Menschen auf wihel.de - Was is hier eigentlich los https://www.wihel.de/kategorien/lifestyle/menschen/ Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Tue, 24 Jan 2023 06:48:26 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.1 Leben in einem Hobbit-Haus – Stuart Grant https://www.wihel.de/leben-in-einem-hobbit-haus-stuart-grant/ https://www.wihel.de/leben-in-einem-hobbit-haus-stuart-grant/#comments Wed, 25 Jan 2023 11:44:11 +0000 https://www.wihel.de/?p=146728 Leben in einem Hobbit-Haus – Stuart Grant | Was is hier eigentlich los?

Gerade in den letzten Tagen wurde ich immer mal wieder gefragt, ob unser Umzug endlich durch ist, und nach wie vor weiß ich nicht, was ich darauf sagen soll. Auf der einen Seite ist es ein klares Ja, denn alle Möbel sind bei uns, wir müssen nicht mehr ständig pendeln und haben auch schon die ersten Nächte hinter uns gebracht.

Auf der anderen Seite: Es sieht einfach furchtbar aus. Kleiderschränke sind aus Gründen nur zu 45% aufgebaut, überall Kartons, das Wohnzimmer ist eine einzige Rumpelkammer und als ob wir nicht schon genug Zeug hätten – die Flut an Kartons ist der beste Beweis dafür – müssen wir noch allerlei Kram besorgen, den man gar nicht so richtig auf dem Schirm hat bzw. der einen gewissen Nervfaktor hat.

Zum Beispiel Lampen für die Decke. Mehr Räume bedeuten automatisch schon mal mehr Lampen, teilweise haben wir aber auch in manchen Räumen einfach mehr Anschlüsse, bei denen Kabel einfach unschön aus der Decke baumeln. Heißt: Noch mehr kaufen, noch mehr vollstellen und hoffentlich zeitnah alles verbauen, was aber auch übertrieben viel Zeit kostet (weil soll ja auch gut werden)

Etwas, mit dem sich Stuart Grant vermutlich nicht mehr rumschlagen muss, denn der 80-Jährige ist mit seinem Haus quasi fertig. Das allerdings ist gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert, denn wenn man sein Haus sieht, erinnert das doch sehr stark an bzw. die Häuser, in denen die Hobbits laut Roman und Film lebten. Der Witz ist allerdings, dass Grant die Bücher nie gelesen und die Filme nie gesehen hat. Sagt er zumindest und ich würd ihm das auch glauben, dennoch ist die Ähnlichkeit äußerst bemerkenswert (vielleicht hat Tolkien aber auch einfach bei Grant abgeguckt, wer weiß das schon?)

Jedenfalls hat er das Haus mehr oder weniger als Ruine 1984 gekauft und mit viel Liebe und Können renoviert und so wieder Leben in das 200 Jahre alte Gemäuer gebracht:

Nichts, wo ich jetzt den Rest meines Lebens verbringen wollen würde, aber muckelig-gemütlich sieht das schon aus.

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Tanzend durch die Woche https://www.wihel.de/tanzend-durch-die-woche/ https://www.wihel.de/tanzend-durch-die-woche/#comments Tue, 17 Jan 2023 11:51:09 +0000 https://www.wihel.de/?p=146214 Tanzend durch die Woche | Was is hier eigentlich los?

Mal wieder so ein Video, zu dem ich so gar keine Infos hab oder finden konnte, zumal das auch schon wieder 13 Jahre alt ist. Auf der anderen Seite ist es aber eines der wenigen Videos, bei dem man mal über seine eigene Denkweise nachdenken kann.

Denn tatsächlich dachte ich im ersten Moment, dass das total cringe, peinlich und eben wieder so ein Ding ist, das eigentlich nicht ins gehört. Gerade weil da auch Kids dabei sind und die noch gar nicht abschätzen können, was so ein Ding für Auswirkungen haben kann – schließlich ist das Netz schon lange nicht mehr der allumfassend positive Ort, der überwiegend nur Vorteile mit sich bringt (oder ich bin einfach in den falschen Ecken unterwegs).

Ich wollte also den Tab schon wieder peinlich berührt schließen, als mir aber genau das auffiel: Warum bin ich eigentlich peinlich berührt? Denn wenn wir mal ehrlich sind, wir sehen hier im Grunde nur eine Familie, die in ihrem Garten bzw. auf ihrem Grundstück einfach ein bisschen Spaß haben.

Denen komplett egal ist, was sie anhaben, ob sie den Takt halten, ob diese Bewegungen auch nur ansatzweise einen Sinn machen und ob da jetzt das Schlabberlätzchen noch dran hängt oder nicht. Die eben nicht auf Filter und Posen aus sind und versuchen, sich so perfekt wie möglich darzustellen, sondern bei denen der Spaß im Vordergrund steht. Die eigentlich das Internet mit diesem Video genau so nutzen, wie wir das alle mal am Anfang getan haben, als Klicks egal waren und man nicht für Hochglanz-Scheiße mit Geld zugeschissen wurde.

Eigentlich ist das eines der besten Videos der Welt:

petite danse techno avec 1,2 et 3ème age.
C du lourd !

Damals, als die Welt noch ein bisschen mehr in Ordnung schien als sie es jetzt ist. Können wir uns alle mal ein Beispiel dran nehmen, oder?

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Mudlarking in London – Auf Schatzsuche in der Themse https://www.wihel.de/mudlarking-in-london-auf-schatzsuche-in-der-themse/ https://www.wihel.de/mudlarking-in-london-auf-schatzsuche-in-der-themse/#comments Thu, 29 Dec 2022 07:04:44 +0000 https://www.wihel.de/?p=144720 Mudlarking in London – Auf Schatzsuche in der Themse | Was is hier eigentlich los?

Dank TikTok weiß ich unter anderem auch, dass es nach wie vor noch Leute gibt, die ein bisschen anders hier in Hamburg angeln als der Rest – nämlich nicht mit Angelrute, Haken und Köder, dafür aber mit Schnur und Magnet.

Wobei, vielleicht seh ich auch immer nur das gleiche Video, würde zumindest erklären, warum die immer irgendwelche mysteriösen Truhen oder irgendwelche Weltkriegswaffen finden.

Auf der einen Seite find ich das recht spannend, weil es die Schatzsucherinstinkte in mir weckt, die sich dank Indiana Jones in meiner Jugend gebildet haben. Auf der anderen Seite ist das eigentlich total traurig, weil es auch bedeutet, dass Leute einfach ihren Scheiß ins Wasser werfen und da gehört der einfach nicht hin. Wer aktuell 7 vs. Wild schaut, weiß was ich meine, denn da sind die auch auf einer einsamen Insel ausgesetzt und es ist einfach nur Wahnsinn, wie viel Müll da an die Strände angespült wird. Und vor allem auch was für Müll, man muss ja fast glauben, dass sämtliche Urlauber dieser Welt einfach zu dumm sind, ihre verdammten Badelatschen am Mann zu behalten.

Ein bisschen hatte ich ja auch, dass die Vorbesitzer des Hauses ihre Angelausrüstung auf dem Boden vergessen würden – es wäre mein Einstieg ins Angelwesen gewesen. Wobei, ohne Schein kommt man da auch nicht weit und um den Schein zu machen, muss man irgendwelche Lehrgänge besuchen, da hab ich auch eher weniger Lust drauf.

Bleibt am Ende nur das, was die bei TikTok machen bzw. was Lara Maiklem macht. Denn die betreibt Mudlarking in , was so viel bedeutet wie: Sie sucht im Schlamm der Themse nach Kram, den man irgendwie noch gebrauchen kann. Eigentlich ist das mehr so ein Hobby, Maiklem hat aber sogar eine Lizenz dafür und erzählt im nachfolgenden Video ein bisschen dazu:

Und auch hier gilt: Spannend aber auch bekloppt, dass man da überhaupt so viel findet.

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Ein UberEats-Fahrer bei der Arbeit begleitet https://www.wihel.de/ein-ubereats-fahrer-bei-der-arbeit-begleitet/ https://www.wihel.de/ein-ubereats-fahrer-bei-der-arbeit-begleitet/#comments Wed, 28 Dec 2022 07:07:21 +0000 https://www.wihel.de/?p=144683 Ein UberEats-Fahrer bei der Arbeit begleitet | Was is hier eigentlich los?

So sehr wir uns auch schon auf den nächsten Lebensabschnitt in den eigenen 4 Wänden freuen (was immer noch absurd klingt und auch gar nicht der Wahrheit entspricht, weil das Haus vor allem erstmal der Bank gehört), man muss auch Abstriche machen.

Die große Stadt ist erstmal 1 Stunde entfernt, was aber okay ist, weil wir die große Stadt schon lange nicht mehr genutzt haben und allein für potenzielle Kinder da bleiben … die können sich auch erstmal mit der kleineren Ausgabe einer Stadt zufriedengeben.

Kino ist auch eher mau, waren wir aber auch schon ewig nicht mehr und naja … der Zug nach Hamburg fährt in der Regel auch nur jede Stunde. Was aber okay ist, weil man eben nicht zwingend nach Hamburg ist. Und wenn, kann man trotzdem, nur halt eben nicht mehr so flexibel wie vorher.

Was aber am schwersten wiegt: Lieferservice. Da mussten wir schon Abstriche machen, als wir etwas weiter rausgezogen sind, aber trotzdem immer noch voll zu Hamburg gehörten – die fancy Läden fahren aber schon jetzt nicht mehr zu uns. Der eigentliche Witz ist aber: Wir haben vor ein paar Wochen einen Pizza-Lieferservice gefunden, der unfassbar lecker ist. War klar, dass uns das gelingt, wenn die Tage bereits gezählt sind.

