Die Geschichte der zwei Singapurs
Wie alles hat sich auch das Internet über die letzten Jahrzehnte gewandelt. Wo man früher vor allem viel entdeckt hat, geht es mittlerweile viel um (Selbst)Darstellung, Unterhaltung, sowohl in positiver als auch negativer Form und natürlich ums Scheffeln von Geld. Und auch bei meiner eigenen Nutzung ist der Anteil des Entdeckens und Lernens zurückgegangen und Unterhaltung und Zerstreuung sind in den Vordergrund gerückt (wobei sich das auch subjektiv gefühlt einigermaßen die Waage hält). Passend dazu hab ich vor kurzem erst ein Meme gesehen, bei dem es darum ging, dass die Menschen früher in die Realität geflüchtet sind, um sich den Schrecken der Welt zu entziehen, mittlerweile aber wieder in die Realität flüchten, weil das Netz an zahlreichen Ecken einfach furchtbar ist. Eigentlich auch nicht verkehrt, man sollte ja sowieso viel öfter raus gehen.
Umso mehr freu ich mich über die kleinen Momente, in denen man tatsächlich noch etwas lernt. So hab ich durch das nachfolgende Video gelernt, dass es sogar zwei Singapurs (Singapure? Singaputen?) gibt. Das Singapur in Asien kennen vermutlich die meisten, aber es gibt da noch das Singapur in Michigan. Und irgendwie stehen die beiden auch in Verbindung, aber anders als man denkt, denn der Inselstaat in Asien macht das, was zahlreiche Inselstaaten machen: Versuchen, die eigene Fläche zu vergrößern. Dafür braucht man natürlich einen festen Untergrund, was letztendlich darin mündet, dass Singapur unfassbar viel Sand importiert – was in meinem Kopf einfach nur absurd klingt.
Das Singapur in Michigan hingegen hat davon mehr als genug, denn bei diesem – korrekterweise – Singapore handelt es sich um eine Wüstung. Und die ist mehr oder weniger menschengemacht. Im Jahr 1981 wüteten in der Gegend mehrere Großbrände, die natürlich ordentlich Schaden angerichtet haben. Daraus entstand dann ein extremer Bedarf an Bauholz, der wiederum rund um Singapore gedeckt wurde – allerdings wurde damit auch der natürliche Schutz vor der Versandung, was dann letztendlich dazu führte, dass lediglich 4 Jahre später der Ort verlassen werden musste.
Wieder was gelernt, was einem sonst keiner erzählt.
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