Warum ich 30 seconds to mars scheiße finde

Ich mach gestern wie immer spontan Feierabend – den größten Schauer noch abgewartet, das Gewitter macht ebenfalls pünktlich Feierabend, sodass ich doch tatsächlich so das Büro verlassen kann, wie ich es mir vorgestellt hab.

Fröhlich ein Lied pfeiffend schlender ich zur Bushaltestelle, ja muss noch nicht mal besonders lange auf den Bus warten. Die Vögel zwitschern und sogar ein paar Rehe wechseln an der Kreuzung die Straßenseite um zum Urpsrung des Regenbogens zu hoppeln. Die Kobolde grüßen mich und auf der gegenüberliegenden Straßenseite spielen zwei Hasen mit ihrem Springseil. Es scheint ein schöner Abend zu werden.

Ich kralle mir also mein Buch, habe vernünftige Musik im Ohr und lese so vor mich hin, während der Bus von mir unbemerkt seine Fahrt beginnt.

Ich lese und lese und lese und lese und lese und werfe einen flüchtigen Blick auf meine Armbanduhr – hm, es sind bereits 45 Minuten vergangen, theoretisch müsste ich schon den Hackbraten riechen, den meine Frau zubereitet. Aber wir haben erst 30% der Strecke zurück gelegt. WTF? Wat ne Scheiße?

Was ist hier los? Merkel explodiert? Sämtlichen Verkehr Norddeutschlands auf meine Straße umgeleitet? Brennt Gaddafi bereits am Kreuz? Ach Scheiß drauf, ich les weiter, schließlich sind es noch ein paar Seiten.

Ich lese also weiter und lese und lese und lese und lese und … mein Buch ist zu Ende. Wir haben 50% der Strecke geschafft. Ich sitze seit über einer Stunde in diesem Bus. Der Typ neben mir hätte sich in den letzten zwei Wochen die Zähne putzen sollen. Der vor mir auch. Ich beginne zu schwitzen.

Warum ich 30 seconds to mars scheiße finde

Und wieder mal muss ich an Michael Douglas in Falling Down denken. Wir kommen gerade Bahnrenfeld Trabrennbahn an und ich freue mich schon, dass diese nervigen Pubertätsbestien den Bus verlassen, die die ganze Fahrt schon über meinen entspannten Feierabend mit ihrem intelligenzfreien Gebrabbel zugemüllt haben.

Warum steigen die hier eigentlich alle aus? Ach guck – Konzert. Hier? Am Arsch der Heide? Wer kann denn nur so bescheuert sein – muss eindeutig ein Schlager“star“ sein, natürlich mit deutlich überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum. Roy Black is back. Mit Toupé natürlich.

Aber mein iPhone sagt mir nach kurzem googlen, dass es sich um 30 seconds to mars handelt. Und das birgt schon eine gewisse Ironie: 30 Sekunden bis zum Mars, aber über 2 Stunden vom Hamburger Rathaus bis zum Schenefelder Platz. Für diese scheiß Bravo-Rocker. Diese 14-jährigen Emos mit ihren aufgeklebten Tattoos. 248 Lieder über die Qual des Lebens und den Tod, aber beim ersten Mückenstich mehr Pippi inne Augen haben als in den Latrinen des 8. Luftwaffenausbildungsregimentes gewesen ist. Ich kenn sie nicht, aber ich hasse sie. Zwei Stunden haben mir die Wichser geklaut. ZWEI GOTTVERDAMMTE STUNDEN. Von meinem eh so kurzen aber unglaublich tollen und weltbereichernden Leben.

Ihr wisst ja, wo ihr euch ab nun bedanken müsst – ich bin da raus als Sündenbock!

Warum ich 30 seconds to mars scheiße finde

Guckt sie euch an, diese scheiß Emos. Verdammte Feierabendterroristen

Alles nur wegen 30 seconds to mars. 30 seconds to ich reiß dir deinen Arm ab und hau dir mit deinem Arm wat vor die Schnauze.

Scheiß Band!

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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