In Glückstadt wird’s da recht düster, weil die Anzahl der Lieferservice sehr überschaubar ist, um nicht zu sagen: Da lohnt sich das Bestellen nur sehr bedingt. Aber ist okay, spart letztendlich ja auch Geld.

Anders sieht das in aus, da kann man sich auch mitten in der Nacht noch Burger bringen lassen. Möglich machen das zahlreiche Lieferdienste, die es bei uns nicht mal ansatzweise gibt, wie zum Beispiel UberEats.

Im nachfolgenden Video können wir einmal einen der Fahrer von UberEats begleiten:

Auch ein Job, den ich in diesem Leben nicht machen möchte. Für den Kollegen hier scheints aber ganz okay zu laufen – 65.000 Abonnenten sind nicht gerade wenig und der eine oder andere Sponsor soll wohl auch schon Interesse gezeigt haben. Was allerdings weiterhin nicht heißt, dass man mit Essen ausliefern reich werden kann.

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Nur jemand, der seine neue 3D-Armprothese auspackt https://www.wihel.de/nur-jemand-der-seine-neue-3d-armprothese-auspackt/ https://www.wihel.de/nur-jemand-der-seine-neue-3d-armprothese-auspackt/#comments Tue, 22 Nov 2022 11:47:35 +0000 https://www.wihel.de/?p=141919 Nur jemand, der seine neue 3D-Armprothese auspackt | Was is hier eigentlich los?

Vorab sei gesagt: Ich kann mich mit diesem Beitrag nur in die Nesseln setzen. Einfach weil es Themen gibt, die ich normalerweise versuche, zu umschiffen, weil mir einfach sehr viel Wissen dazu fehlt und ich gleichzeitig sehr leicht und schnell Gefühle anderer verletzen kann. Immerhin ist mir klar, dass das so ist, gibt ja auch genug Menschen, die wie die letzten Trottel durch die Welt laufen und ohne Rücksicht auf andere tun, was sie eben tun.

Aber – und ich weiß, dass jeder Satz vor einem „aber“ durch das „aber“ aufgehoben wird – dafür ist das hier zu großartig, schön und faszinierend zu gleich. Und ein bisschen hab ich das auch alles schon gefühlt, natürlich deutlich kleiner, weil meine körperlichen Einschränkungen im Vergleich winzig sind und überhaupt sollte man sowas nicht vergleichen. Ich bin halt ohne Kontaktlinsen blind wie sau, mir fehlen viele Haare auf dem Kopf, aber eben lächerlich im Vergleich zu fehlenden Körperteilen.

Und darum geht es im Grunde: Abby und der Tatsache, dass sie „nur“ eine Hand hat. Oder viel mehr, dass Abby neben ihrer menschlichen Hand im nachfolgenden Video eine auspackt, die direkt aus der Zukunft kommt und sie zum Androiden macht. Oder so. Gleichzeitig weiß ich gar nicht, was ich schöner finde: Ihre Reaktionen und diese – vielleicht ordentlich zurückgehaltene – Vorfreude und Freude beim Auspacken oder doch, wie diese Prothese funktioniert und aussieht. Oder einfach das Wissen, dass sie gerade jede Menge Lebensqualität dazu gewonnen hat, was man eigentlich jedem nur wünschen kann, wenn man kein totales Arschloch ist.

Hat mich unter anderem aber auch daran erinnert, wie ich mich mittlerweile freuen kann, wenn ein Paket ankommt, auf das ich schon sehr lange gewartet hab, in dem vielleicht sogar was total Unscheinbares drin ist. Unser letzter Akku-Staubsauger zum Beispiel. Nicht wirklich schön, extrem viel Plastik, aber das Ding tut unfassbar gut und genau das, was es soll – sogar Line ist begeistert und sagt regelmäßig, dass es die beste Anschaffung ist, die wir je getätigt haben.

Und bevor ich noch unpassendere Vergleiche als Staubsauger vs. Armprothese anstelle, fix zum Video:

Toll. An diesem Video ist einfach alles toll.

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Unterwegs mit Amateur-Schiri Tolga Saglam https://www.wihel.de/unterwegs-mit-amateur-schiri-tolga-saglam/ https://www.wihel.de/unterwegs-mit-amateur-schiri-tolga-saglam/#comments Mon, 14 Nov 2022 15:28:07 +0000 https://www.wihel.de/?p=141344 Unterwegs mit Amateur-Schiri Tolga Saglam | Was is hier eigentlich los?

Vor ganz langer Zeit, als ich noch deutlich mehr Haare auf dem Kopf hatte, deutlich fitter und damit einhergehend auch ordentlich weniger Material um die Körpermitte hatte, hab ich ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, ob ich nicht werden will. So ein bisschen Sport, ohne dass man großartig talentiert sein muss, aber trotzdem auf dem Fußballplatz stehend – das doch eigentlich wie gemacht für mich. Außerdem bindet man sich nicht direkt an irgendwelche Vereine und hat ständigen Leistungsdruck bzw. Konkurrenzkampf (abgesehen gegenüber allen anderen Schiedsrichtern). Und trotzdem kann man ein Spiel so ein bisschen Lenken, ohne zu sehr im Rampenlicht zu stehen.

Mir wurde aber auch schnell klar: Das ist halt doch noch mal was anderes als einfach nur über den Platz zu rennen und dafür zu sorgen, dass die sich nicht gegenseitig die Knochen kaputttreten. Außerdem hört man ja auch immer mal wieder, dass gerade im Amateurbereich Schiedsrichter … sagen wir einfach, mit weniger Respekt behandelt werden, als man das gegenüber einem Menschen tun sollte. hat halt auch immer was mit Emotionen zu tun und wenn wir eines während der letzten Jahre gelernt haben: Zu viele können damit nicht umgehen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab den Gedanken wieder verworfen, auch weil das ständige Rumreisen nicht wirklich Spaß macht und man sich letztendlich dann auch doch wieder zu sehr an irgendwelche Termine bindet, auf die man nur wenig Einfluss hat. Außerdem bin ich ohne Kontaktlinsen blind wie ein Maulwurf.

Dennoch hab ich großen Respekt vor allen, die sich da jedes Wochenende wieder auf den Platz stellen, gerade weil man sehr schnell und oft zu Unrecht das absolute Feindbild für Spieler und Fans werden kann. Denn Schiedsrichter im Profi-Bereich sind dann doch noch mal eine andere Hausnummer, sowohl was Sicherheit als auch Bezahlung angeht. Um nicht zu sagen: Auf Schiedsrichter-Sein im Amateur-Bereich muss man wirklich Bock haben, um sich das dauerhaft anzutun.

Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs hat Amateur-Schiri Tolga Saglam ein bisschen begleitet und gibt einen meiner Meinung nach viel zu kurzen, dafür aber dennoch interessanten Einblick in seinen Fußball-Alltag:

Vielleicht überleg ich mir das ja noch mal.

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Wilfried Schmickler mit der Wahrheit über die AfD https://www.wihel.de/wilfried-schmickler-mit-der-wahrheit-ueber-die-afd/ https://www.wihel.de/wilfried-schmickler-mit-der-wahrheit-ueber-die-afd/#comments Thu, 29 Sep 2022 10:49:02 +0000 https://www.wihel.de/?p=137831 Wilfried Schmickler mit der Wahrheit über die AfD | Was is hier eigentlich los?

Normalerweise versuche ich aus diversen Gründen bei mindestens drei Beiträgen am Tag eine gewisse Anzahl an Worte aufs virtuelle Papier zu bringen, was oft auch einfach nur Geschwafel ausartet, ich mir aber dennoch einrede, dass das irgendwer schon interessant finden wird. Und wenn nicht, kann man ja auch einfach ein bisschen scrollen und Videos oder Bilder anschauen, ohne auch nur ein Wort gelesen zu haben – guter Kompromiss für alle. Hoffe ich zumindest.

An manchen Tagen fällt mir das aber schwerer als an anderen und ab und an ist es auch einfach fehl am Platz. So ein Tag ist heute.

Denn Wilfried Schmickler sagt zur eigentlich alles, was man zur AfD sagen muss und sollte:

Würde aber noch einstreuen, dass das F in AfD auch für Faschisten steht.

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Wie Tunnelbewohner in New York leben https://www.wihel.de/wie-tunnelbewohner-in-new-york-leben/ https://www.wihel.de/wie-tunnelbewohner-in-new-york-leben/#comments Thu, 15 Sep 2022 14:51:41 +0000 https://www.wihel.de/?p=136856 Wie Tunnelbewohner in New York leben | Was is hier eigentlich los?

Ich hoffe ja noch immer, dass ich nicht der Einzige bin, der sich mit seiner eigenen Doofheit immer wieder selbst überraschen kann. Bei den wenigen Momenten, bei denen ich Code in irgendwelchen komischen Programmiersprachen schreibe, kommt das recht häufig vor, darüber hinaus sind die Momente zum Glück weniger häufig, dafür aber umso überraschender.

Ganz konkret: Das die Welt immer mehr vor die Hunde geht, ist ja hinlänglich bekannt und auch dass wir das eigentlich wissen, aber gerade die entscheidenden, handelnden Personen mit grober Unfähigkeit verkacken. Genauso, dass man eigentlich immer mit dem schlimmsten rechnen muss, um nicht komplett überrascht zu sein, sollten wir mindestens aus der Trump-Ära und dem Brexit gelernt haben, was eigentlich nur dazu führen kann, dass einen nichts mehr negativ überraschen dürfte – je absurder umso wahrscheinlicher.

