Zeitgeschichte – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Tue, 19 Jan 2021 05:55:15 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.6 „Das schöne Dresden“ – Ein Film von 1936 mit KI aufpoliert https://www.wihel.de/das-schoene-dresden-ein-film-von-1936-mit-ki-aufpoliert/ https://www.wihel.de/das-schoene-dresden-ein-film-von-1936-mit-ki-aufpoliert/#comments Wed, 20 Jan 2021 07:01:35 +0000 https://www.wihel.de/?p=109597 „Das schöne Dresden“ – Ein Film von 1936 mit KI aufpoliert | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Wann immer ich sage, dass wir uns eigentlich bereits seit Anfang letzten Jahres Zuhause eingeschlossen, muss ich ein bisschen zusammenzucken, denn so ganz stimmt das ja nicht. Unter anderem haben wir geheiratet, waren eine Woche auf Föhr und im Spätsommer bzw. Herbst noch mal bei meinen Eltern und in der sächsischen Schweiz.

Dennoch, wir waren so wenig unterwegs wie nie zu vor und haben im Grunde auch alle Reisen so abgepasst und durchgeführt, wie es die Umstände zugelassen und sinnvoll gemacht haben. Eben keinen Kontakt zu anderen, nichts angefasst, was nicht angefasst werden muss und wann immer möglich und nötig unsere Masken auf.

Was nicht heißen soll, dass diese Reisen wirklich nötig gewesen sind, aber im Sommer sahen die Zahlen noch anders aus und auch die Reise nach Sachsen fand zu einer Zeit statt, als die Zahlen gerade da beinahe schon Vorbildcharakter hatten. Konnte ja aber auch keiner ahnen, dass nach uns die Sintflut losbricht – wobei ein Blick in die sächsische Landespolitik da auch nicht wirklich Überraschungen bereit hält. Man denke da nur mal an den glorreichen Spruch von Ministerpräsident Kretschmer, der sagte, dass er sich der Dramatik der Lage erst bewusst wurde, als er am 11. Dezember ein paar Kliniken besucht hat und sich gern frühere Warnung gewünscht hätte. Deutlicher kann man nicht zur Schau stellen, dass man eigentlich keine Ahnung hat, was los ist und wie man damit umgehen könnte.

Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um Dresden. Da war ich schon mal als Kind, hab aber natürlich alles vergessen – insofern war die Reise letztes Jahr auch noch mal ein erstes Mal für mich. Und ich war tatsächlich doch sehr erstaunt, wie klein Dresden zu sein scheint, zumindest was die Sehenswürdigkeiten angeht. Natürlich war der Großteil für uns geschlossen, aber allein das wir quasi alles innerhalb von zwei Stunden zu Fuß mit Hund ablaufen konnten … das war überraschend.

Ich geb aber auch zu, Dresden sieht gar nicht so scheiße aus, wie ich das immer behauptet hab. Ist es auch nicht wirklich eine Schönheit, braucht sich aber nicht direkt hinter der nächsten Ecke zu verstecken. Zeigt auch das nachfolgende Video von 1936, das aber nicht nur wegen Dresden und den Blick in die Historie besonders ist, sondern weil Youtuber DGSpitzer das Video durch einige KI-Tools wie DAIN, DeOldify, DeepRemaster und Video Enhance AI gejagt und so ordentlich aufpoliert hat.

Als Ergebnis gibt es dann Farbe und 4K mit 60 fps – nur den Wahrheitsgehalt der Farben sollte man nicht zu sehr auf die Goldwaage legen:

Hey, this is DGSpitzer! Recently I colorized and upscaling a 1936 short documentary about the city Dresden in Germany!
The whole 12-minute clip shows many places of Dresden and quite a few look different these days.
I also added SFXs and compose the background music. It took me 2-month to finish this documentary, hope you like it

So oder so, unglaublich, was Technik heute zu leisten vermag.

Dennoch war ich immer ein bisschen stolz drauf, aus Leipzig zu kommen – im Vergleich zu Dresden die deutlich sympathischere Stadt und gerade in den letzten Jahren hat Leipzig ja noch mal einen richtigen Boom erlebt und an Attraktivität gewonnen.

Definitiv eine ganz angenehme Stadt mit allerlei Vorzügen, aber natürlich auch Nachteilen – doch welche Stadt kann sich davon schon frei sprechen? Ich bin jedenfalls immer gern wieder „nach Hause“ gekommen – nicht nur um zu schauen, was sich alles verändert hat.

Das sollte sich aber schlagartig ändern, als diese unsägliche Corona-Demo mit mehr als 20.000 Teilnehmern stattfand. Einer meiner größten Kritikpunkte seit Jahren war schon immer, dass die Leute so eine grundsätzliche Jammer-Einstellung haben – historisch betrachtet in gewisser Weise auch nachvollziehbar, aber wir alle wissen, dass allein vom Jammern nichts besser wird. Und das kam auch an diesem Tag sehr deutlich zum Vorschein, nur dass sich eben noch offen zur Schau gestellte Dummheit dazugesellte.

Und auch wenn man sich die aktuellen Infektionszahlen in Sachsen anschaut, kann man die Hände nur über den Kopf zusammenschlagen, wobei Leipzig selbst da noch einigermaßen gut da steht. Zumindest im Vergleich.

Dennoch freu ich mich immer, wenn mal wieder ein Video aus meiner Heimatstadt auftaucht, selbst wenn es aus einer Zeit stammt, die schon lange hinter uns liegt. Wie das nachfolgende, dass den Leipziger Hauptbahnhof zu DDR-Zeiten beleuchtet:

Neu gelernt übrigens: Eigentlich ist der Leipziger Hauptbahnhof gar nicht mehr der größte Kopfbahnhof Europas, denn durch den Bau des Citiytunnels müsste man eigentlich von einem Durchgangsbahnhof sprechen. Naja …

So, den ersten offiziellen Arbeitstag im neuen Jahr haben wir hinter uns, den zweiten auch so fast – Zeit für ein erstes Fazit. Oder auch nicht, denn dafür ist es eigentlich noch zu früh, aber zumindest lässt sich schon mal absehen, dass mit dem Tag des Jahreswechsels sich … nicht wirklich viel geändert hat.

Okay, das ist auch in den letzten Jahren nicht der Fall gewesen, aber zumindest mir ging es so, dass ich es eigentlich nicht erwarten konnte, dass 2020 endlich vorbei ist. Die Gründe sind naheliegend und auch mir war klar, dass der Jahreswechsel erstmal nichts anders macht – aber rein für den Kopf schadet es nicht, wenn man hinter dieses verrückte Jahr endlich einen Haken machen kann.

Auf der anderen Seite: 2020 war auch nicht nur zu 100% schlecht. Das Arbeiten im Homeoffice bringt jede Menge Vorteile mit sich (nicht nur, ist auch klar), finanziell geht es uns gut und wenn ich mir meinen gewachsenen Bauch anschaue, scheint auch sonst alles in Ordnung. Außer vielleicht, dass der wirklich recht ordentlich gewachsen ist.

Über allem steht aber: Wir haben letztes Jahr geheiratet und hatten den vermutlich einzig perfekten Tag im Jahr dafür erwischt – man muss ja auch mal Glück haben, selbst im Jahr 2020.

Aber nicht nur persönlich sind viele gute Dinge passiert, sondern auch weltweit – man muss sich die einfach nur mal ein bisschen bewusster vor Augen führen:

Die Pandemie, die Buschbrände in Australien sowie gesellschaftliche Spannungen weltweit haben 2020 unseren Alltag bestimmt. In diesem Video schauen wir uns deshalb zur Abwechslung einmal an, welche guten Dinge dieses Jahr passiert sind.

Und auch wenn sich in den ersten Tagen im neuen Jahr zumindest gefühlt noch nicht viel geändert hat – es gibt doch ein paar, die wir früher oder später bemerken werden. Auch hier schadet es nicht, wenn man noch mal etwas direkter drauf schaut:

2020 war für viele ein Jahr zum Vergessen – schauen wir lieber auf 2021 und darauf, was ich ändern wird. Unter anderem gibt es für einige Menschen mehr Geld, weniger Plastik und einen neuen großen Streaminganbieter in Deutschland.

So oder so, eine Prognose will ich hier nicht so wirklich abgeben – schauen wir einfach mal, was 2021 für uns bereit hält. Ist ja auch nicht so, dass man nicht seines eigenen Glückes Schmied is, nech?

Interessant, aber auch definitiv gruselig: So langsam kommen die Einschläge näher. Damit mein ich nicht, dass ich auch ein Alter erreiche, bei dem das Ende des Lebens in greifbarer Nähe ist – bis dahin wird hoffentlich noch eine ganze Weile ins Land ziehen. Viel mehr mein ich die Idioten, die nicht verstanden haben, dass es so einem Coronavirus scheiß egal ist, ob man weiterhin Bock hat, Zuhause zu bleiben oder „findet, dass das jetzt auch alles langsam mal reicht“.

