Zeitgeschichte – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Tue, 15 Sep 2020 05:54:51 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.1 Retro-Werbung von 1997 https://www.wihel.de/retro-werbung-von-1997/ https://www.wihel.de/retro-werbung-von-1997/#comments Wed, 16 Sep 2020 10:51:28 +0000 https://www.wihel.de/?p=103967 Retro-Werbung von 1997 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Ich hasse Werbung. Und ich liebe Werbung. Allerdings greift die Liebe nur sehr selten, denn sie gilt gut gemachter Werbung und davon sieht man leider immer weniger – Stumpf ist Trumpf stimmt wohl leider zu sehr als dass sich die Industrie noch die Mühe macht und wirklich mal was präsentiert, was gut ist. Kann aber auch sein, dass ich es einfach nicht mehr sehe, weil wir ja alle nur noch irgendwelche Streaminganbieter benutzen und lineares Fernsehen zusammen mit Radio immer mehr auf der Strecke bleibt. Und das Netz selbst ist ja auch nur voll von den üblichen Nervbannern …

Womit wir auch direkt beim Hass wären, denn Werbung nervt einfach. Das gilt sowohl für die Endkonsumentensicht als auch für die Sicht, wenn man in dem Bereich arbeitet. Man mag mir mangelnde Loyalität zur Industrie vorwerfen (bitte nicht Verwechslung mit der Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber – der ist in weiten Teilen sehr super), aber wie viel Quatsch da jeden Tag geredet und fabriziert wird, geht auf keine Kuhhaut. Auch nicht auf die, von der lila Milka-Kuh. Aber die Leute nehmen halt den größten Blödsinn gern für bare Münze und dann ist das einfach so.

Bestes Beispiel: Alters- und Geschlechter-Targeting. In der breiten Masse mag das einigermaßen zutreffen, wenn ein Anbieter sagt, dass die Leute irgendwas zwischen 18 und 25 Jahre alt sind. Aber schaut man mal genauer hin, ist das mehr als unhaltbar, schließlich werden nicht Menschen gertargetet, sondern Geräte. Und ob da wirklich derjenige dahinter sitzt, den man dahinter sitzen haben möchte … das bezweifle ich stark. Aber es gibt eben Anbieter, die sagen, dass das so ist und alle Welt glaubt das dann. Nicht auf Basis von irgendwelchen Nachweisen, sondern weil „muss so sein“.

Womöglich war es 1997 nicht so stark ausgeprägt wie es heute der Fall ist – bis zu einem gewissen Grad war es aber auch damals so. Zumindest behaupte ich, dass der Bullshitfaktor in Relation identisch gewesen sein muss – total gesehen war vielleicht aber doch noch nicht alles so wahnsinnig, wie es heute der Fall ist. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mir gern mal alte Werbespots anschaue. Zumindest waren sie anders und im Rückblick unterhaltsamer als der Bums, den wir mittlerweile ertragen müssen:

I was in the military and there’s one thing for certain – I missed out on a lot of 90s pop culture!

Wobei wir damals vermutlich genauso gedacht haben, wie wir heute denken und es ist nur dieses typische „Früher war alles besser“-Gefühl.

Was mich ja immer wieder beeindruckt: Wie Menschen zu Experten werden. Dabei meine ich nicht die Experten, die sich einfach nur Experten nennen und dann in irgendwelchen Talkshows und deren einziges Expertentum darin besteht, Experte zu sein (was unfassbar absurd ist, denn wie soll man Expertise aus einem Bereich vorweisen, wenn man gar keine hat?).

Nein, ich mein die Leute, die einfach jeden einzelnen Handgriff aus dem Effeff beherrschen und man das nur wissen kann, wenn man eine entsprechende Ausbildung und ausreichend Erfahrung mit sich bringt. Am besten sieht man sowas immer in Handwerker-Videos oder IKEA-Bauanleitungen. Im Grunde weiß jeder, wie das fertige Produkt grob hergestellt wird, aber es sind eben die Zwischenschritte und am Ende unsichtbaren Handgriffe, die dafür sorgen, dass das Teil am Ende so dasteht, wie es dastehen soll. Der Teufel sitzt halt immer im Detail.

Aber die Zeiten ändern sich und teilweise reicht es auch schon, sich ein paar Videos auf YouTube anzuschauen und Anleitungen im Netz zu lesen. So hab ich zum Beispiel schon mehrfach iPhone-Akkus getauscht oder auch gelernt, wie man eine Auto-Batterie wechselt (das Muster, dass es sich hier immer um Batterien handelt ist tatsächlich Zufall). Und auch – bisher mein größer Stolz, wenn auch mit deutlichen Anfängerfehlern versehen – die Kiste hab ich nicht einfach aus dem Kopf gebaut, sondern erst nach dem Studium diverser Anleitungen.

Und mit dem nachfolgenden Video werden wir jetzt auch einfach Experten im Gästeservice – zumindest wenn es darum geht, Scheiben von einem Braten zu schneiden:

This is me in a Old Country Buffet Training Video
This will teach All of you the Proper way to slice meat at dime thicknesses !
Bahahahahahaha

Man weiß ja nie, wann man das mal gebrauchen kann. Gerade in diesen unsicheren Zeiten.

Es wird kurz nostalgisch und vermutlich erkennt auch nicht wirklich jemand irgendwas auf den Bildern, aber das ist ein nicht unwesentlicher Teil meiner Jugend: Winamp. Wobei besser gesagt handelt es sich um Skins für Winamp und da keiner mehr Winamp kennt oder sich vorstellen kann, wofür man das kleine Stück Software braucht, ein kleiner Exkurs:

Es gab mal eine Zeit, da war an Streaminganbieter nicht zu denken. Das Internet war zu schlecht, die Plattenfirmen zu mächtig und überhaupt konnte man gar nicht die ganze Zeit online sein, weil Muttern ja auch mal telefonieren wollte. Jep, im Internet surfen und gleichzeitig telefonieren war damals nicht möglich.

Das Winamp Skin-Museum | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Aber wir wollten trotzdem Musik hören also kam es nicht selten vor, dass wir unsere Computer schnappten und uns trafen. Das klingt deutlich leichter als es damals war, denn sowohl Computer als auch Bildschirm waren riesig und sackschwer. Aber nur so konnten wir Musik tauschen, was die Industrie natürlich nicht gern sah – aber wo kein Kläger, da kein Richter.

Und dann schaufelten wir uns die Platten mit mp3s mal mehr mal weniger guter Qualität voll. Doch brauchte es noch etwas zum Abspielen und da kam man früher oder später nicht an Winamp vorbei. Ein kleines Stück Software, mit dem man vornehmlich Musik abspielen konnte, in dem man den Klang so anpassen konnte, wie man es wollte und das sich selbst auch bis zur Unkenntlichkeit anpassen ließ.

Winamp war einfach der Shit.

Und Jordan Eldredge hat sich die Mühe gemacht und irgendwas um die 65.000 Skins zusammengesammelt (oder sammeln lassen – schwer vorstellbar, dass das ein Mensch alleine schaffen kann) und präsentiert diese unter Skins.Winamp.org.

Das Winamp Skin-Museum | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Das sensationelle ist: Die Dinger lassen sich nicht nur anschauen, sondern auch ein Stück weit benutzen und das katapultiert jeden, der damit zu tun hatte, direkt in diese Zeit zurück. Einfach wunderbar.

Wer noch mehr davon will, folgt am besten diesem Twitter-Bot, der regelmäßig irgendeinen random Skin postet oder probiert auch einfach mal diese Webvariante aus.

Und ich sags ganz ehrlich: So nervig das Speichern und Verwalten eigener mp3s auch war – für Winamp wünsch ich mir die Zeit ein bisschen zurück.