Und doch war ich überrascht, dass es tatsächlich sowas gibt, was Erik Swanson mit Carlos jetzt als kleine Doku vor kurzem veröffentlicht hat. Denn Carlos lebt tatsächlich in den Tunneln New Yorks.

Carlos ist damit einer von vielen Obdachlosen, die es auch hierzulande gibt und über deren Lebensverhältnisse man hitzig diskutieren kann, was ich aber an dieser Stelle dieses Mal vermeide. War da früher recht festgefahren mit meiner Meinung, mittlerweile hat sich das leicht gedreht – aber auch hier sehe ich vor allem die Politik verantwortlich, mit Lösungen zu glänzen (und dass das möglich ist, haben die skandinavischen Länder mehrfach bewiesen).

Ich weiß auch gar nicht, ob das jetzt beeindruckend oder einfach noch viel schlimmer ist, als das, was man bisher von und bei Obdachlosen gesehen hat, aber Carlos hat in „seinem“ Tunnel sogar Strom und betreibt dort u.a. einen Kühlschrank und einen Computer.

An dieser Stelle sei auch der angepinnte Kommentar von Swanson unter dem Video empfohlen, der noch ein bisschen mehr zu Carlos nach dem Video erzählt.

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Das erste Mal in einer Pizzeria arbeiten https://www.wihel.de/das-erste-mal-in-einer-pizzeria-arbeiten/ https://www.wihel.de/das-erste-mal-in-einer-pizzeria-arbeiten/#comments Wed, 14 Sep 2022 14:52:43 +0000 https://www.wihel.de/?p=136808 Das erste Mal in einer Pizzeria arbeiten | Was is hier eigentlich los?

Man sagt ja, dass es nie eine schlechte Idee ist, etwas Neues auszuprobieren. Erweitert den Horizont, schärft die Sinne und sorgt für Abwechslung. Bringt aber natürlich auch häufig anfängliche Misserfolge mit sich, denn bisher ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wobei es natürlich durchaus Menschen gibt, die ein unverschämt hohen Grad an Talent in sich tragen und zumindest in bestimmten Bereichen schnell besser abliefern als so mancher Experte, der sich sein Können über viele Jahre erarbeitet hat.

Daher find ich die meisten Formate, bei denen irgendwer irgendwas zum ersten Mal macht auch nur bedingt ertragbar, weil einfach sehr oft klar ist, dass das Ergebnis im Vergleich zu dem, die es schon können, immer irgendwie abkackt. Aber es macht auch Spaß zu sehen, wie Leute mit Herausforderungen umgehen und wenn dann der Vergleich offenbart, dass man gar nicht so weit weg vom Original ist … ist das schön. Und ein bisschen fragwürdig für denjenigen, der es eigentlich kann.

In Kochshows wird dieses Prinzip sehr häufig angewendet, vielleicht ist es sogar das einzige Prinzip, dass diverse Kochshows überhaupt am Leben erhält. Und Kochen spielt auch ein bisschen eine Rolle beim Video mit Brad Leone, der die Pizzeria von Nino Coniglio in besucht und dort einen Crash-Kurs in Sachen Pizza-Fertigung bekommt:

Ever wonder what it’s like to work a shift at a high-traffic pizzeria in New York City? Step behind the counter with Brad Leone as he’s given a crash course in everything from mixing mountains of dough to prepping pies for the oven by Nino Coniglio, owner of Williamsburg Pizza.

Als Nicht-kochender lehn ich mich mal weit aus dem Fenster und behaupte: So schwer kann das ja gar nicht sein, man muss sich nur genau ans Rezept halten.

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Smoke Break (Zigipouse) https://www.wihel.de/smoke-break-zigipouse/ https://www.wihel.de/smoke-break-zigipouse/#comments Wed, 14 Sep 2022 06:02:07 +0000 https://www.wihel.de/?p=136798 Smoke Break (Zigipouse) | Was is hier eigentlich los?

Bei all der Selbstoptimierung, die wir mittlerweile ertragen (müssen) ist vor allem auch wichtig: Immer mal eine Pause zu machen. Natürlich nicht zu lang, dafür aber regelmäßig, damit man auch das letzte Prozentchen aus seinem Leistungskorpus rausholen kann – ansonsten wird das nix mit der deutschen Meisterschaft in was-auch-immer.

Klingt so als würde ich mich darüber lustig machen, oder? Tu ich auch, weil diese ständige Optimierung manchmal sehr wilde Blüten treibt und wer nicht aufpasst, optimiert irgendwann nur noch des Optimierens willen. Auf der anderen Seite: Es schadet nicht, wenn man die Augen nach Verbesserungen ein bisschen offen hält und zumindest mal das eine oder andere ausprobiert.

Powernaps zum Beispiel hab ich bis heute nicht so richtig auf die Reihe bekommen, was aber auch daran liegt, dass ich es einfach nicht richtig ge-time-t bekomme. Entweder ich verbeiß mich selbst in irgendeine Aufgabe und komm davon nicht mehr los oder Leute schreiben mich immer im ungünstigsten Moment an – und die lass ich dann ungern warten. Und im Büro ist an Powernaps ohnehin nicht zu denken.

Was ich aber mittlerweile ganz gut hinbekomme: kurze Pausen zwischendurch. 5 Minuten alle 60 Minuten sollen dabei eine gute Faustregel sein, zwischendurch auch mal weniger als 1 Minute schadet ebenfalls nicht. Kaffee holen, auf Klo gehen, Küche renovieren – alles was da nichts mit Arbeit bzw. der direkten Aufgabe zu tun hat, ist hilfreich.

Oder eben die klassische Zigarettenpause, die zwar ungesund, aber auch gut für die interne Kommunikation ist. Sofern man denn miteinander redet und nicht stumpf auf sein Smartphone schaut.

Alan Sahin hat ein kleines Filmchen gemacht, dass Leute bei eben dieser Zigarettenpause beobachtet und was sie dabei besprechen und ich finde das auf eine Art und Weise sehr schön:

Also: Ruhig öfter mal ein Päuschen machen – schadet nicht.

Schaut man sich die aktuellen Preise an, kann man schnell auf den Gedanken kommen: Das mit der Globalisierung war irgendwie eine schlechte Idee. Klar, am Ende ging es auch da um Geld, was letztendlich auch in niedrigen Preisen münden sollte, aber das Rad haben wir schon vor Jahren überdreht, was man allein schon daran sieht, dass 1 Kilo Fleisch für ein paar Cent niemals nachhaltig, ökologisch oder auch einfach nur vernünftig produziert werden kann. Gleiches gilt auch für Geschichten, bei denen irgendwelche Dinge durch die Welt geschickt werden, um dann irgendwo anders eingepackt und wieder zurück geschickt zu werden.

Fest steht jedenfalls: Auch wenn die ersten Länder damit begonnen haben, Corona für beendet zu erklären (hahahahahahahaha – wie dumm kann man sein?), sind Liefer- und Produktionsketten nach wie vor massiv gestört. Und ja, das liegt sicher auch am Putin-Krieg und damit einhergehende Preisexplosionen. Hinzu kommt aber auch, dass Corona eben noch nicht vorbei ist und sich permanent die Leute infizieren, ausfallen und dann eben am Arbeitsplatz fehlen.

Was ich allerdings nicht wusste, weil eben viel zu wenig darüber berichtet wird: Die Containerschiffe stauen sich auf den Meeren. Letzte Woche gab es dazu mal wieder einen Bericht und das ist ein absolut absurdes Bild, wenn man sieht, wie viele Containerschiffe vor irgendwelchen Häfen oder Flussmündungen liegen.

Das ist aber nicht nur wirtschaftlich bescheiden, man darf auch nicht vergessen, dass da Menschen auf den Schiffen arbeiten. Und wenn man ohnehin schon tage- oder gar wochenlang in so einem Blechkübel auf offener See rumschippert, nur um dann sinnlos rumzuwarten und mit sich und der Welt so gar nichts anfangen zu können … das kann schon echt anstrengend sein. Schließlich haben viele auch Familie, von denen sie getrennt sind.

Die beiden YouTuber von Yes Theory sind nun mal 3 Tage auf so einem Containerschiff mitgefahren und haben ein bisschen in das Leben an Board hineingeschnuppert. Streckenweise typisch YouTube-mäßig anstrengend und überdreht, das Schiff scheint auch eher zu der moderneren Kategorie zu gehören – ein paar interessante Einblicke gibt es dennoch:

Bin ich ehrlich: Wär nix für mich. Umso besser, dass andere den Job übernehmen.

-Bashing ist mittlerweile auch zu einem kleinen Volkssport geworden, nicht zuletzt weil der Facebook-Chef auch jede Menge Angriffsfläche dafür bietet. Sei es nun durch absurde Auftritte vor irgendwelchen US-Ausschüssen (wobei da fast alle irgendwelche absurden Auftritte hinlegen), Rechtfertigungsvideos auf seiner eigenen Plattform oder auch die – zumindest aktuell – blödsinnige Idee von irgendwelchen Metaversen, ohne zu wissen, was das eigentlich mal werden soll (abgesehen von einer 3D-Version von Facebook).

