Sneaker – :: Was is hier eigentlich los :: https://www.wihel.de Entertainment, LifeStyle, Gadgets, Kultur und ein bisschen WTF Tue, 12 Aug 2025 04:55:06 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.1 Sneaker in der DDR https://www.wihel.de/sneaker-in-der-ddr/?pk_campaign=feed&pk_kwd=sneaker-in-der-ddr https://www.wihel.de/sneaker-in-der-ddr/#comments Wed, 13 Aug 2025 14:49:39 +0000 https://www.wihel.de/?p=163410 ]]>

Kann man ja ruhig auch mal sagen: Sneaker haben in meinem Leben schon lange nicht mehr den Stellenwert, den sie mal vor ein paar Jahren hatten. War das früher vor allem in Sachen Optik geprägt, geht es mittlerweile vor allem darum, dass sie a) nur noch bedingt auffallen und so maximal kompatibel zum Rest der Klamotte sind und b) müssen sie maximal bequem sein. Gerade wenn die Tage mal ein bisschen länger sind.

Damit einhergehend bedeutet das auch, dass ich deutlich weniger oft neue Schuhe kaufe, gefühlt sind da aber auch die Preise in den letzten Jahren ordentlich gestiegen. Und irgendwie ist das ja auch völlig bescheuert, wenn man mehr als 200€ für Schuhe ausgibt. Vielleicht sind sogar 100€ schon zu viel – ich hab aber auch so gar keinen Sinn für faire Preise bei Klamotten und Schuhen. Zu günstig ist halt auch Mist, aber kann ja auch keiner sagen, dass der Einzelhandel viel dafür getan hat, dass wir noch wissen, was okaye Preise sind.

So oder so, mittlerweile gilt bei mir: Wird so lange getragen, bis sie auseinanderfallen. Oder halt dermaßen dreckig sind, dass sie nicht mehr anständig gesäubert werden können.

Genauso wenig weiß ich, wie gut Turnschuhe in der DDR waren, aber da ja vieles nicht so richtig geil war, gilt das vermutlich auch für Schuhe. Vielleicht waren nur diese übertrieben widerstandsfähigen Gläser das Einzige, was man hätte behalten sollen. Aber immerhin hat man sich Mühe gegeben, zumindest ist es genau das, was das nachfolgende Video vermitteln will:

These two reports from GDR television deal with the production, quality, and use of sneakers in the GDR. The first report is from the 1985 television magazine "Prisma" and focuses on VEB Luwal in Luckenwalde – a state-owned company with an annual production of around 2.5 million pairs of sports shoes. The second report, from the 1969 program "Sportreporter," consists of a photo montage with background music. It shows sneakers in everyday life and in sports – including scenes from shoe stores, designs on the drawing board, and the use of the "Turnier" and "Tornado" models in school and club sports.

Und jetzt kommt das absurde: Ich brauch tatsächlich neue Sneaker, weil meine an den Hacken mittlerweile ordentlich durchgescheuert sind ...

Was einem ja auch keiner sagt: Wenn man so ein Haus hat, dann braucht man auch viel häufiger neue Schuhe. Zumindest wenn man so ein Dödel ist wie ich, der ohne nachzudenken einfach das anzieht, was er jeden Tag anzieht, dann aber zum Beispiel Rasen mäht und sich damit die Schuhe versaut – vor allem, wenn man erst viel später dran denkt, dass man den Schaden noch mit Putzen hätte begrenzen können ...

Also hab ich mir letzte Woche neue Schuhe gegönnt. Von einer Marke, die ich vorher so gar nicht auf dem Schirm hatte, aber die Schuhe sind überraschend bequem. Aber auch unfassbar teuer, wir reden hier von mehr als 200€ und ich weiß auch bis heute nicht, wer mich da geritten hat.

Was ich ebenfalls nicht wusste: Es gibt Firmen, die Schuhe „umbauen“. Kannte zwar die eine oder andere Butze, die Schuhe bzw. speziell Sneaker wieder aufbereitet, was an sich sehr löblich ist, aber eben auch teuer und damit nur bedingt dem Wegwerf-Wahn entgegenwirkt. Und auch von Autos hört man ja immer mal wieder, dass da Modelle aufgekauft, aufgemotzt und erst dann für noch mehr Geld verkauft werden.

Aber Sneaker sind ja ohnehin so ein eigenes Ding, sieht man auch daran, dass es gar nicht mal so wenige Leute gibt, die die Dinger zwar kaufen, aber nie tragen, dafür aber einfach in der Bude rumstehen haben. Wertanlage oder so, ich hab da keine Ahnung von – Schuhe sind für mich einfach Schuhe.

fer:ker ist genau so eine Bude, die Schuhe umbaut und nachfolgend sehen wir einmal, wie aus Chucks richtige Sneaker werden:

Process of Customizing Converse into a Luxury Leather Sneakers. Korean Custom Artisan

Muss man optisch natürlich mögen und ich dachte bisher auch, dass Chucks ebenfalls in die Sneaker-Kategorie fallen. Man lernt doch immer wieder dazu. Preislich liegt man dann übrigens bei 230 bis 270 Dollar ...

Es gab mal eine Zeit, da hab ich recht häufig Sneaker gekauft. Natürlich nicht so wie die ganzen Sneaker-Heads, die das vor allem dazu machen, die Dinger einfach zu besitzen und in irgendwelche Regale zu stellen, teils auch einfach als Wertanlage. So ganz hab ich den praxis-Bezug dann doch nicht verloren und einfach Schuhe gekauft, wenn ich wieder welche gebraucht hab oder sie einfach schnieke™ fand – ohne zu prüfen, ob ich sie denn wirklich brauche. Was dann automatisch dazu führt, dass man Schuhe hat, die man vielleicht ein, maximal zwei Mal getragen hat ...

Auch jetzt noch hab ich Schuhe im Schrank, die beinahe wie neu aussehen und bisher nicht von mir eingelaufen sind, aber sind wir mal ehrlich: Wozu das Haus verlassen, wenn die Sonne auch aufs Bett scheinen kann? Zumal man ja ohnehin so seine Lieblingspaare hat, die man immer anzieht – da muss sich der Rest einfach hinten anstellen und warten, bis seine Zeit geschlagen hat.

Ich bin aber auch ehrlich: Ich spiele wieder mit dem Gedanken, mal ein paar neue Schuhe zu kaufen. Denn meine Alltagstreter sind langsam wirklich durchgelaufen und auch wenn Patina bei Leder gut kommt, bei Schuhen sieht das irgendwann schedderich aus.

Mittlerweile neben wir nun in einer Zeit, in der Preis und Aussehen nicht mehr allein bestimmend sind. Ich hab zum Beispiel auch ein paar Schuhe, die aus recyceltem Material produziert wurden, sagt zumindest der Hersteller. Die mag ich auch, sind aber eher was für den Sommer als für das aktuelle ... Scheißwetter. Will sagen: man schaut jetzt auch mehr auf das, was in dem Schuh steckt und wie die hergestellt werden.

Genau das kann man jetzt bei den Sneakern von Spingle aus Japan machen, denn die haben Process X in ihre heiligen Hallen gelassen und zeigen somit, wie dort Schuhe produziert werden. Keine Ahnung, was ich erwartet hab, aber das tatsächlich nicht:

Optisch allerdings nicht ganz das, was ich sonst so trag. Ein bisschen mehr zu der Geschichte von Spingle und den verwendeten Materialien gibt es an dieser Stelle.