Offiziell ist immer noch geplant, dass wir im Oktober in die USA fliegen – die eigentliche Hochzeitsreise, die wir ein bisschen geschoben haben, damit wir nicht unsinnig überhöhte Preise zahlen müssen. Gebucht irgendwann letztes Jahr, als von Corona noch keine Rede war – bekanntlich kam dann doch alles ein bisschen anders. Geheiratet haben wir inzwischen und sogar kleine Flitterwochen direkt im Anschluss innerhalb Deutschlands nutzen, weil die Lockerungen dann doch früher kamen als wir es zwischendurch befürchtet haben.

Ich behaupte aber mal: das wird im Oktober nicht der Fall sein, zum einen weil sich die obersten Entscheidungsträger in den USA in Bezug auf Corona wie die letzten Vollidioten verhalten und die Lage alles andere als im Griff haben, zum anderen weil in den USA nicht nur Corona eines der größeren Probleme ist. Oder anders gesagt: Wer aktuell in die USA fliegt um dort Urlaub zu machen, hat den Schuss nicht gehört.

Innerlich haben wir mit der Reise daher schon abgeschlossen, allerdings ist da ja noch das Problem mit der Kostenrückerstattung. Ein Flug wurde bereits von einer Airline abgesagt, leider ist es der dritte von 4 Flügen und somit der erste Teil des Rückflugs. Was gleich mehrfach unglücklich ist, weil es nicht dazu führt, dass die komplette Reise damit offiziell ins Wasser fällt und die aktuell bestehenden Corona-Sonderregeln nur für Europa gelten. Flüge über die europäische Grenze hinaus sind davon ausgeschlossen, was aktuell am Ende bedeutet: Für den ausgefallenen Flug können wir einen Gutschein von besagter Airline erhalten … was halt mal so gar nicht hilft. Keine Ahnung, wie sich das alles noch entwickeln wird, aber ich befürchte … den Großteil des Geldes sehen wir auch nicht wieder … Teures Lehrgeld, wenn man so will.

Aber Gesundheit geht nun mal vor und deswegen werden wir auch zwei, bis drei Mal überlegen, was wir am Ende machen – vermutlich aber Zuhause bleiben und stattdessen einfach Videos von New York gucken. Wenn wir nicht nach New York können, muss New York eben zu uns kommen – nachfolgend immerhin zur Weihnachtszeit und in Form einer kleinen Zeitreise aus dem Jahr 1976:

Some fantastic Super 8mm tourist footage of New York at Christmas in 1976, featuring all the classic locations!

This is a home movie and the music was the original music added to the Super 8mm film by the person who shot it. Although it doesn’t fit the time period it was their personal choice and as such I decided to keep it true to their edit.

Damals™

Leider hab ich die besten Zeiten des Musikfernsehens auch schon nicht mehr mitbekommen – ich war damals einfach zu jung, um zu verstehen und anzuerkennen, wie großartig es sein kann, neben großartiger Musik auch unterhaltsame Videos serviert zu bekommen. Ich war halt damals noch (zu) jung und dumm und hatte kein Geld.

Als dann tatsächlich Musikfernsehen auch für mich interessant wurde, war zum einen die Musik schon auf dem absteigenden Ast, vor allem aber nahm die Durchsetzung mit Werbung – vor allem für Klingeltöne und völlig sinnfreie Abos – zu und gipfelte wenige Jahre später in einem unerträglichen Ausmaß. Wir alle kennen das Ergebnis: Es wurde Werbefernsehen, bei dem man zwischendrin mit etwas Glück und viel Geduld auch mal ein Musikvideo erleben durfte.

Dazu eine unfassbar große Anzahl an Pseudo-Reality-Sendungen, die einfach nur schlecht waren. Lange Rede, kurzer Sinn: Mit Musik hatte das nicht mehr viel zu tun und mit Fernsehen auch nicht mehr.

Da wundert es auch nicht, dass MTV irgendwann von der Bildfläche verschwand. Irgendwann lief das Programm dann im Bezahlfernsehen und warum auch immer ist man nun wieder im frei empfangbaren TV zu finden. VIVA war da schon beständiger, hat aber vor ein paar Monaten auch die Füße hochgerissen, sodass mir eigentlich nur noch Deluxe Music einfällt, die tatsächlich auch noch richtiges Musikfernsehen betreiben – aber eben deutlich unter dem Radar unterwegs sind (was vielleicht auch gar nicht verkehrt ist – Erfolg in dem Bereich scheint zu fragwürdigen Entscheidungen zu führen).

Wie auch immer, irgendwer hat jedenfalls nun die ersten Stunden von MTV aufbereitet und ins Netz gestellt. Das allein ist schon ganz großartig, aber mindestens genauso faszinierend ist die Videobeschreibung an dieser Stelle, die auch ein bisschen von Problemen und kleinen Fehlern von damals™ erzählt:

Damals, als Musikfernsehen seinen Namen noch zu Recht trug.

Gut möglich aber auch, dass der Autoindustrie einfach nur das Schicksal blüht, dass allen Industrien und Geschäftszweigen blüht – irgendwann ist es halt einfach vorbei, zumindest mit dem dauerhaften Erfolg. Immer mehr, immer weiter, immer höher geht halt einfach nicht.

Und da hilft dann auch kein durchsichtiges Auto, so wie beim Pontiac Ghost Car. Okay, die Überleitung war mehr schlecht als recht, aber draußen sind auch Tausendhundertmillionen Grad, da kann keiner Höchstleistung erwarten. Dennoch ist das Pontiac Ghost Car einen Blick wert, denn es ist nahezu vollständig durchsichtig und gewährt so Einblicke in ein Auto, die man sonst nicht bekommt – nicht mal der Mechaniker, der das Ding irgendwann zusammengebaut hat.

Das spannende dabei: Die Form lässt es eigentlich schon erahnen, das Ding wurde nicht etwa in unseren modernen Zeiten als Werbe-Gag oder aus Style-Gründen gebaut, sondern 1939 und um eine Art Ausblick in die Zukunft zu geben. Denn Designer Norman Bel Geddes hat sich genau so die Zukunft vorgestellt – wir alle fahren in durchsichtigen Autos umher …

Ich hab allerdings so meine Zweifel, dass man dauerhaft wirklich durchschauen kann – so ein Auto bleibt ja durch Benutzung eher selten sauber, sowohl von außen als auch innen. Dürfte dennoch spannend zu sehen sein, wie da alles im Inneren zusammenarbeitet und welches Teil wann was genau macht.

Nachfolgend gibt es ab ungefähr 01:39 noch mal eine Handvoll mehr Infos zum Wagen:

Eigentlich ist das Internet ja ein ganz angenehmer Ort, wären da nicht all die Nazis, Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger, doofen Influencer, Trolle, Impfgegner, Verbrecher, Spammer und sonstigen Idioten, die einem nahezu immer versuchen, den Tag zu versauen. Eigentlich haben wir mit dem Internet einen Platz, den wir so erschaffen und gestalten können, wie wir wollen und so eine Welt erschaffen, in der nahezu alles gut ist. Außer die Speicherbegrenzung bei web.de und GMX – wobei, wir würden vermutlich web.de und GMX gar nicht erst erschaffen, weil es schlichtweg bessere Alternativen gibt (und bevor einer schreit: Ja, ich hatte auch bei beiden Anbietern E-Mail-Postfächer – war halt dumm).

Aber wir leben nun mal nicht bei „Wünsch dir was“, sondern bei „so isses“ und müssen einfach damit klar kommen, dass 98% der Menschen eher dumm sind und einem das Internet schlecht machen. Vor ein paar Monaten war es zumindest für mich besonders schlimm, weil ich aufgrund der Aktualität von Corona vermehrt Nachrichten und auch Twitter verfolgt hab und danach wirklich Urlaub brauchte. Das war nicht nur anstrengend, das war maximal deprimierend und einfach nur fürchterlich.