Will heißen, dass selbst Leute langsam widerspenstig werden, von denen wir das so nicht erwartet haben – das war besonders überraschend, als wir im engeren Kreis zusammensaßen und jemand sagte, dass eine regelmäßige Fahrt nach Hause (der- oder diejenige arbeitet unter der Woche außerhalb) ja unproblematisch sei, denn „man bekommt das ja einfach nicht“. Das ist halt nicht nur intellektuell schwierig, sondern auch weil man sich Familie ja nicht aussuchen kann.

Man muss aber auch sagen, dass da auch die Politik eine gewisse Teilschuld hat. So ist zumindest die aktuelle Idee, den Lockdown bis 20. Dezember zu verlängern, aber für Weihnachten Ausnahmen zuzulassen, schlichtweg dumm. Natürlich wäre ein Weihnachtsfest allein Zuhause alles andere als geil – aber auch hier ist das dem Virus ziemlich egal, das tut einfach, was es tut.

Und da spielt dann auch keine Rolle, ob man mittlerweile die Schnauze voll hat vom Zuhause Bleiben und die üblichen Reisen vermisst – mehr als YouTube und Vimeo ist halt einfach nicht drin, außer man ist ein Arschloch.

Mir ist natürlich klar, dass das nur ein kleiner Trost und billiger Ersatz ist – aber immerhin kann man dann auch ein bisschen in der Zeit zurückreisen. Und so zum Beispiel einmal schauen, wie es in London 1924 aussah – Spoiler: ziemlich genau so, wie man sich das vorstellt.

Take a trip on a horse-drawn towing barge from Limehouse into old Central London!
The trip goes over the Regents Canal from Limehouse, via the Wharves of East London, Mile End Road, Various locks, White Chapel, Heartford Union Canal, Old Ford, Acton’s Lock, Hackney, through Islington Tunnel, passes under the New River, over the GNR at Kingscross, under the Midland at St.Pancras, Kentish Town, Alpine Chalet, through Regents Park and London Zoo and ends at Paddington Basin just off Edgeware Road.

Und jetzt bleibt einfach mit dem Arsch weiterhin Zuhause. So schwer ist das nämlich in Wahrheit nicht.

Vor ein paar Monaten – unglaublich wie die Zeit rast – hatte ich schon mal ein Video mit der Schwebebahn in Wuppertal, aufzeigend, wie sie durch Wuppertal fährt, einfach aus der Ego-Perspektive. Hatte ein bisschen was von den schönsten Bahnstrecken Deutschlands und war auch mindestens genauso spektakulär – plus eben diesem historischen Touch, den man ganz natürlich bekommt und der ja immer spannend ist, wenn man sich dafür interessiert. Besonders wenn man aus Wuppertal kommt und die einzelnen Ecken alle kennt.

Geht mir zumindest so, wenn ich weiß, dass irgendeinen Sendung oder irgendein Film irgendwo spielt, wo ich selbst schon war – man versucht ja doch immer herauszubekommen, wo das dann war, wann das war und wo man selbst dabei war. Vielleicht auch einer der wichtigsten Gründe, warum ich so gerne SOKO Leipzig gucke – näher kann ich meiner Heimatstadt aus Hamburg kaum sein (und ich weiß, da war vor kurzem erst eine Veranstaltung in Leipzig, bei der ein Haufen Idioten zusammen gekommen sind und die Polizei ein abartig schlechtes Bild abgegeben hat – Idioten gibt es halt überall)

Zurück zum Thema: pwduze (keine Ahnung, wie man das aussprechen soll) hat das Video auch gefunden und zusätzlich noch eines aus 2015 und hat beide einfach mal nebeneinander gestellt. Dazu natürlich noch ein bisschen Nachbearbeitung und schon erhält man einen wunderbaren Vergleich zwischen damals und heute – in Bewegtbild und beinahe so, als ob das alles Absicht wäre:

When I found these two videos:
https://youtu.be/EQs5VxNPhzk filmed in 1902
https://youtu.be/DgfRq4kEFro recorded in 2015
I realized it might be possible to line them up side by side to get an impression of what have changed after 113 years.

The left video is left intact and I tried to line up the corresponding scenes in the right one by cutting and manipulating framerates. The duplicated frames in the right video are also present in the original and makes it a bit jerky.

I made this just for fun and did not aim for a 100% match but it is still possible to see how buildings etc. have changed over time.

Hat was. Keine Ahnung was, aber es hat was.

Am Wochenende machte dann auch in größerer Runde die Neuigkeit die … Runde (schlechtester Satzbau 2020 – endlich gefunden), dass Netflix „Direct“ testet. Dahinter verbirgt sich eine Art linearer Sender, der genau das macht, was wir alle schon aus dem Fernsehen kennen: Man schaltet ein und schaut einfach das, was einem serviert wird. Keine Auswahl, keine Individualisierung – einfach klassisches Fernsehen, direkt im Streaming-Dienst, nur eben mit Filmen und Serien von Netflix und nicht der hiesigen Sender.

Das klingt erstmal ziemlich bescheuert oder? Schließlich war doch das Erfolgsgeheimnis von Netflix, dass jeder User genau das schauen kann, was er will, wann er will und irgendwie auch wo er will – sofern denn Internet vorhanden ist (ich lasse hier ganz bewusst mal weg, dass das Angebot von Netflix und auch anderen anfänglich deutlich besser war). Maximale Freiheit, dazu keine Werbung – zumindest auf dem Reißbrett das absolute Traumszenario.

Ich vermute, dass Netflix mit Direct aber auch einfach darauf reagiert, was man häufiger im Netz lesen kann: Von 3 Stunden Nutzungszeit hat man 2 Stunden damit verbracht, sich was rauszusuchen, die letzte Stunde schaut man dann einfach das, was man schon drölf mal gesehen hat. Und genau dafür ist Direct eigentlich nicht schlecht – Menschen, die sich nicht entscheiden können, müssen sich nicht mehr entscheiden. Und können im Zweifel auch endlich wieder über jemanden schimpfen, wenn nur scheiße kommt.

Scheiße lief auch in den 70ern und doch war es weniger beschissen. Glaube ich zumindest, wobei wir ja auch wissen, dass das Gehirn uns gern mal einen Streich spielt, wenn es um die Vergangenheit geht. Auf jeden Fall kommt wieder sehr viel Nostalgie auf, wenn man sich Cartoon-Intros und Werbespots von damals anschaut:

Hey kids! It’s time to grab a bowl of Quisp and watch some cartoons!
Saturday Morning Cartoons (1970s) | Classic Cartoon Intros and Commercials

Ist dann doch einiges dabei, dass wir hierzulande gar nicht kennenglernt haben – würde mir da auch gern mal eine deutsche Version wünschen. Damit das alles noch viel nostalgischer wird und wir noch mehr behaupten können, wie toll doch früher alles war.

Ich hatte ja diese Woche bereits ein Animationsvideo, dass recht simpel aufgezeigt hat, welche Waffen wir Menschen in unserer Geschichte so gebaut haben, weil wir einfach geil darauf sind, uns gegenseitig auszulöschen.

Daran anschließend kommt nun das nachfolgende Video, dass (nahezu) jede nukleare Detonation seit 1945 auf der Welt zeigt und allein, dass es seit dem 2.153 davon gab, spricht eigentlich für sich und die Dummheit der Menschheit. Aber das tut mittlerweile auch ein Besuch im hiesigen Supermarkt und im Grunde ist das ja auch alles gar nicht neu oder überraschend. Und irgendwo kann man dann auch verstehen, dass Wendler, Naidoo und Co. einfach den Verstand verlieren und bekloppt werden …

Visualization of nuclear detonations from 1945 to present.

Aus Gründen ist diese Woche mal ein bisschen weniger los …

Dass ich das letzte Mal Straßenbahn gefahren bin, dürfte auch schon wieder gut und gerne 2 bis 3 Jahre her sein. In Hamburg gibt es ja ohnehin keine Straßenbahn, auch wenn man alle paar Jahre wieder das Thema auf den Tisch bringt. Meine bescheidene Meinung dazu: Großer Quatsch, denn die Straßen sind ohnehin schon zu eng und dass der öffentliche Nahverkehr gerade weiter draußen so bescheiden ist, hat ganz andere Gründe. Aber mit irgendwas muss man ja Wahlkampf machen und alte Besen kehren bekanntlich gut. Oder eben auch nicht.

