Zeitgeschichte auf wihel.de - Was is hier eigentlich los https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Sun, 12 Jun 2022 14:09:55 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.0 Damals™, als Excel noch toll war https://www.wihel.de/damals-als-excel-noch-toll-war/ https://www.wihel.de/damals-als-excel-noch-toll-war/#comments Tue, 17 May 2022 14:54:47 +0000 https://www.wihel.de/?p=127942 Damals™, als Excel noch toll war | Was is hier eigentlich los?

Ich bin, wie sehr viele Menschen vermutlich, kein großer Freund von Excel. Aber, wie viele Menschen auch, hasse ich es nicht. Weil ich, wie viele Menschen auch, vermutlich nur sehr wenig von den fancy Features benutze, die Excel zu bieten hat. Ist halt in erster Linie eine Tabellenkalkulations-Software, die einem das Leben hier und da erleichtern kann.

Anerkennen muss man aber auch, dass man mit Excel sehr viel Schabernack treiben kann, wenn es denn einen lässt. Das geht mit Makros los, irgendwo spielen da auch Pivot-Tabellen eine Rolle (hab ich bis heute nicht verstanden) und wer es richtig wissen will, programmiert da ganze Spiele rein.

Wie gesagt, wenn es denn einen lässt, denn solche Späße wie der folgende kommen auch nicht aus dem Reich der Fantasie:

Damals™, als Excel noch toll war | Was is hier eigentlich los?

Dafür darf man aber nicht Excel die Schuld geben, sondern Microsoft, denn eigentlich liegt das ja nur daran, dass irgendwer glaubte, dass es total gut ist, wenn Excel bestimmte Sachen alleine macht, von dem der Benutzer nichts weiß. Eine Lektion, die ich in den letzten Jahren gelernt hab, ist nun mal: Magic ist cool, aber nur solange der User weiß, was dort passiert und es kontrollieren kann. Geht bei dem Beispiel auch, aber eben erst hinterher.

Vermutlich kommt daher auch immer die Idee bei uns in der Firma, dass wir irgendwas machen müssen, um Excel endlich loszuwerden. Ehrlich gesagt: Das ist großer Quatsch, denn es gibt ja Gründe, warum Menschen Excel nutzen.

Die sind zwar mittlerweile andere als früher, aber 1992 war das Totschlagargument, dass man während einer Aufzugfahrt mit Excel fix eine Präsentation zusammenschustern konnte. Allerdings schienen da Präsentationen auch nur aus einer bunten Tabelle zu bestehen und PowerPoint war noch in weiter Ferne …

Wie einfach das Leben doch früher war, oder?

Wie schnell die Zeit doch verfliegt, sieht man unter anderem gut daran, dass … der Untergang der Titanic auch schon wieder 110 Jahre her ist. Gut, vor allem sieht man das daran, dass wir mittlerweile Mai haben und damit eigentlich schleunigst die Besorgungen der Weihnachtsgeschenke angehen sollten – ich kann den kommenden Winter beinahe schon riechen.

Tatsache ist jedenfalls: Die Zeit rast. Das mag einem als Kind noch nicht so vorkommen, aber wir sitzen hier mittlerweile regelmäßig und wundern uns, dass schon wieder Sonntag ist und Line oder ich die Wochenzusammenfassung schreiben (müssen). Dabei war doch eben erst Montag und so richtig was unter der Woche erlebt man ja auch nicht mehr. Außer Arbeit.

Gerade bei mir beobachte ich in den letzten Tagen, dass ich häufiger länger vorm Rechner sitze. Liegt oft daran, dass der eigentliche Arbeitstag vollgestopft mit Meetings ist und Arbeit trotzdem noch erledigt werden muss, teilweise bastel ich aber auch nur an irgendwelchen Sachen rum, die halt einfach Zeit brauchen. Dennoch muss das auf absehbare Zeit wieder besser werden, weil Freizeit halt fetzt.

Und es bedeutet auch, dass man sich noch mehr entspannen muss, wann immer es möglich ist. Zwischendurch mal Pausen, abends vielleicht mal früher ins Bett und vor allem Fünfe auch einfach gerade sein lassen, selbst wenn sich die Fünf nicht darüber freut.

Als digital native (was für eine saudämliche Bezeichnung) hilft da auch oft etwas entspannte Musik oder ein entspanntes Video. Irgendwas, wo nicht viel passiert und das allein schon durch seine Länge zu Entschleunigung zwingt.

Wie der Untergang der Titanic in Echtzeit, der mehr als 2 Stunden für sich in Anspruch nimmt:

On the night of April 14, 1912, Titanic met her fate and sank creating one of the most infamous tragedies in history. Watch the Sinking Of The Titanic in real time now based on survivor accounts and testimony. Breakup theory utilizes Roy Mengot’s approach explained in the video How Titanic Broke In Half.

Makaber? Definitiv. Aber eben auch entschleunigend.

Apropos Spaziergänge, es scheint sich hier langsam aber sicher ein richtiger Trend abzuzeichnen. Eigentlich ja aber auch wenig überraschend, haben wir doch in den letzten zwei Jahren gelernt, dass wir Zuhause bleiben sollen und wenn überhaupt dürfen wir das Haus nur verlassen, wenn es dafür gute Gründe gibt. Oder eben zum Spazieren.

War für uns Stubenhocker natürlich weniger schwer, beachtlich finde ich hingegen, dass wir uns jetzt wieder an das Zusammensein gewöhnen müssen. Als ich vor ein paar Wochen im Büro war, war ich jedenfalls heilfroh, dass da nur eine Hand voll Leute anwesend waren – schließlich sind die Inzidenzen nach wie vor in schwindelerregender Höhe (und nein, die aktuellen Zahlen sind natürlich falsch, weil mehr als die Hälfte der Bundesländer einfach keine Inzidenzen über Ostern übermittelt haben) und die Einschläge kommen auch bei uns in der Familie näher. Da muss ich dann auch sagen: Impfung hin oder her, ich hab keinen Bock auf den Mist.

Überhaupt muss man auch mal festhalten: Viel Unheil in dieser Welt basiert darauf, dass viele Menschen, die nicht zusammenkommen sollten, zusammengekommen sind. Und je mehr Menschen zusammen kommen, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass es noch mehr falsche Menschen sind. Absurd: Oft liegt es aber auch daran, dass die richtigen Menschen eben nicht zusammenkommen – es ist ein wahres Dilemma.

So oder so, ich bin mittlerweile Fan von virtuellen Spaziergängen, gerade wenn da die Musikuntermalung auch noch stimmig ist. Ist nachfolgend allerdings nicht der Fall, dafür geht es in der Zeit zurück, direkt ins Jahr 1989. Und an die Berliner Mauer:

Tatsächlich find ich hier aber besonders spannend, wie das Video stabilisiert wird. Im Grunde versteh ich auch, wie das funktioniert, aber wenn man das einfach so in Aktion sieht – schon beeindruckend.

Nachdem wir ja nun erfolgreiche Hausbesitzer sind (und trotzdem aktuell noch zur Miete wohnen, mehrere Monate auf den Umzug warten müssen und auch sonst eigentlich alles beim Alten ist – abgesehen davon, dass jede Menge Geld auf dem Konto fehlt und wir faktisch Schulden haben), sind direkt mehrere Dinge lebensverändert in Stein gemeißelt:

Wir werden nie wieder ein freies, komplett zum Rumgammeln verfügbares Wochenende haben. Schon gar nicht am Anfang, aber selbst wenn wir dann einigermaßen alles eingerichtet und zurecht gerückt haben, ist da ja noch das Grundstück, dass in Schuss gehalten werden will. Ein bisschen Bock hab ich da schon drauf, befürchte aber, dass wir nicht ansatzweise wissen, was wir uns da ans Bein gebunden haben.

Größere Anschaffungen sind erstmal passé, weil so ein Haus auch erstmal abbezahlt werden will – an sich okay, aber so manche Anschaffung will dann eben doch getätigt werden. Ich will nicht sagen, dass wir am Hungertuch knabbern, aber ich werd die Zeit vermissen, in denen wir einfach gekauft haben, wenn es nötig war und wir eben nicht wild rumrechnen mussten.

Wir werden jede Menge fancy Gadgets kaufen (müssen), weil jetzt eben deutlich weniger, bis keine Nachbarn da sind, die mal ein Auge auf Wohnungs- bzw. Haustür werfen. Da wir ohnehin nicht großartig durch die Weltgeschichte reisen, ist das auch gar nicht so sehr nötig – aber so einmal im Jahr Urlaub machen will man schon. Und dann das Haus komplett allein zurücklassen, birgt ein gewisses Risiko.

Zumal, 100%ige Sicherheit gibt es ohnehin nicht – im Prinzip kann man nur gewinnen, wenn man es potentiellen Einbrechern so schwer wie möglich macht. Heißt also: Minenfeld und Burggraben inkl. Krokodilen. Wäre zumindest so meine erste Idee.

Oder wir schaffen uns einfach einen Safe an, der einem den letzten Nerv raubt, selbst wenn man weiß, wie man ihn öffnet – so wie der nachfolgende, der aus dem 18. Jahrhundert stammt und alles andere als leicht zu öffnen ist:

Hilft dann letztendlich auch beim Sparen, denn aufs Öffnen muss man definitiv erstmal Bock haben.

