Essen und Trinken – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Mon, 05 Aug 2019 06:39:56 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 French’s Senf-Eis https://www.wihel.de/frenchs-senf-eis/ https://www.wihel.de/frenchs-senf-eis/#comments Tue, 06 Aug 2019 14:33:16 +0000 https://www.wihel.de/?p=97066 French’s Senf-Eis | Essen und Trinken | Was is hier eigentlich los?

Gerade als Kind hatte ich manchmal ganz merkwürdige Vorlieben, was mein Essen anging – so hab zum Beispiel ein paar Wochen im Jahr immer nur Brot mit Butter und Senf gegessen. Fand es halt damals schon irgendwie ganz großartig, wenn sich die Geschmacksknospen aufgrund der leichten Schärfe des Senfes ein bisschen zusammenziehen und man dieses leichte Ziehen in der Nase bekommt.

Hat sich dann aber schnell wieder gegeben, weil der dauerhafte Verzehr von größeren Mengen Senf halt auch nicht wirklich geil für den Magen ist. Alternativ hab ich auch Ketchup ausprobiert, aber das ist ja einfach nur ein abartiges Zeug. Nee, nee, ich bleib dann doch lieber bei Senf oder diversen Grill-Saucen, die bekanntlich zwar aufgemacht, aber nie – wirklich nie – bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum geleert werden.

Und wer Senf noch mehr liebt als ich, kann ja mal den Blick Richtung French’s richten, denn die haben nun ein Senf-Eis produziert, das mit großer Wahrscheinlichkeit Seinesgleichen sucht – ob im Positiven oder negativen Sinne muss jeder für sich selbst entscheiden, kann das dank Anleitung aber auch ohne größeren Geldeinsatz tun:

Yeah, it’s really French’s ice cream. Because August 3rd is National Mustard Day, and after 115 years of using mustard to add something bold and unique to standard fare, we thought, “What about ice cream?”

And while this limited-run flavor might sound crazy, it doesn’t just taste good, it tastes damn good.

Hier gibt es das Rezept noch mal in schriftlicher Form.

Ich hab schon ewig keinen Döner mehr gegessen, was vor allem daran liegt, dass es keinen vernünftigen Dönermann bei uns gibt. Vielleicht im EEZ, aber das ist a) immer unfassbar voll, b) hab ich nach Feierabend darauf so gar keine Lust und c) ist Einkaufszentrum-Döner auch nicht gerade bekannt dafür, super lecker zu sein. Ein weiterer kleiner Nachteil, dass wir mit dem Umzug den Dönermann an der Ecke zurücklassen mussten.

Wobei es ja richtigen Döner ohnehin nur in Berlin geben soll. Find ich ja persönlich ein bisschen albern, aber wer will sich schon mit Fladenbrot-Fanatikern anlegen? Über Geschmack lässt sich ja schließlich bekanntlich streiten.

Und deswegen weiß ich auch nicht, ob das hier einfach nur großartig oder purer Frevel ist, aber George McCallum hat einen Kuchen gebastelt, der wie ein Döner aussieht – zumindest so lang man ihn nicht anschneidet. Dazu eine Art selbstgemachter Dreh-Spieß inklusive heizkörper-imitierende Beleuchtung und schon ist die Illusion nahezu perfekt:

Ist halt noch die Frage, wie er schmeckt, aber Döner ohne Kraut und Zwiebeln macht ja grundsätzlich so gar keinen Sinn ... Noch mehr von McCallum gibt es hier - soll ja keiner denken, der Döner wäre eine einmalige Sache ...

Eigentlich weiß ja jeder: Essen in der Werbung sieht immer anders aus als Essen auf dem eigenen Teller – egal ob gekauft und Zuhause zubereitet oder in irgendwelchen Restaurants, Wunsch und Wirklichkeit hängen nicht sehr dicht zusammen. Viel schlimmer aber noch: es wirkt trotz dieses Wissens, zumindest bei mir. Sogar so gut, dass selbst bei eindeutigen Manipulationen mein Hirn aussetzt und ich eher nach Auge und anschließend nach Zutaten kaufe.

Das wird noch viel absurder, wenn man sich mal anschaut, wie die Lebensmittel für das perfekte Werbe-Bild oder Werbe-Video aufgepimpt werden, denn mit Essen hat das nicht mehr viel zu tun. Da kann die Pizza schon mal mit einer Schraube am Brett befestigt werden oder die Erdbeere mit Lippenstift angemalt.

Blossom hat ein kleines Video zusammengestellt, dass einige der Tricks der Food-Industrie zeigt – immerhin, visuell gut umgesetzt:

Test yourself: Can you tell the difference between real & elevated photos? Watch this video to learn how advertisers style and hack their way to make food look stunning for ads! From using different foods to using chemicals, photographers will do anything to elevate food to look delicious and appetizing in the picture!

