Das Fitbit Charge HR im superharten wihel-Test

Das Fitbit Charge HR im superharten wihel-Test
© Philipp Eggers

Mittlerweile sind Martin und ich schon über einen Monat jeder im Besitz eines Fitbit Charge HR. Wir haben es ausgiebig getestet und wollen heute mal über unsere Erfahrungen mit dem Fitness-Tracker berichten.

Alina

Tragecomfort

Vor ungefähr einem Jahr hat Martin mir sein Jawbone vermacht, weil er sich eine Pebble Time zulegte. Ungefähr eine Woche lang habe ich das Jawbone Tag und Nacht getragen. Die Faszination, Schrittzahl und auch Schlaf genau überwachen zu können, war anfänglich ziemlich groß. Aber schnell hat mich das Jawbone tatsächlich gestört, weil es für mein Handgelenk zu groß war und die ganze Zeit hin- und herrutschte. Wirklich hübsch war es auch nicht und so verschwand es nach einer Woche wieder in einer Schublade. Beim Fitbit war ich deswegen erst einmal skeptisch.

Ich entschied mich für das lilafarbene Modell des Fitbit Charge HR und hatte zunächst Bedenken, dass die Farbe im Alltag nicht sehr tragfähig sein würde. Aber da man im Moment zumindest noch überwiegend langärmlige Sachen trägt, ist das absolut kein Problem und auch beim schickeren Büro-Look fällt das Armband daher nicht auf. Die ersten Tage war ich eigentlich eher fasziniert von der schönen Farbe und dem gesamten Design des Fitbit und hab es manchmal an meinem Handgelenk auch einfach nur gerne angeschaut. Ein bisschen verrückt, aber irgendwie hab ich es von Anfang an geliebt. Außerdem kann man es wie eine Uhr größenmäßig verstellen und daher sitzt es immer fest an einer Stelle und verrutscht nicht ständig.

Das Fitbit Charge HR im superharten wihel-Test

Funktionen

Das Fitbit Charge HR misst
– die verbrannten Kalorien
– die Schrittanzahl, die man im Laufe des Tages geht,
– die Strecke, die man dabei zurücklegt,
– / zeichnet das Training auf (, wenn man denn welches macht :D)
– die Herzfrequenz, was gerade während sportlicher Aktivitäten ziemlich spannend ist
– die aktiven Minuten (z.B. wenn man Sport macht oder lange Strecken geht usw.)
– die Etagen, die man während eines Tages hoch- und hinabsteigt
– den Schlaf (wie viele Stunden hat man geschlafen, wie oft wurde man wach etc.)
– seit kurzem auch in wie vielen Stunden am Tag man mehr als 250 Schritte geht

Außerdem kann man seine Flüssigkeitszunahme und auch seine Ernährung, bzw. die Kalorienzunahme, dort manuell eingeben und speichern. Diese Funktionen nutze ich allerdings nicht, weil es mir zu aufwändig ist. Bei allen Maßzahlen kann man ein persönliches Tagesziel eingeben und wenn man beispielsweise sein Schrittziel erreicht hat, vibriert das Armband mehrere Male hintereinander und man weiß, dass man sein Ziel erreicht hat. So versuche ich, jeden Tag mein Ziel an Schritten und Stunden Schlaf zu erreichen, weil mir diese beiden Maßzahlen im Moment am wichtigsten sind.

Akkulaufzeit

Fitbit selbst wirbt damit, dass der Akku mindestens fünf Tage hält. Irgendwo habe ich aber einen kleinen Hinweis gelesen, dass es ganz auf die persönlichen Einstellungen des Fitbits ankommt, die man getätigt hat und das die Akkulaufzeit aufgrund dessen auch variieren kann. Bei mir hält der Akku ungefähr drei bis vier Tage, länger leider nicht. Aber dafür ist es ziemlich schnell wieder aufgeladen. Eine halbe bis ganze Stunde an den Laptop angeschlossen und schon kann man es wieder für die nächsten drei, vier Tage tragen. Was auch ziemlich cool ist: Man bekommt tatsächlich eine E-Mail von Fitbit, wenn der Akku zur Neige geht. Extrem praktisch, denn oft merkt man ja gar nicht, wenn der Akku schwindet.

