Handwerk – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Wed, 26 Jun 2019 06:34:09 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 Eine selbstgebaute Münz-Sortier-Maschine https://www.wihel.de/eine-selbstgebaute-muenz-sortier-maschine/ https://www.wihel.de/eine-selbstgebaute-muenz-sortier-maschine/#comments Thu, 27 Jun 2019 06:08:54 +0000 https://www.wihel.de/?p=96369 Eine selbstgebaute Münz-Sortier-Maschine | Handwerk | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Dinge, die sich selbst sortieren, sind nicht nur der feuchte Traum eines jeden Bibliothekars, sondern auch jedes Steuerberaters, Archivars und sonstigen Menschen, der Kram sammelt, einräumen oder halt ... sortieren ... muss. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass die Sortiererei ein extrem sicherer Berufsfeld ist, gerade mit fortschreitender Digitalisierung. Würde ich ein Startup gründen wollen, es wäre definitiv in diesem Bereich und ja, ich würde völlig bekloppt werden vor Reichtum.

Dabei ist das Prinzip eigentlich recht einfach und schnell durchschaut, zumindest wenn es um Münz-Sortier-Maschinen geht. Und naja, solange sich die Münzen auch einigermaßen unterscheiden, mindestens im Durchmesser.

Denn dann kann man sich so eine Sortier-Maschine auch einfach selber bauen, wie das nachfolgende Video zeigt. Das schult dann nicht nur die eigenen Handwerker-Fähigkeiten, sondern spart auch das mühsame manuelle Sortieren, wenn man den ganzen Bums zur Bank bringt:

Auf der anderen Seite: Bargeld nervt wie sau, sodass man idealerweise so ein Ding gar nicht braucht, weil keine Münzen im Haushalt.

Das erinnert mich ein bisschen an die Zeit, als bei uns die Duschwanne repariert werden musste und zeigt direkt, wie doof wir uns damals angestellt haben. So richtig haben wir gar nicht mitbekommen, wie es passiert ist, aber eines Morgens war eine recht große Macke in der Wanne. Vielleicht ist der Duschkopf einfach runtergefallen, vielleicht hat auch Line schlichtweg Schuld – irgendwer muss ja Schuld haben.

Auf jeden Fall haben wir dann den Vermieter kontaktiert, ein bisschen fuchsig herausbekommen, dass die Duschwanne unfassbar alt war und so eine neue bekommen. Bis dahin wusste aber keiner, dass das der eigentlich leichte Teil war, denn der Einbau hat mal eben gut eine Woche gebraucht – eine Woche, in der die Dusche nicht benutzt werden konnte.

Glücklicherweise haben wir dann regelmäßig bei Lines Eltern duschen können, komisch und nicht zuletzt mega aufwändig war es dennoch. Wusste ja aber auch keiner, dass wir einfach hätten Instant-Nudeln benutzen können:

Keine Ahnung, wie stabil das am Ende, aber auf der anderen Seite: Instant-Nudeln überleben ja auch Atomkriege spielend.

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Wie Bowling-Kugeln gemacht werden https://www.wihel.de/wie-bowling-kugeln-gemacht-werden/ https://www.wihel.de/wie-bowling-kugeln-gemacht-werden/#comments Wed, 19 Jun 2019 14:33:43 +0000 https://www.wihel.de/?p=96253 Wie Bowling-Kugeln gemacht werden | Handwerk | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Meine letzte Bowling-Runde ist überraschenderweise gar nicht mal so lange her – ich glaube, das war sogar letztes Jahr. Das ist aber gar nicht mal das Überraschendste, sondern dass ich mich erstaunlich gut angestellt hab.

Wo ich früher als unerfahrener, pubertärer Kotzbrocken einfach nur die Kugel nach vorn geworfen hab, war dieses Mal sogar recht häufig sowas wie Absicht dabei, was sich logischerweise auch auf mein Punktekonto auszahlte. Die genauen Werte weiß ich gar nicht mehr, aber immerhin hab ich mindestens eine Runde gewonnen – für einen Abend, von dem ich nicht viel erwartet hab, war das ziemlich gut.

