Trödler und Sammler Sigi Adler: ein Flohmarkt-Held trotzt der Wegwerfgesellschaft
Wenn man so einen neugeborenen Wurm Zuhause hat, stellt man unweigerlich wieder fest, wie wenig Zeit man dadurch eigentlich hat – und gleichzeitig viel Zeit für Dinge, für die man sich sonst keine Zeit genommen hat. Gemeint ist: So richtig produktiv kann man während der Kinderbetreuung nicht sein, weil da immer mindestens ein Auge und ein Ohr auf dem Kind bleiben muss, gleichzeitig kann man enorm viel Zeit auf YouTube verbringen, wenn der kleine Wurm eigentlich den ganzen Tag nur schläft. Erinnert mich auch unweigerlich an das letzte Mal „krank sein“, als ich TikTok durchgespielt und sogar davon die Schnauze voll hatte ...
Jedenfalls findet sich auch so mal wieder Zeit für die eine oder andere Doku, die man sonst zwar abspeichert, aber dann doch nicht wieder schaut. Gilt mehr oder weniger auch für die nachfolgende, wobei die ganz gut in die aktuelle Zeit passt, denn auch bei uns sind Flohmärkte wieder höher im Kurs – nirgendwo findet man Kinderkleidung und Spielzeug günstiger, denn Neuanschaffungen kann sich ja kaum ein Mensch leisten. Und häufig sind die Sachen auch noch im ausreichend guten Zustand, wenn man bedenkt, dass die insgesamt dann doch eine recht kurze Halbwertzeit haben.
Insofern kann ich Sigi Adler schon verstehen, wegschmeißen sollte immer die letzte Option sein. Ob man sich aber die eigene Bude mit so viel Krempel vollstellen muss ...
In seiner Nostalgie-Werkstatt kämpft Sigi Adler gegen die Wegwerfgesellschaft. Er sammelt alte Schätze, repariert sie und zeigt, wie viel Potenzial in Dingen steckt, die andere entsorgen. Vor allem liebt er es, Messer zu restaurieren: Alter Karbonstahl, Werkstattfunde, Fundstücke von Wohnungsauflösungen und Flohmärkten. In der Werkstatt des früheren Kfz-Mechanikermeisters Georg Schmidt bewahrt Sigi nicht nur Ersatzteile und Werkzeuge, sondern auch Geschichten.
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Aber ey, jeder wie er mag.
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