Alltag

Wie schon im ersten Abschnitt erwähnt, trägt sich das Fitbit sehr angenehm und man vergisst es praktisch. Deswegen trage ich es auch mittlerweile seit vier Wochen beinahe durchgehend und mag es ziemlich gerne. Für mich ist der größte Vorteil beim Fitbit allerdings, dass ich tatsächlich seitdem ich es trage, den Ehrgeiz habe, mein Tagesziel an gelaufenen Schritten erreichen will und manchmal nur deswegen in der Mittagspause eine größere Runde laufe oder abends noch mal um den Block gehe. Ich bewege mich also viel mehr und merke deutlich, wie gut mir das tut. Außerdem versuche ich, auch meine Stunden an Schlaf zu erreichen, die ich mir als Ziel gesetzt habe. Bei mir sind das 7,5 Stunden jede Nacht. Meistens schlafe ich aber tatsächlich nur 7 Stunden oder weniger. Wenn ich beobachte, dass das seit einigen Tagen so geht, versuche ich aber, am nächsten Tag früher ins Bett zu gehen und länger zu schlafen. Das Fitbit sorgt bei mir also auch dafür, dass ich mehr darauf achte, wie viele Stunden ich pro Nacht schlafe. Und mindestens 7 bis 8 Stunden Schlaf pro Nacht ist bekanntlich ja das Optimum eines erwachsenen Menschen und daher die Einstellung, dieses Ziel erreichen zu wollen, meiner Meinung nach, auch gesund.

Das Fitbit Charge HR im superharten wihel-Test

Fitness

Wenn ich mal sportlich aktiv bin, misst das Fitbit diese aktiven Minuten und auch die Intensität des Trainings anhand meines Herzschlags. Natürlich kann das Fitbit den Herzschlag nicht zu 100 % genau messen, aber alleine einen ungefähren Anhaltspunkt zu haben, hilft mir enorm. Wenn ich zum Beispiel sehe, dass ich noch „Luft nach oben“ habe, strenge ich mich bei der nächsten Einheit noch mehr an, denn ich will Höchstleistungen erbringen, damit sich das Training auch lohnt. Bei einem HIIT Workout kann man bekanntlich innerhalb einer Viertelstunde bis zu 200kcal verbrennen, vorausgesetzt, man strengt sich auch wirklich an. Außerdem ist es bei mir meistens so, dass wenn ich sehe, ich habe 26 Minuten lang intensiv Sport gemacht, ich gerne die 30 Minuten erreichen will und dann noch mal 4 Minuten trainiere.

Fazit

Der einzige Nachteil ist für mich die Akkulaufzeit, die leider nicht so lange hält, wie ich erwartet hatte. Ansonsten liebe ich mein Fitbit und will es nicht mehr missen. Durch das Armband bewege ich mich viel mehr, treibe mehr/intensiver Sport und schlafe länger. Man motiviert sich praktisch selbst, weil man seine Tagesziele erreichen will. Dazu brauche ich niemanden, der mich beim Training anschreit und zu einer weiteren Runde zwingt. Bei mir reicht ein Fitness-Tracker, der mir zeigt, dass ich noch nicht bei meiner Höchstleistung angekommen bin und mich ruhig noch ein wenig mehr anstrengend könnte. Oder dass ich noch keine 10.000 Schritte am Tag gegangen bin und ich noch eine Runde Spazierengehen sollte, damit ich mich ausreichend bewegt habe. Seit ich mich mehr bewege, mehr schlafe und mehr Sport treibe, geht es mir viel besser und ich bin auch in anderen Bereichen meines Lebens deutlich ausgeglichener und vor allem motivierter.

Martin

Tragecomfort

Tatsächlich bin ich wohl in Sachen Tragecomfort einer der angenehmeren Kunden – ich hab irgendwie schon immer Uhren und auch „coole“ Armbänder getragen, insofern stört es mich auch nicht, wenn da irgendwas dran hängt oder der Arm eben nicht direkt auf der Tischplatte aufliegt. Und doch muss ich sagen, dass dsa Fitbit äußerst angenehm ist, was man beim ersten Blick darauf gar nicht vermutet. Schließlich reden wir hier von einem dann doch nicht so weichen Plastik-Band, dazu die kleine Wölbung für die Pulsmessung – aber Tatsache ist auch, dass wenn das Fitbit mit der richtigen Größe eingestellt am Arm erstmal hängt, gar nicht weiter auffällt. Kommt natürlich darauf an, wie eng man es letztendlich einstellt und jeder hat da seine eigenen Vorlieben, aber ich trag das Ding quasi Tag und Nacht und kann mich bis jetzt nicht beschweren, zumal es auch noch angenehm leicht ist.