Und das alles nur, um uns mit falschen Versprechen das Geld aus der Tasche zu ziehen ...

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YouTube-Empfehlung: Silently Cooking https://www.wihel.de/youtube-empfehlung-silently-cooking/ https://www.wihel.de/youtube-empfehlung-silently-cooking/#comments Thu, 28 Mar 2019 15:48:58 +0000 https://www.wihel.de/?p=95172 YouTube-Empfehlung: Silently Cooking | Essen und Trinken | Was is hier eigentlich los?

Der große YouTube-Konsument war ich ja noch nie – einfach zu viel Mist auf der Plattform, den man umschiffen muss, dazu mittlerweile übertrieben viel Werbung und ohnehin viel zu wenig Zeit. Aber hin und wieder bleib auch ich dort irgendwo hängen und zieh mir ein Video nach dem anderen rein (wie die Jugend sagen würde … nicht).

Silently Cooking ist genau so ein Kanal, auf dem man schnell versacken kann, was unter anderem daran liegt, dass dort gekocht wird und Kochsendungen fand ich immer schon faszinierend. Allerdings verfolgt Connor Nelson dort ein etwas anderes Konzept als das, was die Öffentlich-Rechtlichen fahren: er redet nicht. Kein Gelaber, keine Erklärung, was er eigentlich treibt und auch nicht warum – stattdessen entspanntes Kochen, dass trotzdem Hunger macht:

Merry Christmas! If you would... please share this video! I put a lot of work into this one, and I'd love for people to see it.

We don't really make these puddings too often here in America. It was my first time making one, and I loved it! Definitely going to be a yearly thing at my house.

Happy Autumn! If you're from Upstate NY like me, these are a staple. Honestly, I'm usually disappointed by Cider Donuts, but this recipe from Bon Appetite is pretty great. Head to their website for the full recipe.

Damit man dennoch Nachkochen kann, gibt es passend zu jedem Video trotzdem ein Beitrag mit Zutatenangaben und weiteren Erklärungen. So ganz ohne Anweisung geht’s dann halt doch nicht.

Ich hab keine Ahnung, wofür man getrocknetes Eigelb jemals gebrauchen könnte, finde es aber auch absurd, dass man flüssiges Eigelb in Tetrapacks kaufen kann. Ohnehin hab ich von Kochen ja nur bedingt Ahnung – zum Überleben reicht’s, aber der erste Michelin-Stern ist so weit weg wie die Ahnung von CDU-Politikern über das Internet.

Auf der anderen Seite ist die Herstellung auch gar keine große Überraschung, schließlich ist ja bekannt, dass man mit Salz ganz gut Dingen Wasser entziehen kann (wobei es gerade komisch wirkt, dass man Reiskörner in Salzstreuer packen soll, damit es keine Feuchtigkeit zieht – hat schon seine Gründe, warum ich nicht tiefer ins Kochgewerbe einsteige).

So oder so, am Ende ist es Wissen, dass man gebrauchen oder mit dem man sich ganz leicht auf jeder Party als Klugscheißer outen kann:

Finde ja ohnehin flüssiges Eigelb viel geiler.

Optisch hat sich mein Lieblingsmädchen über die Monate deutlich gesteigert, aber dennoch muss man sagen – und das wird sie mir hoffentlich nicht übelnehmen – dass das nicht ansatzweise mit den Kunstwerken mithalten kann, die Olga Noskova zaubert. Zumindest optisch und es dürfte nicht nur für Line unfassbar schwer sein, da jemals ran zu kommen, denn das sind wahrliche Kunstwerke, die mit Nahrungsmitteln schon beinahe nichts mehr zu tun haben:

Ich sag aber auch: das ist schon so viel Kunst, dass mir nicht wirklich das Wasser im Mund zusammenläuft. Eher „wow“ als „nomnomnom“. Noch viel, viel mehr von ihr gibt es hier.

Eine kleine Routine, die sich mehr oder weniger im neuen Job ergeben hat: ich komm mit Mia ins Büro, sie bekommt ein kleines Leckerli, weil sie sich brav direkt auf ihre Decke setzt und anschließend gehen wir gemeinsam Kaffee holen.

Gab es so im vorherigen Job nicht, da der Kaffee bezahlt werden wollte, außerdem war der Weg recht weit – ich hab mir einfach meinen eigenen von Zuhause mitgebracht. Den muss ich zwar auch bezahlen, weiß dann aber immerhin, dass er auch schmeckt.

So ganz ohne Kaffee kann ich den Tag also bis heute nicht starten – will ich auch gar nicht, obwohl mir natürlich klar ist, dass er immer nur kurz wach macht und vor allem das Herz übertrieben in Schwung bringt. Aber ich trink nur noch eine Tasse am Tag und vielleicht ist das ja schon der Weg zur allgemeinen Besserung.