Dabei will ich gar nicht auf Mark Zuckerberg rumhacken, weil er – und hier stütz ich mich vor allem auf den Film – auch nach all den Jahren noch so wirkt, als wär er einfach nur der introvertierte Student, der irgendwie um Anerkennung ringt und dabei halt Mark Zuckerberg-Dinge tut. Dass das dann zum wohl bekanntesten Netzwerk der Welt führte und ihn unfassbar reich machte, ist da eher Nebenprodukt als eigentliches Ziel gewesen.

Und auch wenn man diese Ansicht nicht teilt, so ist wohl der kleinste gemeinsame Nenner: Egal, was Mark Zuckerberg tut, es wirkt nie sympathisch – dafür aber mindestens unbeholfen und irgendwie … unecht. Aber nicht, weil er nicht meint, was er sagt und tut, sondern weil er nicht weiß, wie man sich verhält. Dass da die Gerüchte, er sei ein oder mindestens Reptiloid, ist kein Wunder – er stellt sich aber auch echt blöd an, um das zu verbergen.

Dabei hilft auch das nachfolgende Video nicht, wobei ich sagen muss, dass der eine oder andere Move gar nicht mal so schlecht rüber kommt. Denn da hat er sich bei einem MMA-Training filmen lassen. Warum man das als CEO zwingend machen muss, weiß ich nicht und es trägt auch nicht dazu bei, ihn irgendwie mehr zu mögen – aber schön zu sehen, dass Mark Zuckerberg auch weiterhin Mark Zuckerberg-Dinge macht:

Und am Ende ist es auch egal, ob man ihn mag oder nicht, der kann sich einfach Freunde kaufen, wenn er sie denn braucht.

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Was eine Käsefachfrau alles für Werkzeug benutzt https://www.wihel.de/was-eine-kaesefachfrau-alles-fuer-werkzeug-benutzt/ https://www.wihel.de/was-eine-kaesefachfrau-alles-fuer-werkzeug-benutzt/#comments Tue, 06 Sep 2022 10:46:50 +0000 https://www.wihel.de/?p=136280 Was eine Käsefachfrau alles für Werkzeug benutzt | Was is hier eigentlich los?

ist auch irgendwie absurd, oder? Milch, die man irgendwie mit irgendwas vermischt, dann hart wird und einfach ewig lange liegen lässt. Dabei bekommen wir doch recht früh beigebracht, dass man sehr viele Lebensmittel eben nicht einfach lange rumliegen lassen soll, weil sie sonst ungenießbar werden. Aber Käse ist da anders und besonders – so sehr, dass man sogar in Käse investieren kann – wobei, auch nicht in jeden beliebigen Käse.

Ganz schlimm finde ich dabei ja Blauschimmelkäse. Hab ich selbst noch nie bewusst probiert, aber es klingt einfach falsch, dass man irgendwas bewusst verschimmelt lässt und ausgerechnet das dann eine Delikatesse sein soll. Allerdings trinken manche auch Kaffee, der erst von Katzen ausgeschissen werden muss und überhaupt ist die Welt doch schon sehr lange sehr kaputt.

Jedenfalls beschränken wir uns Zuhause auf eher normalen Käse. Der darf dann auch gern mal ein bisschen mehr kosten und am liebsten haben wir eine bestimmte Marke aus Holland, deren Namen ich schon mehrfach vergessen hab. Aber er ist lecker, aber auch aufwändig, weil der halt nur im Stück gekauft werden kann.

Muss dann also erstmal ausgepackt, geschält und gehobelt werden, was gerade am Anfang eine echte Herausforderung war. Besonders nervig dabei: Die Hände riechen danach stundenlang nach Käse. Und das alles nur, damit man sich ein Brot mit Fetzen davon belegen kann.

Aber nicht nur Käse ist besonders, sondern auch die Werkzeuge, die man für den richtigen Umgang mit Käse braucht. Ehrlicherweise klingt das schon wieder falsch, denn gibt es auch falschen Umgang mit Käse? Und wie überleben all die Menschen mit Käse, die diese Werkzeuge nicht haben? Man weiß es nicht … Aber Nicola Bailey hat diese Probleme nicht und präsentiert und erklärt, was es da an Werkzeugen eigentlich alles so gibt und wofür man sie verwendet:

Schon spannend, wie und was der Mensch alles professionalisieren kann …

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Was gegen starkes Stottern hilft https://www.wihel.de/was-gegen-starkes-stottern-hilft/ https://www.wihel.de/was-gegen-starkes-stottern-hilft/#comments Tue, 06 Sep 2022 05:53:15 +0000 https://www.wihel.de/?p=136277 Was gegen starkes Stottern hilft | Was is hier eigentlich los?

Wie viele andere, hab auch ich in meiner Kindheit eine Phase durchlaufen, in der ich recht viel gestottert hab. Nicht so extrem wie bei Leuten, die so gar kein Wort rausbekommen, aber eben schon so spürbar, dass ich auch heute noch daran zurückdenken muss – nicht zuletzt weil ich auch heute noch immer mal wieder Phasen hab, in denen ich Gefahr laufe, zu stottern (wobei ich mir einbilde, dass das an Corona liegt, weil man davon ja bekanntlich ein bisschen doof wird. Und ich war schon vorher doof).

So richtig kann ich auch gar nicht benennen, woran das liegt, meine aber, dass ich einfach sehr dringend was loswerden will, jemand aber noch am Reden ist und ich meine Gedanken dazu auch nur schwer einbremsen kann. Während der Mund also warten muss, ist das Gehirn schon drei Ecken weiter gefahren – zeigt mir einen, der da nicht ins Stolpern gerät.

Medizinisch gesehen ist man aber noch am Rätseln, was die finale Ursache für Stottern sein kann, geht aber davon aus, dass es wohl an einer Übertragungsstörung bei irgendwelchen Nervensignalen liegt, ein Problem der Veranlagung ist oder auch schlichtweg mit Stress und / oder belastenden Situationen zu tun haben kann. Und gerade Letzteres ist ganz übel, wenn der Stotternde auch noch gehänselt, weil das genau diese Stresssituation nur noch verstärkt.

So richtig bewusst versuch ich dann in diesen kleinen Stotterphasen dagegen was zu tun, genauer darüber nachdenkend fällt mir aber auf, dass ich schon irgendwie anders atme, versuche an irgendwas anderes zu denken und mich irgendwie in der Situation zu beruhigen.

Tatsächlich gibt es aber richtige Methoden und Taktiken, die besonders bei Leuten hilfreich sind, die wirklich sehr stark stottern und so richtig darunter leiden. Die Times hat dazu jemanden getroffen, der wirklich stark stottert: John Hendrickson heißt der gute Mann und erklärt ein paar Tricks, Kniffe und Taktiken, die ihm helfen, durch den Alltag zu kommen:

So faszinierend der menschliche Körper auch manchmal ist, manchmal ist er auch einfach nur bescheuert.

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Es gibt noch Hoffnung: Ein Opa bleibt standhaft https://www.wihel.de/es-gibt-noch-hoffnung-ein-opa-bleibt-standhaft/ https://www.wihel.de/es-gibt-noch-hoffnung-ein-opa-bleibt-standhaft/#comments Thu, 25 Aug 2022 14:37:38 +0000 https://www.wihel.de/?p=135410 Es gibt noch Hoffnung: Ein Opa bleibt standhaft | Was is hier eigentlich los?

Auch wenn ich immer wieder behaupte, hier so wenig politisch wie möglich zu sein, es fällt natürlich schwer und gibt genug Beispiele, wo ich genau dieses Kredo regelmäßig breche. Ich behaupte aber auch: Das ist gar nicht schlimm, denn gerade in den aktuellen Zeiten ist es wichtig, dass man sich einigermaßen positioniert, denn allein durch Wegschauen wird halt nichts besser.

Ich weiß aber natürlich auch, dass alle, die sich zumindest ein bisschen täglich über das Weltgeschehen informieren, damit leicht von allen Seiten zugeballert werden und wenn man die ganze Zeit nur hört, wie furchtbar, immer noch teurer und immer noch aussichtsloser wird, will man davon irgendwann nichts mehr hören. Jeder hat seine eigene Grenze, was er ertragen kann und wann es einfach reicht. Fühl ich, sehr sogar.

Umso wichtiger, dass man auch Orte und Seiten findet, wo das alles keine Rolle spielt, wo man auf andere Gedanken kommt und ein bisschen Zerstreuung findet. Ist halt immer ein zweischneidiges Schwert und alles andere als einfach.

Schöner wird es dann, wenn man mal wieder etwas sieht, dass gibt und zeigt, dass vielleicht noch nicht alles verloren ist. Wobei ich gar nicht weiß, ob das tatsächlich so gut oder diese aufkeimende Hoffnung am Ende doch nur vergebens ist und lediglich ein bisschen abmildert, was am Ende doch auf uns zukommt.

Wie dem auch sei, mir hat der Opa im nachfolgenden Video wieder ein bisschen Hoffnung gemacht, gerade weil „die Alten“ oft genug dafür sorgen, dass man die Hände nur über den Kopf zusammenschlagen kann. Nicht bei ihm, denn a) bezieht er klar Stellung und b) bleibt dennoch fair, wenn es darum geht, seine eigene Meinung zu sagen:

Aber gut, wenn 98% der Menschen eher dumm sind, bleiben noch 2%, auf die man sich verlassen kann.

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Zeig mir deinen besten Dance-Move https://www.wihel.de/zeig-mir-deinen-besten-dance-move/ https://www.wihel.de/zeig-mir-deinen-besten-dance-move/#comments Mon, 22 Aug 2022 14:22:18 +0000 https://www.wihel.de/?p=135251 Zeig mir deinen besten Dance-Move | Was is hier eigentlich los?

