Plektrum-König Walter - Was is hier eigentlich los

Plektrum-König Walter

Plektrum-König Walter Handwerk, Menschen

Plektrum-König Walter | Handwerk, Menschen | Was is hier eigentlich los?

Man sollte meinen, dass die Herstellung eines Plektrums – fachmännisch als Spielhilfe für Saiten- und Zupfinstrumente – kein große Sache ist. Bisschen Plastik, das wie jedes Plastik industriell hergestellt wird, dann in entsprechende Form gestanzt und im Zweifel noch ein bisschen bedruckt. Passiert bestimmt auch so Millionenfach in irgendwelchen Fabriken und ganz vielleicht ist das einer dieser Bereiche, wo heimlich irgendein Monopolist das alles kontrolliert und Menschen still und heimlich einfach stinkreich sind.

Aber dann ist da auch Walter Glaßl. Der ist mittlerweile 88 Jahre alt und lebt in Bubenreuth, einer kleinen Gemeinde in Mittelfranken, neben knapp 4.500 weiteren Einwohnern. Aber Bubenreuth galt kurz nach dem Kriegsende 1945 als Zentrum des Streich- und Zupfinstrumentenbaus, zumindest in Europa. Immerhin bis Ende der 70er, denn dann wanderte der Großteil der Produktion (natürlich) nach Fernost, Stichwort industrielle Massenproduktion.

Womit wir aber auch bei dem sind, was Glaßl besonders gut kann, nämlich Plektren herstellen. Und irgendwie kennt er sich auch mit Kolophonium aus, wovon ich noch nie gehört hab, aber mittlerweile nun weiß, dass man das zum Spielen von Streichinstrumenten braucht – damit werden die Rosshaare regelmäßig eingerieben, damit dann Geige und Co. so klingen, wie sie eben klingen.

Der Bayerische Rundfunk hat Walter Glaßl besucht und zeigt, wie das alles funktioniert und was er in seinem (Berufs)Leben erlebt hat:

Aus dünnen Zelluloid- und Nylonplatten entstehen in Walters Keller seine "Spielblättla", die in der Welt des Rock'n'Roll unverzichtbar sind. Seine Produkte spielen Gitarristen und Bassisten auf allen Kontinenten. Außerdem hat er Kontakt zu Sammlern, die aus aller Welt schreiben. Der größte Auftrag: 150.000 Plektren für Eric Clapton, geprägt Tag und Nacht. Außerdem kennt sich Walter mit der Herstellung von Kolophonium aus Pinienharz aus. Im Bubenreuther Symphonieorchester werden Bratschen und Geigen mit genau diesem Kolophonium zum Klingen gebracht. Zwischen Stolz, Tradition und Nachwuchssorgen im Instrumentenbau zeigt Bubenreuth, warum dieser Ort für Musikgeschichte steht.

Du siehst gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicke auf eine der Schaltflächen. Bitte beachten, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden können.

Mehr Informationen

Da freut sich doch bestimmt auch Fritze Merz, dass jemand so lange arbeitet ... aber wenn der Job halt Spaß macht ...

Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Abo ohne Kommentar

Bei Kommentar-Abgabe werden angegebene Daten sowie IP-Adresse gespeichert und Cookies gesetzt (öffentlich einsehbar sind - so angegeben - nur Name, Website und Kommentar). Alle Datenschutz-Informationen dieser Website gibt es hier zu sehen.
Kommentare werden standardmäßig moderiert. Dein Kommentar erscheint erst, wenn er freigegeben wurde.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"