Eigentlich fand ich Geschichte in der Schule grundsätzlich recht spannend, wobei das definitiv auch ein Schulfach ist, das stark von der Kompetenz eines Lehrers abhängt. Wobei, das gilt eigentlich für alle Schulfächer und eigentlich auch fürs gesamte Leben: Wenn da irgendwo ein Idiot die leitende Rolle inne hat, kann mans auch direkt wieder lassen.

Zwischenzeitlich hatte ich aber einen guten Lehrer und der hat recht klar und deutlich historische Zusammenhänge rüberbringen können, sodass das für einen selbst nicht nur schlüssig ist, sondern auch Spaß macht. Was weniger Spaß macht: Die Themen. Denn gefühlt hatten wir immer nur drei Komplexe: Mittelalter, Französische Revolution und Nazis.

Und gerade das Thema Nazis wurde zumindest zu meiner Zeit extremst ausführlich und kleinteilig durchgenommen, was in dem Alter ab einem gewissen Punkt – den man schnell erreicht – einfach nur noch nervt. Rückblickend und auch auf die heutige Zeit schauend, sieht das schon wieder anders aus und es ist klar, dass das Thema absolut nicht „zu kurz behandelt“ werden darf, weil wir einfach dumm sind und vergessen, wie furchtbar die Zeit war und dass sie nie wieder kommen darf. Aber das will man als Teenager nicht hören und es hilft auch nicht, dass krampfhaft in die Köpfe prügeln zu wollen.

Was ich mir seit 2020 dahingehend zusätzlich als Frage stellen: Haben die Leute damals – nicht nur zur Nazi-Zeit, sondern auch davor – eigentlich gewusst, in was für einer geschichtsträchtigen Zeit sie lebten und dass man später mal darüber in der Schule unterrichten wird? Der Grund: Natürlich Corona, mittlerweile auch der Krieg.

Ich mein, die Dinge passieren, man selbst ist einfach mittendrin und gleichzeitig auch irgendwie ohnmächtig und doch ist das alles gerade irgendwie super bedeutend und ein menschheitsgeschichtliches Ereignis. Aber nimmt man das auch so wahr?

Gleiche Frage gilt auch für 1967, als man live im Fernsehen quasi das Farbfernsehen eingeführt hat. Das ist damals bei Channel 2 am 14. April passiert und erscheint heute ziemlich unspektakulär – aber geschichtlich und vermutlich auch technisch betrachtet war das eigentlich ein Meilenstein:

Schließlich würde heute ja kaum einer freiwillig dauerhaft oder zumindest vermehrt wieder schwarz-weiß schauen wollen.

Ich find es immer wieder ein spannend, aber auch witzig, dass die meisten Sachen, die man so baut und erfindet, immer irgendwie aus der Not heraus geboren wurden – man sieht oder fühlt irgendwo ein Problem und wenn das nicht mehr aushaltbar ist, erfindet man was dagegen.

Ich hab zum Beispiel mit anfänglicher Hilfe ein Slack-Script gebastelt, dass automatisch den Status setzt, wenn ich in einem Meeting bin. Einfacher Grund dafür: Wenn alle von Zuhause arbeiten, kriegt man nicht mehr mit, wer Zeit hat und wer nicht und im Zweifel musste ich Leute dann übertrieben lang auf Antworten warten lassen oder war im Meeting nicht aufmerksam. Sicher, für geplante Meetings gibt es da auch Lösungen, aber die spontanen Dinger … schwierig alles.

Vor ein paar Wochen hab ich dann quasi einen Konkurrenten dazu gefunden und mal ausgetestet – war aber tatsächlich nicht so gut wie meines bzw. erfüllte nicht alle meine Ansprüche. Denn über die letzten zwei Jahre hab ich das immer weiter ausgebaut, sodass es mittlerweile nicht nur anzeigt, was man bei Spotify bzw. Apple Music hört, man kann mittels Shortcut auch schnell einen Status seiner Wahl setzen. Inklusive Online-Offline-Switch und Do Not Disturb-Feature. Letztes Wochenende hab ich zudem eingebaut, dass man auch recht schnell einstellen kann, wenn man im Urlaub und wann man zurück ist – auch hier mit Do Not Disturb und Co, dass sich automatisch wieder deaktiviert, wenn man wieder zurück ist.

Schon ein bisschen cool und alles nur, weil mir Meetings auf den Sack gingen. Und so ein bisschen ist das auch bei Dr. Alex Moulton, der wohl scheinbar die Vollfederung bei Fahrrädern erfunden oder mindestens zukunftsfähig gemacht hat. Dabei wollte er eigentlich nur praktische Fahrräder bauen, die vor allem klein und mit Hochdruckreifen bestückt sein sollten, denn damit gab es den geringsten Rollwiderstand und somit entsprechend mehr Beschleunigung im Vergleich zu großen Rädern. Allerdings sind Hochdruckreifen dann auch eben recht hart und so hat er einfach die Vollfederung als Ausgleich dazu mit integriert:

Gibt ja tatsächlich Leute, die ganz bewusst auf eine Federung verzichten – ich gehör definitiv nicht dazu. Hat ja keiner was davon, wenn mir der Arsch weh tut und nur auf Komfort verzichten wegen des Verzichtens wollen … war ich noch nie Fan von.

Etwas mehr als eine Woche ist das Jahr nun alt, somit ist das jetzt ein guter Zeitpunkt, um mal über Silvester zu reden. Von mir so festgelegt und nicht wirklich begründbar, aber wir sollten es tun.

Denn tatsächlich war dieses Silvester so ziemlich eines der egalsten, die ich je miterlebt hab. Als Kind bzw. Jugendlicher war das ja noch immer ein Ding, mit Feierei, Freunden und diesem Gefühl, dass nächstes Jahr ja doch irgendwie alles besser wird.

Der erste richtige Downer kam dann 2019, als klar war, dass wir den Jahreswechsel in Dänemark absagen mussten, weil die Zahlen einfach übertrieben scheiße waren und Dänemark gar die Grenzen dicht gemacht hat.

2020 war dann auch schon eher meh, aber mit der Aussicht auf Impfungen und damit einer besseren Lage quasi unter „naja gut, das eine Mal noch“ zu kategorisieren – auch nicht schön, aber eben auch nicht zu ändern. Und ja, wir waren alle ziemlich naiv, nicht nur was die Hoffnung in fähiges Personal in entscheidenden Positionen angeht, sondern auch was die allgemeine Intelligenz in weiten Teilen der Bevölkerung angeht.

Und dieses Jahr … hatte ich erstmalig so richtig das Gefühl, dass wir einfach nur auf 0 Uhr warten, kurz anstoßen und im Grunde eigentlich nur ins Bett wollen. Entscheidend kommt ja mittlerweile hinzu: Vieles ist untersagt und verboten, nur dranhalten, das scheint schwierig zu sein. Was ich niemanden verübeln kann, denn was bringen Regeln, wenn niemand sie kontrolliert bzw. Verstöße Konsequenzen nach sich ziehen? Ich kann und will jedenfalls nicht glauben, dass in deutschen Haushalten dermaßen viel Böllerkram noch aus den vergangenen Jahren übrig geblieben ist – das war teils schon sehr laut und vor allem für den Hund meiner Schwägerin alles andere als geil.

Überhaupt ist Feuerwerk einfach quatsch, zumindest im privaten Bereich. Das ist halt immer irgendwie billig, wenn auch teuer in der Anschaffung und kommt nach wie vor einem Abbrennen von Geld gleich. Sollte einfach jeder lassen, besonders die, die dann mit irgendwelchen „Freiheits“-Argumenten um die Ecke kommen. Fickt euch einfach ins Knie.

Feuerwerk, wenn überhaupt, macht nur Spaß, wenn es von Profis kommt. Die wissen, was sie tun und die entsprechend auch wirklich was Ansehnliches und Spektakuläres auf die Beine stellen können. Zum Beispiel so wie in Sydney beim letzten Jahreswechsel:

Lieber da einfach zugucken statt beim Nachmachen kläglich zu scheitern. Meine Meinung.

So ganz durch sind wir mit den Jahresrückblicken für das vergangene Jahr noch nicht, aber ich würde vielleicht sogar versprechen, dass es tatsächlich der Letzte sein wird, den es zumindest auf dieser Seite im Netz zu sehen gibt. Außer natürlich da kommt noch mal ein richtiger Banger um die Ecke – sieht allerdings danach nicht aus.

Außerdem gibt mir das noch mal Gelegenheit, auf eine kleine Sache ebenfalls aus dem letzten Jahr hinzuweisen: Wer nicht nur Feedreader oder anderweitige Möglichkeiten nutzt, die einen davon abhalten, die Seite selbst so richtig zu benutzen – wie wir das früher im Internet halt getan haben – wird gemerkt haben, dass das hier alles ein bisschen anders aussieht.

