Martin
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Gedankentüdelüt (66): Euer Gleichstellungsgelaber geht mir auf den Sack

Direkt mal ein Statement mit der Überschrift gesetzt – das hatte ich lange nicht mehr. Und ich seh schon die ganzen „Ich les nur Überschriften“-Hater heulen, weil sie sich nur darauf stürzen. Aber tatsächlich meine ich es genau so, wie es in der Headline steht: dieses ganze Gerede über Feminismus und Gleichstellung von Frau und Mann geistert nicht erst seit ein paar Tagen umher – das gibt es schon seit Jahren. Und mittlerweile ist auch hier ein Punkt bei mir erreicht, der einfach nur noch „Nervt!“ schreit.

Stein des Anstoßen ist dieser Artikel auf t3n, über den ich gestern in der Mittagspause gestolpert bin. Dazu sei erwähnt: ich hab mich nicht ansatzweise intensiv mit der ganzen Thematik auseinander gesetzt und auch das Anti-Diversity-Manifest habe ich nicht weiter untersucht – es interessiert mich auch gar nicht. Womöglich ist der nun ehemalige Google-Mitarbeiter sogar ein richtiger Arsch und Frauen-, wenn nicht sogar Menschenhasser.

Aber auf der anderen Seite stehen zumindest im t3n-Artikel ein paar richtige Ansätze, denn zumindest in einer besseren Welt spielt es wirklich keine Rolle mehr, ob jemand nun Frau, Mann, irgendwas dazwischen oder nur ein Stuhl ist. Blonde Haare, schwarze Haare, keine Haare, Brille oder nicht, Augen oder keine – alles, was zählen sollte, sind Können und Fähigkeiten.

Aber wir alle wissen auch: wir leben in keiner perfekten Welt, leider nicht mal ansatzweise. Und so gibt es natürlich Arschlöcher und Idioten, denen Können und Fähigkeiten egal sind – da geht es nach Oberweite, Nase und Schwanzlänge. Wer keinen hat, hat halt Pech gehabt.

Und die Lösung dagegen? Quoten! Aufgezwungene Korrektur, damit es zumindest auf dem Papier schön aussieht. Aber wird tatsächlich alles besser, wenn man ein Team besetzen soll, 1 Stelle frei ist und aufgrund dieses Zwanges den talentierten und wirklich guten Bewerber ablehnt – weil er einen Penis hat? Ist das nicht genau die gleiche Form von Diskriminierung, nur in die andere Richtung?

Es ist ein bisschen wie die Diskussion vor Ewigkeiten, als es darum ging, dass die Lösung gegen amoklaufende Schulkinder das Verbot von Killerspielen ist. Statt sich um die Ursache allen Übels zu kümmern und an der Quelle anzusetzen, pickt man sich die Lösung heraus, die am einfachsten umzusetzen ist. Fix ein paar Verbote, da ein paar Regularien und schon haben wir alles menschenmögliche getan, damit so etwas nie wieder vorkommt. Dass nahezu alle Amokläufer sozial isoliert waren und/oder geistig nicht ganz knusper in der Birne – spielt keine Rolle.

Und statt allesamt die Pfeifen in einen Sack zu stecken und von morgens bis abends drauf zu schlagen, die nach so gewichtigen Einstellungskriterien wie Geschlecht, Alter und Nasenhaarlänge ihre Mitarbeiter auswählen, wird der Weg von hinten durch die Brust ins Auge genommen – geht halt schneller, ist einfacher und irgendwie wird das schon funktionieren.

Natürlich sollen alle die gleichen Chancen und Möglichkeiten bekommen. Aber alle heißt nun mal auch alle. Wenn aufgrund einer Quotenregelung nun eben eine Bevorzugung in die entgegengesetzte Richtung stattfindet – kommt dann irgendwann die Quote gegen die Quote? Und kann man wirklich stolz auf eine Position sein, die man nur hat, damit die Verteilung stimmt?

Ich denke nicht.

Fandest du gut? Dann erzähl es weiter:

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  1. Passt eigentlich unter jeden deiner Kolumnentexte: „Menschen – du kannst nicht mit, du kannst nicht ohne.“ (M. Zehrfeld, 2016) ;)

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