Aber hin und wieder ist das Internet eben doch dieser wunderbare Ort, den wir uns alle wünschen. Vor ein paar Tagen zum Beispiel hab ich ein Video gefunden, dass die Schwebebahn in Wuppertal 1902 zeigt. Tolles historisches Dokument, aber leider gänzlich ohne Ton, was es dann halt deutlich uninteressanter macht. Guckt sich halt keiner an, der nur einen Ticken weniger an derlei Geschichtskram interessiert ist.

Also den Beitrag verworfen, bevor er geschrieben war. Und nun gibt es besagtes Video erneut, dafür aber nachkoloriert, stabilisiert, skaliert und vertont. Da jetzt Farbe mit im Spiel ist, geht ein bisschen das historische verloren, das Video ist dennoch aber nun deutlich sehenswerter als vorher:

Upscaled with neural networks footage of “Wuppertal Schwebebahn” shot in 1902. Btw, the train system hasn‘t changed much and still functional. The “Schwebebahn” was built mostly over the river to save space.

✔ Upscaled to 4K;
✔ FPS boosted to 60 frames per second, I have also fixed some playback speed issues;
✔ Stabilized;
✔ Colorized – please, be aware that colorization colors are not real and fake, colorization was made only for the ambiance and do not represent real historical data.

Übrigens: Nicht nur die Leute im Internet sind eher dumm, sondern auch außerhalb. Denn neulich hab ich noch irgendwo gelesen, dass die Schwebebahn neue Züge bekommen soll – leider zu schwer und somit zu belastend für Räder und Bahn. Die Lösung: Das Ding fährt dann zukünftig einfach seltener …

Vermutlich kennen wir alle dieses Meme, bei dem man ein abgebranntes Haus sieht und ein Schild irgendwo im Bild, auf dem steht, dass dadurch die Spinne endlich vertrieben oder getötet werden konnte. Oder so ähnlich – nicht ganz mein Humor, trotzdem on point.

Und so ein bisschen wirkt auch die nachfolgende Geschichte, die man sich schon aus der Überschrift erschließen kann, denn … so ein Atombombe ist dann doch schon ein gewaltiges Kaliber und nicht in erster Linie ein Hilfsmittel – schon gar nicht, wenn man an ein Gas-Leck denkt.

Dabei ist das Prinzip nahezu einleuchtend und kannte ich so schon von einer Folge MacGyver, die ich mal vor Ewigkeiten gesehen hab. Da brannte auch ein Gas- oder Öl-Leck, was man halt nicht einfach so gelöscht bekommt.

Die Lösung bei MacGyver war: Eine Explosion in unmittelbarer Nähe, die den Sauerstoff entzieht und so das Feuer erstickt. Im Endeffekt war das eine sehr lehrreiche Folge, aber auch unfassbar langweilig, weil MacGyver gar nicht so viel cooles Zeug basteln konnte, wie man sich das immer vorstellt.

Im Nachfolgenden Video wird ein ähnliches, aber dann doch anderes Prinzip angewendet: Hier wird einfach mal eine Atombombe in die Erde gejagt, die dann zur Detonation gebracht wird und so das Leck unterhalb der Erde „abdichtet“. Funktioniert am Ende auch, dürfte dennoch nicht gerade umweltverträglich sein:

Date: 30 September, 1966.
Type: underground, -1532 m
Location: Urta-Bulak, Uzbekistan.
Yield: 30 kilotons

HD Historic rare footage shows the moment a nuclear bomb is detonated thousands of feet below the surface in order to extinguish a fire in a natural gas field in the former Soviet Union.

So wirklich viel mehr hab ich dazu auch nicht gefunden, außer … dass die UdSSR das wohl öfter so gehandhabt hat, wenn Gasfelder unkontrollierbar geworden sind.

Angeblich war früher ja alles besser, aber wir alle wissen mittlerweile: Das ist totaler Humbug. Viel mehr spielt uns da das Gehirn einen Streich, weil wir gern mal die wirklich schlimmen Sachen vergessen bzw. verdrängen – logisch, dass dann nur das übrig bleibt, an das wir gern denken.

Ich hab da auch neulich mit einem Kollegen drüber gesprochen, der demnächst erneut Vater wird. Und der war auch recht verwirrt, dass seine Frau sich irgendwann ein zweites Kind gewünscht hat, obwohl sie vorher immer davon sprach, dass eins reicht. Stellt sich heraus: Sie hat einfach die ganzen negativen Aspekte vergessen – die jetzt nach und nach wieder aus der Erinnerung heraus gekrochen kommen.

Deswegen zuck ich auch immer ein bisschen zusammen, wenn ich sage, dass die 80er eines, wenn nicht sogar DAS, beste Zeitalter in der Menschheitsgeschichte waren. Vermutlich hat sich die Welt kaum so sehr verändert, wie damals, vielleicht spielt uns aber auch hier unser Gehirn einfach nur einen Streich. Fest steht aber, dass zumindest die Musik die beste war, die die Menschheit bisher gesehen hat. Und das stimmt definitiv, denn für unsere kleine Reihe „Tippi Toppi Musikvideos“ hab ich aus Recherchegründen mal wieder bei Spotify reingeschaut, was so die meistgespielten Songs in Deutschland sind und ich sag mal so … Termin für den Ohrenarzt steht. Und für den Psychologen auch.

Vielleicht muss man auch mal wieder ganz nüchtern auf die Geschichte zurückblicken, so wie es Weird History mehr oder weniger im nachfolgenden Video tut. Keine Ahnung, welcher Anspruch dahinter steht bzw. wonach die einzelnen Themenschwerpunkte ausgewählt wurden, aber immerhin ruft es die eine oder andere Erinnerung wach:

1980. The start of the decade. It was a totally rad decade that was filled with many changes to our culture. From the rise of Ronald Reagan to the tragic ending of John Lennon, the year 1980 would see many new, cool, and totally weird changes. Weird History is taking a look back at the year 1980. Part 1 of 10 of the 1980s Timeline.

Immerhin kann ich dabei bleiben: musikalisch waren die 80er wirklich das Beste, was uns je passiert ist.

Ziemlich hochtrabender Titel, der mich irgendwie direkt an Dark erinnert – zum Glück hieß die Serie nicht genau so, sonst hätten vermutlich deutlich weniger Menschen die Serie überhaupt gesehen. Nee nee, derlei Titel bleiben dann doch eher den üblichen ARD-, ZDF- oder auch Sat1-Film-Highlights vorbehalten und vielleicht ist das auch gar nicht schlecht, denn dann weiß man immerhin, was man nicht schauen muss.

Hier handelt es sich allerdings weder um das nächste große Ding, dass keiner braucht, noch einen billigen Abklatsch von Dark, sondern um eine Dokumentation, die sich damit beschäftigt, wie die Sperrstunde in Berlin abgeschafft wurde und welche Folgen daraus resultierten. Die kennen wir zwar alle – Berlin ist auch eine dieser Städte, die scheinbar niemals schlafen – aber dennoch ist es nicht minder spannend, die Entwicklung bis zu „heute“ zu sehen.

Gerade auch, weil vermutlich die wenigsten von uns das Konstrukt Sperrstunde überhaupt kennen. Ich mein, selbst zu den doch krasseren Corona-Zeiten gab es hierzulande ja keinen Lockdown. Wir sollten zwar weitestgehend Zuhause bleiben, dennoch hatte nahezu jeder von uns die Freiheit, seine Wohnung oder sein Haus zu verlassen, wenn es wirklich nötig war.

Sperrstunde heißt jedoch hingegen: Du darfst nicht raus. Und vielleicht ist das auch mal wieder eine gute Gelegenheit, all die Freiheiten, die wir haben, nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Denn woanders sieht das schon wieder ganz anders aus und vor all zu langer Zeit eben auch in Deutschland.

1949 schaffte ein Mann namens Heinz Zellermayer in Berlin die Sperrstunde ab und legte damit den Grundstein für die niemals enden wollenden Nächte die daraus erblühende grenzenlose Freiheit, die wir heute genießen. STADT OHNE MORGEN geht der Frage nach, wie diese historische Entscheidung die Entstehung einer vielfältigen Clubkultur befördert hat und was diese Freiheit innerhalb einer sich rapide verändernden Stadt für ihre Bewohner bedeutet.

Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin, aber erst neulich musste ich recht belustigt feststellen, wie sich mein Bild über McDonalds seit meiner Kindheit doch stark verändert hat. Früher war das halt einfach der geile Scheiß und immer ein Highlight, wenn unsere Eltern mit uns dahin gefahren sind – lecker und vor allem viel zu Essen, dazu die Art von Essen, die es Zuhause niemals geben würde und dank des Happy Meals (hab leider vergessen, wie das früher hieß – Juniortüte?) gabs auch immer noch ein cooles Spielzeug dazu. Und früher waren die Spielzeuge wirklich noch cool, was übrigens auch für Ü-Eier gilt. Was da heute für ein Scheiß drin ist … jedes Mal enttäuschend.

Entsprechend waren auch die ganz weit oben auf der Respekt-Skala, deren Eltern die Kindergeburtstage bei McDonalds feierten. Da war man wer und zugleich hatte man auch noch die coolsten Eltern überhaupt.

Rückblickend betrachtet natürlich ein absoluter Quatsch – kein Geburtstag bei McDonalds kann wirklich geil sein, wenn man weiß, was es für Alternativen gibt (ohne jemanden zu nahe treten zu wollen – ich kann natürlich verstehen, wenn aufgrund begrenzter Mittel und Fantasie nur diese Art von Geburtstag in Frage kommt. Ich finds halt dennoch nicht geil). Und auch das Essen mag nicht unbedingt kinderfreundlich oder besonders entwicklungsfördernd für Kinder sein.

Aber hey, hinterher ist man halt immer schlauer und wie soll man bessere Alternativen vorziehen, wenn man sie nicht kennt oder sie damals noch gar nicht existiert haben.

Genau das werden sich vermutlich auch die Macher des nachfolgenden Beitrags mittlerweile denken und vermutlich eine ganz andere Meinung haben, als es 1974 noch der Fall war:

A lovely bit of Americana for the Brits of the 70’s.
Thames Televisions ‘Wish you were here’ presenter Jim Lloyd gives a little insight into the day to day workings of one of the worlds most famous fast food chains ‘McDonalds’
first transmitted on 28/01/1974

Aber auch beeindruckend: Wie lange es McDonalds eigentlich schon gibt. Ein Wahnsinn.

Unboxing-Videos habe ich ja bis heute nie verstanden. Oder anders: Ich verstehe das Prinzip solcher Videos durchaus, mir will einfach nur nicht einleuchten, warum sie so populär sind. Ich mein: Da packen Leute Dinge aus. Okay, wenn sie neu und teuer sind und die Verpackung einigermaßen spektakulär, kann das durchaus Spaß machen. Geht uns allen ja so.

Und es ist auch okay, wenn man sich dabei filmt, schließlich hat so mancher ja durchaus einen überbordenden Geltungsdrang oder will einfach nur seine Freude darüber teilen. Versteh ich auch noch und selbst, dass sich manche das vielleicht auch anschauen – sei es auch nur aus Neugier.

Was mir aber nicht in den Kopf will: Das wars dann auch an Inhalt der Videos. Viel zu viele Worte über Verpackung, Haptik und den ersten Eindruck – aber kein Ausprobieren von neuer Technik, keine Funktionstests – einfach nichts. Das hat in etwa so viel Gehalt wie die Worte, die ich hier gerade herunter schreibe.

Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu alt oder zu doof für diese Form der Kultur – immerhin finde ich aber das nachfolgende Video recht spannend. Da wird zwar im Grunde auch nur ausgepackt und somit sollte auch klar sein, dass es nicht der offensichtliche Inhalt ist, der mich fasziniert, sondern der Gedanke zurück, als ich 1995 gerade mal 9 Jahre alt war und wir Zuhause auch einen PC hatten.

Schweineteuer und im Vergleich zum heutigen Stand der Technik ein absoluter Witz – hier im Video wohl eine Kiste mit 75 MHz, 8 MB Ram und als Highlight ein CD-Laufwerk. Für $3000. What a time to be alive, sowohl damals als auch heute:

This is a computer my brother decided to buy back in 1995. As he had always wanted one. VERY EXPENSIVE back in this day! It was a Compaq Presario CDS. He went to Good Guys to buy it. I think it had 75 mhz and 8 mb ram. And a CD rom drive. I do remember he said he paid about $250 for the printer! And $500 for the monitor.

Seit ein paar Tagen schlummert das nachfolgende Video nun schon in meinem Feedreader und obwohl ich es zeigenswert finde („toll“, „beeindruckend“, „sehenswert“ finde ich an dieser Stelle mehr als unpassend) finde, hab ich bisher auf den passenden Zeitpunkt gewartet, um es in einen Beitrag packen zu können.

Wie bei manchen Videos und auch Situationen im Leben: Diese passenden Momente wollen einfach nicht kommen und womöglich gibt es sie gar nicht – hier kann ich mir das sogar sehr gut vorstellen. Denn es zeigt Manhattan eine Woche nach den Anschlägen am 11. September.

Ohne wirkliche Erklärungen oder sonstige Anmerkungen aus dem Off – stattdessen einfach mal die Kamera draufgehalten und so recht unverfälschte Eindrücke einfangend, nachdem wieder ein paar Tage ins Land gegangen sind.

Ich will die aktuelle Lage auf gar keinen Fall mit damals gleichsetzen oder nur annähernd vergleichen – aber vielleicht zeigt das hier auch ganz gut, dass es so oder so weitergeht, in welcher Form auch immer das dann sein mag:

I recorded this video and others near my office building which was about a block from the World Trade Center, 6 days after 9/11. Most people seen here were employees of companies in the area, we all had to show ID to police to prove we worked downtown to be allowed to get off the subway for a few weeks. My building is a Federal building and its one block from the World Trade Center, we had the National Guard stationed inside our building..

The music playing is coming from The Federal Reserve Building next door to ours. They played the music for weeks after 9/11. Most ground construction shown is from the military ripping up the streets to get access to phone lines that were knocked out when the Trade Center buildings collapsed. You can see the buildings have a white powder on them which covered the entire area, and many people wore masks as it was in the air as well for months.

When it all happened on 9/11, I was about 150 feet from the buildings, I saw everything, including people jumping from out of broken windows and followed them visually all the way down until they hit the pavement, you did not realize what you were about to watch at the moment, it all unfolded in front of me, later I saw the 2nd plane hit and ran from it and felt the flames on my back when it hit the other building.

For weeks when we took the subway in or out of downtown from work, a while gust of wind would come through the tunnel that connected to the World Trade Center collapsed underground subway the unbearable smell was of burning flesh. I’ll never forget that day and the months go follow and that horrid smell that came from the subway tunnel.

So ganz weiß ich den nachfolgenden Kurzfilm nicht einzuordnen und beinahe hätte er es auch gar nicht hier auf den Blog geschafft, aber wann findet man schon mal Videos aus Deutschland, die qualitativ nicht schlecht gemacht sind und bereits von einer gewissen Anzahl anderer Blogger vorgestellt wurden, sodass sie mehr oder weniger sehenswert sind? Oder anders ausgedrückt: Ich schwimm hier einfach mal mit dem Strom mit, weil so schlecht kann es ja dann doch nicht sein oder?

Tatsächlich fühlt sich dieser Kurzfilm aber gar nicht wie ein Kurzfilm an, da selbst eine lose Handlung nicht so wirklich zu erkennen ist – eher ist das eine kleine Momentaufnahme davon, wie Berlin aktuell aussieht.

Oder aussehen soll, denn manche Einstellungen „verwirren“ dann doch – in einem Moment absolut menschenleer, so wie es die Verordnungen der Politik eigentlich beabsichtigen, im anderen laufen dann doch überraschend viele Leute durchs Bild, wenn auch wohl weniger im Vergleich zu vor der Krise.

