Realsatire in Hamburg: Blankeneser Flüchtlingsblockade

Realsatire in Hamburg: Blankeneser Flüchtlingsblockade

Mittlerweile ist der Begriff „Satire“ ja mehr als überstrapaziert, wahrscheinlich weiß keiner mehr so genau, was mit Satire nun eigentlich gemeint ist. Schmähgedicht hin oder her – Böhmermann hat mit seiner Auszeit bereits die richtige Botschaft geliefert, denn wir die Schlagzeilen nur noch davon bestimmt werden, ob Kollege Erdogan sich nun zu Recht beleidigt fhlen darf oder einfach nur ein humorloser Vollhonk ist, dann kann es in der Welt ja gar nicht so schlecht aussehen. Und wir alle wissen: leider ist genau das nicht der Fall.

Insofern ist der Begriff „Satire“ im Zusammehang mit dem nachfolgenden Video vielleicht sogar gänzlich falsch gewählt – purer Irrsinn trifft es deutlich besser.

Aber was ist passiert?

Nun, auch in gibt es Flüchtlinge und diese benötigen natürlich ein einigermaßen stabiles Dach über dem Kopf – regnet schließlich häufig in . Dazu nötig sind die mittlerweile sehr bekannten Flüchtlingsheime, die hier und da teilweise ohne großartigen Einbezug der ansässigen Bevölkerung aus dem Boden gestampft werden. Macnh normaler Mieter und Hartz-4-Empfänger wird sich bestimmt über so viel Schaffenskraft wundern und die Augen reiben, aber das ist eine völlig andere Diskussion, die leider noch immer viel zu emotional und vor allem mit viel zu wenig wissen geführt wird.

Menschlich gesehen ist das alles eigentlich auch ganz wunderbar – schließlich reden wir nach wie vor von Menschen, die um ihr Leben fürchten und deswegen sämtliche Zelte, die sie hatten, abgebrochen haben – aber es gibt eben überall Arschlöcher und Idioten, die dafür so überhaupt keinen Sinn haben.

Klischeehafterweise trifft das auch auf ein paar Knetbirnen im wunderbaren und recht finanzstarken Stadtteil Blankenese in Hamburg zu – dort möchte man keine Flüchtlingsunterkünfte und schon gar nicht, wenn dafür die herrlich naturbelassenen Brachflächen herhalten müssen. Man muss die Anwohner aber auch verstehen – soll denn der letzte ghettofreie Stadtteil in Hamburg, in dem es sowieso schon schwer genug ist, Platz für das dritte Auto zu finden, nun auch noch den Horden aus dem Abendland zum Opfer fallen? 192 Flüchtlinge, wo sollen die denn noch hin? Und denkt an die Bäume, die armen, armen Bäume ….

Hamburg-Blankenese, Hort des Widerstands. Gut situierte Bürger sind gegen eine Flüchtlingsunterkunft, die hier hinkommen soll. Aber natürlich nur, weil dafür 42 unschuldige Bäumchen fallen sollen.

Ihr kennt den Spruch mit dem Sack, auf den man einfach draufhauen kann und trotzdem immer den Richtigen trifft? Passt hier perfekt.

Aber zugegeben, die Nummer mit den wahllos angebrachten Sprühmarkierungen, die war nicht schlecht.

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

Sag was dazu!

Kürzlich