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Gedankentüdelüt (97): Es nervt ... | Was is hier eigentlich los | Unterhaltung, Kultur, LifeStyle & ein wenig WTF
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Gedankentüdelüt (97): Es nervt ...

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In letzter Zeit gibt es wieder viele kleine Themen, die mich in Summe hart nerven – warum nicht also diese kleine Reihe mal wieder dafür nutzen, um ein bisschen Luft abzulassen?

Springen wir also direkt rein:

Gekürzte Feeds

Alle reden davon, dass Feedreader tot sind. Kann ich für mich nicht nachvollziehen, ich wäre ohne aufgeschmissen. Ich verstehe aber, dass die Nutzerfreundlichkeit schon seit Jahren auf der Strecke bleibt und die Einstellung des Google Readers vor ein paar Jahren hat dem nicht gerade entgegen gewirkt. Dennoch ist es noch immer die bessere Alternative gegenüber Algorithmus-zerstörenden sozialen Streams, die uns bevormunden und am Ende des Tages nur mit Geld funktionieren. Oder Click-Bait-Scheiße und gerippten Videos.

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Wenn ich dann aber sehe, das vermehrt wieder angefangen wird, die Feeds zu kürzen, muss ich einfach fragen: seid ihr eigentlich bescheuert? Habt ihr es so dringend nötig, die Leute unbedingt auf eure vollgeballerte und völlig überladene Seite zu ziehen? Wenn ihr wirklich eure Leser auf die Seite ziehen wollt, dann macht das durch geilen Content und anregenden Diskussionen. Oder seit wann haben wir wieder verlernt, dass wir dahingehen müssen, wo der Leser ist und nicht den Leser zu uns zwingen?

Denn ganz ehrlich: keiner der gekürzten Feeds hat es bisher geschafft, mich aus dem Feedreader raus und auf die Seite zu holen. Nicht einer und das kostet mich im Grunde nur einen Tastendruck. Was ihr letztendlich damit schafft, ist nur eines: ignoriert zu werden oder ganz aus dem Feedreader gekickt zu werden.

Lasst es einfach und gebt dem User das, was er eigentlich will: den ganzen Content!

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Insta-Stories voller Füße

Gestern irgendwo von jemandem schon angesprochen und mir wieder in Erinnerung gerufen: Insta-Stories, bei denen Füße gefilmt werden. Meist als Opener gedacht, aber immer einfach nur dämlich. Ihr wollt Hollywood machen? Dann macht es richtig. Auch hier kann ich nur sagen: jede Story, die so beginnt, wird gnadenlos geskippt. Wunsch und Wirklichkeit gehen hier schlichtweg nie zusammen. Nie!

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API-Abhängigkeiten

Eher rein technischer Natur, hat mir aber gestern hart aufgestoßen. Ich nutze einen Service, der unter anderem auf Daten von Facebook zugreift. Nichts im Vergleich zu Cambridge Analytica und grundsätzlich alles öffentlich – aber durch diese ganze Datenklau-Scheiße hat Facebook beschlossen, die API hart zu beschränken. Das Ende vom Lied: der Service macht dicht, es gibt keine Alternativen – Mehrwert vorbei. Gilt im Übrigen auch für Twitter, die sogar die hauseigene Mac-App einfach eingestampft haben. „Nutzt doch die Webseite“ ist da der gut gemeinte aber völlig bescheuerte Rat. Und nicht nur das, für Drittanbieter-Apps beschneidet man die API ebenfalls wie nichts Gutes – außer man zahlt natürlich (und das einen Preis, der fernab von Gut und Böse ist)

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Das Internet von Heute

Allgemein tu ich mich gerade sehr schwer mit dem Internet von heute in Bezug auf wihel.de. Ohne soziale Netzwerke kann so ein Blog nur bedingt funktionieren, sind sie doch in erster Linie das beste Mittel, um neue Leser zu gewinnen. Klar, wir könnten Adsense betreiben – aber ohne was zu verkaufen, recht sinnfrei. Klar, wir könnten uns untereinander besser vernetzen und gegenseitig empfehlen – aber schaut man sich die Landschaft in den letzten Jahren an, ist selbst ein sarkastisches Darüberlachen schon zu viel. Wie also neue Leser erreichen? Durch Nonsens-Kommentare auf anderen Seiten? Kommentare sind tot, außer es gibt mal irgendwo was zu gewinnen. Denn so sinnvoll die sozialen Netzwerke für neue Leser auch sind – sie haben auch dazu beigetragen, dass wir Feedback nur noch über lustige Like-Buttons abgeben oder einfach Freunde in Kommentaren markieren.

Und diese ganze DSGVO-Nummer sowie die ganzen API-Änderungen tragen nicht gerade dazu bei, dass alles mal wieder sozialer wird. In meinem Kopf bin ich gerade froh, dass das hier mehr oder weniger eine eigenständige Plattform ist und bleibt. Aber so, wie sich das Netz gerade entwickelt, verlier ich immer mehr den Spaß daran.

Es kann halt nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen sein.

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Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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Kommentare

  1. Insta-Stories von Füßen?! Ich scheine den richtigen Leuten zu folgen, habe ich noch gar nicht gesehen… :)

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