Das ist tatsächlich Absicht, denn ich hab die letzten Wochen im Jahr 2021 genutzt und ein neues Theme gebastelt – wobei basteln hier meint, dass man was Fertiges nimmt und dann einfach so lange anpasst, bis es einem gefällt. Das hier stammt tatsächlich vom gleichen Anbieter wie das vorhergehende, soll wohl aber die modernere Version sein. Meine ersten Tests in Sachen Geschwindigkeit und Funktionen bestätigen das – allerdings waren die Anpassungen auch deutlich komplexer als davor. Das ist aber mehr oder weniger nur mein Problem, für jeden Leser gibt es hoffentlich bessere Ladezeiten und vor allem: einen Dark Mode frei Haus.

Pixelfanatiker werden aber auch sehen, dass da noch einiges nicht ganz so konstant ist, wie das vorher war – ich bin da noch nicht ganz fertig, hier sind aber tatsächlich nur stellen gemeint, die vor allem mich stören und vom Großteil gar nicht wahrgenommen werden.

Und auch die Kollegen von Vox haben die letzten Wochen im Jahr genutzt und auch einen kleinen Rückblick gebastelt, der zumindest bis etwas mehr als die Hälfte auf aufgepushte Emotionen verzichtet und eher nüchtern zeigt, was das letzte Jahr entscheidend war. Vieles haben wir ja mitbekommen, dass aber noch mal in seiner Nüchternheit durch Schlagzeilen zu sehen … muss man auch erstmal drauf klar kommen. Nach hinten raus wird es dann wieder ein bisschen cheesy – das ungeschriebene Gesetz, das Jahresrückblicke so sein müssen, greift eben auch hier:

Keine Ahnung, wie 2022 wird. Aber immerhin mit Dark Mode hier auf wihel.de.

Kurz vor dem Jahreswechsel hab ich irgendwo aufgeschnappt, dass der Markt für Schallplatten wieder ein Stück gewachsen und mittlerweile recht sattelfest geworden ist – vor ein paar Jahren klang das noch ganz anders. Klar, mit Streaming und sicherlich auch CD-Verkäufen kann Vinyl nach wie vor nicht mithalten, aber selbst ich hab mir vor ein paar Jahren einen Plattenspieler gewünscht und die eine oder andere Scheibe im Regal stehen.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass ein Teil davon nach wie vor eingeschweißt ist, weil halt eine Schallplatte zumindest in meinem Kopf einfach voraussetzt, dass man Musik bewusst hört. Und das braucht Zeit und Zeit hab ich eher selten. Oder bin dann doch wieder so gepolt, dass ich irgendwas nebenbei machen muss, was dann das bewusste hören wieder kannibalisiert. Aber auch dafür werden sich wieder ein paar Momente finden, das Jahr hat ja erst angefangen.

Überhaupt sollte man einfach mit diversen Abgesängen vorsichtig sein, gibt ja schließlich immer noch Liebhaber, die auf der Jagd nach Musikkassetten und VHS sind, obwohl auch diese Medien schon mehrfach überholt wurden.

Was aber nicht heißt, dass so manches Medium nicht doch für immer tot ist, meistens ist das sogar ganz gut. Floppy Disks zum Beispiel sind nostalgisch gesehen immer noch großartig, aber eben maximal unpraktikabel, allein schon was die Speicherkapazität angeht.

Oder auch Filme auf Schallplatten. Noch nie von gehört? Macht nichts, ich auch nicht und verpasst haben wir wohl auch nicht viel. Wobei die Idee natürlich erstmal gut klingt, Film auf Schallplatte hat natürlich einfach was. Außerdem hat man am Vorgänger, der CED, echt lange dran entwickelt, da muss ja eigentlich was Brauchbares bei rausgekommen sein oder?

Leider nicht, denn nicht weniger als 17 Jahre hat man investiert – vor allem aufgrund der physischen Probleme hervorgerufen. Denn so eine Platte muss sich schneller drehen und braucht viel feinere Rillen als übliche Musik-Platten. Dazu kommt die natürliche Abnutzung, die Platten einfach mit sich bringen. Und dann kam halt 5 Jahre vor der eigentlichen Marktreife die VHS auf, die wesentlich einfacher in Produktion und Handhabung war … nur der liebe Gott weiß, warum man da noch 5 Jahre weiterentwickelt hat.

Und auch der weiß nur, warum man 1983 die VHD erfunden hat – quasi das Gleiche in Grün und mit karbonverstärktem Vinyl. Immerhin: im Gegensatz zur CED war die VHD in der Lage 3D-Filme zu liefern und eine gewisse Interaktivität bereitzustellen – eigentlich cool, wäre da nicht kurz darauf die Laserdisc erschienen, die gleiches bietet und zudem die physische Abnutzung eliminiert hat.

Technologie, die schon sehr früh zum Scheitern verurteilt war – aber auch ein bisschen spannend, wenn man das mal hört und sieht:

Ich erzähl sicherlich niemandem etwas Neues, wenn ich sage, dass sich das Bloggen in den letzten Jahren merklich geändert hat – nicht nur in den letzten zwei Jahren durch das, was in der Welt passiert ist, sondern schon weit davor. Gerade mit dem Aufkommen von Instagram und der Geburt diverser Influencer (und der damit einhergehenden Kurzsichtigkeit diverser Agenturen) ist der Kuchen, den wir uns allem geteilt haben, nicht nur kleiner geworden, der ist nahezu verschwunden.

Das ist an sich aber kein Problem, wenn man Bloggen nach wie vor als Hobby betreibt (und damit einhergehend eben nicht Arme und Beine ausreißt, um doch noch irgendwie Geld zu verdienen) – aber mit dem versiegen nahezu sämtlicher Geldquellen sind auch die Gelegenheiten verschwunden, bei denen man sich mal wieder persönlich treffen und austauschen konnte. Gut, dank Corona wär das ohnehin gerade nicht möglich, aber den einen oder anderen Kollegen würd ich schon gern mal wieder sehen, gerade weil das letzte Mal schon echt lange her ist.

Kann man natürlich selbst organisieren und tatsächlich haben wir das auch ein paar Mal getan – die Teilnahmerate war dann allerdings doch mit jedem Mal ein bisschen mehr überschaubar. Tatsächlich war ja der Zusammenhalt in diesen Breitengraden aber noch nie so richtig gut, insofern haben hier nicht mal Geld oder Pandemien großartig Schuld, die Leute sind einfach merkwürdig (ich schließ mich da definitiv mit ein).

Neulich musste ich sogar an das letzte Mal denken und wie jemand dort – warum auch immer – das Thema auf Langeweile lenkte und meinte, dass die wichtig ist und er sich gern mal wieder langweilen würde. Klingt erstmal absurd, aber wenn man da mal länger drüber nachdenkt, stimmt das sogar. Denn Langeweile fördert Kreativität, hängt irgendwo auch mit Entspannung zusammen und wird viel zu schnell verteufelt. Ich würd mich jedenfalls gern mal wieder langweilen.

Auf der anderen Seite: Langeweile treibt manchmal auch sehr merkwürdige Blüten, vor allem wenn man irgendwo allein abgeschottet von der Außenwelt lebt. Und eine Kuh zur Hand hat …

Hat halt alles so sein Für und Wider.

Schon öfter gesagt: wir sind bisher einigermaßen gut durch die Pandemie gekommen. Klar, hier und da gab es auch irgendwelche Nebeneffekte, auf die man gut verzichten kann, Stichwort Tinnitus oder Stimmungsschwankungen – aber im Vergleich zu anderen Schicksalen haben wir eigentlich absolut keinen Grund zur Beschwerde.

Im Gegenteil, ich find Homeoffice mittlerweile so normal, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen will, wie es wäre, wenn wir wieder jeden Tag irgendwas um die 11 Stunden außer Haus wären. Ich mein, dank Pandemie nutzen wir endlich das, wofür wir jeden Monat am meisten Geld ausgeben … unsere Wohnung. Und da wir quasi rechtzeitig umgezogen sind und vor allem an Tageslicht dazu gewonnen haben, könnte es echt Schlimmeres geben, als den Tag in den eigenen 4 Wänden zu verbringen.

Außerdem kann man den Haushalt so ein bisschen nebenbei machen, was am Ende des Tages doch ein Mehr an Freizeit mit sich bringt. Nicht viel, aber immerhin. Dazu mittags einkaufen gehen, eigentlich purer Luxus. Klar, da drückt auch immer ein wenig die Zeit, weil man im Anschluss wieder Meetings hat – aber es ist immer noch viel besser als abends, völlig ausgebrannt und auf dem Zahnfleisch kriechend.

Was mir allerdings auch aufgefallen ist: Ich kann die Innenstadt nicht mehr wirklich ab. Die paar Mal, bei denen ich doch dort war, war mir das einfach zu viel Gewusel, zu viele Menschen, zu viele Idioten ohne Abstand und irgendwie alles auch zu laut. Klar, ist Gewöhnungssache, aber auch bemerkenswert, dass das mit einem so passiert, ohne dass man es mitbekommt.

Insofern würde ich auch einfach mal behaupten, dass ich inmitten des nachfolgenden Videos, spontan Amok laufen würde – Los Angeles in den 30ern war einfach nur voll, chaotisch und hat mit lebenswert wohl mal so gar nichts zu tun gehabt:

Uff.