Ebenso wirkt die Szene mit der Straßenmusikerin und dem Freckel, der plötzlich zu nahe kam, gefühlt gestellt – auf der anderen Seite reden wir von Berlin, da sind ja alle ein bisschen bekloppt.

Was ich damit sagen will: Ein wenig wirkt der Film als würde er mehr sein wollen, als er am Ende ist. Dennoch nicht schlecht und da wir gerade ohnehin in geschichtsträchtigen Zeiten leben, ist das dann doch ein ziemlich gutes Zeitdokument:

“Eine Stunde, ein Döner”
Einige Bilder sehen in Retrospektive wie Photoshop aus, Straßenmusik ohne Publikum, offene Geschäfte ohne Kunden, Flughafen ohne Flugzeuge. 20 Minuten Momentaufnahme einer Geisterstadt ohne Menschen. Langsam füllen sich die Straßen wieder mit Menschen, mit diesem Kurzfilm wollten wir ein Bild von Berlin einfangen, als die Straßen noch leer waren, ein Bild von einer historischen Situation, die hoffentlich nicht wieder kommt.

Es ist ein wenig erstaunlich, dass ich manche Sachen tatsächlich nur mit meinem Fußballtum von „früher“ in Verbindung bringen kann. Wer es bisher nicht wusste: Ich war tatsächlich sehr lange einigermaßen intensiv Fußball-Fan eines Leipziger Vereins (nein, nicht Lok) – so richtig mit jedes Heimspiel besuchen und Berichte im Fernsehen dazu sehen, wenn es doch mal nicht geklappt hat bzw. ein Auswärtsspiel anstand. Als Schüler mit begrenztem Taschengeld war das damals schon immer eine kleine Investition, gerade rückblickend ging da nicht wenig Geld bei drauf – als Gegenstück gab es dann auch mal einen Aufstieg, aber eben auch einen Abstieg und einige Jahre später die Auflösung des Vereins, weil man in der 4. Bzw. 5. Liga eben doch anders wirtschaften muss, als es die Herren der Schöpfung offenbar getan haben.

Ich denk da dennoch immer wieder mal gern zurück, würde es heute aber nicht mehr so weit kommen lassen. Immerhin hab ich durch das eine oder andere Auswärtsspiel aber auch mal Ecken gesehen, die ich sonst vermutlich nicht gesehen hätte. Hof und Pößneck zum Beispiel.

Zwei so typische Orte, über die man eigentlich gar nichts weiß, wenn man nicht gerade dort lebt oder aufgewachsen ist – und selbst wenn, muss das eine nicht automatisch das andere bedingen. Immerhin weiß ich, dass Hof sogar in Bayern und Pößneck in Thüringen liegt – so wirklich hilft das im Leben aber auch nicht weiter.

Daran ändert auch die nachfolgende Dokumentation nicht wirklich was, aber es ist mal wieder eines dieser Zeitdokumente, das ich sehr mag, das quasi „aus meiner Zeit“ stammt und eine kleine Geschichte erzählt, ohne die nicht viel anders wäre. Mit ihr aber auch nicht. Oder so.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ihr habt gerade ohnehin nichts besseres zu tun, also gucken wir das jetzt gemeinsam an. Damit wir noch ein bisschen mehr wissen als nur „Leipzig hat mal gegen Pößneck den Aufstieg klar gemacht“:

TV-Dokumentation über die Schließung des Jugendclubs und fehlende Freizeitangebote in Pößneck (Thüringen) im Herbst 1990, gefilmt vom “Jugendfernsehen ELF99”.
Digitalisiert von einer privaten VHS-Archivkopie.

Das Chrysler Building dürfte mit eines der berühmtesten Bauwerke New Yorks sein, was nur noch faszinierender wird, wenn man sich überlegt, dass das Ding langsam aber sicher auf die 100 Jahre bestehen zusteuert, was wiederum nur noch getoppt wird, wenn man sich mal überlegt, wie Gebäude früher im Vergleich zu heute gebaut wurden.

Da war nämlich noch nicht viel mit Technik, Kränen oder auch nur Arbeitssicherheit – stattdessen gefühlt jede Menge Pragmatismus und womöglich auch sehr viel Mut zur Lücke. Dass dabei dann ein Hochhaus von mehr als 300 Metern entsteht, ist einfach nur unglaublich und zeigt, wie viel der Mensch eigentlich zu leisten im Stande ist (und wie traurig es ist, wenn man sich anschaut, woran wir mittlerweile scheitern)

Wie auch immer, nachfolgend mal ein Video, dass die Arbeiter und Arbeiten am Chrysler Building in Bewegtbild zeigt. Und ich sag mal so: für Menschen mit Höhenangst – also sowas wie mich – kribbelt es schon beim bloßen Anschauen des Films ganz gehörig in den Beinen:

New York’s Chrysler Building, one of the city’s most iconic skyscrapers, was built in a remarkably short time–foundation work began in November 1928, and the building officially opened in May 1930. Even more remarkably, the steelwork went up in just six months in the summer of 1929 at an average rate of four floors a week.
Fox Movietone’s sound cameras visited the construction site several times in 1929 and 1930, staging a number of shots to maximize viewers’ sense of the spectacular heights. Movietone almost never put somebody in front of a camera without giving them something to say, so a number of scenes include some staged dialogue.

Scenes include:
0:35 A construction worker is posed out on the end of a beam on the north side of the building. Another worker supplies his words (or thoughts). When it’s over, he gingerly makes his way off.

1:32 Another shot, taken the same day, shows plasterers and bricklayers posing for the camera. Far below, trains can be seen on the Sixth Avenue El. The Avenue itself is mostly tenament buildings.

2:09 A pair of construction workers, posing precariously on the edge of some pipework, give a few facts and figures about the building.

3:05 Workers wrestle on of the 61th-floor eagles into place. Far below, streetcars run up and down Lexington Avenue.

7:55 Workers on the scaffolding surrounding the needle spire that, for 11 months, made the Chrysler building the tallest building in the world.

Als Autofahrer ist man ja dieser Tage besonders im Fokus und hat nur selten Sympathien auf seiner Seite, aber ich bleib zunächst weiterhin dabei, denn solange der Nahverkehr so bescheiden gelöst ist, wie in Hamburg möchte ich mir das mit Hund bei Wind und Wetter einfach nicht antun – schon gar nicht, wenn ich einfach doppelt so lange unterwegs bin im Vergleich zum Auto.

Was allerdings seit ein paar Wochen mal wieder eine richtige Tortur ist, weil an diversen Stellen erneut gebaut wird, was letztendlich dazu führt, dass so gut wie kein längeres Stück vernünftig befahrbar ist – wobei das auch nur bedingt an den Baustellen liegt und viel mehr an den ganzen Idioten, die das mit Voraussicht und Rücksicht bis heute nicht gelernt haben.

Aber hin und wieder ist es auch spannend, vor allem wenn man mal was Neues sieht. Ein Liegefahrrad zum Beispiel. Hab ich zwar schon mal stehend gesehen, aber so live in Natur und Farbe … das noch mal leicht was anderes. Bestätigt hat es mich dennoch darin, so ein Ding nicht haben zu wollen, weil man schlichtweg echt beschissen gesehen wird und offenbar sind auch höhere Bordsteinkanten ein nerviges Problem – der Typ sprang jedenfalls recht panisch auf, nur um auf den Fußweg zu kommen.

Hätte er lieber mal ein Donkey Bike benutzt. Keine Ahnung, ob man damit Bordsteine besser hoch kommt, aber man gehört mindestens genauso zu der Gruppe, die auf dem Gehweg länger angestarrt wird, liegt dafür nicht und ist so zumindest etwas sicherer unterwegs:

London.

