Test & Recap: Mit Vorwerk in Berlin und der neue Kobold VK200

Test & Recap: Mit Vorwerk in Berlin und der neue Kobold VK200

Der schlaue wihel-Leser wusste es schon längst: vor einer ganzen Weile hat uns Vorwerk nach Berlin eingeladen. Als Einwohner der schönsten Stadt der Welt überlegt man sich natürlich zwei Mal, ob man hier weg will – aber für einen Tag sollte das schon okay sein, zumal Line aus unerfindlichen Gründen total auf unsere Hauptstadt abfährt. Außerdem stand eine kleine Design-Tour an, was durchaus Spannung versprach.

Ein wenig Kraft hat es dennoch gekostet, denn freiwillig am Samstag um 7.30 Uhr auftsehen, damit man bequem den Zug erreicht, verlangt selbst mir mittlerweile einiges an Mühe ab – nach dem ersten Kaffee kam dann der erhoffte Schwung ins Leben. Außerdem endlich mal wieder Zug fahren, macht man ja irgendwie auch zu selten. Also haben wir uns Mitte Juli auf den Weg gemacht, vorbildlich ohne Erwartungen, denn so wird es doch immer am schönsten.

In Berlin angekommen hatten wir dann tatsächlich noch etwas Zeit und sind pokemonfangend fix zum Reichstag – gucken, ob unsere Steuergelder auch sinnvoll eingesetzt werden. Danach ab ins Taxi und zur ersten Location – überraschenderweise ging es dabei nicht nur durch Industriegebiet, sondern auch direkt in eine Wohnsiedlung. Ein merkwürdiger Ort sollte man meinen, aber tatsächlich hat das Ganze Sinn gemacht, denn mitten in der Hufeisensiedlung stand ein liebevoll restauriertes und authentisch eingerichtetes Haus aus den 20er Jahren, Tautes Heim. Natürlich kein Vergleich zu heute, gerade was den Komfort angeht – aber wer Bock drauf hat und einfach mal ein Gefühl für die Zeit bekommen möchte, kann dort sogar übernachten.

Dazu jede Menge Infos zur damaligen Zeit und – natürlich – zu den damaligen Design-Vorlieben und Richtungen. Bereits hier war dann auch klar, dass Design-Tour und Staubsauger dann irgendwie doch sehr gut Hand in Hand gehen sollten, was wir trotz der vermiedenen Erwartungen vorher zunächst bezweifelten. Auf jeden Fall eine spannende Sache und irgendwie auch sehr muckelig.

Weiter ging es dann im alten Saurer Bus, der zwar schnieke aussah, aber bei dem man auch bis heute noch die eigenen Stoßdämpfer zu schätzen weiß. Oder anders: die Straßen fühlen sich in so einem Bus gar nicht so geil ausgebaut an, wie sie zuerst aussehen. War auf jeden Fall das Erlebnis wert.

Angekommen sind wir dann am Frankfurter Tor und zeitsprungmäßig in den 50er und 60er Jahren – auch hier wieder jede Menge Infos zur damaligen Design-Epoche, die Parallelen zum Staubsauger-Design und natürlich ein fantastischer Blick über Berlin. Was mich hier besonders beeindruckte: trotz der Weiterentwicklung des Designs über die Jahrzehnte hinweg war die Grundform noch immer die Gleiche – ich mag sowas ja sehr gern, hat immer was von „den Trend mitnehmen und sich trotzdem treu bleiben“.

Letzte Station der Tour war dann das Apartment von Freunde von Freunden und unser heutiges Zeitalter. Designtechnisch quasi das Moderne, dass wir alle kennen und mögen. Dazu jede Menge Verpflegung, endlich wieder Kaffee, Smoothies und die Präsentation des neuen VK200 – ebenfalls wieder passend zur Design-Zeit mit modernem Aussehen und natürlich Eindruck-hinterlassender Vorführung.

Warum ich euch das alles noch mal erzähle? Weil der VK200 seit einer Woche nun auch bei uns zu Hause angekommen ist und auf Tagestauglichkeit geprüft wurde. Bisher hatten wir einen klassischen Staubsauger mit Schlauch und Gestänge, den man gern mal hinter sich herzieht – gibt es wahrscheinlich millionenfach in deutschen Haushalten. Kein Markenprodukt, aber für die wöchentliche Staubentfernung hat es hier zu Hause gereicht.

