Das Jugendwort des Jahres 2016, dass niemand benutzt

Das Jugendwort des Jahres 2016, dass niemand benutzt

So verlässlich wie Lebkuchen im August ist auch die Wahl des Jugendwortes. Jedes Jahr aufs Neue kührt das eine Wort, dass die aktuelle Jugend angeblich am meisten benutzt. 2008 war es fast noch nachvollziehbar die Gammelfleischparty, 2010 der einigermaßen kreative Niveaulimbo, 2012 Yolo und 2013 der Babo. Bereits da hatte ich schon erste Zweifel daran, dass die Jugend das angebliche Jugendwort tatsächlich benutzt, aber wie sich zeigte – manch einer tut es wirklich.

2014 verabschiedete man sich dann kurz von der Ein-Wort-Definition und kürte „Läuft bei dir“, aber spätestens 2015 mit dem Smombie verabschiedete man sich komplett aus meinem Dunstkreis. Sind wir aber einfach fair und schieben es auf mein Alter und das meiner Mitmenschen, dass mir bis dahin diese Wortschöpfung NIE untergekommen ist. Wer weiß heute schon noch, was die Kiddies auf den Schulhöfen so miteinander quatschen – wenn sie denn mal von ihren Smartphones aufschauen, weil der Akku schon wieder vom Pokemon-spielen leergesaugt ist.

Langenscheidt jedenfalls glaubt das und ruft auch dieses Jahr wieder zur Wahl des Jugendwort des Jahres auf, natürlich wieder mit einer ganzen Latte an Vorschlägen, die vor Kreativität nur so überschwappt. Abgesehen von „isso“ sind mir – wen wundert es – aufgrund meines hohen Rentenalters natürlich alle unbekannt:

am fly sein (besonders abgehen)

Analog-Spam (Werbebrief per Post)

bae (before anyone/anything else: Bezeichnung für z.B. beste Freundin, Pizza…)

Tintling (Tätowierter)

Hopfensmoothie (Bier)

Vollpfostenantenne (selfiestick)

Mois (Alter, Kumpel, Bro)

Banalverkehr (belangloser Chatverlauf)

isso (Zustimmung, Unterstreichen von etwas)

Bambusleitung (schlechte Internetverbindung)

darthvadern (den Vater raushängen lassen: „Ich bin immer noch dein Vater“ – „Papa, du darthvaderst schon wieder“)

Googleschreiber (Person, die die URL bei Google eingibt)

Fleischdesigner (Chirurg)

Internetausdrucker (Person, die Websites ausdruckt)

gz (Congratulations – congrats – grats – graz – gz)

cheedo (cool)

Dumfall (Dummer Unfall)

mailden (per Mail melden)

Uhrensohn (Jemand, der sich zur falschen Zeit wie ein Idiot benimmt)

modeln (Hunger aushalten)

Yologamie (Yolo / Monogamie: offene Beziehung)

Overcut (Halbglatze)

Interneteier (Mut, nur online laut zu sein)

schmoof (smooth, geschmeidig)

slearning (sleeping while learning, v.a. im Unterricht)

Süßmo (süße Person, Kosename)

Swaggernaut (extrem coole Person)

Swagphone (Smartphone zum Angeben)

Tindergarten (Sammlung von Onlinedating-Kontakten)

Tweef (Beef (Streit) über Twitter)

Vollkommen egal, welches Wort am Ende der „Gewinner“ sein mag, solltet ihr jemanden treffen, der eines dieser Wörter benutzt – setzt ruhig mal zur Backpfeiffe an. Und wer unbedingt mitvoten will, kann das hier tun.

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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