Selbstversuch: tausche iPhone gegen Android – Das Ergebnis (3 Wochen mit dem Motorola Razr i)

Selbstversuch: tausche iPhone gegen Android - Das Ergebnis (3 Wochen mit dem Motorola Razr i)

Genau am 1. März hab ich euch wissen lassen, dass ich mein geliebtes iPhone für 3 Wochen gegen ein Android-Gerät tausche um feststellen zu können, ob a) Android sich mittlerweile seit meiner letzten Berührung verbessert hat und b) ein Wechsel meinerseits tatsächlich in Betracht kommen könnte.

Letzte Woche hab ich das Testgerät nun zurück geschickt – Zeit also, dass wir die letzten Tage zusammenfassen und zu einem Ergebnis kommen.

Das Gerät an sich

Das Gerät an sich wirkt sehr wertig: Flugzeugaluminium (wääh? Vermutlich nur ein fancy Name), dazu Corning GorillaGlas und eine Kevlar-Rückseite führen dazu, dass sich das Gerät überraschenderweise wirklich gut anfühlt. Ich hatte ja damals ein Samsung Galaxy irgendwas – typischer Plastikknochen. Hier hat Motorola wirklich auf Verarbeitung geachtet. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass das Gerät zum Teil wasserabweisend ist – mein Iphone allerdings auch.

Motorola wirbt beim Razr i mit dem Begriff „Vollbild-Smartphone“ und spielt damit auf den minimalen Rand an. Ob der Begriff hier passend ist, lass ich mal dahin gestellt, allerdings kann ich den Rand nicht als sonderlich positiven Aspekt bezeichnen. Mein Daumen hat nun mal eine gewisse Länge und je nach Haltung kommt man eben nicht ganz an den Rand heran – egal an welche Seite. Sieht zwar gut aus, Bedienungstechnisch können ein paar Milimeter mehr Rand nicht schaden. Kritik auf hohem Niveau – würde diesen Punkt aber nicht als kaufentscheidend betrachten.

Das Display haut mich dank Retina-Nutzung beim iPhone nicht vom Hocker – hatte ich aber auch nicht erwartet. Dennoch war es eine ziemliche Umstellung von „gestochen scharf“ auf „normal“. Hier gilt einfach: was man nicht kennt, kann man nicht vermissen – ich kenne leider Retina und hab es auch gern wieder.

Fazit: angenehmes Produkt aus wertigen Materialien mit minimalem Manko. Durch fehlendes HD-Display kommt es aber leider nicht an das iPhone 5 ran, auch wenn die Geschwindigkeit an sich recht flott ist. Für den Preis geht das Ding aber absolut in Ordnung.

Android Jelly Bean

Eigentlich müsste die Überschrift nur Android heißen, denn ich weiß ja nicht, ob die Auffälligkeiten nur an dieser Android-Version fest gemacht werden können oder generell gelten.

Android ist und bleibt irgendwie speziell. Sicherlich mag es toll sein, dass das System offen ist – aber als iPhone-User hat man es schon nicht leicht. Die Menüs sind extrem tief und teilweise wirklich unlogisch angeordnet (Zurücksetzen auf Werkseinstellung befand sich z.B. unter dem Punkt „Datenschutz“ – was hat das da verloren?), aber das kennt man zum Teil auch von iOS.

Was mich am meisten gestört hat, sind zwar Kleinigkeiten – in Summe aber irgendwie doch zu viel. Zum Beispiel kann ich einen Haufen Homescreens anlegen, Widgets drauf packen, Icons anordnen so wie ich das möchte und auch Ordner mit selbigen erstellen. Drücke ich aber auf die Menütaste, bekomm ich wieder alle Apps angezeigt – dieses mal in alphabetischer Form und ohne die Möglichkeit, diese anders anzuordnen oder in Ordner zu verpacken. Somit habe ich zwei Ebenen, bei der eine extrem eingeschränkt ist. Absolut unnötig und verwirrend.

Auch die Widgets mögen ja ganz nett sein – aber grafisch haut es keinen vom Hocker, zudem kommt man schnell an einen Punkt, an dem es unübersichtlich wird. Das ist dann ein bisschen wie im Supermarkt: zu viel Auswahl und Möglichkeiten führen dann dazu, dass ich gar nix kaufe.

