Wieder ein Blick in die Zukunft und warum mir das Internet manchmal zu viel wird

Wieder ein Blick in die Zukunft und warum mir das Internet manchmal zu viel wird

Bereits im März diesen Jahres in der Linkschleuder hatte ich ihn hier – nun hat Microsoft mit seiner Future Vision 2011 einen ähnlichen Ausblick gegeben, wie der ganze Technik-Scheiß wohl mal aussehen kann. Um es vorweg zu nehmen: alles mit Cloud, alles mit Touch und vermutlich dank Apple mit vielen runden Ecken. Designtechnisch alles sehr glattgebügelt – genau so wie man sich das in der Zukunft immer vorstellt. Genau wie die Infos auf dem Bildschirm müssen wohl die Formen auch fließend sein. Guckst du hier:

Sieht fast genauso aus wie das Video im März oder? Rein von der Optik natürlich „wow“, aber mir wird diese Informationsflut einfach zu viel. Klar, man kann damit super konsumieren und aufnehmen, aber was ist mit der Nachhaltigkeit?

Solange ich nicht per Mail über Folgekommentare informiert werde, fällt es mir unglaublich schwer, eben solche zu verfolgen. Entweder ich vergesse, mir irgendwo zu notieren oder merkbar zu machen, wo ich was wie wann warum verfolgen wollte – oder es kommen so viele Mails und dergleichen an, dass der Nervfaktor schneller erreicht ist als bei Justin Bieber.

Twitter nutze ich schon gar nicht mehr als „echte“ Kommunikationsmöglichkeit – meist les ich ein paar Tweets, klicke ein paar Links und bin dann auch schon wieder verschwunden. Auch nur reines konsumieren, aber auch nur das, was in diesem einem Moment, in den ich in Twitter eintauche, zur Verfügung steht – allein der Gedanke, was alles an meiner Aufmerksamkeit vorbei fliegt, ist erschlagend. Davon mal abgesehen, dass mMn Twitter von zahlreichen Typen bevölkert wird, die mehr Reden als sie wirklich zu sagen haben.

Auf Facebook kommentiere oder like ich manche Sachen allein deswegen nicht, weil ansonsten Mails, Push-Nachrichten auf dem iPhone und sonstige Notifications anfangen durchzudrehen, weil wirklich jeder Vollidiot aus der Freundesliste einen bescheuerten Kommentar abgeben muss, der noch weniger Inhalt hat als so manche Stoiber-Rede.

Und auch in dem Video sieht man ganz gut, dass die Information wie eine Hure behandelt werden: im aktuellen Moment angenommen, benutzt, durch Shares und Likes durchgenudelt und wenige Momente später wieder abgestoßen und vergessen. Für jede Info gilt: live for the moment – und dann verpiss dich gefälligst wieder.

Wenn man sich schlussendlich noch vor Augen führt, wie viel Arbeit hinter der Erstellung und auch Beschaffung so einer Information steckt, geht die Kosten-Nutzen-Rechnung ähnlich auf wie so manche HRE-Rechnung.

Allein wenn ich mir anschaue, wie viel Zeit ich in so manchen Beitrag – oder gar insgesamt in alle Beiträge hier – reingesteckt habe und was ich selbst, der sich vermutlich am meisten damit beschäftigt hat, schon wieder vergessen habe … ihr wisst was ich meine oder?

Worauf wollt ich nun hinaus? Keine Ahnung. Aber geht es euch auch so, dass ihr euch ganz bewusst so mancher Informationen entzieht, eben weil es einfach zu viel ist? Darf man überhaupt so ignorant sein, dass man sich bestimmten Informationen verschließt? Woher wisst ihr eigentlich, wie man eine Hure behandelt? Und sind es dann genau die richtigen Informationen, die man tatsächlich ignorieren „darf“?

Ich brauch erstmal ’n Kaffee.

[Video via]

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

Sag was dazu!

Ping- und Trackbacks

Kürzlich