fern – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Tue, 27 Jan 2026 07:46:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.1 Coca-Colas Freestyle Maschine https://www.wihel.de/coca-colas-freestyle-maschine/?pk_campaign=feed&pk_kwd=coca-colas-freestyle-maschine https://www.wihel.de/coca-colas-freestyle-maschine/#comments Wed, 28 Jan 2026 11:28:33 +0000 https://www.wihel.de/?p=165011 ]]>

Das hier erinnert auch sehr stark an den mittlerweile typischen Spruch, den kaum einer berücksichtigt: Wenn etwas umsonst ist, dann ist es das gerade nicht – nur du bist dann die eigentliche Ware, die zu Geld gemacht wird. Gleichzeitig geht es hier um etwas, bei dem ich gar nicht wusste, dass es das gibt: eine Maschine von Coca-Cola, bei der man selbst seine Geschmacksrichtungen mischen kann, wie man gern möchte.

Eigentlich eine sehr smarte Idee und vorgeblich eine Win-Win-Situation sowohl für Nutzer als auch Coca-Cola selbst. Ich mein, gibt es etwas Besseres als eine Maschine, bei der man nicht auf vorgefertigte Geschmacksrichtungen zurückgreifen muss und sich dann damit abfindet, dass immer irgendwas nicht passt? Selbstgemacht schmeckt doch schließlich am besten. Und für die Firma ersetzt es direkt mühselig aufgesetzte Forschungsstudien, bei denen Probanden irgendwie entscheiden, was das nächste große Ding für den Markt wird – nur um dann am Ende doch festzustellen, dass man ausgerechnet hier ins Klo gegriffen hat und die gar nicht so mehrheitsfähig waren, wie man glaubte.

Dann doch lieber einfach die Leute „anonym“ machen lassen und am Ende die Daten auswerten, um das einfach nachzumachen, was die meisten ohnehin schon selbst gemacht haben. Klingt in der Theorie gut, aber bisher hab ich davon noch nicht viel gemerkt – hab aber auch noch nicht solch einen Automaten gesehen.

Problematisch wird es, wenn man mal genauer auf die gesammelten Daten schaut. Denn das ist eben nicht nur „so und so viele Menschen haben die und die Mischung getrunken – das muss ein Ding sein“. Das geht natürlich deutlich darüber hinaus, bis hin zur kompletten Beobachtung und Aufzeichnung jeglichen Verhaltens um den Automaten herum

Die Kollegen von fern – irgendwie verbandelt mit Simplicissimus – haben die Geschichte ein bisschen aufbereitet:

This soda fountain isn’t just serving you a drink. It’s quietly collecting your data — and Coke will profit from it tremendously.

Wie gesagt: ist etwas umsonst, ist es das ganz oft eben nicht.

Ich war mal vor ein paar Jahren in Berlin im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen und ab und an muss ich da immer wieder mal dran denken. Weniger ob meiner eigenen Geschichte (auch wenn es nur die letzten Jahre waren, ich bin ein Kind der DDR), sondern weil es einfach absurd ist, wie viel Energie der Mensch in grauenhafte Dinge packen kann. Ganz speziell muss ich immer an die Geschichte eines ehemaligen Insassen denken, der erzählte, dass er öfter mal in einen Transporter gepackt und sinnlos durch die Stadt gefahren wurde, um maximale Orientierungslosigkeit hervorzurufen. Ich mein, wie viel Monster musst du in die haben, dass du dir über immer noch grausamere Foltermethoden Gedanken machst?

Davon mal abgesehen, dass der Name Staatssicherheit in Verbindung mit Deutscher Demokratischer Republik ziemlich irreführend ist, müsste man doch davon ausgehen, dass es um die Sicherheit des demokratischen Staates gehen müsste – letztendlich wurden aber zahlreiche Aspekte, die die Demokratie ausmachen, unterdrückt.

Wie Nils schon richtig anmerkte, umso unverständlicher, dass dieser Teil der Geschichte in der Schulbildung maximal eine Randnotiz darstellt. Aber hey, wo doch jetzt die USA mit dem Durchleuchten von Menschen anfangen, die mal für einen kleinen Besuch rüber machen, können wir den ganzen Bums ja live mitverfolgen. Vielleicht lernen wir ja dieses Mal etwas draus.

Wer dennoch nicht warten will und eher darauf setzt, dass man aus der Geschichte lernt, schaut sich jetzt mit mir zusammen das nachfolgende Video von fern an:

This is the story of the Stasi.

Kennt ihr das? Ihr seht etwas, nehmt euch vor, das in Ruhe anzuschauen und dann stolpert ihr immer wieder drüber, aber verschiebt einfach weiter in die Zukunft, weil es gerade einfach nicht passt. Das geht dann ein paar Tage bis Wochen und so und dann habt ihr plötzlich das Gefühl, dass es jetzt auch egal ist, weil ohnehin nicht mehr wichtig. Was nicht selten stimmt und dann die Frage aufwirft, ob es jemals wichtig war ...

So ein bisschen ging mir das mit dem Beitrag hier von Nils selbst, aber auch mit dem Thema, dass er aufgegriffen hat. Gehört hatte ich davon natürlich schon mal, aber Kriminalfälle aus den 70ern erzeugen eher nur selten Situationen, in denen ich alles stehen und liegen lasse, um mir das anzuschauen. Muss halt einfach warten, bis Zeit dafür ist. Nur ... kam die scheinbar nie.

Immerhin, bevor wir uns dafür jetzt einfach gemeinsam Zeit nehmen, kann ich noch mal eine andere Sache aufklären, nämlich wie Simplicissimus und fern zusammenhängen. Is ja doch merkwürdig, dass manches Thema einfach auf beiden Kanälen und dann nahezu identisch, nur eben anders vertont auftauchen. Zuerst dachte ich nämlich, dass das einfach der internationale Ableger wäre, um ein noch größeres Publikum zu erreichen, tatsächlich handelt es sich aber um einen Partner-Kanal und nicht jedes Video wird dort übersetzt neu hochgeladen.

Nun aber zum eigentlichen Thema und dem vielleicht größten Entführungfall, den Deutschland gesehen hat. Zumindest bis jetzt:

Schon schön, wenn man wieder ein bisschen schlauer ist, oder?

]]>
https://www.wihel.de/die-entfuehrung-des-aldi-chefs/feed/ 2