Direkt noch ein Tipp, wann man Feiern am besten verlassen sollte: Immer dann, wenn die Musik so laut ist, dass man sich nicht mehr unterhalten kann. Das ist dann auch passenderweise der Zeitpunkt, bei dem Kolleginnen und Kollegen anfangen, die Tanzfläche zu stürmen, selbst die, die da eigentlich nicht so gut aufgehoben sind. Also solche Knallbirnen wie ich.

Der Unterschied zu mir ist nur: Ich tanz halt nicht. Also nie. Gar nicht. Selbst besoffen nicht. Denn man muss wissen, was man kann und was man nicht kann und gehört halt zu den Dingen, die ich nicht kann. Dafür aber gut dummes Zeug quatschen, was dann aber eben durch die Lautstärke nicht mehr möglich ist.

Dazu kommt, dass wummernde Bässe, die durch Mark und Bein gehen, in der Jugend cool waren, aber irgendwann nicht mehr fetzen. Das ist dann nur noch ein Aushalten und hoffen, dass das irgendwann wieder besser wird, wird es aber nicht – und dann geht man lieber nach Hause.

Was ich hingegen mache: Ich schau anderen beim Tanzen ganz gern mal zu, vor allem, wenn sie es können. Also so richtig. Kann man sicher auch selber lernen und gehört dann auch zur coolen Gang, aber das ist dann wie mit Spazieren: Aufwand und Nutzen und das Verhältnis zueinander. Immer schwierig.

Entsprechend hab ich das nachfolgende Video auch mehrfach geschaut, weil Menschen, die was richtig gut können, auch dabei angeschaut werden sollten. Und hier sind es eben Menschen, die tanzen können. Auf die macht sich Ed People auf die Suche und quatscht eben Leute auf der Straße an und fragt sie, ob sie ihm ihren besten Tanz-Move zeigen können, damit er den dann auch lernen und nachmachen kann:

Can you teach me your favorite dance move? 💃

Thank you to all the amazing people who taught me their favorite dance move!

Find ich toll.

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Kluge Worte zum Wochenende https://www.wihel.de/kluge-worte-zum-wochenende/ https://www.wihel.de/kluge-worte-zum-wochenende/#comments Fri, 29 Jul 2022 19:02:07 +0000 https://www.wihel.de/?p=133581 Stimme ihm im vollen Umfang zu.

Kluge Worte zum Wochenende | Was is hier eigentlich los?

Es bleibt sommerlich, was die Themen hier angeht, was vor allem auch daran liegen dürfte, dass ich die Beiträge immer am Vortag schreibe und gestern war halt noch mal furchtbar warm und auch einfach unangenehm.

Verstehe ja bis heute Leute nicht, die solche Temperaturen geil finden und sich dann damit rausreden, dass man ja schön an den Strand oder aufs Wasser kann – klar, kann man, kriegt man noch besser Sonnenbrand und kaschiert ja nur das eigentliche Problem. Außerdem: Strand und Wasser fetzen halt auch bei 25°C und ohne, dass man wie ein Schwein schwitzt (was im Übrigen ein ziemlicher dummer Spruch ist, weil Schweine gar nicht schwitzen können und auch sonst eher sehr reinliche Tiere sind).

Ich hab aber auch gar nicht mehr so viel mit Wasser zu tun, weil vor allem Kontaktlinsen sich damit nur schwer verbinden lassen und ohne Kontaktlinsen seh ich halt nichts. Also so gar nichts. Dafür bekomm ich aber sehr schnell Sonnenbrand, was am Ende einfach nur bedeutet: Ich find Sommer schon gut, aber eben in Maßen.

Auf der anderen Seite: Ich hab halt auch noch die Stand Up Paddling oder gar Surfen ausprobiert und vielleicht ist mir eine total lebensverändernde Erfahrung damit durch die Lappen gegangen. Die Vermutung liegt jedenfalls nahe, besonders wenn man sich mal Daniel Schetter anschaut.

Das ist auch einer dieser Surfer Boys, die wohl ihr Leben lang auf die ultimative Welle hin fiebern … oder auch nicht. Denn Schetter surft vor allem in Gewässern und bei Temperaturen, die andere wohl mehr als meiden würden und die so gar nichts mit Sommer zu tun haben:

Even in sub-zero temperatures in Upper Peninsula , you can find one man who surfs Lake Superior.

Daniel Schetter, known as “Surfer Dan,” has become a local legend for surfing Lake Superior, rain or shine, and making epic ice beards in the meantime.

Und ganz plötzlich fällt mir wieder der Spruch ein: Warum rausgehen, wenn die Sonne auch ins Bett scheinen kann?

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Sushi-Meister Kazushige Suzuki über die Schulter geschaut https://www.wihel.de/sushi-meister-kazushige-suzuki-ueber-die-schulter-geschaut/ https://www.wihel.de/sushi-meister-kazushige-suzuki-ueber-die-schulter-geschaut/#comments Wed, 13 Jul 2022 14:54:06 +0000 https://www.wihel.de/?p=132423 Sushi-Meister Kazushige Suzuki über die Schulter geschaut | Was is hier eigentlich los?

Gefühlt ist die Ära der Kochshows mittlerweile auch vorbei, oder? Eigentlich gar nicht so schlecht, denn auf jedem Sender und selbst in den hiesigen Streaming-Services konnte man sich kaum davor retten und wenn dann selbst ein Markus Lanz in seiner angenehm zurücknehmenden Art sämtliche Fernsehköche um sich versammelt, damit die einfach mal zusammen kochen … dann ist auch mal gut.

Auf der anderen Seite: Die eine oder andere Show mochte ich dann doch. Kitchen Impossible ist nach wie vor gern gesehen, auch wenn sich das Format über die Jahre ein bisschen abnutzt und den immer gleichen Mustern folgt. Chefs Table haben wir zumindest zum Teil auch gern geschaut, obwohl auch hier die Inszenierung und Dramatik / Cinematic irgendwann einfach zu viel wird. Und ein bisschen vermiss ich die Show, die Mälzer und Trettl mit Foodtrucks gemacht haben und bei der mir einfach nicht mehr der Name einfallen will. Irgendwas mit Karawane.

Was das ganze macht: Ich bin gar kein Fan von Kochen. Dauert halt immer sehr lange, alles wird eingesaut und selbst wenn man dann das Essen fertig hat und das auch wirklich gut schmeckt, ist alles nach ein paar Minuten vorbei, weil Essen eben schnell geht. Und zum Dank darf man dann noch den Saustall aufräumen, den man hinterlassen hat, was dann noch mal so lange dauert, wie das Kochen selbst. Kosten-Nutzen-Rechnung und so, funktioniert einfach nicht.

Zum Glück sind da andere aber anders gestrickt und dazu gehört auch der -Meister Kazushige Suzuki. Der hat 10 Jahre lang im Sushi Ginza Onodera, einem der besten Restaurants in gearbeitet, dann aber irgendwann einfach keinen Bock mehr und sich stattdessen auf den Weg nach gemacht.

Ob Sushi jetzt auch direkt was mit Kochen zu tun hat, darf sicherlich heiß diskutiert werden, besonders wenn man es sich mit Sushi-Liebhabern mal so richtig verscherzen will, aber spätestens das nachfolgende Video zeigt: Da wird auch richtig gekocht.

Und mir fällt wieder mal auf: Gab schon lange keine Sushi mehr bei uns.

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Ein 79-jähriger entdeckt einen 3D-Drucker https://www.wihel.de/ein-79-jaehriger-entdeckt-einen-3d-drucker/ https://www.wihel.de/ein-79-jaehriger-entdeckt-einen-3d-drucker/#comments Mon, 11 Jul 2022 10:43:28 +0000 https://www.wihel.de/?p=132124 Ein 79-jähriger entdeckt einen 3D-Drucker | Was is hier eigentlich los?

Na wenn das mal nicht Wasser auf meine Argumentationsmühle in Bezug auf einen gegenüber Line ist: Ein Opa entdeckt die Großartigkeit eines 3D-Druckers. Bei alten Leuten ist das ja ohnehin so eine Sache, da grenzt ein Router-Neustart bereits an purer Magie, wenn die Enkel mal wieder das reparieren.

Aber ein bisschen kann ich das nachempfinden, wenn ich denn auch mal in irgendwelche Programmier-Löcher falle und am Ende irgendwelche Tools oder Frameworks finde, die irgendein Problem von mir lösen, ich aber gar nicht nachvollziehen kann, wie die das tun – weil das in meinem Kopf halt unfassbar schwierig, ja eigentlich sogar unmöglich war.

Oder auch künstliche Intelligenz, die man anlernen und trainieren muss (und die eben nicht auf einem Haufen wenn-dann-Abfragen basiert). Prinzipiell ist das schon nachvollziehbar, aber wenn man dann doch mal etwas tiefer in die Materie einsteigt … alles Voodoo und Hexerei.

3D-Druck ist aber eigentlich recht simpel: erwärmtes Plastik, dass man dank Drucker so formt, wie man es haben will und dann wartet man einfach nur. Spontan muss man sich natürlich fragen, wie toll das tatsächlich ist, schließlich ist Plastik mittlerweile mehr als verpönt – wir schwören ja jetzt alle auf Papier. Wobei ich mich da auch schon frag, ob das so cool ist, weil halt Papier u.a. aus Holz gewonnen wird und wenn wir seit Jahrzehnten schreien, dass man die Wälder nicht so abholzen darf, wie wir das eben tun … ist halt gesteigerte Nachfrage danach auch nicht gerade die ultimative Lösung.

