Kasi, antonius - alles was ich anfass geht kaputt - Was is hier eigentlich los

Kasi, antonius - alles was ich anfass geht kaputt

Kasi, antonius - alles was ich anfass geht kaputt | Musik | Was is hier eigentlich los?

“Wir sind ja auch einfach nur zwei kids”, sagt und lacht. antonius nickt. Diese beiden haben gerade ihr Debütalbum finalisiert, wirken aber lässig und entspannt, als hätten sie einfach ein bisschen abgehangen. Es ist nicht ganz falsch: kids entstand im WG-Zimmer von antonius in Freiburg, wo er als musikalisches Mastermind die Lyrics von Kasi in kleine, perfekt unperfekte Tracks verwandelt, die mal jung, ungestüm und schwerelos und manchmal melancholisch wie der dunkelste Tag des Winters klingen. Mit ihrer Fähigkeit, die Höhen und Tiefen scheinbar mühelos zu bewältigen, begeistern sie ihre Fanbase jetzt endlich auch auf Albumlänge.

Im Albumtitel kids steckt auch die Anlehnung an den gleichnamigen Song von MGMT aus dem Jahr 2007, mit dem beide positive Kindheitserinnerungen verbinden und das damals als eine der Hymnen der Indieszene galt – und auch heute dank TikTok die nächste Generation begeistert. kids ist aber auch ein Begriff, der metaphorisch dieses schwer zu greifende Gefühl des Erwachsenwerdens transportiert, bei dem man gestern noch unbeschwert mit ein paar Euro von den Eltern in der Tasche zum nächsten Kiosk spaziert ist, um saure Schlangen zu kaufen und heute mit denselben paar Euro, jetzt selbst verdient, im Supermarkt steht und es sich saure Schlangen kaufen irgendwie nicht mehr anfühlt wie damals. kids ist eine Hommage an die Leichtigkeit des Jungseins, die deshalb so bittersüß (oder eben sauer) schmeckt, weil allen klar ist, dass sie enden wird. Nicht sofort, zum Glück, aber nach und nach.

Das Besondere an kids ist auch, dass die Songs es schaffen, inhaltlich alles mitzunehmen, was zum Jungsein dazugehört, ohne auf einem eindimensionalen Heartbreak- oder Partyfilm hängenzubleiben. Alle Facetten davon sind da, kommen und gehen, werden durchschwommen, wie sie eben passieren. Nur eben mit Coolness statt Pathos, mit Ehrlichkeit statt hohlem Show-off. kommst du runter bin hier bringt die bittere Leere einer längst ausgebluteten Beziehung auf den Punkt. Das Bild der letzten gemeinsamen Straßenecke in seiner alltäglichen Egalheit steht im eindrücklichen Kontrast zu den ganzen plattgerauchten Hoffnungen und Träumen über das, was noch hätte werden können.

Damit schaffen sie in ihren Lyrics ein authentisches und dichtes Netz aus Themen, die einerseits relatable und andererseits durch die Musik spürbar und meistens auch perfekt tanzbar sind. alles was ich anfass geht kaputt ist zum Beispiel eine catchy Abrisshymne, perfekt um 3:51 Minuten lang vor seinem eigenen Chaos davonzulaufen oder sich alle Schuldgefühle rauszuschreien. Allein im eigenen WG-Zimmer oder eben live bei einem der Stops der Tour 2026.

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Über Martin

Technikbegeistert und immer auf der Suche nach spannenden, beeindruckenden und/oder lustigen Themen schreibt Martin neben seinem Hauptberuf täglich mehrere Artikel für wihel.de. Oder wie er es beschreibt: Andere teilen ihre Internetperlen lediglich mit ihren Freunden, wir teilen Sie mit allen, die es interessiert.

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