Akkulaufzeit

Ich weiß gar nicht mehr, wie lang die Akku-Laufzeit beim Jawbone war, aber das Fitbit hält tatsächlich nicht so lang durch. Ist allerdings auch erklärbar, schließlich wollen Pulsmesser, Schritt- und Etagenzähler sowie Uhrzeit-Funktion ausreichend mit Energie versorgt werden. Alle 3-4 Tage muss es dann doch an das Ladekabel, was gerade bei einem Fitness- und Bewegungstracker aus meiner Sicht kompliziert ist. Denn ich möchte das Ding am liebsten 24/7 mit Daten füttern – am Ladekabel hängend wird das allerdings schwer. Und genau das ist auch der Punkt, was das Fitbit trotz kürzerer Akkulaufzeit dem Jawbone gegenüber besser macht: es ist unfassbar schnell wieder aufgeladen. Bisher hatte ich Glück, dass ich es immer laden konnte, wenn ich sowieso im Sessel oder am Schreibtisch saß. Insofern geht das alles absolut in Ordnung.

Das Fitbit Charge HR im superharten wihel-Test
© Philipp Eggers

Alltag

Es fällt nicht auf (außer wenn mal jemand danach fragt) und motiviert tatsächlich, mal die Treppen statt den Aufzug zu nehmen. Natürlich hat Line immer deutlich mehr Schritte als ich auf der Uhr, sie hat ja auch die kürzeren Beine und fährt nicht mit dem Auto zur Arbeit – aber es macht definitiv Spaß, sich immer wieder mal mit den unterschiedlichen Statistiken zu messen. Ich kann zwar nicht sagen, dass sich mein Alltag grundlegend geändert hat und ich nun topfit durch die Welt hüpfe – aber jeder Schritt, den ich wegen dem Fitbit mehr mache, ist es wert, es jeden Tag zu tragen.

Fazit

Im Vergleich zur Pebble liefert das Fitbit natürlich deutlich weniger Funktionen – aber genauso gut kann man Äpfel mit Birnen vergleichen. Den Vergleich mit dem Jawbone braucht es aber definitiv nicht zu scheuen. Die getrackten Daten sind aus meiner subjektiven Sicht deutlich genauer, der Abruf über das eingebaute Display ist deutlich vorteilhafter, als jedes Mal in die App zu schauen und den Sync abzuwarten, genauso synchronisiert sich Band und App bei entsprechender Einstellung automatisch (ich hab es immer gehasst, wenn ich den Sync beim Jawbone mal vergessen hatte und dann teilweise Daten einfach weg waren). Die Weck-Funktion nutz ich, um morgens wirklich auf den letzten Drücker aus dem Bett zu kommen, gleichzeitig klingelt es noch mal um 12 Uhr, damit ich weiß, wann ich mir langsam mal Gedanken ums Essen machen muss.
Der Wechsel zwischen Tages- und Schlaftracking geschieht fließend, auch hier konnte ich bisher nicht wirklich fehlerhafte Werte feststellen. Und wenn der Akku denn mal zur Neige geht, weiß ich, dass ich nicht ewig warten muss, bis er wieder voll ist.

Das Fitbit Charge HR im superharten wihel-Test
© Philipp Eggers

Auch wenn sich mein Leben mit Fitbit nicht völlig geändert hat, missen möchte ich es auch nicht mehr. Kein Must-Have, aber immerhin ein Nice-to-have.

An dieser Stelle nochmals einen großen Dank an Fitbit für die Einladung, den informativen Nachmittag und natürlich für das Fitbit Charge HR. Wer gern mehr über die Bänder oder Fitbit wissen möchte, schaut am besten direkt auf ihrer Seite vorbei.

[für diesen Beitrag ist kein Geld geflossen, allerdings hat uns Fitbit zur Veranstaltung eingeladen und ein Fitbit Charge HR überlassen]

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Sängerin, Gelegenheitsgenießerin, Fotografie-Liebhaberin, manchmal eine Herausforderung, literaturbegeistert, verrückt nach Sommer, Sonne, Strand und Meer, moralisch flexibel und gekommen, um zu bleiben. Alle Beiträge von Alina ansehen.

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