Ich hab da was gebaut: Der Slack-Status-Bot - Was is hier eigentlich los

Ich hab da was gebaut: Der Slack-Status-Bot

Ich hab da was gebaut: Der Slack-Status-Bot | Nerd-Kram | Was is hier eigentlich los?

Ich hab ja schon ein bisschen lange damit gehadert, ob ich darüber schreiben sollte oder nicht. Auf der einen Seite ist das Schreiben von Software nach wie vor bei einigen ziemlich verpönt, auf der anderen Seite tun es dann doch zu viele schon regelmäßig, als dass man sich dafür schämen müsste. Um nicht zu sagen: Coden ist mittlerweile technisch kein Problem mehr, verstehen und durchdringen, was da passiert, wird dadurch aber deutlich wichtiger. Nicht, dass ich mich hier als Experte bezeichnen würde, aber ... scheinbar reicht es dafür, dass ich auch mal etwas gebastelt hab, auf dass ich dann doch ein klein wenig stolzer bin als sonst.

Die Idee dafür geht bis auf die Corona-Pandemie zurück, als wir plötzlich dann alle doch von Zuhaue aus arbeiten sollten / durften / konnten. Verrückt, wie das einfach funktioniert hat und noch verrückter, dass es das auch immer noch tut, aber immer weniger CEOs das wahr haben wollen. Denn Kontrolle fetzt ja. Was mich aber damals gestört hat: Die fehlende Transparenz, ob jemand verfügbar ist und mich tatsächlich ignoriert oder ich einfach nur auf eine Antwort warten muss, weil Meetings einfach nicht zu Ende gehen wollten. Noch mehr hab ich das an mir selbst beobachtet: Die Rate an Entschuldigungen für lange auf sich wartende Antworten stieg bei mir exponentiell und das war einfach kein Zustand.

Jetzt hätte man natürlich immer manuell seinen Status in ändern können, aber da denkt ja keiner dran und wenn doch, dann nicht mehr auf das Resetten. Manuell fetzt da einfach nicht und verlagert das Problem nur an eine andere Stelle.

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Also hatte ich die Idee, dass man das doch automatisch erkennen können muss. Dazu hat Slack doch auch APIs, das muss sich doch irgendwie automatisiert lösen lassen. Die Idee mit einem meiner Entwickler besprochen und schon saßen wir zusammen und er hat mir Shell-Scripte beigebracht – damit war die Tür schon mal aufgetreten.

Denn ich dachte mir auch, warum nur zeigen, wenn man in Meetings ist? Warum nicht auch, was man gerade auf Spotify hört? Oder wenn man gerade Einkaufen ist? Beim Arzt sitzt? Oder einfach mal nicht gestört werden will, weil man sich konzentrieren muss inklusive Tunnelblick?

All das wurde mit fortlaufender Zeit möglich, aber eben als Shell-Scripte und damit wenig userfreundlich. Irgendwann später kam ein Freund auf die Idee, dass man das doch auch als richtige bauen könnte, schön mit UI und auch für technisch weniger Versierte. Gute Idee, dachte ich, stieß aber schnell an meine Grenzen.

Bis dann KI kam. Und ich das einfach mal umgesetzt hab.

Mittlerweile hat das Ding schon ein paar Iterationen durch und einen Reifegrad erreicht, den ich nicht nur zeigen kann, sondern der tatsächlich auch von anderen genutzt werden kann. Aber was kann das Ding nun genau?

  • Sich mit mehreren Workspaces verbinden
  • Automatisch den Status wechseln, wenn man in Teams- oder Zoom-Meetings geht oder ein Slack-Huddle startet
  • Zeigen, was man gerade auf Spotify, Apple Music oder mit der YouTube-Music-PWA hört
  • Quick-Actions für vordefinierte Status, z.B. für die Mittagspause, Gassi-Runde, Krankmeldung und mehr
  • Man kann Status selbst definieren, die dann auch zufällig ausgewählt werden – für die, die ein bisschen Humor haben
  • Einzelne Funktionen bzw. Erkennungen lassen sich natürlich auch deaktivieren (für die, die ihren Musikgeschmack geheim halten wollen)
  • Theme-Switch für Dark- und Light-Mode
  • Das Ganze lässt sich auch einfach über die Mac-Menü-Leiste bedienen
  • Eine ziemlich smarter Urlaubsmodus inkl. Automatischen Reset, wenn man wieder zur Arbeit erscheint
  • Möglichkeit, den Status "von außen zu setzen", damit man auch Geschichten wie ein Stream-Deck oder Shortcuts nutzen kann

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Dazu eine recht ausführliche Readme, die ebenfalls erklärt, wie man das Ding in seinem eigenen Slack-Workspace installiert. Und was vielleicht das Beste ist, aber keine Kuh vom Eis holt: keine Daten werden irgendwo extern gespeichert, alles bleibt in Slack bzw. auf dem eigenen Rechner.

Wird das die Welt retten? Vermutlich nicht. Aber für mich bringt uns das zumindest via Slack wieder ein bisschen näher. Oder stellt zumindest Transparenz her, wenn man mal wieder etwas länger auf eine Antwort wartet oder andere warten lassen muss.

Wer das Ding gern ausprobieren will, schaut einfach hier vorbei, da steht alles zur schnellen Einrichtung und die aktuelle Version gibt es an dieser Stelle.

Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.

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