In Leipzig ist die Straßenbahn allerdings fester Bestandteil und gehörte daher irgendwas um die 20 Jahre zu meinem Leben dazu. Funktioniert dort halt unglaublich gut, wobei das für das gesamte Nahverkehrsnetz gilt – die Stadt ist aber auch deutlich kleiner und daher vermutlich einfach leichter beherrschbar. Dennoch: so ein funktionierendes Netz, das hat schon sehr viel für sich und ich würde glatt behaupten, dass wir in Leipzig lebend vermutlich kein Auto hätten, weil einfach unnötig (was bis zu einem gewissen Grad auch für Hamburg gilt – aber mit ist einfach schöner).

Beim Thema Straßenbahn darf man aber auch Berlin nicht vergessen – was halt schnell passiert, wenn man nicht in Berlin wohnt und eigentlich nur die U- bzw. S-Bahn kennt. Dabei hat Berlin das drittgrößte Straßenbahnnetz der Welt und muss sich lediglich Melbourne und Sankt Petersburg geschlagen geben.

Und so fuhr man auch schon 1990 durch die Stadt, was Stefan Münster damals einfach mitgefilmt und so womöglich das inoffizielle erste Video von „Deutschlands schönsten (Eisen)Bahnstrecken“ gemacht haben dürfte.

Shot in 1990 by Stefan Münster on Video 8
Edit by Philllip Sollmann 2014
Track taken from DECAY
DIAL rec 2014

Wobei Ostberlin jetzt nicht gerade mit seiner Schönheit glänzen kann – liegt vielleicht aber auch einfach nur an der mangelhaften Qualität der Bilder. Und / Oder dem furchtbaren Sound, der da unter das Video gelegt wurde …

Und wir bleiben einfach nostalgisch, auch wenn wir im Vergleich zum vorherigen Beitrag noch mal 20 Jahre zurück gehen. Und uns nicht in der musikalischen Welt bewegen. Und obendrein mal fix nach Tokyo fliegen.

Davon mal abgesehen, dass das Video dank der heutigen Technik deutlich besser aussieht als es vermutlich vor 10 Jahren der Fall gewesen wäre, war ich doch erheblich überrascht davon, wie Tokyo 1970 tatsächlich ausgesehen hat. Keine Ahnung, was ich mir überhaupt vorgestellt hab, aber wenn man nicht wüsste, dass es wirklich Tokyo ist – man wäre vermutlich nicht drauf gekommen. Viel mehr wirkt das auf mich durchaus recht amerikanisch – vielleicht ist das aber auch nur mal wieder der Beweis, dass ich gar keine Ahnung von der Welt hab und genauso ein klischeeversessenes Schwein bin wie … du. Denn das sind wir ja irgendwie alle.

Wie auch immer: viel mit bzw. von der alten asiatischen Tradition sehen wir hier nicht, wobei das ja auch wieder daran liegen kann, dass das eher so eine Touristennummer ist. Stattdessen sehr viele Autos und vor allem riesige Reklame-Tafeln.

Ein bisschen schade ist, dass es so gar keine Infos zu dem Video gibt, ich empfehle aber definitiv schon mal einen Blick auf die weiteren Videos des Kanals – da sind noch ein paar weitere Perlen versteckt, unter anderem von Tokyo bei Nacht irgendwann in den 60ern.

High quality footage (1080p50FPS) of Tokyo circa 1973. (mainly Ginza and Ueno) Please watch in 1080p50. I’m Japanese and uploading videos about Japan, but there’s NO intention of promoting / glorifying my country.

Mir ist auch klar, dass das ein Trugschluss ist, aber gerade in diesem Jahr find ich es irgendwie beruhigend, wie sorglos die Videos von damals doch wirken. Zumindest an Corona hat da noch keiner gedacht, ja vermutlich noch nicht mal an so Lächerlichkeiten wie die Vogelgrippe oder Schweinepest.

Irgendwie ist es ja auch schon an und für sich allein genommen absurd, dass die Anschläge auf das damalige World Trade Center im September 19 Jahre her sind – beinahe eine Generation, wenn man so will (wobei Forscher wohl davon ausgehen, dass eine Generation mehr als 25 Jahre hat, was aber für diesen Beitrag recht egal ist). Mindestens genauso absurd ist, dass ich noch relativ genau weiß, was ich damals getan hab, wie den ganzen Tag der Fernseher lief und wie meine Mutter abends nach Hause kam und davon noch gar nicht mitbekommen hat, weil es noch keine Smartphones gab.

Allem Pathos zum Trotz, die Welt war danach eine gänzlich andere, man denke da nur mal an George W. Bush, den neuerlichen deutlich sichtbareren Fremdenhass und nicht zuletzt auch an Trump, den man sicherlich mit Leichtigkeit auch damit in Verbindung bringen kann – bezeichnend an dieser Stelle ist noch immer die Tonaufnahme von ihm und eine seiner ersten Reaktionen, die sinngemäß so war, dass er sich freute, dass sein Gebäude nun das höchste in Manhattan sei.

Und wenn wir schon bei Pathos und sonstigen Floskeln sind: Das Leben ging auch damals irgendwie weiter. Anders, aber eben weiter. Duncan Skiles war damals Student an der NYU und hat die ersten beiden Tagen nach den Anschlägen ein wenig mit der Kamera eingefangen und aus diversen Gründen will ich das gar nicht weiter beschreiben – das muss jeder auf sich selbst wirken lassen:

This video includes footage from two days, 9/12 and 9/13.

After evacuating my dorm on Broome Street, I stayed with friends at another NYU building for two nights. On Thursday 9/13, I was allowed go back to my dorm, which was south of Houston St. and the police blockade.

Schade, dass der Mensch an sich nur sehr schwer aus Fehlern lernt …

Irgendwo schon mal kurz angerissen: Line hatte eigentlich den Plan, in zwei Wochen über das Wochenende zusammen mit einer Freundin in die Niederlande zu fahren – was gleich mehrfach gut ist: Sie hat Quality-Time, ich bekomm endlich wieder vernünftige Erdnusssauce, die ich auf alles raufschmieren kann, dazu jede Menge Süßigkeiten und kann das gemeinsame Wochenende mit Mia nachholen, dass ja dank Server-Ausfall beim letzten Mal so gar nicht klappte.

So der Plan, so wohl nicht umsetzbar, weil die Leute einfach bescheuert sind und auch nach diversen Monaten und gestiegenen Infektions- sowie Todeszahlen noch immer nicht begriffen haben, dass wir in einer Pandemie leben. Ich will da auch gar nicht in die Tiefe gehen, weil es halt einfach nichts bringt, aber gefühlt ist es so, als ob man sein eigenes Haus brennen sieht und trotzdem behauptet, dass alles wie immer ist. Und das hat für mich nichts mehr mit irgendwelchen psychologischen Erklärungen zu tun, die manch einer gar verstehen mag – das ist einfach nur dumm.

Zurück zu den Niederlanden: Damit wird es aus (un)genannten Gründen also nix – was halt aus mehreren Gründen schon wieder scheiße ist, man drehe dazu die oben genannten Punkte einfach um (und ja, der Punkt mit der Erdnusssauce ist tatsächlich der schlimmste).

Was daher wieder nur bleibt: Die virtuelle Reise dank Videos und Internet. Immerhin kann man dann auch gleich ein bisschen in der Zeit zurückreisen (was man ja ohnehin macht, schließlich zeigen die Videos ja immer nur die Vergangenheit) und so die Niederlande auch mal im Jahr 1924 besuchen. Dank künstlicher Intelligenz und fähigen Entwicklern geht das sogar in Farbe und erstaunlich ansehnlich:

Upscaled with neural networks footage of The Netherlands in 1924 . Set to a natural rate and added in sound for ambiance.
A.o. Den Bosch station, section to Ede, railway bridge over the Rhine at Rhenen, Amersfoort platform, viaduct of the Zeeburgerdijk, railway yard of the Rietlanden in Amsterdam, Locomotive depot,
(Source:www.beeldengeluid.nl).

✔ FPS boosted to 60 frames per second;
✔ Image resolution boosted up to 4k – with digital artifacts;
✔ Improved video sharpness;
✔ Colorized
✔ added sound only for the ambiance restoration
Please, be aware that colorization colors are not real and fake, colorization was made only for the ambiance and do not represent real historical data.

Ersetzt leider selber hinfahren nur bedingt …

Wieder einer dieser Montage, auf die man gern verzichten kann, weil das Wochenende mal wieder viel zu kurz war. Was mich direkt an einen schlechten Witz von TikTok erinnert – ja, ich nutz die App viel häufiger als ich eigentlich geplant hatte, dafür aber immerhin nur passiv – den ich gar nicht mehr richtig rekapituliert bekomme, aber im Prinzip ging es darum, dass man Dinge, die man vorwärts macht, genauso lange dauern, wie wenn man sie rückwärts macht. Wenn man sich aber die Woche von Montag bis Freitag anschaut, liegen 5 Tage dazwischen, rückwärts sind es aber nur zwei Tage und naja … war in der App deutlich besser als meine Wiedergabe.

