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Gedankentüdelüt (79): Warum sie in London nach Feierabend immer Saufen gehen | Was is hier eigentlich los

Gedankentüdelüt (79): Warum sie in London nach Feierabend immer Saufen gehen

Gedankentüdelüt (79): Warum sie in London nach Feierabend immer Saufen gehen | Kolumne | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Wie Line in ihrer Wochenzusammenfassung schon kundgetan hat: wir waren letzte Woche in London. Das zweite Mal, mit dem Plan, alles ein bisschen entspannter anzugehen. Die Vorbereitung hat wieder komplett sie übernommen, wofür ich ihr sehr dankbar bin – ist ja auch ein bisschen ihr Urlaub gewesen.

„Gewohnt“ haben wir wieder in einem Airbnb, was dieses Mal ein wenig besser, aber auch gruseliger war. Besser, weil es deutlich zentraler gelegen war als beim letzten Mal – gruseliger aber, weil es offenbar in einem 3-Sterne-Hotel war. Vielleicht auch nicht, denn scheinbar gehörte das Apartment Menschen als festes Eigentum, es gab aber auch Zimmer mit Zimmerservice. Weiß der Geier, was das für eine obskure Konstellation war, aber so richtig beschweren konnten wir uns nicht – außer, dass es natürlich recht klein war und das Wasser maximal lauwarm.

Wie gesagt, zweiter Besuch und zweites Mal, dass der Standard der Unterkunft doch deutlich von dem abweichte, was wir von zu Hause gewohnt sind. Immerhin, durch diese zwei Male kann ich nun endlich eine Beobachtung empirisch belegen, die ich schon lange vermutet hab:

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Wie es die Klischees schon befeuern, der Engländer trinkt gern. Meistens Bier und das vermutlich schon zum Frühstück (ich hatte pochierte Eier mit irgendeiner Soße, die auch irgendwas mit Bier zu tun hatte – logische Schlussfolgerung oder?). Und wie man es vermutet, sobald Feierabend ist, geht der Engländer nicht nach Hause, macht seinen Haushalt, bastelt sich irgendein Abendessen und legt die Füße hoch – nein, er geht in den Pub.

An unserem letzten Abend waren wir auch essen und mussten uns durch so eine vollgestopfte Lokalität kämpfen – es war laut, alle hatten gute Laune und alle tranken. Eben genau das, was man sich vorstellt, wenn man (ich) an einen englischen Pub denkt.

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Und genau für diese „Tradition“ gibt es zwei Gründe:

1. Die U-Bahnen sind zur Rush-Hour unfassbar voll. So richtig voll. So voll, wie man es aus Videos aus Japan kennt, in denen die Leute in die Bahn gestopft werden. Dazu kommt noch, dass die U-Bahn-Türen sehr unnachgiebig sind. Zu heißt zu und zwar so richtig.
2. Die Engländer haben ein sehr merkwürdiges Verhältnis zu ihren Wohnungen. Die sind allgemein unfassbar schmal und eher in die Höhe gerichtet – halt viele Menschen auf wenig Raum, da bleibt nur der Weg nach oben. An sich nicht wild, man braucht ja auch nicht unbedingt mehr. Aber gemütlich ist dann eben doch anders. Ohnehin wirkt London auf mich recht eng – nicht unbedingt, wenn man auf offener Straße läuft, aber was Geschäfte und eben Wohnungen angeht – da zieht man besser den Bauch ein.

Wenn man dann also vor der Entscheidung steht: volle U-Bahn und den Rest des Abends im Schuhkarton verbringen oder sich einen hinter die Binde kippen – die Entscheidung ist wohl mehr als nachvollziehbar.

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Aber ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Leute damit ein großes Problem hätten – wie auch? Vermutlich kennen sie es nicht anders. Die meisten, die wir getroffen haben, waren dennoch überaus freundlich.

Da zeigt sich allerdings auch, wie sich die kleinen kulturellen Unterschiede dann doch bemerkbar machen. Schlecht fand ich es dennoch nicht, nur den Rest des Lebens so verbringen, das muss ich nicht haben.

Würde wahrscheinlich auch meine Leber gar nicht mitmachen. Und sowieso, die fahren ja bis heute noch auf der falschen Seite ...

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Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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