Die Anzahl der Jahresrückblicke blieb bisher recht übersichtlich und ich muss fairerweise gestehen, dass mir das auch gar nicht schwer gefallen ist – der Trend dahingehend scheint tatsächlich abgeflaut zu sein. Empfinde ich als sehr angenehm, ist vermutlich aber auch einfach dem Umstand geschuldet, in dem wir seit nun mehr zwei Jahren verharren. Es passiert einfach nicht viel und das, was passiert, ist nicht wirklich etwas, an das man sich gern erinnern will – zumindest mir kommt es so vor, als würde ziemlich viel vor die Hunde gehen. Zumindest hab ich immer mehr den Wunsch, dass sich mal irgendwer aufmacht, durch die Welt tingelt und bei dem Großteil der hiesigen Staatsoberhäupter Backpfeifen verteilt und einfach mal sagt “Jetzt reiß dich endlich mal zusammen”.

Aber so ein richtiger Jahresrückblick ist das hier auch gar nicht, sondern viel mehr ein kleiner, aber sehr feiner Tribut an die 90er Jahre. Quasi das letzte Jahrzehnt, das nicht nur, aber vor allem in Sachen Pop-Kultur noch überzeugen konnte. Kann natürlich auch gut sein, dass ich hier stark befangen bin, schließlich waren die 90er ja quasi meine Jugendzeit und bereits in den ersten 30 Sekunden des Videos hab ich schon so viele Nostalgie-Momente erblicken dürfen, dass ich direkt wieder sauer werde, dass kein einziger der zahlreichen Streaming-Dienste auch nur ansatzweise irgendwas davon im Programm hat. Alles Banausen.

Ich würde mich aber sogar dazu hinreißen lassen und noch die Anfänge der 2000er als okay bezeichnen – zumindest im Vergleich zum Hier und Jetzt war da noch nicht komplett Hopfen und Malz verloren. Fakt ist aber auch nach wie vor: Nichts war besser als die 80er und ich hoffe, dass es auch mal dazu einen ähnlichen Tribut geben wird.

The last great decade that defined us. The attitude generation. The awesome 90s. The 20th century’s goodbye with a bang.

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Ein Blick zurück in 70 Jahre IKEA-Einrichtungen https://www.wihel.de/ein-blick-zurueck-in-70-jahre-ikea-einrichtungen/ https://www.wihel.de/ein-blick-zurueck-in-70-jahre-ikea-einrichtungen/#comments Thu, 23 Dec 2021 07:06:08 +0000 https://www.wihel.de/?p=123316 Ein Blick zurück in 70 Jahre IKEA-Einrichtungen | Was is hier eigentlich los?

Wir alle haben es bereits im letzten Jahr mitbekommen: Die Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf das ganz persönliche Leben, sie bringt auch ganze Industriezweige durcheinander. Aber nicht nur die Pandemie kann da ordentlich Chaos verursachen, auch ein einzelnes Schiff, das den Suez-Kanal blockiert, hat Auswirkungen, die man sich als Normalsterblicher gar nicht richtig vorstellen kann – bis man dann mal irgendwas von IKEA braucht und einfach nirgendwo findet.

So ging es uns zumindest, als wir auf die mehr oder weniger spontane Idee kamen, einen weiteren Schrank in den Flur stellen zu wollen. Cool war da die Erkenntnis, dass man sich das Ding quasi selbst zusammenstellen kann – weniger cool war, dass es nicht alle Teile verfügbar gab. Richtig uncool war, dass es sich um ein eigentlich unwichtiges Teil wie ein Brett handelte, auf das wir mehrere Monate warten mussten.

Ich mein, davon geht natürlich die Welt nicht unter und wie sich gezeigt hat, war Warten jetzt auch kein Problem. Aber wenn so ein weltumspannender Konzern wie IKEA Probleme hat, einfache Bretter in ausreichender Menge vorrätig zu haben … dann ist die Menschheit schon echt am Arsch.

Schließlich ist IKEA doch mittlerweile prägend, was Inneneinrichtungen angeht, nicht zuletzt weil die Preise teils wirklich unschlagbar sind, gerade auch wenn man bei der Qualität ein paar Abstriche machen kann. Was nicht heißen soll, dass alles von IKEA minderwertig ist, aber ich sag mal so: Noch einen Umzug wird zumindest mein PAX-Schrank nicht mehr überleben.

Zumindest behaupte ich, dass ich sehr genau weiß, wie die IKEA-Gläser bei mindestens der Hälfte der neu gegründeten Haushalte aussehen und welches Besteck sowie Geschirr dort in den Schränken liegt. Und dass – wie gesagt – aus nachvollziehbaren Gründen.

Was das Ganze noch ein bisschen besonderer macht: IKEA gelingt das mittlerweile seit gut 70 Jahren – ein guter Grund, dass sich die Kollegen von HouseholdQuotes noch mal die alten Kataloge gewälzt und einen kleinen, filmischen Querschnitt durch die ikonischsten Einrichtungen und Möbelstücke der Schweden gebastelt haben:

Wer gern ein paar mehr Infos dazu haben will, schaut einfach hier vorbei – da gibt’s dann unter anderem auch die Gesamtpreise der einzelnen Einrichtungen aufgeschlüsselt.

Ich wollte mich dieses Jahr ohnehin mit Jahresrückblicken zurückhalten, denn wenn wir mal ehrlich sind: Es ist nicht wirklich viel passiert, an das man sich gern zurückerinnern will, zumindest auf den letzten Metern zeigt uns 2021 noch mal so richtig schön den Mittelfinger, gerade denen, die gehofft haben, dass wir mit 2020 schon genug Scheiße erlebt hätten.

Ich mein, wir waren ja fast schon durch mit der Pandemie. Klar, der Sommer 2020 sah im Vergleich noch deutlich besser aus, zumindest was die Zahlen angeht, aber wir hatten immerhin endlich einen Impfstoff und selbst dieser nervenzehrende Prozess, um einen Impftermin zu bekommen, war irgendwie schaffbar – wenn auch für viele nur durch Vitamin B. Es lief in der Theorie eigentlich so gut, dass wir die Pandemie hätten besiegen können …

… aber das wär ja auch zu einfach gewesen. Stattdessen sind die Idioten und Arschlöcher nur noch sichtbarer und treiben uns mittlerweile in das dritte Jahr. Als ob wir nicht schon genug andere Probleme hätten, schließlich ist da nach wie vor die Klimakrise, die Wirtschaftslage sieht auch nicht gerade berauschend aus und auch weltpolitisch gibt es mehr Brandherde, als wir gerade gebrauchen können. Von den jüngsten Unwetterkatastrophen will ich gar nicht anfangen, die haben wir ja erst erfolgreich verdrängt, wenn auch noch lange nicht behoben.

Aber auch im kleinen Rahmen, fällt es mir schwer, besondere Highlights zu finden. Klar, erster Hochzeitstag und so, dazu die seltenen, aber immerhin vorhandenen Momente mit der Familie und Gott sei Dank war auch sowas wie Urlaub möglich – aber das sind eigentlich alles Dinge, die mal normal waren. Ich will sie nicht schmälern, aber ich will, dass sie wieder normal werden.

Was ich letztendlich meine, hat Cee-Roo wieder sehr gut in seinem eigenen Jahresrückblick zusammengefasst – der braucht sich nicht ansatzweise hinter dem von Google verstecken, ist aber auch weit weg von Friede, Freude, Eierkuchen:

An der Stelle erspar ich mir und euch dann auch einfach den hoffnungsvollen Satz, dass es nächstes Jahr nur besser werden kann – ich würd meine Hand dafür nicht ins Feuer legen.

Eigentlich dachten wir ja schon letztes Jahr, dass die Jahresrückblicke alles andere als abwechslungsreich werden können, schließlich sind wir am Ende einfach nur Zuhause geblieben und haben eigentlich nichts erlebt. Und wenn doch, dann vor allem äußerst schlechte Nachrichten, weil halt immer wenig Gutes passiert (was im Übrigen nicht stimmt, aber negative Dinge werden halt öfter weitererzählt und bleiben gefühlt auch länger im Gehirn – was wissenschaftlich ja auch nur wieder bedingt stimmt).

Das vorherrschende Thema daher eindeutig: Die Pandemie, die die ganze Welt im Griff hat, wobei zum Ende des Jahres auch wieder sowas wie Hoffnung aufkam, weil es mit den Impfstoffen voran ging. Manch einer war sogar so verrückt und glaubte, dass 2021 dann ja einfach nur besser werden kann, weil die Talsohle gefühlt erreicht war – irgendwann kann es nur noch bergauf gehen oder einfach gleich beschissen bleiben.

Und dann kam dieses Jahr. Die Idioten wurden noch lauter, die Politiker aufgrund von Wahlkampf und nicht vorhandenen Ideen noch unsichtbarer oder gar dümmer und keines der eigentlich vorhandenen Probleme außerhalb der Pandemie nur ansatzweise gelöst. Um nicht einfach zu sagen: Man kann die Hände nur über den Kopf zusammenschlagen und sich damit abfinden, dass wir als Menschheit am Arsch sind.