Zurück zum eigentlichen Thema und zu meiner Wiederholung von vor ein paar Beiträgen: Ich brauch so ein Ding. Am besten auch noch in der Form, dass damit der letzte Idiot umgehen kann, denn ich hab viele Ideen für 3D-Drucke und ein Großteil ist dabei sogar mit praktischem Nutzen verbunden. Klar, die eine oder andere Deko-Figur kommt da sicher auch mal raus, aber irgendwelche kleinen Gimmicks und Gadgets für den Alltag, die man sonst nirgendwo käuflich erwerben kann, weil halt zu klein und wenig nachgefragt …

Außerdem erhöht es die Chance auch mal in unserem Freundes- und Bekanntenkreis ähnliche Situationen zu erzeugen wie hier:

Schon sehr niedlich. Und sehr nachvollziehbar, weil 3D-Drucker einfach geil sind.

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Böhmannsland – Der Supercut https://www.wihel.de/boehmannsland-der-supercut/ https://www.wihel.de/boehmannsland-der-supercut/#comments Thu, 16 Jun 2022 06:09:33 +0000 https://www.wihel.de/?p=130424 Böhmannsland – Der Supercut | Was is hier eigentlich los?

Eigentlich wollt ich ja gar nichts zu der Kliemann- … Krise (?) schreiben, denn drauftreten wenn andere schon am Boden liegen ist nie eine gute Idee. Auch ein „Ich habs ja schon immer gewusst“ ist hinterher leichter gesagt als es oft wahr ist und letztendlich ist ja auch ein bisschen egal, was ich denke.

Auf der anderen Seite: Content ist dieser Tage rar gesät und zumindest den Aufwand, den und Team reingesteckt haben, kann man ein bisschen honorieren, auch wenn ich sowohl Inszenierung als auch manche Vorwürfe eher unglücklich finde. Da ist auch Schaden entstanden, wo keiner hingehört.

Worum es geht, will ich gar nicht groß rekapitulieren, das kann man auf diversen Seiten im Detail nachlesen, nur so viel: Kliemann hat sich scheinbar gern und leider zu oft mit fremden Federn geschmückt, nicht die Sorgfaltspflicht walten lassen, die man als Geschäftsführer walten lassen sollte und letztendlich die Kontrolle über einiges in seinem (geschäftlichen) Leben verloren. Das kann durchaus mal passieren, wird halt aber schwierig, wenn man sich selbst in gewisser Form inszeniert und entsprechend von vielen Menschen beobachtet wird.

Nämlich dann, wenn herauskommt, dass man doch nicht der Saubermann ist, der man sein möchte, ob nun durch eigenes Verschulden oder weil andere einfach deinen Namen nutzen, ist da schon fast egal. Bestes Beispiel Viva Con Agua, die sich recht schnell distanziert, mittlerweile aber immerhin entschuldigt haben.

Wie dem auch sei: Böhmermann hat, bevor die Bombe dann geplatzt ist, den großen Knall bereits über mehrere Tage mit kleinen Clips aus dem „Böhmannsland“ vorbereitet und nun einen Super-Cut rausgehauen, der alle enthält – mindestens für die ganz nett, die ihm nicht auf Instagram folgen:

Ratschläge für Kliemann will ich gar nicht geben. Aber wär sicher keine schlechte Idee, sich auf das zu besinnen, was anfänglich gut funktioniert hat. Heimwerker-Videos vielleicht.

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Eine kleine Dokumentation über die Heuschrecken-Ernte in Uganda https://www.wihel.de/eine-kleine-dokumentation-ueber-die-heuschrecken-ernte-in-uganda/ https://www.wihel.de/eine-kleine-dokumentation-ueber-die-heuschrecken-ernte-in-uganda/#comments Thu, 09 Jun 2022 10:27:41 +0000 https://www.wihel.de/?p=129776 Eine kleine Dokumentation über die Heuschrecken-Ernte in Uganda | Was is hier eigentlich los?

Wann immer das Thema auf den Tisch kommt, muss ich mit leichtem Erschrecken feststellen: Ich hab eigentlich gar keine Ahnung davon. Und irgendwo ist das peinlich, denn immerhin reden wir hier vom zweitgrößten Kontinent der Erde, auch wenn uns diverse Landkarten immer was anderes vormachen wollen.

Außerdem gilt Afrika als Wiege des Lebens, auch wenn das so mancher AfDler mit maximal deutschem Namen nach wie vor nicht wahrhaben will. Aber Afrika ist eben auch der Kontinent, dem in der Geschichte der Menschheit extrem viel Unrecht angetan wurde und dessen Aufarbeitung – wenn sie denn stattfindet – bis heute andauert und eigentlich viel zu schleppend voran geht.

Dazu kommt natürlich das übliche „Problem“ mit völlig anderen Kulturen und wie man damit selbst umgeht bzw. wie sehr und schnell man sich darauf einlassen kann. Da bin ich leider auch Alman und irgendwie „norddeutsch“: Was ich nicht kenn, mag ich (erstmal) nicht. Um es kurz zu machen: ich bin da kein gutes Beispiel, an dem man sich orientieren sollte.

Umso spannender fand ich daher die nachfolgende Doku, die vor allem die Heuschrecken-Ernte in Uganda beleuchtet. Denn dort gelten die Viecher als Delikatesse, die vor allem in der Regenzeit im Mai und November ordentlich geerntet werden kann. Und um die sich so manche Mythen ranken:

Michelle Coomber’s “Nsenene” stunningly captures the practice of grasshopper-catching in Uganda, and shows how the seemingly ethereal creatures form a part of the country’s diet and economy.

So spannend und toll das auch alles erzählt ist, ich würde dennoch fürs Erste auf Kostproben verzichten wollen. Empfehle aber direkt das Vimeo-Profil von Michelle Coomber, die sich für das Video verantwortlich zeichnet – dort gibt es noch viel mehr großartige (und kurze) Videos.

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Ein Mann, der seit 25 Jahren Leica-Kameras repariert – The Art of Work https://www.wihel.de/ein-mann-der-seit-25-jahren-leica-kameras-repariert-the-art-of-work/ https://www.wihel.de/ein-mann-der-seit-25-jahren-leica-kameras-repariert-the-art-of-work/#comments Thu, 02 Jun 2022 10:48:14 +0000 https://www.wihel.de/?p=129222 Ein Mann, der seit 25 Jahren Leica-Kameras repariert – The Art of Work | Was is hier eigentlich los?

Sehr lange wollte ich mal eine Leica-Kamera haben, denn wie jeder weiß, habe ich sehr viel Freude am Fotografieren und schieße wann immer möglich Bilder, unter anderem auch weil ich mich selbst dadurch verbessern will. Sieht man unter anderem daran, dass in meiner Wochenzusammenfassung ein Bild an das andere gereiht wird und Line sich regelmäßig an meinem Fundus bedient.

Ist natürlich Quatsch. Also zum Großteil, denn tatsächlich guck ich immer ein bisschen neidisch auf Fotos, die andere schießen, besonders wenn sie gut gelungen sind. So schwer kann das ja schließlich nicht sein, man muss doch nur im richtigen Moment auf den Auslöser drücken, zumal mittlerweile die Technik auch kräftig unterstützt.

Doch wir wissen: Wenn es so einfach wäre, gäbe es viel mehr Profi-Fotografen. Isses aber nicht und das ist ja auch gut, ansonsten könnte man von der Fotografie nur schwer leben.

Und Leica hatte da immer noch einen besonderen Stellenwert, weil die halt in erster Linie für qualitativ hochwertige Kameras und Zubehör stehen, was man nicht zuletzt am Preis sieht. Oder auch daran, dass sie nur selten bis gar nicht Leihgeräte vergeben, weil … sie es halt einfach nicht müssen.

Mittlerweile seh ich das allerdings ein bisschen anders, da lebt halt vor allem die Marke von der Marke und dem Image. Was nicht heißt, dass die Produkte weniger gut sind, aber irgendwann überlegt man halt zwei Mal, ob es einem das Geld tatsächlich wert ist – nicht zuletzt weil auch die Teile kaputt gehen können und dann das Investment noch mal größer wird.

Zumal: Es wird immer schwieriger, jemanden zu finden, der solche Geräte noch reparieren kann. Youxin Ye ist so jemand und repariert Leica Kameras seit mehr als 25 Jahren und macht das natürlich genau so, wie man sich das vorstellt: Mit jeder Menge Hingabe und Ruhe.

So schön der technische Fortschritt auch immer ist, er hat immer ein Problem: Menschen, die ihn missbrauchen. Neulich noch von einem neuen System geschrieben, bei dem man einfach einen Satz reinschmeißt und dann ein passender Bild zurückbekommt, was beinahe magisch ist, weil es unfassbar gut funktioniert – ich seh aber auch schon wieder Leute vor mir, die da irgendwie mit miesen Machenschaften jede Menge Geld rausschlagen. Stichwort Urheberrecht, vielleicht auch wieder sinnloser NFT-Kram und weiß Gott was noch.