Zudem seh ich das größte Manko bei Android in den Apps bzw. bei den Entwicklern. Das beste Beispiel ist hier die sport1-App. Auf dem iPhone nutz ich sieh regelmäßig für den schnellen Überblick über Sport-News. Dort läuft sie flüssig, ist an’s Display angepasst und macht einfach Spaß.
Auf Android hingegen wird sie direkt als eb-App bezeichnet. Na gut – kann man machen. Fraglich dann nur, warum man eine App baut, die letztendlich auch nur die mobile Ansicht liefert. Ob ich dann über den Browser gehe oder über die App, macht keinen Unterschied. Öffne ich die App nun, bekomm ich folgendes Bild:

Selbstversuch: tausche iPhone gegen Android - Das Ergebnis (3 Wochen mit dem Motorola Razr i) Selbstversuch: tausche iPhone gegen Android - Das Ergebnis (3 Wochen mit dem Motorola Razr i)

Wie man sieht – einfach hässlich. Sowas macht kein Spaß und führt dazu, dass ich die App so gut wie gar nicht mehr benutzt hab.

Insgesamt hab ich bei mir eine deutliche Reduzierung der Smartphone-Nutzung feststellen können. Beim iPhone hab ich immer mal wieder drauf geschaut, ein bisschen rumgedaddelt oder News gelesen – beim Motorola hat das stark abgenommen, was letztendlich nur daran liegt, dass sich Android nicht richtig rund anfühlt. Es macht schlichtweg weniger Spaß, damit rumzufummeln – entweder liegt es an den qualitativ minderwertigen Apps oder der fehlenden Hardware.

Das ist eigentlich schade, denn dafür kann Motorola an sich nichts und sollte das Gerät an sich auch nicht schmälern – die Abhängigkeit von den App-Entwicklern ist hier die Achillesferse. Wenn ich aber ein Smartphone hab, dann definiert sich das eben zum Großteil durch die App-Fähigkeit. Und wenn die Scheiße sind, dann schlägt sich das auch wieder auf’s Gerät nieder.

Fazit: Android ist nichts für mich. Es sieht nicht gut aus, es fühlt sich nicht rund an, teilweise sind die Apps einfach scheiße oder schlecht umgesetzt. Im Vergleich zu meinen ersten Erfahrungen hat sich Android zwar deutlich weiter entwickelt – es macht mir aber noch immer keinen Spaß, damit den Alltag durchzustehen. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu sehr an iOS gewöhnt.

Technische Daten:

Hersteller: Motorola
Modell: Razr i
Einführungspreis: 399 €
Prozessor: Intel Atom Z2480 ( 2.000 MHz )
Anzahl Kerne: Single-Core
Grafikchip: PowerVR SGX540
RAM: 1 GByte
Netzmodus: TriMode
Netzstandards: GSM, UMTS, WLAN
GSM: QuadBand 850, 900, 1800, 1900 MHz
UMTS: Quad-Band 850, 900, 1900, 2100 MHz
Strahlung: mittel (0,6-1,0 W/Kg)
SAR Wert: 0,85 W/kg
Flugzeugmodus: ja
Format: Barren
Höhe x Breite x Tiefe: 122.5 x 60.9 x 8.3 mm
Gewicht: 126 g
Gehäusematerial: Aluminium, Kunststoff
GPRS-Klasse: 29
Upload max. / Download max.: 115,2 / 115,2 KBit/s
EDGE
UMTS Down: 384 KBit/s Up: 64 Kbit/s
HSDPA: 21 MBit/s
HSUPA: 5,7 MBit/s
WLAN-Standard: IEEE 802.11b (11 MBit), IEEE 802.11g (54 MBit), IEEE 802.11n (600 MBit)
WLAN-Verschlüsselung: WEP, WPA, WPA2
Bluetooth-Version: 2.1
USB-Version 2.0
Größe-USB Anschluss: Micro
Klinke Anschluss: 3.5 mm
VoIP-Protokolle: Skype
flexibler Speicher Größe: 8 GByte
Speicherkarten: max. 32 GByte
Arten: Micro SD, microSDHC

Und endlich kann ich mal meine tolle Bewertungsfunktion des Themes nutzen:

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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