Wie man Videos in den 90ern ausgeliehen hat
Werden einige von euch schon gar nicht mehr kennen: früher gab es Läden, da hat man sich tatsächlich Filme ausgeliehen. Auf Videokassetten, später dann sogar DVDs. Ist in der heutigen Zeit noch mal ein bisschen mehr absurd, weil mittlerweile auch Sony angekündigt hat, zumindest bei der Playstation auf Plastikscheiben verzichten zu wollen – Filme und Serien werden mittlerweile ja ohnehin nur noch nahezu digital konsumiert, Streaming-Diensten sei Dank. Und so praktisch das auch ist, dass man sich die Bude damit nicht mehr vollstellen muss – es hat durchaus Nachteile. Denn war es nicht auch Sony, die neulich gekaufte Filme aus den digitalen Regalen der User entfernt haben, weil da irgendwelche Lizenzen ausgelaufen sind? Man stelle sich das mal mit physischen Medien vor, wenn da plötzlich ein Typ vor der Tür steht und DVDs wieder einsammelt ...
Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um das Gefühl, das wir hatten, als wir durch die Regale gestöbert sind und nach den neuesten Filmen Ausschau gehalten haben, um sie dann in den nächsten 3 Tagen anzuschauen, weil sie zurückgegeben werden mussten. Bei uns hat man im Vergleich zum Video allerdings nicht die Hüllen genommen, sondern so kleine Schlüsselanhänger – auf der einen Seite smart, weil dann die Videothek noch immer zeigen konnte, was sie theoretisch anbietet, gleichzeitig aber auch frustrierend, wenn man sieht, was man hätte ausleihen können, aber nicht kann, weil irgendwer schneller war.
Und irgendwie waren das auch schöne Zeiten, weil es so eine künstliche Verknappung hergestellt hat. Heute ist ja alles zu jeder Zeit verfügbar, zumindest wenn die Lizenzen stimmen. Und absurderweise hab ich gestern noch gelesen, dass Netflix damit kämpft, dass nur erste Staffeln bei Serien wirklich ziehen und mit jeder weiteren Staffel Leute einfach abspringen. Ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang vermutet ...
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Da war die Welt noch ein bisschen einfacher, glaubten wir zumindest.
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