Die weiteren Aussichten - Die Motte
Mit Die Motte veröffentlichten Die weiteren Aussichten ihre neue Single über Anziehung und Abstoßung, Abhängigkeit und Aufbegehren – kurz: über die ungesunden Dynamiken, die man manchmal Liebe nennt. Produziert von Dennis Borger schwirrt der Song zwischen Indie-Rock und melancholischem Pop, getragen von einem holzigen Fuzz-Bass, krumm-schönen Mundharmonika-Tönen und reduzierten Gitarrenriffs, die nostalgisch an die 2000er erinnern.
Der Gesang von Patrick Scheuermann legt sich nasal, fast trotzig über diesen dicht gewobenen Klangteppich. Die Motte wirkt wie ein vertrautes Bild, das bei genauerem Hinsehen kippt: Mal erkennt man sich in der Motte, mal im Licht und manchmal vielleicht in beidem zugleich.
Auch die Entstehungsgeschichte ist so eigen wie charmant: „Die erste Demo-Version der Motte hatten Dennis und ich nach einer Stunde“, erinnert sich Scheuermann. „Dann kamen wir auf die geniale Idee, einen Mundharmonika-Part einzuspielen. Aber mit MIDI-Keyboard, weil einfacher und schneller. Nach fünf Stunden hatten wir einen brauchbaren Ton. Vor den finalen Aufnahmen habe ich mir dann einfach eine Mundharmonika gekauft und die Melodie in wenigen Takes eingespielt.“ Die Entscheidung war nicht zufällig, denn die Mundharmonika ist eine Referenz zu einem Tocotronic-Auftritt 1999 bei Rock im Park – ein Video-Clip, den Scheuermann als Neunjähriger auf YouTube entdeckte und der ihn nachhaltig prägte.
Auch der Text entwickelte sich erst mit der Zeit: Gleich drei Versionen existierten, bevor die finale Fassung stand. „Und doch kamen nach jeder Fassung Leute zu mir und haben sich mal in der Motte, mal im Licht wiedererkannt“, so der Singer-Songwriter. „Das bedeutet, es ist entweder ein universelles Motiv, das die Dualität der Menschheit in seiner ganzen Komplexität einfängt. Oder es ist einfach ein sehr austauschbarer Text.“
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