We Are Scientists - What You Want Is Gone
In einer Branche, in der Bands regelmäßig kometenhaft auftauchen, um dann genauso schnell wieder zu verschwinden, haben We Are Scientists in aller Stille eine der bemerkenswertesten und beständigsten Karrieren im Alternative Rock hingelegt. Seit gut zwei Jahrzehnten liefert die in New York ansässige Band - bestehend aus den Gründungsmitgliedern Keith Murray und Chris Cain - durchweg so scharfsinnigen wie einnehmenden Indie-Rock und hat dabei die seltene Fähigkeit bewahrt, sich weiterzuentwickeln, ohne ihre Identität zu verlieren. Auch mit ihrem neunten Studioalbum Qualifying Miles trotzen sie den Erwartungen - indem sie zurückblicken, während sie nach vorne schauen.
Mit dem Album besinnt sich die Band auf ihre Wurzeln und setzt auf die rohe Unmittelbarkeit des gitarrengetriebenen Indie-Rocks der 90er Jahre, mit dem sie aufgewachsen sind. “Every producer we've ever met has pitched us a ‘band-in-a-room' recording approach,” erklärt Keith. “We always found that uninspired. But this group of songs really seemed to call for exactly that kind of stripped-down energy.”
Die Band hatte ursprünglich nicht vor, auf Qualifying Miles eine thematische Klammer zu bilden, fand sie aber dennoch in Themen, die sich um Verlust, Erinnerung, und den Gespenstern der Vergangenheit und ihren Einfluss auf die Gegenwart gruppieren.
Nicht zuletzt die jüngste Single What You Want Is Gone legt beredt Zeugnis davon ab. Es ist eine zum Niederknien schöne, zu gleichen Teilen melancholisch und glücklich machende Indie-Hymne, die den Vibe großer vorangegangener Indie-Hymnen wie Motorcylce Emptiness versprüht. Hoffnung, Bedauern, Trauer, alles ist da, wenn Keith Murray im Refrain ein ums andere Mal wiederholt: “You can't just wait around for what you want / if what you want is gone.”
Er erläutert: "I spent a lot of my early songwriting career celebrating the benefits of total passivity. A bunch of songs off of our first album, like Nobody Move, Nobody Get Hurt, The Great Escape, and Inaction are essentially manifestos on my overarching emotional philosophy back then, which was basically that, in life, it wasn't really the destination or the journey, but rather the tension just before the journey begins that was most delicious. Well, it only took me like 20 years to realize that young Keith was kind of an idiot. I mean, I guess I did know that then, too. But I was simply more willing to indulge that idiocy. Plus I was drinking with Chris Cain at Lit Lounge in Manhattan like six nights a week, so my decision-making skills were low. I'm still a coward, yes, and I'm still fairly risk-averse, but I now at least believe that shooting your shot while you've still got the chance is a laudatory move. I probably should've been listening to more self-help podcasts, all this time."
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