Der Sommer allerdings sah ein bisschen besser aus und den einen oder anderen Fakt ignorierend fühlte es sich schon beinahe wie Normalität an. Klar, nicht so, wie es vor der Pandemie war – aber eben deutlich besser als das, was wir im Winter davon erleben mussten.

Doch dann kam irgendwann September und Oktober und es war – zumindest in diesem Haushalt – klar, dass es nicht einfach weiter besser wird oder noch mal kurz ein wenig schlimmer, nein – es sollte noch viel schlimmer werden als das, was wir vorher erlebt haben. Trotz Impfung und trotz aller Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen. Ich behaupte sogar, dass wir noch nicht ansatzweise durch die Scheiße durch sind, auch wenn die Zahlen aktuell wieder rückläufig, zumal die nächste Scheiße ja auch schon wieder wartet.

Im Endeffekt war aber auch 2021 ein verschenktes Jahr, was Google allerdings nicht davon abgehalten hat, auch dieses Mal wieder einen seiner Rückblicke zu machen – gewohnt emotional, gewohnt hier und da ein bisschen Hoffnung bringend, gewohnt wie die Rückblicke von Google eben immer sind:

Keine Ahnung, wie 2022 wird, aber die letzten beiden Jahre rückblickend hab ich wenig Hoffnung, dass die große Kehrtwende tatsächlich kommt.

Immer, wenn wir bei meinen Eltern sind, machen wir einen Abstecher zum Spielzeugladen im nahegelegenen Einkaufszentrum. Nicht, dass wir da jemals was gekauft hätten – wobei, ich glaube einmal Modellfarbe für ein Modell, das mein Vater zusammenbauen wollte – aber man muss ja immer mal schauen, was es so Neues gibt und was die Kids heutzutage womöglich auf den Wunschzettel schreiben würden.

Vielleicht ist es aber auch nur der Umstand, dass wir mal sehen wollen, was uns alles in der Kindheit verwehrt geblieben ist. Entweder, weil es die Idee damals noch nicht gab oder unsere Eltern ihr Erspartes zusammengehalten haben.

Und ich muss sagen, da ist jetzt nicht sonderlich viel Innovation dabei. Klar, im Detail gibt es schon deutliche Verbesserungen, aber am Ende ist das Spielzeug doch recht gleich zu dem, was wir damals hatten. Außer Nerf-Guns. Die wünsch ich mir schon seit Jahren, aber mangels Motivation bei Line lohnt sich die Anschaffung nicht. Wobei ich nach wie vor Glaube, dass das eine gute Idee ist, so ein riesiges Geschütz vor der Wohnungstür aufzustellen und wenn der Paketbote mal wieder klingelt, eine kleine Überraschung für ihn parat zu haben …

Dennoch verbringen wir jedes Mal mehr Zeit in dem Laden, als wir eigentlich eingeplant haben – man muss ja schließlich genau gucken. Und ein bisschen fühlt sich das so an wie der Besuch von David Hoffmann, der 1993 Akihabara besucht hat – Tokyos „Electric Town“.

Dort gab es schon sehr früh allen möglichen Schnickschnack in Sachen Technik, der ja geradezu der damaligen Zeit wie eine Zeitreise in die Zukunft gewirkt haben muss. Und tatsächlich ein bisschen neidisch macht, denn ich wär zu der Zeit da wohl auch durchaus gern durchgeschlendert und hätte rumgestöbert, was es so alles gibt.

It seemed to me at the time that they were pretty far ahead of us in terms of the variety of electronic devices, all of which are classics now, and probably highly collectible

Als wir am Wochenende bei meinen Eltern waren, ging es natürlich auch um alte Geschichten – wie Eltern eben so sind. Sobald die Freundin oder Frau mal wieder da ist, muss man dringend den eigenen Nachwuchs mit alten Kamellen bloß stellen, so will es das Gesetz.

Gut, ganz so schlimm war es nicht, vielleicht aber auch weil mir das mittlerweile ein bisschen egal ist. Wir sind ja schon verheiratet und so eine Scheidung ist halt viel Aufwand und teuer – dafür sind wir einfach beide zu faul. Und geizig.

Irgendwann sind wir aber auch auf alte Geschenke gekommen und so auch auf die ersten Mobiltelefone. Ich weiß nicht, ob mein Vater tatsächlich eines der ersten besaß, die man damals in den 90ern für okayes Geld erwerben konnte – aber er war recht früh dabei. Ich weiß leider auch nicht mehr, welches Modell das war, aber der Hersteller war Siemens, die haben ja auch recht lange im Handymarkt mitgemischt. Bis dann halt Apple kam und alles auf den Kopf gestellt hat.

Ich weiß sogar noch, dass das so eine lustige Antenne hatte, die man tatsächlich ausziehen musste, weil es sonst einfach nicht funktioniert hätte. Sehr lange hab ich das für Quatsch gehalten, der lediglich dazu diente, dass sich Leute besonders wichtig fühlen konnten, während sie den Telefonvorgang damit einleiten konnten: „Seht her, gleich werde ich ohne Kabel telefonieren und muss dafür lediglich diese kleine Popelantenne herausziehen. Ich bin wichtig“.

Was die meisten allerdings nicht wussten: Das Mobiltelefon war da schon viel älter, als man sich das vorstellen konnte. Bereits 1976 wurde es im Fernsehen beworben und das sogar auf eine Art, wie Werbespots tatsächlich eigentlich sein sollten. Außerdem mit richtigem Telefonhörer – ich wünschte, wir würden heute noch damit rumlaufen.

Ehrlicherweise: Ich bin nicht sicher, ob das gezeigte Gespräch tatsächlich so stattgefunden hat oder ob nicht doch auch hier schon geschummelt wurde.

Urlaub ist ja auch immer eine gute Zeit, um die Gedanken mal ein bisschen schweifen, das Geschehene Revue passieren und sich selbst in der Vergangenheit weilen zu lassen – zumindest im Kopf (wir sind ja hier schließlich nicht bei der CDU, die das gern komplett mit Sack und Pack macht).

Und so haben wir mal wieder überlegt, wo denn der bisher beste Urlaub stattgefunden hat. Ganz weit vorne war da Dänemark über Silvester, aber auch London – nicht zuletzt weil wir da schon mehrfach waren und es immer wieder neu, aber auch vertraut ist. Das beste Mal dabei war allerdings gar nicht richtig Urlaub, sondern fand im Rahmen einer Veranstaltung und für diesen Blog statt.

Recht kurz, aber das Hotel war Bombe und lag unfassbar zentral. Allein, dass die die Empfangshalle bzw. Rezeption durch kleine Düsen in der Decke parfümiert haben, spricht für sich.

Und London ist halt so herrlich widersprüchlich. Irgendwo halt hübsch, aber auch hässlich, gefühlt weiß man gar nicht, wohin man mit der Architektur will – mal modern, mal traditionell – zieht das dann aber so konstant durch, dass das schon wieder ein eigener Stil ist.

Dazu alles irgendwie unangenehm eng (nicht zuletzt die Häuser und Wohnungen), aber eben auch schön und gemütlich. Als Fußgänger kannst du dir die Hacken wund laufen, ohne wirklich viel von der Stadt zu sehen, gleichzeitig aber auch eines der besten öffentlichen Verkehrsnetze der Welt benutzen (und so wenigstens ein bisschen mehr sehen).

Und nicht zuletzt das Essen, dass natürlich typisch englisch sehr gewöhnungsbedürftig sein kann, aber auch einfach unfassbar lecker, wenn man weiß, was man tut und auch mal was riskiert,

All das kommt in dem kleinen Filmchen von Rick88888888 nicht so wirklich rüber, aber es zeigt immerhin London zur Zeit des zweiten Weltkriegs in Farbe:

Natürlich geht es hier dann auch vor allem um die künstliche Intelligenz, die hier mitgeholfen hat – bei mir verstärkt es aber vor allem mal wieder die Lust nach London zu reisen. Nur halt nicht jetzt, weil Corona und die ja auch gerade knapp an Lebensmitteln sind …

Schade, ich dachte erst, dass hier tatsächlich Berlin als Stadt bereits vor knapp 100 Jahren eine erste eigene Hymne (oder eben besser gesagt eine Sinfonie) bekommen hat – historisch gesehen schon eine kleine Sensation, aber auch irgendwie wieder typisch, dass ausgerechnet sowas wie Berlin sowas bekommt.

Dabei gibt es doch so viele andere, schönere Städte, die das viel eher verdient haben. Kassel natürlich nicht und Hannover ist nach wie vor einen Beweis schuldig, dass es nicht einfach platt gemacht und noch mal neu versucht wird. Aber Hamburg zum Beispiel. Oder auch einfach nur sowas kleines wie Glückstadt – einfach viel schöner und sympathischer als dieser Betonklotz, der mittlerweile Hauptstadt unseres Landes ist.

Aber gut, war sie halt noch nicht 1927 und vermutlich sah Berlin da tatsächlich noch deutlich besser aus als heute und viele andere Städte, die heute nicht nur an Berlin vorbeigezogen sind, sondern schon überrundet haben.

Genug rumgehackt auf diese Hässlichkeit, es sollte klar sein, was ich von Berlin halte. Und ja, ich kenne nicht alle Ecken, muss ich aber auch nicht – kenne ja auch nicht alle Ecken aller anderen Städte, die ich deutlich besser finde. Meinung, subjektiv und so.