Und doch hab ich mich nach dem Berlin-Trip wie ein Schnitzel auf den VK200 gefreut – Premiumsauger, den hat nun mal nicht jeder.

Bevor es aber los gehen kann, stand erstmal der Aufbau an. Die Bedienungsanleitung flog direkt mal in die Ecke – ein echter Mann braucht keine Bedienungsanleitung, schon gar nicht für einen Staubsauger. Wär ja noch schöner.

Also das Ding ausgepackt – 3 Teile plus Kabel, das kann ja auch so schwer nicht sein.

Test & Recap: Mit Vorwerk in Berlin und der neue Kobold VK200

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Fuß und Korpus zusammentüdeln war dann tatsächlich auch angenehm einfach – zusammenstecken, einrasten lassen, fertig. Kniffeliger wurde es dann schon bei dem Kabel. Denn dachte ich erst, dass man das einfach irgendwo an den Korpus ranstöpselt und lossaugt, sollte sich herausstellen, dass das Kabel direkt in den Griff und die Teleskopstange ein- bzw. durchgeführt wird.

Hä? Was soll das denn für ein Gefrickel sein? Erste Zweifel an der Genialität von Vorwerk kamen auf, aber aus einem Anflug von Aufgabe heraus griff ich dann doch mal zur Anleitung. Ach guck, der beige Ring war doch für was zu gebrauchen. Wenn man dann noch fuchsig genug ist und sieht, dass man das Kabel auf der Unterseite der Teleskopstange sehen und führen kann, ergibt plötzlich alles Sinn. Im Grunde also wieder auch recht einfach, ein Blick in die Anleitung schadet aber definitiv nicht.

Fehlt also nur noch der Staubsaugerbeutel – aber selbst der war bereits drin und so konnte meinem Hausmannglück nichts mehr im Wege stehen.

Test & Recap: Mit Vorwerk in Berlin und der neue Kobold VK200

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Es sind die kleinen Details, die Freude bereiten. Hier: einfaches Baumeln des Steckers simpel aber effektiv verhindert.

Was direkt auffällt: er ist dann doch schwerer als gedacht. Was allerdings auch Sinn macht, denn im Gegensatz zu unserem Vorgängergerät wird hier nicht die ganze Technik hinter sich her gezogen, sondern befindet sich direkt vor einem und will auch bewegt werden. Was aber auch auffällt: die Haltung beim Saugen selbst ist deutlich angenehmer. Bin ich vorher noch immer dazu tendiert, gebückt durch die Gegend zu huschen, hab ich nun endlich die Evolutionsstufe des aufrechten Ganges für mich entdecken können.

Die eigentliche Magie befindet sich aber im Fuß selbst. Denn die merkt von allein, ob ich gerade auf unseren Dielen sauge oder die zwei, drei Teppiche, die wir verteilt haben, beackere und schaltet dann entsprechend um. Das ist schon sehr cool, spart mindestens das manuelle Umschalten und regelt auch noch vollautomatisch die Saugleistung von allein. Für jemanden wie mich, der Automatisierung liebt, genau das richtige.

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Was ich ebenfalls sehr mag: die Start-Stop-Automatik. Statt den Sauger jedes Mal aus- und wieder anmachen zu müssen, kann man ihn einfach aufrecht hinstellen und der Sauger macht eine Pause. Gerade gut, wenn man Möbel verrücken oder – so wie ich – das ganze Gerät übers Bett tragen muss.

Die Füllstandsanzeige gibt darüber hinaus Aufschluss, wie voll der Beutel bereits ist, was wir sonst eigentlich nur gemerkt haben, wenn die Saugleistung mal nachließ (und was man ja erst nach dem zweiten oder dritten Mal wirklich wahr haben will).

Ein Manko hab ich allerdings dann doch noch gefunden, denn der VK200 mag tatsächlich meinen Teppich vor dem Bett nicht. Der hat ein paar längere, dickere Fransen und schmeichelt den Füßen nach dem Aufstehen besonders. Allerdings verfangen die sich dann in der Bürste des Saugers, was ihm gar nicht gefällt. Die Lösung ist hier, einfach manuell auf Hartboden umzustellen und die Saugleistung ein wenig zu reduzieren. Problem erkannt, Problem gebannt.