A groovy girl in a polka dot trouser suit looks at bikes outside a bicycle shop; she attempts to get on a penny farthing bike, but can’t quite make it; the male assistant (T Barrell) brings out a ‘Donkey Bike’ for her to try. It looks quite strange, with a large wheel at the back and a small one at the front; the handlebars curve round the back of the rider, so they sit up straight while riding.

The girl cycles through a park on the bike; cut to the girl getting on a double decker bus with the folded bicycle. Folk singer Pete Newby is seen taking his Donkey Bike out of the boot of his car; he fixes the handlebars to the front of the bike and rides off. He stops on a quiet road to put the handlebars on the back of the bike and rides along a busy street. In fast motion, we see Pete, the trouser suit girl and another man riding about a park on their Donkey Bikes.

Hat ja an sich aber auch seine Gründe, warum sich die Dinger auf Dauer nicht durchgesetzt haben …

Als Leipziger hat man ja ein recht spezielles Verhältnis zu Dresden, irgendwo hatte ich mich dazu schon mal ausgelassen und natürlich gibt es keinen logischen, nachvollziehbaren oder anderweitigen Grund, der das auch nur ansatzweise erklärbar macht. Es ist ein bisschen so wie im Fußball, dortige Rivalitäten haben in mancher Situation ja auch nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun. Aber unter uns: wer so leicht jemanden in sein Grünes Gewölbe einsteigen lässt … ach egal.

Immerhin sind wir uns mit Dresden aber einig, dass Halle noch viel schlimmer ist und von Chemnitz wollen wir gar nicht erst anfangen – auch hier lässt sich die eine oder andere Parallele zum Fußball nicht von der Hand weisen. Weniger mit Fußball, dafür aber mehr mit Dresden hat der nachfolgende Film zu tun, der aus der Feder von Werner Kohlert stammt.

Der bekam vom damaligen Kulturamt den Auftrag, Dresden 1991 filmisch festzuhalten und es sieht so aus, wie man sich Dresden um diese Jahre vorstellt: grau. Grau in Grau und zwischendurch noch mehr grau:

– Dresdner Interregnum –
Ein Jahr lang, von 1990 bis 1991, filmte der Dresdner Kameramann, Autor und Regisseur Werner Kohlert, seine Stadt im Auftrage des Kulturamtes.
Dabei entstanden 6000 Meter Film, welche die Elbmetropole in der Zeit des Umbruchs und der Neufindung verewigten: das Grau der Innenstadt, die ersten Aufbrüche in die westliche Warenwelt, Ruinen der Neustadt, die schon dem Abriss geweiht waren bis hin zur Tristes der Neubausiedlungen am Rande der Stadt.
Die Dokumentation erinnert an eine entschwundene Vergangenheit und schärft den Blick auf die Gegenwart.
Das ” Dresdner Interregnum 1991″ wird begleitet von Zitaten des französischen Schriftstellers Charles Baudelaire und Musik von Oliver Messian.

Ein Schelm wer glaubt, dass Dresden mittlerweile besser aussieht. Kleiner Scherz, natürlich.

„Es war nicht alles schlecht“ ist natürlich als Satz ein ziemlicher Quatsch, suggeriert er doch eigentlich, dass positiven Dinge in der Vergangenheit überwiegen – dabei ist doch mittlerweile klar, dass wir nur so viele positive Erinnerungen an die Zeitgeschichte haben, weil das menschliche Gehirn die negativen Erfahrungen gern mal verdrängt. Natürlich will ich niemandem seine tolle Kindheit, Schulzeit und all den anderen Kram absprechen – glaube aber dennoch, dass das hauptsächlich daran liegt, dass ihr viel vergessen habt.

Trotzdem: Es war nicht alles schlecht. Elsist zum Beispiel. Das bedeutet eigentlich Elektrosicherheitsstadtauto – man hat es also immerhin zu einer weniger sperrigen Abkürzung geschafft, schwierig auszusprechen ist es immer noch bzw. geht einfach nicht flott von den Lippen. Aber es war das erste Elektro-Auto der DDR, dass die Arbeitsgemeinschaft „Station Junge Techniker“ ausgetüftelt hat.

Gewinnt sicher keinen Schönheitspreis, hat es auch nur auf 50 km/h gebracht (was für damalige Verhältnisse gar nicht so schlecht war) und wurde am Ende aktiv von der Politik verhindert – ist aber im Grunde genau das, was jetzt alle für das Wundermittel gegen den Klimawandel halten:

Wie können wir unseren Verkehr grüner gestalten? Bereits in den 1970er-Jahren machte man sich in der DDR über Elektroautos Gedanken. Zum Beispiel mit dem Prototyp “Elsist”.


Ob früher alles schlecht war oder doch nicht, kann ich nur schwer beurteilen, aber immerhin war man gar nicht so rückständig, wie manche einem glauben machen wollen. Darüber hinaus empfehle ich mal einen Blick auf diesen Wikipedia-Eintrag, speziell auf die Liste der Prototypen. Zwar haben nur die Wenigsten einen eigenen Eintrag, aber es bewahrt a) vor zukünftigen Überraschungen und b) ist einfach nur beeindruckend ob ihrer Länge.

Früher war das einzig interessante an den Nachrichten für mich tatsächlich der Wetterbericht. Kein Interesse am Weltgeschehen, dazu jede Menge Unwissen und ohnehin schon das Gefühl, dass das alles nur negativ ist, was dort erzählt wird. Aber das Wetter. Das ergab irgendwie Sinn, außerdem hatten wir keine Smartphones und mussten 10 Minuten warten, bis das Modem mit seinen völlig bescheuerten Geräuschen sich endlich eingewählt hatte (außer Muttern telefonierte gerade, dann war Hopfen und Malz für die nächsten Stunden ohnehin verloren)

Witzigerweise ist der Wetterbericht mittlerweile das uninteressanteste an den Nachrichten und für mich eher das Zeichen, dass ich endlich auf Klo oder ins Arbeitszimmer gehen kann, denn gerade in Hamburg haben Wetterbericht und Realität nicht selten nichts miteinander zu tun. Ich glaube, schlimmer war es immer nur auf Föhr, denn da stimmte nicht mal, was morgens im Radio durchgesagt wurde. Ohnehin ist ja der beste Wetterbericht der Blick aus dem Fenster, wer es ganz genau wissen will, hält noch kurz die Nase raus.

Was ich aber bis heute immer gern mache: Schauen bzw. raten, wo bestimmte Städte liegen, die nicht direkt auf der Karte eingezeichnet sind. Natürlich weiß ich am Ende nie, ob ich Recht habe, aber durch die zeitliche Begrenzung des Berichts kommt halt doch Nervenkitzel auf. Living on the edge und so.

Ich überlass es euch, ob ihr das in den nächsten zwei Stunden bei dem nachfolgenden Video macht oder einfach nur schaut, welches Wetter von 2010 bis 2020 in den USA sein Unwesen trieb – entspannend ist es aber allemal:

Watch storm systems EXPLODE, DANCE, & SWIRL across the U.S. in this captivating sped-up weather radar time-lapse, covering 10 years from 2010-2020. This stunning weather data is accompanied with binaural beats of nature sounds for a nice video to relax to.

Oh man, ich befürchte, dass mir allein das Wort „Amateurvideos“ einen Haufen dubioser Besucher auf die Seite spülen wird, dabei hat das hier mit Bettgeschichten und anderen Frivolitäten nicht wirklich etwas zu tun – zumindest solange man nicht irgendeinem besonderen Fetisch nachgeht.

Außer man interessiert sich ganz besonders für das Leben von anderen Menschen, was mich zu meiner ursprünglichen Einleitung bringt: Erinnert sich noch jemand an die allererste Staffel Big Brother? Unglaublich erfolgreich, weil a) keiner der Teilnehmer wusste, was für Nachwirkungen das ganze Projekt haben würde und b) wir Menschen ja von Natur aus total geil drauf sind, andere bei/in ihrem Leben zu beobachten. Deswegen gucken alte Menschen ständig aus dem Fenster (und warten nur darauf, ihren Nachbarn mit irgendwelchen Dummheits-Regeln auf den Sack zu gehen) und wir auf dem Weg von der Arbeit nach Hause in Wohnungen, wo andere bereits ihren Feierabend genießen.

