht mal so schwer aus oder?

Eine der wohl coolsten Figuren aus den 80ern (und vielleicht noch 9ern) war unter anderem Mr. T. Dieser Goldketten-behangene Hüne, der sogar Rocky Balboa wenigstens einmal vermöbeln durfte, sich aber eigentlich bei A-Team für die Armen und Schwachen einsetzte, während er selbst gejagt wurde.

Genau der hatte irgendwann auch eine eigene Zeichentrickserie, die ich zwar geschaut habe, an die ich mich aber nur sehr vage erinnern kann. Eigentlich auch nur an den Hund, der die gleiche Frisur wie Mr. T besaß – warum auch immer.

Am Ende jeder Folge gab es dann auch immer noch mal den richtigen Mr. T, der den Kids vor den Bildschirmen irgendeine Lebensweisheit mit auf den Weg gab.

Wobei, so im Nachgang ist das Wort Weisheit vielleicht etwas zu hoch gegriffen ...

This is a compilation of the best moments from the intro and outro segments of Mr. T's '80s cartoon. The Agony Booth will be posting new recaps of Mr. T episodes in the coming weeks.

Könnten sie aber eigentlich auch mal wieder zeigen. Und eine Doku über Mr. T wär sicher auch nicht ganz uninteressant.