Jedenfalls geht es hier viel mehr um einen Dokumentar-Film, der für seine damaligen Verhältnisse recht neu und modern daher kommt – und das eigentlich nur, weil dort erstmalig die Schnitte relativ kurz und hektisch gesetzt wurden, um eben das Leben schon damals möglichst anschaulich darzustellen. Was halt schon niedlich ist, weil das heute mittlerweile einfach zu einem der ersten und einfachsten Mittel gehört, wenn man Hektik irgendwie verdeutlichen möchte.

Dank künstlicher Intelligenz gibt es das nun auch in Farbe und besserer Qualität – macht Berlin aber dennoch nicht wesentlich toller:

Berlin: Symphony of a Metropolis or Berlin: Symphony of a Great City is a 1927 German film directed by Walter Ruttmann, co-written by Carl Mayer and Karl Freund.

Wirkt auf mich ein bisschen zu romantisch, aber vielleicht war das Leben tatsächlich auch ein wenig einfacher und schöner. Hatten ja immerhin kein Internet.

Das Geheimnis einer guten Ehe: Dem anderen ausreichend Freiraum lassen und nicht wie Kletten dauerhaft zusammenzukleben. Glaube ich zumindest, bin ja erst etwas mehr als ein Jahr verheiratet und hab diesen dämlichen Spruch auch nur gewählt um hier irgendwie eine Einleitung konstruieren zu können. Aber vielleicht wird ja zumindest die gut.

Denn worauf ich eigentlich hinaus will: Weil ich halt eher ungern verreise und auch durchaus nach Feierabend bzw. am Wochenende am Rechner sitze und my Home is my Castle bewachen muss, ist Line dazu übergegangen, häufiger einfach was mit Freundinnen zu machen. Da unsere Generation gerade auch recht heiratswütig ist, kommen da auch noch anderweitige Veranstaltungen hinzu wie Junggesellenabschiede und Organisationstreffen – kurzum: Sie ist öfter mal ohne mich unterwegs, was für uns beide durchaus angenehm ist.

Und immer, wenn ich dann mit Mia allein Zuhause bin, check ich die hiesigen Lieferdienste ab, um mal so richtig den Gönnjamin rauszulassen. In unserer aktuellen Wohnung ist das allerdings gar nicht so leicht, weil halt weniger zentral gelegen – die ganzen coolen Lokale liefern hier gar nicht hin.

Und irgendwie hab ich mir auch immer mal vorgenommen, bei McDonald’s oder Burger King zu bestellen. Klar könnte ich da auch einfach kurz hinfahren, aber ich will ja gar nicht raus und wenn die schon liefern … Problem ist allerdings, dass ich ungefähr die normalen Preise kenne und der Aufschlag für die Lieferung ist schon ordentlich, sodass ich dann bisher doch einfach eine TK-Pizza in den Ofen geschoben hab.

Letztes Wochenende aber nicht, weil … warum denn nicht endlich einfach mal machen. Also dann doch bestellt, vor allem auch, weil ich nichts zum Frühstücken für den nächsten Tag hatte. Meine Idee daher: Back to the roots und einfach einen Burger zum Frühstück. So wie damals bei der Bundeswehr …

Und wenn wir schon bei den guten alten Zeiten sind, dann können wir uns auch einfach mal eine McDonald’s-Filiale aus den 80ern anschauen:

Sah schon deutlich anders aus als die Art, wie sich die Filialen jetzt präsentieren. Was nicht heißt, dass das heute irgendwie besser ist …

Das hier ist eigentlich der perfekte Beweis, dass dieses Second-Screen-Ding nur so halb-gut funktioniert. Wer nicht weiß, was damit gemeint ist: Das Benutzen des Smartphones, während man irgendwas im Fernsehen schaut und sich im Idealfall darüber austauscht oder danach sucht. Halt ein zweiter Bildschirm in Benutzung.

Und genau das hab ich in letzter Zeit häufiger getan und dabei nur bedingt aufgepasst, als es darum ging, dass unsere Toilettennutzung ebenfalls immer mehr ein Problem für die Umwelt sein wird (und damit meine ich nicht nur die von meiner Frau und mir, sondern der gesamten Menschheit). Daher kann ich nur über die Gründe spekulieren, vermute aber mal, dass die Herstellung von Klopapier einiges an Ressourcen verbraucht und es durchaus auch noch Ecken in der Welt gibt, in denen man weit entfernt von irgendwelchen Hygiene-Standards ist.

Was halt bedeutet, dass wir uns auch dahingehend irgendwie weiterentwickeln müssen – ein erster Anfang könnte eine Reinigung ohne Klopapier zum Beispiel durch eine WC-Dusche sein, war ja zumindest mal vor ein paar Jahren auf dem Vormarsch (aber leider eben auch teuer).

Ich bin da aber guter Dinge, denn irgendeine Weiterentwicklung gibt es ja immer – manchmal halt deutlicher sichtbar, manchmal eher kleiner und verborgen. Francis de los Reyes ist Professor an der North Carolina State University und fokussiert sich auf “wastewater treatment plant design, environmental biotechnology and microbiology, fundamentals of environmental engineering, and water and sanitation for developing countries.“ Und genau dort beschäftigt er sich unter anderem auch mit der Entwicklung der Toilette, was nun in einem kleinen Erklärvideo mündete und zeigt, wie sich das Klo über die letzten Jahre und Jahrhunderte entwickelt hat.

Bildungsauftrag wieder erfüllt, würd ich sagen.

Ich hab ja immer mal wieder Videos, die irgendwas mit der DDR zu tun haben. Seien es nun Amateuraufnahmen aus einer Sammlung, bei der niemand so genau weiß, was das eigentlich soll oder Dokumentationen zum Beispiel über den Leipziger Hauptbahnhof oder auch nur den Alltag in der DDR. Ja, selbst eine 45-minütige Fahrt oder auch den Beweis, dass das Elektroauto schon damals als Idee und Prototyp existierte, hatte ich mal verbloggt – man könnte fast meinen, dass ich ein Fan wäre.

Dem ist aber nicht so, zumindest nicht offensichtlich und in der Form, dass ich das zugeben wollen würde. Vielleicht ist es einfach nur die Faszination, dass ich auch noch ein bisschen DDR miterlebt hab, das Land aber schlichtweg nicht mehr existiert. Wenn man so will, kann ich sogar behaupten, dass es mein Geburtsland nicht mehr gibt – so ein bisschen wie in Terminal mit Tom Hanks, nur dass ich zum Glück nicht auf einem Flughafen festhänge. Wobei, so schlecht ging es ihm da ja auch nicht.

Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die DDR der deutlich sympathischere Part ist, den es in der jüngeren Geschichte Deutschlands gibt. Davor kamen ja nur Hitler und Krieg und alles davor … machen wir uns nichts vor, das interessiert letztendlich die Wenigsten. Dabei ist auch klar, dass die DDR am Ende des Tages ebenfalls eine Diktatur war und nicht grundlos gescheitert ist.

Wie dem auch sei, nachfolgend ein weiteres Video für die Sammlung – dieses Mal eine Art Leitfaden für britische Soldaten, um sicher durch das Fledermausland zu kommen, wenn es darum geht, von Berlin nach Helmstedt bzw. umgekehrt zu gelangen.

The RMP video that was shown to “first time travellers” along the Berlin Corridor……from Helmstedt to West Berlin.

Schien auch nicht alles so einfach zu sein, damals™

Eigentlich bin ich ja der Letzte, der irgendwelche Ratschläge, Kritik oder sonstige Äußerungen über Erziehung und Erziehungsmethoden (von sich) geben dürfte, schließlich ist die eigene Kinderplanung noch eine ganze Ecke weit weg und alles, was ich weiß, basiert auf Erinnerungen aus der eigenen Erziehung – und für das Fellknäuel, dass hier seit mehr als zwei Jahren unseren Alltag durcheinanderbringt.

Man sagt zwar, dass so ein Hund in etwas so ist wie ein Zweijähriger, aber machen wir uns nichts vor: so einen Hund zu erziehen, ist jetzt keine Raketenwissenschaft, meistens scheitert es ja nur an der Konsequenz und Konstanz, wenn es um Wiederholungen so lange geht, bis auch der Hund begriffen hat, was man von ihm will. Prinzipiell kann man aber sagen: Belohne, was du gut findest und behalten willst und bestrafe / kritisiere, was abgestellt und gelassen werden soll.

Der Mensch ist da schon eine ganze Portion schwieriger und komplexer – und für ihn gibt es gefühlt Millionen Ansätze, wie man ihn formen kann. Angefangen von militärischer Härte und maximaler Disziplin, über „gute Vorbilder sein“ und darauf hoffen, dass das irgendwie zur Nachahmung führt bis hin zu antiautoritärer Erziehung, bei der Jeremy-Pascal selbst seine Grenzen austesten soll, eigentlich aber nur mal ein paar auf die Fresse verdient hat, ist alles dabei. Zumindest ist das der Eindruck, den ich bisher so bekommen hab.