Aber ich will hier auch gar keine schlechten Witze erzählen, sondern dafür sorgen, dass ihr euch alle alt fühlt. Ein Grund dafür ist natürlich, dass ich mich nicht allein alt fühlen will und das schon neulich machen musste, in dem ich mir Lebensläufe von Praktikanten angesehen und fast geheult hab, als ich deren Geburtsjahr sah …

Gleiches passiert vermutlich beim Schauen des nachfolgenden Videos, wobei da schon der Titel reicht, denn 2004 klingt dann doch noch nicht so lange her, war aber tatsächlich vor 16 Jahren – also ein Teenager-Leben, was dann doch furchtbar lang her ist.

Manch einer behauptet unter anderem, dass 2004 sogar ein recht gutes Jahr war, wenn man sich vor allem auf Filme und Videospiele konzentriert … würd ich nicht zu 100% unterschreiben, aber es war jetzt auch nicht unbedingt super schlecht oder zwingend vermeidbar. Anders sieht es da allerdings musikalisch aus, was gerade durch das Video noch mal deutlich wird – man könnte beinahe behaupten, dass es seit 2004 nur noch bergab ging, aber Kenner wissen, dass der Niedergang schon deutlich vorher eingetreten ist. Vielleicht war 2004 sogar das letzte Jahr, in dem noch alles erträglich war … wird auf jeden Fall seine Gründe haben, warum Spotify und Co recht schnell der Durchbruch gelang.

A pop culture nostalgia trip to the year 2004.

While I will say that 2004 was by far one of the best years for movies, and was also a great year for television and video games, it was a terrible year for music. In fact, I will go on to say that 2004 was the absolute worst year for music! Emo was on the rise, while Rap dominated the charts. Not that I have a huge problem with Rap, but good lord, 2000s Rap is just awful, and Emo has never been good, Never.

Und nutzen wir auch gleich die Gelegenheit, um auf die anderen „Remember [Jahr XYZ]“ hinzuweisen, als da wären: 1986, 1990, 1994, 1997, 1999, 2002 und 2006 (es waren mal mehr, aber nach und nach verschwinden die Rückblicke ja leider immer wieder …

Ich hasse Werbung. Und ich liebe Werbung. Allerdings greift die Liebe nur sehr selten, denn sie gilt gut gemachter Werbung und davon sieht man leider immer weniger – Stumpf ist Trumpf stimmt wohl leider zu sehr als dass sich die Industrie noch die Mühe macht und wirklich mal was präsentiert, was gut ist. Kann aber auch sein, dass ich es einfach nicht mehr sehe, weil wir ja alle nur noch irgendwelche Streaminganbieter benutzen und lineares Fernsehen zusammen mit Radio immer mehr auf der Strecke bleibt. Und das Netz selbst ist ja auch nur voll von den üblichen Nervbannern …

Womit wir auch direkt beim Hass wären, denn Werbung nervt einfach. Das gilt sowohl für die Endkonsumentensicht als auch für die Sicht, wenn man in dem Bereich arbeitet. Man mag mir mangelnde Loyalität zur Industrie vorwerfen (bitte nicht Verwechslung mit der Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber – der ist in weiten Teilen sehr super), aber wie viel Quatsch da jeden Tag geredet und fabriziert wird, geht auf keine Kuhhaut. Auch nicht auf die, von der lila Milka-Kuh. Aber die Leute nehmen halt den größten Blödsinn gern für bare Münze und dann ist das einfach so.

Bestes Beispiel: Alters- und Geschlechter-Targeting. In der breiten Masse mag das einigermaßen zutreffen, wenn ein Anbieter sagt, dass die Leute irgendwas zwischen 18 und 25 Jahre alt sind. Aber schaut man mal genauer hin, ist das mehr als unhaltbar, schließlich werden nicht Menschen gertargetet, sondern Geräte. Und ob da wirklich derjenige dahinter sitzt, den man dahinter sitzen haben möchte … das bezweifle ich stark. Aber es gibt eben Anbieter, die sagen, dass das so ist und alle Welt glaubt das dann. Nicht auf Basis von irgendwelchen Nachweisen, sondern weil „muss so sein“.

Womöglich war es 1997 nicht so stark ausgeprägt wie es heute der Fall ist – bis zu einem gewissen Grad war es aber auch damals so. Zumindest behaupte ich, dass der Bullshitfaktor in Relation identisch gewesen sein muss – total gesehen war vielleicht aber doch noch nicht alles so wahnsinnig, wie es heute der Fall ist. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mir gern mal alte Werbespots anschaue. Zumindest waren sie anders und im Rückblick unterhaltsamer als der Bums, den wir mittlerweile ertragen müssen:

I was in the military and there’s one thing for certain – I missed out on a lot of 90s pop culture!

Wobei wir damals vermutlich genauso gedacht haben, wie wir heute denken und es ist nur dieses typische „Früher war alles besser“-Gefühl.

Was mich ja immer wieder beeindruckt: Wie Menschen zu Experten werden. Dabei meine ich nicht die Experten, die sich einfach nur Experten nennen und dann in irgendwelchen Talkshows und deren einziges Expertentum darin besteht, Experte zu sein (was unfassbar absurd ist, denn wie soll man Expertise aus einem Bereich vorweisen, wenn man gar keine hat?).

Nein, ich mein die Leute, die einfach jeden einzelnen Handgriff aus dem Effeff beherrschen und man das nur wissen kann, wenn man eine entsprechende Ausbildung und ausreichend Erfahrung mit sich bringt. Am besten sieht man sowas immer in Handwerker-Videos oder IKEA-Bauanleitungen. Im Grunde weiß jeder, wie das fertige Produkt grob hergestellt wird, aber es sind eben die Zwischenschritte und am Ende unsichtbaren Handgriffe, die dafür sorgen, dass das Teil am Ende so dasteht, wie es dastehen soll. Der Teufel sitzt halt immer im Detail.

Aber die Zeiten ändern sich und teilweise reicht es auch schon, sich ein paar Videos auf YouTube anzuschauen und Anleitungen im Netz zu lesen. So hab ich zum Beispiel schon mehrfach iPhone-Akkus getauscht oder auch gelernt, wie man eine Auto-Batterie wechselt (das Muster, dass es sich hier immer um Batterien handelt ist tatsächlich Zufall). Und auch – bisher mein größer Stolz, wenn auch mit deutlichen Anfängerfehlern versehen – die Kiste hab ich nicht einfach aus dem Kopf gebaut, sondern erst nach dem Studium diverser Anleitungen.

Und mit dem nachfolgenden Video werden wir jetzt auch einfach Experten im Gästeservice – zumindest wenn es darum geht, Scheiben von einem Braten zu schneiden:

This is me in a Old Country Buffet Training Video
This will teach All of you the Proper way to slice meat at dime thicknesses !
Bahahahahahaha

Man weiß ja nie, wann man das mal gebrauchen kann. Gerade in diesen unsicheren Zeiten.

Es wird kurz nostalgisch und vermutlich erkennt auch nicht wirklich jemand irgendwas auf den Bildern, aber das ist ein nicht unwesentlicher Teil meiner Jugend: Winamp. Wobei besser gesagt handelt es sich um Skins für Winamp und da keiner mehr Winamp kennt oder sich vorstellen kann, wofür man das kleine Stück Software braucht, ein kleiner Exkurs:

Es gab mal eine Zeit, da war an Streaminganbieter nicht zu denken. Das Internet war zu schlecht, die Plattenfirmen zu mächtig und überhaupt konnte man gar nicht die ganze Zeit online sein, weil Muttern ja auch mal telefonieren wollte. Jep, im Internet surfen und gleichzeitig telefonieren war damals nicht möglich.

Das Winamp Skin-Museum | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Aber wir wollten trotzdem Musik hören also kam es nicht selten vor, dass wir unsere Computer schnappten und uns trafen. Das klingt deutlich leichter als es damals war, denn sowohl Computer als auch Bildschirm waren riesig und sackschwer. Aber nur so konnten wir Musik tauschen, was die Industrie natürlich nicht gern sah – aber wo kein Kläger, da kein Richter.

Und dann schaufelten wir uns die Platten mit mp3s mal mehr mal weniger guter Qualität voll. Doch brauchte es noch etwas zum Abspielen und da kam man früher oder später nicht an Winamp vorbei. Ein kleines Stück Software, mit dem man vornehmlich Musik abspielen konnte, in dem man den Klang so anpassen konnte, wie man es wollte und das sich selbst auch bis zur Unkenntlichkeit anpassen ließ.

Winamp war einfach der Shit.

Und Jordan Eldredge hat sich die Mühe gemacht und irgendwas um die 65.000 Skins zusammengesammelt (oder sammeln lassen – schwer vorstellbar, dass das ein Mensch alleine schaffen kann) und präsentiert diese unter Skins.Winamp.org.