Ähnliche Gedanken, und das ist eigentlich unfassbar traurig, hatte ich auch bei dem kurzen Deepfake-Hype. Eigentlich ist das total spannend, dass man Gesichter anderer ziemlich glaubwürdig digital nachstellen und nutzen kann, gerade in der Filmbranche eröffnen sich da einige Möglichkeiten. Auf der anderen Seite sind die Propaganda-Maschinen nicht weit und wenn man dann Fake von real nicht mehr unterscheiden kann, wird es sehr schnell sehr gruselig.

Was letztendlich bedeutet, dass wir als Menschheit immer mehr in eine Richtung gehen, in der wir nicht mehr wissen, was stimmt und was nicht. Und ist ja nicht so, als wäre das nicht schon in den letzten Jahren ein erhebliches Problem gewesen, nur dass wir es hier noch mit ziemlich offensichtlichen Fake-News zu tun hatten.

So ähnlich verhält es sich auch mit dem nachfolgenden Video, aber eigentlich auch wieder nicht. Darin zu sehen: Ron Spanell, der einfach gern auf der Straße Gitarre spielt. Und ein offenbar geistig beeinträchtigter Mann. So weit, so unspektakulär.

Spannend wird es, wenn besagter Mann nicht nur ungläubig dabei zuschaut, wie Spanell spielt, sondern auch gar nicht begreifen will bzw. kann, dass das eben nicht Fake ist. Das wirkt dann ab Minute 2:45 auch ziemlich aggressiv und scheint kurz vor der Eskalation zu sein.

Und dann kommt Minute 4:14 und die ganze Situation dreht sich komplett:

Finde im Übrigen die Videobeschreibung etwas zu weit gegriffen, auf der anderen Seite weiß ich aber auch Spanell sonst so den ganzen Tag als Straßenmusiker erlebt.

Man kann durchaus behaupten: ist eines der fortschrittlichsten Länder der Welt. Und gleichzeitig ist es das vielleicht auch nicht, je nachdem, worauf man mal etwas genauer schaut. Schließlich liest man oft genug in den Nachrichten, wie China Politik betreibt, wie es um Meinungsfreiheit und Oppositionen bestellt ist und wie „lenkend“ der Staat eigentlich viel zu oft in Bereiche eingreift, in der das absolut nicht nötig ist.

Auf der anderen Seite ist China schon lange nicht mehr das Land, das einfach nur billig von anderen kopiert und daraus versucht, möglichst schnell, möglichst viel Profit zu schlagen und dabei Qualität und Co. zu vernachlässigen (las ich zumindest mal und heißt auch nicht, dass das nicht noch immer der Fall ist). Gerade im technologischen Bereich wurden da einige Länder hinter sich gelassen und da wir in Deutschland leben, wissen wir ziemlich genau, wie sich das anfühlt. Das Land der Dichter und Denker hat nicht viel am Hut mit dem Digitalem, sieht man ja nicht zuletzt an dem äußerst witzlosen „Recht auf für alle“.

Will sagen: Hier und da kann man von China vermutlich eine ganze Menge lernen, allerdings haben die auch einfach den natürlichen Vorteil, dass das einfach sehr viele Menschen sind. Da ist es nur logisch, dass das eine oder andere Genie öfter dabei ist, das dann eben Fortschritt möglich macht.

Aber es gibt auch zahlreiche Dinge, die man sich besser nicht abschaut, wobei das auch eher ein Ausblick in unsere mögliche Zukunft sein kann. Denn wenn wir schon von vielen Menschen sprechen, dann wollen die auch irgendwo untergebracht werden. Genau wie bei uns ist auch dort Wohnraum äußerst knapp und man greift zu dem Mittel, das am schnellsten auf dem Tisch liegt: Verdichtung.

Das führt dann zu sogenannten Monster Buildings, riesigen Anlagen, in denen tausende Menschen auf engstem Raum leben und dafür muss man nun eben kein Genie sein, um zu erahnen, wie „toll“ das letztendlich ist.

Der Freund von DongDong Wu lebte in so einem Monster Building und sie gibt uns ein paar Einblicke in das Leben dort:

Kann mir nur schwer vorstellen, dass dort jemand wirklich freiwillig wohnt …

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Ein Trainingsvideo für renitente Fluggäste https://www.wihel.de/ein-trainingsvideo-fuer-renitente-fluggaeste/ https://www.wihel.de/ein-trainingsvideo-fuer-renitente-fluggaeste/#comments Thu, 12 May 2022 05:56:37 +0000 https://www.wihel.de/?p=127540 Ein Trainingsvideo für renitente Fluggäste | Was is hier eigentlich los?

Ich sag ja schon seit vielen Jahren: Mit ohne Menschen ist einfach schöner. Was eigentlich total traurig ist, weil wir Menschen ja soziale Wesen sind und genug Studien bewiesen haben, dass wir ohne soziale Interaktion alle einfach wahnsinnig werden.

Auf der anderen Seite: Wenn man zu lange bestimmten Personen oder Personengruppen interagiert, passiert genau das Gleiche. Gibt einfach zu viele Idioten, die sich entweder bewusst oder – keine Ahnung ob das weniger schlimm ist – unbewusst wie Arschlöcher und Vollidioten verhalten. Ab und an denk ich dann auch, ob da nicht die Wut dem Mitleid weichen müsste, weil viele ja gar nicht wissen, was sie da tun. Allerdings ist bisher auch noch niemandem durch Mitleid großartig geholfen worden.

Besonders viel Mitleid, aber auch Bewunderung hab ich für Menschen, die zwangsweise mit sehr vielen Menschen arbeiten müssen. Service-Mitarbeiter sind da ganz vorn dabei und vermutlich eine der Berufsgruppen, die notorisch unterbezahlt sind, vollkommen egal, wie viel man ihnen zahlt. Diesen psychischen Schmerz und Terror kann man einfach nicht mit Geld aufwiegen. Aber auch hier: Manch einer von denen tut auch sehr viel, dass es insgesamt in der Gesellschaft nicht besser wird. Ich mein, Ablesen von irgendwelchen vorgefertigten Lösungen ohne auf das eigentliche Problem einzugehen … das hat mindestens drei Backpfeifen verdient.

Was mich dabei besonders fertigt (oder fertig machen würde, ich muss in derlei Rollen nur sehr selten schlüpfen): Die müssen ja auch immer nett sein. Da kann der größte renitenteste Vollpfosten vor dir stehen und du musst trotzdem noch lächeln, freundlich bleiben und dich am Ende auf eine Art und Weise behandeln lassen, die einfach nicht angemessen ist. Plus: Du musst trotzdem das erreichen, was du erreichen musst.

Was genau ich meine, zeigt das nachfolgende von Pan Am ganz gut. Darin wird – wie auch immer – gelehrt, wie man mit Fluggästen umgehen sollte, die sich trotz vorhandenem Raucherbereich im Flugzeug auch mal eine Kippe im Nichtraucherbereich anstecken:

Diese Argumente der beiden Karens … schlimm sowas. Gut nachvollziehbar, dass man es daher komplett im Flugzeug verboten hat. Nicht nur, weil eine Trennung auf so engem Raum ziemlicher Quatsch ist, sondern auch weil derlei Situationen einfach bescheuert sind. Alternativ: Gäste einfach während „der Fahrt“ aussteigen lassen …

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Ruby – Ein Interview mit einer 86 Jahre alten Appalachin https://www.wihel.de/ruby-ein-interview-mit-einer-86-jahre-alten-appalachin/ https://www.wihel.de/ruby-ein-interview-mit-einer-86-jahre-alten-appalachin/#comments Wed, 27 Apr 2022 10:07:26 +0000 https://www.wihel.de/?p=126310 Ruby – Ein Interview mit einer 86 Jahre alten Appalachin | Was is hier eigentlich los?

Vorab: Ich hab wirklich keine Ahnung, ob die Bezeichnung Appalachin okay ist. Falls nicht, sehe man mir das bitte nach, ich bin ein kultureller Trottel und steig dank Vereinnahmung diverser Begriffe irgendwelcher Idioten oft nicht mehr durch, was noch okay ist und was nicht.

Aber darum soll es gar nicht gehen, sondern um ein anderes großes Manko von mir: Umgang mit alten Menschen. Nicht, dass ich die jetzt auf der Straße immer schubsen und Gehstöcker klauen würde – aber es fällt mir tatsächlich schwer, mit besonders betagten Menschen einigermaßen okay umzugehen.

Ein großer Grund: Eine gewisse Ungeduld bzw. maximal fehlende Motivation, Dinge oft zu wiederholen. Das Absurde ist: Das ist eigentlich ein erheblicher Teil meines Jobs – Dinge immer und immer wieder zu erklären. Nachvollziehbar, wenn ich das bei Menschen muss, die bei den vorherigen Malen nicht dabei waren, aber eben schwierig, wenn ich das gegenüber Leuten tun muss, die das mindestens einmal gehört haben. Und bei alten Menschen kann das aus diversen Gründen häufiger vorkommen.

Überhaupt fällt es mir zudem schwer, mit Menschen umzugehen, die – und das klingt maximal arrogant – nicht so fit im Kopf sind, wie ich. Nicht, dass ich Dinge nicht gern erkläre, ich liebe das, aber es wird sehr schnell sehr anstrengend, wenn man mir auch nach dem dritten Versuch nicht folgen kann. Und besonders bei technischen Fragen und Angelegenheiten steigt so manche Generation sehr früh aus.

Das tut mir dann auch sehr früh sehr leid und jedes Mal nehm ich mir vor, daran zu arbeiten – aber heiliger Bimbam, das ist so viel leichter gesagt als getan.