Und für die wird es jetzt besonders toll, denn Open Memory Box behauptet, dass sie die größte Sammlung an digitalisierten Amateur-Videos aus der Zeit von 1947 bis 1990 aus der DDR zur Verfügung stellen. Das sollen irgendwas um die 415 Stunden sein und natürlich ist es so herrlich nostalgisch, teils verwackelt und in absolut keiner aufgebügelten HD-Qualität, wie man sich das nur vorstellen kann – ich liebs:

Mehr gibt es hier.

Es ist wieder ein bisschen Zeit für Nostalgie, denn am Wochenende hab ich mir den aktuellen Rambo-Film angeschaut und was soll ich sagen? Je mehr Teile davon rauskommen umso beschissener werden die Filme. Was bei Rambo eigentlich gar nicht möglich ist, steht die Reihe doch für so ziemlich alles, außer anspruchsvolle Story und besonderen Tiefgang. Oder anders gesagt: man muss sich schon hart anstrengen, um das zu verkacken. Gilt aber auch für den Teil davor und irgendwie hätte man es bei den ersten 3 belassen sollen.

Aber auch ein Silvester Stallone muss Miete zahlen und wer will es ihm verwehren, die Kuh solange zu melken, wie sie noch Milch gibt?

Zeigt aber auch, dass man auf gar keinen Fall die Filme aus den 80ern und 90ern krampfhaft ins Hier und Jetzt hieven sollte. Ich mein, es hat ja einen Grund, warum diese Art der Filme damals so unfassbar erfolgreich war, mittlerweile aber andere Streifen die Kinokassen füllen – unabhängig, ob man die jetzt besser fand oder nicht.

Diesem Drang muss man einfach widerstehen, besonders wenn einem so warm ums Herz wird, wie mir, wenn man mal wieder eine Compilation mit zahlreichen Ausschnitten aus den größten Klassikern schaut. So wie beim nachfolgenden Video (auch wenn ich Alphaville mit Forever Young in dem Zusammenhang nicht wirklich passend finde):

Die Liste der gezeigten Filme:

1. Zurück in die Zukunft
2. Aliens
3. Basic Instinct
4. Die City-Cobra
5. Braveheart
6. Alien
7. Batman Forever
8. Big
9. Dumm und dümmer
10. Ferris Bueller macht blau
11. Ghost
12. Ghostbusters
13. Highlander
14. Zurück in die Zukunft
15. Forrest Gump
16. Universal Soldier
17. Das fünfte Element
18. Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes
19. Jurassic Park
20. Zurück in die Zukunft
21. Abyss
22. Das Phantom-Kommando
23. Stirb Langsam
24. Leon
25. Red Scorpion
26. Police Academy
27. Robocop
28. Pulp Fiction
29. Scarface
30. Star Wars: Das Imperium schlägt zurück
31. Terminator 2
32. Auf der Nadel
33. Das Schweigen der Lämmer
34. Taxi Driver
35. Titanic
36. Taxi
37. Kickboxer
38. Mad Max 2
39. Total Recall
40. The Beach
41. Police Story 2
42. Predator
43. Bodyguard
44. Knocking on heavens door

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Der Trabant Deluxe von 1982 https://www.wihel.de/der-trabant-deluxe-von-1982/ https://www.wihel.de/der-trabant-deluxe-von-1982/#comments Wed, 13 Nov 2019 15:37:00 +0000 https://www.wihel.de/?p=98729 Der Trabant Deluxe von 1982 | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Aktuell drehen ja wieder alle frei, weil sich zum 30. Mal der Jahrestag des Mauerfalls jährt. Ich will nicht sagen, dass man dieses historische Ereignis deutlich weniger schätzen bzw. daran erinnern sollte – aber dass jetzt wieder alle im Ostalgie-Fieber sind … meine Herren, muss das immer wieder sein?

Auf der anderen Seite: unter all diesem Müll und Krempel finden sich auch immer wieder mal ganz okaye bis gute Dokus und interessante Schnipsel aus der damaligen Zeit. So wie der nachfolgende, bei dem der Berliner Trabi-Werkstattchef Schulze euphorisch die Neuerungen des Trabant Deluxe vorstellt.

Wenn man bedenkt, wie viel Krempel mittlerweile heute in den Autos steckt … es war damals nicht alles schlecht:

Im Verkehrsmagazin von 1982 klärt der Berliner Trabi-Werkstattchef Schulze über die Verbesserungen am neuen Trabant-Modell auf …

Hat nur leider auch nichts an den langen Wartezeiten geändert. Wobei, ist ja auch eine Strategie, Nachfrage erzeugen, ohne sie zu bedienen …

Ich glaube es war vorgestern, als die ARD ein kleines Special zum Abgang von Uli Hoeneß gesendet hat. Nicht, dass ich an der Person Hoeneß großartig interessiert wäre, aber Line war noch nicht Zuhause und mit gerade mal 45 Minuten konnte man das angenehm schnell weggucken.

War dann am Ende auch nicht so spannend und meiner Meinung nach deutlich zu arschkriecherisch, zeigte aber auch ganz interessant, wo der Fußball noch vor ein paar Jahren war. Und heute? Jonglieren sie mit dreistelligen Millionen-Summen, die man vor ein paar Jahren noch für absurd gehalten hat und während ein Traditionsverein nach dem anderen die Biege macht. Wobei ja auch klar ist, dass Tradition allein keine Gehälter zahlt.

Dennoch sind wir mittlerweile in Dimensionen angekommen, die vermutlich kein Mensch mehr verstehen, nachvollziehen oder in irgendeiner Form rechtfertigen kann. Außer mit dem standardisierten Argument, dass der Markt die Preise regelt.

So ganz neu ist das aber auch nicht. Selbst in den 80ern gab es ähnliche Meinungen und Äußerungen – die Summen waren halt nur andere:

Fußballer in der Bundesliga verdienen immer mehr Geld, die Ablösesummen steigen und die Stadiontickets und Bratwurst werden auch immer teurer. Schon 1984 haben sich Fans über das viele Geld im Fußball aufgeregt.

Und wer weiß, vielleicht werden die Leute in ein paar Jahren so ähnlich denken wie wir heute über früher. Die Summen sind dann halt nur andere.

Es ist schon erstaunlich, wie sehr der Mensch auf Listen, Rankings und sonstige Vergleiche abgeht und ich würde sogar behaupten, dass der Mensch das einzige Tier ist, das sich permanent in irgendwelchen (Schwanz)Vergleichen messen muss – wobei Machtkämpfe um die Rangordnung innerhalb des Rudels ja häufiger im Tierreich vorkommen.

Nur ist den Tieren dabei ziemlich egal, wer am Ende auf welchem Platz landet – es kommt nur auf den Erstplatzierten an. Beim Menschen ist das nicht viel anders, schließlich kann auch hier meist nur einer gewinnen und der Zweitplatzierte ist der erste Verliere … bla bla bla.

Und doch, so manche Rangfolge weckt auch mein Interesse, besonders wenn sie von Data Is Beautiful kommt, von denen wir hier oder auch hier schon mal die eine oder andere Visualisierung hatten. Und da aller guten Dinge drei sind, schieben wir jetzt noch eine hinterher, über die man sich vermutlich am meisten streiten kann – schließlich geht es um Geschmäcker und bei denen geht das ganz wunderbar.