Das Winamp Skin-Museum | Zeitgeschichte | Was is hier eigentlich los?

Das sensationelle ist: Die Dinger lassen sich nicht nur anschauen, sondern auch ein Stück weit benutzen und das katapultiert jeden, der damit zu tun hatte, direkt in diese Zeit zurück. Einfach wunderbar.

Wer noch mehr davon will, folgt am besten diesem Twitter-Bot, der regelmäßig irgendeinen random Skin postet oder probiert auch einfach mal diese Webvariante aus.

Und ich sags ganz ehrlich: So nervig das Speichern und Verwalten eigener mp3s auch war – für Winamp wünsch ich mir die Zeit ein bisschen zurück.

Offiziell ist immer noch geplant, dass wir im Oktober in die USA fliegen – die eigentliche Hochzeitsreise, die wir ein bisschen geschoben haben, damit wir nicht unsinnig überhöhte Preise zahlen müssen. Gebucht irgendwann letztes Jahr, als von Corona noch keine Rede war – bekanntlich kam dann doch alles ein bisschen anders. Geheiratet haben wir inzwischen und sogar kleine Flitterwochen direkt im Anschluss innerhalb Deutschlands nutzen, weil die Lockerungen dann doch früher kamen als wir es zwischendurch befürchtet haben.

Ich behaupte aber mal: das wird im Oktober nicht der Fall sein, zum einen weil sich die obersten Entscheidungsträger in den USA in Bezug auf Corona wie die letzten Vollidioten verhalten und die Lage alles andere als im Griff haben, zum anderen weil in den USA nicht nur Corona eines der größeren Probleme ist. Oder anders gesagt: Wer aktuell in die USA fliegt um dort Urlaub zu machen, hat den Schuss nicht gehört.

Innerlich haben wir mit der Reise daher schon abgeschlossen, allerdings ist da ja noch das Problem mit der Kostenrückerstattung. Ein Flug wurde bereits von einer Airline abgesagt, leider ist es der dritte von 4 Flügen und somit der erste Teil des Rückflugs. Was gleich mehrfach unglücklich ist, weil es nicht dazu führt, dass die komplette Reise damit offiziell ins Wasser fällt und die aktuell bestehenden Corona-Sonderregeln nur für Europa gelten. Flüge über die europäische Grenze hinaus sind davon ausgeschlossen, was aktuell am Ende bedeutet: Für den ausgefallenen Flug können wir einen Gutschein von besagter Airline erhalten … was halt mal so gar nicht hilft. Keine Ahnung, wie sich das alles noch entwickeln wird, aber ich befürchte … den Großteil des Geldes sehen wir auch nicht wieder … Teures Lehrgeld, wenn man so will.

Aber Gesundheit geht nun mal vor und deswegen werden wir auch zwei, bis drei Mal überlegen, was wir am Ende machen – vermutlich aber Zuhause bleiben und stattdessen einfach Videos von New York gucken. Wenn wir nicht nach New York können, muss New York eben zu uns kommen – nachfolgend immerhin zur Weihnachtszeit und in Form einer kleinen Zeitreise aus dem Jahr 1976:

Some fantastic Super 8mm tourist footage of New York at Christmas in 1976, featuring all the classic locations!

This is a home movie and the music was the original music added to the Super 8mm film by the person who shot it. Although it doesn’t fit the time period it was their personal choice and as such I decided to keep it true to their edit.

Damals™

Leider hab ich die besten Zeiten des Musikfernsehens auch schon nicht mehr mitbekommen – ich war damals einfach zu jung, um zu verstehen und anzuerkennen, wie großartig es sein kann, neben großartiger Musik auch unterhaltsame Videos serviert zu bekommen. Ich war halt damals noch (zu) jung und dumm und hatte kein Geld.

Als dann tatsächlich Musikfernsehen auch für mich interessant wurde, war zum einen die Musik schon auf dem absteigenden Ast, vor allem aber nahm die Durchsetzung mit Werbung – vor allem für Klingeltöne und völlig sinnfreie Abos – zu und gipfelte wenige Jahre später in einem unerträglichen Ausmaß. Wir alle kennen das Ergebnis: Es wurde Werbefernsehen, bei dem man zwischendrin mit etwas Glück und viel Geduld auch mal ein Musikvideo erleben durfte.

Dazu eine unfassbar große Anzahl an Pseudo-Reality-Sendungen, die einfach nur schlecht waren. Lange Rede, kurzer Sinn: Mit Musik hatte das nicht mehr viel zu tun und mit Fernsehen auch nicht mehr.

Da wundert es auch nicht, dass MTV irgendwann von der Bildfläche verschwand. Irgendwann lief das Programm dann im Bezahlfernsehen und warum auch immer ist man nun wieder im frei empfangbaren TV zu finden. VIVA war da schon beständiger, hat aber vor ein paar Monaten auch die Füße hochgerissen, sodass mir eigentlich nur noch Deluxe Music einfällt, die tatsächlich auch noch richtiges Musikfernsehen betreiben – aber eben deutlich unter dem Radar unterwegs sind (was vielleicht auch gar nicht verkehrt ist – Erfolg in dem Bereich scheint zu fragwürdigen Entscheidungen zu führen).

Wie auch immer, irgendwer hat jedenfalls nun die ersten Stunden von MTV aufbereitet und ins Netz gestellt. Das allein ist schon ganz großartig, aber mindestens genauso faszinierend ist die Videobeschreibung an dieser Stelle, die auch ein bisschen von Problemen und kleinen Fehlern von damals™ erzählt:

Damals, als Musikfernsehen seinen Namen noch zu Recht trug.

Gut möglich aber auch, dass der Autoindustrie einfach nur das Schicksal blüht, dass allen Industrien und Geschäftszweigen blüht – irgendwann ist es halt einfach vorbei, zumindest mit dem dauerhaften Erfolg. Immer mehr, immer weiter, immer höher geht halt einfach nicht.

Und da hilft dann auch kein durchsichtiges Auto, so wie beim Pontiac Ghost Car. Okay, die Überleitung war mehr schlecht als recht, aber draußen sind auch Tausendhundertmillionen Grad, da kann keiner Höchstleistung erwarten. Dennoch ist das Pontiac Ghost Car einen Blick wert, denn es ist nahezu vollständig durchsichtig und gewährt so Einblicke in ein Auto, die man sonst nicht bekommt – nicht mal der Mechaniker, der das Ding irgendwann zusammengebaut hat.

Das spannende dabei: Die Form lässt es eigentlich schon erahnen, das Ding wurde nicht etwa in unseren modernen Zeiten als Werbe-Gag oder aus Style-Gründen gebaut, sondern 1939 und um eine Art Ausblick in die Zukunft zu geben. Denn Designer Norman Bel Geddes hat sich genau so die Zukunft vorgestellt – wir alle fahren in durchsichtigen Autos umher …

Ich hab allerdings so meine Zweifel, dass man dauerhaft wirklich durchschauen kann – so ein Auto bleibt ja durch Benutzung eher selten sauber, sowohl von außen als auch innen. Dürfte dennoch spannend zu sehen sein, wie da alles im Inneren zusammenarbeitet und welches Teil wann was genau macht.

Nachfolgend gibt es ab ungefähr 01:39 noch mal eine Handvoll mehr Infos zum Wagen:

Eigentlich ist das Internet ja ein ganz angenehmer Ort, wären da nicht all die Nazis, Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger, doofen Influencer, Trolle, Impfgegner, Verbrecher, Spammer und sonstigen Idioten, die einem nahezu immer versuchen, den Tag zu versauen. Eigentlich haben wir mit dem Internet einen Platz, den wir so erschaffen und gestalten können, wie wir wollen und so eine Welt erschaffen, in der nahezu alles gut ist. Außer die Speicherbegrenzung bei web.de und GMX – wobei, wir würden vermutlich web.de und GMX gar nicht erst erschaffen, weil es schlichtweg bessere Alternativen gibt (und bevor einer schreit: Ja, ich hatte auch bei beiden Anbietern E-Mail-Postfächer – war halt dumm).

Aber wir leben nun mal nicht bei „Wünsch dir was“, sondern bei „so isses“ und müssen einfach damit klar kommen, dass 98% der Menschen eher dumm sind und einem das Internet schlecht machen. Vor ein paar Monaten war es zumindest für mich besonders schlimm, weil ich aufgrund der Aktualität von Corona vermehrt Nachrichten und auch Twitter verfolgt hab und danach wirklich Urlaub brauchte. Das war nicht nur anstrengend, das war maximal deprimierend und einfach nur fürchterlich.

Aber hin und wieder ist das Internet eben doch dieser wunderbare Ort, den wir uns alle wünschen. Vor ein paar Tagen zum Beispiel hab ich ein Video gefunden, dass die Schwebebahn in Wuppertal 1902 zeigt. Tolles historisches Dokument, aber leider gänzlich ohne Ton, was es dann halt deutlich uninteressanter macht. Guckt sich halt keiner an, der nur einen Ticken weniger an derlei Geschichtskram interessiert ist.

