Tippi Toppi Musikvideos Vol. 65 – Das vorletzte Video muss dieses Mal wirklich verboten werden
Puh, was für eine Woche oder? Erst Ruhetage, dann keine Ruhetage, Entschuldigung hier, keine Entschuldigung da und während die Zahlen weiter kräftigst steigen, planen andere Bundesländer bereits den Lockdown nach Ostern abzuschaffen. So richtig weiß doch keiner mehr, was eigentlich abgeht und vielleicht ist genau das die Taktik: Maximale Verwirrung stiften.
So groß die Verwirrung aber auch sein mag – eines bleibt gleich: Jede Woche gibt es eine Hand voll neuer bemerkenswerter Musikvideos. Außer es gibt mal eine Woche keine, aber das kommt ja zum Glück selten vor. Und ob die Videos alle bemerkenswert sind, liegt auch eher im Auge des Betrachters, aber man sollte sie wenigstens gesehen haben – mindestens um zu wissen, was verboten werden muss.
Die Prinzen – Dürfen darf man alles
Wow, die Prinzen gibt es tatsächlich immer noch. Ich mein, klar, sie haben sich nie offiziell aufgelöst, aber es ist dann doch recht ruhig geworden um Sebastian Krumbiegel und Co. zumindest was das musikalische Schaffen angeht. Damit scheint es nun aber vorbei und der nachfolgende Song inklusive Video thematisiert so ein bisschen das, womit Chris Tall seine Comedy-Anfänge gestartet hat: Was darf man heutzutage eigentlich noch, ohne jemanden auf den Schlips zu treten. Großer Unterschied zwischen Chris Tall und den Prinzen auch nach dem Song: Chris Tall bleibt weiterhin maximal unsympathisch.
Kings of Leon – Echoing
So ein bisschen verdienen die Kings of Leon auch ein Wow, die machen ja schließlich auch schon eine Weile lang Musik. Und auch dafür, dass sie nach den beiden letzten Alben nicht aufgegeben haben, denn wenn wir mal ehrlich sind: So richtig große Würfe waren das nicht.
Echoing ist das jetzt auch nicht gerade, aber der Wurf ist immerhin schon mal weiter geflogen als das, was man da auf den beiden letzten Alben fabriziert hat. In Summe. Also gut möglich, dass sie ein bisschen den Weg zurück zu ihren Anfängen finden, was ich sehr begrüßen würde. Das Video vermittelt immerhin den Eindruck und dafür ignorier ich auch gern mal wieder eine unserer selbst auferlegten Regeln: Keine Videos, in denen man Bands einfach nur spielen sieht.
DOTE – Messenger Lines
DOTE ist eine Band, auf die ich ehrlicherweise nur aufmerksam geworden bin, weil ein PR-Mensch sehr hartnäckig per E-Mail darauf hingewiesen hat. Ein Mal. Zwei Mal. Und wenn ich mich nicht irre, auch ein drittes Mal.
Mag ich eigentlich gar nicht, denn ich sichte ja jede E-Mail und dieses Nachhaken führt nur dazu, dass die Mail wieder ganz oben landet – ich les die aber fairerweise von „alt“ nach „neu“. Heißt also: Ich les sie dann nur noch später als ohnehin schon.
Musikalisch ist das ganz nett, ich mag aber am Video besonders den „schlechten“ Einsatz von Greenscreens – nach einem Jahr Homeoffice sind wir ja alle mehr oder weniger mit virtuellen Hintergründen vertraut. Von daher passt das Video perfekt in die aktuelle Zeit – selbst wenn da Elefanten im Hintergrund ein Bad nehmen.
TEAM 5ÜNF – Komm zurück zu mir
Eigentlich ist das vorletzte Video ja lediglich als Clickbait-Witz gedacht, hier und da hab ich aber auch schon mal dafür plädiert, dass das jeweilige Video verboten werden sollte. Heute müssen wir ein bis zwei Schritte weiter gehen – das Video hier muss definitiv verboten werden. Und auch alle anderen Videos der Band, sowie die Songs und auch die Band an sich. Denn hier reden wir vom Comeback von Marc Terenzi und Jay Khan! Und viel mehr noch: Die covern alte Boyband-Songs … in deutsch!
Ich kann gar nicht sagen, auf wie vielen Ebenen ich das verstörend und falsch finde, aber es ist so schlimm, dass noch nicht mal die bescheuerte Schreibweise des Band-Namens ins Gewicht fällt.
Bäh!
Lauv – Modern Loneliness
Das Video von Lauv passt mindestens genauso in die aktuelle Zeit, wie das von DOTE, dafür aber weniger in Zusammenhang mit der Pandemie, sondern viel mehr mit dem allgemeinen Wandel der Gesellschaft in den letzten Jahren. Sprich: Viel mehr Smartphone-Nutzung, viel mehr Selbstinszenierung in irgendwelchen (a)sozialen Netzen – und der Tatsache, dass diese virtuelle Bestätigung eigentlich nix bringt und wir am Ende dann doch deutlich einsamer sind, als wir das zugeben wollen.
Passender und absurderweise findet dann auch das gesamte Video „im Smartphone“ statt.
Und das war es dann auch schon wieder. Nächste Woche geht es dann vielleicht bei Marco weiter, vielleicht auch nicht – lasst euch überraschen. Bis dahin empfehle ich natürlich unsere YouTube-Playlist, in der es alle bisherigen Videos am Stück gibt und wer dann doch mehr Interesse an den Songs als am Bewegtbild hat, kann alternativ auch einfach auf Spotify zurückgreifen. Oder einfach die vorherige Ausgabe von Johannes und Maik noch mal anschauen – die beiden haben ohnehin mehr Ahnung von Musik als ich.
4 Kommentare
Ping- & Trackbacks