Überhaupt ist Kaffee an sich aber einfach toll. Allein wie er frisch gebrüht riecht und richtig zubereitet auch aussieht – komisch, wer da keine Lust auf eine Tasse gut gemachten Kaffee bekommt.

Thomas Blanchard hat zumindest die visuelle Großartigkeit in einem starken Video mit tollen Nahaufnahmen eingefangen – wenn man ganz dicht an den Bildschirm geht, kann man ihn sogar riechen. Den Kaffee, nicht Thomas Blanchard. Obwohl ...

No FX, just shooting with coffee & paintings

"Oooh !! My Delicious Coffee" is an experimental dreamlike video rocking us smoothly through circular moves.
The visual compositions have been created out of paint, oil and Coffee.

Ich weiß gar nicht, ob ich Kombucha schon mal getrunken hab, dachte aber im ersten Moment auch eher an ein Getränk mit rötlicher Färbung und das Kombucha einfach nur ein fancy Name sei.

Ist es aber nicht, vielmehr ist cha die japanische Bezeichnung für Tee und kombu einfach Seetang. Klingt dann auch schon direkt nach einem typisch japanischen Getränk – und ehrlicherweise nicht wirklich schmackhaft (ich stell mir halt Seetang und Algen und all so einen Kram wenig lecker vor).

Vor allem aber hat das mit den sonst üblichen als Kombucha bezeichneten Getränken wenig zu tun, wie uns die Kollegen von Great Big Story mal wieder ansehnlich zeigen und erklären:

Sorry to shatter the illusion, but that expensive, bottled kombucha iced tea you’ve been drinking isn’t anything close to the authentic stuff—and, believe us, you’re missing out. Come along as we travel to Japan’s Rishiri Island and meet Chiharu Hirakawa, a shop owner and master of creating the real-deal drink. Located off the coast of Hokkaido, the remote island is famous for its locally-harvested kombu seaweed. Hirakawa uses the kombu, after it has been dried and powdered, to create traditional kombucha tea.

Probieren würde ich es dann jetzt tatsächlich schon gern mal. Auch wenn ein bisschen Skepsis bleibt.

Line liebt Parmesan, sehr zu meinem Leidwesen. An sich find ich Parmesan ja nicht weiter schlimm, ist halt Käse und kann das eine oder andere Gericht durchaus noch auf ein anderes Level heben – aber zumindest der, den wir Zuhause nutzen, riecht irgendwie immer ein bisschen nach Erbrochenem.

So schmeckt er natürlich nicht, nein, er schmeckt sogar ziemlich gut, aber dieser olfaktorische Umstand stört irgendwie – genauso wie unsere Teller, wenn wir mal wieder vergessen, die Spülmaschine aufzumachen, wenn sie fertig ist. Es isst eben nicht nur das Auge mit, sondern auch die Nase.

Besonders ärgerlich ist das, wenn man auch noch ein bisschen mehr Geld investiert und sich richtig guten Parmesan gönnt. Wobei man da durchaus mal die Frage stellen kann, warum Parmesan eigentlich so teuer werden kann. Spoiler: braucht halt lange und viel Milch.

A wheel of parmesan cheese can cost over $1,000. A single wheel takes at least one year to age, 131 gallons of milk to make, and it can only be made in a restricted area in northern Italy, in the region of Emilia Romagna. We visited a dairy in Parma, Italy to find out how the cheese is made and why it is so expensive.

1.000 Dollar für Käse – muss man sich auch erstmal leisten können.

Essen auf Bildern sieht eigentlich grundsätzlich immer besser aus als wie (!) auf dem Teller, das weiß jeder, der schon mal ein Plakat von McDonalds oder Burger King gesehen hat und daraufhin sich was von dort bestellt hat. Das Auge ist ja bekanntlich mit und wenn so ein Burger so richtig saftig und locker fluffig aussieht, dann bekomm da selbst ich Bock drauf.

Wir alle wissen aber auch, dass sieht nicht nur immer besser aus, da wird richtig hart beschissen und getrickst - da ist die Sahne schnell mal Rasierschaum, der süß-leckere Ahornsirup entpuppt sich als Motoröl und wie lang sich Bierschaum halten kann, hat auch schon nichts mehr mit Realität zu tun.

Irgendwo ist das sicher nachvollziehbar, Bilder und Co. brauchen halt eine gewisse Zeit, bis sie geschossen sind - wenn da aber sämtlicher Realismus abhanden kommt und mit Kleber und Spülmittel gearbeitet wird, also Dingen, die im Essen so gar nichts zu suchen haben, muss man sich doch schon mal fragen, was die Scheiße eigentlich soll.

Einzige Ausnahme: Die Bilder von Line, denn die sind alle echt. Weil wir einfach nicht wissen, wie man diese Tricksereien anwendet. Und nach den Bildern das Zeug lieber essen als wegzuschmeißen (auch wenn es meistens dann schon recht kalt ist).