Dennoch höre ich der Generation auch gern mal zu, wenn sie von „früher“ erzählt, ist ja schließlich oft ein Leben, dass wir nur aus irgendwelchen Büchern, Filmen und Reportage kennen und bei dem aktuellen Stand des technischen Fortschritts nicht selten surreal wirkt.

So auch ein bisschen bei Ruby. Ruby ist 86 Jahre alt, was man ihr ehrlicherweise auch ansieht. Aber scheinbar noch immer unfassbar fit, auch im Kopf:

Ich bin immer recht vorsichtig, wenn es darum geht, Personen (des öffentlichen Lebens) in irgendeiner Form zu stilisieren oder sowas wie einen Legendenstatus zu geben – damit sind wir in der Geschichte eher selten gut gefahren und das beinahe immer gleiche Muster hat gefühlt wenig mit den eigentlichen Leistungen zu tun.

Denn in der Regel wird das den Leuten zugetragen, die entweder weg vom ihrem jeweiligen Ruder sind oder zumindest kurz davor stehen. Die also nur noch bedingt Einfluss nehmen können und sich damit begnügen müssen, dass ihnen nur noch die Rolle des „zu Beurteilenden“ zu stehen – und es wirkt so, als ob man da sehr oft eher sehr gnädig ist – vielleicht auch gerade weil der- oder diejenige nicht mehr korrigierend eingreifen können.

Jüngstes Beispiel natürlich ist die ehemalige Kanzlerin , die gerade zum Ende ihrer wirklich langen Amtszeit schon schwer vermisst wurde, obwohl sie noch gar nicht ganz weg war. Und auch ich sag vorab, dass sie durchaus hier und da einen guten Job gemacht hat – aber auch nicht selten wirklich ins Klo griff und zumindest in meiner Wahrnehmung wenig korrigierend dahingehend auftrat. Aber das ist ja ohnehin ein großes Problem in der Politik, wer sich verrennt, macht lieber weiter, als einen Arsch in der Hose zu haben und Fehler zuzugeben.

Allerdings könnte man auch sagen, dass diese Besonnenheit, die Merkel immer wieder scheinbar ausgestrahlt hat, auch einfach nur „Aushalten“, „Nichts tun“ oder gar „Verstecken und Aussitzen“ war. Zumindest nach meiner Beobachtung war das die Taktik zu Beginn der Pandemie und damals auch genau richtig – ohne Infos, Impfungen und Erfahrungen mit dem neuen Erreger blieb nicht viel übrig, außer Füße stillhalten und abwarten. Als es allerdings an der Zeit war, aktiv zu werden, Pläne zu machen und diverse Maschinerien anzuwerfen … nun ja, wir wissen ja, wie es in Deutschland lief und läuft.

Immerhin, sie war die wohl menschlichste Kanzlerin, die wir haben konnte, als es darum ging, menschlich zu sein. Kaum auszudenken, wie es mit einem Horst Seehofer gelaufen wäre – allerdings erinnere ich mich auch an den berühmten TV-Auftritt, bei dem Frau Merkel vor allem mit Tätscheln die Lösung gesucht hat.

Wie dem auch sei, Arte hat eine gar nicht mal so kurze Doku zu ihrem Schaffen und Wirken gemacht und lässt dort nicht nur die ehemalige Kanzlerin ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, sondern auch den einen oder anderen Weggefährten. Habe sie noch nicht vollständig geschaut, aber das können wir ja jetzt nachholen:

Es war nicht alles gut mit ihr. Aber auch nicht alles schlecht.

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Moritz Neumeier und das Thema Rassismus https://www.wihel.de/moritz-neumeier-und-das-thema-rassismus/ https://www.wihel.de/moritz-neumeier-und-das-thema-rassismus/#comments Thu, 27 Jan 2022 11:03:58 +0000 https://www.wihel.de/?p=123924 Moritz Neumeier und das Thema Rassismus | Was is hier eigentlich los?

Damals™, als ich noch regelmäßig Podcasts gehört hab – mittlerweile ist das ganz übel eingeschlafen, weil das passiert ist, was mit allem passiert, dass man einfach irgendwann sein lässt: man stellt fest, dass es auch ohne geht, außer das eigene Leben hängt davon ab – zählten auch Moritz Neumeier und Till Reiners dazu.

Was den Podcast so bemerkenswert macht, ist nicht nur die Tatsache, dass immer damit kokettiert wurde, dass Gäste eingeladen wurden, aber dann kurzfristig abgesagt haben. Persönlich aber bin ich immer wieder darüber gestolpert, dass nie so richtig klar war, wann es eine neue Folge gibt und ob der Feed noch aktuell ist. Ich kann mich zumindest erinnern, dass ich durchaus mal zwei oder drei Folgen verpasst hab, weil sich einfach die Adresse geändert hat – vermutlich, weil das ohnehin eine Kooperation zweier Radiosender war und wir wissen ja, wie das mit Brei von mehreren Köchen ist …

Dennoch war das immer ein angenehmerer Podcast, weil die beiden eben nicht dafür bekannt sind, dass sie besonders laut rumschreien oder auf Krawall und klickibunte Comedy aus sind – man könnte fast sagen, dass da vor allem auch Grips eine gehörige Rolle mitgespielt haben.

Und dafür ist ja auch Moritz Neumeier an sich bekannt, der sich zumindest mal eine Zeit lang in meinem Facebook-Feed unregelmäßig mit kurzen Videos getummelt hat, in denen es nicht nur Kaffee für ihn gab, sondern auch eine kurze Besprechung irgendeines Themas. Und das waren nicht selten Themen, bei denen die Kommentarspalte zu glühen anfing, wobei das bei Facebook tatsächlich mittlerweile nicht sehr schwer ist. Ich hoffe inständig, dass das keine reales Abbild der Gesellschaft ist, ansonsten sind wir wirklich verloren (dafür aber auch vieles wieder sehr klar und erklärbar. Nicht nachvollziehbar, aber erklärbar).

Vor einer Weile hat Neumeier nun mal ein Special zum Thema Rassismus gemacht und ja, auch in meinem Kopf kommt direkt einen Stöhnen. Schon wieder? Immer noch? Haben wir nicht andere Probleme?

Ja, haben wir, aber nur deswegen sind halt die „alten“ Probleme nicht einfach weg. Der Fokus ist nur ein anderer, aber selbst das macht es nicht besser – im Gegenteil. Wenn niemand hinschaut, können andere viel besser und leichter Schabernack treiben und machen am Ende alles nur schlimmer. Und wenn wir ehrlich sind: Selten war Rassismus in den letzten Jahren ein größeres Problem als jetzt (was leider auch auf alle anderen Probleme zutrifft).

Beinahe exakt 15 Minuten, bei denen man einfach mal zuhören sollte:

Mir ist gerade eben aufgefallen, dass es gar keinen Begriff für Leute gibt, die mal mehr mal weniger heimlich Wildblumen in Samenform in der Welt verstreuen. So richtige Gärtner sind das ja nicht, Bepflanzer klingt auch irgendwie komisch, zumal das implizieren könnte, dass da jemand auch bereits gewachsene Pflanzen irgendwo eingebuddelt werden. Vielleicht sind das einfach Flower-Terroristen, wobei halt Terrorist an sich auch schon wieder sehr negativ behaftet ist – und die Jungs und Mädels, die sowas tun, tun ja eher etwas Gutes. Außerdem hat das ja nicht wirklich was mit Gewaltausübung zu tun, wobei es auch hier wieder auf die reine Definition von Gewalt ankommt. Alles gar nicht mal so einfach …

Aber es erinnert mich auch daran, dass wir mal vor Ewigkeiten für unsere Hochzeit Blumensamen bestellt haben, die Line dann in Päckchen packen und jedem Gast als kleines Geschenk hinlegen wollte. Wie man das halt so macht, wenn man heiratet und einen Haufen Leute einlädt.

Bekanntermaßen hat uns Corona da mehrfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nicht nur, dass wir die erste Feier verschoben und wirklich nur im sehr kleinen Kreis den Tag verbracht haben, auch der zweite Termin fiel dann genau so, dass Bestimmungen und Einschränkungen nicht wirklich viel zugelassen haben. Hätte man natürlich wieder verschieben können, aber wenn wir mal ehrlich sind – irgendwann ist die Luft auch raus, zumal ja auch wieder keiner weiß, ob es dann klappt. Teuer war das dennoch, denn von der Anzahlung haben wir nichts wiedergesehen und die war tatsächlich nicht zu knapp.

Heißt: Wir haben die Blumensamen noch immer im Keller und damit ein kleines, aber feines Depot für eine antifaschistische Blumenbesamungsaktion. Fehlt halt nur noch der Plan, wie und wann man das macht, wobei ja auch klar ist, dass man das Zeug am besten einfach in Gärten und auf Grünflächen verteilt – am besten so, dass es niemand direkt sieht, sondern sich erst durch das Ergebnis zeigt und damit das beste Argument liefert, um einfach weiter existieren zu dürfen.

und Shalaco gehen da nicht ganz so undercover-mäßig vor – die verkleiden sich direkt einfach als Bienen und ziehen so durch die Straßen von :

Urban seed shakers Phoenix and Shalaco are scattering native wildflower seeds in San Francisco, California to help support butterflies and bees. Dedicated to restoring the land, they believe that anyone can be a gardener.

Vermutlich ist auch einfach egal, wie man das macht, Hauptsache man macht es. Denn es gibt keinen Grund, der gegen mehr Pflanzen in unseren Städten spricht. Außer Brennnesseln, die sind einfach scheiße.

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