Neulich im Telekomshop

Neulich im Telekomshop

Ihr glaubt gar nicht, wo ich gerade diesen Text schreibe. Auf der Autobahn. Im Auto. Irgendwo zwischen München und Hamburg. Hab auch eben noch auf dem Raststättenklo die globale Wirtschaftskrise gelöst. Es ist der Wahnsinn.

Dass ich mittlerweile woanders wohne, habt ihr ja letzte Woche mitbekommen. Und wie sich das gehört, muss ich da natürlich auch die W-Lan-Infrastruktur ordentlich aufpeppen – kann nicht sein, dass eine Etage höher das W-Lan weiter weg ist als Guttenbergs Doktor-Titel.

Also ab in den Telekom-Shop. Vom Service her in etwa wie damals der Führer, aber was die Hardware angeht, hab ich bei denen immer ´n guten Griff gemacht. Vergleichbar mit Mudderns Küche früher: du bekommst zwar kein Lachscarpaccio in Safransauce, dafür aber die besten Kohlrouladen und wirst wenigstens satt davon.

Ich dann also rein in den Laden. Drinnen zwei fachkundige Tresenschlampen Servicemitarbeiterinnen, deren Kompetenz direkt proportional zum Lidstrich war.

„Oh, hab ich Sie gerade aufgescheucht? Das wollt ich nicht, brauch auch nur eine von Ihnen.“

Schien allerdings nicht zu interessieren, beide stellten sich wie aus dem Lehrbuch hinter ihre Terminals und sahen geschäftig aus. Da merkt man ihn wieder, den dreimonatigen Vorbereitungskurs zum Head of CRM behind the Terminal with the specific knowledge about getting all the customers money. Mit irakischem Trainingslager, Verkaufsmethoden des Mossad und eisernem Telekom-T. Die Dame, welche sich mir annahm, hatte eine Miene, die versteinerter war als die Berliner Mauer – mit Charme kam man da nicht weit, das Trainingscamp hatte sie im wahrsten Sinne des Wortes hart gemacht.

Ich also geschildert, dass ich das Sinus 1054 ja ganz klasse fand, die den Kasten aber nicht mehr verhökern. Bräuchte ein Gerät, das mindestens genauso eine Reichweite hat, idealerweise eine 100% Auslastung zwischen Wattenmeer und Trevi-Brunnen gewährleistet. Das Ganze dann bitte zu einem zweistelligen Eurobetrag, direkt zum mitnehmen und wenn sie auch noch Ketchup-Mayo hätten, wär ich der glücklichste Kunde seit Marcel D’Avis wieder von der Mattscheibe verschwunden ist.

„Oh, da sollten Sie lieber in den großen Shop gehen, da haben die Handgeräte.“

Handgeräte? Wozu? Saft kauf ich fertig und das Andere übernimmt meine bessere Hälfte. Wenn ich ein Handgerät bräuchte (maximal für eine Blog-Review, ist ja klar), würd ich Reeperbahn 12-38 aufsuchen, ich brauch Internet, verdammt! Hier liegt ein Missverständnis vor, ganz klar, sowas wie hier kann ich nicht gebrauchen.

War ihr aber egal, die Kernkompetenz dieser Zweigstelle schien jedenfalls nicht im Onlinegeschäft zu liegen. Vermutlich mehr im Bereich … ach was weiß ich denn. Bei weiblichen Servicetanten im Kostüm fehlt mir persönlich jede Existenzberechtigung, ich bin da aber auch mehr das Chauvinistenschwein. Den Kasten würd ich hier nicht bekommen, egal wie viele Kamele ich anbieten würde, das war klar.

Musste also die Mittagspause verlängern. Habe mich dann mit einem „Na sowas. Dann zieh ich mal weiter. Irgendwie muss ich ja auf den Strich kommen. Sie dürfen sich jetzt wieder hinsetzen“ verabschiedet – lediglich die Fülligere von beiden lachte, vermutlich war auch dieser flache Wortwitz („auf den Strich – online“ ihr versteh das, ich weiß) einige Meter zu hoch für sie. Meine Tante hatte wieder groß die Mauer über ihre Visage gepflastert, keine Regung im Gesicht, vielleicht war aber auch nur das Botox über dem MHD. Dachte beim Tür schließen noch „Die Mauer muss weg – Die Mauer muss weg“.

Hab das Problem final mit einem Wireless Lan Range Extender gelöst. Klappt wunderbar und war innerhalb von 10 Minuten eingerichtet. Falls ihr also auf dem Weg nach Italien seid, gebt Bescheid, dann könnt ihr mitsurfen.

PS: Zwischen 39 und 45 gab es übrigens kein sitzendes Personal, hab da extra noch mal nachgefragt.

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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