Was mich zum Abschluss besonders gefreut hat: der Stauraum, den der VK200 weg nimmt. Der ist nämlich kaum vorhanden. Den Teleksopstiel kann man fast vollständig einfahren, den Sauger aufrecht hinstellen und dann ab in den Putzschrank damit. Hat bei usn eine Platzersparnis von gefühlt 80% ergeben und erspart mir jede Menge Gefummel mit den anderen Sachen im Schrank. Gerade nach dem Saugen der kompletten Wohnung hat das den Frustfaktor enorm in die Höhe getrieben.

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„Was ist das?“ – „Grünes Licht“ – „Und was macht es?“ – „Es leuchtet grün“

Fazit

Man muss es ehrlich sagen: ein Staubsauger, der mit um die 700€ zu Buche schlägt, nimmt man nicht zwingend in die engere Auswahl – das überlegt man sich nicht nur ein Mal, vielleicht auch nicht zwei Mal. Wenn man sich aber mal umhört (sogar mein Friseur schwärmt von den Dingern), ist ein Staubsauger von Vorwerk eigentlich immer sein Geld wert. Natürlich geht es auch ohne elektrisches Umschalten der Bürste für den aktuellen Boden und sicherlich braucht man auch nicht zwingend die Start-Stop-Automatik. Aber wenn man sie erstmal hat und auch einige Male benutzt hat, macht das durchaus jede Menge Spaß und man gewöhnt sich an diesen Komfort. Auch die wie von Zauberhand verbesserte Haltung beim Saugen weiß ich mittlerweile zu schätzen, genauso wie den Raumgewinn beim Verstauen.

Das Gewicht, dass man plötzlich mit einer Hand beim Saugen bewegen „muss“, ist am Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber selbst hier mag ich es mittlerweile, nicht mehr irgendwas hinterher ziehen und gern mal die eine oder andere Ecke dabei mitnehmen zu müssen. Unsere Nachmieter werden es uns sicherlich irgendwann mal danken.

Richtig zur Entfaltung kommt der VK200 aber komplett, wenn man sich in Sachen Zubehör und Co. umschaut. Denn neben dem normalen Saugen kann der VK200 mit dem SP530 Saugwischer auch gleichzeitig noch Wischen. Line hat die Angewohnheit nach dem Saugen noch mal feucht durchzuwischen – teilweise sogar mit jeder Menge Wasser. Genau dieser komplette Arbeitsschritt bleibt dabei vollkommen aus, gleichzeitig wird hier wirklich nur feucht gewischt. Gerade bei Parkett ein Punkt, den man nicht genug zu schätzen weiß.

Was ebenfalls cool ist: mit den Dovina-Duftchips kann man beim Saugen auch gleich einen angenehmen und frischen Duft in der Wohnung versprühen. Einfach in das dafür vorgesehen Fach einlegen und beim Saugen passiert der Rest von selbst. Den Duft kennt man vielleicht aus so manchen Hotels – ich mag den tatsächlich sehr gern. Es riecht dann einfach nach gereinigtem Raum.

So gesehen also sicherlich keine Investition, die man mal eben aus dem Ärmel schüttelt – wenn man sie aber wagt, wird man definitiv nicht enttäuscht. Vielleicht muss man es auch einfach mal erlebt haben, um es „fühlen“ zu können – aber genau dazu kann man einfach mal einen Vorführtermin vereinbaren. Ich jedenfalls freu mich über das Ding noch immer und allein dafür, dass ich das jemals sagen würde (Ey mein Satubsauger, der ist voll geil) hat sich sowohl das frühe Aufstehen als auch die Einsicht, dass ich doch zur Anleitung greifen musste, gelohnt.

Wer sich selbst mal schlau machen will, schaut einfach direkt bei Vorwerk bzw. Kobold vorbei.

[die Reise nach Berlin und der Staubsauger wurden freundlicherweise von Kobold / Vorwerk gestellt]

Über Martin

Martin
Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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