Über die Schwierigkeit eine neue Serie zu finden - Was is hier eigentlich los

Über die Schwierigkeit eine neue Serie zu finden

Über die Schwierigkeit eine neue Serie zu finden | Kino/TV | Was is hier eigentlich los?
Bild von Frank Reppold auf Pixabay

Das Thema ist eigentlich hinlänglich bekannt, nur an Lösungen mangelt es noch: Gerade hat man noch in der Welt einer heiß geliebten Serie gelebt, da flimmern schon die letzten Sekunden der letzten Folge der letzten Staffel über den Bildschirm.

Die Leere, die anschließend folgt, ist nur schwer zu ertragen, aber jeder Verlust ebbt irgendwann ab. Was viel schlimmer ist, ist das, was danach folgt: Die Suche nach einer neuen Serie.

Das Absurde ist, dass wir eigentlich so viel Auswahl wie nie zuvor haben, weil es mittlerweile Streaming-Dienste wie Sand am Meer gibt und so mancher Anbieter aus den USA nach wie vor Pläne hat, auch nach Europa zu expandieren. Klar, das macht es als Verbraucher nicht einfacher, zumal jeder Anbieter natürlich bezahlt werden will (und ein 10 pro Monat pro Service sich irgendwann auch ordentlich aufsummiert) – viel schwieriger ist aber, etwas Neues zu finden.

Wer da nicht aufpasst, verbringt mehr mit der Suche nach neuem Material als mit der ersten Folge selbst, was aber auch daran liegt, dass man sich gar nicht mehr auf eine größere Meinung verlassen kann, denn allein die nahezu unbegrenzte Auswahl macht es unmöglich, zu den meisten Serien eine Review zu finden. Und ob dann auch der Reviewende den gleichen Geschmack hat wie man selbst, steht noch mal auf einem ganz anderen Blatt.

Was es mir zusätzlich schwer macht: Die aktuelle Stimmung. Gerade nach einem anstrengenden Tag möchte ich eigentlich nicht noch unnötig Hirnkraft einsetzen, um komplexe Handlungsstränge zu durchdenken, Beziehungen zwischen Figuren zu sortieren und die zahlreichen Intrigen, die bei entsprechendem Genre gesponnen werden, nachvollziehen, geschweige denn durchblicken zu können. Auch ist jetzt Drama nicht unbedingt das, was ich mir im Feierabend antun will, dass hab ich im (virtuellen) Büro eigentlich schon genug.

Was letztendlich heißt: Wenn das tatsächlich von mir gefordert wird, muss die Serie auch abliefern. Was wiederum heißt, dass da spätestens mit der zweiten Folge ein ordentlicher Spannungsbogen aufgezogen werden muss und die typischen Folgen, die da gern mal in Staffeln eingestreut werden, nur um den Episodenzähler nach oben zu drehen, dürfen auch gern sein gelassen werden.

Auf der anderen Seite möchte ich aber schon auf einem gewissen Niveau unterhalten werden, was das übliche Trash TV, dass man aus dem linearen Fernsehen kennt, direkt ausschließt. Ohnehin muss man sich fragen, was die Programmverantwortlichen eigentlich den ganzen Tag geraucht haben, wenn sie uns nicht nur mit immer häufiger und immer länger werdenden Werbeblöcken in den Wahnsinn treiben, sondern auch noch Kost vorsetzen, die man sich nicht mal gegen Bezahlung anschauen würde.

Am Ende passiert dann bei mir das, was immer passiert: Ich schaue einfach eine Serie, die ich schon x-Mal gesehen hab. Zum Beispiel reichen schon beide Hände nicht mehr, damit ich zählen kann, wie oft ich schon Stromberg gesehen hab. Und doch sagt mir Stand heute, dass ich mit Folge 2 der ersten Staffel doch mal weitermachen soll … Zum Einschlafen guck ich aktuell wieder Gotham, aber auch nur, weil ich erst vor zwei Serien Akte X beendet hab – kann ich ja nicht schon wieder schauen.

Ist halt am Ende auch nicht Sinn der Sache, zumal wir eben nicht nur im Abo haben. Was da letztendlich als einziges hilft: Über den eigenen Schatten springen und sich auch auf die Gefahr hin, dass man ins Klo greift, auf etwas Neues einlassen. Immerhin gibt es aber mittlerweile ein paar Serien, die zumindest in bekannten Gewässern fischen.

House of the Dragon zum Beispiel spielt im allseits bekannten Game of Thrones-Universum, dass immerhin abgesehen von der finalen Staffel nahezu komplett überzeugen konnte. Und bevor jetzt jemand mit den komplexen Intrigen und komplizierten Beziehungen der Charaktere untereinander kommt: Die Kollegen von ExpressVPN schaffen da dankenswerterweise Abhilfe und haben zumindest für das Haus Targaryen einen übersichtlichen Stammbaum an dieser Stelle gebastelt – ein kurzer Blick darauf zeigt schon, dass das auch bitter nötig war.

Und ganz vielleicht, nachdem ich Stromberg erneut durchgeschaut hab, ist dann auch House of Dragons dran. Wenn wir uns denn trauen …

Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.

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