Was ich aber nicht wusste: was überhaupt in einer Bowlingkugel drin steckt. Ich mein, es ist klar, dass man schwere und manche leichter sind. Bei einigen sind die Löcher größer, bei den anderen kleiner, die Farben sind fast immer beschissen und am Ende nimmt sowieso jeder seine bevorzugte Nummer.

Aber wer wusste denn wirklich, dass in der Mitte eigentlich ein recht unförmiges Zentrum eingebracht ist? Siehste ma:

Nur für den Fall, dass ich es noch nie erwähnt hab: Industriemaschinen sind sowas von geil!

Eigentlich dachte ich, dass das hier auch nur wieder so ein typisches Herstellungsvideo wäre, aber es dreht sich um Koffer und ich hab allgemein keine Ahnung, wie Koffer gemacht werden bzw. fehlt mir für mindestens zwei bis drei Schritte die Vorstellungskraft, um erahnen zu können, was die da in diversen Fabriken überhaupt treiben.

Dazu kommt: die Preisspanne für Koffer ist zum Teil so absurd wie die politischen Gebaren in Österreich, was hoffentlich wirklich etwas mit der Qualität der Produkte zu tun hat, vermutlich aber auch viel mit irgendwelchen Namen und Mythen zu tun hat. Und doch: ein Leben ohne Koffer ist möglich, aber sinnlos und so stapeln sich auch bei uns im Keller ein paar – in unterschiedlichen Größen, denn man weiß ja nie, was man braucht (außer ein größenvariabler Koffer, der den dritten Weltkrieg spielerisch überlebt).

Die Jungs und Mädels von Golden Hum waren bei Rimowa und haben sich dort nicht nur den Herstellungsprozess zeigen lassen, sondern ihn auch filmisch festgehalten. Und ich wünschte, das wäre tatsächlich eines dieser typischen Herstellungsvideos, denn visuell ist das schon sehr großartig gemacht:

Und für die Metallversion gibt es natürlich auch eines:

Wenn die halt nur mal nicht so teuer wären ...

Handwerker-Videos gehören zu wihel.de mittlerweile genauso dazu wie Fiete in das Logo, besonders wenn so wenig technische Maschinen wie möglich darin vorkommen. Das Sahnehäubchen ist dann nur noch, wenn da auch jemand ist, der nicht einfach nur irgendwas zusammenklöppelt, sondern auch sowas wie Leidenschaft zeigt.

Genau das trifft auf den Schreiner Hein Echtermann zu, der seit 70 Jahren Intarsien herstellt – womit wir auch gleich beim zweiten Punkt sind, denn nebenbei lernen wir auch gleich noch, was Intarsien sind (Kurzform: Einlegearbeiten in Holz aus andersfarbigem Holz). Und wo könnte man die besser gebrauchen als bei der Herstellung von Schachbrettern?

Um das Ganze auch noch zu toppen: das Video ist auf deutsch, was ja mittlerweile fast schon dem Finden des Bernsteinzimmers gleicht. Einziger Wermutstropfen ist da, dass das Video auch diese typische deutsche Qualität hat. Wissen ja, cineastische Aufmachung eher nein. Aber irgendwas ist ja immer:

Schreiner Heinz Echtermann aus Mermuth im Hunsrück stellt seit fast sieben Jahrzehnten kunstvolle Intarsien her. Er zeigt uns, wie man ein Schachbrett mit kleinsten Zahlen und Buchstaben gestaltet.

Und wenn ihr das nächste Mal jemanden im Club aufreißen wollt, einfach mal erzählen, was Intarsien sind. Funktioniert fast immer.

Was ich besonders faszinierend finde: Bildhauen oder überhaupt Kunst, die aus dem Bereich der Plastiken kommt. Nicht nur, dass man sich eigentlich dauerhaft vorstellen muss, wie das Endresultat sein soll (und das auch noch in 3D), man muss auch ziemlich genau wissen, wie man zum Beispiel wie man bei einem ollen Klotz wo an welcher Stelle wie genau draufhauen muss, damit am Ende das rauskommt, was rauskommt. Versteh ich ehrlich gesagt bis heute nicht, wie sowas funktionieren kann und wie Menschen das schaffen.