Dann aber auch wieder nicht, denn die Jungs und Mädels stützen ihre Rangfolgen-Spielchen nicht auf irgendein Bauchgefühl oder persönliche Befindlichkeiten, sondern harte Zahlen – in diesem Fall Vinyl- und CD-Verkäufe. Dürfte zwar gerade zu Beginn der Darstellung noch seine Unschärfen haben, aber irgendeinen Tod muss man ja immer sterben:

Timeline history of the most popular music genres and styles from 1910 to 2019. Historical popularity is based on worldwide vinyl and CD records release frequencies for specific genre adjusted to recent years music charts. Numbers are relative to each other to reflect popularity change throughout the years (it’s not a percentage). I’ve tried to use sub-genres in most cases to present as much as possible diversity.

Hip-Hop ey …

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Besorgte Bürger über „Langhaarige“ https://www.wihel.de/besorgte-buerger-ueber-langhaarige/ https://www.wihel.de/besorgte-buerger-ueber-langhaarige/#comments Wed, 16 Oct 2019 10:26:57 +0000 https://www.wihel.de/?p=98292 Besorgte Bürger über „Langhaarige“ | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Ich gehör ja auch zu denen, die Trends gerade am Anfang oft nicht verstehen und auch nach einer gewissen Zeit vieles für großen Quatsch halten und immer auspassen müssen, dass sie keine größeren Verletzungen vom Kopfschütteln davon tragen. Diese zu kurzen Hosen hab ich bis heute nicht verstanden, besonders nicht in Verbindung mit den kälteren Jahreszeiten.

Aber ich denk mir dann auch: sollen sie doch machen. Sind ja alle alt genug und wer scheiße rumlaufen will und damit glücklich ist, macht grundsätzlich ja nichts verkehrt – Geschmäcker sind unterschiedlich und was weiß denn ich überhaupt schon von Klamotten, Trends und Mode?

Wozu ich allerdings – und da bin ich stolz drauf – nicht gehöre: zu denen, die sich über jeden Scheiß aufregen und dabei schnell vergessen, wie lächerlich sie machen. Ganz im Gegensatz zu den Leuten im nachfolgenden Video, zu denen aber fairerweise gesagt sei, dass es sich um die 60er Jahre handelt und die Zeiten einfach andere waren:

Danke, Günter Netzer, dass du mit deinen langen Loten ein neues Zeitalter eingeleitet hast.

Am Wochenende haben wir unter anderem auch über vergangene Events und Aktionen gesprochen und da kam natürlich auch unser kleiner Ausflug zu Subways wieder auf den Tisch. An sich nichts Wildes, wenn auch interessant, aber mit etwas Abstand kann man einfach sagen, dass es bessere und schlechtere Events gab. Vielleicht bin ich aber auch nur ein bisschen befangen, weil ich nicht weiß, wo mein T-Shirt von damals geblieben ist.

Vielmehr soll es aber darum gehen, wie anspruchsvoll dann doch selbst sowas einfaches wie die Zubereitung eines Sandwiches sein kann – denn genau das haben wir damals ja ausprobiert und teils gar nicht mal so gut hinbekommen (was aber vor allem daran lag, dass uns die Rezepte fremd waren und wir so gar kein Gefühl für die Mengen hatten – ich wette, eine Woche im Laden mitgearbeitet und ich hab das auch drauf).

Denn ehrlicherweise: ohne Übung kann man gar nicht anders als scheitern. Gilt aber nicht nur für Sandwiches, sondern auch für Burger und Pizzen. Wissen natürlich auch die Jungs und Mädels von Pizza Hut und haben bereits 1988 auf das Konzept des Trainingsvideos gesetzt. Und natürlich ist das so absurd-schlecht, dass es perfekt in die damalige Zeit passt und heute unter dem Label „großartig“ abzulegen ist:

Da soll noch mal einer sagen, Pizza ist `n Klacks.

Ab einem gewissen Alter fängt man ja ohnehin an, der Nostalgie mehr zu frönen, als das eigentlich gut ist. Oder zumindest sinnvoll, denn was vergangen ist, ist vergangen und wer weiter solche Sprüche bringt, sollte sich direkt an das Phrasenschwein verfüttern.

Auf der anderen Seite schadet aber ein regelmäßiger Blick zurück auch nicht – Selbstreflektion kann ja durchaus heilbar sein oder zumindest zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Oder halt, wie scheiße doch alles geworden ist, was zumindest in meiner subjektiven Meinung sehr stark auf YouTube zutrifft. War es früher noch ein wunderbares Sammelbecken diverser unterschiedlicher Videos in diversen unterschiedlichen Formen, ist es heute vor allem aufgefüllt mit irgendwelchen Dödeln, die dummes Zeug in eine Kamera labern und einen dabei anbrüllen. Generalkritik, ich weiß, aber es ist ja nun mal so.

Das war vor 10 Jahren zum Glück noch nicht so und kann jetzt noch mal dank Bennet Feely ein bisschen zelebriert werden. Denn Bennett hat mit YouTube Decade einen kleine, aber feine Seite gebastelt, die die Top-Videos von YouTube von vor exakt 10 Jahren rausfischt und präsentiert. Für heute wären das:

Jetzt auch nicht unbedingt Oscar-verdächtig, aber insgesamt deutlich besser als das, was zumindest auf meiner Startseite angepriesen wird …

Ich weiß gar nicht, gibt es Spiegel TV noch? Und wenn ja, guckt das noch wer? Ich hab das früher tatsächlich unregelmäßig gemacht, da gab es aber auch noch kein Netflix und man war ohnehin davon abhängig, was einem die Fernseh-Redakteure vorgesetzt haben (wir waren damals schon zu dumm, uns dagegen aufzulehnen und einfach was anderes zu machen, wenn die Qualität scheiße war – sorry dafür und für Mitten im Leben, Berlin Tag & Nacht und den ganzen anderen Scheiß. Wir wussten ja nicht, was wir taten)

Aber damals war halt auch noch nicht alles so schlecht wie heute und man traute sich noch was, sodass der Zuschauer durchaus Grund hatte, einzuschalten und nicht der völligen Verblödung ausgesetzt zu sein. Ein ganz wunderbares Beispiel dafür ist der nachfolgende Spiegel-Beitrag zu irgendwelchen Mai-Randalen 1993:

Seit dem 1. Mai 1987 veranstalten Autonome und Antifa-Gruppen jedes Jahr die sogenannten revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen. Im Frühjahr 1993 waren die Proteste geprägt durch die Konflikte über das Ost-West-Verhältnis. Das machte sich insbesondere an der Route fest: Die Demonstration führte von Kreuzberg aus in den Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Innerhalb der Demonstrationsgruppen kam es zu Auseinandersetzungen. Dabei wurden zahlreiche Personen schwer verletzt.

War halt nicht alles schlecht, damals™.

Vor ein paar Tagen hab ich auf Twitter einen kleinen Aufschrei mitbekommen, bei dem jeder normal denkende Mensch sich schon wieder fragen könnte: sach ma, hackts?

Denn es ging darum, dass die Wetterkarten mittlerweile bei den aktuellen Temperaturen tief-rot eingefärbt sind und das ja früher nicht der Fall war und überhaupt der ganze Klima-Kram mehr Meinungsmache als wissenschaftlich fundiert ist (was im Übrigen totaler Bullshit ist, guckt halt einfach mal aus dem Fenster) und bla bla bla. Rote Wetterkarten, sie werden der Untergang der Menschheit sein.

Bei meinen Streifzügen nach neuen Win-Videos bin ich gestern dann auf das nachfolgende Video gestoßen und hab festgestellt: früher gab es nicht mal Wetterkarten. Viel mehr noch, da hat der Moderator noch selbst zur Kreide gegriffen und in bester Trainer-Manier aufgezeigt, was er eigentlich vermitteln wollte:

In this clip from 1967, CBC Weatherman Percy Saltzman chalks up the day’s weather map that’s lousy with lows.

Versteht am Ende zwar keiner mehr, was der gute Mann eigentlich wollte, aber wenigstens hat er sich damit mehr ins Zeug gelegt, als nur irgendeinen Klicker zu bedienen und vor einer grünen Wand umher zu hopsen.

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