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Gedankentüdelüt (89): Strohwitwer – Das erste Drittel ist geschafft | Was is hier eigentlich los

Gedankentüdelüt (89): Strohwitwer – Das erste Drittel ist geschafft

Gedankentüdelüt (89): Strohwitwer – Das erste Drittel ist geschafft | Kolumne | Was is hier eigentlich los? | wihel.de

Seit Freitagmittag bin ich nun Strohwitwer, was insofern neu ist, dass Line und ich sehr lange Zeit nicht mehr für zwei Wochen getrennt waren und das auch noch so, dass ein regelmäßiger Kontakt aufgrund des Zeitunterschieds recht schwierig ist. Morgens mal eine Nachricht, abends mal eine – aber immer muss man mehrere Stunden warten, bis der andere darauf reagieren kann.

Ehrlich gesagt hab ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht, wie die Zeit wohl werden würde, ließ sich ja ohne großen Aufwand ohnehin nicht ändern, also muss man da einfach durch.

Natürlich hatte ich mir ein paar Todos vorgenommen, sogar so viele, dass ich eine Liste anfertigen musste, damit auch ja nichts vergessen wird. Aber insgeheim sah der Plan eigentlich nur vor, dass ich faul auf der Couch rumliege, irgendwann anfange zu stinken und die Wohnung immer mehr einem Chaos weicht, für das ich das letzte Wochenende opfern muss, damit es bei ihrer Rückkehr wieder vernünftig aussieht.

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Nun, aus dem Plan ist bisher nicht sonderlich viel geworden, außer dass ich mich nahezu ausschließlich von Fastfood und Toast ernähre.

Am Freitag selbst hab ich nicht mehr viel gemacht – ich war im Homeoffice und somit lag der Fokus noch komplett auf den Todos aus dem Büro. Den Abend hab ich dann entsprechend auch so verbracht, wie wir das freitags immer machen: Fernseher an und wie so ein Rentner um 22 Uhr ins Bett gehen. Am Freitag. Mit gerade mal 31 Jahren.

Einziger Unterschied zu sonst: todesmutig hab ich gar nicht im Bett geschlafen, sondern einfach auf der Couch. Einfach mal volles Risiko gehen und das machen, was man sonst nicht macht – no risk, no fun und so. Es spricht aber für sich, dass ich ab Sonntag wieder im eigenen Bett geschlafen hab ...

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Den kompletten Tag hab ich dann damit verbracht, ordentlich Kilometer zwischen Wohnung, Keller und Mülltonne abzuspulen, diverse Löcher in unsere Wände zu bohren und weil es mit der Action noch nicht gereicht hat, war ich auch noch bei IKEA und hab mir endlich meine Todessternlampe gekauft. Die wollte ich schon immer haben, durfte nur nicht – Situation direkt gekonnt ausgenutzt. Außerdem hab ich mir direkt noch ein paar Hemden gekauft, die ich allesamt ein paar Stunden später umgetauscht hab – die Größe war nicht ganz passend. Da hat die Modekette allerdings auch selbst Schuld, denn wer Hemden verkauft, die mit Hundertmilliontausend Klammern versehen sind, braucht sich nicht wundern, wenn die Leute sie nicht im Laden anprobieren können.

Der Sonntag sah ganz ähnlich aus, lediglich der ganze Shopping-Kram blieb aus. Dafür war ich in der alten Wohnung, habe noch zwei Löcher, die wir vergessen hatten, geschlossen und als Abschiedsgeschenk einen Strafzettel im Briefkasten gefunden – eine weitere Bestätigung, dass der Umzug allein schon wegen der Parkplatzsituation mehr als gerechtfertigt war. Das Absurde: das Vergehen war angeblich am 04.02. um 01:22 Uhr – andere Menschen schlafen ja, bei uns werden Knöllchen verteilt. Sachen gibt’s ...

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Der Montag begann direkt um 06:30 Uhr – ich erinnere noch mal daran, dass ich eigentlich Urlaub hab – mit Aufstehen, Arbeit am Rechner und einen Termin beim Einwohnermeldeamt. Für den bin ich einmal quer durch die Stadt, denn kein anderes Amt hatte einen Termin in meiner Urlaubswoche frei.

Danach ging es wieder nach Hause und noch mehr Kram in der Wohnung erledigen – das Arbeitszimmer ist seitdem komplett aufgeräumt und mein persönlicher Wochenerfolg.

Der Dienstag startete ebenfalls so unverschämt früh, dieses Mal wegen der Wohnungsübergabe der alten Wohnung. Ein bisschen Bammel hatte ich schon, denn wir sollten nur eine Wand streichen und das war ausgerechnet die, die es am wenigsten nötig hatte. Aber siehe da – lief alles problemlos und in knapp 10 Minuten war das Kapitel beendet. Danach ging es noch zum Recyclinghof und ich konnte endlich die Sommerreifen vom Händler abholen – die hatten sie nämlich beim Kauf direkt vergessen.

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Und heute ist nun Mittwoch und womöglich der erste Tag, der so richtig Urlaub bedeuten könnte. Zumindest gibt es keinen Anlass, das Haus zu verlassen, keine richtig großen Todos – vielleicht ist heute sogar der Tag, an dem ich beginne, keine Hose mehr anzuziehen. Denn wer morgens keine Hose anzieht, muss abends keine Hose ausziehen.

Schaun wir mal, was die nächsten Tage so bringen – mit etwas Glück eine Pizza per Lieferdienst.

Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert. Alle Beiträge von Martin ansehen.

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