Vielleicht funktioniert aber mein Gehirn auch einfach ganz anders, ich mein, es hat schon seinen Grund, warum ich Quark ins Internet schreibe, als irgendwas total Kreatives zu machen und damit reich zu werden.

Genauso wenig versteh ich, wie man aus einem Stück Holz einen voll funktionsfähigen Klappstuhl basteln kann, ohne dass am Ende irgendwelche Schrauben oder ähnliches zum Einsatz kommen. Aber es geht, besonders wenn man das Ding für seinen Enkel bastelt:

生活百般滋味 人生需要笑对!

Die verwandtschaftlichen Verhältnisse sind natürlich nur geraten, denn Google Translate gibt bei dem Video-Titel zum Besten: „Der ländliche Onkel baute den legendären Luban-Hocker der siebten Generation. In dem Moment, als das fertige Produkt explodierte, war es so mächtig.“

Explodierende Hocker – was es nicht alles gibt.

Keine Ahnung, ob das nicht schon mehr als Zufall ist, dass vor zwei Tagen Notre Dame in Flammen stand und ich jetzt mit einem Video zum Eiffelturm um die Ecke kommen muss – vielleicht hat das Schicksal aber auch einfach nur eine sehr komische Form von Humor.

Allerdings hätte hier auch irgendein Gebäude aus den Staaten im Mittelpunkt stehen können, das Opernhaus in Sidney oder schlichtweg die Couch in unserem Keller, denn es geht gar nicht so sehr um das Was, sondern um das Wie und der Eiffelturm ist halt mit seinen ganzen Löchern und Verstrebungen in diesem Fall eine ordentlichen Benchmark.

Denn Hermle zeigt im nachfolgenden Video, wie cool ihre CNC-Maschinen funktionieren, präzise Arbeiten und dann eben auch einen kleinen Eiffelturm aus einem Stück Metall herstellen können:

C 42 U Eiffelturm / eiffel tower
Hermle C 42 U dynamic in 5-Achs-Ausführung
Bearbeitung eines Eiffelturmes in AlMgSi1 für den Modellbau
Hermle C 42 U dynamic in 5-axis-configuration
Machining of a eiffel tower in AlMgSi1 for the model industry

Was auch auffällt: entweder gibt es Handwerker-Videos wie dieses, die optisch und sound-technisch echt was hermachen. Oder es gibt die Dinger aus dem Baumarkt – dazwischen ist nichts oder?

Eigentlich hab ich zu Wasabi so gar keine Verbindung, auch wenn ich ein großer Fan von Sushi bin. Aber es ist halt für mich einfach nur sinnlos scharf und Essen darf bei mir nicht sinnlos scharf sein. Überhaupt sollte Essen nicht anstrengend sein, außer es ist so lecker, dass man einfach immer mehr in sich reinstopfen will, obwohl nichts mehr reinpasst. Alles andere zerstört nur das Fressvergnügen und übertriebene Schärfe gehört definitiv dazu.

Und deswegen lass ich Wasabi beim Sushi auch immer links liegen, genauso den Ingwer-Scheiß, den kein Mensch braucht. Und selbst auf die Soja-Sauce verzichte ich meistens – vor allem, weil in der Regel nichts von den dreien irgendwas mit richtigem Sushi zu tun hat. Zumindest beim Wasabi bin ich mir da mehr als sicher, wie dieser Beitrag aus der Vergangenheit beweist – die Soja-Sauce dürfte aber auch ziemlicher Murks sein.

Zurück zum Thema: Shigeo Iida besitzt in der 8. Generation eine Wasabi-Farm und kümmert sich darum, dass richtiger Wasabi auf den Teller kommt. Und zeigt in der nachfolgenden Mini-Doku, dass das nicht nur viel Zeit in Anspruch nimmt, sondern auch gar nicht so einfach ist:

Have you ever eaten wasabi?