Also den Beitrag verworfen, bevor er geschrieben war. Und nun gibt es besagtes Video erneut, dafür aber nachkoloriert, stabilisiert, skaliert und vertont. Da jetzt Farbe mit im Spiel ist, geht ein bisschen das historische verloren, das Video ist dennoch aber nun deutlich sehenswerter als vorher:

Upscaled with neural networks footage of “Wuppertal Schwebebahn” shot in 1902. Btw, the train system hasn‘t changed much and still functional. The “Schwebebahn” was built mostly over the river to save space.

✔ Upscaled to 4K;
✔ FPS boosted to 60 frames per second, I have also fixed some playback speed issues;
✔ Stabilized;
✔ Colorized – please, be aware that colorization colors are not real and fake, colorization was made only for the ambiance and do not represent real historical data.

Übrigens: Nicht nur die Leute im Internet sind eher dumm, sondern auch außerhalb. Denn neulich hab ich noch irgendwo gelesen, dass die Schwebebahn neue Züge bekommen soll – leider zu schwer und somit zu belastend für Räder und Bahn. Die Lösung: Das Ding fährt dann zukünftig einfach seltener …

Vermutlich kennen wir alle dieses Meme, bei dem man ein abgebranntes Haus sieht und ein Schild irgendwo im Bild, auf dem steht, dass dadurch die Spinne endlich vertrieben oder getötet werden konnte. Oder so ähnlich – nicht ganz mein Humor, trotzdem on point.

Und so ein bisschen wirkt auch die nachfolgende Geschichte, die man sich schon aus der Überschrift erschließen kann, denn … so ein Atombombe ist dann doch schon ein gewaltiges Kaliber und nicht in erster Linie ein Hilfsmittel – schon gar nicht, wenn man an ein Gas-Leck denkt.

Dabei ist das Prinzip nahezu einleuchtend und kannte ich so schon von einer Folge MacGyver, die ich mal vor Ewigkeiten gesehen hab. Da brannte auch ein Gas- oder Öl-Leck, was man halt nicht einfach so gelöscht bekommt.

Die Lösung bei MacGyver war: Eine Explosion in unmittelbarer Nähe, die den Sauerstoff entzieht und so das Feuer erstickt. Im Endeffekt war das eine sehr lehrreiche Folge, aber auch unfassbar langweilig, weil MacGyver gar nicht so viel cooles Zeug basteln konnte, wie man sich das immer vorstellt.

Im Nachfolgenden Video wird ein ähnliches, aber dann doch anderes Prinzip angewendet: Hier wird einfach mal eine Atombombe in die Erde gejagt, die dann zur Detonation gebracht wird und so das Leck unterhalb der Erde „abdichtet“. Funktioniert am Ende auch, dürfte dennoch nicht gerade umweltverträglich sein:

Date: 30 September, 1966.
Type: underground, -1532 m
Location: Urta-Bulak, Uzbekistan.
Yield: 30 kilotons

HD Historic rare footage shows the moment a nuclear bomb is detonated thousands of feet below the surface in order to extinguish a fire in a natural gas field in the former Soviet Union.

So wirklich viel mehr hab ich dazu auch nicht gefunden, außer … dass die UdSSR das wohl öfter so gehandhabt hat, wenn Gasfelder unkontrollierbar geworden sind.

Angeblich war früher ja alles besser, aber wir alle wissen mittlerweile: Das ist totaler Humbug. Viel mehr spielt uns da das Gehirn einen Streich, weil wir gern mal die wirklich schlimmen Sachen vergessen bzw. verdrängen – logisch, dass dann nur das übrig bleibt, an das wir gern denken.

Ich hab da auch neulich mit einem Kollegen drüber gesprochen, der demnächst erneut Vater wird. Und der war auch recht verwirrt, dass seine Frau sich irgendwann ein zweites Kind gewünscht hat, obwohl sie vorher immer davon sprach, dass eins reicht. Stellt sich heraus: Sie hat einfach die ganzen negativen Aspekte vergessen – die jetzt nach und nach wieder aus der Erinnerung heraus gekrochen kommen.

Deswegen zuck ich auch immer ein bisschen zusammen, wenn ich sage, dass die 80er eines, wenn nicht sogar DAS, beste Zeitalter in der Menschheitsgeschichte waren. Vermutlich hat sich die Welt kaum so sehr verändert, wie damals, vielleicht spielt uns aber auch hier unser Gehirn einfach nur einen Streich. Fest steht aber, dass zumindest die Musik die beste war, die die Menschheit bisher gesehen hat. Und das stimmt definitiv, denn für unsere kleine Reihe „Tippi Toppi Musikvideos“ hab ich aus Recherchegründen mal wieder bei Spotify reingeschaut, was so die meistgespielten Songs in Deutschland sind und ich sag mal so … Termin für den Ohrenarzt steht. Und für den Psychologen auch.

Vielleicht muss man auch mal wieder ganz nüchtern auf die Geschichte zurückblicken, so wie es Weird History mehr oder weniger im nachfolgenden Video tut. Keine Ahnung, welcher Anspruch dahinter steht bzw. wonach die einzelnen Themenschwerpunkte ausgewählt wurden, aber immerhin ruft es die eine oder andere Erinnerung wach:

1980. The start of the decade. It was a totally rad decade that was filled with many changes to our culture. From the rise of Ronald Reagan to the tragic ending of John Lennon, the year 1980 would see many new, cool, and totally weird changes. Weird History is taking a look back at the year 1980. Part 1 of 10 of the 1980s Timeline.

Immerhin kann ich dabei bleiben: musikalisch waren die 80er wirklich das Beste, was uns je passiert ist.

Ziemlich hochtrabender Titel, der mich irgendwie direkt an Dark erinnert – zum Glück hieß die Serie nicht genau so, sonst hätten vermutlich deutlich weniger Menschen die Serie überhaupt gesehen. Nee nee, derlei Titel bleiben dann doch eher den üblichen ARD-, ZDF- oder auch Sat1-Film-Highlights vorbehalten und vielleicht ist das auch gar nicht schlecht, denn dann weiß man immerhin, was man nicht schauen muss.

Hier handelt es sich allerdings weder um das nächste große Ding, dass keiner braucht, noch einen billigen Abklatsch von Dark, sondern um eine Dokumentation, die sich damit beschäftigt, wie die Sperrstunde in Berlin abgeschafft wurde und welche Folgen daraus resultierten. Die kennen wir zwar alle – Berlin ist auch eine dieser Städte, die scheinbar niemals schlafen – aber dennoch ist es nicht minder spannend, die Entwicklung bis zu „heute“ zu sehen.

Gerade auch, weil vermutlich die wenigsten von uns das Konstrukt Sperrstunde überhaupt kennen. Ich mein, selbst zu den doch krasseren Corona-Zeiten gab es hierzulande ja keinen Lockdown. Wir sollten zwar weitestgehend Zuhause bleiben, dennoch hatte nahezu jeder von uns die Freiheit, seine Wohnung oder sein Haus zu verlassen, wenn es wirklich nötig war.

Sperrstunde heißt jedoch hingegen: Du darfst nicht raus. Und vielleicht ist das auch mal wieder eine gute Gelegenheit, all die Freiheiten, die wir haben, nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Denn woanders sieht das schon wieder ganz anders aus und vor all zu langer Zeit eben auch in Deutschland.

1949 schaffte ein Mann namens Heinz Zellermayer in Berlin die Sperrstunde ab und legte damit den Grundstein für die niemals enden wollenden Nächte die daraus erblühende grenzenlose Freiheit, die wir heute genießen. STADT OHNE MORGEN geht der Frage nach, wie diese historische Entscheidung die Entstehung einer vielfältigen Clubkultur befördert hat und was diese Freiheit innerhalb einer sich rapide verändernden Stadt für ihre Bewohner bedeutet.

Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin, aber erst neulich musste ich recht belustigt feststellen, wie sich mein Bild über McDonalds seit meiner Kindheit doch stark verändert hat. Früher war das halt einfach der geile Scheiß und immer ein Highlight, wenn unsere Eltern mit uns dahin gefahren sind – lecker und vor allem viel zu Essen, dazu die Art von Essen, die es Zuhause niemals geben würde und dank des Happy Meals (hab leider vergessen, wie das früher hieß – Juniortüte?) gabs auch immer noch ein cooles Spielzeug dazu. Und früher waren die Spielzeuge wirklich noch cool, was übrigens auch für Ü-Eier gilt. Was da heute für ein Scheiß drin ist … jedes Mal enttäuschend.

Entsprechend waren auch die ganz weit oben auf der Respekt-Skala, deren Eltern die Kindergeburtstage bei McDonalds feierten. Da war man wer und zugleich hatte man auch noch die coolsten Eltern überhaupt.

