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Gedanken-Tüdelüt (48): DPD kannste auch vergessen | Was is hier eigentlich los?
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Gedanken-Tüdelüt (48): DPD kannste auch vergessen

Gedanken-Tüdelüt (48): DPD kannste auch vergessen | Kolumne | Was is hier eigentlich los? | wihel.de
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Dass ich mir der Post seit Jahrhunderten auf Kriegsfuß stehe, ist hinlänglich bekannt, dass ich damit nicht der Einzige bin, ebenso – Dienstleistungsgeschäft mit extremen Termindruck und beschissener Bezahlung, da kommt schnell das eine zum anderen. Mein Verständnis hält sich dennoch stark in Grenzen, denn irgendwer muss den Frust abkriegen. Zumal sich der jahrelang aufgestaute Hass eigentlich nie gegen den einzelnen Fahrer an sich richtet (ist ja sowieso immer ein anderer), sondern gegen das gesamte Imperium an sich. Steck alle in einen Sack und hau drauf – triffst sowieso immer den Richtigen.

Der größte Vorteil den die Post allerdings hat, ist auch gleichzeitig das größte Problem das wir selbst als Kunden haben: keine Alternativen. Und genau das hat sich letzte Woche erst wieder bestätigt.

Line findet, dass wir einen neuen Küchentisch brauchen und am besten auch gleich einen neuen Schreibtischstuhl. Beim Küchentisch würd ich sogar noch mitgehen, wobei ich unseren gar nicht so schlecht finde. Nichts fürs Auge, aber man kann ihn auf- und zuklappen, was bei unserer geringen Wohnungsgröße ein unschlagbares Argument ist. Wird zwar von der Tatsache torpediert, dass er sowieso immer aufgeklappt ist, aber irgendwas ist ja immer.

Beim Schreibtischstuhl sieht das schon ein bisschen anders aus – denn der neue kann weder in der Lehne verstellt werden, noch kann man mit ihm über den Boden rollen. Eigentlich kann der gar nix und eigentlich ist das auch nur ein normaler Stuhl – aber wenn das Mäuschen ihn haben will, dann soll sie ihn auch bekommen.

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Also Amazon aufgemacht, fix bestellt und gewartet.

Der Stuhl sollte als erstes kommen und das über DPD. An sich ist DPD gar nicht verkehrt, sind die doch einigermaßen genau, was den Lieferzeitpunkt angeht. Außerdem kann man schauen, wo sich der Fahrer genau befindet und hat auch noch Optionen, was spontane Adressänderung, Abstellgenehmigung und Lieferzeitpunkt angeht.

Die Zustellung war natürlich erfolglos, weil keiner zu Hause war – weder wir, noch einer unserer Nachbarn (was ich nicht glauben will, irgendein Dödel ist immer da – aber Zeit, das Paket zum Nachbarn zu bringen, muss man als Zusteller auch erstmal haben).

Nicht weiter wild, denn ich kann ja den Zeitpunkt für die Zweitzustellung bestimmen – Samstag wär super und so hab ich getan, was ich getan habe. Bei der zweiten Lieferung war ich sogar schneller. Heldenhaft war ich sogar, denn der Fahrer musste nicht extra zu uns kommen und erspart sich so nicht nur einen unnötigen Weg, sondern auch die passive Abweisung durch unsere Abwesenheit.

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Der Samstag kam und wir waren schon in heller Aufregung und Vorfreude. Morgens fix Brötchen holen und dann nur noch warten, bis der Paketmann kommt – es sollte ein erfolgreiches Wochenende werden.

Gegen Mittag hat Line dann mal in die Sendungsverfolgung geschaut und gesehen: das Paket war noch immer im Depot. Nun gut, Wochenende, soll der Fahrer halt ausschlafen. Wird sind ja so oder so da.

Gegen 16 Uhr hab ich wieder reingeschaut – keine Standortveränderung. Nun gut, ist ja Wochenende und vielleicht funktioniert das Tracking nur beim ersten Zustellversuch.

Gegen 20 Uhr schwand dann die Hoffnung, auch wenn wir schon mal halb 10 abends eine Sendung angenommen haben – heute sollte keiner mehr kommen. Besonders ärgerlich, weil wir zwar zu Hause warten wollten, aber dennoch eigentlich das Haus verlassen mussten. Konnten wir knicken und musste aufs nächste Wochenende verschoben werden – was nervt, denn so viele freie Tage in der Woche gibt es nun mal nicht.

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Immerhin haben wir den Sonntag aktiv genutzt, um Wut aufzubauen, die wir am Montag per Twitter und Facebook abladen konnten. Der Kundenservice hat auch erst nett reagiert – schien aber ebenfalls schnell an seine intellektuellen Grenzen zu stoßen. Denn die Logik, dass es einen Grund hatte, dass wir die Sendung an einem Samstag entgegennehmen wollten, ist eine enorme Transferleistung, die nicht jeder hinbekommt. Stattdessen wurde die Sendung am selben Tag wieder losgeschickt und sollte gegen Mittags da sein. Unter der Woche. Wenn keiner da ist. Wie beim letzten Mal.

Auch konnte ich dieses Mal den Empfangstermin nicht mehr ändern – was letztendlich einfach dazu führt, dass diese ganzen feinen Service-Dinge wie Live-Tracking und Lieferoptionen einfach für den Arsch sind. Gerade wenn man einen Lieferzeitpunkt auswählt, der dann nicht gehalten wird und man dumm rumwartet. Aber was bedeutet schon Lebenszeit?

Immerhin: dieses Mal waren Nachbarn da und der dritte Weltkrieg konnte gerade noch verhindert werden.

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