If you answered “yes” to that question, you are likely mistaken. Most sushi eaters—even in Japan—are actually being served a mixture of ground horseradish and green food coloring splashed with a hint of Chinese mustard. Worldwide, experts believe that this imposter combination masquerades as wasabi about 99% of the time.

The reason boils down to supply and demand. Authentic wasabi, known as Wasabia japonica, is the most expensive crop to grow in the world. The temperamental semiaquatic herb, native to the mountain streams of central Japan, is notoriously difficult to cultivate. Once planted, it takes several years to harvest; even then, it doesn’t germinate unless conditions are perfect. Grated wasabi root loses its flavor within 15 minutes.

The Japanese have grown wasabi for more than four centuries. 75-year old Shigeo Iida, the eighth-generation owner of his family’s wasabi farm in Japan, takes pride in his tradition, which is profiled in Edwin Lee’s short documentary "Wasabia Japonica," co-produced by Japan Curator. “Real wasabi, like the ones we grow, has a unique, fragrant taste that first hits the nose,” Iida says in the film. “The sweetness comes next, followed finally by spiciness.”

Kein Vergleich zu der Pampe, die man uns vorsetzt.

Seitdem ich das erste Mal davon gehört hab, wollte ich eigentlich schon immer so einen altmodischen Schreibtisch haben, der vollgepackt ist mit Geheimfächern (mir ist gerade der Name dafür entfallen? Diener? Sekretär?). Quasi ein Schreibtisch, bei dem man auch noch nach mehreren Jahren was entdecken kann und der vom Handwerk her einfach nur mega geil ist, weil halt alt und trotzdem funktionstüchtig.

Die Puzzlebox von Seth Gould funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip – ist halt nur kein Schreibtisch. Dafür aber aus Metall und von ihm komplett handgefertigt, sodass ich mich gar nicht entscheiden kann, ob allein das schon mega gut ist oder die Tatsache, dass er sich auch noch diese ganze Puzzle-Mechanik ausgedacht hat.

2 Jahre Arbeit hat er in das Ding gesteckt und ich würde mal behaupten, dass nicht 1 Tag davon verschwendet war:

A two year project by metalsmith Seth Gould, forged and filed from scratch, set to the percussive sounds of his workshop.

Noch ein paar mehr Bilder und vor allem Gedanken und Infos von Seth Gould selbst gibt es an dieser Stelle.

So, Weihnachten haben wir endlich hinter uns gebracht und auch wenn es eigentlich immer ganz schön ist, seine gesamte Verwandtschaft zu sehen, sich bedienen zu lassen und mal zu schauen, wie viel man fressen kann, bis die Hose wirklich nicht mehr passt – die drei, vier Tage reichen dann auch wieder. Viel mehr noch muss man dann ja irgendwann aufpassen, dass die Familienstreitigkeiten nicht wieder aufbrechen und der gesamte Clan sich nicht gegenseitig umbringt.

Mindestens genauso schlimm ist da nur der Witz, den ich nun schon mehrfach auf Twitter gelesen hab: „364 Tage bis Heiligabend und die Leute haben jetzt schon ihre Weihnachtsbeleuchtung aufgehangen“. Haha … ha … ha … ha … nicht.

Aber immerhin können wir die Gelegenheit nutzen und schauen, wie diese kleine Lichter, die wir hauptsächlich zu Weihnachten rauskramen überhaupt hergestellt werden. Ein Prozess, bei dem der Faktor Mensch scheinbar schon komplett wegrationalisiert wurde:

Ever had to throw away an entire string of Christmas lights just because one or two bulbs weren’t working? You’re not alone. Some Christmas lights just won’t work with a single burnt-out bulb, while others will just keep on glowing all winter long! What makes some lights different from other lights? Turns out, it’s all in the manufacturing — and how the lights are wired at the factory. Here’s how those massive strings of glowing festival decor are made.