Vermutlich gibt es aber gar nicht diese eine Methode, die bei allen mehr denn weniger gut funktioniert und die Mischung macht‘s einfach bzw. muss auf jeden individuell angepasst werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine gewisse Härte nicht verkehrt ist, elendig lange Diskussionen und vor allem Verbote nur so semi-gut funktionieren.

Auch in der DDR hatte man recht klare Vorstellung von Kindererziehung. Da ich nur die letzten 4 Jahre mitbekommen hab, existieren nicht so wirklich Erinnerungen daran, würde aber dennoch behaupten, dass es nicht verkehrt ist, dass wir das so in dieser Form hinter uns gelassen haben:

Die Dokumentation vergleicht die unterschiedlichen Erziehungskonzepte in der frühkindlichen Erziehung in Kindergärten der DDR und China zu denen in der Bundesrepublik oder den USA.

Ich war ja auch schon fast versucht, zu glauben, dass dieser Sommer ein bisschen normaler werden würde als der aus dem letzten Jahr. So ein bisschen wie 2019, als noch niemand an irgendwelche Pandemien gedacht hat und das größte Problem die neue Bon-Pflicht zu sein schien. Erinnert sich da eigentlich noch einer dran? Was ‘n daraus geworden?

Wie wir alle wissen, kam es dann anders als gedacht und das meine ich in vielerlei Hinsicht: Erst sollten wir alle Zuhause bleiben und Kontakte vermeiden, irgendwann durften dann doch Leute durch die Weltgeschichte reisen (oder auch nicht und haben es dennoch getan) und Wellen hatten nur noch bedingt primär was mit Wasser zu tun.

Mittlerweile sind einige schon geimpft und die Inzidenz sank überraschend schnell auf ein erfreuliches Niveau. Maßnahmen wurden zurückgenommen und teils gab es schon Fernsehbilder von feiernden und entspannten Menschen, die wie aus einer anderen Welt wirken.

Mittlerweile ist die Delta-Variante auf dem Vormarsch, gefühlt längst da und wir können bereits wunderbar beobachten, wie die gleichen Fehler erneut gemacht werden. Einen Fehler ein Mal machen, kann passieren. Ein zweites Mal ist schon ein bisschen dumm. Ein drittes Mal sehr dämlich und beinahe schon Vorsatz. Und ein viertes Mal … Wahlkampf?

Und selbst wenn der Urlaub am Strand schneller vorbei ist als gedacht (was bei einigen bereits zutrifft), wird das vermutlich auch erstmal nichts daran ändern, dass sich Jugendliche vorerst weiter Zuhauf in Parks treffen und nur darauf warten, dass die Polizei zu später Stunde anrückt und den Bums auflöst.

Umso unwirklicher (und tatsächlich aus der Zeit gefallen) wirken da die Bilder eines Strandtages aus dem Jahr 1899. Sehr gesittet, ruhig und entspannt und vor allem mit enorm viel Kleidung bedacht.

Time travel back 122 years to the beaches of Étretat and Le Tréport in Normandy France.

Possibly filmed by Georges Méliès, with its innovative wide panning shots, while on holiday with his family in 1899. Méliès was already moving away from making actuality films. His classic Trip to the Moon was released in 1902.

Hat halt so gar nichts mit einem Strandbesuch aus der heutigen Zeit zu tun, oder?

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Der Mann hinter den Lachern aus der Konserve https://www.wihel.de/der-mann-hinter-den-lachern-aus-der-konserve/ https://www.wihel.de/der-mann-hinter-den-lachern-aus-der-konserve/#comments Wed, 16 Jun 2021 06:02:03 +0000 https://www.wihel.de/?p=115753 Der Mann hinter den Lachern aus der Konserve | Was is hier eigentlich los?

Ich muss sagen, ich hab sehr lange gebraucht, bis ich kapiert hab, dass bei vielen Comedy-Serien und Shows die Lacher, die man immer mal wieder hört, gar nicht so echt sind, wie sie scheinen sollen. Gerade in den früheren Produktionen hat man sich gefühlt auch noch mehr Mühe gegeben, das zu verschleiern – zumindest kann ich mich dran erinnern, dass die Lacher bei „Eine schreckliche nette Familie“ immer anders klangen als überall sonst.

Wenn ich aber so darüber nachdenke, bei der Cosby-Show war das schon sehr auffällig, die steht ja aber auch aufgrund ihres Haupthauptdarstellers unter speziellem Licht.

Auf der anderen Seite muss man zu meiner Verteidigung mir auch zugutehalten, dass bei vielen der Shows ja tatsächlich Publikum anwesend ist bzw. war. Warum dann dennoch auf Dosenlacher zurückgegriffen wird, erschließt sich mir nur bedingt, könnte aber gut einfach mit der Sound-Qualität zusammenhängen. Womöglich gibt es die Lacher sogar im Studio zu hören, damit die Leute auch wissen, wann sie Lachen sollen und wann nicht – ein bisschen wie mit den Anzeigetafeln, wann man klatschen soll (die es auch heute noch gibt, zumindest als ich das erste und einzige Mal bei einer Lanz-Sendung im Publikum saß).

So sehr diese Lacher mittlerweile auch künstlich wirken und teils nerven – sie sind tatsächlich aber nützlich. Ging zumindest mir zuletzt so, als ich irgendwelche Formate gesehen hab, wo normalerweise Publikum vorhanden ist und man nicht auf Lacher aus der Dose zurückgriff. Es wird da teils wirklich schwer, in die richtige Stimmung zu kommen oder das Ganze auch als so lustig zu empfinden, wie es mal mit Publikum der Fall war. Der Mensch scheint tatsächlich ein Herdenlacher zu sein, der alleingelassen schnell die Orientierung verliert.

Und wessen Schuld ist das? Die von Charles Douglass. Der hat nämlich die Lacher vom Band quasi erfunden und als erster ein Gerät dafür gebastelt. Wie sich das für damals gehört noch schön mit Tonband, tatsächlich aber auch schon ziemlich durchdacht:

A behind the scenes look at a “laugh track” session with audio engineer Carroll Pratt for TV sitcom “Webster” in 1983. Pratt added “canned laughter” to TV shows using a custom “laff box” which he designed and built. Pratt began doing “laugh sweetening” in the late 1950s with Charley Douglass, developer of the original “laff box” sound effects device. By the 1980s Pratt’s company was providing prerecorded laughter for about 80% of all sitcoms on TV in the U.S.

Und doch gilt auch hier: Echte Lacher sind nach wie vor besser als der künstliche Kram vom Band.

Bilder, bei denen sich fähige Menschen ausgetobt und selbige restauriert und dabei nachkoloriert haben, gibt es ja schon seit längerem und auch bei Videos ist das mittlerweile alles andere als ein richtiges Wunder – allein wir hatten hier ja schon die Niederlande und auch Potsdam, wobei nicht ganz so alt, wie nun dieses Video.

Denn damit geht es direkt mal 110 Jahre in die Vergangenheit nach Berlin. Ich will auch gar nicht sagen, dass 110 Jahre jetzt nicht sonderlich viel ist, auf der anderen Seite ist es aber auch „nur“ ein sehr langes Leben oder halt sowas wie anderthalb Leben. Und wenn man dann sieht, wie Berlin damals aussah, wie es heute aussieht und was sich zwischenzeitlich entwicklungstechnisch in der Welt abgespielt hat – heiliger Bimbam. Das muss man sich wirklich mal vor Augen führen, das ist eigentlich blanker Wahnsinn.

So oder so, hier also wieder ein tolles Video, bei dem Software und künstliche Intelligenz zwar kräftig mitgeholfen haben, aber eben auch beweisen, was für Voodoo mittlerweile möglich ist.

EN: Really spectacular, rare film footage of Berlin more than a century ago in color. The original B&W film has been motion-stabilized, speed corrected, restored, enhanced and colorized by means of special Artificial Intelligence software.
The film shows how beautiful Berlin was before both World wars. It starts with a drive by carriage through the Friedrichstrasse, followed by the Leipziger-strasse, the statue (“Denkmal”) for Kaiser Wilhelm-I, the Siegesallee, the Siegessäule with its golden angel on top, a close-up of the statues in relief on its base, a baroc fountain and old Berlin as seen from the water.

DE: Wirklich spektakuläres, seltenes Filmmaterial von Berlin vor mehr als einem Jahrhundert in Farbe. Der ursprüngliche Schwarzweißfilm wurde mithilfe einer speziellen Software für künstliche Intelligenz bewegungsstabilisiert, geschwindigkeitskorrigiert, restauriert, verbessert und koloriert.
Der Film zeigt, wie schön Berlin vor beiden Weltkriegen war. Es beginnt mit einer Fahrt durch die Friedrichstraße, gefolgt von der Leipziger Straße, der Statue (Denkmal) für Kaiser Wilhelm-I, der Siegesallee, der Siegessäule mit ihrem goldenen Engel oben, einer Nahaufnahme der Statuen in Relief auf seiner Basis, ein Baroc-Brunnen und das alte Berlin vom Wasser aus gesehen.

Am Freitag noch durch die Lokalnachrichten zur Kenntnis genommen, Sonntag morgen direkt schon wieder vergessen: Es war wieder Hafengeburtstag in Hamburg und das eigentlich schon zum 832. Mal (wobei ich glaube, dass man die ersten Jahre da noch kein wirklich großes Brimborium draus gemacht hat).

