Kunst aus Salz – Und am Ende wird alles zerstört

Was viele eurer Kinder ja irgendwann nicht mehr wissen wollen werden können müssen: Salz war früher mal viel wertvoller als z.B. Gold. Oder um es in die neue Zeit zu projezieren: iPhones eine komplette Inneneinrichtung von Apple und möglichst viele Freunde bei Facebook zu haben. Umso größer müsste der Aufschrei wegen der Kunst von Yamamoto Motoi sein – wenn man die Hintergrundgeschichte nicht kennt:

Geboren wurde er in Hiroshima (nein, auch das ist nicht der Grund) und arbeitete bis zu seinem 22. Lebensjahr in einer Werft, bis er sich vollends der Kunst verschrieb. 1994 starb seine Schwester an einem Hirntumor, was ihn schlussendlich zu gleich folgender Kunst veranlasste. Denn Yamamoto bildet Labyrinthe aus Salz.

Die sehen offensichtlich sehr gut und vor allem durchdacht aus, Hintergrund ist aber, dass er versuchte, die einzelnen Hirnfasern quasi in 2D nachzubilden, genauer gesagt: das Gehirn seiner verstorbenen Schwester. Das ist aber noch nicht großartig genug, denn im Grunde gibt es zu jeder Installation einen groben Plan, wie es aussehen soll. Klappt soweit gut, aber ab einem bestimmten Punkt wird improvisiert und das ohne Ende. Daraus ergibt sich: jedes Bildnis ist ein Unikat mit seinen ganz eigenen Fehlern und Makeln, die man auf den ersten Blick nicht sieht, aber zu einer Art Entdeckungsreise einladen.

Kunst aus Salz - Und am Ende wird alles zerstört

Kunst aus Salz - Und am Ende wird alles zerstört

Kunst aus Salz - Und am Ende wird alles zerstört

Kunst aus Salz - Und am Ende wird alles zerstört

Kunst aus Salz - Und am Ende wird alles zerstört

Kunst aus Salz - Und am Ende wird alles zerstört

Als ob das noch nicht reicht: die Bilder werden einige Tage der Öffentlichkeit präsentiert. Kennt man ja aus Museen. Nur das am Ende die Besucher und Betrachter dazu angehalten sind, die Kunst auch wieder zu zerstören. Dann wird alles zusammen gekehrt, in Dosen und Tütchen verpackt und am Ende ins Meer geworfen. Irgendwie verrückt, wenn man bedenkt, dass die Dinger an sich mehrere Hundert Stunden brauchen, bis sie endlich fertig sind. Hier noch zwei Videos:

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Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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