Was es mit der Bild und dem ganzen Adblock-Tüdelü auf sich hat

Was es mit der Bild und dem ganzen Adblock-Tüdelü auf sich hat

Die Internet-Kiddies unter euch haben es schon mitbekommen: seit einigem Monaten kocht das Thema Adblocker enorm hoch und wird mitunter heißer diskutiert als die Flüchtlingskrise oder die ganzen rechten Spinner, die ebenfalls seit einigem Monaten aus ihren Löchern gekrochen kommen. Den neuesten Knaller haben wahrscheinlich nur die mitbekommen, die nicht viel Wert auf hochwertigen Journalismus legen – ich selbst hab es auch erst durch Twitter mitbekommen: die Bild lässt Adblock-Nutzer nicht mehr auf ihre Seite, egal ob mit dem Smartphone oder am Rechner.

Meine Meinung zu Adblockern: soll doch jeder machen wie er will. Was bringen mir als Publisher denn Nutzer, die sich gestört von der Werbung fühlen? Was bringen Agenturen und Firmen Nutzer, denen sie ihre Werbeanzeigen präsentieren, diese aber gar nicht gesehen werden wollen? Rein gar nichts. Viel mehr dienen Adblocker aus meiner Sicht, die wahre Qualität von Werbewirkung zu messen – nämlich nur noch bei den Leuten, die kein Problem mit der Werbung haben und sogar auf den einen oder anderen Banner klicken, vielleicht sogar, weil sie interessiert, was sie da sehen. In Sachen Click-through-Rate und Conversion-Rate kann so ein Adblocker eigentlich nur nützlich sein – Stichwort automatische Selektion der Zielgruppe und Filterung von nutzlosen Usern (für die Kampagne). Und vielleicht hören wir irgendwann einfach mal auf, zu versuchen, die User umerziehen zu wollen – jeder darf für sich selbst entscheiden, wie er das Netz benutzt und wofür er zahlt (in welcher Form auch immer) oder eben nicht.

Letzten Endes darf natürlich die Bild mit ihrer Seite ebenso machen, was sie wollen, wie alle anderen auch – ob eine gewollte Verringerung der eigenen Reichweite durch diese Schranke allerdings das Allheilmittel ist, wage ich zu bezweifeln. So oder so kann uns das aber egal sein, schließlich lesen wir alle die Bild nicht oder? Steht doch eh nur Mist drin über „Ansgt, Hass, Titten und den Wetterbericht“ – nichts, was man nicht auch an anderer Stelle bekommen könnte, womöglich sogar in besser.

Nun geht die Geschichte aber noch weiter, denn der Grund für das ganze Heckmeck ist nicht etwa die Bild oder deren fragwürdige Schranke, sondern die Eyo GmbH – oder wie auch immer sie mittlerweile heißen mag – und Adblock Plus. Ein Adblocker mit Whitelisting und eine Firma mit Machenschaften, die stark an die Mafia erinnern, denn: man kann sich auf die Whitelist einkaufen. Finden die großen Medienhäuser natürlich alles andere als toll und haben schon mehrfach versucht, juristisch gegenzuhalten – bisher ohne Erfolg.

Selbstverständlich hat Adblock Plus nun auch daran gearbeitet, die neue Bild-Schranke zu umgehen und einen Weg gefunden, was die Bild natürlich wieder nicht so toll fand und auch dagegen juristisch vorging – dieses Mal mit Erfolg, allerdings fragwürdiger Begründung:

Wer gern tiefer in die Thematik einsteigen möchte, schaut am besten bei den Kollegen von Mobilegeeks vorbei. Die haben nicht nur den Stein ins Rollen gebracht, sondern liefern auch zahlreiche Infos und Hintergründe. Ich weiß, viel Text – aber wenn selbst ich mir die Zeit dafür genommen habe und euch sagen, dass es sich lohnt, dann könnt ihr das auch.

Aktuell haben wir also nun Bild bzw. Springer gegen Eyo – und irgendwie weiß man gar nicht, für wen man denn nun sein soll. Vielleicht haben wir Glück, es kommt zum epischen Showdown 12 Uhr Mittags auf dem Rathausplatz und beide gehen den Bach runter. So schlecht kann das ja nicht sein.

[via, Bild-Quelle]

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

Sag was dazu!

Kürzlich