Und eigentlich ist mir das auch ziemlich egal, denn bisher war ich nur ein Mal beim Hafengeburtstag und das war halt nicht so wirklich im Sinne von „Geil, da muss ich unbedingt wieder hin“. Massen von Menschen, die sich durch die Schlucht von Fressbuden schieben und eigentlich nur daran interessiert sind, sich den Bauch mit Bratwurst und Bier zu füllen – das kann man auch in entspannterer Runde haben. Zumal man in diesem Sumpf so rein gar nichts mehr vom Hafen sieht und eigentlich nur wieder weg will.

Dann doch lieber Zuhause bleiben und sich den Kram im Fernsehen anschauen – sieht man eh viel mehr und besser und bekommt auch noch ein paar Zusatzinfos.

Außerdem: Sowohl das letzte Jahr als auch dieses Jahr haben ja ganz gut gezeigt, dass der Hafen auch gut ohne diesen ganzen Kram auskommt und trotzdem noch funktioniert. Viel mehr noch: Kostet ja auch Geld und Aufwand, den man sich so mal sparen bzw. besser investieren konnte.

Auf der anderen Seite: Ohne diesen ganzen Kram ist der Hafen eigentlich ganz schön, vor allem wenn er einfach tut, was er so tut und man da entspannt langschlendern kann – halt ohne Menschenmassen und am besten nahezu allein. Das höchste der Gefühle dann natürlich: Ein Fischbrötchen bei dem einzigen Laden, der offen hat und das darf dann natürlich beinahe schon dreistellig kosten. Schmeckt dafür aber auch sehr gut (aber auch nur am Hafen – wer das mit nach Hause nimmt und dort verspeist, wird sich wundern, wie kacke es dann schmeckt).

Will sagen: Manchmal ist weniger mehr. Sieht man auch ganz gut am nachfolgenden Video, dass die HHLA ausgegraben hat und das Treiben im Hafen in den 70ern zeigt:

Porträt eines Universalhafens: Wunderbarer Imagefilm des Hamburger Hafens im typischen Stil der 1970er Jahre mit fetziger Musik! Das Tor zur Zukunft: https://hhla.de/magazin​ – Online-Magazin der Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft

Dennoch: Alles Gute nachträglich!

Eine der eher unsinnigeren Regeln: Man soll nicht sinnlos mit dem Auto durch die Gegend fahren. Dabei erscheint der Sinn eigentlich sehr deutlich – Umweltschutz sowohl was Abgase als auch Lautstärke betrifft, ebenso ist es eine Verschwendung von Ressourcen wie Sprit als auch Verschleiß am eigenen Wagen. Seine Zeit kann man schließlich deutlich besser und sinnvoller verwenden, genauso sein Geld.

Unsinnig wird es ist es deshalb, weil es nahezu unmöglich ist, das vernünftig zu kontrollieren. In den seltensten Fällen sieht man den Leuten ja allein am Wagen oder an den Insassen an, aus welchem Grund sie gerade im Auto sitzen. Eigentlich gibt es nur eine Situation, in der man das einigermaßen zweifelsfrei behaupten kann: Wenn jemand in kurzen Abständen zum wiederholten Male an der auf Lauer liegenden Streife vorbei fährt. Wobei das ja auch erst ab dem 4. Vorbeifahren greifen dürfte, schließlich könnte ja jemand einfach nur etwas vergessen haben, was er oder sie nun noch schnell holt.

Bleibt also nur ins blaue Fragen und auf Verdacht die Leute rausziehen – und dabei landet man dann schnell im Bereich des (racial) Profilings, was halt auch schon wieder Scheiße ist.

Im Grunde also ein Regel, die zwar gut gemeint ist, aber eben nicht gut gemacht. Wer dafür ein anderes Beispiel braucht: Deadlines. Die machen auch in den seltensten Fällen Sinn, denn entweder sind sie so gesteckt, dass man sie definitiv nicht einhalten kann, was halt direkt demotivierend ist und sie überflüssig macht – oder man setzt sie so, dass man sie problemlos einhalten kann … was sie halt auch wieder überflüssig macht. Kurzum, niemand braucht Deadlines. Und niemand braucht Regeln und Verordnungen, die nicht kontrolliert werden können.

Sinnlos fahren die Briten im nachfolgenden Video nicht durch die DDR – dafür aber ganze 45 Minuten. Das hat ein bisschen was von den „schönsten Bahnstrecken Deutschlands“, weil halt recht wenig miteinander gesprochen wird – ist aber auch wieder interessant, weil es ein angenehm langer Blick in die Vergangenheit ist:

BRIXMIS November 1988. Transit route from West Berlin to Mission House via Glienicke Bridge. Transit route from Michendorf in DDR on route 2 to Glienicke Bridge via Potsdam city centre and Mission House.

Ich glaube, ich hab es irgendwo schon mal erwähnt: Einer der netteren Nebeneffekte vom ständigen Homeoffice ist: Wir sparen unfassbar viel Benzin-Kosten. Was gleich doppelt gut ist, da der Spritpreis dieses Jahr ordentlich angezogen hat – ich war aber dieses Jahr erst ein einziges Mal tanken und wir haben fast April. Neuer Rekord quasi.

Gut, auf der anderen Seite steigen natürlich die Wohn-Nebenkosten, aber hat ja auch keiner erwartet, dass alles plötzlich billiger wird, nur weil wir Zuhause sitzen. Im Gegenteil … Darum soll es aber gar nicht gehen.

Ebenfalls positiv: Deutlich weniger Kontakt zu anderen Autofahrern, denn wir alle wissen ja auch, dass niemand so gut fährt, wie man selbst und eigentlich in jedem anderen Auto nur ein weiterer Idiot sitzt, der seinen Führerschein im Lotto gewonnen hat. Besonders schlimm schien das in den 60er Jahren in England gewesen zu sein.

Wundert mich ehrlich gesagt nicht, die fahren ja bis heute auf der falschen Straßenseite – was will man da großartig an Verkehrsintellekt erwarten? Und richtig schlimm wird es, wenn der liebende Familienvater auch noch seine Sonnenbrille aufsetzt – dann verwandelt er sich in ein so großes Arschloch, dass sich selbiges nicht mehr hinter der Heile-Welt-Fassade des Familienvaters verbergen lässt:

A man coming out of his suburban house and giving his wife and daughter a kiss. He gets into his car in the garage; puts on his sunglasses and turns into a road monster! He reverses onto the road, narrowly missing a small boy on a bike, and backs straight into the path of a nifty sports car.

Gibt’s bzw. gab es aber nicht nur in England und auch nicht nur in den 60ern – habe exakt dieses rücksichtslose Rückwärtsausparken erst am Wochenende erlebt. BMW-Fahrer … da kann man auch nichts anderes erwarten.

Warum auch immer haben Line und ich Kurt Krömer bzw. Chez Krömer gerade wieder für uns Entdeckt. Das eine oder andere Video hab ich bereits vorab allein geschaut und vielleicht gab es auch gar keinen richtigen Anlass – vielleicht hab ich auch einfach nur mal dumm in der YouTube-App umher gescrollt und einfach eine Ausgabe angemacht. Ich weiß es wirklich nicht mehr.

Was ich aber weiß: Nahezu jede Folge davon ist eine reine Überraschung. Klar, in erster Linie erwartet man, dass er seine Gäste grillt und sowohl bei Philipp Amthor als auch dem ollen Höller hat das wunderbar geklappt – aber wenn zum Beispiel Torsten Sträter zu Besuch ist, kann man wenigstens erahnen, dass das eher eine freundschaftliche Sendung wird.

War dann auch so, hatte aber auch nur bedingt mit Witz und Komik zu tun, denn tatsächlich haben sich die beiden über ihre jeweiligen Depressionen unterhalten, was dem Ganzen von Natur aus eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht hat. Und vielleicht war es genau diese Folge, die dazu geführt hat, dass wir uns noch weitere angeschaut haben und mittlerweile auch den ersten Teil des Zwiegesprächs mit Gregor Gysi hinter uns gebracht haben.

Beinahe schon logisch, dass es da auch viel um das Leben in der DDR, was ich einfach mal zum Anlass nehme, auf das nachfolgende Video hinzuweisen, dass schicksalhaft in den letzten Tagen in meinem Feedreader gelandet ist: Der Alltag von Familie Sobottka in der DDR.

Ein Format, das vermutlich damals sowas wie bahnbrechend war – mittlerweile ist es ja ein alter Hut, dass irgendwelche Leute mit der Kamera begleitet werden und zeigen, wie sie Leben und Arbeiten. So alt, dass es derlei Formate mittlerweile auch nur gescriptet gibt … aber das ist ein anderes Thema.

Auf jeden Fall ein wunderbares Zeitdokument aus einer Zeit, die mittlerweile immer mehr in Vergessenheit gerät:

Der Film bietet u.a. einen Einblick in die Arbeitswelt des Kabelwerk Nord, einem Betriebsteil des VEB Kabelwerk Oberspree.
Zehn Jahre später drehte das ZDF nochmals eine Reportage über Familie Sobottka.