Sonntags bei Putins

Sonntags bei Putins

Wer bei uns mal abends zu Besuch ist, wird feststellen: programmtechnisch bewegen wir uns stets zwischen dem „neuen, geilen Kram“ auf Netflix und dem, was unsere Eltern früher geschaut haben – deutsche Krimis, Tierdokus oder auch einfach mal irgendwelche Sendungen mit Belanglosigkeiten, aber dafür mit Hamburg- oder norddeutschem Bezug. So auch vergangenen Freitag. Denn Freitags – und das solltet ihr euch mal merken – kommt im NDR die nordstory.

Dieses Mal ging es um die U3 in Hamburg, zumindest wurde damit der rote Faden gesponnen, denn die Sendung war gespickt mit kleineren Geschichten über Gebäude oder Menschen, die in der Nähe von Haltestellen besagter U3 stehen oder leben. Unter anderem ging es um eine U-Bahn-Fahrerin, die erzählte, dass sie die Strecke gerne mag, weil man dann – gerade im Winter – auch mal in die Häuser und Wohnungen der Menschen schauen kann, wie die denn so leben. Mini-Momentaufnahmen und tatsächlich ein Punkt, den ich mittlerweile vermisse durch den Verzicht auf die Nutzung der Öffentlichen.

Und damit wären wir auch schon beim Thema und dem von mir liebevoll genannten Big-Brother-Phänomen. Denn irgendwie stehen wir alle drauf, anderen beim Leben zuzuschauen – warum auch sonst war das Format zumindest einige Staffeln lang dann doch stark erfolgreich – genauso das Spiel Die Sims. Der Mensch steht scheinbar einfach drauf, anderen zu zuschauen oder andere Leben „zu spielen“, statt das eigene voran zu bringen. Wahrscheinlich hat das irgendwas mit menschlicher Neugier zu tun – danach, was andere aus ihren Möglichkeiten gemacht haben oder was man hätte machen können, hätte man andere Möglichkeiten gehabt.

Lassen wir das Gelaber, ich bin schließlich weder Wissenschaftler noch Psychologe. Stattdessen machen wir einfach das, was wir am besten können: neugierig sein und gucken, wie andere so leben und ihren Tag gestalten. Und wenn schon, dann bei niemand geringerem als Putin:

So regiert man Russland. Das würde ich bestimmt auch noch hinbekommen, höhö.

[via]

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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