Rückblickend betrachtet natürlich ein absoluter Quatsch – kein Geburtstag bei McDonalds kann wirklich geil sein, wenn man weiß, was es für Alternativen gibt (ohne jemanden zu nahe treten zu wollen – ich kann natürlich verstehen, wenn aufgrund begrenzter Mittel und Fantasie nur diese Art von Geburtstag in Frage kommt. Ich finds halt dennoch nicht geil). Und auch das Essen mag nicht unbedingt kinderfreundlich oder besonders entwicklungsfördernd für Kinder sein.

Aber hey, hinterher ist man halt immer schlauer und wie soll man bessere Alternativen vorziehen, wenn man sie nicht kennt oder sie damals noch gar nicht existiert haben.

Genau das werden sich vermutlich auch die Macher des nachfolgenden Beitrags mittlerweile denken und vermutlich eine ganz andere Meinung haben, als es 1974 noch der Fall war:

A lovely bit of Americana for the Brits of the 70’s.
Thames Televisions ‘Wish you were here’ presenter Jim Lloyd gives a little insight into the day to day workings of one of the worlds most famous fast food chains ‘McDonalds’
first transmitted on 28/01/1974

Aber auch beeindruckend: Wie lange es McDonalds eigentlich schon gibt. Ein Wahnsinn.

Unboxing-Videos habe ich ja bis heute nie verstanden. Oder anders: Ich verstehe das Prinzip solcher Videos durchaus, mir will einfach nur nicht einleuchten, warum sie so populär sind. Ich mein: Da packen Leute Dinge aus. Okay, wenn sie neu und teuer sind und die Verpackung einigermaßen spektakulär, kann das durchaus Spaß machen. Geht uns allen ja so.

Und es ist auch okay, wenn man sich dabei filmt, schließlich hat so mancher ja durchaus einen überbordenden Geltungsdrang oder will einfach nur seine Freude darüber teilen. Versteh ich auch noch und selbst, dass sich manche das vielleicht auch anschauen – sei es auch nur aus Neugier.

Was mir aber nicht in den Kopf will: Das wars dann auch an Inhalt der Videos. Viel zu viele Worte über Verpackung, Haptik und den ersten Eindruck – aber kein Ausprobieren von neuer Technik, keine Funktionstests – einfach nichts. Das hat in etwa so viel Gehalt wie die Worte, die ich hier gerade herunter schreibe.

Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu alt oder zu doof für diese Form der Kultur – immerhin finde ich aber das nachfolgende Video recht spannend. Da wird zwar im Grunde auch nur ausgepackt und somit sollte auch klar sein, dass es nicht der offensichtliche Inhalt ist, der mich fasziniert, sondern der Gedanke zurück, als ich 1995 gerade mal 9 Jahre alt war und wir Zuhause auch einen PC hatten.

Schweineteuer und im Vergleich zum heutigen Stand der Technik ein absoluter Witz – hier im Video wohl eine Kiste mit 75 MHz, 8 MB Ram und als Highlight ein CD-Laufwerk. Für $3000. What a time to be alive, sowohl damals als auch heute:

This is a computer my brother decided to buy back in 1995. As he had always wanted one. VERY EXPENSIVE back in this day! It was a Compaq Presario CDS. He went to Good Guys to buy it. I think it had 75 mhz and 8 mb ram. And a CD rom drive. I do remember he said he paid about $250 for the printer! And $500 for the monitor.

Seit ein paar Tagen schlummert das nachfolgende Video nun schon in meinem Feedreader und obwohl ich es zeigenswert finde („toll“, „beeindruckend“, „sehenswert“ finde ich an dieser Stelle mehr als unpassend) finde, hab ich bisher auf den passenden Zeitpunkt gewartet, um es in einen Beitrag packen zu können.

Wie bei manchen Videos und auch Situationen im Leben: Diese passenden Momente wollen einfach nicht kommen und womöglich gibt es sie gar nicht – hier kann ich mir das sogar sehr gut vorstellen. Denn es zeigt Manhattan eine Woche nach den Anschlägen am 11. September.

Ohne wirkliche Erklärungen oder sonstige Anmerkungen aus dem Off – stattdessen einfach mal die Kamera draufgehalten und so recht unverfälschte Eindrücke einfangend, nachdem wieder ein paar Tage ins Land gegangen sind.

Ich will die aktuelle Lage auf gar keinen Fall mit damals gleichsetzen oder nur annähernd vergleichen – aber vielleicht zeigt das hier auch ganz gut, dass es so oder so weitergeht, in welcher Form auch immer das dann sein mag:

I recorded this video and others near my office building which was about a block from the World Trade Center, 6 days after 9/11. Most people seen here were employees of companies in the area, we all had to show ID to police to prove we worked downtown to be allowed to get off the subway for a few weeks. My building is a Federal building and its one block from the World Trade Center, we had the National Guard stationed inside our building..

The music playing is coming from The Federal Reserve Building next door to ours. They played the music for weeks after 9/11. Most ground construction shown is from the military ripping up the streets to get access to phone lines that were knocked out when the Trade Center buildings collapsed. You can see the buildings have a white powder on them which covered the entire area, and many people wore masks as it was in the air as well for months.

When it all happened on 9/11, I was about 150 feet from the buildings, I saw everything, including people jumping from out of broken windows and followed them visually all the way down until they hit the pavement, you did not realize what you were about to watch at the moment, it all unfolded in front of me, later I saw the 2nd plane hit and ran from it and felt the flames on my back when it hit the other building.

For weeks when we took the subway in or out of downtown from work, a while gust of wind would come through the tunnel that connected to the World Trade Center collapsed underground subway the unbearable smell was of burning flesh. I’ll never forget that day and the months go follow and that horrid smell that came from the subway tunnel.

So ganz weiß ich den nachfolgenden Kurzfilm nicht einzuordnen und beinahe hätte er es auch gar nicht hier auf den Blog geschafft, aber wann findet man schon mal Videos aus Deutschland, die qualitativ nicht schlecht gemacht sind und bereits von einer gewissen Anzahl anderer Blogger vorgestellt wurden, sodass sie mehr oder weniger sehenswert sind? Oder anders ausgedrückt: Ich schwimm hier einfach mal mit dem Strom mit, weil so schlecht kann es ja dann doch nicht sein oder?

Tatsächlich fühlt sich dieser Kurzfilm aber gar nicht wie ein Kurzfilm an, da selbst eine lose Handlung nicht so wirklich zu erkennen ist – eher ist das eine kleine Momentaufnahme davon, wie Berlin aktuell aussieht.

Oder aussehen soll, denn manche Einstellungen „verwirren“ dann doch – in einem Moment absolut menschenleer, so wie es die Verordnungen der Politik eigentlich beabsichtigen, im anderen laufen dann doch überraschend viele Leute durchs Bild, wenn auch wohl weniger im Vergleich zu vor der Krise.

Ebenso wirkt die Szene mit der Straßenmusikerin und dem Freckel, der plötzlich zu nahe kam, gefühlt gestellt – auf der anderen Seite reden wir von Berlin, da sind ja alle ein bisschen bekloppt.

Was ich damit sagen will: Ein wenig wirkt der Film als würde er mehr sein wollen, als er am Ende ist. Dennoch nicht schlecht und da wir gerade ohnehin in geschichtsträchtigen Zeiten leben, ist das dann doch ein ziemlich gutes Zeitdokument:

“Eine Stunde, ein Döner”
Einige Bilder sehen in Retrospektive wie Photoshop aus, Straßenmusik ohne Publikum, offene Geschäfte ohne Kunden, Flughafen ohne Flugzeuge. 20 Minuten Momentaufnahme einer Geisterstadt ohne Menschen. Langsam füllen sich die Straßen wieder mit Menschen, mit diesem Kurzfilm wollten wir ein Bild von Berlin einfangen, als die Straßen noch leer waren, ein Bild von einer historischen Situation, die hoffentlich nicht wieder kommt.

Es ist ein wenig erstaunlich, dass ich manche Sachen tatsächlich nur mit meinem Fußballtum von „früher“ in Verbindung bringen kann. Wer es bisher nicht wusste: Ich war tatsächlich sehr lange einigermaßen intensiv Fußball-Fan eines Leipziger Vereins (nein, nicht Lok) – so richtig mit jedes Heimspiel besuchen und Berichte im Fernsehen dazu sehen, wenn es doch mal nicht geklappt hat bzw. ein Auswärtsspiel anstand. Als Schüler mit begrenztem Taschengeld war das damals schon immer eine kleine Investition, gerade rückblickend ging da nicht wenig Geld bei drauf – als Gegenstück gab es dann auch mal einen Aufstieg, aber eben auch einen Abstieg und einige Jahre später die Auflösung des Vereins, weil man in der 4. Bzw. 5. Liga eben doch anders wirtschaften muss, als es die Herren der Schöpfung offenbar getan haben.

Ich denk da dennoch immer wieder mal gern zurück, würde es heute aber nicht mehr so weit kommen lassen. Immerhin hab ich durch das eine oder andere Auswärtsspiel aber auch mal Ecken gesehen, die ich sonst vermutlich nicht gesehen hätte. Hof und Pößneck zum Beispiel.

Zwei so typische Orte, über die man eigentlich gar nichts weiß, wenn man nicht gerade dort lebt oder aufgewachsen ist – und selbst wenn, muss das eine nicht automatisch das andere bedingen. Immerhin weiß ich, dass Hof sogar in Bayern und Pößneck in Thüringen liegt – so wirklich hilft das im Leben aber auch nicht weiter.

Daran ändert auch die nachfolgende Dokumentation nicht wirklich was, aber es ist mal wieder eines dieser Zeitdokumente, das ich sehr mag, das quasi „aus meiner Zeit“ stammt und eine kleine Geschichte erzählt, ohne die nicht viel anders wäre. Mit ihr aber auch nicht. Oder so.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ihr habt gerade ohnehin nichts besseres zu tun, also gucken wir das jetzt gemeinsam an. Damit wir noch ein bisschen mehr wissen als nur „Leipzig hat mal gegen Pößneck den Aufstieg klar gemacht“:

TV-Dokumentation über die Schließung des Jugendclubs und fehlende Freizeitangebote in Pößneck (Thüringen) im Herbst 1990, gefilmt vom “Jugendfernsehen ELF99”.
Digitalisiert von einer privaten VHS-Archivkopie.

Das Chrysler Building dürfte mit eines der berühmtesten Bauwerke New Yorks sein, was nur noch faszinierender wird, wenn man sich überlegt, dass das Ding langsam aber sicher auf die 100 Jahre bestehen zusteuert, was wiederum nur noch getoppt wird, wenn man sich mal überlegt, wie Gebäude früher im Vergleich zu heute gebaut wurden.

Da war nämlich noch nicht viel mit Technik, Kränen oder auch nur Arbeitssicherheit – stattdessen gefühlt jede Menge Pragmatismus und womöglich auch sehr viel Mut zur Lücke. Dass dabei dann ein Hochhaus von mehr als 300 Metern entsteht, ist einfach nur unglaublich und zeigt, wie viel der Mensch eigentlich zu leisten im Stande ist (und wie traurig es ist, wenn man sich anschaut, woran wir mittlerweile scheitern)

Wie auch immer, nachfolgend mal ein Video, dass die Arbeiter und Arbeiten am Chrysler Building in Bewegtbild zeigt. Und ich sag mal so: für Menschen mit Höhenangst – also sowas wie mich – kribbelt es schon beim bloßen Anschauen des Films ganz gehörig in den Beinen:

New York’s Chrysler Building, one of the city’s most iconic skyscrapers, was built in a remarkably short time–foundation work began in November 1928, and the building officially opened in May 1930. Even more remarkably, the steelwork went up in just six months in the summer of 1929 at an average rate of four floors a week.
Fox Movietone’s sound cameras visited the construction site several times in 1929 and 1930, staging a number of shots to maximize viewers’ sense of the spectacular heights. Movietone almost never put somebody in front of a camera without giving them something to say, so a number of scenes include some staged dialogue.

Scenes include:
0:35 A construction worker is posed out on the end of a beam on the north side of the building. Another worker supplies his words (or thoughts). When it’s over, he gingerly makes his way off.

1:32 Another shot, taken the same day, shows plasterers and bricklayers posing for the camera. Far below, trains can be seen on the Sixth Avenue El. The Avenue itself is mostly tenament buildings.

2:09 A pair of construction workers, posing precariously on the edge of some pipework, give a few facts and figures about the building.

3:05 Workers wrestle on of the 61th-floor eagles into place. Far below, streetcars run up and down Lexington Avenue.

7:55 Workers on the scaffolding surrounding the needle spire that, for 11 months, made the Chrysler building the tallest building in the world.

Als Autofahrer ist man ja dieser Tage besonders im Fokus und hat nur selten Sympathien auf seiner Seite, aber ich bleib zunächst weiterhin dabei, denn solange der Nahverkehr so bescheiden gelöst ist, wie in Hamburg möchte ich mir das mit Hund bei Wind und Wetter einfach nicht antun – schon gar nicht, wenn ich einfach doppelt so lange unterwegs bin im Vergleich zum Auto.

Was allerdings seit ein paar Wochen mal wieder eine richtige Tortur ist, weil an diversen Stellen erneut gebaut wird, was letztendlich dazu führt, dass so gut wie kein längeres Stück vernünftig befahrbar ist – wobei das auch nur bedingt an den Baustellen liegt und viel mehr an den ganzen Idioten, die das mit Voraussicht und Rücksicht bis heute nicht gelernt haben.

Aber hin und wieder ist es auch spannend, vor allem wenn man mal was Neues sieht. Ein Liegefahrrad zum Beispiel. Hab ich zwar schon mal stehend gesehen, aber so live in Natur und Farbe … das noch mal leicht was anderes. Bestätigt hat es mich dennoch darin, so ein Ding nicht haben zu wollen, weil man schlichtweg echt beschissen gesehen wird und offenbar sind auch höhere Bordsteinkanten ein nerviges Problem – der Typ sprang jedenfalls recht panisch auf, nur um auf den Fußweg zu kommen.

Hätte er lieber mal ein Donkey Bike benutzt. Keine Ahnung, ob man damit Bordsteine besser hoch kommt, aber man gehört mindestens genauso zu der Gruppe, die auf dem Gehweg länger angestarrt wird, liegt dafür nicht und ist so zumindest etwas sicherer unterwegs:

London.

A groovy girl in a polka dot trouser suit looks at bikes outside a bicycle shop; she attempts to get on a penny farthing bike, but can’t quite make it; the male assistant (T Barrell) brings out a ‘Donkey Bike’ for her to try. It looks quite strange, with a large wheel at the back and a small one at the front; the handlebars curve round the back of the rider, so they sit up straight while riding.

The girl cycles through a park on the bike; cut to the girl getting on a double decker bus with the folded bicycle. Folk singer Pete Newby is seen taking his Donkey Bike out of the boot of his car; he fixes the handlebars to the front of the bike and rides off. He stops on a quiet road to put the handlebars on the back of the bike and rides along a busy street. In fast motion, we see Pete, the trouser suit girl and another man riding about a park on their Donkey Bikes.

Hat ja an sich aber auch seine Gründe, warum sich die Dinger auf Dauer nicht durchgesetzt haben …

Als Leipziger hat man ja ein recht spezielles Verhältnis zu Dresden, irgendwo hatte ich mich dazu schon mal ausgelassen und natürlich gibt es keinen logischen, nachvollziehbaren oder anderweitigen Grund, der das auch nur ansatzweise erklärbar macht. Es ist ein bisschen so wie im Fußball, dortige Rivalitäten haben in mancher Situation ja auch nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun. Aber unter uns: wer so leicht jemanden in sein Grünes Gewölbe einsteigen lässt … ach egal.

Immerhin sind wir uns mit Dresden aber einig, dass Halle noch viel schlimmer ist und von Chemnitz wollen wir gar nicht erst anfangen – auch hier lässt sich die eine oder andere Parallele zum Fußball nicht von der Hand weisen. Weniger mit Fußball, dafür aber mehr mit Dresden hat der nachfolgende Film zu tun, der aus der Feder von Werner Kohlert stammt.

Der bekam vom damaligen Kulturamt den Auftrag, Dresden 1991 filmisch festzuhalten und es sieht so aus, wie man sich Dresden um diese Jahre vorstellt: grau. Grau in Grau und zwischendurch noch mehr grau:

– Dresdner Interregnum –
Ein Jahr lang, von 1990 bis 1991, filmte der Dresdner Kameramann, Autor und Regisseur Werner Kohlert, seine Stadt im Auftrage des Kulturamtes.
Dabei entstanden 6000 Meter Film, welche die Elbmetropole in der Zeit des Umbruchs und der Neufindung verewigten: das Grau der Innenstadt, die ersten Aufbrüche in die westliche Warenwelt, Ruinen der Neustadt, die schon dem Abriss geweiht waren bis hin zur Tristes der Neubausiedlungen am Rande der Stadt.
Die Dokumentation erinnert an eine entschwundene Vergangenheit und schärft den Blick auf die Gegenwart.
Das ” Dresdner Interregnum 1991″ wird begleitet von Zitaten des französischen Schriftstellers Charles Baudelaire und Musik von Oliver Messian.

Ein Schelm wer glaubt, dass Dresden mittlerweile besser aussieht. Kleiner Scherz, natürlich.